Nord-Licht: Über das Wesen dieses Blogs

…der auch „Lichtschwerts Lesestube“ heißen könnte:

Als ich diesen Blog zu Samhain des Jahres 2012 einrichtete, ging es mir unter anderem darum, eine kleine Online-Bibliothek aufzubauen, um Lesern Zugang zu Lektüre zu ermöglichen, die im Buchhandel teils nur mehr schwer oder auch gar nicht mehr zu finden ist.

Denn leider befindet sich die Lesekultur – vor allem das Interesse für Bücher – seit längerem in einem anhaltenden Rückgang, der zur Folge hat, daß das Angebot im Buchhandel immer mehr schrumpft, vor allem von älteren Geschichten, die noch weniger mit Political Correctness, linkskrankem Zeitgeist und NWO -Propaganda verseucht sind. Dadurch werden auch diejenigen, die sehr wohl noch Zeit und Interesse für so etwas hätten, um die Möglichkeit gebracht, diese Sachen im Handel zu finden oder sie überhaupt erst kennenzulernen.

Dies betrifft besonders die Science Fiction, mein Lieblingsgenre. Der Blogger stratomunchkin, der den inzwischen vom Netz genommenen Blog „Nachtalbenbunker“ betrieben hat, führte in einem Blogbeitrag aus, daß der Angebotsschwund speziell in diesem Bereich und überhaupt bei Lektüre, die vorwiegend Jungs und Männer interessiert, auch daran liegt, daß in den Lektoraten der großen Verlage großteils junge Frauen arbeiten, die dann hauptsächlich solche Sachen zur Veröffentlichung auswählen, die ihnen selber gefallen.

Viel von der gegenwärtigen Lesemüdigkeit liegt aber wohl an der stark verringerten Aufmerksamkeitsspanne vor allem bei jüngeren Jahrgängen (denen normale mehrminütige Youtube-Videoclips oft schon zu lang sind, weshalb es einen Trend zu ganz kurzen Clips von etwa 6 bis 10 Sekunden Dauer gibt), und am allgemeinen Zeitstress. Die Ursachen dafür dürften unter anderem die folgenden sein:

– die Reizüberflutung aufgrund des potentiell uferlosen Angebots im Internet;

– der Stress, unter den sich die Nutzer sozialer Medien gegenseitig setzen, indem sie einander unüberlegt Massen großteils belangloser „Messages“ senden, die ihrerseits wieder Antworten erfordern.

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Ace of Swords: Alles auf eine Karte (Teil 3)

Eine Science-Fiction-Geschichte von Deep Roots alias Lucifex.

Zuvor erschienen: Teil 1, Teil 2 und das Glossar

8) Im Zeichen der Waage

In den Frontscheiben der Ace of Swords wuchs der kleine Planet von Gliese 570D, in dessen Orbit die Queen of Altavor aus der Ferne geortet worden war. Ronald Brugger hatte den Warpantrieb in einer Entfernung ausgeschaltet, über die seine militärische Sensorenausrüstung das viel größere Passagierschiff gerade noch würde aufspüren können, während dessen zivile Ortungsanlage ihn noch nicht entdecken konnte. Sobald die Queen hinter dem Planeten verschwunden war, hatte er sich diesem im Sublichtwarp-Sprint genähert, so weit es möglich war, und sein Schiff dann mit den MET-Antrieben in eine Übergangsbahn zu einem sehr engen Orbit hineingebremst, der es in geringerer Höhe allmählich an das andere Fahrzeug heranführen sollte. Eine Sensordrohne flog voraus; da sie später mit der Bremsung begonnen hatte und auf eine noch tiefere Umlaufbahn programmiert war, würde sie das Ziel noch vor der Ace of Swords in Sicht bekommen. Aufgrund ihrer Kleinheit und geringen Flughöhe würde sie auch weniger leicht entdeckt werden. Diese Vorsichtsmaßnahmen hatte Ron für den Fall ergriffen, daß Kaundas Leute eine Wachmannschaft an Bord zurückgelassen hatten.

Nikos Lourákis und Alcyone Poledouris befanden sich bei ihm im Kontrollraum; die Lysithea war weiter draußen im System zurückgelassen worden, versteckt hinter einem größeren Asteroiden. Alle drei trugen sie noch ihre Normalkleidung, denn ob sie mit der Ace of Swords direkt an der Queen andocken oder sich ihr mit dem Raumgleiter nähern würden, der mangels Andockschleuse die Verwendung von Raumanzügen erforderte, würde erst entschieden werden, wenn festgestellt war, ob das andere Schiff unbemannt war oder nicht.

An dem Punkt, wo die Übergangsbahn in die gewählte Kreisbahn überging, rollte Ron das Schiff herum, sodaß sie die zerkraterte, in mattem Kupferrot beleuchtete Wölbung des Planeten über ihren Köpfen hinwegrollen sahen. Da sie noch einen deutlichen Geschwindigkeitsüberschuß gegenüber der Orbitalgeschwindigkeit in dieser Höhe hatten, glich er die überschüssige Fliehkraft mit den senkrecht zur Flugbahn wirkenden MET-Antrieben aus. Die restliche Abbremsung würde erst so zeitig erfolgen, daß die Orbitalgeschwindigkeit erreicht war, bevor die Queen of Altavor über dem Horizont erschien. So würde das Aufholen, das ansonsten etwa dreizehn Stunden gedauert hätte, auf eine knappe Stunde verringert werden.

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Ace of Swords: Alles auf eine Karte (Teil 2)

Eine Science-Fiction-Geschichte von Deep Roots alias Lucifex.

Zuvor erschienen: Teil 1 und das Glossar

6) Zu dunklen Ufern

Die Queen of Altavor schwebte antriebslos in der Umlaufbahn von Krelang, dem dritten Planeten der sechsunddreißig Lichtjahre von Sol entfernt im Sternbild Vela gelegenen K5-Sonne Gliese 370. Das Schiff hatte gerade einen dreitägigen Aufenthalt auf dieser kühlen Welt beendet, wo es in einem Kratersee auf dem Kontinent Quatarn in den nördlichen Subtropen gewassert hatte, um seinen Passagieren die Besichtigung der um jenen See herumgebauten Ruinenanlage zu ermöglichen. Niemand wußte, wer die Schöpfer dieser überwucherten, aus Natursteinblöcken, Metallen und Synthetikmaterialien errichteten Bauten waren; auch die Lwaong hatten sie bereits als Ruinen vorgefunden. Es gab weitere, kleinere Anlagen solcher Art auf dem unbewohnten Planeten, aber es deutete nichts darauf hin, daß ihre Erbauer sich hier auch entwickelt hatten. Von dem im Wasser schwimmenden Raumschiff aus waren mitgeführte Gleiter gestartet, um die Passagiere bei den Ruinen abzusetzen oder sie zu entfernteren Plätzen zu bringen, wo sie Wanderungen zur Beobachtung der heimischen Natur unternommen hatten. Schließlich war die Queen of Altavor wieder gestartet, und nun zog sie in kaum hundertdreißig Kilometer Höhe über der vom flach einfallenden Sonnenlicht gelb beschienenen Wolkendecke dahin und wartete hilflos auf das nahende Verhängnis.

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Ace of Swords: Alles auf eine Karte (Teil 1)

Eine Science-Fiction-Geschichte von Deep Roots alias Lucifex.

Vorbemerkung des Verfassers: Dies ist eine Geschichte, deren dreieinhalb Jahrzehnte lange „Entstehungshistorie“ damit begonnen hat, daß ich irgendwann Anfang der 1980er den amerikanischen Fernsehfilm „Raubvögel“ („Birds of Prey“) von 1973 gesehen habe. Zu der Zeit kannte ich schon das damals noch recht neue Musikalbum „The Turn of a Friendly Card“ von Alan Parsons Project, und irgendwie haben sich einige Lieder daraus zusammen mit „Raubvögel“ in meinem Kopf zur Grundidee eines SF-Films entwickelt, der im Kern eine Art futuristisches „Raubvögel“ sein sollte, mit „The Turn of a Friendly Card“ als Filmmusik (ich hegte damals den Traum bzw. die Illusion, irgendwann einmal Profi-Filme machen zu können).

Später, nach Aufgabe des Filmertraums, hatte ich die Geschichte irgendwann einmal zu einem Buch verarbeiten wollen, und im Oktober 2017 habe ich mich dazu entschlossen, sie nun endlich in Form eines Blogbeitrags zu verwirklichen, was auch die Integration von „The Turn of a Friendly Card“ und anderer Lieder als eine Art „Filmmusik“ ermöglicht. Im Kern ist die Geschichte immer noch das ursprüngliche Projekt, aber sie ist im Laufe der Jahre doch in mancher Weise zu etwas ganz anderem mutiert.

Dies ist Teil 1 von 4, und es gibt zur Begriffs- und Hintergrunderläuterung auch ein Glossar.

Zur Einstimmung vor dem Lesen gibt’s hier das Instrumentalstück The Ace of Swords“ aus The Turn of a Friendly Card“ (jedoch in einem Stück mit „Nothing left to lose“; gesamt 7:10 min.):

 

A C E   O F   S W O R D S :  A L L E S   A U F   E I N E   K A R T E

Prolog

Der Große Galaktische Krieg war beendet. So hatten ihn die Menschen genannt, für die es der erste große interstellare Konflikt war, den sie erlebten. Für die anderen Spezies, die im Rahmen der Galaktischen Zivilisation daran teilgenommen hatten, war er bloß ein Maßregelungskrieg gegen die Xhankh gewesen, die sich geweigert hatten, alle Regeln jener lose verbundenen Multispezies-Zivilisation einzuhalten, gegen die sie sich schließlich in einem offenen Krieg gewandt hatten. Wie ihn die Xhankh nannten, für die er mit der schwersten Niederlage ihrer Geschichte und dem Verlust der meisten ihrer Welten geendet hatte, verrieten sie niemandem. Nun sammelten sich die Schiffe der Sieger zur Rückkehr in ihre Heimatsysteme, die Kreuzer der Menschen ebenso wie die gigantischen Kriegsschiffe der älteren Galciv-Mächte, vor denen sie beinahe zwergenhaft wirkten.

Begonnen hatte der Krieg mit einem Streit um das Recht der Nachbarspezies der Xhankh, im von diesen beanspruchten Raumgebiet um den Kohlensack-Dunkelnebel Welten zu besiedeln, die von ihrer Natur her für sie am besten geeignet waren, während die Xhankh sie als neue Heimatwelten uninteressant fanden. Dies war gängige Praxis und entsprach einer der fundamentalsten Regeln der Galaktischen Zivilisation: Nachdem für jede Spezies nur ein Bruchteil aller für Leben bewohnbaren Welten hinsichtlich Schwerkraft, Spektraltyp der Sonne, Jahreslänge und Rotationsdauer sowie chemischer Beschaffenheit ideal war und andererseits die überlichtschnellen Raumschiffe eine weiträumige Erschließung ermöglichten, ließen die raumfahrenden Spezies die für sie suboptimalen Welten ungenutzt, auch wenn sie näher an ihrem Ursprungssystem lagen. Stattdessen kolonisierten sie nur optimale, auch wenn sie weiter entfernt und zwischen die Welten anderer Spezies mit anderen Bedürfnissen eingestreut lagen. Exklusive Hoheitsansprüche auf ein bestimmtes Raumgebiet wurden von der Galciv nur im näheren stellaren Bereich um das Ursprungssystem einer Spezies toleriert. Die Xhankh wollten jedoch aus strategischen Gründen keine Kolonien fremder Wesen zwischen ihren Welten dulden, und weil sie eine der bedeutendsten Mächte in jenem Raumsektor waren, glaubten sie sich in der Position, diesen Standpunkt durchsetzen zu können.

Außerdem hatten die Xhankh sechs Jahrtausende zuvor eine wesentliche Rolle bei der Bekämpfung und schließlichen Ausrottung der Lwaong gespielt, deren Machtbereich einen Großteil der sechshundert Lichtjahre zwischen Sol und dem Kohlensack eingenommen und sich noch ein Stück über Sol hinaus in Richtung des galaktischen Randes erstreckt hatte. Die Lwaong hatten sich überhaupt geweigert, der Galaktischen Zivilisation beizutreten, und weiterhin interstellare Expansion betrieben, wenngleich nicht auf Kosten von Galciv-Mitgliedsmächten. Schließlich war es zum totalen Krieg gekommen, und weil die Xhankh diesen entscheidend zu gewinnen geholfen und dabei nicht nur militärische Stärke gezeigt hatten, sondern seitdem auch einen Teil des ehemaligen Lwaong-Raumes besaßen, der ihnen zusätzliche strategische Tiefe und Ressourcen gab, verhielten sie sich unnachgiebig, schüchterten ihre Nachbarn mit ihren Kampfschiffen ein und setzten auf die Kriegsunwilligkeit der alten Galciv-Spezies.

Nach einer Reihe eskalierender feindseliger Zwischenfälle hatte die Galciv ihre Mitgliedsspezies dann doch zum Krieg gegen die Xhankh aufgerufen, die zunächst nur gemaßregelt, in ihrer Stärke beschnitten und zur vollen Akzeptanz aller Galciv-Prinzipien samt Abtretung aller zuvor umstrittenen Welten in ihrem Raumbereich gezwungen werden sollten. Diesem Aufruf waren anfänglich nur die unmittelbaren Nachbarn der Xhankh nachgekommen, sodaß letztere zunächst bedeutende Anfangserfolge erzielen konnten. Als dann in entfernteren Randbereichen der Galciv-Sphäre auch noch dritte Mächte – eigensinnige Halbmitglieder, widerstrebende Eingliederungskandidaten und offene Feinde – begonnen hatten, alte Rechnungen wieder aufzumachen, hatte es für die Xhankh noch besser auszusehen begonnen. Über diese letzteren Aspekte des frühen Xhankh-Krieges war für die Menschen nur wenig und teils Widersprüchliches zu erfahren gewesen, aber soviel war klar: Die Galaktische Zivilisation sah sich nun in diesem Raumsektor ernstlich in Bedrängnis.

Sie hatte darauf reagiert, indem sie nun doch eine Anzahl weiterer Mitglieder zu einem wenigstens begrenzten Engagement mobilisierte, um zunächst jene zusätzlich aufgeflammten Grenzkonflikte zu bereinigen. Danach hatte sie sich verstärkt gegen die Xhankh wenden und deren Vordringen stoppen können. Der nächste Schritt hatte in der Gewinnung des jüngsten Mitglieds, der Solaren Föderation, für einen Kriegseintritt bestanden.

Die Solare Föderation, ein loser Zusammenschluß aus Euro-Afrikanischer Föderation, Eurasien, Pazifischer Föderation und Panamerikanischer Union, war in der Mitte des zweiundzwanzigsten Jahrhunderts nach dem Erstkontakt mit den Arrinyi gebildet worden, denen die Menschen als ersten Vertretern der Galciv und als ersten Außerirdischen überhaupt begegnet waren. Zu dieser Zeit hatten die irdischen Mächte gerade mit der Erforschung von Sols Nachbarsternen mittels erster Warpraumschiffe begonnen und dabei auch auf zwei Exoplaneten halbprimitive Menschenpopulationen gefunden, wofür sie keine Erklärung hatten, denn von den Aktivitäten der Lwaong in der Prähistorie wußten sie noch nichts. Die neu eröffnete galaktopolitische Perspektive hatte den Befürwortern einer engeren globalen Integration unter den irdischen Eliten zur Durchsetzung gegenüber den Anhängern der multipolaren Version einer transnationalen Weltordnung verholfen. Danach hatte die Verlockung einer allmählichen Einführung in den technisch-wissenschaftlichen Stand der Galaktischen Zivilisation, die von den Arrinyi und Vertretern der älteren Mächte aus dem geheimnisvollen Inneren der Galciv-Sphäre in Aussicht gestellt worden war, dazu geführt, daß ab 2155 mit der schrittweisen Aufnahme der Menschheit in den uralten interstellaren Zivilisationsverband begonnen wurde.

Als vier Jahrzehnte später Nachrichten über Kämpfe im Raum um den Kohlensack die Menschenwelten zu erreichen begonnen hatten, war man dort zunächst auf Heraushaltung bedacht gewesen, aber die Galciv hatte den Menschen für den Fall einer Kriegsteilnahme auf ihrer Seite einen beschleunigten Technologietransfer versprochen, und dann hatte es mehrere mysteriöse Überfälle auf Erdaußenposten gegeben, die den Xhankh zugeschrieben worden waren.

Darauf war eine massive Kriegspropagandawelle in allen Medien gefolgt, die die Vision vom heroischen Einsatz der Solaren Streitkräfte für Frieden und Sophontenrechte beschworen hatte. Besonders die Arrinyi, die bei den Menschen wegen ihres am ehesten noch einigermaßen humanoiden Äußeren die beliebtesten aller Außerirdischen waren (auch weil man ihnen wegen ihrer andersartigen Lebensbedürfnisse als Bewohner langsam rotierender Welten von K-Typ-Sonnen keinen Appetit auf Menschenwelten zutraute) und die als nächste Nachbarn der Xhankh am meisten von deren Übergriffen betroffen waren, wurden als Opfer präsentiert. Es gab sogenannte Hilfseinsätze irdischer Schiffe, die prompt mit den Xhankh aneinandergerieten, und als 2200 das nächste Jahrhundert eingeläutet wurde, war auch die Solare Föderation voll in den Krieg verwickelt.

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Solo: A Star Wars Story

Von Trevor Lynch (Greg Johnson), übersetzt von Lucifex. Das Original Solo: A Star Wars Story erschien am 25. Mai 2018 auf Counter-Currents Publishing.

Ich hatte ein schlechtes Gefühl bei dieser Sache.

Es war nicht bloß die verfluchte Produktionsgeschichte von Solo; die ursprünglichen Regisseure wurden nahe dem Ende des Drehs gefeuert, und Ron Howard wurde hinzugeholt, um den Film fertigzustellen, wofür er 70 Prozent davon neu drehte. Es waren nicht bloß die Gerüchte, daß Alden Ehrenreich der Rolle des Han Solo nicht gewachsen war. Es waren nicht bloß die lauwarmen Rezensionen.

Das wahre Problem besteht darin, überhaupt einen Film über den jungen Han Solo zu machen. Denn das, was Star Wars fesselnd macht, sind nicht Raumschlachten und Kantinen voller exotischer Außerirdischer. Es ist die Präsenz von großer Politik – das Imperium und die Rebellion – und des Numinosen: die Macht und die in sie Eingeweihten, die guten und bösen. Han Solo vor seiner Verwicklung in das eine und das andere ist bloß der zynische Schmuggler, dem wir auf Tatooine begegneten.

Nun gab es nicht, das Disney davon abhielt, einen großartigen Film über einen zynischen Schmuggler mit einem guten Herzen zu machen, der seinen Lebensunterhalt in einem brutalen Universum zu bestreiten versucht. Aber solch ein Film wäre anders als jeder andere Star-Wars-Film, und das würde ein Problem für den Autor und den Regisseur darstellen. Sie konnten sich nicht bei der großen Politik und beim Numinosen bedienen. Bestenfalls konnten diese nur am Rande und in einer Weise erscheinen, in der Han ihre volle Bedeutung nicht begreifen konnte. Stattdessen würden sie einen schlichten Abenteuerfilm machen müssen, der im Star-Wars-Universum spielt, aber ohne sich auf die Faktoren zu stützen, die das Franchise einzigartig und fesselnd machen. (Ganz zu schweigen von sicheren Hits, selbst wenn sie schlecht sind.)

Aber es gibt zwei Arten von Abenteuerfilmen: Schundfilme mit Pappkartoncharakteren, die beliebigen Explosionen ausweichen – und gute Filme, die drei Dinge haben müssen: Charakterentwicklung, dramatische Konflikte in Verbindung mit tiefen moralischen und metaphysischen Themen, und eine Geschichte, die nicht bloß ein Zufall nach dem anderen ist. Eine gute Handlung braucht ein Element der Notwendigkeit. Die Geschichte muß in irgendeiner Weise von den Charakteren und den moralischen und metaphysischen Themen erzeugt werden. Großartige Geschichten, die einen in ihren Bann ziehen, sind Begegnungen zwischen dem, was tief in uns ist, und dem, was tief im Universum ist.

Solo hätte ein guter Film sein können, sogar ein großartiger. Aber die Autoren und Regisseure mußten sich bei jedem Schritt fragen: Wäre dies immer noch ein guter Film, wenn wir all den Star-Wars-Scheiß fallenließen und ihn in irgendeinem anderen Universum oder in einer anderen Zeit spielen ließen? Die Antwort ist leider nein. Ich fand Solo als von Anfang bis Ende leblosen Film, an dem man keinen Anteil nimmt.

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Das Rätsel der europäischen Haar-, Augen- und Hautfarbe

Von Peter Frost, übersetzt von Lucifex. Das Original The Puzzle of European Hair, Eye, and Skin Color erschien am 11. Juli 2015 auf Evo and Proud und wurde am 7. August 2015 auf National Vanguard nachveröffentlicht.

DIE MEISTEN MENSCHEN haben schwarzes Haar, braune Augen und braune Haut. Europäer sind anders: ihr Haar ist auch braun, flachsblond, golden oder rot, ihre Augen auch blau, grau, haselnußbraun oder grün, und ihre Haut ist blaß, fast wie die eines Albinos. Dies ist besonders bei Nord- und Osteuropäern der Fall. (ILLUSTRATION: Mary Magdalene, Frederick Sandys [1829-1904]. Ist das physische Erscheinungsbild der Europäer allein oder auch nur hauptsächlich eine Anpassung an das Klima?)

Wie ist dieses Farbenschema zustande gekommen? Vielleicht wirken sich dieselben Gene, die die Hautpigmentierung aufhellen, auch auf die Haar- und Augenpigmentierung aus? Doch die Gene sind in jedem Fall verschiedene. Unsere Haut wurde hauptsächlich durch den Austausch eines Allels durch ein anderes auf drei verschiedenen Genen weiß. Unser Haar erwarb eine vielfältige Palette von Farben durch eine Ausbreitung neuer Allele auf einem anderen Gen. Unsere Augen erwarben eine ähnliche Palette durch ähnliche Veränderungen auf noch einem anderen Gen.

Dieses Farbschema ist in noch einer Weise rätselhaft: es ist bei Frauen stärker ausgeprägt als bei Männern. Frauen sind in der Haarfarbe von Natur aus variabler als Männer, wobei insbesondere Rothaarige häufiger sind. Sie sind in denjenigen Populationen, wo blaue Augen häufig sind, gleichermaßen variabler in der Augenfarbe. Und schließlich sind Frauen überall auf der Welt hellhäutiger als Männer, als Ergebnis von Hautveränderungen in der Pubertät.

Während Frauen in ihren Haar- und Augenfarben vielfältiger sind, hat diese größere Vielfalt in jedem Fall eine verschiedene Ursache. Im Fall der Haarfarbe haben Frauen mehr von den Zwischentönungen, weil der dunkelste Farbton (schwarz) weniger leicht exprimiert wird. Im Fall der Augenfarbe haben Frauen mehr von den Zwischentönungen, weil der hellste Farbton (blau) weniger leicht exprimiert wird.

Falls die Haar- und Augenfarben sich auf Arten diversifizierten, die sich physiologisch unterscheiden, aber visuell ähnlich sind, dann muß der gemeinsame Zweck dieser Vielfalt visueller Art sein. Außerdem betrifft diese Vielfalt in beiden Fällen sichtbare Merkmale im Gesicht oder nahe dem Gesicht – dem Fokus der visuellen Aufmerksamkeit.

Sexuelle Selektion?

Warum würde ein Gesichtsmerkmal bei einem Geschlecht bunter werden als beim anderen? Der wahrscheinlichste Grund ist sexuelle Selektion, die stattfindet, wenn ein Geschlecht um die Aufmerksamkeit des anderen konkurrieren muß. Diese Art der Selektion begünstigt ins Auge springende Farben, die entweder hell oder neuartig sind.

Helle Farben bleiben länger im Gedächtnis. Wenn wir die Haar- und Augenfarben betrachten, die in Europa entstanden, dann sehen wir, daß sie heller sind als die menschliche Norm von schwarzem Haar und braunen Augen. Haar ist karottenrot, aber nicht runkelrübenrot. Augen sind himmelblau, aber nicht marineblau.

Neuartige Farben ziehen die Aufmerksamkeit länger auf sich. Das Hingezogensein zum Neuartigen könnte erklären, wie die europäische Palette der Haar- und Augenfarben entstand. Zuerst würde eine neue Farbe durch Mutation erscheinen und anfänglich selten und neuartig sein. Zweitens würde ihre Neuheit die Aufmerksamkeit auf sich ziehen und die Paarungschancen verbessern, mit dem Ergebnis, daß die Farbe in nachfolgenden Generationen häufiger würde. Drittens würde die Aufmerksamkeit sich nun zu selteneren und neuartigeren Farben verlagern, die vor kurzem durch Mutationen erschienen waren. Alles in allem war es diese Faszination vom Neuartigen, die bewirkte, daß die Zahl der Haar- und Augenfarben mit der Zeit stetig zunahm, sobald die sexuelle Selektion stark genug geworden war.

Dieser Neuheitseffekt scheint in einer Studie über männliche Vorlieben bei weiblichen Haarfarben auf. Männern wurde eine Reihe von Fotos attraktiver Blondinen und Brünetten gezeigt, und sie wurden ersucht, diejenige auszuwählen, die sie am liebsten heiraten würden. Es stellte sich heraus, daß Brünette umso wahrscheinlicher ausgewählt wurden, je seltener Brünette in der Serie waren. Eine weitere Studie fand heraus, daß Titelmädchen von Maxim viel öfter hellblond oder dunkelbraun sind als das übliche Dunkelblond oder Hellbraun des wirklichen Lebens.

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Tavernenrunde 7: Sommertaverne 2018

MORGENWACHT

Als Fortsetzung der Tavernenrunde 6: Jahresbeginn 2018 habe ich hier eine neue Taverne als Treffpunkt für allgemeinen Gedankenaustausch eingerichtet.

Für diejenigen, die „As der Schwerter“ nicht mehr gekannt haben (und zur Erinnerungsauffrischung für die anderen): Das Vorbild der Tavernenrunden auf „Morgenwacht“ sind die Tavernenrunden in der „Taverne zum Alten Phönix“, die von mir auf „As der Schwerter“ für denselben Zweck eingerichtet worden sind (das diesmal hier verwendete Titelbild ist das ursprüngliche der ersten paar AdS-Tavernenrunden). Das Vorbild hierfür wiederum waren einerseits die „Kaffeehaus-Stammtische“ auf Kewils altem Blog „Fakten und Fiktionen“ sowie das „Gasthaus zum Alten Phönix“ in Poul Andersons Fantasy-Alternativweltroman „Ein Mitternachtssturm“.

In diesem werden, wie ich damals erläuterte, einige auch für uns interessante Dinge angesprochen: der Übergang vom heidnischen altenglischen Feenglauben zum Christentum, der „Alte Weg“, das ursprünglichere Christentum und das „Man-selbst-Sein“ im Gegensatz zum freudlosen, nüchternen und selbstgerechten Puritanismus. Die Geschichte spielt zur Zeit Oliver Cromwells, aber in…

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Der 1. Mai ist heidnisch – May Day and Easter Goddess of Dawn

MORGENWACHT

Gefunden auf Counter-Currents Publishing unter Video of the DayMay Day & Easter Goddess of Dawn:

Tom Rowsell von Survive the Jive präsentiert ein kurzes (20:34 min. langes) Video, das mehrere der vorchristlichen Bräuche für den 1. Mai in Europa beschreibt, und wie sie sich von einer Tradition ableiten, die mit der proto-indoeuropäischen Göttin Hausos zusammenhängen. Einen schönen Ersten Mai!

Siehe auch:

Eine Sonnwendfeier von Kevin Alfred Strom

Imbolc: Das Fest zum Beginn der hellen Jahreshälfte von Lichtschwert

Beltane / Walpurgisnacht von mir, mit einer Ergänzung von Lichtschwert

Eurocentrism and Halloween (Video von Hugh MacDonald)

The Origins of the Lucia Tradition (Video)

Buchempfehlung: Waltraud Ferraris „Alte Bräuche neu erleben“ von Lichtschwert

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Der Lebenskampf in der Prosa-Edda

Friedrich Wilhelm Heine, „Die Esche Yggdrasil“, 1886

Von Guillaume Durocher, übersetzt von Lucifex. Das Original The Struggle for Life in the Prose Edda erschien am 29. März 2018 auf Counter-Currents Publishing. (Die Seitenverweise beziehen sich auf das im Originalartikel genannte Buch „The Prose Edda Translated by Jesse L. Byock“, London: Penguin, 2005; die altnordische Originalfassung von „Das Vieh stirbt…“ am Schluß wurde vom Übersetzer hinzugefügt.)

Die ältesten religiösen Texte sind immer von einer Aura des Geheimnisvollen umgeben. Der Großteil davon wurde nach und nach durch mündliche Traditionen entwickelt, weitergegeben und dann von Generation zu Generation entwickelt. Wir wissen typischerweise wenig oder nichts über ihre Autoren, ob es nun die Brahmanen sind, die die Upanishaden verfaßten, oder der notorisch schwer faßbare „Homer“. Während diese Texte zweifellos die aristokratischen und/oder Priesterklassen widerspiegeln, die sie konsumierten, verzeichnen sie vor allem die spirituelle Geschichte eines Volkes und drücken sie aus. Diese Geschichten sind das, was ihre ganze Geschichte hindurch Widerhall bei ihnen fand und sie dazu inspirierte, sie für ihre Nachkommen zu bewahren. Die Werte und die Psychologie eines Volkes werden über die Generationen hinweg auf ihre heiligen Mythen und höchsten Gottheiten projiziert. Der Tanach, der Rig-Veda und die homerischen Epen sind alle von den Werten bronzezeitlicher Völker durchtränkt, die sich gewaltsam im Überlebenskampf behaupteten.

Die germanische Mythologie hat das Schicksal, vergleichsweise unbekannt zu bleiben. Die germanischen Stämme und die Nordmänner schufen keine Fülle geschriebener Texte, die ihre religiösen Überzeugungen aufzeichneten. Unsere ausführlichsten Quellen, die beiden Eddur (Einzahl: Edda), existieren, weil die frisch christianisierten Isländer des dreizehnten Jahrhunderts beschlossen, ihre alten heidnischen Gedichte und Geschichten zu bewahren. Es ist eine gute Sache, daß das Kopieren alter Texte ein beliebter isländischer Zeitvertreib war! (Zweifellos ein Produkt des stereotypischen nordischen Fleißes und des Mangels an alternativen Tätigkeiten auf der Insel.) Die Eddur, die im dreizehnten Jahrhundert geschrieben wurden, widerspiegeln mündliche Traditionen, die auf das neunte bis zwölfte Jahrhundert zurückgehen.

Die Eddur drücken das Ethos der mittelalterlichen Nordmänner als konkurrenzorientiertes, dynamisches und kriegerisches Volk aus, eines Volkes, das in einem wahrhaft unwirtlichen, weit nördlichen Klima als sparsame Bauern, seefahrende Händler und Forscher und als Banditen und Eroberer lebte. Zu den Leistungen der Wikinger zählen die Entdeckung Amerikas, die Kolonisierung Islands, die Eroberung der Normandie und Siziliens und möglicherweise die Gründung des ersten russischen Staates (Kiewer Rus). Die sogenannte Lieder-Edda bewahrt, wie der Name andeutet, verschiedene Gedichte, am bekanntesten das Hávamal, oder des Hohen Lied, eine Zusammenstellung weiser Sprichwörter. Die Prosa-Edda von Snorri Sturluson erzählt die Geschichten in einem geradlinigeren Stil und kommentiert oft die Gedichte.

Die Welt der Wikinger war eine der Krieger und Forscher, die nach Macht und Weisheit strebten. Von jungen Männern wird erwartet, daß sie Risiken eingehen, reisen und darum kämpfen, sich in der Welt zu etablieren:

Junge Männer, die noch keinen Hof in Besitz genommen haben, werden drengir genannt, während sie ihre Ressourcen und ihren Ruf aufbauen. Wenn sie von Land zu Land reisen, werden sie fardrengir [fahrende Burschen] genannt. Wenn sie Königen dienen, werden die des Königs drengir genannt, und dieselbe Bezeichnung wird für Männer verwendet, die Magnaten und Grundbesitzern dienen, und für Männer, die ehrgeizig und männlich sind. (S. 118)

Dies ist eine Welt, in der „man sich in Gefahr begeben muß, um berühmt zu werden“ (Gylfaginning, 34). Das Königreich eines kinderlosen Mannes war wie ein flugunfähiger, federloser Habicht, „verkrüppelt“ und ohne eine Zukunft (Skaldskaparmal, 7).

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Wenn das alles Moslems wären…

Cernunnos' Insel

Wenn das alles Moslems wären… (das Video habe ich in diesem Kommentar gefunden):

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Regeln für Schriftsteller, Teil 2

Von Greg Johnson, übersetzt von Lucifex. Das Original Rules for Writers, Part 2 erschien am 9. März 2018 auf Counter-Currents Publishing.

Zuvor erschienen: Regeln für Schriftsteller, Teil 1

  1. Teilt euch eure Kräfte ein.

Leider sind die meisten Leute in unserer Sache nicht in Gefahr, sich auszubrennen. Dieser Rat gilt nur für die wenigen, die in dieser Gefahr sind.

Alles, was ihr schafft, geht auf Kosten eurer eigenen Substanz. Ihr verausgabt euch, um zu erschaffen. Ihr zerstört euch, um zu erschaffen. Kreation erfordert Zeit, die ihr nie zurückbekommen könnt, und Energie, die ihr wieder auffüllen könnt, aber nur wenn ihr euch Zeit für die Erholung [im Original: recreation] reserviert, buchstäblich Zeit, um euch wieder zu erschaffen. Wenn ihr euch eure Kräfte nicht einteilt, werdet ihr ausbrennen.

Menschen mit einem starken Wunsch, etwas zu schaffen, betrachten Erholung oft als einen Luxus statt als eine Notwendigkeit, als eine Verschwendung ihrer Zeit. Aber dies ist ein fundamentaler Fehler. Wenn ihr euch zum Erschaffen getrieben fühlt, dann müßt ihr alles tun, was notwendig ist, um zu erschaffen, und das schließt Auszeit zur Erholung ein.

Es gibt vier Arten von Erholung, die wir in unsere Routinen einzubauen versuchen sollten.

Erstens mache ich während Arbeitssitzungen gelegentlich Pause. Wenn ich mich blockiert fühle, wenn meine Konzentration und Energie erlahmt, oder wenn ich mich steif oder zappelig zu fühlen beginne, dann stehe ich auf und tue etwas anderes, selbst wenn es nichts weiter ist als ein bißchen hin und her zu gehen, aus dem Fenster zu schauen, eine CD zu wechseln oder mir eine Tasse Tee zu holen. Manchmal braucht es nur ein paar Minuten, um wieder erfrischt an meinen Schreibtisch zurückzukehren.

Zweitens ist es wichtig, zwischen den Arbeitssitzungen Pause zu machen. Für gewöhnlich überprüfe ich meine Emails und sozialen Medien, die mich oft gleich wieder zurück zur Arbeit ziehen, aber nicht zwangsläufig. Es ist nichts falsch daran, sich ab und zu abzulenken, aber man sollte sich niemals von irgendjemandem ablenken lassen. Die beste Pause ist es jedoch gewesen, dreimal pro Woche am Nachmittag in das Fitneßstudio zu gehen. Es bewirkt einen völligen geistigen und körperlichen Neustart, fast wie wenn man aus einem guten Nachtschlaft aufwacht, und die Auswirkungen reichen bis in die folgenden Tage.

Drittens wird man zu einer gewissen Zeit einfach den Arbeitstag für vorbei erklären und etwas anderes tun müssen. Ansonsten wird die Arbeit euer Leben vollständig kolonisieren, was euch daran hindern kann, richtige Ruhe zu bekommen, was eure Produktivität auf lange Sicht zerrütten wird. Noch einmal, wenn ihr euch zum Arbeiten gezwungen fühlt, seid ihr auch zum Ruhen gezwungen, also brennt nicht die Maschine aus.

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