Haben prähistorische Europäer Fahrzeuge mit Rädern erfunden?

Sonnenwagen von Trundholm aus der älteren Nordischen Bronzezeit (ca. 1400 v. Chr.), Dänemark (Bild vom Übersetzer eingefügt)

Sonnenwagen von Trundholm aus der älteren Nordischen Bronzezeit (ca. 1400 v. Chr.), Dänemark (Bild vom Übersetzer eingefügt)

Von Fjordman (Original: Did prehistoric Europeans Invent Wheeled Vehicles?, erschienen am 28. September 2008 auf Gates of Vienna). Übersetzung: Lichtschwert.

Ich habe zuvor über die indoeuropäischen Sprachen geschrieben, ein faszinierendes Fenster in die europäische und eurasische Prähistorie. Das Proto-Indoeuropäische existierte als lebende Sprache fast sicher schon um 3500 v. Chr., weil es Wörter mit Bezug zu Radfahrzeugen enthält, die um diese Zeit herum erfunden wurden. Die indoeuropäische Expansion begann höchstwahrscheinlich kurz danach aus der Schwarzmeerregion Südosteuropas. Die Proto-Indoeuropäische Sprache begann sich bald danach aufzuspalten und war um 2500 v. Chr., als die Anfänge der verschiedenen indoeuropäischen Zweige langsam hervorzutreten begannen, fast sicher tot. Die indoeuropäische Expansion hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht das äußerst westliche, südliche oder nördliche Europa erreicht. Zum Beispiel sprachen die Menschen, die Stonehenge in England bauten, keine indoeuropäische Sprache. Die Kelten der Eisenzeit erschienen auf den britischen Inseln, nachdem Stonehenge fertiggestellt worden war.

Es gibt keine schriftlichen Aufzeichnungen der proto-indoeuropäischen Sprache selbst. Sie wurde im vierten vorchristlichen Jahrtausend gesprochen, als nur Sumerisch und schließlich Ägyptisch als Schriftsprachen existierten. Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen indoeuropäischer Sprachen sind aus dem Hethitischen und aus dem Linear B (Altgriechisch) aus dem zweiten vorchristlichen Jahrtausend, als Proto-Indoeuropäische seit vielen Jahrhunderten definitiv tot war. Aber nachdem die vergleichende Linguistik als Wissenschaft recht hochentwickelt geworden ist, können wir aus den später bezeugten indoeuropäischen Sprachen viel von dem Vokabular der proto-indoeuropäischen Sprache rekonstruieren. Eines der besten Bücher zu dem Thema ist The Oxford Introduction to Proto-Indo-European and the Proto-Indo-European World von J. P. Mallory und D. Q. Adams, das ich noch nicht gelesen habe. The Horse, the Wheel, and Language: How Bronze-Age Riders from the Eurasian Steppes Shaped the Modern World von David W. Anthony, das ich gelesen habe, ist faszinierend. Laut Anthony:

verbessern Linguisten des Indoeuropäischen ihre Methoden und machen neue Entdeckungen. Sie haben die Grundformen und Bedeutungen Tausender Wörter aus dem proto-indoeuropäischen Vokabular rekonstruiert – was für sich eine erstaunliche Leistung ist. Jene Wörter können analysiert werden, um die Gedanken, Anliegen, Familienbeziehungen und religiösen Überzeugungen der Menschen zu beschreiben, die sie sprachen. Aber zuerst müssen wir herausfinden, wo und wann sie lebten. Falls wir das proto-indoeuropäische Vokabular mit einer Anzahl spezifischer archäologischer Überreste kombinieren können, könnte es möglich sein, über die üblichen Beschränkungen des archäologischen Wissens hinauszugehen und ein viel reicheres Wissen über diese bestimmten Vorfahren zu erlangen. Ich glaube mit vielen anderen, daß das proto-indoeuropäische Heimatland in den Steppen nördlich des Schwarzen und des Kaspischen Meeres in dem lag, was heute die südliche Ukraine und Südrußland ist. Das Argument für ein Heimatland in der Steppe ist heute stärker als in der Vergangenheit, teilweise aufgrund dramatischer neuer archäologischer Entdeckungen in den Steppen.

Es ist wahrscheinlich, daß Völker der eurasischen Steppen die ersten waren, die das Pferd zähmten, aber die frühesten Radfahrzeuge waren anscheinend von Ochsen gezogene Karren. Der schnellere, von Pferden gezogene Streitwagen wurde später entwickelt und trug zu einer weiteren Phase der indoeuropäischen Expansion bei. Zwischen 1500 – 1200 v. Chr. konnte man pferdegezogene Streitwagen auf der gesamten Landmasse Eurasiens in Gebrauch finden, von den Grenzregionen des Chinas der Shang-Dynastie über Ägypten und Anatolien bis nach Schweden. Dies entspricht der Zeit der alten Veden und der Entstehung des vedischen Sanskrit in Indien. Völker, die indoeuropäische Sprachen sprachen, sind für dieses ganze Gebiet bezeugt.

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Europa und die indoeuropäischen Sprachen

Von Fjordman. Original: Europe and the Indo-European Languages, erschienen am 13. Juni 2008 im „Brussels Journal“. Übersetzung: Lucifex

Dieser Essay wurde zuerst im skandinavischen Blog Snaphanen veröffentlicht, aber nachdem manche meiner Leser ihn vielleicht nicht gesehen haben, veröffentliche ich ihn auch hier. Er wurde vom Buch Indo-European Linguistics: An Introduction von James Clackson inspiriert. Die Entdeckung der indoeuropäischen Sprachfamilie geschah durch Sir William Jones, einen begabten britischen klassischen Gelehrten, der in jungen Jahren Französisch und Italienisch und etwas Hebräisch und Arabisch beherrscht hatte. Er soll zur Zeit seines Todes dreizehn Sprachen gut und achtundzwanzig einigermaßen gut beherrscht haben. Im Jahr 1786 arbeitete Jones eine Theorie der gemeinsamen Ursprünge der meisten europäischen Sprachen und jener Irans und Nordindiens aus. Hier ist Jones, wie er von Ibn Warraq in seinem exzellenten Buch Defending the West zitiert wird:

Die Sprache des Sanskrit, was immer ihr Alter sein mag, ist von einer wunderbaren Struktur, perfekter als das Griechische, reichhaltiger als das Latein und exquisiter verfeinert als beide, und hat doch zu beiden eine stärkere Verwandtschaft, sowohl in den Wortwurzeln als auch in den Grammatikformen, als sie möglicherweise durch Zufall hervorgebracht worden sein könnte; tatsächlich eine so starke, dass kein Philologe sie alle drei untersuchen könnte, ohne zu glauben, dass sie einer gemeinsamen Quelle entsprungen sind, die vielleicht nicht mehr existiert: es gibt einen ähnlichen Grund, wenn auch keinen ganz so zwingenden, zu der Annahme, dass sowohl das Gotische als auch das Keltische, wenn auch mit einem sehr unterschiedlichen Idiom vermischt, denselben Ursprung wie das Sanskrit hatte, und das Altpersische könnte derselben Familie hinzugefügt werden, falls dies der Ort wäre, um irgendeine Frage betreffend die Altertümer Persiens zu diskutieren.

Wie der Linguist Trautmann später gesagt hat: „Die Modernität der Formulierung ist bemerkenswert: die Gruppierung von Sanskrit, Griechisch, Latein, Gotisch (Germanisch), Keltisch und Altpersisch; ihre gegenseitige Ähnlichkeit in Wortschatz und Grammatik, die Vorstellung ihrer Verwandtschaft als gemeinsame Nachfahren einer verlorenen Stammsprache – dies sind genau die Ansichten, die historische Linguisten heute vertreten.“

Jones war offenkundig nicht der erste, der bemerkte, dass verschiedene Sprachen Anzeichen von Verwandtschaft untereinander zeigten: Dies wurde von anderen Gelehrten vor ihm vermutet. Aber er war der erste, der europäische Sprachen in dieser Weise mit nichteuropäischen verband. Laut Nicholas Ostler in Empires of the Word:

Dies war der Ursprung der historischen vergleichenden Linguistik. Sie auf Sprachen überall auf der Welt anzuwenden, war eines der großen intellektuellen Abenteuer des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts, und als direktes Ergebnis wissen wir nun viel über den Fluss menschlicher Sprachen und auch der menschlichen Geschichte lange vor dem Beginn schriftlicher Dokumente. Um nur drei Beispiele anzuführen: so wissen wir, dass die Ungarn aus Nordsibirien kamen, dass Madagaskar von Borneo aus kolonisiert wurde und dass der Ursprung der europäischen Zigeuner im fernen Indien liegt. Bei all der selbstgeschaffenen Exzellenz der eigenen Linguistiktradition des Sanskrit konnte es sich niemals von sich aus in diese neue Richtung entwickelt haben: was benötigt wurde, war die Konfrontation mit anderen Sprachen weit jenseits des indischen Horizonts, aber auch die Fähigkeit, diese Sprachen als irgendwie auf Augenhöhe mit dem Sanskrit zu betrachten, als etwas anderes, das die Tradition einfach für unvorstellbar gehalten hätte.

Ostler spricht die Tatsache an, dass die Mogulherrscher Nordindiens, weitgehend von türkischer Herkunft, aber von der persischen Kultur beeinflusst, diese Verbindung nicht herstellten: „Die neuen moslemischen Herren zeichneten sich trotz ihrer unabhängigen Kenntnis des Arabischen, Persischen und Türkischen nicht durch linguistische Gelehrsamkeit aus.“

Wenn man Mr. Edward Said und seinen zahlreichen Unterstützern glaubt, war Sir William Jones ein Rassistenschwein, das die vergleichende Linguistik erfand, um seine Dominanz über „den Anderen“ zu begründen. Es ist seltsam, dass Moslems nicht daran dachten, als sie jahrhundertelang andere Völker beherrschten. Immerhin ist Persisch, das sie kannten, eine indoeuropäische Sprache, wie das Sanskrit, wie auch Griechisch, Armenisch und die Sprachen vieler ihrer Untertanen. Moslemische Gelehrte hatten Zugang zu einer Anzahl semitischer Sprachen, von Arabisch und Hebräisch bis zum Aramäischen, zusätzlich zu Sprachen anderer afro-asiatischer Zweige in Nord- und Ostafrika. Sie waren daher in einer Position, diesen linguistischen Stammbaum zu entdecken, aber sie taten es nicht. Fehlte es ihnen einfach an Neugier?

Warum war die europäische Zivilisation die einzige Zivilisation auf Erden, die die vergleichende Linguistik erfand?  Es ist interessant darüber nachzudenken, warum niemand zuvor diese Verbindung hergestellt hatte. Die Inder hatten es nicht getan, genauso wenig die Perser, trotz ihrer kulturellen Verfeinerung. Moslems waren allgemein uninteressiert an anderen Kulturen, aus Gründen religiöser Bigotterie und kulturellen Überlegenheitsdenkens, und machten sich selten die Mühe, die Sprachen von Nichtmoslems zu erlernen. Die wenigen Übersetzungen, die aus nichtmoslemischen Kulturen erstellt wurden, zum Beispiel die Werke der alten Griechen in den frühen Stadien der islamischen Herrschaft, befassten sich hauptsächlich mit wissenschaftlichen Angelegenheiten, nicht mit historischen Ereignissen oder kulturellen Ideen, und die Übersetzungen wurden oft von Nichtmoslems angefertigt.

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Löste Laktosetoleranz die indoeuropäische Expansion aus?

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Von Fjordman. Original: Did Lactose Tolerance Trigger the Indo-European Expansion?, erschienen am 22. Februar 2010 im „Brussels Journal”. Übersetzung: Lucifex

(Nachtrag von Lucifex: Inzwischen ist auf „As der Schwerter“ eine neuere deutsche Übersetzung dieses Essays erschienen, deren Titelbild ich nachträglich für hier übernommen habe. Ich finde es sehr gelungen, und das Mädchen darauf ist einfach eine entzückende Botschafterin der Vierzehn Worte!)

Im Gefolge der schnellen Fortschritte in unserem Verständnis der Genetik in den letzten Jahren ist ein neuer Zweig der biologischen Geschichte oder Biohistorie entstanden, wo die menschliche Geschichte durch das Prisma genetischer Veränderungen und der Evolutionstheorie betrachtet wird. Bei meinem langen Essay Warum haben die Europäer die moderne Welt geschaffen? bezog ich die Biohistorie als einen der Aspekte ein, die unterschiedliche Erfolgsniveaus erklären, informiert besonders durch das Buch Understanding Human History des amerikanischen Astrophysikers Michael H. Hart, das online als pdf erhältlich ist. Ein weiterer neuerer Titel ist The 10,000 Year Explosion: How Civilization Accelerated Human Evolution von Gregory Cochran und Henry Harpending von der Universität von Utah in den Vereinigten Staaten.

Die Evolution läuft durch Veränderung der Häufigkeit von Genvarianten ab, die „Allele“ genannt werden. Ein Allel ist eine von zwei oder mehr Versionen desselben Gens. Das Aufkommen der Landwirtschaft erhöhte die Gesamtmenge der verfügbaren Nahrung sehr, da die Menschen sich nicht mehr bloß auf Nahrung stützen mussten, die in der Natur leicht verfügbar war, sondern zusätzlich dazu ihre eigene anbauen konnten. Die größeren und dauerhafteren Siedlungen, die mit der Landwirtschaft verbunden waren, brachten neue Infektionskrankheiten hervor, da eine kritische Masse von Menschen in engem Kontakt miteinander und mit domestizierten Tieren und deren Keimen lebte. Nahrungsproduktion ermöglichte die Ansammlung von Reichtum, gewerbliche Spezialisierung und den Aufstieg nichtproduktiver Eliten, die andere beherrschten, einfach weil sie es konnten.

Die Landwirtschaft ermöglichte es jenen, die sie praktizierten, ihre Zahl stark auszuweiten, aber es ist ausgesprochen möglich, dass die Ernährungsqualität der Nahrung früher Bauern anfänglich schlechter war als diejenige, die Jägern und Sammlern traditionellerweise verfügbar gewesen war. Infolgedessen war die Gesundheit jedes Individuums in der Jungsteinzeit nicht notwendigerweise besser, als sie es in der Altsteinzeit gewesen war. Die Körper derjenigen, die Landwirtschaft praktizierten, mussten sich an eine neue Ernährung anpassen, die aus Lebensmitteln bestand, die zuvor entweder nicht gegessen worden waren oder nur von geringer Bedeutung gewesen waren.

Laut The 10.000 Year Explosion:

Zum Beispiel sehen wir Veränderungen in Genen, die den Transport von Vitaminen in die Zellen beeinflussen. In ähnlicher Weise könnten Vitamin-D-Knappheiten in der neuen Ernährungsweise die Evolution heller Haut in Europa und Nordasien vorangetrieben haben. Vitamin D wird durch ultraviolette Strahlung von der Sonne produziert, die auf unsere Haut einwirkt – eine seltsame, pflanzenhafte Art, die Dinge zu handhaben. Weniger wird daher in Gebieten fern des Äquators produziert, wo die UV-Einstrahlung niedrig ist. Nachdem es in frischem Fleisch reichlich Vitamin D gibt, könnten Jäger und Sammler in Europa vielleicht nicht unter Vitamin-D-Knappheit gelitten haben und konnten daher vielleicht mit einer recht dunklen Haut ausgekommen sein. Tatsächlich muss dies der Fall gewesen sein, nachdem mehrere der bedeutenderen Mutationen, die helle Hautfarbe verursachen, nach der Geburt der Landwirtschaft erschienen zu sein scheinen. Vitamin D war in der neuen, auf Getreide beruhenden Ernährung nicht häufig, und alle daraus resultierenden Knappheiten wären schwerwiegend gewesen, nachdem sie zu Knochenverformungen (Rachitis), verringerter Widerstandsfähigkeit gegen Infektionskrankheiten und sogar Krebs führen konnten. Dies könnte der Grund sein, warum die natürliche Selektion Mutationen begünstigte, die helle Haut bewirken, was in Regionen mit wenig ultravioletter Strahlung eine angemessene Synthese von Vitamin D ermöglichte.

Alkoholische Getränke, die mit dem Aufkommen der Landwirtschaft wichtig wurden, haben eine Menge schlechter Nebenwirkungen, und doch genossen im Grunde alle landwirtschaftlichen Völker irgendeine Art von alkoholischem Gebräu. Der Konsum vergorener Getränke, die mäßige Mengen von Alkohol enthalten, könnte vorteilhaft für die Gesundheit sein, da das Trinken von Wein oder Bier etwas Schutz gegen durch Wasser übertragene Krankheitserreger bot. Aus diesem Grund setzten sich Allele, die das Risiko des Alkoholismus reduzierten, unter landwirtschaftlichen Populationen ein Eurasien durch. Viele jener, die vor der Neuzeit keine umfangreiche Nahrungsproduktion hatten, wie die australischen Aborigines, die Eskimos oder die amerikanischen Ureinwohner, sind besonders anfällig für Alkoholismus und haben häufiger als andere besondere Gesundheitsprobleme, wenn sie einer westlichen Ernährungsweise ausgesetzt sind.

Vor dem Aufkommen der Landwirtschaft konnte niemand nach dem Kleinkindalter, den ersten paar Jahren unseres Lebens, wenn wir Muttermilch trinken, Milchzucker oder Laktose verdauen. Laktase ist der Name des Enzyms, das uns die Verdauung des komplexen Milchzuckers ermöglicht. Nachdem Rinder domestiziert wurden, wurde Kuhmilch zu einer nahrhaften Ergänzung der Ernährung. Mehrere verschiedene Populationen, die alle Rinder oder Kamele in Europa, Ostafrika und im Nahen Osten züchteten, entwickelten unabhängig voneinander die Fähigkeit, lebenslang Milch zu verdauen. Genetische Beweise deuten darauf hin, dass solch eine Mutation wahrscheinlich erstmals in Mitteleuropa auftrat, vielleicht vor 5.000 v. Chr. Landwirtschaftliche Pioniere in Nordeuropa verwendeten Kulturpflanzen aus dem Nahen Osten, die für eine kühlere, nördlichere Umwelt nicht notwendigerweise ideal waren, und Kuhmilch könnte zu einem zunehmend wichtigeren Hauptnahrungsmittel für das Überleben in diesen Regionen geworden sein.

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Wir erleben das Ende des Römischen Reiches

Paul Jamin: „Brennus und sein Anteil an der Beute“, 1893

Paul Jamin: „Brennus und sein Anteil an der Beute“, 1893

Von Marc Rousset, aus dem Französischen ins Englische übersetzt von Michael O’Meara

Übersetzung dieser englischen Fassung ins Deutsche: Deep Roots. Das Original We’re Living the End of the Roman Empire erschien am 1. Januar 2011 bei „Counter-Currents Publishing“.

 

Dies ist die Frage: „Leben wir im Jahr 370 n. Chr., 40 Jahre bevor Alarich Rom plünderte?“ oder „Leben wir im Jahr 270 n. Chr., kurz vor den drastischen Korrekturmaßnahmen der illyrischen Kaiser, die die Katastrophe abwendeten, um das Leben des Imperiums um weitere zwei Jahrhunderte zu verlängern?“

Warum der Vergleich? Heute liegt die nichteuropäische Geburtenrate in Frankreich bei 17 %. Falls sich nichts ändert – und mit Sarkozys 250.000 Einwanderern pro Jahr oder den 450.000 der Sozialisten – wird diese Rate bis 203 auf 30 % steigen, und bis 2050 auf 50 %! Der Wendepunkt dieses soziologischen Umbruchs ist praktisch bereits erreicht. Ohne drastischste Maßnahmen wird das Krebsgeschwür unserer Gesellschaft mit solch exponentieller Rate wachsen, daß es unausweichlich in einem ethnischen Bürgerkrieg gipfeln wird.

Der Erfolg von Thilo Sarrazins Buch in Deutschland (bis dato mehr als 600.000 Exemplare verkauft) zeigt, daß das Problem im Gegensatz dazu, was unsere naiven Menschenrechtler behaupten, sehr real ist und das Überleben unserer Gesellschaften bedroht. Auguste Comte sagte: „Wisse, um vorherzusehen, und sieh voraus, um zu handeln“ [Savoir pour prévoir et prévoir pour pouvoir]. Die Wahrheit ist: Wenn Frankreich gestern sein Empire verloren hat, so ist es heute dabei, seine Sprache zu verlieren, seine Zivilisation, seine Industrie, seine Souveränität, sein Volk.

Mehr als die Gefahr, welche die Migration [aus der Dritten Welt] darstellt, sind es der materialistische und individualistische Egoismus unserer Generation, und das Problem der Pensionisten, was die Franzosen veranlaßt hat, sich in unverantwortlicher Weise zu verschulden, eine Politik der verbrannten Erde zu betreiben, seine Obstgärten zur Brennholzgewinnung zu fällen, erworbene Rechte mehr zu heiligen als den Heiligen Geist (wie die Akademikerin Chantal Delsol es ausdrückt).

Es ist schwierig zu verstehen, was heute geschieht, wenn man nichts über den Fall Roms weiß – der uns vor dem warnt, was kommt. In der Zeit von Roms Niedergang befanden sich die Barbaren innerhalb der Mauern, und ihre Brüder belagerten die Bollwerke der Stadt; der europäische Mensch brachte sich demographisch um, nahm Zuflucht in einem Rausch individualistischen und materialistischen Wohlergehens, sah die kommende Katastrophe nicht und war davon überzeugt, daß sein belangloses gewöhnliches Leben ewig dauern würde. Unsere sogenannten Eliten sind genauso blind wie Ammianus Marcellinus, der im Jahr 385 in Buch XIV seiner „Historia“ schrieb: „Es ist Rom bestimmt, so lange zu leben, wie es Menschen gibt.“ Fünfundzwanzig Jahre später plünderte Alarich die Ewige Stadt.

Die Parallelen zwischen unserer Ära und dem Ende des Römischen Reiches sind augenfällig in den gesellschaftlichen Werten, die wir hochhalten, in der Vorrangstellung, die wir dem Geld einräumen, in Einwanderung, demographischer Dekadenz, in einem Unwillen, unsere eigene Verteidigung in die Hand zu nehmen, und schließlich im Hereinbrechen des Christentums, das man mit der neuen Menschenrechtsreligion vergleichen kann.

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Star Trek: Beyond

Star Trek Beyond

Von Trevor Lynch (Greg Johnson) (Original: Star Trek: Beyond, erschienen am 24. August 2016 auf Counter-Currents Publishing. Übersetzung: Lichtschwert

Ich habe eine Menge Star Trek auf der Leinwand und auf dem Bildschirm gesehen, und aus der Perspektive des mittleren Alters erscheint es als eine schreckliche Zeitverschwendung. Kürzlich sah ich mir eine Anzahl von Episoden der Originalserie an, die ich seit der Kindheit nicht mehr gesehen hatte, und fand sie recht grindig und oft lächerlich. Meine Gefühle über die ursprüngliche Darstellerriege kamen an die Oberfläche, als ich Walter Koenig in einer Episode von Babylon 5 auftreten sah (ja, es war schauderhaft, aber ich gab ihm eine Chance!) und herausplatzte: „Die Science Fiction wird nicht sicher sein, bis all diese Leute tot sind.“

Ja, mir gefiel Die nächste Generation ab Staffel Drei. Aber meine Lieblingsserie war Voyager. Trotz der lächerlich politkorrekten Besetzung hatte Voyager einfach exzellente Geschichten. Ich fand die Borg, die in beiden Serien stark vorkamen, als eine der fantasievollsten Schöpfungen des Star-Trek-Universums. Deep Space Nine war einen einzelnen Durchlauf wert, aber Enterprise war eine große Enttäuschung, obwohl der Handlungsbogen der dritten Staffel interessant war. Ich bezweifle, daß ich mir die Mühe machen werde, eine neue Serie anzusehen, sollte eine herauskommen.

Was die Filme betrifft, so war das Beste des ersten Films Jerry Goldsmiths wunderbare Musik. Nur Der Zorn des Khan und Auf der Suche nach Mr. Spock sehen nach mehr als aufgefetteten Fernsehepisoden aus. Der vierte und der fünfte Film waren lächerlich. Keiner der Next-Generation-Filme machte viel Eindruck. Tatsächlich denke ich, daß ich einen oder zwei davon gänzlich ausgelassen habe. Dann kam Jar Jar Abrams‘ inkompetenter Leinwand-Reboot der Originalserie, einschließlich seines völlig unnötigen Remakes von Der Zorn des Khan. Und nun haben wir den dreizehnten Film in dem Franchise, Star Trek: Beyond, mit dem chinesischen Regisseur Justin Lin am Ruder.

Beyond ist der visuell eindrucksvollste Star-Trek-Film aller Zeiten. Aber das blendende Spektakel unterstreicht nur die Hohlheit der Handlung. Der Schurke, Krall, ist ein Sternenflottencaptain, der hundert Jahre lang auf einem Wüstenplaneten festsaß und aus irgendeinem Grund die Gestalt eines Außerirdischen angenommen hat und sich dann genauso unerklärlich in einen Menschen zurückverwandelt.

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August 2002: Nächtliche Begegnung

Michael Whelan Martian Chronicles

Von Ray Bradbury; Original: „August 2002: Night Meeting“, aus „The Martian Chronicles“, 1950. Die hier wiedergegebene deutsche Übersetzung stammt aus der deutschen Ausgabe „Die Mars-Chroniken“ in der Übersetzung von Thomas Schlück und Wolfgang Jeschke, Heyne-Buch Nr. 3410, 2. überarbeitete Auflage 1974. Das Titelbild „The Martian Chronicles“ von Michael Whelan wurde von mir (Lichtschwert) eingefügt.

(Anm. von Lichtschwert: Ich habe die deutsche Fassung mit dem Originaltext verglichen und festgestellt, daß die Übersetzung recht vollständig und vorlagengetreu ist; nur an drei Stellen habe ich nicht ganz dem Original entsprechende Wörter gegen die richtigen ausgetauscht. Die Geschichte selbst beschreibt einen Mars, wie man ihn sich in den frühen 1950ern noch vorstellen konnte; als heutiger Leser kann man sie sich ja auf einen außersolaren Planeten übertragen vorstellen, der eben so ist. Dies wäre auch die geeignetste Herangehensweise für eine eventuelle Verfilmung.)

 

Vor der Fahrt in die blauen Berge hielt Tomás Gomez noch an der entlegenen Tankstelle.

„Ziemlich einsam hier draußen, wie?“ fragte Tomás.

Der alte Mann wischte über die Windschutzscheibe des kleinen Lastwagens. „Es geht.“

„Wie gefällt es Ihnen auf dem Mars, Opa?“

„Gut. Gibt immer etwas Neues. Als ich letztes Jahr raufkam, hab ich keine großen Dinge erwartet und keine Ansprüche gestellt und wollte mich auch nicht überraschen lassen. Wir müssen die Erde vergessen, wir müssen vergessen, wie es da unten war. Wir müssen uns ansehen, was wir hier haben und wie anders alles ist. Das Wetter zum Beispiel. Schon das Wetter macht mir hier verdammt Spaß. Ist eben marsianisches Wetter. Heiß wie die Hölle am Tage, kalt wie die Hölle in der Nacht. Ich beschäftige mich viel mit den andersartigen Blumen und dem andersartigen Regen. Ich wollte mich auf dem Mars zur Ruhe setzen, mir ein Plätzchen suchen, wo alles anders ist. Ein alter Mann braucht das. Das junge Volk will nichts mehr von ihm wissen, und seine Altersgenossen langweilen ihn zu Tode. Also hielt ich es für das Beste, mir ein Fleckchen zu suchen, das so anders ist, daß ich nur die Augen aufzumachen brauche und schon etwas zu sehen habe. Hier die Tankstelle hab ich mir besorgt. Wenn das Geschäft zu lebhaft wird, suche ich mir weiter oben eine andere alte Straße, auf der es noch ruhiger ist und wo ich ausreichend verdiene und noch Zeit habe, all das Fremde in mich aufzunehmen.“

„Sie machen’s richtig, Opa“, sagte Tomás. Seine braunen Hände ruhten locker auf dem Steuerrad. Er fühlte sich wohl. Er hatte zehn Tage hintereinander in einer der neuen Kolonien gearbeitet und hatte jetzt zwei Tage frei und war auf dem Weg zu einer Party.

„Mich überrascht gar nichts mehr“, sagte der alte Mann. „Ich sehe mich nur um. Ich registriere. Wenn man den Mars nicht so nehmen kann, wie er ist, sollte man gleich wieder zur Erde fliegen. Hier oben ist alles verrückt – der Boden, die Luft, die Kanäle, die Eingeborenen (ich hab noch keine gesehen, aber es sollen sich ja noch welche herumtreiben), die Uhren. Sogar meine Uhr ist komisch. Auch die Zeit ist völlig verdreht. Manchmal komme ich mir vor, als wäre ich ganz allein, als gäbe es außer mir keine Seele auf dem ganzen verdammten Planeten. Ich könnte in solchen Momenten glatt wetten, allein zu sein. Manchmal komme ich mir etwa acht Jahre alt vor, ganz winzig zusammengequetscht, und alles ist riesig. Mein Gott, hier ist wirklich der richtige Ort für einen alten Mann. Hält mich munter und zufrieden. Wissen Sie, was der Mars ist? Er ähnelt einem Geschenk, das ich vor siebzig Jahren zu Weihnachten gekriegt hab – weiß nicht, ob Sie so etwas schon mal gesehen haben. Kaleidoskope hießen die Dinger, eckige glitzernde Glasstücke und Stoff und Perlen und schönes Zeug. Man hielt es ins Sonnenlicht und schaute hindurch, und es stockte einem der Atem. Was für Formen! Also, so ist auch der Mars. Genießen Sie ihn. Lassen Sie ihn, wie er ist. Mein Gott, wissen Sie, daß diese Straße hier von den Marsianern vor über sechzehn Jahrhunderten gebaut wurde und immer noch gut in Schuß ist? Das wären ein Dollar und fünfzehn Cents, vielen Dank und gute Nacht.“

Tomás fuhr leise lachend auf der Landstraße weiter. Es war eine lange Straße, die in die Dunkelheit zwischen den Hügeln führte, und er hielt das Steuer und langte dann und wann in seinen Eßkorb und nahm sich ein Bonbon. Er war etwa eine Stunde gleichmäßig gefahren, und es war kein anderer Wagen auf der Straße und kein Licht, nur die Straße, die unter ihm dahinraste, das Summen, das Dröhnen, und der Mars dort draußen, so ruhig. Der Mars war immer ruhig, doch heute war er stiller als je zuvor. Die Wüstenstriche und leeren Meere glitten an ihm vorüber, und die Sterne bewegten sich über den Bergen.

Es lag heute abend ein Geruch von Zeit in der Luft. Er lächelte und verweilte bei dieser Fantasievorstellung. Ein interessanter Gedanke. Wie roch die Zeit überhaupt? Nach Staub und Uhren und Menschen. Und wenn man sich fragte, welches Geräusch die Zeit machte, so klang sie wie Wasser, das in einer dunklen Höhle dahinströmt, und wie weinende Stimmen und Erdschollen, die auf hohle Sargdeckel fallen, und wie Regen. Um den Gedanken weiterzuspinnen, wie sah die Zeit aus? Die Zeit sah aus wie Schneefall in einem schwarzen Raum oder wie ein Stummfilm in einem alten Kino oder wie hundert Milliarden Gesichter, die wie unzählige Neujahrsballons herabsinken, immer tiefer hinab ins Nichts. Ja, so roch und klang die Zeit und so sah sie aus. Und heute – Tomás hielt eine Hand in den Fahrtwind des Lastwagens – heute abend konnte man die Zeit beinahe fühlen.

Er steuerte seinen Wagen zwischen Hügeln aus Zeit. In seinem Nacken begannen sich die kleinen Härchen aufzurichten, und er starrte angestrengt nach vorn.

Er erreichte eine kleine tote Marsstadt, stellte den Motor ab und ließ die Stille von allen Seiten auf sich eindringen. Er saß da, ohne zu atmen, und betrachtete die weißen Gebäude im Mondlicht. Unbewohnt seit Jahrhunderten. Vollkommen und makellos. Zerstört, gewiß – aber gleichwohl vollkommen.

Er startete den Motor und fuhr noch etwa eine Meile, ehe er wieder stoppte, ausstieg und seinen Eßkorb zu einem kleinen Vorsprung trug, von dem aus er die eben durchfahrene Stadt überschauen konnte. Er öffnete seine Thermosflasche und goß sich eine Tasse Kaffee ein. Ein Nachtvogel flog vorüber. Tomás fühlte sich ausgezeichnet.

Etwa fünf Minuten später ertönte ein Geräusch. Oben in den Hügeln, wo sich die alte Straße dahinschlängelte, war eine Bewegung zu sehen und ein schwaches Licht, dann hörte er ein Murmeln.

Tomás wandte sich langsam um, seinen Kaffeebecher in der Hand.

Zwischen den Hügeln tauchte ein seltsames Etwas auf.

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Die Mythologie und Religion der Wikingerzeit

Wikinger-Grabsteine

Von Rudolf Simek, erschienen im Ausstellungskatalog zur Ausstellung „Die Wikinger“ in der Kunsthalle Leoben 2008; ISBN 987-3-9500840-4-0.

„Alle im Kampf auf dem Schlachtfeld gefallenen Krieger seit Anbeginn der Welt kommen nach Walhall zu Odin. Dort ist daher eine riesige Menschenmenge, aber für alle ist genug Fleisch vom Eber Saehrimnir da, der jeden Tag aufs Neue vom Koch Andhrimnir gesotten wird und am Abend wieder ganz ist. Odin aber füttert mit dem Fleisch nur seine beiden Wölfe, Geri und Freki, er selbst lebt nur vom Wein allein. Seinen Kriegern aber, unter denen sich natürlich viele Könige und Fürsten befinden, läßt er Met vorsetzen, der unablässig vom Euter der Ziege Heidrun in ein Gefäß tropft, sodaß alle Einherier – so heißen die gefallenen Krieger Odins – genug bekommen. Die Ziege aber steht auf dem Dach von Walhall und frißt die Blätter eines Baumes namens Laeradr. – Walhall hat 540 Tore, und durch jedes Tor können gleichzeitig 800 Krieger ausziehen, sodaß Odin ein riesiges Heer befehligt. Wenn die Einherier aber nicht gerade trinken oder essen, dann gehen sie am Morgen hinaus und kämpfen miteinander und erschlagen sich gegenseitig: das ist ihr Zeitvertreib, aber am Abend reiten sie heim nach Walhall und setzen sich alle wieder gemeinsam zum Trinken nieder.“ 1

Diese Schilderung von Odin und seinem Kriegerparadies Walhall prägt heute wie schon vor 100 oder 200 Jahren das neuzeitliche Bild von der Religion der Wikingerzeit und scheint die Todesverachtung der Wikingerkrieger angesichts dieses attraktiven Jenseits zu erklären. Sie fehlt in kaum einem Wikingerfilm und hat die Phantasie von deutschen, englischen und skandinavischen Schriftstellern der letzten Jahrhunderte beflügelt.

Dieses Bild ist aber lange nach der Wikingerzeit entstanden: Der christliche Dichter und Staatsmann Snorri Sturluson (1179 – 1241) hat es um 1225 auf Island als Teil seiner Edda verfaßt, zeitlich und räumlich fernab von wikingerzeitlichem Schlachtgetümmel. Seine Beschreibung ist stark beeinflußt von höfisch-romantischen, christlichen und antiken Vorstellungen des Hochmittelalters, aber als geschickter Autor hat er uns in dieser und vielen anderen mythologischen Beschreibungen ein in sich stimmiges und attraktives Bild der nordischen Vorzeit hinterlassen, das bis heute nachwirkt.

Wir müssen uns aber hüten, die wissenschaftliche und literarische Aufarbeitung nordischer Mythologie durch die christlichen mittelalterlichen Autoren in Snorris Edda ebenso wie der Liederedda mit dem wahren Glauben oder religiösem Brauchtum der Wikingerzeit zu verwechseln, auch wenn diese Werke und noch mehr die Sagas, die historischen Romane des 13. Jahrhunderts, ein romantisches Bild des wikingerzeitlichen Skandinavien vorgaukeln.

Was aber war wirklich die Vorstellung der wikingerzeitlichen Krieger von ihrem Nachleben? Zwei Erinnerungsgedichte (die Eiriksmál und die Hákonarmál), in den 960er-Jahren von zwei isländischen Skalden in Norwegen auf gefallene Fürsten verfaßt, zeigen ein etwas anderes Bild: Der Tod ist hier ein unausweichliches Schicksal, Odin ruft die Krieger zu sich, weil er sie zum Kampf gegen die Mächte der Unterwelt am Ende der Welt benötigt. Die ganze gefallene Armee zieht Richtung Walhall, aber nur der Fürst darf eintreten, und er ist voller Furcht vor dem unberechenbaren Gott, auch wenn einige Halbgötter oder Heroen den Helden in Walhall begrüßen.

Solche Diskrepanzen zwischen literarischer Darstellung des Hochmittelalters und Glaubenswelt der Wikingerzeit sind zwar bei einem zeitlichen Abstand von 250 Jahren zu erwarten, dürfen aber bei der Rekonstruktion der wikingerzeitlichen Religion nicht vernachlässigt werden, sodaß in erster Linie Quellen der heidnischen Zeit, also vor dem Ende des 10. Jahrhunderts, herangezogen werden müssen. Dazu kommt, daß die Glaubensvorstellungen der Wikingerzeit nicht einfach aus allen möglichen Quellen homogenisiert werden können, denn niemand konnte sich auf eine kodifizierte Buchreligion berufen wie etwa im Christentum. Von Gegend zu Gegend waren die Bräuche und Riten etwas abweichend, und auch die Mythenerzählungen finden wir nicht selten in mehr als einer Variante. Dies kann ebenfalls nicht überraschen, wenn wir uns vor Augen halten, daß die Wikinger in England und Irland, die schon ab etwa 800 in ständigem Kontakt mit der christlichen Bevölkerung der Inseln lebten, ihren eigenen Glauben einerseits anders erlebten als Menschen in den schwedischen Wäldern, zum anderen aber auch unterschiedliche Einflüsse, von keltischen Sagen in Irland oder antiken Stoffen in England bis zu slawischen oder byzantinischen Geschichten im Osten, auf die Religion der Skandinavier gewirkt haben müssen.

Im Folgenden können daher immer nur einzelne Schlaglichter aus den Quellen auf die religiösen Vorstellungen geworfen werden, ohne daß diese für alle Skandinavier der Wikingerzeit, von den Schweden in der kaiserlichen Warägergarde von Konstantinopel bis zu den isländischen Siedlern auf Grönland, Gültigkeit gehabt haben.

1 Frei paraphrasiert nach Snorri Sturluson: Edda, Gylfaginning, Kap. 38 – 41.

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Warum ich seit Jahren und überhaupt all diese antifaschwuljüdischmuslimischsozialistischökologischen Zecken-Lobbies hasse!

Warum ich seit Jahren und überhaupt all diese antifaschwuljüdischmuslimischsozialistischökologischen Zecken-Lobbies hasse!

Von Kewil, Erstveröffentlichung am 17. Mai 2009 auf seinem leider nicht mehr existenten Blog „Fakten + Fiktionen“. (Anm. v. Lichtschwert: der Wortbandwurm von „antifa…“ bis „…ökologischen“ war für die WordPress-Titelzeile offenbar zu lang, weshalb der Schluß unterschlagen wurde; aus diesem Grund habe ich den kompletten Titel hier nochmals eingestellt.)

Ja, da kommt doch gestern wieder einer daher und fragt, was ich gegen Schwule habe. Nichts, gar nichts, mein Freund, aber ich hasse die schwule Lobby aus tiefstem Herzen! Die Abschaffung des § 175 war doch gebongt, aber dann ging es erst richtig los mit dem Opfergeheul. Heiraten wie normale Familien mit demonstrativem Geknutsche vor der Kirche und gleichzeitiger Verteufelung der abnormalen Heteros. Forderung nach Ehegattensplitting und anderen steuerlichen Gleichstellungen und Vorteilen, obwohl Mann-Mann immer noch keine Kinder kriegt. Pensionsberechtigung  für gleichgeschlechtliche Partner von Pfarrern und Kirchenbeamten. Denkmäler für Schwule und Lesben. Kundgebungen, aber wo? Nicht vor Parlamenten, nein, Knutschdemo, um Eisdiele einzuschüchtern. Oder noch lieber nacktes und halbnacktes CSD-Herumgehopse im Wallfahrtsort Altötting oder vorzugsweise im Kölner Dom! Öffentliches Wichsen, Schwanzlutschen und Anpissen als “sexuelle Befreiung”! Provozieren, provozieren, provozieren! Und als Gipfel sich selbst als normal hinstellen, und denjenigen, der zufällig noch Familie will und mit seinen Kindern diesen Homo-Aktivisten die Rente zahlt, als altmodischen Perversling zu beschimpfen. Empörend!

Und haarscharf gleich läuft es bei den Rotlinken mit ihrer asozialen Gerechtigkeit und ihren Raubzügen in den Geldbeutel anderer, bei der Antifa mit ihren SA-Aktionen gegen Andersdenkende, bei der jüdischen Lobby, bei den Genderweibern, der Einwanderungs- und Asylmafia und bei der Ökolobby! Alle diese üblen, politkorrekten Veranstaltungen wünsche ich zum Teufel. Immer dasselbe Muster: Opferstatus, Steuergeld und Staatsknete abzocken, im kleinen und großen Dreck täglich an jeder Ecke herumwühlen, im Mist stochern, „sensibilisieren”, diskutieren, demonstrieren, Mahnwachen organisieren, trommeln, Tamtam, nie zufrieden sein, immer weitermachen, Normalbürger auspressen und gleichzeitig als Biedermänner verachten und verlachen und diktatorisch mit dem Holzhammer umerziehen.

Es gibt auch eine Rentnerlobby und eine Autolobby, ja doch, aber die stören mich nicht! Die wollen mehr Rente oder mehr Autos, fertig, basta! Die Zecken- und Wühlmaus-Lobbies sind aber nie fertig! Erst verbietet man Atomkraftwerke, dann Glühbirnen, erst werden richtige Nazis vor Gericht gestellt, dann Mitläufer, am Schluß 15-jährige Hitlerjungen und ihre Unterhemden. Zuerst werden Führeralleen umbenannt, dann folgen Heimatdichter-Strassen, darauf werden Hindenburg und Kaiser Wilhelm getilgt, in zehn Jahren Bismarck und Friedrich der Grosse! Am 9. November darf nicht mehr getanzt werden, am Auschwitztag kein Faschingsumzug stattfinden! Und immer vorwärts! Erst Holocaustdenkmäler in Großstädten, dann jedem Provinzlümmel einen Stolperstein vor die Haustür!

Das macht einen fertig! Dieses Nie-genug-Kriegen, dieses tägliche und stündliche Rumschnüffeln, diese nie enden wollenden finanziellen Forderungen, die gnadenlose, moralisierende Besserwisserei und das oberlehrerhafte Umerziehen breiter Volksschichten, die eigentlich mit dem Ganzen nichts zu tun haben und schon genug gestraft sind, wenn sie diese parasitären Einrichtungen auch noch finanzieren müssen. Schauen Sie sich nur die letzten fünf Beiträge hier im Blog an, da sind sie wieder alle versammelt, die Kampf-gegen-Rechts-Spione, die jüdischen und moslemischen Angriffe gegen Christen, die linke Einwanderungsmystik, das Schwulengedöns, der Gendermainstream-Scheißdreck! You name it, we have it!

Als höchste Stufe der polit-korrekten Verblödung durch diese Zecken-Lobbies folgt schließlich die Metamorphose zur Religion. Du hast gesündigt, deutscher Michel, dein Daimler stößt zuviel CO2 in den Sauerstoff-Himmel. Du mußt büßen! Ökosteuer rauf! Du bist nach Malle geflogen, Micheline! Hast Du einen Öko-Ablaß bei Atmosfair gekauft (kann bei TUI-Buchung bequem angeklickt werden)? Wäre besser, Du bliebest zu Hause in deiner ungeheizten Bio-Isolierzelle und issest dein tägliches Gras-Müsli! Nur alternative Hohepriester der Solarzelle dürfen noch fliegen, zu Klimakonferenzen auf ferne sonnigen Inseln etwa. Und wehe, ihr kleinen Sünder glaubt uns nicht! Der Meerwasserspiegel steigt und steigt. Ihr werden elendiglich in der Wüste verglühen und im Meer ersaufen. Zur Hölle werdet ihr fahren, ihr Ungläubigen! Betet und fastet zu Claudia, Renate und Jürgen. Die können euch erlösen! Aber nur wenn ihr ihnen bedingungslos folgt und alles gebt, was ihr habt! Heil Windmühle, Heilwasser heil Mineralwasser, heil Solar!

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Zähmung der Eliten

Anthony van Dyck: „Charles I. von England, aus drei Blickwinkeln“, 1636.

Anthony van Dyck: „Charles I. von England, aus drei Blickwinkeln“, 1636.

Von Trainspotter, übersetzt von Deep Roots. Das Original Taming the Elites erschien am 28. Februar 2012 auf Counter-Currents Publishing/North American New Right.

Matt Parrotts „Ideas Matter“ ist ein hervorragender und zum Nachdenken anregender Artikel.

Die Demokratie amerikanischen Stils ist gewiß eine vulgäre und katastrophale Sache. Sie muß weg. Jedoch bin ich nicht davon überzeugt, daß Demokratie per se das Problem ist. Direkte Demokratie nach Schweizer Art ist recht vielversprechend, natürlich mit reichlich Modifikationen, um unseren besonderen Bedürfnissen zu entsprechen.

Wenn ich mir direkte Demokratie kleiner Gruppen oder direkte „Mikro-Demokratie“ ansehe, so erscheinen die Resultate gut genug. Die örtlichen Hausbesitzer und Nachbarschaftsvereine können sich adäquat verwalten. Es gibt reichlich Beispiele kleiner und mittelgroßer Kooperativen, die gut zu laufen scheinen. Unternehmen im Besitz von Mitarbeitern laufen ebenfalls gut genug.

Die Beweise legen für mich den Schluß nahe, daß, solange wir von homogenen weißen Gemeinschaften sprechen, vieles für dezentralisierte direkte Demokratie spricht. Die Beweise legen auch nahe, daß direkte Demokratie allgemein zu „konservativeren“ Resultaten führt als jene, die von den Eliten geboten werden. Wenn wir in den letzten beiden Jahrhunderten dezentralisierte direkte Demokratie gehabt hätten, wären wir dann in der gegenwärtigen schlimmen Notlage? Das ist eine interessante Frage, aber ich kann nicht anders als zu spekulieren, daß die Dinge bei weitem besser stünden.

Als weißer Nationalist versuche ich in Jahrhunderten und Jahrtausenden zu denken. Meine Hauptsorge ist das langfristige Überleben unseres Volkes. Und doch ist meine Weltsicht schließlich und endlich zweifellos sehr von der Zeit eingefärbt, in der ich lebe, von der Realität und Erfahrung des gegenwärtigen Zeitalters.

Was ist diese gegenwärtige Erfahrung? Es ist eine, in der unsere Eliten bestenfalls völlig gleichgültig gegenüber unserer Notlage sind. Öfter sind sie unserer Sache feindlich gesonnen und arbeiten aktiv darauf hin, unser Volk zu enteignen. Wenn wir die Eliten, statt sie als einzigen amorphen Klumpen zu behandeln, auf einzelne Kategorien herunterbrechen, wird das Bild noch verblüffender. Es ist nicht nur so, daß uns die konservative Elite verraten hat, oder die Wirtschaftselite, oder die Universitätselite, oder die Medienelite, oder die militärische Elite, oder die katholische Elite, oder gar die baptistische Elite (diese letzten beiden Worte zusammen zu tippen, hat mich übrigens geschmerzt). Es ist so, daß JEDE Elite uns verraten und verkauft hat. Jede einzelne Elite. Keine einzige institutionelle Elite wird sich für uns einsetzen.

Daher bin ich, oh Schreck und Graus, mehr als nur ein bißchen mißtrauisch gegenüber „Eliten“, obwohl ich ein Elitist bin… wenn ihr versteht, was ich meine.

Ich betrachte die ernsthaften Denker des weißen Nationalismus als natürliche Elite, als echte Elite, und als die wichtigste Elite auf diesem Planeten. Aber kann das institutionalisiert werden? Auf ewig? Ich habe meine Zweifel. Aber das ist die Elite, an der ich interessiert bin.

Ich will darauf hinaus, daß Institutionen gekapert und kontrolliert werden können. Aber immer und ewig, so scheint es, entsteht im Volk zumindest eine Minderheit, die die Korruption durchschaut. Und wenn diese Minderheit (gegenwärtig wir) ihre Meinung sagt, was finden wir heraus? Jede institutionelle Elite stellt sich gegen uns, aber viele unseres Volkes stimmen dem zu, was wir sagen. Selbst nachdem wir einem Sättigungsniveau von Propaganda ausgesetzt waren, stoße ich weiterhin regelmäßig auf normale weiße Bürger, die vernünftige und gesunde Instinkte haben. Was ich an jedweder wie auch immer gearteter positiver Bestärkung erhalte, kommt vom Volk, nicht von irgendeiner institutionellen Elite.

Ich glaube, daß dies organisch und natürlich ist. Ich habe keinen Grund daran zu zweifeln, daß unsere Rasse, angenommen, sie überlebt in bedeutender Zahl, in tausend Jahren immer noch Menschen wie uns hervorbringen wird. Es wird jemanden ähnlich wie Matt Parrott geben. Es wird jemanden ähnlich wie Greg Johnson geben, etc.

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Mit einem Wimmern

Von Matt Parrott, übersetzt von Deep Roots. Das Original With a Whimper erschien am 9. Januar 2012 im Occidental Observer.

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This is the way the world ends

This is the way the world ends

This is the way the world ends

Not with a bang but a whimper.

— T.S. Eliot, The Hollow Men

Genauso wie der härtere Totalitarismus vergangener Jahre durch den weichen Totalitarismus ersetzt wurde, der von unseren feindseligen Eliten praktiziert wird, werden die harten Zusammenbrüche vergangener Jahre durch eine Reihe schleichender weicher Zusammenbrüche ersetzt werden. Ein Bootsanleger wird hier kaputtgehen. Ein Krawall wird dort ausbrechen. Wie ein Mann, der kastriert worden ist, werden wir innerlich und äußerlich nach und nach stetig schwächer werden. Wo wir einst muskulös waren, werden wir uns schwach finden. Wo wir einst den Herausforderungen gewachsen waren, vor denen wir standen, werden wir vor ihnen zurückschrecken. Der Westen wird es wahrscheinlich als letzter wissen, da wir uns immer tiefer in eine Spirale der Realitätsverleugnung und Ablenkung bewegen, während die Dinge auseinanderfallen.

Als die mexikanische Armee mit der Belagerung von Fort Texas den mexikanisch-amerikanischen Krieg auslöste, erkannte sie noch nicht, daß sie bloß Mexikaner waren, die es mit einem dramatisch fähigeren Gegner zu tun hatten. Sie sahen sich – fälschlicherweise – als die offenkundigen und natürlichen Erben der großen spanischen Militärtradition und waren mehr als jeder andere vom katastrophalen Ergebnis überrascht. In ähnlicher Weise sehen zeitgenössische Amerikaner sich selbst als die offenkundigen und natürlichen Erben einer großen Nation, einer Nuklearmacht mit einem ausufernden militärischen Imperium, einer beispiellosen Volkswirtschaft und einer beneidenswerten Hingabe an die höchsten Tugenden des Christentums und der Aufklärung – fälschlicherweise.

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Unser Äquivalent zur Demütigung, die die Mexikaner als Volk erlebten, wird weicher sein. Sie wird hinter verschlossenen Türen bei den globalen Gipfeltreffen stattfinden, in Wirtschaftsverhandlungen und in zahllosen beiläufigen Konversationen über das Zeitgeschehen. Eigentlich passiert es bereits. Eine Reihe von Blasen falschen Wohlstands ist bereits durchgesickert, seit der Zusammenbruch zu irgendeinem undefinierten Moment in den vorangegangenen Jahrzehnten geschah, vielleicht mit dem Einwanderungsgesetz von 1965. Damals fiel Amerikas demografischem Profil der Boden raus. Der wirtschaftliche Zusammenbruch begann 2007, nachdem er mehrere Jahre lang durch die zufällige Entdeckung eines wahrlich enormen „größeren Deppen“ für das Pyramidenspiel der Bundesregierung ferngehalten wurde: China. Vielleicht begann der soziokulturelle Zusammenbruch, als die Juden sich die Kriegspropaganda des Zweiten Weltkriegs zu Nutze machten und sie zu einer beherrschenden säkularen Religion des anti-weißen und anti-traditionellen „Holocaustentums“ adaptierten? Der metaphysische und metapolitische Zusammenbruch geschah viel früher, vielleicht ein Jahrtausend früher, und beschleunigt sich jetzt nur in diesem Spätstadium spiritueller Nekrose.

Vielleicht wird es ein dramatisches Ereignis irgendeiner Art geben, das man leicht als „den Zusammenbruch“ etikettieren kann, aber ich zweifle daran. Die Vorstellung, daß der Zusammenbruch irgendeine Art epischen globalen Ereignisses sein wird, stützt sich auf die überholte Vorstellung, daß wir Weißen noch so wichtig sind, wie wir es früher waren. Das sind wir nicht, und die Welt wird ganz gut zurechtkommen, ohne daß wir darin eine zentrale Rolle einnehmen. Die Juden, die eine Vergnügungsfahrt mit diesem westlichen Fahrzeug unternommen haben, werden von dessen nachlassender Zuverlässigkeit zunehmend frustriert werden. Sogar jetzt ist unser Militär eine riesige Enttäuschung in ihrer Anstrengung zur „Sicherung des Reiches“ gewesen. Nicht nur sind der Irak und Afghanistan Israel nicht freundlicher gesonnen, als sie es zuvor waren, sondern die Moslembruderschaft ißt Israels Mahlzeit, während wir nach den Revolten des Arabischen Frühlings die Rechnung begleichen.

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