Die sexuelle Utopie an der Macht, Teil 1

Eugène Delacroix, „Die Freiheit führt das Volk“, 1830 (Detail)

Eugène Delacroix, „Die Freiheit führt das Volk“, 1830 (Detail)

Von F. Roger Devlin, übersetzt von Deep Roots. Das Original Sexual Utopia in Power, Part 1 erschien am 12. Juli 2011 auf Counter-Currents Publishing / North American New Right.

Teil 1 von 4

Es ist den Lesern dieses Journals wohlbekannt, daß die weißen Geburtenraten weltweit in den letzten Jahrzehnten einen katastrophalen Niedergang erlitten haben. Während desselben Zeitraums ist unsere Gesellschaft sicherlich zur sexbesessensten der Weltgeschichte geworden. Bei zwei solch massiven, zusammenfallenden Trends ist es kaum wahrscheinlich, daß sie nicht zusammenhängen. Viele wohlmeinende Konservative stimmen dem Beklagen dieser gegenwärtigen Situation zu, aber nicht der Beschreibung dieser Situation oder dessen, wie sie entstanden ist. Eine korrekte Diagnose ist die erste Voraussetzung für eine effektive Strategie.

Die abgedroschene Phrase „sexuelle Revolution“ sollte, wie ich glaube, ernster genommen werden als üblich. Wie die Französische Revolution, die beispielhafte politische Revolution der Neuzeit, war sie ein Versuch zur Verwirklichung einer Utopie, aber einer sexuellen statt einer politischen Utopie. Und wie die Französische Revolution hat sie drei Phasen durchlaufen: erstens eine libertäre oder anarchische Phase, in der die Utopie angeblich spontan entstehen sollte, sobald die alten Gebräuche einmal beiseite gefegt worden waren; zweitens eine Schreckensherrschaft, bei der eine Fraktion die Macht ergriff und ihre Pläne diktatorisch zu verwirklichen versuchte; und drittens eine „Reaktion“, in der die menschliche Natur sich allmählich wieder behauptete. Wir werden dieser Reihenfolge in dem vorliegenden Essay folgen.

Zwei Utopien

Betrachten wir, was eine sexuelle Utopie ist, und beginnen wir mit den Männern, die in jeder Hinsicht einfacher sind.

Die Natur hat den Männern einen Streich gespielt: die Produktion von Spermatozoen (Samenzellen) findet mit einer Rate statt, die um mehrere Größenordnungen höher ist als die weibliche Ovulation (etwa 12 Millionen pro Stunde gegenüber 400 pro Lebensspanne). Dies ist eine natürliche Tatsache, keine moralische. Auch unter den niedrigeren Tieren ist das Männchen extrem überversorgt mit etwas, wofür das Weibchen nur einen begrenzten Bedarf hat. Dies bedeutet, daß das Weibchen eine viel größere Kontrolle über die Paarung hat. Das universale Gesetz der Natur lautet, daß die männlichen Individuen sich präsentieren und die weiblichen auswählen. Männliche Pfauen spreizen ihre Schwanzfedern, die weiblichen wählen aus. Widder stoßen mit den Hörnern gegeneinander, die Weibchen wählen aus. Unter den Menschen versuchen die Jungen die Mädchen zu beeindrucken – und die Mädchen wählen. Die Natur diktiert, daß das männliche Individuum im Paarungstanz darauf warten muß, ausgewählt zu werden.

Die sexuelle Utopie eines Mannes ist dementsprechend eine Welt, in der es für ihn keine solche Begrenzung der weiblichen Nachfrage gibt. Es ist nicht notwendig, für Beispiele auf Pornographie zurückzugreifen. Man betrachte nur populäre Filme, die auf ein männliches Publikum abzielen, wie die James-Bond-Serie. Frauen können James Bond einfach nicht widerstehen. Er braucht keinen Heiratsantrag zu machen oder auch nur um ein Rendezvous ersuchen. Er marschiert einfach in den Raum, und sie geraten in Verzückung. Die Unterhaltungsindustrie produziert endlos Bilder wie dieses. Warum, wird der männliche Zuschauer sich schließlich fragen, kann das Leben nicht wirklich so sein? Für manche ist es verführerisch, der Institution der Ehe die Schuld dafür zu geben.

Immerhin scheint die Ehe den Sex ziemlich drastisch zu beschränken. Gewisse Männer rechnen sich aus, daß es, wenn Sex sowohl innerhalb als auch außerhalb der Ehe zulässig wäre, doppelt so viel Sex wie zuvor geben müßte. Sie stellten sich vor, daß es ein großes, unerschlossenes Reservoir weiblichen Verlangens gäbe, das bisher durch die Monogamie unterdrückt wurde. Um es freizusetzen, suchten sie in der frühen Nachkriegszeit das siebente Gebot durch eine Befürwortung jeder sexuellen Aktivität zwischen „einwilligenden Erwachsenen“ zu ersetzen. Jeder Mann könnte einen Harem haben. Das sexuelle Verhalten im Allgemeinen, und nicht bloß das Familienleben, sollte fürderhin als Privatsache betrachtet werden. Traditionalisten, die anderer Meinung waren, sagte man, sie wollten „einen Polizisten in jedes Schlafzimmer stellen.“ Dies war das Zeitalter der Kinsey Reports und des ersten Erscheinens des Magazins Playboy. Müßige männliche Tagträume waren zu einer gesellschaftlichen Bewegung geworden.

Dieser charakteristisch männliche sexuelle Utopismus der frühen Nachkriegsjahre war ein Vorläufer der sexuellen Revolution, aber nicht die Revolution selbst. Männer sind nicht in der Lage, revolutionäre Veränderungen in heterosexuellen Beziehungen ohne die Kooperation – die berühmte „Einwilligung“ – von Frauen herbeizuführen. Aber die ursprünglichen männlichen Möchtegern-Revolutionäre verstanden die Natur des weiblichen Geschlechtsinstinkts nicht. Deshalb sind die Dinge nicht nach ihrem Plan verlaufen.

Was ist der besondere Charakter des femininen sexuellen Verlangens, der es von jenem der Männer unterscheidet?

Es heißt manchmal, daß Männer polygam sind und Frauen monogam. Solch ein Glauben ist oft in den Schriften „konservativer“ männlicher Kommentatoren enthalten: Frauen wollen nur gute Ehemänner, aber herzlose Männer benutzen sie und lassen sie sitzen. Einige Beweise scheinen auf den ersten Blick solch eine Ansicht tatsächlich zu unterstützen. Eine Umfrage von 1994 fand heraus: „während Männer prognostizierten, daß sie idealerweise gern 6 Sexpartnerinnen im Laufe des nächsten Jahres hätten, und 8 im Laufe der nächsten zwei Jahre, antworteten Frauen, ihr Ideal sei, im nächsten Jahr nur einen Partner zu haben. Und im Laufe von zwei Jahren? Die Antwort von Frauen war immer noch: „einer.“ [1] Ist dies nicht ein Beweis, daß Frauen von Natur aus monogam sind?

Nein, das ist es nicht. Frauen wissen, daß ihre eigenen sexuellen Triebe unruhig sind, waren aber traditionellerweise klug genug, darüber zu schweigen. Der Glaube eines Mannes, daß seine Frau von Natur aus monogam ist, sorgt für seinen eigenen Seelenfrieden. Es ist auch nicht zum Vorteil einer Ehefrau, daß ihr Mann sie zu gut versteht. Wissen ist Macht. Kurz, wir haben hier eine Art platonischer „nobler Lüge“ – einen Glauben, der heilsam, aber falsch ist.

Es wäre zutreffender zu sagen, daß der weibliche Geschlechtsinstinkt hypergam ist. Männer mögen eine Tendenz haben, nach sexueller Abwechslung zu streben, aber Frauen haben einfachere Geschmäcker in der Art von Oscar Wilde: Sie sind immer nur mit dem Besten zufrieden. Definitionsgemäß kann nur ein Mann der Beste sein. Diese unterschiedlichen männlichen und weiblichen „sexuellen Orientierungen“ sind unter den niedrigeren Primaten deutlich zu sehen, z. B. bei einem Pavianrudel. Weibchen konkurrieren darum, sich mit der Spitze zu paaren, Männchen darum, an die Spitze zu kommen.

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Neu von Counter-Currents: Sexual Utopia in Power

Sexual Utopia Cover Medium

Buchvorstellung (vermutlich von Greg Johnson), erschienen am 8. Juni 2015 auf Counter-Currents Publishing / North American New Right, übersetzt von Deep Roots (die Links zu den auf Counter-Currents veröffentlichten Teilen habe ich in die Inhaltsangabe eingefügt):

Sexual Utopia in Power: The Feminist Revolt Against Civilization
San Francisco: Counter-Currents, 2015
192 Seiten

Hardcover: $ 35

Paperback: $ 20

Wie viele politische Revolutionen begann die sexuelle Revolution der 1960er mit einem euphorischen Gefühl der Befreiung. Aber wenn utopische Programme mit Andersdenkenden zusammenprallen – und mit der Realität selbst -, dann ist das Ergebnis Chaos, das die Revolutionäre mit Repressionen und Terror zu unterdrücken suchen. In Sexual Utopia in Power untersucht F. Roger Devlin die heutige sexuelle Dystopie mit ihrer lockeren Moral und ihren verwirrten Geschlechterrollen; ihren in die Höhe schießenden Scheidungs-, Ehelosigkeits- und Kinderlosigkeitsraten und der zunehmend willkürlichen und bestrafenden Versuchen zu ihrer Regulierung und Überwachung. Devlin zeigt, daß der Zusammenbruch der Monogamie in Promiskuität für die wenigen, Einsamkeit für die Mehrheit und Unglücklichsein für alle resultiert.

Jede Revolution ruft eine Reaktion hervor. Devlin jedoch steht mainstream-konservativen Reaktionen auf die sexuelle Revolution sehr kritisch gegenüber, die oft in unheimlicher Weise ein Echo der feministischen Beschwerden über unschuldige Frauen sind, die von den gemeinen Männern ausgenutzt werden, welche gescholten und bestraft werden müssen. Der umstrittenste Aspekt von Devlins Arbeit ist sein Argument, daß die heutige sexuelle Dystopie mindestens genauso sehr in der Natur der Frauen wurzelt wie in jener der Männer, wobei er solche Tabuthemen untersucht wie die weibliche Hypergamie (nach oben paaren), weiblicher Narzißmus, weibliche Untreue, weibliche Täuscherei und weiblicher Masochismus. Indem er deren biologische Basis zeigt, liefert F. Roger Devlin eine nichttraditionelle Verteidigung der traditionellen Sexualmoral und sexueller Institutionen und zeigt uns den Weg aus der heutigen sexuellen Dystopie.

Inhalt

Preface

Introduction: The Facts of Life

1. Sexual Utopia in Power

Sexual Utopia in Power, Part 1, Part 2, Part 3, Part 4

2. Rotating Polyandry – & its Enforcers

Rotating Polyandry – & its Enforcers, Part 1 + Part 2

3. The Feminine Sexual Counter-Revolution and its Limitations

The Feminine Sexual Counter-Revolution & its Limitations, Part 1 + Part 2

4. Home Economics

Home Economics, Part 1, Part 2, Part 3, Part 4 & Part 5

5. The Family Way

6. Back to Africa: Sexual Atavism in the Modern West

7. The Question of Female Masochism

Index (nur in der Druckausgabe)

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Lob für F. Roger Devlin

Sexual Utopia in Power, Devlins berüchtigter Essay, der tausend Blogbeiträge über weibliche Hypergamie auslöste, ist sehr zitierfähig und einsichtsvoll in seiner Analyse des zeitgenössischen Ringens zwischen den Geschlechtern. Seine Verurteilungen des Feminismus und seine Warnungen an die Männer sind nur noch relevanter geworden, seit er geschrieben wurde. Sexual Utopia ist auch eine wichtige Antwort an ahnungslose Konservative, die sich beeilen, den Männern die Schuld zu geben, weil sie nicht heiraten und Familien mit Frauen gründen, die in vielen (wenn auch nicht allen) Fällen einfach nicht heiratsfähig sind.“ – Jack Donovan, Autor von The Way of Men

„…herausragende und (von dem MSM geschwärzt) Essays über Geschlechterdynamik…“ – Roissy/Heartiste

„Falls Roissy auch nur irgendetwas hat, das einem Mentor ähnelt, dann ist es F. Roger Devlin“ – Charlotte Allen, The Weekly Standard

„Liebe und Sex sind für mich nie verwirrend gewesen. Ich muß Roger Devlin dafür danken.“ Chloë Thurlow, Bestellerautorin von The Secret Life of Girls

„Dr. Devlin ist vielleicht das beste Rollenmodell, das es für unabhängige Wissenschaftler auf Seiten der Rechten gibt. Seine Schriften sind auf nahezu jeder Webseite zu finden, die der Mainstream fürchtet.“ – Benjamin Villaroel, American Renaisance

„In einer anständigen Welt wäre Devlin ein sofort wiedererkennbarer Name und ein literarischer Gigant.“ – Spirit/Water/Blood

„Ich habe F. Roger Devlins bahnbrechende Schriften im The Occidental Quarterly bewundert, seit ich auf sie aufmerksam wurde, und ich habe sie eindringlich jedem in Reichweite empfohlen. Dr. Devlin ist ein Autor – wahrnehmend, geistreich und mutig – den man einfach lesen muß.“ – Nicholas Strakon, The Last Ditch

„Ich glaube, der Autor ist böse.“ – Tyler Cowan

Dr. F. Roger Devlin ist ein unabhängiger Wissenschaftler. Er ist der Autor von Alexandre Kojève and the Outcome of Modern Thought (Lanham, Maryland: University Press of America, 2004) und vieler Essays und Rezensionen in Publikationen wie The Occidental Quarterly, American Renaissance, Counter-Currents/North American New Right, VDare, Modern Age, The Social Contract, Alternative Right und The Last Ditch. Eine Bibliographie seines Werkes ist online auf http://devliniana.wordpress.com/ verfügbar.

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Nachwort von Deep Roots:

Die auf Counter-Currents erschienenen Teile dieses Buches werde ich in der nächsten Zeit nach und nach übersetzen, angefangen mit dem titelgebenden Vierteiler, von dem auf ahnenreihe bereits eine gekürzte, zusammenfassende Übersetzung von Richard unter dem Titel „Die sexuelle Utopie an der Macht“ erschienen ist. Es würde mir gefallen, wenn meine Übersetzungen einmal in einer deutschen Buchausgabe von „Sexual Utopia in Power“ erscheinen würden. Die einzelnen übersetzten Teile werde ich, so wie ich sie veröffentlicht habe, am Schluß dieses Beitrags verlinken.

Das Titelbild „Judith mit dem Haupt des Holofernes“ von Lucas Cranach dem Älteren aus dem Jahr 1530 ist sehr passend. Mir geht seit einer Weile ein Artikelprojekt im Kopf herum, das auch durch Devlins oben verlinkte Essays Anregungen erhalten hat, nämlich darüber, daß die Juden eine feminine Rasse sind und sich kollektiv wie ein machtgieriges, manipulatives, treuloses böses Weib ohne all die anderen Eigenschaften verhalten, die weiße Frauen (und eigentlich auch nichtweiße Nichtjüdinnen) liebenswert und zur gesunden und notwendigen anderen Hälfte ihrer Völker machen.

Wenn ich diesen Artikel einmal verwirkliche, werde ich dafür ebenfalls dieses Titelbild verwenden (natürlich ohne die Beschriftung der Buchtitelseite).

Bereits übersetzte Teile:

Die sexuelle Utopie an der Macht, Teil 1, Teil 2, Teil 3 und Teil 4

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Von F. Roger Devlin ist auf „As der Schwerter“ bereits der Essay Joyeux Noël: Die Anfänge des Ersten Weltkriegs und der Weihnachts-Waffenstillstand von 1914 erschienen.

Siehe auch:

Korrumpiert die Manosphere Männer moralisch? von Greg Johnson
Über unangebrachte Ritterlichkeit und Entmannung von Anthony M. Ludovici
Sexuelle Knechtschaft von Gregory Hood
Die sexuelle Konterrevolution von Gregory Hood

Sturmabwehr – Die Attacke auf den Damm

Von Dunkler Phönix und Deep Roots.

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Einleitung: Die Hungerspiele

Die Buch- und Filmserie „The Hunger Games“ (dt. „die Tribute von Panem“) enthält einige Inhalte, die für uns interessant sein können.

Die Geschichte der Serie ist kurz erzählt: In der Zukunft ist von Amerika nur noch eine Hauptstadt, sowie zwölf eher ländlich organisierte „Distrikte“ übrig. Die Distrikte müssen die Hauptstadt mit allen möglichen Waren beliefern. Während die Bewohner der Hauptstadt in dekadentem Luxus leben, sind die der Distrikte mehr oder weniger Sklaven, die mit knappen Essensrationen, Gewalt und den „Hunger Games“ unter Kontrolle gehalten werden. Die Hungerspiele werden von je einem männlichen und weiblichen Jugendlichen aus allen Distrikten jährlich ausgetragen. Die 24 Teilnehmer werden in eine Arena verbracht, wo sie gegeneinander kämpfen, bis nur noch einer übrig ist.

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In der Arena liegen Waffen und Vorräte verteilt, es gibt aber auch Fallen, Tiere und Mutanten, die das „Spiel“ erschweren. Die Arena ist riesig, deswegen ist unklar wie die Veranstalter es schaffen, jede Szene zu filmen, die sich dort abspielt – aber natürlich wird alles live als Unterhaltung für die Leute in der Hauptstadt (und gleichzeitig als makabere Erinnerung, wer der Chef ist, an die Leute in den Distrikten) ausgestrahlt.

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Die Heldin Katniss Everdeen aus Distrikt 12 hat von ihrem verstorbenen Vater einige Survival- Fertigkeiten erlernt und geht illegalerweise im Wald jagen. Als ihre kleine Schwester an den Hungerspielen teilnehmen soll, meldet sie sich freiwillig, um an ihrer Stelle in die Arena zu gehen.

Im dritten Teil „Mockingjay“ kämpft Katniss als „Maskottchen“ des zerstört geglaubten Distriktes Nr. 13 und produziert Propagandafilme, um die Bewohner in den Distrikten dazu zu bringen, gegen die Hauptstadt in den Krieg zu ziehen.

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Genauer wollen und können wir den Inhalt der Bücher und Filme hier nicht wiedergeben, es wird klar, dass insbesondere die Themengebiete Survival, Unterdrückung und Propaganda für uns von Interesse sein können. Wir empfehlen das vorherige Lesen der Bücher (wenn man wenig Schlaf braucht, schafft man ein Buch pro Tag) und das folgende Schauen der Filme (den ersten Teil fanden wir nicht so gut umgesetzt, der zweite ist besser und der dritte, welcher die erste Hälfte des dritten Buches erzählt, ist ziemlich gut – ein vierter Film wird Ende 2015 folgen).

Der Damm

In diesem Artikel geht es uns um die „Damm-Szene“ aus dem dritten Film der Reihe mit dem Titel: „Mockingjay Part I.“

Man kann sie hier ansehen:

https://youtube/0Y1EmA2CU04

(Es könnte für BRD-User Probleme geben, das Video anzusehen, Urheberrecht und so – den Tor-Browser oder ein ähnliches Programm nutzen oder die untenstehende Zusammenfassung lesen!).

Die eigentliche „Damm-Szene“ beginnt bei 2:00 min, wir empfehlen aber die ganzen viereinhalb Minuten anzusehen, weil die Szene filmisch sehr interessant ist:

• Katniss singt ein trauriges Lied, das ihr verstorbener Vater ihr beigebracht hat. Ihr Filmteam nimmt sie dabei ohne ihr Wissen auf, und das Militär von Distrikt 13 macht einen Propagandafilm daraus.
• Der (natürlich schwarze) Wissenschaftler „Beetie“ erklärt, dass er den Film in den Distrikten senden konnte, aber nicht in der Hauptstadt, weil deren Abwehrschirm zu stark ist (Erklärung, warum der Damm gestürmt wird).
• Nach einigen Streichersequenzen, die zu dem Lied passen, wird die Stimme von Katniss langsam ausgeblendet und man hört stattdessen einen Chor, der das Lied weitersingt. Dabei sieht man eine Menschenmenge in abgerissenen Klamotten langsam einen Hügel hinaufgehen, sie scheinen so etwas wie Särge zu tragen und das Lied von Katniss zu singen.
• Die Musik wird episch, man sieht die Großaufnahme des Damms. Plötzlich nehmen vier „Peacekeeper“ (Soldaten der Hauptstadt in weiß, gesichtslos, weil behelmt) auf der Hauptstraße des Damms Aufstellung und legen Maschinenpistolen an.
• Nun rennt die Menschenmenge (schätzungsweise fünfzig bis hundert Leute) über die Straße auf die Peacekeeper zu. Diese fangen sofort an, gezielte Salven auf die Rennenden zu feuern.
• Die Perspektive wechselt sehr schnell: Erst „steht“ der Zuschauer hinter den feuernden Soldaten, dann „rennt“ er mit dem Mob mit und sieht, wie links und rechts die „Kameraden“ fallen.
• Dann eine Großaufnahme, durch die man sieht, dass auf der anderen Seite des Damms simultan ein ähnlicher Angriff stattfindet.
• Angreifer, welche eine der Kisten tragen, werden niedergeschossen, andere nehmen die Kiste wieder auf und tragen sie weiter.
• Die Menschenmenge kommt bei den Soldaten an und rennt sie einfach um, die Kisten werden im Innern des Damms deponiert, die Bomben darin scharf gemacht, dann explodiert der Damm.
• Man sieht erst in Großaufnahme, wie in der Hauptstadt die Lichter ausgehen, dann befindet man sich in der sich ebenfalls verdunkelnden Villa des Präsidenten und kann seine Reaktion darauf beobachten.

Im Kontext des Films muss man natürlich auf der Seite der Stürmenden sein, die sich gegen die brutale Unterdrückung durch die Hauptstadt wehren (was auch der – kontextuell nachvollziehbare – Grund ist, dass sich die Angreifer nicht durch die Gewehrsalven und die sterbenden Kameraden von ihrem Vorhaben abbringen lassen).

Beim mehrmaligen Schauen der Szene fiel uns aber auf, dass wir mehr und mehr die Perspektive der „Peacekeeper“ einnahmen und uns fragten, wie denn in einer solchen (hypothetischen) Situation, wenn fünfzig bis hundert „Zombies“ (wie wir die Aufständischen in den anschließenden Diskussionen nannten) auf einen zulaufen, die eigenen Chancen stehen.

Also sind wir nach heißen theoretischen Diskussionen über die Szene die Sache wissenschaftlich angegangen und haben ein Experiment gestartet.

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Star Dreck 9: Die Star-Trek-Filmreihe

Dies ist eine kleine Überraschung für Deep Roots, der mit „Star Dreck 8a und 8b“ eine wunderbar detaillierte Analyse der Propaganda im Star Trek Universum geliefert hat.

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Vielleicht lohnt sich an dieser Stelle, vor dem finalen Teil „8c“, in dem es um die Serie DS9, die ich nie gesehen habe, weil ich das Setting (Raumstation statt Raumschiff) langweilig fand, ein Überblick über die Star Trek Filme. Gerne hätte ich sie alle noch einmal angesehen und einen detaillierteren Artikel gemacht, aber Zeit ist ein kostbares Gut…

Im ersten Film „Star Trek“ findet sich eine gealterte Crew der Originalserie wieder zusammen, um einer riesigen Sonde zu begegnen, welche die Erde bedroht. In einer nagelneuen „Enterprise“ fliegen sie in die Sonde hinein und nehmen Kontakt mit der fremdartigen Intelligenz auf.

Dies scheint mir das „eigentliche“ Thema von Star Trek zu sein: Die Kontaktaufnahme mit fremden (außerirdischen) Intelligenzen, wobei zwar immer wieder Kommunikationsschwierigkeiten auftreten, der wahrscheinlichste Fall, nämlich dass eine Kommunikation vollkommen scheitert, aber niemals eintritt. Mir erscheint es fast zwingend, dass eine echte außerirdische Spezies uns so fremd wäre, dass wir gar nicht mit ihr kommunizieren könnten, vielleicht könnten wir sie nicht einmal wahrnehmen.

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Star Dreck VIIId – Star Trek: Deep Space Nine, Teil 2: Jüdische Selbstdarstellungen

Von Deep Roots

Bisher von diesem Vierteiler erschienene Fortsetzungen:

Star Dreck VIIIa – Star Trek: Die Originalserie
Star Dreck VIIIb – Star Trek: Die nächste Generation
Star Dreck VIIIc – Star Trek: Deep Space Nine, Teil 1: Interstellare NWO

Im bisher letzten Teil hatte ich anklingen lassen, daß ich mich zum Schluß mit den jüdischen Selbstdarstellungen in „Deep Space Nine“ befassen würde. Von diesen gibt es in der Serie sogar vier Sorten, und das sind:

1. Die Bajoraner

Stadtpanorama auf Bajor.

Stadtpanorama auf Bajor.

Es ist ja die Vermutung geäußert worden, daß mit den Bajoranern die Polen gemeint seien, aber das halte ich für ausgeschlossen. Hier ist ja einem einzelnen Planetenvolk mit seiner Geschichte und Kultur eine wesentliche, über alle sieben Staffeln einer ganzen Trek-Serie reichende Rolle gegeben worden, und das würden Juden nie für ein nichtjüdisches oder gar europäisches Volk tun.

Wie in Teil 3/VIIIc bereits erläutert, sollen die Bajoraner auf einer Ebene ein vorerst noch unabhängiges Volk darstellen, das sich trotz anfänglicher Ablehnung ihres patriotisch-nationalistischen Teils, verkörpert durch Major Kira, zur Aufgabe der gerade erst errungenen Souveränität zugunsten einer Mitgliedschaft in einer supranationalen, multikulturellen Föderation durchringt und ähnlich patriotische Zuseher auf diesem Sinneswandel mitnimmt. Dieser Teil ist Propaganda, der sich an Weiße und andere nichtjüdische Völker richtet, die in einem künftigen Eine-Welt-Superstaat aufzugehen bereit sein sollen.

Auf einer anderen Ebene, die wohl für ein jüdisches Publikum gedacht ist und für Nichtjuden gar nicht so offensichtlich zu sein braucht, verkörpern die Bajoraner die Juden, und zwar als „Holocaust-Opfer“ und als Entsprechung zum jungen Israel. Bajor wird auch sehr positiv dargestellt: es ist eine der ältesten Kulturen des Alpha-Quadranten, und schon im 16. Jahrhundert unserer Zeitrechnung betrieben die Bajoraner Raumfahrt und schickten erstmals ein Raumfahrzeug aus ihrem Sonnensystem hinaus. Ihre Religion ist diejenige im Trek-Universum, die von den Autoren am ernstesten genommen wird, wobei aber deren fanatischer Zweig um Kai Winn Adami wiederum Weiße an fanatische christliche Sekten und Orden denken lassen soll (daneben vielleicht judenintern auch an verbohrte orthodoxe Sekten im Judentum).

Eine Parallele zum Judentum und vor allem zu Israel ist auch, daß die Bajoraner sehr zerstritten sind, auch hinsichtlich der Frage, ob die Beibehaltung der Unabhängigkeit (Zionismus) oder ein Beitritt zur Föderation (Diaspora) vorzuziehen sei. Dies kommt auch im Pilotfilm zum Ausdruck, wo es heißt, daß die Religion das einzige sei, was die Bajoraner noch zusammenhält. Noch deutlicher wird dieser Punkt in der Folge „Die Legende von Dal’Rok“, in der Bashir und O’Brien ein bajoranisches Dorf aufsuchen, um dessen todkranken religiösen Führer, genannt Sirah, zu behandeln. Dessen wichtigste Aufgabe ist die rituelle Vertreibung des Dal’Rok, eines weißen wolkenförmigen Gebildes, das Blitze schleudern kann und jedes Jahr zur Erntezeit am nächtlichen Himmel über dem Dorf erscheint, um es anzugreifen.

Bajoranischer „Rabbi“: der alte Sirah und das Wolkenmonster Dal’Rok.

Bajoranischer „Rabbi“: der alte Sirah und das Wolkenmonster Dal’Rok.

Der alte Sirah stirbt und überträgt sein Amt O’Brien, da er seinen einheimischen Schüler für einen Versager hält. O’Brien ist allein nicht in der Lage, das Dal’Rok zu vertreiben, aber gemeinsam mit dem jungen Sirah-Schüler, der nun in seine Rolle hineinwächst, schafft er es.
Dabei erfahren O’Brien und Bashir auch, was es mit dem Dal’Rok auf sich hat: Vor vielen Jahren war das Dorf in Gefahr, durch Hass, Neid und Mißtrauen unter seinen Bewohnern zerstört zu werden. Mittels eines Splitters von einem der heiligen Drehkörper der Wurmloch-Propheten erzeugte er alljährlich das Dal’Rok, eine Manifestation der bösen Gedanken der Dorfbewohner, die er in einer gemeinsamen Beschwörung zur Vertreibung des Wolkenmonsters inspiriert. Dabei feuert er sie an, ihm in Sprechchören nachzusagen: „Das Dorf ist stark! Viel stärker, als das Dal’Rok sich vorstellen kann! Mit unserer Stärke und Einigkeit werden wir das Dal’Rok endgültig verjagen. Das Dorf ist stark! Viel mächtiger als das Dal’Rok! (etc.)“. Diese äußere Bedrohung, von deren künstlicher Heraufbeschwörung die Dörfler nichts wissen, mitsamt dem gemeinsamen Vertreibungsritual stellt die Einigkeit im Dorf wieder für ein Jahr her.

Hier haben wir schon eine sehr auffallende Parallele zu den Juden, die es, wie ich schon in diesem Kommentar geschrieben habe, aufgrund ihrer Mentalität schon gar nicht mehr auf Dauer miteinander in einem unverdünnten Ethnostaat aushalten, und die auch in der Diaspora zur Festigung ihres Zusammenhalts eine äußere Bedrohung, und sei es nur eine erfundene, benötigen.
Der Sirah ist also der Rabbi der Bajoraner, und das Dal’Rok entspricht also in Israel den Arabern und allgemeiner betrachtet den Goyim, dem Dritten Reich oder auch Amalek.

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