Alexander Dugin über „weißen Nationalismus“ und andere potentielle Verbündete in der globalen Revolution

Alexander Dugin

Alexander Dugin

Von Alexander Dugin, übersetzt von Deep Roots. Das Original Alexander Dugin on “White Nationalism” & Other Potential Allies in the Global Revolution erschien am 3. Juni 2013 auf Counter-Currents Publishing/North American New Right (französische Übersetzung hier).

 

Anmerkung von Greg Johnson:

Der folgende Text wurde von John Morgan aus verschiedenen informellen Aussagen zusammengestellt, die Alexander Dugin im Laufe des letzten Jahres auf seiner Facebook-Seite schrieb und die sich mit allgemeinen Themen befassen. Der Bearbeiter hat sie kombiniert und restrukturiert, um zu versuchen, sie zu einem einzigen zusammenhängenden Text umzugestalten, und er hat auch die Sprache etwas aufpoliert.

*     *     *

Es gibt verschiedene Tendenzen in der neuen Generation revolutionärer, nonkonformistischer Bewegungen in Europa (auf der Rechten wie auch auf der Linken), und manchen davon ist es gelungen, in ihren jeweiligen Ländern hohe politische Positionen zu erlangen. Die Krise des Westens wird jeden Tag breiter und tiefer werden, daher sollten wir einen Zuwachs an Macht und Einfluß unserer eigenen eurasianistischen Widerstandsbewegung gegen die gegenwärtige globale Ordnung erwarten, die eine Diktatur der schlimmsten Elemente der westlichen Gesellschaften ist.

Diejenigen auf Seiten der Rechten oder der Linken, die die amerikanische Hegemonie ablehnen, den Ultraliberalismus, den strategischen Atlantizismus, die Vorherrschaft oligarchischer und kosmopolitischer Finanzeliten, die individualistische Anthropologie und die Ideologie der Menschenrechte, wie auch den typischen westlichen Rassismus in allen Bereichen – wirtschaftlich, kulturell, ethisch, moralisch, biologisch und so weiter -, und die bereit sind, mit eurasischen Kräften bei der Verteidigung der Multipolarität, des sozioökonomischen Pluralismus und eines Dialogs zwischen Zivilisationen zusammenzuarbeiten, betrachten wir als Verbündete und Freunde.

Diejenigen auf der Rechten, die die Vereinigten Staaten unterstützen, den weißen Rassismus gegen die Dritte Welt, die antisozialistisch und pro-liberal sind und die bereit sind, mit den Atlantikern zusammenzuarbeiten, sowie diejenigen auf der Linken, die die Tradition angreifen, die organischen Werte der Religion und der Familie, und die andere Arten sozialer Abweichungen fördern – diese befinden sich beide im Lager des Feindes.

Um gegen unseren gemeinsamen Feind zu gewinnen, müssen wir den alten Hass zwischen unseren Völkern überwinden, wie auch jenen zwischen den überholten politischen Ideologien, die uns immer noch spalten. Wir können solche Probleme zwischen uns nach unserem Sieg lösen.

Gegenwärtig sind wir ALLE herausgefordert, und wir ALLE werden von den Kräften der vorherrschenden globalen Ordnung dominiert.

Bevor wir uns mit diesen anderen Fragen befassen, müssen wir uns zuerst befreien.

Ich bin sehr froh, daß Gábor Vona, mit dem ich mich getroffen habe und der der Führer der Jobbik-Partei in Ungarn ist, dies völlig versteht. Wir müssen geeint sein in der Schaffung einer gemeinsamen eurasischen Front.

In Griechenland könnten unsere Partner eventuell Linke von SYRIZA sein, die den Atlantizismus, Liberalismus und die Vorherrschaft der Kräfte der globalen Finanz ablehnen. Soweit ich weiß, ist SYRIZA antikapitalistisch und kritisch gegenüber der globalen Oligarchie, die Griechenland und Zypern schikaniert hat. Der Fall von SYRIZA ist interessant wegen ihrer linksextremen Einstellung zum liberalen globalen System. Es ist ein gutes Zeichen, daß solche nonkonformistischen Kräfte auf der Szene erschienen sind. Dimitris Konstakopulous schreibt exzellente Artikel, und seine strategische Analyse finde ich in vielen Fällen sehr korrekt und tiefsinnig.

Es gibt auch viele andere Gruppen und Bewegungen, mit denen wir arbeiten können. Der Fall der Goldenen Morgenröte (Chrysi Avgi) ist interessant, weil sie ein Teil des wachsenden (und in der Tat sehr aufregenden) Wiedererscheinens radikaler rechter Parteien in der europäischen politischen Landschaft ist. Wir müssen mit allen Kräften zusammenarbeiten, ob rechts oder links, die unsere Prinzipien teilen.

Der wichtigste Faktor sollte nicht sein, ob diese Gruppen pro-russisch sind oder nicht. Viel wichtiger ist hier, wogegen sie sind. Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Es ist einfach und leicht zu verstehen. Wenn wir solch eine Haltung einnehmen, um alle möglichen Verbündeten anzusprechen (denen wir genehm sind oder nicht), werden immer mehr Menschen mitziehen – und sei es nur aus Pragmatismus. Dabei werden wir ein echtes, funktionierendes Netzwerk schaffen – eine Art globaler revolutionärer Allianz. Es ist wichtig, daß wir eine Strategie der Vereinigung der Linken und der Rechten überall verfolgen, einschließlich in den Vereinigten Staaten. Wir müssen Amerika vor seiner eigenen Diktatur retten, die für das amerikanische Volk so schlecht ist wie für alle anderen Völker.

Die Frage der begrenzten oder unbegrenzten Regierung ist, soweit ich sehen kann, von geringerer Wichtigkeit im Vergleich zur Geopolitik – es hängt alles von der historischen Tradition der fraglichen Nation ab. Schußwaffenbesitz ist eine gute Sache, wenn die Waffen in unseren Händen sind. Daher betrachte ich diese beiden Punkte, wenn sie als politische Plattform verwendet werden, für sich genommen als absolut neutral. Solch eine amerikanische Rechte kann gut oder schlecht sein, abhängig von anderen Faktoren jenseits dieser beiden Punkte. Wir müssen einen Dialog mit denjenigen haben, die tiefer in die Natur der Dinge schauen, in die Geschichte, und die die gegenwärtige Weltordnung zu verstehen versuchen.

Ich betrachte die „weißen Nationalisten“ als Verbündete, wenn sie die Moderne, die globale Oligarchie und den liberalen Kapitalismus ablehnen, in anderen Worten, alles, was alle ethnischen Kulturen und Traditionen umbringt. Die moderne politische Ordnung ist im Wesentlichen globalistisch und beruht zur Gänze auf dem Vorrang der individuellen Identität in Opposition zur Gemeinschaft. Sie ist die schlimmste Ordnung, die je existiert hat, und sie sollte völlig vernichtet werden. Wenn „weiße Nationalisten“ die Tradition und die alte Kultur der europäischen Völker bekräftigen, dann haben sie recht. Aber wenn sie Einwanderer, Moslems oder die Nationalisten anderer Länder aufgrund historischer Konflikte angreifen, oder wenn sie die Vereinigten Staaten, den Atlantizismus, Liberalismus oder die Moderne verteidigen, oder wenn sie die weiße Rasse (diejenige, die die Moderne in ihren wesentlichen Merkmalen hervorgebracht hat) als die höchste und andere Rassen als minderwertig betrachten, dann bin ich völlig anderer Meinung als sie.

Außerdem kann ich Weiße nicht verteidigen, wenn sie gegen Nichtweiße sind, denn nachdem ich selbst weiß und indoeuropäisch bin, anerkenne ich die Unterschiede anderer Volksgruppen als etwas Natürliches und glaube nicht an irgendeine Hierarchie unter Völkern, weil es kein gemeinsames, universales Maß gibt und geben kann, mit dem man die verschiedenen Formen ethnischer Gesellschaften oder ihre Wertsysteme vergleichen könnte. Ich bin genauso stolz darauf, Russe zu sein, wie Amerikaner, Afrikaner, Araber oder Chinesen auf das stolz sind, was sie sind. Es ist unser Recht und unsere Würde, unsere Identität zu bestätigen, nicht in Gegnerschaft zueinander, sondern so, wie sie ist: ohne Ressentiment gegen andere oder Gefühle des Selbstmitleids.

Ich kann das Konzept der Nation nicht verteidigen, weil die Idee der „Nation“ ein bourgeoises Konzept ist, das als Teil der Moderne ausgeheckt wurde, um traditionelle Gesellschaften (Reiche) und Religionen zu zerstören und sie durch künstliche Pseudogemeinschaften zu ersetzen, die auf dem Konzept des Individualismus beruhen. All das ist falsch. Das Konzept der Nation wird nun durch dieselben Kräfte zerstört, die es damals während des ersten Stadiums der Moderne schufen. Die Nationen haben bereits ihre Mission der Zerstörung jeder organischen und spirituellen Identität erfüllt, und nun liquidieren die Kapitalisten das Instrument, das sie dazu benutzten, zugunsten der direkten Globalisierung. Wir müssen den Kapitalismus als den absoluten Feind angreifen, der für die Schaffung der Nation als Scheinbild der traditionellen Gesellschaft verantwortlich war, und der auch für ihre Zerstörung verantwortlich war. Die Gründe hinter der gegenwärtigen Katastrophe liegen tief in der ideologischen und philosophischen Grundlage der modernen Welt. Am Anfang war die Moderne weiß und national; am Ende ist sie global geworden. Daher müssen weiße Nationalisten sich entscheiden, in welchem Lager sie sein wollen: in dem der Tradition, die ihre eigene indoeuropäische Tradition beinhaltet, oder in jenem der Moderne. Atlantizismus, Liberalismus und Individualismus sind alles Formen des absoluten Bösen für die indoeuropäische Identität, nachdem sie mit ihr unvereinbar sind.

In seiner Rezension meines Buches „The Fourth Political Theory“ hat Michael O’Meara es aufgrund einer Befürwortung einer Rückkehr zu den nicht verwirklichten Möglichkeiten der Dritten Politischen Theorie kritisiert. Es ist gut, daß Menschen aus verschiedenen Lagern ihre Antworten auf die Vierte Politische Theorie präsentieren, aber er verwendet typisch rassistisch/antisemitische Argumente der alten Rechten und des Dritten Weges. Die Kritik ist nicht zu tiefgründig, noch zu hohl. Ich bezweifle, daß wir durch Wiederholung derselben Agenda von Yockey und so weiter vorankommen können. Dies zieht die Grenze zwischen dem Dritten Weg und dem Vierten Weg. Gleichzeitig betrachte ich Heidegger als einen Vorläufer der Vierten Politischen Theorie, und er handelte und dachte im Kontext der Dritten Politischen Theorie.

Was die „Identitären“ betrifft, so habe ich in all meinen Schriften nie den Namen von Faye geäußert – er ist nicht schlecht, aber auch nicht zu gut. Ich halte Alain de Benoist für brillant – einfach der Beste. Diejenigen „Identitären“, die die positive Einstellung gegenüber dem Islam oder gegenüber Türken als negativen Aspekt der Vierten Politischen Theorie sehen, tun das, wie ich glaube, teilweise aufgrund der Manipulation globalistischer Kräfte, die diejenigen revolutionären Kräfte zu spalten suchen, die in der Lage sind, die liberalkapitalistische atlantizistische Hegemonie herauszufordern.

Moslems bilden einen Teil der russischen Bevölkerung und sind eine wichtige Minderheit. Daher fordert Islamophobie implizit die Teilung Rußlands. Der Unterschied zwischen Europa und Rußland in unserer Einstellung zum Islam ist, daß Moslems für uns ein organischer Teil des Ganzen sind, während sie für Europa eine postkoloniale Welle von Invasoren aus einem anderen geopolitische und kulturellen Raum sind. Aber nachdem wir einen gemeinsamen Feind in der globalistischen Elite haben, die für Pussy Riot/Femen, für die Homoehe, gegen Putin, gegen den Iran, gegen Chávez, gegen soziale Gerechtigkeit und so weiter ist, müssen wir alle eine gemeinsame Strategie mit den Moslems entwickeln. Unsere Traditionen sind recht verschieden, aber die traditionsfeindliche Welt, die uns angreift, ist geeint, und das müssen auch wir werden.

Falls „Identitäre“ ihre Identität wirklich lieben, sollten sie sich mit den Eurasianisten verbünden, an der Seite der Traditionalisten und der Feinde des Kapitalismus, die jedem Volk, jeder Religion, Kultur oder jedem politischem Lager angehören. Antikommunistisch, antimoslemisch, anti-östlich, pro-amerikanisch oder atlantizistisch zu sein, bedeutet heute, zur anderen Seite zu gehören. Es bedeutet, an der Seite der gegenwärtigen globalen Ordnung und ihrer Finanzoligarchie zu sein. Aber das ist unlogisch, denn die Globalisten sind dabei, jede Identität außer jener des Individuums zu zerstören, und eine Allianz mit ihnen zu schmieden, bedeutet, die Essenz der eigenen kulturellen Identität zu verraten.

Das Problem mit der Linken ist anders. Es ist gut, wenn sie gegen die kapitalistische Ordnung ist, aber ihr fehlt eine spirituelle Dimension. Die Linke stellt sich für gewöhnlich als altrnativen Weg zur Modernisierung dar, und dabei stellt sie sich ebenfalls gegen organische Werte, Traditionen und Religionen, genauso wie es der Liberalismus tut.

Ich wäre froh, linke Identitäre zu sehen, die einerseits die soziale Gerechtigkeit verteidigen, während sie den Kapitalismus angreifen, und die sich andererseits die spirituelle Tradition zu eigen machen und die Moderne angreifen. Es gibt nur einen Feind: die globale liberalkapitalistische Ordnung, die von der nordamerikanischen Hegemonie gestützt wird (die sich auch gegen die echte amerikanische Identität richtet).

Was den Traditionalismus angeht, so ist dieser für gewöhnlich defensiv oder wird als defensiv betrachtet. Wir müssen diese Annahme durchbrechen und einen offensiven Traditionalismus fördern. Wir sollten die (Hyper-) Moderne angreifen und den Status quo im Namen der Rückkehr zum Explodieren bringen. Ich meine „offensiv“ auf alle Arten. Wir müssen beharrlich sein.

Politik ist das Instrument der Moderne. Ich denke, der Neo-Gramscismus ist ein wichtiges Werkzeug. Wir müssen einen historischen Block von Traditionalisten an der Seite organischer Intellektueller eines neuen Typs formen. Wir haben orthodoxe Christen (und vielleicht auch andere Arten von Christen), Moslems, Buddhisten und Hindus, die alle die Idee ablehnen, daß das „Locke’sche Kernland“ (laut Kees van der Pijl) global wird. Wir müssen es gemeinsam angreifen, nicht jeder für sich. Und wir müssen auf jede mögliche Weise angreifen – jeder so, wie er oder sie in der Lage ist -, physisch, politisch und intellektuell…

Es ist Zeit, offensiv zu sein.

Bald wird die Welt im Chaos versinken. Das Finanzsystem wird zusammenbrechen. Unordnung, ethnische und soziale Konflikte werden überall ausbrechen. Europa ist zum Untergang verurteilt. Asia befindet sich im Tumult. Die Ozeane von Einwanderern überall werden die existierende Ordnung stürzen. Das gegenwärtige System wird kaputt und aufgelöst sein.

Nach dieser Übergangszeit wird eine direkte globale Diktatur eingeführt werden. Wir sollten bereit sein und damit anfangen, den globalen Widerstand gleich jetzt zu organisieren – das planetare Netzwerk aus Traditionalisten, konservativen Revolutionären, Heideggerianern, den Parteigängern der Vierten Politischen Theorie und der Multipolarität, und Nonkonformisten aller Art – eine Art Heilige Front jenseits von Links und Rechts, und aus unterschiedlichen älteren politischen und ideologischen Taxonomien bestehend. Alle drei politischen Theorien sind in der Moderne aus dem Verkehr gezogen worden, und auch in der konventionellen und angenommenen Geschichte. Wir und auch unsere Feinde betreten absolut neuen Boden.

Jeder Traditionalist sollte sich die folgenden Fragen stellen:

  1. Warum bin ich in Opposition zur Moderne an die Seite der Tradition gelangt?
  2. Was ist die Realität, die mich zu dem macht, was ich im Grunde bin? Woher habe ich es?
  3. Ist meine Berufung zum Traditionalisten das Ergebnis meines sozio-kulturellen Erbes (Gesellschaft, Familie und Kultur), oder ist sie das Ergebnis irgendeines anderen Faktors?
  4. Wie ist es inmitten der Moderne und Postmoderne möglich, sich von ihnen zu differenzieren?
  5. In welcher Weise kann ich der modernen Welt um mich herum echten Schaden zufügen? (In anderen Worten, wie kann ich wirksam gegen den Teufel kämpfen?)

Die Vierte Politische Theorie kämpft für die Sache aller Völker, aber sie ist nicht für das Volk gemacht. Sie ist ein Aufruf an die intellektuelle Elite jeder menschlichen Gesellschaft und lehnt Hegemonie in jedem Sinn (philosophisch, sozial und politisch) ab. Diesmal kann das Volk uns nicht helfen. Diesmal müssen wir dem Volk helfen.

Gegen uns steht nichts weiter als eine intellektuelle Elite, aber sie ist eine hegemonische Elite. All ihre materielle Macht ist nichts als eine Illusion und ein Hirngespinst: ihre Texte, ihr Diskurs und ihre Worte sind, was wirklich zählt. Ihre Kraft liegt im Denken. Und auf der Ebene des Denkens müssen wir kämpfen und schließlich gewinnen. Alles Materielle, das gegen uns steht, ist in Wirklichkeit nichts als purer Mangel. Nur das Denken existiert wirklich.

Es ist leicht, die Massen zu manipulieren, viel leichter, als die Wenigen zu überzeugen. Quantität ist der Feind der Qualität – je mehr, desto schlechter. Die kapitalistische Elite denkt anders. Dieser Fehler wird fatal sein. Für sie. Und wir werden es beweisen.

Wir brauchen eine offene, undogmatische Front jenseits von Rechts und Links.

Wir haben uns zu lange auf den kommenden Moment der Chance vorbereitet. Aber nun liegt er endlich nicht so weit in der Zukunft.

Wir werden den Lauf der Geschichte ändern. Gegenwärtig nimmt er einen sehr falschen Kurs.

Wir können nur gewinnen, wenn wir unsere Anstrengungen kombinieren.

*   *   *   *   *   *   *

Ausgewählte Kommentare aus dem Originalstrang auf „As der Schwerter“:

Deep Roots:

Wie bereits in einem Kommentar in einem anderen Strang erwähnt, bestärkt dieser Artikel wie auch andere von Alexander Dugin meinen Verdacht, daß mit diesem „Eurasianismus“ ein alternativer Weg zur Neuen Weltordnung vorbereitet werden soll, falls das EUSA-System mit seinem Modell der unipolaren NWO scheitert.

Mit seinem Antirassismus hat Dugin sich auf jeden Fall für echte, rasseorientierte weiße Nationalisten klar disqualifiziert. Seine Behauptung, die Nation sei ein bourgeoises Konzept, das zum Zweck der Zerstörung „traditioneller Gesellschaften (Reiche)“ erfunden worden sei, ist absoluter Quatsch. Wenn er mit „Nation“ die Willensnation meinen würde, dann hätte er recht, aber er meint offenbar jegliche Nation, auch (und meiner Meinung nach vor allem!) den Ethnostaat, die Einheit von Staat und Volk, also das, was das wahrhaft natürliche Modell des menschlichen Zusammenlebens ist. In seiner kleineren Urform der Stammesgemeinschaft ist der Ethnostaat als Prinzip viel älter als die von Dugin offenbar als positiver Gegensatz dazu gesehenen „traditionellen Reiche“. Mit letzteren meint er wohl Feudalreiche, wo irgendein König oder Zar mit einem System nachgeordneter Adeliger über ein Staatswesen herrscht, das den Lebensraum mehrerer Völker umfaßt und das sich in seiner „Identität“ bloß nach der Loyalität zum Herrscher und eventuell nach einer gemeinsamen Mehrheitsreligion definiert, ungeachtet ethnischer Unterschiede.

Indem sein „Traditionalismus“ offenbar der Tradition Vorrang vor der Biologie gibt, stellt Dugin die natürliche Priorität auf den Kopf, die von Conservative Swede und Baron Bodissey in Umkehr ist möglich mit ihrem Eisberg-Vergleich bereits viel richtiger formuliert wurden (fette Hervorhebung von mir):

Baron Bodissey:

Ein Teil der modernen linken Idee ist die närrische Vorstellung, daß wir einfach per Verfügung Jahrmillionen der Evolution, Jahrtausende der Kultur und Jahrhunderte der Tradition abschaffen können. Einfach so! Wir wünschen es einfach weg.

Conservative Swede:

Entweder man weigert sich zu sehen, daß die linke Weltordnung fallen wird. Daß wir aufs Chaos zusteuern. Dann liegt der mentale Fokus immer noch auf dem Reparieren der linken Weltordnung, im Effekt auf deren Verteidigung.

Oder man sieht das Chaos und den völligen Zusammenbruch kommen, aber mißversteht das als das Ende von allem.

Entweder aus Schock über diese Einsicht, oder weil man immer noch viele Dinge der kosmetischen liberalen Schicht für wirklich substantive Realität hält.

Beide Sichtweisen kapieren nicht, worauf es ankommt, und sehen nur die Spitze des Eisbergs, die kosmetische liberale Schicht, und vergessen den ganzen großen und wirklich wichtigen Teil unter Wasser, der aus Jahrmillionen der Evolution, Jahrtausenden der Kultur und Jahrhunderten der Tradition besteht (wie Baron Bodissey es so gut ausgedrückt hat).

Für Typ 1 also: Es hat keinen Sinn, die Spitze des Eisbergs zu verteidigen. Tatsächlich gilt: je schneller sie verschwindet, desto besser.

Für Typ 2: Wenn die Spitze des Eisbergs verschwindet, dann ist das nicht das Ende des Eisbergs.

Aber sicher, wenn die Spitze des Eisbergs weg ist, dann bedeutet dies das Ende des Eisbergs „wie wir ihn kennen”. Etwas, das wir schätzen und worauf wir uns freuen sollten. Gewöhnt euch an die Idee. Ich verstehe, daß sie sich seltsam anfühlt und sogar „unwirklich”. Aber gewöhnt euch an die Idee, um mental besser vorbereitet zu sein (fügt dies meiner Liste praktischer Lösungen hinzu, die man jetzt in Angriff nehmen kann).

Interessant auch, daß Dugin gute Kontakte zu Gábor Vona von der Jobbik-Partei unterhält, der den Ungarn eine Distanzierung vom Europäertum einreden will und behauptet, die Ungarn seien von ihrem Ursprung her ein Turkvolk, weshalb seine Partei sich der Türkei und dem „Panturanismus“ zuwendet (siehe Jobbik’s Unholy Alliance von Colin Liddell). Gut möglich, daß Vona sich nicht nur von der Türkei, sondern auch von einem eurasistischen Rußland Unterstützung in Gebietskonflikten gegen Serbien erhofft.

In weiterer Folge lehnt Dugin nochmals „rassistische/antisemitische Argumente“ ab, schreibt aber:

Aber nachdem wir einen gemeinsamen Feind in der globalistischen Elite haben, die für Pussy Riot /Femen ist, für die Schwulenehe, gegen Putin, gegen den Iran, gegen Chavez, für antisoziale Gerechtigkeit und so weiter, müssen wir alle eine gemeinsame Strategie mit den Moslems entwickeln.

Nun, wer sind denn die treibenden Kräfte dieser globalistischen Elite, die für all das obige steht? Für die gegenwärtige globale Ordnung und ihre Finanzoligarchie? Die liberalkapitalistische atlantizistische Hegemonie? Wer sind denn die „oligarchischen und kosmopolitischen Finanzeliten“?

JUDEN!

Aber wenn man gegen die etwas sagt, steht man laut Dugin „im Lager des Feindes.“

Wie Sun Tsu ungefähr sagte: „Kenne dich selbst, und kenne den Feind. Dann wirst du in tausend Schlachten bestehen.“ Nun, Dugin ist ein Feind, und der Eurasianismus ist eine für uns letztendlich genauso schädliche feindliche Kraft wie der westliche Globalismus.

nino:

Entschuldigt, wenn ich hier einen längeren englischen Text reinstelle, aber ich finde Jared Taylor hat den Trugschluss, dem viele westliche Konservative unterliegen, in einem Artikel über die Conservative Political Action Conference in sehr prägnanten und einfachen Worten dargestellt (Hervorhebungen von mir):

„CPAC, or the Conservative Political Action Conference, should change its name to RPAC, with “R” for Republican. To the extent that CPAC takes any real positions, they are the two branches of Republicanism. One is small government/low taxes, and the other is “social conservatism,” which means fighting homosexual marriage, women in combat, and abortion on demand. Gun rights and religion are part of the package. Race, officially, doesn’t matter at all.

Although no one at CPAC probably realizes this, there are several countries that practice their brand of conservatism almost perfectly. They have small governments, levy few taxes, and are socially conservative enough to suit Sarah Palin. They are also hell holes. Somalia and the eastern Congo are almost pure CPAC; Haiti and Eritrea come close, as do the Tribal Areas of Pakistan. In some of these places, it’s hard even to imagine smaller government or lower taxes, and they certainly don’t have homosexual marriage or women in combat.

In Somalia and the Tribal Areas, abortion is unheard of, and there is a strong public affirmation of religious faith—CPAC-ers should love that. Those places are ideal by NRA standards, too. No Class-3 firearms licenses required; everyone goes full auto. You could probably pick up a 20-mm canon in Mogadishu or Peshawer. Somehow, though, I don’t think Wayne LaPierre is likely to move to either place. Republicans don’t seem to be attracted to these „conservative” paradises.

What, by CPAC standards, would be the worst country to live in? Probably Denmark, Norway, or Sweden, with their high-tax nanny states, hatred of guns, and homo-lesbo-atheist decadence. But if any of the thousands of people who attended CPAC had to find a new home, these cloying tyrannies would probably look attractive.“

Butterkeks:

Schaut mal hier, da ist der Dugin zu hause. Ganz suspekt, und das ist nur Wikipedia.

http://en.wikipedia.org/wiki/National_Bolshevism

Karl:

„Gegen uns steht nichts weiter als eine intellektuelle Elite, aber sie ist eine hegemonische Elite. All ihre materielle Macht ist nichts als eine Illusion und ein Hirngespinst: ihre Texte, ihr Diskurs und ihre Worte sind, was wirklich zählt. Ihre Kraft liegt im Denken. Und auf der Ebene des Denkens müssen wir kämpfen und schließlich gewinnen. Alles Materielle, das gegen uns steht, ist in Wirklichkeit nichts als purer Mangel. Nur das Denken existiert wirklich.“

Das ist nicht nur Wunschdenken, sondern eine bewussste Verniedlichung der tatsächlichen Verhältnisse!

„Die bewußte und intelligente Manipulation der organisierten Gewohnheiten und Meinungen der Masse ist ein wesentliches Element in der demokratischen Gesellschaft. Wer die verborgenen Mechanismen der Gesellschaft manipuliert, bildet eine unsichtbare Regierung, welche die wahre Herrschermacht unseres Landes darstellt. Wir werden regiert, unser Verstand geformt, unser Geschmack gebildet und unsere Ideen größtenteils von Männern suggeriert, von denen wir nie gehört haben. Dies ist ein logisches Ergebnis in der Art, wie unsere Demokratie organisiert ist. …

… in beinahe jeder Handlung unseres täglichen Lebens, ob in der Sphäre der Poli- tik oder bei Geschäften, in unserem sozialen Verhalten oder unserem ethischen Denken, werden wir durch eine relativ geringe Zahl von Personen beherrscht, die die mentalen Prozesse und sozialen Verhaltensmuster der Massen verstehen. Es sind jene, die die Drähte ziehen, welche das öffentliche Denken kontrollieren, die die alten sozialen Kräfte nutzbar machen und neue Wege ersinnen, um die Welt zu zwingen und zu steuern.“

Edward L. BERNAYS „Propaganda“ von 1928

Mit welchem „Denken” möchte Dugin diese reale Macht besiegen?

„Die materielle Macht ist nichts als eine Illusion und ein Hirngespinst…“

Mit einem einzigen Mausklick können die Verwalter dieser Vermögen ganze Volkswirtwirtschaften vernichten oder nach Belieben eine Weltwirtschaftskrise auslösen.

Die Globalisten selbst zählen doch Russland und China bereits zum Kern der Globalisierung. Worin soll dann der Sinn einer „eurasianistischen” Widerstandsbewegung liegen? Das alte „Teile und Herrsche-Spiel”? Oder soll das eine Absetzbewegung sein, weil die VSA in Kürze den „Sündenbock” spielen müssen? Wird der Liberalismus zum Sündenbock der kommenden Krise? Und dann bekommt der weitergehende Wahnsinn ein neues, unverbrauchtes Etikett?

Man bemerkt die Absicht, und ist verstimmt.

Deep Roots:

Genau den Verdacht habe ich auch, den Du in Deinem letzten Absatz formuliert hast, Karl.

Das „atlantische” Globalismussystem mit seinem Eine-Welt-Ansatz und den antitraditionellen, zersetzerischen gesellschaftlichen „Schwulitäten” (teils buchstäblich!) hat seinen Zweck mittlerweile offenbar weitgehend erfüllt und wird nun als „verbrauchte Kraft” fallengelassen, nachdem es die Welt mit seinem „Global War on Terror” und seinem Wirtschaftsimperialismus weitgehend für die nächste Phase der NWO sturmreif geschossen hat. Das hat durchaus Parallelen zum Sowjetsystem, das ebenfalls zum Abschuß freigegeben wurde, als für die JWO-Zentralräte das „westliche” System als erfolgversprechender erschien.

Und jetzt wird mit viel judeopolitischem Schwurbelsprech und Bullshitsu von wegen „ihr dürft eure Traditionen behalten, und die globale Ami-Dominanz bleibt euch erspart, wenn ihr euch nur in kontinentalen Weltvierteln integriert” unter vordergründig neuer Leitung dasselbe Fernziel weiterverfolgt.

Nur eben im Schongang. Vielleicht ist man zur Einsicht gelangt, daß man den Fröschen das Wasser in ihrem Topf zuletzt ein wenig zu schnell erhitzt hat.

Osimandia:

@Deep Roots und Karl: Ich teile Euren Verdacht, aber mir ist darüberhinaus heute beim Lesen des Artikels auch noch ein anderer Gedanke gekommen, und zwar hat mich der Begriff „Eurasien” drauf gebracht.

Was, wenn Eurasien keine Alternative ist, sondern eine Parallele?

Der Roman 1984 wird ja oft von NWO-Gegnern bemüht (unter anderem auch schon von mir) und das ist auch nicht verkehrt, es ist durchaus möglich, dass George Orwell, der in kommunistische Kreise eingegliedert war, Insiderwissen zu einem Roman verarbeitet hat.

Der Begriff Eurasien kommt in 1984 vor, und zwar neben Ozeanien und Ostasien als einer der drei Machtblöcke, die sich gegenseitig spinnefeind sind und sich stets miteinander im Kriegszustand befinden, aber von innen genau gleich trostlos aussehen.

Was, wenn gar keine Eine-Welt-Regierung geplant ist? Sondern drei? Im Endeffekt wäre es dann natürlich doch eine (ich weiß nicht mehr genau, wie das im Buch beschrieben ist), aber den versklavten Einwohnern würde es wie drei erscheinen. Wenn ich mich recht erinnere, würden wir in dem Szenario zu Eurasien gehören, aber so eng am Buch muss das ja geographisch nicht sein, es kann auch sein, wir bleiben bei Ozeanien. Allerdings würde in dem Fall Eurasien ein Hochtechnologiestandort fehlen. Ozeanien hat seinen in den USA und Ostasien in China.

Deep Roots:

Da ist Dir ein interessanter weiterführender Gedanke gekommen, Osimandia!

Ich hatte eigentlich vermutet, daß bloß die alte NWO-Durchsetzungsmacht USA/EU/NATO nun für den Abgang vorbereitet wird und sich mit ihren letzten Kräften noch für die Ziele der NWO verbrauchen darf, während ihre Aufgaben in kulturell/gesellschaftlich weniger provokanter Weise mit Rußland als neuer Führungsmacht fortgesetzt werden sollen, womit das NWO-Projekt mit einem neuen, unbelasteten, aber wiederum weißen Gesicht (diesmal einem russischen) versehen wird. Und daß erst im übernächsten Schritt, vielleicht in dreißig oder vierzig Jahren, der Führungswechsel von der russisch dominierten Eurasischen Union hin zu Chinael (und eventuell Indael) erfolgen soll, wonach die vier Sub-NWOs des eurasischen Plans unter Chinas Führung zum One-World-System „integriert” werden sollen.

Diese sehen laut Dugins Essay „Die Eurasische Idee”, der als meine nächste Übersetzung erscheinen wird, wie folgt aus:

Eurasische Pläne für die Zukunft nehmen die Aufteilung des Planeten in vier geographische Gürtel (Meridianzonen) von Nord nach Süd an.

Beide amerikanischen Kontinente werden einen gemeinsamen Raum bilden, der auf die USA orientiert ist und im Rahmen der Monroe-Doktrin von dieser kontrolliert wird. Dies ist die Atlantische Meridianzone.

Zusätzlich zu der obigen Zone sind drei andere geplant. Dies sind wie folgt:

  • Euro-Afrika, mit der Europäischen Union als Zentrum.
  • Russisch-Zentralasiatische Zone.
  • Pazifische Zone.

 Innerhalb dieser Zonen werden die regionale Arbeitsteilung und die Schaffung von Entwicklungsgebieten und Wachstumskorridoren stattfinden.

 Alle diese Gürtel (Meridianzonen) bilden Gegengewichte zueinander, und alle zusammen bilden ein Gegengewicht zur Atlantischen Meridianzone. In der Zukunft könnten diese Gürtel das Fundament sein, auf dem eine multipolare Welt erbaut werden kann: die Zahl der Pole wird mehr als zwei sein; jedoch wird die Zahl viel geringer sein als die Zahl der gegenwärtigen Nationalstaaten. Das eurasische Modell schlägt vor, daß die Zahl der Pole vier sein muß.

 Die Meridianzonen bestehen aus mehreren „Großräumen“ oder „demokratischen Reichen“. Jedes besitzt relative Freiheit und Unabhängigkeit, aber sie sind strategisch in eine entsprechende Meridianzone integriert.

Jedoch könnte es durchaus sein, daß dies, wie Du analog zum Drei-Zonen-Schema aus “1984″ vermutest, schon das Endstadium ist; daß es oberflächlich besehen bei diesen vier Weltzonen bleibt, während die eigentliche Weltregierung im Hintergrund bleibt, die einzelnen “Meridianzonen” von dort aus steuert und es weiterhin so aussehen läßt, als wären sie vier unabhängige Machtblöcke.

Richard:

http://ernstfall.org/2014/03/21/alexander-dugin-offensiver-traditionalismus/

Deep Roots:

Interessant – danke für den Link, Richard! Und auch für die Lanze, die Du für uns da drüben gebrochen hast!

Richard:

Sehr gerne, Deep Roots. Wobei ich das Ganze falsch angepackt habe: Ich denke, dass Kurtagic mit seinem Rat zu ad-hominem-Angriffen und ähnliches recht hat. Wir sind alle sehr klug, belesen und akribisch. KMD und andere haben uns das nötige Rüstzeug gegeben.

Aber eigentlich müsste man solche Leute ganz anders abbügeln. Nämlich so:

Journalistische Schwindeleien

Ich finde auch den Kurtagic-Artikel über “Form und Inhalt” sehr wertvoll…

Osimandia:

Wobei ich das Ganze falsch angepackt habe:

Das finde ich nicht, Richard. Mir hat jedes einzelne Wort gefallen. Es tut richtig gut, so fulminant verteidigt zu werden. Das sind die kleinen Highlights bei der Bloggerei, die das Weitermachen erleichtern. Vielen Dank auch von mir.

Prinzipiell tolerieren wir es, wenn unsere Artikel ohne Verlinkung übernommen werden, weil wir sehr gut wissen, dass es Überwindung kostet und Mut erfordert, Juden zu erwähnen und auch – ohne einen Distanzierungstanz zu veranstalten – Leute zu erwähnen, die Juden erwähnen. Es geht uns um die Verbreitung der Inhalte. Daher danke auch an Ernstfall, dass er uns verlinkt hat.

Auch über den Kommentar von General Meyer habe ich ( Naivchen 😉 ) mich ein bisschen gefreut und mit Staunen zur Kenntnis genommen, dass er und ich offenbar ein Hobby gemeinsam haben: Den gelegentlichen Besuch der Freakshow „Netz-gegen-Nazis”, um dort voll genüsslichem Grausen Personen im Endstadium des politisch korrekten Schwachsinns zu begaffen, wie unsere Altvorderen weiland auf dem Jahrmarkt Menschen mit körperlichen Gebrechen begafft haben.

Deep Roots:

Ich finde auch nicht, daß Du das falsch angepackt hast, Richard. Von Meyer war ich ebenfalls ein bißchen angenehm überrascht, was aber trotzdem nicht zu seiner gnädigen Wiederaufnahme auf AdS führen wird. Aber nun zum eigentlichen Thema meines Kommentars.

Dieser Leserbrief in der heutigen Kronen-Zeitung hat mich auf ein paar Gedanken bezüglich Ukraine-Krise, Putin, EU und NWO gebracht:

Ein Warner und die Hetzer

Jean-Claude Juncker, der aus der Polit-Pension zurückkehrte und jetzt Spitzenkandidat der Konservativen bei der kommenden Europa-Wahl ist und nächster EU-Kommissionspräsident werden möchte, ließ im letzten Jahr einige Male aufhorchen. Er verglich beispielsweise das Jahr 1914 mit 2014 und wies darauf hin, dass damals ohne Vorwarnung der Erste Weltkrieg begann. Diese kryptischen Hinweise auf einen Krieg gab es mehrmals, nicht nur von Juncker, und jetzt haben wir die Ukraine-Krise und hören, wie ein paar Wahnsinnige die Kriegstrommeln schlagen. Scholl-Latour, der alte Mann mit dem feinen politischen Gespür und Sinn für Objektivität, nennt das eine blöde Kriegstreiberei, die gar nichts bringt.

 Warum aber hat Juncker, der einerseits oft lügt und auch kein Hehl daraus macht, andererseits auch entwaffnend offen spricht, mehrmals von Krieg gesprochen?

Der deutsche Finanzminister Schäuble, mit J.-C. Juncker befreundet, sagte 2011: „Wir können eine politische Union nur erreichen, wenn wir eine Krise haben.“ Diese politische Union, also die Vereinigten Staaten von Europa, ist ja das erklärte Ziel der EU-Kommission, von einem Teil der EU-Parlamentarier und Politikern von EU-Staaten wie eben Schäuble, aber auch Merkel und anderen und würde das endgültige Aus für die Souveränität der Mitgliedsstaaten bedeuten; auch wenn wir jetzt schon fast nichts mehr zu sagen haben.

Mit einer Union würden zeitaufwendige und lästige Diskussionen mit Mitgliedsstaaten wegfallen, und somit wären Verhandlungen, beispielsweise mit den USA, aus Sicht der Kommission wesentlich einfacher zu führen; die Kommission könnte nach Belieben verfahren.

Soll die Ukraine-Krise jetzt vielleicht dazu instrumentalisiert werden, dieses Ziel zu erreichen? Soll mit dieser Krise von Problemen in der EU und anderswo abgelenkt werden? Es ist einigen Polit-Gangstern fast zuzutrauen, dass sie dafür auch einen Krieg anzuzetteln gewillt sind; die ersten Toten hat es leider schon gegeben.

Josef Höller, per E-Mail

Es könnte durchaus sein, daß die Krise um die Ukraine unter anderem auch ein „Guter Bulle, böser Bulle“-Spiel ist, bei dem Putin mit seiner Russischen Föderation den „bösen Bullen“ gibt, der die Europäer in die Arme des „guten Bullen“ scheucht, welcher die zu schaffenden Vereinigten Staaten von Europa wären. Oder auch die „Europäische Republik“, wie der ÖVP-Verein NovaEuropa, die „Sammlungsbewegung für eine Europäische Republik“ sie sich vorstellt.

Die Rolle des „guten Bullen“ gegen den „bösen Bullen” USA/Atlantismus/unipolare Globalisten käme für Putin und Rußland dann erst nach der Verwirklichung dieser politischen Union Europas, die vielleicht sowieso auch im Sinne des „Eurasianismus“ vorgesehen ist, um neben dem „Arabischen Großraum“ eines der Zentren der Meridianzone Euro-Afrika zu sein.

Interessanterweise lautet der offizielle Name Rußlands, „Rossijskaja Federazija“, genau übersetzt nicht „Russische Föderation“, wie er auf Deutsch normalerweise wiedergegeben wird, sondern „Russländische Föderation (siehe hier). Dies deshalb, um den nichtrussischen Volksgruppen nicht den Eindruck zu vermitteln, es handle sich dabei im wesentlichen um einen Staat der Russen.

Wer weiß, vielleicht kommt man analog dazu einmal auf die Idee, die BRD von „Bundesrepublik Deutschland“ in „Deutschländische Bundesrepublik“ (DBR) umzubenennen. Das heißt, falls man nicht einen der bereits von Osimandia in PI-Kommentaren präsentierten Namensentwürfe „Nonislamland“, „Grundgesetzgeltungsbereich“ oder „Internationalien“ aufgreift, oder falls Deutschland bis dahin nicht sowieso schon in die Vereinigten Staaten von Europa „integriert“ worden ist.

Richard:

Nochmal Dugin in einem Satz:

„Rassismus bezeichnet Dugin im Gespräch mit Pozner genauso als krankhafte, pathologische Erscheinung wie den westlichen Homo-Kult.” http://jungefreiheit.de/kolumne/2014/pozner-dugin-putin-und-die-geopolitik/

Noch mehr Kritik an Dugin:

http://www.theoccidentalobserver.net/2014/05/alexander-dugins-4-political-theory-is-for-the-russian-empire-not-for-european-ethno-nationalists/

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Ein Kommentar

  1. zippelmütz

     /  22. Mai 2016

    Danke, Lichtschwert, für die sehr erhellende Artikelserie zu Rußland.
    Sich mit Dugin verbünden zu wollen wäre selbstmörderisch, was dem vorschwebt, ist doch nichts anderes als JNWO, und was seine imperialen Völkerauflösungsbestrebungen angeht, ist das kein Deut besser als das, was das US-Imperium macht.
    Rußland wird vom Islam angesaugt, wie Europa, und wie Indien, und er will Europa auch noch Afrika umhängen. Furchtbar.
    Mit Leuten wie Schiropajew sehe ich Gemeinsamkeiten, mit Dugin nicht.
    Auch ernüchternd daß unter Putin es anscheinend mit den Sonderrechten für den islamischen Bevölkerungsteil gleich läuft wie in Europa: sie werden über das bürgerliche Gesetz gestellt.

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