Die Wurzeln der Zivilisation

Von William L. Pierce, übersetzt von Richard. Das Original The Roots of Civilization erschien am 25. Mai 2011 auf Counter-Currents Publishing/North American New Right. Auf den Text aufmerksam geworden bin ich [Richard] durch die Lektüre von Chechars (César Torts) Buch The Fair Race’s Darkest Hour, das im Netz als PDF heruntergeladen werden kann; von dort stammt auch die verwendete Abbildung.

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Schalten Sie eine lokale Nachrichtensendung in fast jeder größeren Stadt in diesem Land ein, und die Chancen stehen bei fast 100 Prozent, dass Sie zumindest einen schwarzen Nachrichtensprecher hören und sehen können, wie er Ihnen sagt, was in der Welt passiert. Er wird gekleidet und gepflegt sein wie die weißen Sprecher, und in den meisten Fällen wird auch seine Artikulation derart ähnlich sein, dass Sie für einen Moment Ihre Augen schließen und sich beinahe selbst davon überzeugen könnten, Sie hörten eine weiße Person sprechen.

In sanft modulierten Tönen berichtet der schwarze Sprecher Ihnen über die Feinheiten des neuesten Finanzskandals im Rathaus, gibt Ihnen einen klaren Überblick über die bevorstehenden kulturellen Veranstaltungen und äußert sich vielleicht sogar in ein oder zwei gescheiten Kommentaren zu dem Zustand der öffentlichen Moral. Nie wird seine Zunge dabei über ein vielsilbiges Wort stolpern, noch wird er jemals in Ghetto-Slang verfallen. Am Ende des Programms wird er in den üblichen paar Sekunden vor der Abblende in Geplänkel mit den anderen Nachrichtensprechern verfallen, und man kann sich kaum des Eindrucks erwehren, dass der einzige Unterschied zwischen ihm und seinen weißen Kollegen tatsächlich nur eine Frage der Pigmentierung ist.

Das ist natürlich genau die Überzeugung, die die Regisseure und Produzenten des Programms Sie glauben machen wollen. Es ist eine Überzeugung, die völlig im Widerspruch zu dem steht, was von den meisten weißen Amerikanern vor einer Generation für wahr gehalten wurde. Natürlich war das Amos’n’Andy-Bild der Schwarzen, die kaum in der Lage sind, zu sprechen oder ihre Schuhe zu binden, ein allzu simples, aber ebenso ist es um das nun von den heutigen Medienmanagern erstellte bestellt. Man kann Schwarze dazu anleiten, Nachrichten-Skripte fehlerlos zu lesen, pünktlich und nüchtern zur Arbeit zu kommen, sich zu kleiden und fast genauso zu reden wie die tüchtigsten Weißen. Aber dennoch gehen die Unterschiede zwischen Schwarzen und Weißen weit mehr unter die Haut. Diejenigen, die mit dem Überleben Amerikas und der westlichen Zivilisation befasst sind, müssen diese Unterschiede verstehen.

Der Unterschied, der am meisten diskutiert worden ist, ist der quantitative Unterschied in dem durchschnittlichen Intelligenzquotienten (IQ) zwischen Schwarzen und Weißen. Seit vielen Jahrzehnten erbringen Schwarze, ungeachtet der intensiven Bemühungen von Pädagogen, Politikern und der den Test anbietenden Unternehmen selbst, in diesem Land immer noch regelmäßig in standardisierten IQ-Tests Ergebnisse, die 15 Punkte unter denen der Weißen liegen.

Aber es gibt auch einen qualitativen Unterschied in der Intelligenz der Schwarzen und Weißen, und dieser Unterschied ist sogar noch wichtiger als der quantitative Unterschied im IQ: Schwarze lernen nicht nur im Durchschnitt langsamer als Weiße, sondern es gibt auch gewaltige Unterschiede im geistigen Prozess selbst. Bei Lernaufgaben, die nur eine gute Gedächtnisleistung erfordern – zum Beispiel einfache Rechenoperationen und Orthographie – schneiden Schwarze bei guter Motivation fast so gut ab wie Weiße.

Aber bei Aufgaben, die Abstraktion erfordern, bei denen es nötig ist, zu einer Schlussfolgerung zu kommen oder eine allgemeine Regel aus einer Reihe von Fällen abzuleiten – und das schließt praktisch alle Fälle von problemlösenden Denken ein – fällt die Leistung der Schwarzen weit hinter der von Weißen zurück.

Diese Unfähigkeit der Schwarzen, Schlussfolgerungen zu ziehen und mit abstrakten Konzepten umzugehen, findet ihre Entsprechung in dem fast völligen Fehlen von Schwarzen in denjenigen Berufen, die abstraktes Denken im hohen Maße erfordern, ungeachtet der jahrzehntelangen Affirmative Action: Physik und Mathematik, zum Beispiel. Die Regierung verursachte mit ihren Quoten einen starken Anstieg in der Zahl der Schwarzen an den amerikanischen Colleges und Universitäten innerhalb der letzten Jahrzehnte, und als Folge dessen schwemmten Schwarze in zahlreiche Berufe, aber die Wissenschaften blieben praktisch weiß. Sie können schwarze Kernphysiker in Filmen sehen, aber im wirklichen Leben sind die einzigen Schwarzen, die Sie im Physik-Labor zu Gesicht bekommen, Hausmeister und Techniker – und nicht viele haben sich als Techniker qualifiziert.

Dieser qualitative Unterschied in der Intelligenz der Rassen wird von vielen übersehen – und es ist leicht zu sehen, warum das so ist: Die meisten von uns haben eine zu einfache Auffassung von der menschlichen Intelligenz. Wir denken von einigen Menschen, dass sie „beschränkt“ oder „langsam“ sind, und andere nehmen wir wiederum als „aufgeweckt“ wahr. Wenn eine Person „beschränkt“ ist, ist sie vulgär und ungepflegt, sie redet langsam, und ihr Wortschatz ist begrenzt; unser Bild von dieser Person ist das des klassischen Dorftrottels. Und andersherum ist eine „aufgeweckte“ Person für uns jemand mit einer schnellen Zunge und einem gepflegten Erscheinungsbild.

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Faustischer Wagemut

Faustischer Wagemut

von Dr. William Pierce
Deutsche Übersetzung von Richard

Was ist die tiefere Bedeutung und der Ursprung für das Verlangen der Europäer, „nach Wissen zu streben, das jenseits unserer Erkenntnisgrenzen liegt“?

(Der folgende Artikel ist die Ausarbeitung eines Teils eines im September 1978 gehaltenen Vortrages mit dem Titel „Die Weltsicht der National Alliance“, der von Dr. William Pierce auf der Generalversammlung derselben gehalten wurde. Quelle: National Vanguard, no. 65, 1978; reprinted in The Best of Attack! and National Vanguard Tabloid, ed. Kevin Alfred Strom (Arlington, Va.: National Vanguard Books, 1984), p. 145, erschienen auf Counter-Currents unter dem Titel The Faustian Spirit.[Das Zitat der Einleitung stammt aus Alfred Tennysons Gedicht „Ulysses“ (V. 32); Einschübe und Ergänzungen in eckigen Klammern von mir, Richard].

Im späten Mittelalter lebte in Deutschland ein berühmter Gelehrter, der dafür bekannt war, geheimnisvolle Naturphänomene enträtselt und seine Kenntnisse für magische Praktiken nutzbar gemacht zu haben.
Bei manchen war er als kundiger Alchemist bekannt, der sein Wissen durch sorgfältige Forschung in seinem Laboratorium erworben hatte. Andere wiederum meinten, er sei lediglich ein Hochstapler, der sich besser in Taschenspielerei auskenne als in Alchemie. Die Meisten aber werden ihn als den Mann in Erinnerung behalten haben, der einen Pakt mit dem Teufel schloss, um so seine Seele für Wissen und Macht zu verpfänden.

Dieser sagenumwobene Gelehrte war Doktor Johann Faust (ca. 1480-1538), und die zahlreichen Legenden, die sich um ihn rankten, beflügelte die Fantasie von Schreibern, Dichtern und Komponisten der nachfolgenden Generationen. Ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod wurde in Deutschland ein Buch veröffentlicht, das diese Legenden zum Inhalt hatte: Die Historia von Dr. Johann Fausten von Johann Spieß. Dieses Werk zirkulierte bald darauf auch in englischer und französischer Übersetzung.

Im späten 16. Jahrhundert schrieb Christopher Marlowe sein Stück Tragical History of Doctor Faustus, welche auf diesen Legenden beruht. Zahllose andere Autoren nahmen hiernach die Faust-Thematik auf: Die Geschichte eines Mannes, der danach strebte, seine Grenzen zu überschreiten, auf der Suche nach Wissen, welches dasjenige überstieg, was anderen beschieden war.

Von diesen Autoren am bekanntesten ist Johann Wolfgang von Goethe, dessen erster ausführlicher Dramenteil (Faust I) 1808 veröffentlicht wurde. Berlioz und Gounod, unter vielen anderen, verfassten Opern, wobei sie sich vor allem auf Goethes Bearbeitung stützten. Vom ausgehenden 19. Jahrhundert über das 20. Jahrhundert bis in unsere heutige Zeit werden Symphonien, Gedichte, Dramen und Romane auf der Grundlage der Faust-Thematik verfasst. (mehr …)

Spacewreck: Der Friedhof von Beta Pavonis

Der Friedhof von Beta Pavonis ist ein wahrhaft ehrfurchtgebietender Anblick. Unzählige tausende verlassener Schiffe kreisen endlos um den leblosen Globus des einzigen Planeten in dem System. Fast alle Fahrzeuge stammen von jenseits der bekannten Galaxis, und diejenigen, die identifiziert worden sind, kommen aus vielen Perioden unserer Geschichte. Eines der bemerkenswertesten davon ist der uralte und beinahe intakte Space Shuttle, der in den ersten Tagen des Raumfluges operierte, noch bevor überhaupt die Föderation gebildet worden war. (Bild von Peter Elson.)

Der Friedhof von Beta Pavonis ist ein wahrhaft ehrfurchtgebietender Anblick. Unzählige tausende verlassener Schiffe kreisen endlos um den leblosen Globus des einzigen Planeten in dem System. Fast alle Fahrzeuge stammen von jenseits der bekannten Galaxis, und diejenigen, die identifiziert worden sind, kommen aus vielen Perioden unserer Geschichte. Eines der bemerkenswertesten davon ist der uralte und beinahe intakte Space Shuttle, der in den ersten Tagen des Raumfluges operierte, noch bevor überhaupt die Föderation gebildet worden war. (Bild von Peter Elson.)

Original: „The Graveyard of Beta Pavonis“; Übersetzung: Cernunnos (Bilder von Peter Elson, Fred Gambino, Tony Roberts und Robin Hiddon). Dies ist Teil 7 meiner Übersetzungsreihe Spacewreck aus dem Buch SPACEWRECK: Ghostships and Derelicts of Space (1979, ISBN 0600 329909) von Stewart Cowley, einer Sammlung kürzerer illustrierter, nicht zusammenhängender Geschichten vor dem Hintergrund einer fiktiven Geschichte der Expansion des Menschen in die Galaxis. Zuvor hier veröffentlicht:

Spacewreck: Einführung
Todesschiff von Alkahera
Das Wrack der Jancis Jo
Die Kriegswelt Alshain
Kinder der Götter
Ein tödliches Eden

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Die fernsten Teile jedes großen Reiches haben in der ganzen Geschichte immer ein größeres Maß an Freiheit und Unabhängigkeit erfahren als jene Regionen, die näher an der Zentralregierung liegen. Das Gesetz ist schwerer durchzusetzen, und die Kommunikation ist auf das Wesentliche beschränkt. Obwohl es viele Vorteile für die Bewohner jener abgelegenen Gebiete geben mag, gibt es auch Nachteile. Es ist beträchtlich schwerer für sie, am gemeinsamen Netzwerk des Handels und der Wirtschaft mit ihren offenkundigen Vorteilen teilzunehmen, und sie sind zu einem hohen Maß an Autarkie gezwungen, um zu existieren. Wichtige Materialien und Versorgungsgüter sind Mangelware und oft von einer Art, die unmöglich zu improvisieren ist.

Die Raumregion, die von Alpha Indi dominiert wird, einer Sonne sehr ähnlich unserer eigenen, war ein typisches Beispiel. 102 Lichtjahre vom Zentrum der Terranischen Föderation entfernt liegend, besaß sie mehrere Planeten, von denen zwei in der jüngeren Vergangenheit kolonisiert worden waren. Obwohl beide Welten recht groß waren, war ein Großteil ihrer Oberfläche dürr und unwirtlich, und die Kolonisation nahm die Form zahlreicher isolierter Siedlungen an, die über die ganzen Enklaven fruchtbaren Landes verteilt waren. Aber diese Welten waren für sich nicht der Grund, warum Menschen durch die Leere gereist waren. Über das ganze System verstreut gab es mehrere erzreiche Asteroidenschwärme, von denen jeder aus Tausenden einzelner Objekte bestand. Das Problem war, an sie heranzukommen. Versorgungsschiffe von den Industriewelten näher am Kern der Föderation kamen selten vorbei, und wenn einmal Händler bei Alpha Indi aus dem Warp auftauchten, beförderten sie üblicherweise wichtige medizinische Nachschubgüter oder Haushaltsgeräte statt Raumschiffbaugruppen oder Bergbauausrüstung, die zu bezahlen den Siedern schwerfallen würde. Die großen Bergbaukonzerne waren in diesem Stadium mehr an den Feldern näher der Heimat mit ihren bedeutend niedrigeren Transportkosten interessiert. Es war für die Kolonisten sehr frustrierend, die Chance zu sehen, die riesigen Konzerne mit diesen reichen Feldern zu schlagen, und doch unfähig zu ihrer Ausbeutung zu bleiben. Ihr Problem war nicht einzigartig, und die Konzerne waren damit zufrieden zu warten, bis die Nachfrage die neuen Felder rentabel machen würde, bevor sie ihre Ausrüstung heranschafften. Auf jeden Fall waren viele von ihnen auch Raumschiffhersteller und begrenzten in gegenseitigem Einvernehmen die Lieferung von Raumfahrzeugen und Ausrüstung an solche Welten.

Daher bemerkten sie mit einiger Überraschung einen Zuwachs des Angebots bestimmter wichtiger Minerale auf dem Markt, einen Zuwachs, für den sie nicht verantwortlich waren. Zuerst war das Volumen nicht bedeutend genug, um die allgemeinen Preise zu drücken, und sie achteten wenig darauf. Aber allmählich nahm das Rieseln zu, und es begann eine deutliche Wirkung auf ihre Preise zu haben. Die Lieferungen wurden bald nach Alpha Indi zurückverfolgt, und Kundschafter wurden ausgeschickt, um herauszufinden, wie die Siedler an die Quelle gelangten und die Materialien abbauten. Es war offenkundig, daß die Menschen von Alpha Indi Schiffe hatten, aber es gelang den Kundschaftern nicht herauszufinden, wie man sie erhalten hatte, insbesondere nachdem sie keinen existierenden Typen entsprachen. Die Kolonisten beharrten darauf, daß sie sie selbst gebaut hätten, aber dies erschien unmöglich. Sie hatten weder die beträchtliche Expertise, die nötig war, um solche Fahrzeuge von Grund auf zu konstruieren und zu bauen, noch die hochentwickelten Einrichtungen, die solch ein Unterfangen erfordern würde. Die Fabriken, die es gab, waren nicht mehr als ziemlich primitive Montagewerkstätten. Der Bau fertiger Schiffe wäre nur mit einem hohen Grad an Vorfabrikation möglich gewesen, und kein registrierter Anbieter hatte solche Baugruppen angeliefert.

Dennoch wurden die Erze in ständig wachsenden Mengen gefördert, wobei die Siedler selbst die Schiffe in die Heimatsysteme flogen. Die Bergbaufirmen ersuchten schließlich die Terran Trade Authority um Ermittlung, mit der Begründung, daß die neue Kolonie vielleicht ihre Produktionsquote überschreiten könnte, aber die TTA konnte nichts ausrichten. Produktionsquoten wurden vorab vor jeder Bergbauoperation festgesetzt, und in diesem Fall war keine festgelegt worden, weil erwartet wurde, daß diese Felder erst in vielen Jahren in Betrieb sein würden. Was die Schiffe betraf, so waren sie von einzigartiger Konstruktion, aber sie entsprachen alle den standardmäßigen Sicherheitsvorschriften und waren ordnungsgemäß registriert worden.

Daß es genug Schiffe gab, um einen Bergbaubetrieb von beträchtlicher Größe zu ermöglichen, war außergewöhnlich genug, aber daß es auch eine große Zahl von Fahrzeugen gab, die als private Verkehrsmittel zwischen den beiden Schwesterwelten benutzt wurden, viel mehr, als mit dem gewachsenen Wohlstand der Bergbauleute erklärt werden konnte, war ganz unerklärlich. Die TTA war offensichtlich sehr interessiert daran, wie eine isolierte und etwas verarmte Kolonie es geschafft hatte, fast über Nacht eine blühende und individuelle Schiffbauindustrie zu schaffen, ohne die teuren und raffinierten Ressourcen, die für ein Unternehmen dieser Art für notwendig erachtet wurden. Ihre Ermittler wurden offen und warmherzig empfangen und sofort zu den betreffenden Fabriken geführt, wo bald offensichtlich wurde, daß die Bewohner mit den Grundbaugruppen in vorfabrizierter Form beliefert wurden.

Die Antworten auf die von den Ermittlern gestellten Fragen vertieften das Mysterium nur, aber sie beharrten darauf, daß die Teile von einer Gruppe unabhängiger „Jacker“ angeliefert worden waren, Männern ohne festen Beruf, die die Sterne durchstreiften und ihren Lebensunterhalt mit allem bestritten, was sich so ergab. Eines Tages hatte ein Jacker-Schiff auf Alpha Indi II aufgesetzt, um Versorgungsgüter an Bord zu nehmen; die Jacker hatten vom Dilemma der Kolonisten erfahren und eine Lösung versprochen.

Mehrere Monate waren vergangen, bevor man das Schiff wiedersah, aber als es mit einem anderen seiner Art eintraf, beförderten die beiden eine Anzahl großer Rumpfsektionen einschließlich einer großen Nuklearantriebseinheit. Ohne auf Bezahlung zu warten, verschwanden sie wieder, um Wochen später wieder mit weiteren Teilen zu erscheinen, die alle von einer Vielzahl von Fahrzeugen zu stammen schienen, als ob sie einen himmlischen Schrottplatz geplündert hätten.

Es war genug Krempel da, um ein ganzes Schiff zu bauen und eine Anzahl Teile übrigzubehalten. Der Großteil der Elektronik wurde leicht mit Geräten adaptiert, die die Kolonisten bereits hatten, und ihre allgemeinen Fertigkeiten genügten, um das ziemlich einfache Kontrollsystem aufzubauen, das für den örtlichen Betrieb in den Asteroidengürteln nötig war. Die Jacker einigten sich gerne auf einen Anteil an den Einnahmen, sobald das Erz in den Lagersilos einzutreffen begann, die von den hocherfreuten Bergleuten hastig gebaut wurden. Sobald das erste Schiff einsatzbereit war, war es nur eine Sache von Wochen, bevor die Kolonisten die Jacker um weitere Fahrzeuge ersuchten, und wiederum verschwanden die fleckigen und ramponierten Schiffe in den tiefen Raum. Bald füllte ein stetiger Strom von Rumpfsektionen und Energiesystemen die Schuppen, die frisch von den Teams auf Alpha Indi II errichtet worden waren, welche sich dafür entschieden, die Quelle der Maschinenteile nicht zu hinterfragen. In der Zwischenzeit hatten immer mehr Jacker, begierig auf die Ausbeutung dieses lukrativen Handels, sich angeschlossen.

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Spacewreck: Ein tödliches Eden

Für den nichtsahnenden Reisenden gibt es nichts am System Delta Gruis selbst, das auf die Gefahr hindeutet, die auf der Oberfläche des Planeten Eden lauert. Nur die Warnfunkfeuer, die diesen Raumbereich umringen, liegen zwischen der Realität und dem Wahnsinn. (Bild von Angus McKie)

Für den nichtsahnenden Reisenden gibt es nichts am System Delta Gruis selbst, das auf die Gefahr hindeutet, die auf der Oberfläche des Planeten Eden lauert. Nur die Warnfunkfeuer, die diesen Raumbereich umringen, liegen zwischen der Realität und dem Wahnsinn. (Bild von Angus McKie)

Original: „Killer Planets: A Deadly Eden“; Übersetzung: Cernunnos (Bilder von Angus McKie, Fred Gambino und Colin Hay). Dies ist Teil 6 meiner Übersetzungsreihe Spacewreck aus dem Buch SPACEWRECK: Ghostships and Derelicts of Space (1979, ISBN 0600 329909) von Stewart Cowley, einer Sammlung kürzerer illustrierter, nicht zusammenhängender Geschichten vor dem Hintergrund einer fiktiven Geschichte der Expansion des Menschen in die Galaxis. Zuvor hier veröffentlicht:

Spacewreck: Einführung
Todesschiff von Alkahera
Das Wrack der Jancis Jo
Die Kriegswelt Alshain
Kinder der Götter

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230 Lichtjahre von der Erde entfernt liegt die nähere Komponente des optischen Doppelsterns Delta Gruis. Delta Eins ist eine Sonne mit ähnlichen Eigenschaften wie Sol, anders als der fernere des Paares, der ein roter Stern vom Spektraltyp M4 ist. Vor etwa 34 Jahren wurde herausgefunden, daß Delta Eins ein Planetensystem aus mindestens vier größeren Körpern besitzt, und eine Vorbeiflugsonde zeigte an, daß zwei davon die Eigenschaften bewohnbarer Welten hatten. Es ist nicht oft der Fall, daß ein System auch nur einen solchen Planeten enthält, und daß eines zwei davon enthält, war selten genug, daß die Entdeckung beträchtliches Interesse erregte. Infolgedessen wurde ein Vermessungsteam eigens zusammengestellt, um sofort weiterzuforschen, statt daß das System der Liste der Welten hinzugefügt wurde, die darauf warteten, studiert zu werden. Nach einer ereignislosen Reise näherten sich die beiden Schiffe des Teams dem ersten der fraglichen Planeten und gingen in den Orbit, um mit der Arbeit zu beginnen.

Selbst die ersten Studien deuteten schon darauf hin, daß dies eine so nahe am Idealen liegende Welt war, wie man sie bisher nur entdeckt hatte. Es gab reichlich Oberflächenwasser, eine sauerstoffreiche Atmosphäre, ein gemäßigtes Klima mit wenig Variation zwischen den Polen und weite Gebiete mit üppiger Vegetation. Keine Hinweise auf künstliche Strukturen oder Bauwerke, die groß genug waren, um aus dieser Höhe entdeckbar zu sein, waren zu finden, was darauf hindeutete, daß jegliche intelligente Spezies, die die Oberfläche bewohnte, nicht aus großen Stammesgruppen bestand, und daß es daher unwahrscheinlich war, daß sie eine sehr hoch entwickelte Technologie besäße. Es gab eigentlich nichts, das darauf hindeutete, daß der Planet überhaupt bewohnt war. Es wurde daher beschlossen, mit einer Erkundung im Tiefflug fortzufahren und so bald wie möglich auf der Oberfläche zu landen.

Es war aus dem Studium im Tiefflug leicht zu ersehen, daß es mehrere große Tierarten gab, die die ausgedehnten Wälder bewohnten, und andere, die sich in den Meeren und seichten Seen regten, welche die grünen Weiten unterbrachen. Bei einem dieser Überflüge erfaßten die Scanner die Form eines großen künstlichen Objekts, das auf der Oberfläche lag. Die beiden Vermessungsschiffe trafen sich sofort über der Position, wobei eines höher stieg, um das andere zu decken, während es zu einem langsamen Überflug wendete. Der Formationsführer hielt seine Geschwindigkeit und Höhe so niedrig, wie er es wagte, und seine Besatzung hielt sich für einen Notaufstieg beim kleinsten Anzeichen von Problemen bereit.

Als sie sich vorsichtig auf das Gebiet zu bewegten, das von den Koordinaten angezeigt wurde, begaben sich die Mitglieder des Forschungsteams an die Sichtschirme und spähten auf den endlosen Anblick subtropischer Vegetation hinaus. Dort, über das dichte Gewirr aufragend, lag die rostende Masse eines gigantischen Raumfahrzeuges. Mit an mehreren Stellen gebrochenem Rücken lag das riesige Schiff über eine Lichtung ausgebreitet, und große Risse hoben sich schwarz von der hellfarbig korrodierten Außenhaut ab. Davon abgesehen war es im wesentlichen intakt und war offensichtlich irgendwann in der fernen Vergangenheit ohne Probleme gelandet. Sein gegenwärtiger Zustand lag hauptsächlich am Zahn der Zeit und an den Einwirkungen der Atmosphäre auf sein Gefüge. Als seine Tragkonstruktion schwächer wurde, führte ein Gewicht seinen Zusammenbruch herbei. Das Schiff selbst paßte zu keinem bekannten Typ der Föderation, aber es war eindeutig nicht für den Oberflächenbetrieb entworfen worden. Die Art des Rumpfes war die eines Tiefraumfahrzeuges, und die Leistung, die für Oberflächenlandungen notwendig gewesen wäre, hätte eine wiederholte Verwendung in dieser Weise unpraktisch gemacht. Es konnte nur ein Kolonisationsschiff sein; die Frage war: woher?

Ein Kettenfahrzeug der Terranischen Föderation untersucht den enormen rostenden Rumpf eines außerirdischen Siedlerschiffes.

Ein Kettenfahrzeug der Terranischen Föderation untersucht den enormen rostenden Rumpf eines außerirdischen Siedlerschiffes.

Das stark mitgenommene Wrack, das vom Boden dieses seltsamen Paradieses aufragt, steht als grimmige Erinnerung an die verborgenen Gefahren von Delta Gruis.

Das stark mitgenommene Wrack, das vom Boden dieses seltsamen Paradieses aufragt, steht als grimmige Erinnerung an die verborgenen Gefahren von Delta Gruis.

Das Vermessungsteam kletterte vorsichtig durch eine der vielen Öffnungen hinein, aber ihre oberflächliche Erforschung ergab keine Hinweise auf die Herkunft des Fahrzeuges, und sein gefährlicher Zustand hielt sie davon ab, lange in seinem Inneren zu bleiben. Daß seine Passagiere von ungefähr humanoider Gestalt waren, wurde durch die Überreste eines Oberflächenfahrzeugs bestätigt, das verrottend in der Nähe lag. Bei der Rückkehr zum Raupenfahrzeug erhielt das Team ein Signal vom anderen Schiff, daß eine weitere seltsame Stätte in einiger Entfernung entdeckt worden war, und sie hoben ab und setzten Kurs, um sie zu überprüfen.

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Spacewreck: Kinder der Götter

„Andere Gerätschaften wurden gefunden, wie dieser Landschreiter, die aus dem zerstörten außerirdischen Kolonisationsschiff stammen mußten, aber nun Gegenstände von heiliger Bedeutung waren.“ (Illustration von Tony Roberts)

„Andere Gerätschaften wurden gefunden, wie dieser Landschreiter, die aus dem zerstörten außerirdischen Kolonisationsschiff stammen mußten, aber nun Gegenstände von heiliger Bedeutung waren.“ (Illustration von Tony Roberts)

Original: „Children of the Gods“; Übersetzung: Cernunnos. Dies ist Teil 5 meiner Übersetzungsreihe Spacewreck aus dem Buch SPACEWRECK: Ghostships and Derelicts of Space (1979, ISBN 0600 329909) von Stewart Cowley, einer Sammlung kürzerer illustrierter, nicht zusammenhängender Geschichten vor dem Hintergrund einer fiktiven Geschichte der Expansion des Menschen in die Galaxis. Zuvor hier veröffentlicht:

Spacewreck: Einführung
Todesschiff von Alkahera
Das Wrack der Jancis Jo
Die Kriegswelt Alshain

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Die Paquita war eine TTA-Fregatte der Quantum-Klasse, die aus der Mitte des 24. Jahrhunderts stammte. Obwohl hundert Jahre alt, konnte sie die meisten der gegenwärtigen Generation von Mehrzweckschiffen an Leistung übertreffen. Ursprünglich für militärische Geleit- und Aufklärungszwecke gedacht, hatten die Schiffe der Quantum-Klasse jahrelang gedient, bevor sie ausgemustert und für den Verkauf an jeden verfügbar gemacht wurden, der es sich leisten konnte, sie zu betreiben. Es gab wenige Kunden, weil ihre sehr hohe Leistung und beschränkte Frachtkapazität sie nicht für wirtschaftlichen Betrieb geeignet machten. Die meisten derer, die verkauft wurden, gingen an Frachtkonzerne, die nach Schiffen für den Transport kompakter, aber wertvoller Fracht suchten, aber ein paar wurden von Einzelpersonen gekauft.

Chalee Sameth war einer davon. Geboren auf dem erbittert unabhängigen Planeten Asterion II, der etwa dreißig Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Canes Venatici (Jagdhunde) lag, fühlte er sich von der stolzen, aber etwas primitiven Lebensweise seines Volkes eingeengt. Entschlossen, sein Glück anderswo zu finden, erarbeitete er sich seine Passage zur Erde und trat in den Dienst einer der von der TTA betriebenen Frachtlinien ein. [TTA = Terran Trade Authority] Er lernte schnell und war nach ein paar Jahren zum Ersten Flugingenieur geworden, und die Beförderung zum Kapitän war nicht weit entfernt. Aber die Aussicht auf weitere Jahre auf lokalen Fahrten war nicht reizvoll, und er bewarb sich erfolgreich um einen Posten als Navigator auf Tiefraumfrachtern. Leider erwies sich auch dies als weniger befriedigend, als er gehofft hatte, und er begann sich nach etwas umzusehen, das zu seinem Temperament paßte.

Obwohl seine Tüchtigkeit außer Frage stand, hatte seine stolze und wilde Natur seine Dienstakte mit zahlreichen Vermerken gefüllt, die den begehrten Kapitänsrang zu einer eher langfristigen Möglichkeit machten. Die Entscheidung betreffend seine Zukunft bei der TTA wurde schließlich für ihn getroffen. Während er darauf wartete, daß sein Schiff auf einem der großen Frachtterminals in den Menkalinan-Feldern mit der Beladung fertig wurde, wanderte er durch das verrufenere Viertel der Siedlung auf dem Asteroiden und brachte es fertig, in einer kleinen, schäbigen Bar, die in einer Hintergasse versteckt lag, monumental betrunken zu werden. Als er nahezu vierzehn Stunden später aufwachte, war sein Schiff schon lange weg, und nachdem das Nichterscheinen zum Dienst auf einem interstellaren Flug für ein höherrangiges Besatzungsmitglied als schwerer Verstoß behandelt wird, begann er sich nach einer neuen Anstellung umzusehen. Für die meisten Männer ist es leicht, Arbeit auf den Bergwerksfeldern in diesem ungezähmten und mineralreichen Teil der Galaxis zu finden, aber nicht für einen Raumfahrer. Alle Flugjobs sind nur für zugelassenes Personal oder lizensierte Privatbetreiber offen, und Lizenzen sind schwierig und teuer zu erlangen.

Aus diesem Grund sind die Frachttransportraten recht hoch, aber es gibt eine Anzahl von Schiffen, die ohne Lizenzen und zu verhandelbaren Raten operieren. Nach einer oder zwei Wochen war Chalees Geld zu Ende gegangen, und er fand sich in schmuddeligen kleinen Zimmern bei schmuddeligen kleinen Bars wieder, wo er verstohlen mit Fremden flüsterte, bis er eines Tages aus einem davon als Navigator der Grey Lady herausging, eines heruntergekommenen und veralteten Frachters, der eine unter der Hand verkaufte Lieferung von Werkzeugmaschinen zu erledigen hatte. Die Reise war ein Erfolg, und auch diejenigen danach. Es dauerte nicht lange, und Chalee hatte genug verdient, um eine beträchtliche Anzahlung auf eine zernarbte und verbeulte Fregatte der Quantum-Klasse zu leisten, die Paquita, und ein paar Flüge später konnte er es sich leisten, sie so weit wiederherstellen zu lassen, daß sie in besserem Zustand war, als sie es seit langem gewesen war. Drei Wochen nachdem er sie ausprobiert hatte, fand er eine Besatzung und hatte seinen ersten Liefervertrag abgeschlossen. Die Kreditzinsen und die fälligen Raten zwangen ihn, sich für die hochbezahlten Jobs zu entscheiden, bei denen keine Fragen gestellt wurden. Die ersten beiden gingen glatt, und Chalee begann über Verbesserungen nachzudenken, die er an der Paquita vornehmen könnte, aber der dritte Job ging ziemlich schief.

Ein Patrouillenschiff der Bundespolizei rief sie an, als sie sich mit einer höchst illegalen Fracht aus Nuklearsprengmitteln zum Warpsprung bereitmachten. Obwohl wirksam für die Verwendung beim Bergbau, waren sie trotzdem verboten, sofern sie nicht von der TTA zugeteilt waren und unter offizieller Aufsicht verwendet wurden. Wenn die Strafen für die Beförderung unautorisierter Güter dieser Art schon hoch waren, so waren jene für deren Beförderung in einem unlizensierten Fahrzeug etwas, über das man lieber nicht nachdachte.

Das Signal von dem Patrouillenschiff, das eine Identifikation forderte, war daher höchst unwillkommen, und die Reaktion von Chalee und seinen Kollegen war kam augenblicklich. Jedes überflüssige Gerät, das Leistung von der Energieversorgung bezog, wurde abgeschaltet, und maximale Energie wurde in den Warpgenerator gespeist, der seinerseits auf Höchstlast gefahren wurde. Sobald der Leistungsausstoß die Linie berührte, warf Chalee das Schiff in den Sprung, was Männer und lose Ausrüstung herumfliegen ließ, als das Schiff in den Hyperraum schlingerte. Es war keine Zeit mehr gewesen, um die Wiedereintrittskoordinaten einzustellen, daher konnte jeder nur raten, wo sie wieder herauskommen würden. Chalee konnte nur die verstrichene Zeit und die Warpgeschwindigkeit in eine Gleichung setzen und hoffen, daß das Patrouillenschiff nicht gleichermaßen tollkühn sein würde. Obwohl es für ein Schiff im Normalraum unmöglich ist, einem im Hyperraum nachzuspüren, kann der Wiedereintritt in den Normalraum geortet werden. Aber die Galaxis ist groß, und nicht einmal die Schmuggler selbst wußten, wo sie landen würden.

Chalee beschloß, ein paar Wochen lang auf höchster Warpgeschwindigkeit zu bleiben, bevor er in den Normalraum zurückkehrte, um seine Position festzustellen und zu einem bestimmten Ort zu springen. Um sich die Zeit zu vertreiben, spielte er mit dem Computer und gab Daten über Geschwindigkeit und Dauer der Warpantriebszeit ein, um seine annähernde Position abzuschätzen. Aber ohne jegliche Information über seine Richtung vom Ausgangspunkt weg konnte die Datenausgabe nur einen kugelförmigen Bereich angeben, in dem Millionen Sterne lagen.

Sechs Wochen waren verstrichen, bevor er beschloß, den Wiedereintritt zu riskieren, und mit bis zum Hals klopfenden Herzen brachte er das Schiff aus dem Sprung. Sekunden später waren die Sichtschirme voll vom sternenübersäten Samt des Normalraums, und jeder an Bord seufzte erleichtert auf. Aber das Hochgefühl sollte nicht lange dauern. Die Dringlichkeit ihres Abfluges hatte keine Zeit gelassen, um den Hauptantrieb in normaler Weise herunterzufahren, und die plötzliche massive Belastung des Reaktors hatte einigen Schaden daran verursacht, zusätzlich zu Haarrissen in der Schubkammer der Antriebseinheit, die durch die abrupte Abkühlung verursacht worden waren. Sie würden keinen weiteren Sprung machen können, bevor nicht Reparaturen durchgeführt worden waren, und sie würden einen Planeten finden müssen, um darauf zu landen, in der Hoffnung, dort genug Luft, Wasser und Nahrung zu finden, um sie am Leben zu halten, während sie die notwendige Arbeit ausführten.

Die erste Aufgabe war die Feststellung ihrer Position, und die kleine Zahl der in dieser Region sichtbaren Sterne würde es nicht leicht machen. Chalee wählte den hellsten in Sicht aus und begann Werte abzulesen. Es war ein gelber Stern vom Spektraltyp G6, hinter dem eine große Gruppe lokaler Galaxien lag. Etwa 322 Lichtjahre entfernt lag ein A0-Unterriese, und etwa 103 Lichtjahre hinter ihnen lag ein Zwergstern vom Typ F5. Innerhalb einer halben Stunde hatten die Datenbänke sie darüber informiert, daß der Stern voraus nach einer Bewertung der höchsten Wahrscheinlichkeit Beta Fornacis war, 148 Lichtjahre von der Erde entfernt und das Zentrum eines kleinen Systems von drei Planeten. Nichts war über diese Planeten bekannt, daher konnte die Besatzung der Paquita nur hoffen, daß einer eine Zuflucht bieten würde.

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Spacewreck: Die Kriegswelt Alshain

Daß die öde Welt Alshain IV einst die Heimat einer technologisch fortgeschrittenen Spezies gewesen war, war aus den vielen verfallenden Relikten ersichtlich, die dort entdeckt wurden. Die kriegerische Natur dieser verschwundenen Spezies wurde durch solche Artefakte wie diese primitive Raketenbatterie veranschaulicht. (Bild von Bob Layzell.)

Daß die öde Welt Alshain IV einst die Heimat einer technologisch fortgeschrittenen Spezies gewesen war, war aus den vielen verfallenden Relikten ersichtlich, die dort entdeckt wurden. Die kriegerische Natur dieser verschwundenen Spezies wurde durch solche Artefakte wie diese primitive Raketenbatterie veranschaulicht. (Bild von Bob Layzell.)

Original: „The Warworld of Alshain“; Übersetzung: Cernunnos. Dies ist Teil 4 meiner Übersetzungsreihe Spacewreck aus dem Buch SPACEWRECK: Ghostships and Derelicts of Space (1979, ISBN 0600 329909) von Stewart Cowley, einer Sammlung kürzerer illustrierter, nicht zusammenhängender Geschichten vor dem Hintergrund einer fiktiven Geschichte der Expansion des Menschen in die Galaxis. Zuvor hier veröffentlicht: Spacewreck: Einführung, Spacewreck: Todesschiff von Alkahera und Spacewreck: Das Wrack der Jancis Jo.

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Das Sternbild Aquila oder Adler liegt in der Milchstraße unterhalb jenes des Schwans. Der markanteste Stern in dieser Gruppe ist Altair, der bloße sechzehn Lichtjahre entfernt liegt. Von größerem Interesse für die Terranische Föderation war jedoch der gelbe G8-Zwergstern Alshain, der zweiundvierzig Lichtjahre von der Erde entfernt liegt und sehr ähnliche Eigenschaften wie unsere eigene Sonne hat. Im Jahr 2355 wurde herausgefunden, daß er ein Planetensystem von sechs größeren Körpern besitzt, und eine Expedition wurde zusammengestellt, um diese Welten zu untersuchen.

Drei der umlaufenden Kugeln kreisten zu nahe um Alshain selbst, um bewohnbar zu sein, und zeigten keine Anzeichen von Leben. Die fünfte und sechste waren eng miteinander verbunden und schwangen auf ihren unregelmäßigen Bahnen weit in die Dunkelheit hinaus. Sie waren ebenfalls unbewohnbar, aber aus dem gegenteiligen Grund. Alshain IV war ein ganz anderes Angebot und, obwohl es eine heißere und rauhere Welt als die Erde war, sicherlich in der Lage, menschliches Leben zu tragen.

Sie war gewiß eines näheren Blickes wert, und die Expeditionsflotte drang in das System ein und bezog Station nahe dessen Grenze und im Schatten von Alshain V, während zwei der mitgeführten Aufklärungsschiffe sich in den Orbit begaben, um festzustellen, ob dort intelligentes Leben existierte. Nach einem oder zwei unglücklichen Vorfällen in den frühen Tagen der Weltraumforschung war nun anerkannt, daß Vorsicht unter diesen Umständen bei weitem die beste Politik war. Das plötzliche Erscheinen unerwarteter und unbekannter Schiffe im Territorium einer Rasse mit einer fortgeschrittenen Technologie konnte leicht eine unerwünschte Wirkung haben. Während einer der Aufklärer für den Fall von Schwierigkeiten Position auf halbem Weg bezog, flog der andere näher heran, um die großen Kontinentalmassen abzusuchen, die von warmen, seichten Meeren umgeben waren.

Der größere Teil der Oberfläche schien aus riesigen Wüstengebieten zu bestehen, die von trockenen und schroffen Bergketten umringt und bar jeglicher größerer Formen von Vegetation waren. In den gemäßigteren Breiten bestand das Gelände hauptsächlich aus Buschland, das von Bändern reicheren Bewuchses durchzogen war, die den Weg einer Anzahl träger, schlammbeladener Flüsse markierten. Die Polargebiete waren von extrem dichtem Wald bedeckt, der von vielen großen Gipfeln durchbrochen war, und dort wurden die ersten Anzeichen einer bedeuteten Lebensform entdeckt.

Die verschiedenen Sensoren, die von dem Aufklärer eingesetzt wurden, machten seltsame Unterschiede in der Formation und Zusammensetzung einer Anzahl der isolierten Gipfel aus, während eine nähere Untersuchung darauf hindeutete, daß sie künstliche Bauwerke sein könnten. Zusätzlich schienen die Berge, die diese Phänomene aufwiesen, der Mittelpunkt von etwas zu sein, das nur als irgendeine Art von Straßen bezeichnet werden konnte.

Das Schiff blieb mehrere Tage lang in einer engen Umlaufbahn und hielt eine ständige Beobachtung aufrecht, aber es gab kein Lebenszeichen an diesen seltsamen Orten. Schließlich wurde entschieden, in die dünne Atmosphäre einzufliegen, und nach Auswahl eines der Gipfel flog das Schiff heran. Während es sich näherte, wurde offensichtlich, daß dies tatsächlich das Werk einer sehr kunstfertigen Intelligenz war…

Aus einer Vielzahl von Materialien zusammengesetzt, war ein zusammenhängender Komplex erbaut worden, der den Großteil des steilen Felsens bedeckte, aber von seinen Bewohnern gab es kein Anzeichen. Als das Schiff näherkam, wurde ersichtlich, daß die Siedlung seit langer Zeit nicht instand gehalten worden war und die Elemente ihren Tribut gefordert hatten. Manche Bauten waren völlig zusammengestürzt, und andere würden ihnen trotz ihrer massiven Bauweise folgen. Es gab wenige Öffnungen in den Oberflächen der vielen Gebäude, und der allgemeine Eindruck war der irgendeiner Art Festung. Die Straßen, die strahlenförmig von der Basis ausgingen, wurden von den dichten Wäldern zurückgefordert, und ihre Oberflächen waren von sprießender Vegetation durchsetzt.

Die Informationen wurden dem Rest der Gruppe zurückübermittelt, und der Aufklärer erhielt Anweisung, weiter nach Süden zu fliegen. Zwei ähnliche Formationen wurden gesichtet, bevor der Dschungel sich auszudünnen begann, aber beide waren im selben Zustand wie die erste, und die ursprünglichen Bewohner schienen wiederum verschwunden zu sein. Der Teppich aus Grün machte allmählich der zähen, gelblichen Vegetation des Buschlandes Platz. Die Landschaft hier wurde von einer Reihe von Plateaus und Bergrücken gebildet, zwischen denen sich vereinzelt Flüsse dahinwanden. Aus dieser Höhe waren mehrere andere Bauwerke zu sehen, die vom umgebenden Land aus kaum auszumachen gewesen wären und alle von niedriger und massiver Bauweise waren, was auf einen Verteidigungszweck hindeutete.

Der Kapitän entschied, eine Landung zu riskieren, und setzte das Schiff nahe einem dieser eindrucksvollen Artefakte auf. Während der Rest der Besatzung die leichte Bewaffnung des Schiffes auf das Ziel richtete, brachen der Kapitän und zwei Männer in einem Landscooter auf. Als sie am Boden neben dem Gebäude hielten, bemerkten die Männer, daß es in der glatten Oberfläche seiner Wände keine Fugen oder Verbindungsstellen gab. Als sie eine kleine Öffnung in der Seitenwand ausmachten, stiegen sie aus und gingen zu etwas hinüber, das eindeutig eine Schießscharte war, aus der die Schnauze eines Waffenlaufs in fortgeschrittenem Zustand der Korrosion hervorstand. Große Flocken von Material fielen davon ab, als der Lauf berührt wurde, aber es war unmöglich, die Natur der Waffe zu bestimmen.

Man fand, daß eine Seite des Gebäudes fast zur Gänze von einer großen Metallplatte ausgefüllt wurde, die in das steinartige Material eingesenkt war. Der Kapitän sprach in seinen Kommunikator, das Aufklärungsschiff hob ab und schwang zu der Seite herum, wo sie standen, und nachdem die drei Männer beiseite gegangen waren, schlug ein kräftiger Laserstrahl zu und verdampfte einen Teil der Platte. Die Männer spähten in die Dunkelheit dahinter, während sie darauf warteten, daß das Metall abkühlte, aber es war nichts zu sehen außer dem verblassenden Glühen der gegenüberliegenden Wand, wo der Laserstrahl aufgetroffen war. Sobald sie jedoch drin waren, fanden sie einen großen Raum, der mit verrotteten und korrodierten Apparaturen und einer riesigen Maschine ausgefüllt war, die einer Art von Projektilwerfer ähnelte. Mehrere kreisrunde Türen führten in kleinere Räume, die alle genauso leer und verfallen waren wie der erste. Wer immer für die Schaffung dieses grimmigen Bauwerks verantwortlich gewesen war, hatte es, nach den Türen und Durchgängen zu urteilen, für Kreaturen von beträchtlicher Größe gemacht.

Sie kehrten zum Schiff zurück, um Bericht zu erstatten, und wurden angewiesen, die Ankunft des anderen Aufklärungsschiffes abzuwarten, das acht Stunden später über ihnen erschien. Zusammen machten die beiden Schiffe sich weiter nach Süden in Richtung der großen Wüstenebenen auf und suchten nach irgendwelchen Anzeichen von Bewegung auf dem Boden unter ihnen. Plötzlich schrie ein Scanneroperator auf. In Lee eines voraus liegenden Bergrückens stand eine Gruppe außergewöhnlicher Bauwerke, die anders waren als alle, die sie bisher gesehen hatten. Jedes war anders, aber alle hatten einen gemeinsamen Stil, und der allgemeine Eindruck war der einer Gruppe riesiger Pflanzen. Einer der Aufklärer landete in der Nähe, während der andere darüber schwebte, und während einige der Besatzungsmitglieder zurückblieben, um die Waffensysteme zu bedienen, brach der Rest in den Scootern zu den vor ihnen liegenden öden, dunklen Türmen auf. Als sie näherkamen, sahen sie, daß der gesamte Komplex aus Metall bestand, wobei die schlanken Stengel der Bauwerke eine viel größere Masse von Kuppeln und Kugeln trugen. Trotz der allgemeinen Atmosphäre der Verlassenheit schimmerten Lichter aus vielen der Hunderten winziger Öffnungen, und eine dünne Rauchfahne stieg aus einer Spalte auf, die in die Flanke einer der größeren Kuppeln gerissen war.

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Spacewreck: Das Wrack der Jancis Jo

Original: „The Wreck of the Jancis Jo; Übersetzung: Cernunnos. Dies ist Teil 3 meiner Übersetzungsreihe Spacewreck aus dem Buch SPACEWRECK: Ghostships and Derelicts of Space (1979, ISBN 0600 329909) von Stewart Cowley, eine Sammlung kürzerer illustrierter, nicht zusammenhängender Geschichten vor dem Hintergrund einer fiktiven Geschichte der Expansion des Menschen in die Galaxis. Zuvor hier veröffentlicht: Spacewreck: Einführung und Spacewreck: Todesschiff von Alkahera.

* * *

Anfang des 22. Jahrhunderts war die Idee gigantischer Siedlerschiffe, die tapfer zu ihren langen Reisen in die wenig bekannten Bereiche des Weltraums aufbrechen, um Aussaat unter den Sternen zu betreiben, neu genug, um beträchtliches Interesse zu erregen. Riesige Menschenmassen strömten zu den Raumhäfen, um zuzusehen, wie die unerschrockenen Abenteurer die massiven Fahrzeuge besteigen, die für den Rest ihres Lebens ihr Zuhause sein sollten, und möglicherweise auch für ihre Kinder. Der Hyperraumflug steckte noch in den Kinderschuhen, und wenige Schiffe waren zur Überschreitung der Lichtgeschwindigkeit fähig, was bedeutete, daß viele Reisen ganze Generationen dauern sollten, bevor die Bestätigung eines erfolgreichen Fluges auf der Erde empfangen wurde.

Ein solches Schiff war die Jancis Jo, die im Weltraum über dem Marskomplex hing, während sie darauf wartete, sich auf den langen Weg zum G2-Stern Alwaid zu machen, einer Sonne ähnlich unserer eigenen, 365 Lichtjahre entfernt im Sternbild Draco. Von Alwaid war bekannt, daß er eine Anzahl planetarer Begleiter besaß, und eine Vermessungssonde hatte mit nun als primitiv betrachteten Methoden bestätigt, daß einer davon bewohnbar war. Die Jancis Jo war das neueste und ausgereifteste der in den Orbitalwerften des Mars gebauten Schiffe und war in der Lage, die Lichtgeschwindigkeit um eine beträchtliche Marge zu überschreiten, was bedeutete, daß ihre Besatzung den Landeanflug zur Oberfläche in wenig mehr als 270 Jahren beginnen würde.

Sobald der scheinbar endlose Prozeß der Verladung all der für völlige Autarkie nötigen Vorräte und Ausrüstungsgegenstände abgeschlossen war, sagten die 430 Siedler und Besatzungsmitglieder Lebewohl und bestiegen die Raumfähren für den Flug zu ihrem neuen Zuhause. Während der Countdown voranschritt und das große Schiff davonzog, um Abstand von dem Planeten zu gewinnen, bevor es seinen Sprung in den Hyperraum unternahm, tanzten und drängelten sich Hunderte kleinerer Fahrzeuge um den riesigen Zylinder, um einen letzten Blick darauf zu werfen, bevor er aus dem Normalraum verschwand. Innerhalb von Minuten schrumpfte sie zu einem fernen Lichtfleck, als ihre starken Antriebssysteme sie auf Warpgeschwindigkeit beschleunigten, dann war sie verschwunden. Die Schaulustigen und die Verwandten trieben davon, und das Leben kam zur Ruhe, um die Jahre bis zu ihrer Ankunft im Alwaid-System verstreichen zu lassen.

Die nächsten paar Generationen erlebten die Glanzzeit der Kolonieschiffe, und der Abflug dieser enormen Fahrzeuge wurde bald beinahe alltäglich. Die geschätzte Ankunftszeit der Jancis Jo kam und verstrich beinahe unbeachtet, und das Fehlen jeglichen Signals verursachte wenig mehr als ein Geplätscher akademischer Spekulationen. Die Jahre der Zwischenzeit hatten zahlreiche bedeutsame Ereignisse gesehen, und das Verschwinden eines uralten Schiffes schien vor dem komplexen Hintergrund aktueller Angelegenheiten von wenig Interesse zu sein.

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Spacewreck: Todesschiff von Alkahera

Ein bizarrer Anblick bot sich den Augen der Besatzung des Patrouillenschiffes, das ausgesandt worden war, um das stumme Schiff zu untersuchen, das aus dem Hyperraum aufgetaucht war. Jeder Zoll seines Innenraums wurde von seiner mutierten Nahrungsversorgung eingenommen. (Illustration: Robin Hiddon)

Ein bizarrer Anblick bot sich den Augen der Besatzung des Patrouillenschiffes, das ausgesandt worden war, um das stumme Schiff zu untersuchen, das aus dem Hyperraum aufgetaucht war. Jeder Zoll seines Innenraums wurde von seiner mutierten Nahrungsversorgung eingenommen. (Illustration: Robin Hiddon)

Original: „Death Ships from Alkahera“; Übersetzung: Cernunnos. Dies ist Teil 2 meiner Übersetzungsreihe Spacewreck aus dem Buch SPACEWRECK: Ghostships and Derelicts of Space (1979, ISBN 0600 329909) von Stewart Cowley, eine Sammlung kürzerer illustrierter, nicht zusammenhängender Geschichten vor dem Hintergrund einer fiktiven Geschichte der Expansion des Menschen in die Galaxis. Zuvor hier veröffentlicht: Spacewreck: Einführung.

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Die Lorac One ruhte auf dem Startplatz nahe dem Bergbaulager auf Gentleman’s Dig, einer kleinen, aber produktiven Gruppe von Asteroiden in den Menkalinan-Feldern. Sie war vor zwei Tagen von Alpha Centauri eingetroffen, mit einer Ablösungsmannschaft, die den Großteil der Reise damit verbracht hatte, trübsinnig über die Aussicht auf ihren achtzehnmonatigen Einsatz an diesem ziemlich trostlosen Ort nachzudenken. Während sie auftankte und Proviant für die Rückreise an Bord nahm, vollendeten die Männer, die jubelnd ihre Ankunft beobachtet hatten, die Übergabe an ihre Ersatzleute und sammelten ihre Sachen für die Reise zurück zu den Spielplätzen des Centauri-Systems zusammen. Das ausgelassene Geschwätz drehte sich fast gänzlich darum, wie viele Credits ihnen zustanden, und um die relativen Vorzüge der anrüchigeren Unterhaltungsmöglichkeiten, die auf sie warteten.

Schließlich war das Schiff bereit zum Abheben, und sie sammelten sich lärmend an Bord, beobachtet von der gedämpfteren Gruppe, die sie zurückließen. Das Heulen der Antigrav-Generatoren stieg ins Unhörbare, und dann schrumpfte zuerst die Basis und dann der Felsenschwarm zu Fleckchen unter ihnen. Die Koordinaten für den Warpantrieb wurden eingegeben, der Flugrechner aktiviert, und das Fahrzeug begann sich in den Hyperraum aufzulösen.

Es war ein Zufall von zehn Millionen zu eins, daß ein außerplanmäßiger Erzfrachter auf dem Weg nach Gentleman’s Dig in genau dem Moment aus dem Warp auftauchte, in dem die Lorac One in ihn eintrat. Das Warpfeld, das um ein Schiff erzeugt wird, wenn es in den Hyperraum eintritt, ist nicht auf die Außenhaut des Rumpfes beschränkt, sondern erstreckt sich bis in einige Entfernung davon. Der Grund, warum Schiffe sich unter konventionellem Antrieb zu ausgewiesenen Sprungzonen bewegen müssen, ist die Sicherstellung, daß keine anderen Objekte unabsichtlich mit dem Schiff in den Warp gezogen werden. Der außergewöhnliche Zufall, den die Lorac One erlebte, beendete die Reise beinahe, ehe sie wirklich begonnen hatte. Sie bockte und trudelte wie verrückt, während ihr Feld sich mühte, den Frachter ebenfalls in den Warp zu ziehen, und der Atomreaktor und die Generatoren gerieten gefährlich nahe an die Überlastung. Aber die kombinierte Masse war zu groß, und nach einem hektischen Moment schlüpfte die Lorac One in den Hyperraum und überließ es dem Skipper des Frachters, sein eigenes Schiff wieder unter Kontrolle zu bringen. Das Erlebnis muß für ihn erschreckend gewesen sein, nachdem seine Detektoren keine Chance gehabt hätten, das hinausgehende Fahrzeug im Moment des Auftauchens aus dem Warp zu erfassen, daher dürfte er keine Ahnung gehabt haben, was ihn so plötzlich im anscheinend leeren Raum herumgeschleudert hatte.

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Spacewreck: Einführung

Bild zur Geschichte „The Ceres Disaster“; Bildtext von dort: „Das erste Anzeichen der Tragödie, die die tapfere Besatzung der Ceres ereilt hatte, war ein von dem toten Schiff wegtreibender Wartungsscooter mit seinen grausigen Passagieren.“ (Illustration: Colin Hay.)

Bild zur Geschichte „The Ceres Disaster“; Bildtext von dort: „Das erste Anzeichen der Tragödie, die die tapfere Besatzung der Ceres ereilt hatte, war ein von dem toten Schiff wegtreibender Wartungsscooter mit seinen grausigen Passagieren.“ (Illustration: Colin Hay.)

Übersetzung: Cernunnos. Dies ist das Einleitungskapitel zum Buch SPACEWRECK: Ghostships and Derelicts of Space (1979, ISBN 0600 329909) von Stewart Cowley, eine Sammlung kürzerer illustrierter, nicht zusammenhängender Geschichten vor dem Hintergrund einer fiktiven Geschichte der Expansion des Menschen in die Galaxis, woraus ich in loser Folge etliche Episoden übersetzen und hier veröffentlichen möchte. (Siehe auch Zu den Sternen von Kevin Alfred Strom.)

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In einem äußeren Arm unserer Spiralgalaxie liegt ein gelber Stern vom Typ G2, der von einer Vielzahl planetarer Körper umkreist wird, deren dritter die Wiege unserer Spezies war. Hier reiften unsere Vorfahren und vermehrten sich und zogen über die Oberfläche einer von Wasser umgrenzten Welt. Die großen Ozeane und Meere der Erde stellten die erste fremde Umwelt dar, die zu meistern sich der Mensch aufmachte, und der Preis des Unternehmens kann in den Tausenden Fahrzeugen aus fast jeder Periode seiner Geschichte gezählt werden, die über den Meeresgrund verstreut liegen. Ob Opfer des niemals endenden Kampfes gegen die Elemente oder Verluste im Krieg, die Gebeine der Schiffe des Menschen legen stummes Zeugnis für seine Entschlossenheit ab, frei zu sein zu reisen, wohin immer er zu gehen wünscht. In den dunklen, stillen Tiefen liegen kretische Galeeren neben Ostindienfahrern, spanische Galeonen neben großen stählernen Schlachtschiffen des 20. Jahrhunderts, und die Meere fordern weiter ihren Tribut.

Zeit verstrich, und während die Welt kleiner wurde, wurden die Sterne heller und lockten den Menschen zu einem weiteren Horizont mit einer weiteren feindlichen Umwelt, der er sich stellen mußte. Erneut begann er Schiffe zu bauen, die ihn über geheimnisvolle, unerforschte Öden tragen sollten. Zuerst waren die Schiffe leer und wurden hinaus ins Unbekannte gestartet, stießen immer tiefer in die Leere vor, ehe sie zur Oberfläche zurückfielen. Stück um Stück wuchs der Fundus des Wissens, und die Erde wurde von den Utensilien der Weltraumforschung umkreist: Datensammler, Satelliten und ausgebrannte Startraketen. Das Tröpfeln der Information wuchs zu einer Flut, bis sich eines Tages das erste menschliche Wesen in die Nase einer riesigen Rakete quetschte und in den Himmel donnerte, um als Held zurückzukehren. Wohin ein Mensch gegangen war, folgten viele, in zunehmend ausgereiften Fahrzeugen, und um den Beginn des 21. Jahrhunderts umkreiste eine breite Vielfalt von Konstruktionen den Planeten, von Laboratorien bis zu massiven industriellen Forschungseinheiten. Der Mond war zur Heimat einer Schar von Wissenschaftlern und Technikern geworden, und Schiffe fuhren zwischen diesen Einrichtungen und dem Mutterplaneten.

Die nächsten einhundert Jahre sahen die wachsende Industrialisierung des Weltraums und der benachbarten Planeten, begleitet von einer dramatischen Zunahme des Verkehrsvolumens. Chemische Raketen wurden durch eine Anzahl nuklear betriebener Systeme ersetzt, die ihrerseits zu neuen Generationen von ionen- und plasmagetriebenen Fahrzeugen führten, die immer tiefer in den interstellaren Raum reisten.

Dann fand ein Ereignis statt, das den Beginn eines weiteren großen Fortschritts in der Evolution der Raumfahrt markieren sollte. Wenige Jahre nach der Jahrhundertwende war eine unbemannte Erkundungssonde zu Barnards Stern gestartet worden, der unserem System nächsten Sonne, von der man wußte, daß sie einen nichtleuchtenden Begleiter besitzt, und nach sicherer Ankunft befand sie sich in einer Umlaufbahn um diesen öden Planeten. Ihre Entfernung von der Erde betrug 6,2 Lichtjahre. Fünfzehn Jahre nachdem die Barnard-Sonde flammend in die Schwärze geflogen war, wurde ein einzigartiges Fahrzeug in einer Startanlage im freien Fall im Orbit um Jupiter seinen letzten Vorbereitungen unterzogen.

Am 19. April 2021 erreichte der Countdown, der es zum Rendezvous mit der fernen Sonde schicken sollte, Null, und das Schiff verschwand sofort. Im einen Moment lag es noch in seiner Startvorrichtung, ins sinistre Licht von Jupiter getaucht; im nächsten war es verschwunden. Ein wenig mehr als achtzehn Monate später zeichnete die Barnard-Sonde die intakte Ankunft am Ziel auf. Dieses unscheinbare kleine Fahrzeug hatte die Reise mit dem Äquivalent der vierfachen Lichtgeschwindigkeit oder nahezu 670 Millionen Meilen pro Stunde erfolgreich beendet, und das Geheimnis lag in dem Apparat, um den es herumgebaut worden war. Dieses außergewöhnliche Gerät, der Raum-Zeit-Energiepotentialisator (Space-Time Energy Potentializer, STEP), war in der Lage, das Raumzeitkontinuum unter Verwendung eines Massebeschleunigers zu verzerren, um die Widersprüche zu den akzeptierten Gesetzen der Physik zu erzeugen, die auftreten, wenn ein Objekt sich der Lichtgeschwindigkeit nähert. Es manipulierte dann diese Charakteristika, um sich im Raum und in gewissem Grade in der Zeit neu zu positionieren. Der Weg zu den Sternen war nun wahrhaft offen, und die Suche nach anderen Welten, die in der Lage waren, menschliches Leben zu tragen, begann nun ernsthaft.

Wie es in der Geschichte verzeichnet ist, wurden solche Planeten über die ganze Galaxis verstreut gefunden, und Kolonisationsschiffe zogen aus unserem Sonnensystem hinaus, um neue Welten zu besiedeln. Dem Menschen stand es nun frei, die Sterne zu durchstreifen, und indem er das tat, erweiterte er beträchtlich das Verzeichnis von Triumphen und Katastrophen, von Hoffnung und Verzweiflung, das sein Streben stets begleitet hat.

Als der Mensch die Elemente in seinen Versuchen zur Eroberung der Ozeane der Erde herausforderte, wurden seine Erfolge durch Tragödien eingeschränkt. In ähnlicher Weise sind die grimmigen Andenken an seine Fehlschläge im gesamten Weltraum verstreut; die öden, unschönen Formen der Schiffe, die im unerbittlichen Vakuum scheiterten. Jedes hat eine Geschichte zu erzählen. Manche waren die Opfer der Umstände und von Naturkatastrophen, manche von menschlicher Schwäche und menschlichem Ehrgeiz, und andere waren die unvermeidlichen Verluste des Krieges.

Zusammen stellen sie ein Protokoll des Raumfluges und der Härten dar, denen man auf einer schwierigen Reise begegnet, die erst noch enden muß. Dieses Buch beschreibt einige der aufschlußreichsten und faszinierendsten dieser verlorenen Schiffe und die Kette der Ereignisse, die sie schaurig durch die Stille des Raumes treiben ließen. Aber die Schiffe, die die Menschen der Erde trugen, waren nicht die einzigen Fahrzeuge, die durch die Leere navigierten, und es gibt viele treibende oder auf den Oberflächen ferner Welten verstreut liegende Wracks, die uns daran erinnern, daß wir niemals allein in der Galaxis gewesen sind. Manche dieser fremdartigen Schiffe werden hier ebenfalls untersucht, obwohl Fakten nur zu oft durch Mutmaßungen und Annahmen ersetzt werden müssen.

Was immer ihr Ursprungsort war, die Überreste all der beschriebenen Fahrzeuge weisen darauf hin, daß die Gefahren und Risiken all jenen gemeinsam sind, die zwischen den Sternen reisen, und als solche ein gemeinsames Band zwischen all jenen Reisenden schmieden, die die Götter herausfordern, seien sie bekannt oder nicht.

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Nächster Teil: Spacewreck: Todesschiff von Alkahera

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Originalübersetzung hier

Die menschliche Leistungsfähigkeit erreichte vor 1975 ihren Höhepunkt und ist seitdem zurückgegangen

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Apollo11-01-Start

Von Bruce Charlton, übersetzt von Deep Roots.

Das Original Human capability peaked before 1975 and has since declined erschien am 22. Juni 2010 auf dem Blog von Bruce Charlton, der in der Anglo-Blogosphäre auch als Kommentator „bgc“ in Erscheinung tritt.

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Ich vermute, daß die menschliche Leistungsfähigkeit ihren Gipfel oder ihr Plateau um 1965-75 erreichte – zur Zeit der Apollo-Mondlandungen – und seitdem ständig zurückgegangen ist.

Dies mag bizarr oder schlicht falsch klingen, aber das Argument ist simpel. Menschen auf dem Mond zu landen und lebend zurückzubringen, war die höchste Errungenschaft menschlicher Leistungsfähigkeit, das schwierigste Problem, das jemals von Menschen gelöst wurde. Vor 40 Jahren konnten wir es tun – mehrmals – aber seit damals sind wir nicht auf dem Mond gewesen, und ich vermute, der wahre Grund, warum wir seit 1972 nicht mehr auf dem Mond gewesen sind, ist der, daß wir es nicht mehr können. Die Menschen haben die Fähigkeit dazu verloren.

Die Standardlinie ist natürlich die, daß die Menschen aufgehört hätten, zum Mond zu fliegen, weil wir nicht mehr zum Mond fliegen „wollten“, oder es uns nicht mehr leisten konnten, oder so etwas…– aber ich meine, daß das alles Bockmist ist, bloße Ausreden dafür, daß wir etwas nicht mehr tun, das wir nicht mehr tun können.

Es ist, als würde ein achtzigjähriger ehemaliger Profi-Radrennfahrer behaupten, daß er nicht mehr bei der Tour de France mitfahre, weil er bessere Wege gefunden hätte, seine Zeit und sein Geld zu verwenden. Es mag stimmen; aber es verhüllt nicht die Tatsache, daß ein Achtzigjähriger nicht mehr bei internationalen Radrennen mithalten könnte, selbst wenn er es wollte.

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