Die Essenz des Hasses: Theodore Kaufmans „Germany Must Perish“

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Von Osimandia, erstveröffentlicht am 29. Juli 2014 auf  „As der Schwerter“

 

1898 weigerte sich Rabbi Yosef Haim Sonnenfeld, Kaiser Wilhelm II zu begrüßen, als dieser Palästina besuchte, und berief sich dabei auf die Ansicht des Gaon von Wilna, die Deutschen seien Nachfahren der Amalekiter. Wikipedia/zitiert aus der Jerusalem Post

Elijah Ben Salomon Salman genannt der Gaon von Wilna (1720-1797) war ein bereits zu seinen Lebzeiten hoch geschätzter vielseitiger jüdischer Gelehrter. Er gilt als Inbegriff des aschkenasischen Judentums litauischer Prägung. Seine Kommentare zu Tora und Talmud, die sich mit einem breiten Spektrum religiöser und gesellschaftlicher Fragen beschäftigten, sind heute Standardwerke jüdischer Gelehrsamkeit. Wikipedia

Wenn der Herr, dein Gott, dir von allen deinen Feinden ringsum Ruhe verschafft hat in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir als Erbbesitz gibt, damit du es in Besitz nimmst, dann lösche die Erinnerung an Amalek unter dem Himmel aus! Du sollst nicht vergessen. 5. Mose 25, 19

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Vorwort von Osimandia

„Die folgenden Seiten sind eine unerfreuliche Reise in den Hass.“ So beginnt ein Artikel mit dem Titel Antideutsche Hysterie von Linda Schaitberger, in dem die hasserfüllte und koordinierte Propagandatätigkeit beschrieben wird, mittels der die kriegsunwilligen Amerikaner in den Ersten Weltkrieg gegen Deutschland gehetzt wurden und die bis heute andauert. Der Satz passt, denn der Artikel ist wahrlich nicht schön, und dennoch sind diese Worte für den nachfolgenden Buchauszug noch sehr viel zutreffender.

Noch nie hat mich eine Übersetzung seelisch so belastet wie diese, ich konnte nur in Etappen und mit einem Schutzschild aus Entspannungsmusik auf den Kopfhörern daran arbeiten. Denn während die Informationen aus dem oben angegebenen Artikel den Leser und Übersetzer gefiltert durch die Sichtweise der sachlichen und uns freundlich gesinnten Autorin erreichen, kommt der nachfolgende Text direkt und ungefiltert aus den Tiefen von Theodore Kaufmans Innenleben und hat zumindest mir den Eindruck vermittelt, in einen sehr schwarzen, erschreckenden Abgrund zu blicken. Ich bitte daher unsere Leser um Entschuldigung für diese Zumutung, ich denke jedoch, dass sie notwendig ist. (mehr …)

Ich gedenke Dr. Pierce

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Von Kevin Alfred Strom, übersetzt von Deep Roots. Das Original I Remember Dr. Pierce erschien am 30. Juli 2012 auf Counter-Currents Publishing/North American New Right.

Sein Fußweg auf die Höhen ist jetzt beinahe unsichtbar, überwachsen von Wiesen-Lieschgras und Meskalbohnen, besucht von schwer mit Nektar und Pollen beladenen Bienen statt von einem Mann, der mit der Zukunft schwanger ging.

Einen Morgen nach dem anderen, fast zwei Jahrzehnte lang, pflegte William Luther Pierce diesen Pfad zu nehmen und zum höchsten Punkt dessen aufzusteigen, was er einfach „The Land“ nannte. Am Gipfel pflegte er bis zum Horizont auf einen sahnigen, sich ständig verschiebenden Ozean aus Nebel hinauszuschauen, aus dem die höheren Berggipfel, insbesondere seiner, abrupt nach oben ragten wie weit verstreute Inselklippen in irgendeinem Hyperborea der Träume.

Klarheit war hier in den Bergen von West Virginia möglich; so anders als in Washington, DC, von wo er gekommen war. Hier war er weit entfernt von den posierenden, sich prostituierenden Politikern; vom Kaufen und Verkaufen; von den schmutzigen Straßen; vom Erwerben und Horten; von der stinkenden, nicht atembaren Luft; von Lügen und Heuchelei; von verdorbenen, fordernden, materialistischen Frauen; von der vorgetäuschten Autorität hohler Männer; von den starrenden, wartenden, wachsenden nichtweißen Mobs; vom verrückten Streben nach Popularität, Status, Schekeln, Müll und Jesus. Hier konnte man die Hirschkuh im schattenfleckigen Sonnenschein neben ihrem Kalb liegen sehen; hier stieg der Adler tausend Fuß hoch über titanische, dramatisch steile Waldkuppen empor; hier gab es selbst an den heißesten Sommertagen eine kühle Abendbrise und eine Nacht von zehn Millionen Sternen. Hier, konnte man sich leicht vorstellen, würden der Anwalt und der Profitkrämer einfach von Natur aus zusammenschrumpeln und davongeweht werden, um nie wieder gesehen zu werden. Ein Ort, wo authentische Männer und Frauen gedeihen und noble Leben führen könnten. Ein Ort, um Den Weg wiederzufinden. Und um andere diesen Weg zu lehren.

Der Umzug vom alten Hauptquartier der National Alliance in Arlington (wo auf der Tür immer noch „National Youth Alliance“ stand, als wir auszogen) war eine enorme Anstrengung. Dr. Pierce unternahm viele Fahrten selbst und überführte seine Bibliothek, sein Büro und seine Besitztümer zu den Scheunen und dem kaum bewohnbaren Bauernhaus, die damals die einzigen Bauwerke auf The Land waren, und ich unternahm mindestens ein Dutzend Fahrten, um zu helfen, und fuhr meinen alten Dodge-Van oder Dr. Pierces Todesfalle von Lastwagen mit hohem Aufbau, den wir „The Truck from Hell“ tauften, wegen seines Geratters, das auf nahegelegenen Seismometern ablesbar war, wegen seiner freiliegenden Sitzfedern, Rost in kontinentalem Ausmaß und seiner Tendenz, auf jedem Hügel überzukochen und Rauch auszustoßen statt Hitze aus seiner Lüftung. Es gab ein paar andere Freiwillige, die beim Umzug halfen, aber sehr wenige.

Und der Umzug war bloß der nackte Anfang. Als Nächstes kamen die Reparaturen am Bauernhaus und die Installation von zwei alten Wohnwagen als „vorübergehende“ Wohnquartiere. (Sie sollten permanente werden. Dr. Pierce baute nie das Heim, das er so lange geplant hatte; etwas anderes war immer dringender.) Dann der riesige Job, das Büro, das Lagerhaus, die Garage und andere Nebengebäude und die komplexen elektrischen, Sicherheits- und Kommunikationsleitungen zwischen ihnen zu bauen und fertigzustellen. Zu letzterem gehörte, sechs Fuß tiefe Gräben viele hundert Fuß weit durch Erde zu graben, die zu 50 Prozent aus Steinen bestand. Bei all dem arbeitete niemand mehr als Dr. Pierce selbst.

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Die Weiße Allianz

Von Dunkler Phönix

Statt eines Vorworts:

das Gartenbeispiel von „Archonix/Graham Dawson“, gerichtet
an “Ex-Gordon“:

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Du verstehst offensichtlich nicht, dass die Idee, gegensätzliche Kulturen könnten irgendwie innerhalb einer einzigen Gesellschaft funktionieren, Teil des Problems ist. Das können sie nicht. Dafür sind Grenzen da. Dafür ist der Zaun um unseren Garten da, um den Hund des Nachbarn draußen zu halten und ihn davon abzuhalten in die Tulpen zu k*cken. Ich mache doch keine „Teilungs- Übereinkunft“ oder irgendeine Art „Union“ mit dem Nachbarn und seinem Hund und reiße dann den Zaun zwischen unseren Gärten ein, damit wir uns gemeinsam gegen den Hund von der anderen Straßenseite verteidigen können. Ich stelle einen größeren Zaun auf und rate dem Nachbarn, das gleiche zu machen. Warum sollte ich des Nachbarn Hund auf meinen Rasen machen lassen, nur weil wir uns beide gegen den Hund von der anderen Straßenseite wehren müssen? Ich kann ihm meinen Gartenschlauch leihen, um den Köter nass zu machen, klar, aber das ist ein Handelsabkommen, eine Allianz, keine Garten“union“, weil es noch immer mein Garten ist. Wenn ich den Zaun niederreiße, wie lange wird es dauern, bis wir anfangen darüber zu streiten, wo der Hund hinmachen darf? Der Nachbar versteht nicht, warum mich das fertigmacht, wenn ein Hund auf meinen schönen Rasen macht, weil er immer mit Hunden zusammengelebt hat, er ist daran gewöhnt. Das ist seine Kultur. Meine Kultur ist es, die Köter mit Wasser nass zu spritzen.

Und dann könnte er natürlich anfangen zu argumentieren, dass es vielleicht gar keine so schlechte Idee ist, den Hund von gegenüber auch in unseren gemeinsamen Garten zu lassen. Schließlich ist es nur ein Hund, so wie sein eigener. Also lässt er ihn durch sein Tor rein und ich habe plötzlich zwei Hunde, die mir den Rasen vollmachen. Hoch geht der Zaun, aber nun streiten wir darum ob ich überhaupt das Recht habe das in unserem gemeinsamen Raum zu machen. ..

Siehst Du, worauf es hinausläuft? Eine nationale Grenze ist einfach ein größerer Zaun und eine einfallende Kultur ist nur ein größerer Hund. Wir können den Hund auf unseren Rasen machen lassen oder wir können ihn zurückschicken und das Tor zumachen. Als Nation können wir das tun, als Teil einer bundesstaatlich organisierten Europäischen Union sind plötzlich 26 Schlupflöcher, an die wir denken müssen, weil dieser Hund in irgendeine dieser 26 anderen Nationen eindringen kann, manche davon könnten annehmen, dass es zu ihrem Vorteil ist eine einfallende Kultur hereinzulassen, damit sie ihre Konkurrenten zurückschlagen können.

Die WEISSE Allianz

von Dunkler Phoenix

Legende: blau: Weiße; braun: Neger; gelb: Asiaten; orange: Araber, Semiten, Turkvölker; rot: Mestizen/ Latinos - die Karte stellt dar, in welchen Ländern welche Rasse derzeit die Mehrheitsbevölkerung stellt.

Legende: blau: Weiße; braun: Neger; gelb: Asiaten; orange: Araber, Semiten, Turkvölker; rot: Mestizen/ Latinos – die Karte stellt dar, in welchen Ländern welche Rasse derzeit die Mehrheitsbevölkerung stellt.

Wir wissen mittlerweile, dass die Juden gerne gegensätzliche oder auch einfach alle Positionen in einer Debatte besetzen, um sie dann in die richtige Richtung lenken zu können. Ja, am liebsten bauen sie Debatten so auf, dass sie nur scheinbar kontrovers sind und jeder der „gegensätzlichen“ Standpunkte letztendlich nützlich für sie ist. Es ist unglaublich schwer aus diesem geistigen Gefängnis auszubrechen und noch schwerer, nicht wieder in die gleiche Falle zu tappen.

Ein Großteil der in der Wahrheitsbewegung und in den nationalen Szenen verbreiteten Ansichten ist ein solcher Rückfall in betreutes Denken.

Ich glaube es ist egal, ob wir Putin als Satan oder als Retter ansehen, die Palästinenser unterstützen oder gegen sie sind, wir sind, sofern wir in diesen Fragen Position beziehen, ins betreute Denken zurückgefallen, weil wir uns den Gegenstand von den MSM haben diktieren lassen.

Ob wir uns „proamerikanisch“ oder „antiamerikanisch“ gerieren, wir sind den Strippenziehern auf den Leim gegangen!

Wie aber können wir aus diesem geistigen Gefängnis ausbrechen?

Es ist „eigentlich“ ganz einfach, aber es fällt immer wieder schwer (auch mir):

Wir müssen aufhören in strategischen, ideellen, globalen, politischen Kategorien zu denken.

Wir müssen beginnen rassisch zu denken.

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Labyrinth zwischen den Sternen – Epilog: Die Seraph II

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Von John Morressy. Originaltitel: „Under a Calculating Star“ (1975); deutsche Fassung (Übersetzung: Karl H. Schulz) 1980 als Ullstein-Buch Nr. 31018 (ISBN 3 548 31018 4). Bildauswahl von Lichtschwert.

Zuvor erschienene Teile:
Prolog: Die Seraph
Erster Teil: Zur Zitadelle
Zweiter Teil: Zu den Pyramiden
Dritter Teil: Zum Thron

EPILOG: DIE SERAPH II

Auf den Sichtschirmen der Seraph II zeichnete sich die nahe Landung ab. Von der Kommandobrücke aus betrachtete Axxal die bleich und stumm vor ihm treibende Planetenscheibe und verspürte augenblicklich Angst vor dem, was kommen mochte. Doch er unterdrückte seine Schwäche, gab die nötigen Befehle und leitete die Landung ein. Er und seine Mannschaft hatten bereits manche Hindernisse überwunden. Auch mit diesem würden sie fertig werden.

Seine Leute waren ein schwer zu führender Haufen, und die lange Zeit in der engen Eingeschlossenheit eines Raumschiffes machte sie nicht gefügiger. Vaxxt tat sein Bestes, ihm die Last zu erleichtern, doch für die Quespodonen war nur Axxal der Chef. Vor einem Stellvertreter hatten sie keinen Respekt.

Was ihn beinahe um den Verstand brachte, war ihre Art, ständig von ihm Entscheidungen zu verlangen und diese dann beiseite zu schieben, um nach irgendwelchen eigenen schwachsinnigen Ideen zu handeln, zum Schaden aller Beteiligten. Unter Schmerzen lernte er, was Führerschaft für eine Belastung sein kann.

Die ständigen Meinungsverschiedenheiten, seine vielen Aufmunterungsversuche stiegen in seiner Erinnerung auf. Vom Start an hatte er bittere Kämpfe mit den Quespodonen auszufechten gehabt. Kaum hatte das Schiff abgehoben, da mußte er ihnen den nahezu einstimmigen Beschluß ausreden, auf die Heimatwelt zurückzukehren. Das war sein erster und schwerster Sieg gewesen. Dann kam die unvermeidliche Forderung, daß sie eine Zeitlang auf irgendeinem Planeten bleiben sollten, wo sie nach der langen Sklaverei und der Raumreise mit Frauen zusammensein könnten.
Sein Befehl war klar und eindeutig: ein Quespodon nimmt sich nur eine Quespodonin, und nie eine von der Heimatwelt. Sie brüllten und drohten, riefen wütend, er sei ein schlimmerer Tyrann als die Xhanchilion – aber sie gehorchten. Sie murrten, aber sie gehorchten. Er hatte wiederum gesiegt.

Immer wieder redete er ihnen gut zu, brachte ihnen seine Botschaft des Stolzes. Bei jeder Gelegenheit redete er zu ihnen – zu Einzelnen, zu Gruppen, zu großen Ansammlungen, und immer waren seine Schlußworte: „Wir waren die Ersten. Wir waren die Besten. Vergeßt das nie.“

Er spürte, daß er ihr Vertrauen gewann, wie er ihren Gehorsam erkämpft hatte. Sie begannen, ihm zu vertrauen und ihm zu glauben. Es kam die Zeit, wo seine Botschaft nicht mehr auf Einwände stieß. Nun hörten sie auf seine Worte und nahmen sie in sich auf. Doch selbst dann, als er ihr Vertrauen hatte, schwieg Axxal über den endgültigen Bestimmungsort.

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Labyrinth zwischen den Sternen – Dritter Teil: Zum Thron

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Von John Morressy. Originaltitel: „Under a Calculating Star“ (1975); deutsche Fassung (Übersetzung: Karl H. Schulz) 1980 als Ullstein-Buch Nr. 31018 (ISBN 3 548 31018 4). Bildauswahl von Lichtschwert.

Zuvor erschienene Teile:
Prolog: Die Seraph
Erster Teil: Zur Zitadelle
Zweiter Teil: Zu den Pyramiden

DRITTER TEIL: ZUM THRON

1. Der Flüchtling

Zwei volle galaktische Jahre nach seinem Abflug vom Xhanchos befand sich Kian Jorry auf dem Tricaps, der geschäftigen kleinen Handelswelt. Seine Lage war nicht sehr ermutigend. Er war allein, der einzige Überlebende einer unglücklichen Expedition; der letzte seiner Edelsteine war verkauft, die Seraph trieb im Raum mit vier Toten an Bord. Und was das Schlimmste war: Ein Jagdkommando der Sternverein-Sicherheitstruppe war ihm dicht auf den Fersen.

Die Schwarzjacken waren hartnäckig. Jorry war ihnen zu oft entwischt, und diesmal waren sie fest entschlossen, ihn zu fangen. Er war gleichermaßen fest entschlossen, ihnen nochmals zu entschlüpfen, aber ohne Raumschiff und mit fast leeren Taschen waren seine Aussichten trübe.

Doch Jorry hatte trotz allem nicht den Mut verloren. Die Schwarzjacken mochten nahe sein, aber sie waren noch nicht auf dem Tricaps. Er lebte noch und war gewarnt. Immer noch bestand Hoffnung.

Nichtsdestoweniger traf Jorry gewisse Vorsichtsmaßnahmen. Er ließ sich das Haar lang wachsen und kaufte sich eine getragene Uniform von der Ersten Rinn-Expedition. Auf dem Tricaps kannte niemand seinen wahren Namen. Selbst ein scharfäugiger Sternverein-Sicherheitsmann würde Schwierigkeiten haben, ihn auch nur als k’Turalp’Pa zu erkennen, noch weniger als den Flüchtling Kian Jorry. Er sah jetzt ziemlich wie ein Skorat aus, und der kühne, kriegerisch wiegende Gang der Skoraten, den er sich angewöhnt hatte, wirkte durchaus überzeugend.

Im Moment war er sicher, aber das reichte nicht aus. Er brauchte einen Ort, wo er untertauchen konnte, bis die Schwarzjacken die Suche aufgaben. Doch er wünschte sich einen halbwegs gemütlichen Hafen; irgendein kahler Fels, weit weg von allem, mochte Sicherheit bieten, aber der Preis wäre zu hoch.

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Labyrinth zwischen den Sternen – Zweiter Teil: Zu den Pyramiden

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Von John Morressy. Originaltitel: „Under a Calculating Star“ (1975); deutsche Fassung (Übersetzung: Karl H. Schulz) 1980 als Ullstein-Buch Nr. 31018 (ISBN 3 548 31018 4). Bildauswahl von Lichtschwert.

Zuvor erschienene Teile:
Prolog: Die Seraph
Erster Teil: Zur Zitadelle

ZWEITER TEIL: ZU DEN PYRAMIDEN

1. Die Geschichte des Täuschers

An Bord der Seraph kam Jorry wieder zu sich. Der Kopf schmerzte ihm, und er hatte furchtbaren Durst, wie immer, wenn man zum Schlafen Zaff genommen hat. Er wollte sich aufrichten, doch das ging nicht, weil er einen festen Verband um die Rippen hatte. Er erinnerte sich an das dunkle Gewölbe, an den Angriff der bleichen Bestien, an das Dröhnen – aber an nichts sonst. Und jetzt war er wieder auf seinem Schiff. Mühsam und unter Schmerzen arbeitete er sich in halb sitzende Stellung hoch und rief heiser nach Axxal, der auch sofort erschien.

„Hol mir was zu trinken, aber schnell“, krächzte Jorry. Als er das Wasser hinuntergestürzt hatte, das Axxal brachte, wischte er sich die Lippen ab und befahl: „Jetzt erzähl mir, was passiert ist. Los, erzähl mir alles. Ich will Bescheid wissen.“

„Das Gewölbe stürzte ein. Wahrscheinlich war das Getöse des Feuers die Ursache. Dolul hat mir einmal erzählt, auf dem Hraggellon lösen sie in den Bergen Schnee- und Eislawinen aus, indem sie großen Lärm machen, und in diesem Gewölbe –“

„Ja, ich weiß. Ich muß für einen Moment den Kopf verloren haben. Dieses Biest, auf Armeslänge von mir –“ Jorry schauderte und schwieg ein paar Sekunden. Dann fragte er weiter: „Aber wie sind wir da herausgekommen?“

„Ich fand den Weg zurück zum Schlitten und gab dir die ganze Zaff-Lösung, die noch da war. Sie hat dich beruhigt und die Schmerzen gelindert. Den Schlitten habe ich dortgelassen. In einem einzigen Tag habe ich dich auf dem Rücken hergetragen. Deine Rippen sahen sehr schlimm aus, und ich glaube nicht, daß du es noch einen Tag ohne richtige Versorgung ausgehalten hättest.“

„Die tun immer noch ganz hübsch weh“, räumte Jorry ein. „Hast du einen Druckverband angelegt?“

Axxal nickte stolz.

„Gut gemacht. Du hast mehr Talent, als ich dachte, Axxal. Und wie hast du uns aus der Zitadelle herausgebracht, wo doch der Schacht blockiert war und uns das ganze Gewölbe über den Köpfen zusammengekracht ist?“

Fast außer sich vor Stolz entgegnete der Quespodon lächelnd: „Ich habe den Hinterausgang gefunden.“

„Möchtest du dich nicht bitte ein wenig klarer ausdrücken?“

„Weißt du nicht mehr? Als wir den Schacht hinunterkletterten, hast du gesagt, keine Rasse der Welt in der ganzen Galaxis baut sich ein Haus ohne Hintertür. Das mußte der Strom sein. Das viele Wasser mußte ja irgendwo bleiben.“

„Natürlich. Sehr klug von dir. Und wo bleibt es?“

„Es fließt in ein Tal hinter der Zitadelle. Ein grünes Tal, Jorry, mit Blumen und Pflanzen.“

Jorry machte ein angeekeltes Gesicht. „Solche menschenfressenden Ungeheuer wie die bei den Pyramiden?“

„Nein, Jorry. Nichts dergleichen“, protestierte Axxal aufgeregt. „Richtige Bäume und Pflanzen. Eßbare Früchte, guter Boden. Und das Tal ist windgeschützt. Wie auf einer normalen Welt.“

„Kaum, Axxal. Aber du hast uns herausgebracht. Ich hätte nicht erwartet, daß ein Quespodon so gut denken kann.“

„Ich kann doch denken, Jorry. Ich bin doch nicht wie die anderen Quespodonen.“

„Sei nicht so empfindlich, mein Junge. In der ganzen Galaxis sind die Quespodonen nicht eben wegen ihrer intellektuellen Fähigkeiten berühmt, das weißt du doch. Wenn du nicht denken könntest, wären wir alle beide tot.“

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Labyrinth zwischen den Sternen – Erster Teil: Zur Zitadelle

 

Titelbild von Tim White für eine englische Ausgabe von „Under a Calculating Star“; es stellt vermutlich einen Kiir-Vogel dar.

Titelbild von Tim White für eine englische Ausgabe von „Under a Calculating Star“; es stellt vermutlich einen Kiir-Vogel dar.

Von John Morressy. Originaltitel: „Under a Calculating Star“ (1975); deutsche Fassung (Übersetzung: Karl H. Schulz) 1980 als Ullstein-Buch Nr. 31018 (ISBN 3 548 31018 4). Bildauswahl von Lichtschwert.

Zuvor erschienen:
Prolog: Die Seraph

ERSTER TEIL: ZUR ZITADELLE

1. Die Ebene der Schnittpunkte

Als Erster setzte Jorry den Fuß auf den Boden des Boroq-Thaddoi. Er bewegte sich sehr langsam und mit ungewohnter Schwerfälligkeit, weil ihn der dicke Pelzanzug hinderte. Auch die anderen, mit Ausnahme von Dolul, waren durch ähnliche Kleidung behindert. Für den Hraggellon war extreme Kälte nichts Neues; sein Körper paßte sich schnell an. Schon hatte seine Haut den rötlichen Ton verloren, den sie an Bord bekommen hatte, und wurde bleicher; bald würde sie so bläulich-weiß sein wie auf dem Hraggellon.

Jorry stellte seinen Augenschild ein und warf einen ersten klaren Blick auf die Umgebung. Unter dem trübsinnig kalten Frühlicht einer bleichen Sonne waren Schwarz, Braun, Grau und schmutziges Weiß die einzigen Farben, und der Boroq-Thaddoi wirkte schon vom bloßen Anblick her so unwirtlich und lebensfeindlich, daß seine Quarantäne-Sperrung gerechtfertigt schien.

Ein unaufhörlicher gnadenloser Sturm raste über die offene Tundra, schliff die scharfen Kanten der Felsbrocken rund und wetzte die hohen Klippen wie Messerschneiden. Der Horizont markierte sich scharf, doch der Boden zu ihren Füßen war durch den peitschenden Staub des aufgewehten Sandes nur wie hinter einem Schleier zu sehen. Die Luft biß mit eisiger Kraft, die den Körper ansprang, das ungeschützte Fleisch suchte, die Ohren mit Heulen und Jaulen füllte und die Augen tränen machte. Nur Dolul hielt es aus, unberührt, ohne auch nur zu blinzeln. Bei seinem Anblick hüllten sich die anderen fester in ihre dicken Pelze.

Über ihren Köpfen ragte turmhoch die Seraph auf. Sie stand auf ihren Landeständern, bereit, beim Druck auf die Kontrollhebel wieder in den Raum zu springen. Jorry hatte sie manuell landen müssen; die Raumpioniere der Frühzeit setzten auf den Planeten, über die sie Quarantäne verhängt hatten, keine Landeringe. Auf diesem unebenen Terrain war die Landung schwierig, weit schwieriger, als er angenommen hatte oder der Besatzung gegenüber zugegeben hätte – doch er hatte sie erfolgreich durchgeführt. Das erste Treffen mit der Quarantäne-Welt war zu seinen Gunsten entschieden worden. Es war ein bedeutsamer Anfang, und Jorry fühlte sich den kommenden Gefahren besser gewachsen. Immerhin zitterte in ihm noch die Spannung des Landens nach, und als Bral ihn beglückwünschte: „Erstklassige Schiffsführung, Kapitän!“ hatte er wütend geknurrt: „Denkst du, ich bin den ganzen Weg hergekommen, um die Seraph auf einer Q-Welt kaputtzufahren?“

„Nein, Kapitän, wir wußten doch, daß du es schaffst“, hatte Bral verlegen geantwortet, „aber der bloße Gedanke – eine manuelle Landung ist immer schwierig, und noch dazu auf so einem Boden – wenn da was schiefgeht –“

„Ist denn was schiefgegangen?“

„Nein, Kapitän. Alles in Ordnung.“

„Also – machen wir die Ausrüstung klar und gehen wir los, ehe wir hier anfrieren. Noch eine letzte Überprüfung vor dem Aufbruch“, hatte Jorry gesagt und sich dem kleinen Stapel Proviant und Material zugewandt.

Sie machten sich auf den Weg über die offene Fläche des ungastlichen Planeten, um die geheimnisvolle, nicht geheure Zitadelle zu finden und in sie einzudringen und ihr den Schatz, den sie barg, zu entreißen. Sie wußten nur undeutlich die Richtung, hatten nur unbestimmte Kenntnis davon, was vor ihnen lag. Ihr Überleben hing von den Vorbereitungen ab. Es war nicht damit zu rechnen, daß der Boden des Boroq-Thaddoi etwas hergab; also war der niedrige, breite Lastschlitten mit Proviant und Wasser für zwanzig Wachzyklen beladen. Kletter- und Grabegeräte, Brennstoffblöcke zum Abkochen und fürs Lagerfeuer, Zelte und zwei verdeckte Käfige mit Kiir-Vögeln wurden noch aufgeladen, und als das geschehen war, traten die anderen zurück, während Axxal, der Achte in der kleinen Gesellschaft, die Lasten festschnürte und sich den Zugriemen so einstellte, daß er über seine breite Brust paßte.

Axxal war der persönliche Betreuer des Kapitäns und überhaupt das Faktotum der Seraph. Wie alle Quespodonen war er haarlos; sein Körper war hoch, breit und kompakt, und er war ungeheuer stark. Doch er hatte nicht die fleckige Haut, die für die meisten seiner Rasse charakteristisch war. Axxal tat sein Teil und mehr der Schiffsarbeit, und er tat sie gut. Er war Jorry treu ergeben, der ihn viel verständnisvoller behandelte, als es die Quespodonen von anderen sternfahrenden Rassen gewohnt waren. Fimm und Jimm bewunderten ihn. Von den übrigen wurde er geduldet. Sogar Bral, der Axxals Rasse verachtete, hatte Respekt vor seiner Kraft.

Während Axxal den Schlitten fertigmachte, verteilte Jorry die Waffen. Jedes Besatzungsmitglied trug bereits die gewohnten Waffen seines Volkes, doch Jorry ergänzte diese. Auf einer solchen Expedition mußte seine Mannschaft mit den besten Waffen der Galaxis ausgerüstet sein. Axxal und Dolul bekamen jeder ein Paar Pistolen. Während sie die Halfter umschnallten und sich die Taschen mit Patronen füllten, öffnete Jorry eine lange Kiste und nahm drei Nahkampfgewehre heraus.

Das waren die wirkungsvollsten Waffen der Raumfahrt. Die meisten kriegerischen Rassen mißtrauten den schlechtgearbeiteten zeitgenössischen Feuerwaffen und benutzten lieber Klingen. Ihr Mißtrauen war durchaus berechtigt. Die gewöhnlichen Feuerwaffen des siebenundzwanzigsten Jahrhunderts taugten nicht viel; sie klemmten oder versagten im kritischen Moment, und wer ihnen sein Leben anvertraute, war ein Narr. Doch diese Waffen hier, die von den Handwerkern des Rugatcz V nach authentischen Modellen von der Alten Erde gefertigt waren, kamen der Perfektion so nahe, wie es für Produkte menschlicher Arbeit nur irgend möglich war. Jorry konnte sich auf sie verlassen. Eins der Gewehre hing er sich selbst um, das zweite gab er Bral, das dritte Collen. Bral wog seine Waffe in der Hand und sah den Kapitän zweifelnd an.

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Labyrinth zwischen den Sternen – Prolog: Die Seraph

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Von John Morressy. Originaltitel: „Under a Calculating Star“ (1975); deutsche Fassung (Übersetzung: Karl H. Schulz) 1980 als Ullstein-Buch Nr. 31018 (ISBN 3 548 31018 4). Bildauswahl von Lichtschwert.

Prolog: Die Seraph

Das Eigenantriebsschiff Seraph befand sich auf der Reise zu irgendeinem Ziel jenseits des „Verbotenen Gürtels“. Drei Wachen hinter dem Dus’sh’kor drosselte es auf Unterlichtgeschwindigkeit. Dann öffnete sich die atmosphärische Schleuse. Eine Zeitlang hatte das Raumschiff zwei kleine Satelliten bei sich. Sie trudelten neben ihm durch den Raum, die Spanne zwischen ihnen und dem Mutterschiff wurde immer breiter, dann glitten sie ab und begannen als Doppel-Orbit ihre eigene Reise durch die Leere. Nun verschwand die Seraph in die unsichtbare Dimension der Superlichtgeschwindigkeit und nahm Kurs auf den Rand der Galaxis. Gegen Ende der nächsten Wache wurde auf Befehl Kian Jorrys, des Kommandanten, ein Schiffsrat einberufen. Jorry hatte den einzelnen Platz an einer Seite des dreieckigen Messetisches inne; dort saß er bequem zurückgelehnt und fuhr sich mit der Hand durch das graumelierte, kurzgeschorene Haar. Die Mannschaft wartete darauf, daß er zu sprechen beginnen würde.

Sie waren ein buntscheckiger Haufen, Humaniden und Humanoiden verschiedener Größe, Körperform und Hautfarbe. Bis auf einen hatten sich alle zum Schiffsrat eingefunden.

Gleich zur Rechten Jorrys waren zwei Quipliden; sie hockten auf der Tischplatte, um in Augenhöhe der anderen zu sein. Sie waren Brüder, Fimm und Jimm genannt. Keiner an Bord der Seraph wußte ganz genau, wer Fimm und wer Jimm war, und so wurden sie ständig miteinander verwechselt. Doch das schien sie nicht sonderlich zu stören.

Neben ihnen saß ein großer Mann mit wetterrotem Gesicht, Kopfhaar und Bart waren hellblond, beinahe weiß, obwohl er zweifellos noch jung war. Sein Haar war lang, und er trug es zu Zöpfen geflochten, wie es bei den Skeggjatt-Kampfschulen Brauch war. Sein muskelbepackter Körper war zusammengesunken; das Kinn in die mächtige Hand gestützt, starrte er vor sich hin. Bral hieß der Skeggjatt.

Neben ihm saß Collen, die Verteidigungsexpertin. Sie war Thorumbianerin, schlank, blauäugig, ihre glatte Haut war schwarzblau wie vergossenes Öl.

An der dritten Seite des Tisches, von Jorry am weitesten entfernt, saß Dolul, ein Angehöriger des Stammes der Onhla, von der Eiswelt Hraggellon. Er war ein großer Mann mit ausdruckslosem Gesicht und sprach selten. Neben ihm saß einer, der überhaupt nicht sprach, ein Thanist namens Rull-Lamat. Er trug eine Haube, und der untere Teil seines Gesichts war verdeckt.

Jorry räusperte sich und rückte mit seinem Stuhl vor. Erwartungsvoll blickten seine Leute ihn an. Bedeutsam sah er auf die Tischplatte hinunter, dann stand er auf und begann: „Meine guten Freunde und Kameraden, wir haben viel zu besprechen. Doch wie ihr wißt, bin ich ein alter Sternfahrer, dem die Traditionen des Kosmos heilig sind; und so möchte ich diese Versammlung eröffnen mit einer Schweigeminute zum Gedenken an unsere Schiffsgenossen, die sich von uns getrennt haben.“

Er faltete die Hände und neigte den Kopf. Bral warf einen raschen Blick auf die anderen und einen längeren, prüfenden auf Jorry, doch in der Miene des Kapitäns war kein Fünkchen Ironie zu entdecken. Endlich blickte Jorry auf, lächelte und setzte sich wieder. „Und nun, nachdem wir diesem Verräterpaar die letzte Ehre erwiesen haben – zum Dienstlichen“, sagte er munter.

„Ohne das Urteil unseres Kapitäns anzweifeln zu wollen – aber bist du sicher, daß sie Verräter waren?“ fragte der Skeggjatt. „Mir ist Saston eigentlich nie so vorgekommen… es fällt mir schwer zu denken, daß er uns alle betrogen hat.“

„Und Verdniak schien mir auch nicht der Typ zu sein“, fügte die Thorumbianerin hinzu. „Er war ein guter Kämpfer.“

Kian Jorry lächelte väterlich. „Ihr beiden seid vertrauensvolle Naturen“, sagte er, „und ich mag euch deswegen umso lieber. Ich war auch einmal so. Doch über Saston und Vedniak habe ich nicht mehr die geringsten Zweifel. Ich glaube meinen eigenen Augen. Als wir auf dem Dush’k’kor waren, habe ich gesehen, wie sie Bestechungsgelder von einem Sternverein-Agenten genommen haben. Sie wollten uns an die Schwarzjacken verkaufen.“

„Und das ist noch nicht das Schlimmste“, schrillte einer der beiden Quipliden, und der andere fügte hinzu: „Erzähle doch, was sich in deiner Kabine zugetragen hat.“

„In der dritten Wache habe sich sie in meine Kabine gerufen und es ihnen klipp und klar vorgehalten; Fimm und Jimm waren Zeugen. Erst haben sie alles geleugnet. Dann haben sie versucht, uns zu bestechen, damit wir uns ihnen anschließen. Dann zogen sie ihre Waffen, und wenn meine kleinen Freunde hier nicht gewesen wären, dann wäre ich jetzt draußen im leeren Raum, und Saston und Vedniak würden euch in den Hinterhalt der Schwarzjacken führen – in den Tod.“

Der eine Quiplide sagte: „Verräter verdienen, was sie bekommen“, und der andere bestätigte: „So ist es.“

„Ich kann also annehmen, daß ihr alle befriedigt seid, und wir können somit zu anderen Dingen übergehen“, begann Jorry wieder. Er blickte sich um, ob jemand etwas dagegen hätte, doch das war nicht der Fall.

„Wie ist es mit Ersatz, Kapitän?“ fragte Bral. „Nun sind wir doch unterbesetzt.“

„Wir sind genau richtig besetzt. Diese Beiden waren für das, was vor uns liegt, überhaupt nicht geeignet. Gut, daß wir sie los sind. Wir sind jetzt aktionsbereit, Bral, und haben genau die richtige Kampfstärke. Wir haben die Mannschaft, die Waffen, komplette Sonderausrüstung –“

„Tatsächlich?“ fragten die beiden Quipliden gleichzeitig, „und was haben wir vor?“

„Jawohl, die haben wir“, versicherte der Kapitän, ohne zunächst auf die zweite Frage der Kleinen einzugehen. „Bei jeder Planetenlandung hat euer Kapitän – während ihr euch amüsiert habt – Einkäufe gemacht. Ich habe mir, das kann ich euch sagen, kein Vergnügen gegönnt, bis ich die Schiffsgeschäfte erledigt hatte.“

„Jorry denkt an alles“, sagte einer der Quipliden bewundernd. „Das tut er wirklich“, stimmte der andere zu.

Der Kapitän nickte gnädig. „Ich versuche, mein Bestes zu tun. Darum ist die Seraph auch so ein gutes Schiff. Sie hat einen erstklassigen Kapitän, und jetzt hat sie auch eine erstklassige Mannschaft.“

„Nicht ganz“, murmelte der Skeggjatt und schwieg dann.

„Wenn du etwas auf dem Herzen hast, Bral, dann spuck es aus. Ich bin nicht wie der alte Kapitän York – Friede seinen Gebeinen. Meine Besatzung kann frei heraus reden; ich höre. Was ist los?“

Der Skeggjatt zögerte. Er war ein Kämpfer von Natur, kein Disputierer. In Brals Welt kämpfte man, wenn man verschiedener Meinung war, und wer siegte, hatte recht. Jorry war groß, stark und schnell; doch Bral zweifelte nicht daran, daß er seinen Kapitän im offenen Kampf besiegen konnte. Und trotzdem ließ er sich von Jorry Dinge sagen, die ein Skeggjatt allenfalls seinem nächsten Verwandten auszusprechen gestatten würde. Die Sache war die, daß er sich Jorry gegenüber unsicher fühlte. Jorry war zu schlau, zu listenreich. Im richtigen Moment hatte er stets die richtige Waffe parat. Sogar jetzt, wo er ihm gegenüber am Tisch saß und ihn freundschaftlich anlächelte, waren seine Hände unsichtbar, unter Tischhöhe.

Und schließlich war er der Kapitän der Seraph, dem man gehorchen mußte. Bral ließ alle halbausgeformten Gedanken an Opposition fahren. Zu tief saß ihm die Borddisziplin im Blut.

„Es handelt sich um Axxal, Kapitän. Er gehört nicht in diese Mannschaft“, sagte er.

„Warum nicht?“

„Er ist ein Quespodon!“

Geduldig lächelte der Kapitän. „Das wissen wir alle, Bral. Sei nicht so streng mit ihm. Er wird uns nützlich sein, ich bürge dafür.“

Bral lachte. „Wem kann ein Quespodon nützen, Kapitän? Die sind doch alle gleich. Einer ist so dumm wie der andere.“

„Axxal ist stark und treu. Man sieht ihm doch kaum an, daß er ein Quespodon ist. Und so dumm ist er nun auch wieder nicht. Verlaß dich ruhig auf mein Urteil, Bral. Ich sage, er wird uns eine Hilfe sein.“ Er blickte in die Runde. „Hat sonst noch jemand etwas gegen Axxal einzuwenden?“

„Quespodonen sind dumm, und Dummheit kann gefährlich werden“, bekräftigte Collen.

„Axxal soll ja hier nicht für uns denken. Das tue ich. Und die anderen?“

Rull-Lamat gab mit einer Handbewegung verächtliche Zustimmung kund. Dolul meinte, ihm sei es vollkommen egal; doch die Quipliden stimmten wie stets begeistert Jorrys günstiger Meinung über den Quespodon zu.

„Anscheinend will keiner von euch mit Axxal etwas zu tun haben“, nahm Jorry den Faden wieder auf. „Wenn wir erst gelandet sind, werdet ihr bestimmt eure Ansicht ändern. Bis dahin kümmert sich Axxal um die Maschinen und läßt uns in Ruhe. Laßt ihr ihn auch in Ruhe. Die Sache ist erledigt, wir sprechen nicht mehr darüber. Und jetzt, Bral, was hast du noch für Sorgen? Ich sehe es dir am Gesicht an, daß dir etwas nicht paßt. Raus damit, Mann!“
Er sprach leichthin; doch jeder Einzelne der Besatzung wußte, daß seine Worte als Befehl gemeint waren.

„Diese Vögel, Kapitän. Das sind doch ekelhafte, stinkige Kreischer. Neulich bin ich mal an die Käfige herangegangen, da haben sie mir beinahe die Hand abgehackt.“

„Muß man dir erst sagen, Bral, daß du einem Kiir-Vogel nicht die Hand hinhalten darfst?“ erwiderte Jorry.

„Wozu brauchen wir dieses Viehzeug eigentlich an Bord? Und wo wollen wir überhaupt hin?“ fragte Bral.

„Ah – endlich eine vernünftige Frage. Vielen Dank, daß du davon anfängst. Unser Ziel.“ Jorry nickte, als sei er froh, daß dieses Thema endlich zur Sprache käme. „Nun – ihr wißt – oder vielleicht auch nicht -, was ich unseren entschwundenen Freunden erzählt habe. Sie denken, wir sind auf dem Wege zum Hauptquartier des Sternvereins, um ein Kassenschiff zu kapern. Dem ist nicht so.“

„Aber warum hast du ihnen das gesagt, Kapitän?“

„Ich hatte meine Zweifel über ihre Vertrauenswürdigkeit. Es war ein Test, Bral.“ Freundlich lächelte Jorry seine Besatzung an. „Sie haben ihn nicht bestanden.“

„Aber wir können doch das Kassenschiff auf alle Fälle kapern?“ fragte Collen.

„Was für eine Beute!“ überlegte der eine Quiplide, und der andere ergänzte: „Was für eine tolle Sache!“

„Freunde, ich bin überrascht“, sorgte sich Jorry und sah ernsthaft von einem zum anderen, bis er jedem in die Augen geblickt hatte. Die wortlose Spannung wuchs, und plötzlich lachte er laut auf. „Denkt ihr wirklich, wegen einer lumpigen Schiffsladung Zahlwürfel würde Kian Jorry seine Freunde in einen Stützpunkt der Schwarzjacken führen? Da würde ich euch in den sicheren Tod führen, das weiß ich. In diesem Stützpunkt sind drei volle Divisionen Sternverein-Sicherheitstruppen stationiert – die jetzt gewarnt sind und auf uns warten! -, und gegen ihren Willen landet niemand auf diesem Planeten oder verläßt ihn lebend.“

Betreten sahen sie einander an, und schließlich lenkte Bral ein: „Wir wußten ja, daß es schwer sein würde, aber wir meinten, wenn jemand eine Basis des Sternvereins nehmen kann, dann wärst du der Mann dazu.“

„Nun, vielen Dank, Bral. Gewiß, ich habe schon manches ausgefallene Ding gedreht. Unter anderen Umständen hätte ich dies bestimmt auch geschafft. Aber mich aus einem Hinterhalt der Schwarzjacken herauszumogeln, das möchte ich denn doch lieber vermeiden. Ich habe etwas viel Besseres im Sinn.“ Er beugte sich vor. „Ihr habt doch alle von dem Leddendorfschen Lösegeld gehört, nicht wahr?“

Die meisten bejahten, nur Dolul antwortete mit einem simplen Nein, und Bral lachte laut auf und meinte, dieser Schatz sei doch nur eine Legende.

Jorry lächelte gutmütig. Als die kurze Erregung abgeklungen war, meinte er: „Das ist keine Legende.“

„Keine Legende?“ erwiderte Bral erstaunt. „Kapitän, was ich alles für Geschichten über Leddendorfs Reichtümer gehört habe – wie kann ein Mann wie du so etwas glauben?“

„Ich will nicht leugnen, daß sich eine Menge lachhafter Geschichten um diesen Schatz herumspinnen – ich habe mir wahrscheinlich jede einzelne angehört – aber das ändert nichts an der Tatsache, daß der Schatz existiert. Er ist Wirklichkeit, und man kann ihn sich holen.“ Bei diesen Worten sahen die Besatzungsmitglieder ihren Kapitän mit ganz neuem Interesse an. Jorry ließ ihnen ein paar Sekunden Zeit, um die Möglichkeit ins Auge zu fassen, und fuhr dann fort: „Da die meisten von euch die Geschichte kennen werden, kann ich mir wohl ersparen, euch nochmals damit zu langweilen –“

Wie er sich gleich gedacht hatte, fuhren die Quipliden dazwischen: „Erzähle, Jorry!“ Dolul schloß sich an, und die anderen ebenfalls.

„Da ihr es wünscht“, sagte Jorry, „will ich euch alles erzählen, was ich weiß.“ Er lehnte sich bequem zurück und begann seinen Bericht.

„Leddendorf war Großkaufmann, Alleinerbe eines Handelsimperiums, das mehr als ein Zehntel der Galaxis umspannte. Der Reichtum dieses Mannes war buchstäblich unberechenbar. Er hatte eine Frau und zwei Kinder, doch sah er sie nur selten. Sie wohnten auf einem abgelegenen Planeten – ein wahres Paradies, wie ich gehört habe – mit ein paar tausend Bediensteten und einer kleinen Armee von Wachsoldaten.“

Jorry hielt inne und beugte sich über den Tisch. „Schließlich geschah das Unvermeidliche. Piraten überfielen den Planeten und nahmen die Frau und die Kinder und alles, was sie sonst noch kriegen konnten, mit. Es war eine furchtbare Schlacht. Von den Verteidigern überlebte nur eine Handvoll, und von den Piraten knapp ein Viertel. Die Angreifer schickten einen gefangenen Wachsoldaten zurück – er war ziemlich übel zugerichtet -, um Leddendorf die Bedingungen zu übermitteln: seine Familie sollte ihn die Hälfte seines gesamten Besitzes kosten. Er bezahlte natürlich. Zögerte keinen Moment. Doch Frau und Kinder sah er nie wieder.“

Bral konnte sich nicht beherrschen. „Was geschah mit ihnen? Haben die Piraten sie umgebracht?“

„Das wird allgemein angenommen. Wie ihr euch denken könnt, gibt es die wildesten Spekulationen zu diesem Thema.“ Mit leisem Auflachen schüttelte Jorry den Kopf. „Auf der Barbary habe ich einmal einen ganzen Abend lang einem alten, zerlumpten Raumstreicher zugehört, der steif und fest behauptete, er sei der älteste Sohn von Lady Leddendorf und dem Piratenkapitän.“

„Und war er’s?“

„Ebensowenig wie du, Bral. Aber weiter. Als Leddendorf klar wurde, daß er weder das Lösegeld noch seine Familie wiedersehen würde, entschloß er sich, den immer noch beträchtlichen Rest seines Vermögens in die zweite Möglichkeit zu stecken, die ihm blieb.“ Jorry kratzte sich nachdenklich den Kopf, runzelte die Stirn und fuhr fort: „In der ersten Hälfte seines weiteren Lebens häufte Leddendorf ein Riesenvermögen an; in der zweiten gab er alles wieder aus – für seine Rache. Irgendwie muß da eine Moral dahinterstecken – aber lassen wir das auf sich beruhen. Wir armen schlechtverdienenden Sternfahrer haben andere Dinge im Kopf.“

„Weiter, Jorry! Wie ging es weiter?“ drängte der eine Quiplide.

„Leddendorf schuf sich neue Freunde. Er forderte seine Hauptkonkurrenten auf, mit ihm eine Handelsliga mit eigener Sicherheitstruppe zu gründen. Das waren die Anfänge des Sternvereins. Und wenn ihr jemals mit einem Sternverein-Sicherheitstrupp zu tun hattet – ein ganz gemeiner Haufen.“ Jorry schwieg und fuhr sich mit dem Finger über die lange Brustnarbe. „Wirklich ein ganz gemeiner und brutaler Haufen. Aber genau das wollte Leddendorf. Eine Abteilung auf jedem Sternvereinschiff, von der jeder einzelne Mann wußte, wenn er Nachricht von der Familie oder von dem Schatz brächte, oder einen von der damaligen Piratenbande gefangennahm, wäre er für den Rest seines Lebens reich.“

„Haben sie einen Piraten gefangen?“ fragte Dolul.

„Lebend haben sie keinen bekommen. Niemals, solange sie auch gesucht haben“, antwortete Jorry. Er schwieg einen Moment, und dann sagte er: „Aber ich.“

„Weißt du, wo der Leddendorf-Schatz ist?“ fragte Collen und hatte kaum ausgesprochen, als die anderen mit der gleichen Frage herausplatzten.

„Ich bin mir ziemlich sicher, daß ich es weiß. Wir sind auf dem Wege dahin.“

„Wo denn, Kapitän? Wo ist das? Wie hast du es herausbekommen, wo doch kein anderer – Wie denn nur, Kapitän?“ fragte Bral.

„Diese sogenannte ‚bloße Legende’ scheint dich ja mächtig aufzuregen, mein Freund“, antwortete Jorry gemütlich.

„Jetzt glaube ich daran. Wie kriegen wir den Schatz?“

„Wir gehen zur Zitadelle auf dem Boroq-Thaddoi.“

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Rettenswerter Norden

Nordhalbkugel

Von Srdja Trifkovic; Original: The North Worth Saving, erschienen am 15. Februar 2009 auf Gates of Vienna und am 21. Februar 2009 auf OrthodoxyToday.org.
Übersetzung und Bildauswahl: Lucifex.

Wir brauchen einen Paradigmenwechsel im Westen, der den Weg für eine echte Nordallianz von Russland, Europa und Nordamerika bereiten würde, da alle drei vor ähnlichen existentiellen Bedrohungen in den vor uns liegenden Jahrzehnten stehen. In einer ungewissen und immer brutaleren Welt könnten die Nordländer endlich erwägen, sich zu verbünden, um nicht einzeln besiegt zu werden.

„Einzeln besiegen“ ist ein militärisches Konzept, das die Vernichtung eines Feindes bezeichnet, indem man Segmente seiner Kräfte aufteilt und nacheinander vernichtet, statt sich seiner gesamten Stärke zu stellen. Ein brillantes Beispiel war Stonewall Jacksons Feldzug im Shenandoah-Tal von 1862, als seine Streitmacht von 17.000 drei sich gegenseitig nicht unterstützende Unionskommandos schlug, die fast viermal so stark waren.

Das Konzept ist so alt wie Sun Tsu („wenn die feindlichen Kräfte vereint sind, spalte sie“) und wurde in jüngerer Zeit von Mao neu formuliert („konzentriere eine überlegene Streitmacht, um die feindlichen Kräfte eine nach der anderen zu vernichten“). Es ist höchst relevant für die amerikanischen Interessen, weil die Zivilisation, auf der dieses Land begründet ist – üblicherweise als „westlich“ bezeichnet, obwohl „nördlich“ zutreffender wäre – in Gefahr ist, einzeln von ihren inneren und äußeren Feinden besiegt zu werden.

Das Problem wurde von Russlands Botschafter bei der NATO, Dmitrij Rogozin, in einem Interview mit Russia Today am 18. November des Vorjahres treffend zusammengefasst:

Eine neue Zivilisation entsteht in der Dritten Welt, die denkt, dass die weiße Nordhalbkugel sie immer unterdrückt hat und ihr daher jetzt zu Füßen fallen muss… Wenn die nördliche Zivilisation sich schützen will, muss sie geeint sein: Amerika, die Europäische Union und Rußland. Falls sie nicht zusammen sind, werden sie nacheinander besiegt werden.

Rogozins Erklärung widerspiegelt ein tiefgreifendes Verständnis der biologischen, kulturellen und spirituellen Gemeinsamkeiten, die eine Milliarde Europäer und ihre überseeischen Nachkommen auf der „weißen Nordhalbkugel“ miteinander teilen – ein Verständnis, das so zutreffend ist, wie es für die westliche Eliteklasse abscheulich ist.

Es weist darauf hin, dass Russland in manch wichtiger Hinsicht freier ist als die Vereinigten Staaten oder die Europäische Union: Kein amerikanischer oder westeuropäischer Diplomat seines Ranges könnte solch eine Aussage wagen, selbst wenn er die Einstellungen teilen würde – oder darauf hoffen, seinen Posten zu behalten, nachdem er sie geäußert hat.

Und schließlich diagnostiziert sie korrekt die Einstellung der Dritten Welt zur nördlichen Zivilisation als inhärent feindlich, beruhend auf Mythen vom Unterdrückertum der letzteren und auf der Erwartung ihres schließlichen Zusammenbruchs.

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Landy

Worlds of IF SEP1967

Von Robert Silverberg. Originaltitel: „Bride Ninety-One“, veröffentlicht in WORLDS OF IF September 1967 (siehe Titelbild). Die deutsche Übersetzung von Michael Nagula erschien in „Science Fiction Stories 79“ aus der Reihe „Ullstein 2000“ (1979, Ullstein-Buch Nr. 31008, ISBN 3-548-31008-7). Online-Quelle hier.

Es war einer der üblichen Sechs-Monats-Verträge. Ich unterzeichnete ihn, und Landy unterzeichnete ihn, und für die vereinbarte Zeit waren wir Mann und Frau. Der Standesbeamte klickte und surrte und spie unsere Lizenz aus. Meine Freunde grinsten und schlugen mir auf den Rücken und grölten Glückwünsche. Fünf von Landys Schwestern kicherten und flüsterten und machten einige komplette Farbwechsel durch. Wir waren alle sehr glücklich.

„Küß die Braut!“ schrien meine Freunde und die Schwestern.

Landy glitt in meine Arme. Sie war ein guter Fang; sie war biegsam und schlank, und ich stürzte mich auf sie, und die Blütenblätter um ihren Nahrungsschlitz wogten zärtlich, als ich meine Lippen gegen die ihren preßte. Wir behielten diese Stellung für etwa eine halbe Minute bei. Es gab ihr Vertrauen; sie wich nicht zurück. Auf Landys Welt küssen sie nicht, wenigstens nicht mit ihren Mündern; und ich bezweifele, daß ihr diese Erfahrung viel Freude bereitet hat. Doch die Bedingungen unseres Vertrages entsprachen terranischen Sitten. Das galt es sich stets vorher zu überlegen bei diesen Zwischenwelthochzeiten. Und hier küssen wir nun einmal die Braut; also küßte ich sie. Mein Kumpel Jim Owens wurde davon mitgerissen und schnappte sich eine von Landys Schwestern und küßte sie. Sie gab ihm einen Stoß vor die Brust, daß er durch die ganze Kapelle segelte. Es war schließlich nicht ihre Hochzeit.

Die Zeremonie war vorüber, und wir machten uns über unsere Kuchen und Halluzinogene her; und etwa um Mitternacht sagte jemand: „Wir sollten unseren Flitterwöchlern etwas Intimsphäre gönnen.“

Also verschwanden sie alle, und Landy und ich konnten unsere Hochzeitsnacht beginnen.

Wir warteten, bis sie gegangen waren. Dann nahmen wir den Hinterausgang der Kapelle und besorgten uns eine Transportkapsel für zwei, sehr gemütlich, Landys süßer, siruphafter Geruch stechend in meiner Nase, ihre beweglichen Glieder drängten sich fest gegen meine.

Ich stieß leicht an einen Knauf, und mit dreihundert Kilometer in der Stunde trieben wir den Harriman-Kanal entlang. Die Wirbelströme waren nicht schlecht, und wir genossen die Fahrt. Sie küßte mich erneut; sie lernte unsere Gepflogenheiten schnell. Innerhalb von fünfzehn Minuten erreichten wir unser programmiertes Ziel, und die Kapsel tat eine geschwinde Linkskurve, spritzte durch eine Zufahrt und machte selbständig an der rissigen Hülle unseres Hotels fest. Ich entriegelte die Kapsel und half Landy hinaus, in das Innere unseres Zimmers. Ihre sanften goldenen Augen schimmerten lustig und freudig. Ich klapste eine Privatsphären-Bestätigung aus den Wandfiltern.

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