Die Mächtigen von Brodgar

Aufrecht trotzten sie jahrtausendelang den Unbilden der Natur: Die Steine des „Ring of Brodgar“ stehen seit rund 4500 Jahren auf der Hauptinsel der Orkneys. Sie bilden einen der größten Steinkreise Britanniens. Ganz in der Nähe graben Archäologen ein Zentrum mit tempelartigen Monumentalbauten aus. Die Funde zeigen: In der Jungsteinzeit entwickelte sich hier, am nördlichsten Zipfel Schottlands, eine einflussreiche Kultur.

Aufrecht trotzten sie jahrtausendelang den Unbilden der Natur: Die Steine des „Ring of Brodgar“ stehen seit rund 4500 Jahren auf der Hauptinsel der Orkneys. Sie bilden einen der größten Steinkreise Britanniens. Ganz in der Nähe graben Archäologen ein Zentrum mit tempelartigen Monumentalbauten aus. Die Funde zeigen: In der Jungsteinzeit entwickelte sich hier, am nördlichsten Zipfel Schottlands, eine einflussreiche Kultur.

Von Angelika Franz, aus „bild der wissenschaft“ 11/2013 (einschließlich der Bilder).

Auf den Orkney-Inseln haben Menschen lange vor Stonehenge den ersten Steinkreis gebaut, neue Keramik erfunden und mit Farben experimentiert. Archäologen sind den Erbauern eines kulturellen Zentrums auf der Spur.

STONE… WAS? HENGE… WO? Wenn ein Zeitreisender im Britannien der Jungsteinzeit vor 5000 Jahren nach dem Weg zu den berühmten Steinkreisen in der Ebene von Salisbury gefragt hätte, wäre er auf Unverständnis gestoßen. Nach genauerem Erklären hätte der Befragte genickt: „Ah, du willst zu den großen Steinkreisen!“ Und dann hätte er den Zeitreisenden nach Norden geschickt: „Da entlang! Hinauf zu den Orkney-Inseln, dort findest du, was du suchst!“

Wie ein Zeitreisender kommt man sich auch als heutiger Besucher vor. Ein Sturm fegt über die zerzausten Wiesen und biegt die Disteln, die höchsten Pflanzen weit und breit, bis auf den Boden. Der dunkelgraue Himmel hängt so tief über der UNESCO-Welterbestätte „Heart of Neolithic Orkney“, dass man Angst haben muss, sich den Kopf zu stoßen. Für das Wetter entschädigt der Anblick: Steine, so weit das Auge reicht. Steine, die heute noch so im Kreis in der wilden Landschaft stehen, wie jungsteinzeitliche Baumeister sie vor Jahrtausenden aufgestellt haben. Gegen sie ist Stonehenge mit seinem bescheidenen Durchmesser von etwa 50 Metern eine kleine Kopie. Am ältesten Megalithring der Orkneys, den „Standing Stones of Stenness“, begannen die Bauarbeiten schon ein halbes Jahrtausend, bevor in Stonehenge der erste Stein stand. Und der größte Steinkreis, der „Ring of Brodgar“, ist mehr als doppelt so groß.

Weltkulturerbe und Touristenmagnet: Der „Ring of Brodgar“ hat einen Durchmesser von 104 Metern. 27 Steine sind heute noch erhalten, manche wurden wieder aufgerichtet. Vollständig erforscht ist der „Henge“ nicht.

Weltkulturerbe und Touristenmagnet: Der „Ring of Brodgar“ hat einen Durchmesser von 104 Metern. 27 Steine sind heute noch erhalten, manche wurden wieder aufgerichtet. Vollständig erforscht ist der „Henge“ nicht.

Vor zehn Jahren entdeckten Archäologen eine Ansammlung von Gebäuden auf der schmalen Landbrücke zwischen den Standing Stones of Stenness und dem Ring of Brodgar. Und mit jeder neuen Grabungskampagne auf dem „Ness of Brodgar“ (englisch „Ness“: Landzunge) wird klarer: Hier stand im Neolithikum ein mächtiges Zentrum, von dem aus Impulse in Kunst und Architektur nach ganz Britannien ausstrahlten. Wo an der Nordspitze Schottlands der Atlantik und die Nordsee aufeinandertreffen, schlug das kräftige Herz einer bedeutenden Kultur.

Das Grabungsareal auf der schmalen Landzunge „Ness of Brodgar“ ist groß. Bisher haben die Archäologen erst zehn Prozent der Funde freigelegt. Von der Plattform aus (links) können sich Besucher einen Überblick verschaffen.

Das Grabungsareal auf der schmalen Landzunge „Ness of Brodgar“ ist groß. Bisher haben die Archäologen erst zehn Prozent der Funde freigelegt. Von der Plattform aus (links) können sich Besucher einen Überblick verschaffen.

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Die Fechtschule „Alte Kampfkunst“

Alte Kampfkunst 01 Fechtbuchillustration

Eine authentische Rekonstruktion der Schwertkampfkunst basiert auf echten historischen Quellen, den Fechtbüchern.

Aus dem Historie-Magazin „Karfunkel Combat“, Ausgabe Nr. 10 (einschließlich der Bilder).

Historisches Fechten ist etwas ganz anderes als choreographierter Schaukampf. Vielmehr geht es darum, genau jene Techniken zu erlernen, die unsere Vorfahren im ernsthaften Kampf um Leib und Leben einsetzten. „Alte Kampfkunst“ ist eine der wenigen professionellen Schulen für Historisches Fechten.

Alte Kampfkunst 02 Schwertgriffstoß

Auch wenn mittlerweile beim Schaukampf etwas mehr A-Faktor als früher zu finden ist und auch einige historische Elemente Einzug gefunden haben, so ist er dennoch von richtiger Kampfkunst weit entfernt. „Schau-Kampf“ ist eben eine Schau zur Unterhaltung von Zuschauern und kein echter Kampf. Historische Fechter widmen sich dagegen der Rekonstruktion der echten Kampftechniken, wie sie in den alten Quellen überliefert wurden. Auch wenn heutzutage nicht mehr auf Leben und Tod gekämpft wird, ist die Authentizität der Methoden wichtig. In der Schule „Alte Kampfkunst“ in Wuppertal wird Historisches Fechten mit dem Langen Schwert und dem Kavalleriesäbel gelehrt sowie die historische Selbstverteidigungskunst Bartitsu. Karfunkel sprach mit Inhaber und Trainer Stefan Dieke über Historisches Fechten und den A-Faktor.

Alte Kampfkunst 03 Stefan Dieke

Stefan Dieke ist hauptberuflicher Lehrer für Historisches Fechten.

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