Protokolle der Weisen von Google

Das englische Original von Matt Parrott erschien unter dem Titel Protocols of the Elders of Google am 2. März 2011 bei Counter Currents. Übersetzt von Osimandia.

Bitte heißen Sie einen ganz besonderen Gast willkommen: Google.

Wir, die Weisen von Google, sind, nachdem wir schließlich dem Bösesein abgeschworen haben, zu dem Schluss gekommen, dass dieses „Internet” mehr Ärger macht als es wert ist. Die folgenden Protokolle, die superhochgeheim sind, sind unser Schritt-für-Schritt-Programm, um ein für alle Mal den Computern da draußen den Stecker zu ziehen.

Protokoll 1: Beherrsche den Markt!

Das erste, was wir tun müssen, ist jedermann in unsere Falle zu locken. Wenn Leute Sachen im Internet suchen, müssen wir der einzige Platz sein, an den sie zu diesem Zweck auch nur denken. Zunächst einmal machen wir eine hübsche kleine Website auf und dann fügen wir nach und nach kostenlos coole Sachen hinzu. Wenn unsere Konkurrenten mit einem guten Produkt herauskommen, bieten wir eine bessere Version davon an und schenken sie her. Hintenrum werden wir eine große Investmentblase erzeugen, um all das zu bezahlen.

Wenn wir das geschafft haben, werden die Leute nicht einmal mehr „suchen” denken, sie werden „googeln” denken. Sie werden nicht ihre Emails abrufen, sie werden ihre… Gmails abrufen. Ihre Blogs werden bei unserem Blogspot sein. Wir werden alle Nachrichten in … Google News sammeln. Manche Leute werden vielleicht Bedenken wegen des ausufernden Monopols äußern, aber sie werden das wahrscheinlich mit Hilfe ihres Google-Browsers tun. Sie werden vollkommen hilflos sein, unserer Angebotspalette von kostenlosem und besserem Zeug zu widerstehen.

Protokoll 2: Teile und herrsche!

Das alles durchdringende Monopol ist notwendig, um das Internet in zwei Zonen zu spalten: Das Übernet und das Unternet. Das Übernet wird sogar noch besser sein als das Internet, es wird allerlei firmeneigenen Schnickschnack mit allen Schikanen geben, um sowohl Nutzer als auch Anbieter anzulocken. Anfänglich wird es praktisch keinerlei Regeln geben, und die wenigen werden nur selten durchgesetzt werden. Das Unternet wird dahinsiechen und verkümmern und schließlich obsolet werden, wenn unser Übernet immer mehr Funktionen hinzufügt, die nur dort laufen. Das „world wide web” wird immer mehr einem Spinnennetz gleichen. Webdesigner werden ohne das tolle neue Google Widget™ (beta) keine Seiten mehr gestalten wollen. Seitenbetreiber werden nicht von unseren firmeneigenen sozialen Netzwerken ausgeschlossen sein wollen, die ihnen den meisten Zulauf bringen. Die meisten technisch wenig versierten Nutzer werden nicht einmal erkennen, wo das Übernet aufhört und das Unternet anfängt, allenfalls noch an dem schalen Geruch veralteter Technologie und trostloser, statischer HTML-Seiten.

Protokoll 3: Stell die Ausbrecher unter Quarantäne!

Wir werden Firmenpartnerschaften mit Providern eingehen, damit diese das Google-Paket kostenlos in ihr Unterhaltungspaket aufnehmen. Zugang zum Rest des Internets wird zusätzlich kosten. Unser Übernet wird frei von Peer-to-Peer-Filesharing sein und das Unternet vollgestopft davon, sodass die Provider jede Gelegenheit beim Schopf packen werden, den Traffic zu drossseln. Die Medien werden ihre volle Unterstützung in die Waagschale werfen. Das alte Internet – das Unternet – wird eine geringere Bandbreite haben, von Filesharing-Traffic verstopft sein, die coolen neuen Sachen, die jeder nutzt, nicht anbieten, und ein Nest von Perversen und Dissidenten werden.

Protokoll 4: Verbrenne die Hexen!

Im letzten Stadium wird das alte, unregulierte, nicht zum Unternehmen gehörende Internet der Ort sein, an den die Leute, die aufgrund unserer allgemeinen Geschäftsbedingungen rausgeflogen sind, verbannt werden.  Die politischen Dissidenten, die eine echte Bedrohung unserer Herrschaft darstellen, werden sich zusammengepfercht mit Terroristen, Softwarepiraten und Anbietern von Kinderpornographie in einem Netzwerk wiederfinden. Was wir dann nur noch tun müssen, ist eine Panik von wegen Kinderpornographie im Unternet zu schüren. Wir werden in die Gesetzgebung einbringen, dass Provider für diese abscheulichen Dinge verantwortlich zu machen sind, und es das „Rettet-die-Kinder”-Gesetz nennen.

Der Tag, an dem dieses Gesetz durchgeht, wird der Tag sein, an dem das Internet starb.

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Ein Kommentar

  1. Meldung von heute auf futurezone.at:

    US-Telekomaufsicht schafft Netzneutralität ab

    Die drei republikanischen Mitglieder der Kommission haben mit ihren Stimmen das Ende der Regeln besiegelt, die die Netzneutralität in den USA garantieren sollten.

    Die amerikanische Telekommunikationsaufsicht FCC hat die strikten Regeln zur Gleichbehandlung von Daten im Internet aufgeweicht, die 2015 erlassen wurden, um ein freies und offenes Internet zu garantieren. . Drei Mitglieder der fünfköpfigen Kommission stimmten am Donnerstag in Washington einem Vorschlag zu, der die Aufhebung der bisherigen konsequenten Umsetzung der sogenannten Netzneutralität vorsieht. Damit setzten sich die Internetprovider unter Führung von AT&T, Comcast und Verizon durch. Sie lobbyierten seit Einführung der Regeln für eine Abschaffung, weil eine Einhaltung der Netzneutralität sie zu reinen Infrastrukturanbietern macht.

    Mit der Entscheidung vom Donnerstag können sie jetzt aber eigene Services gegenüber Konkurrenten bevorzugen, Geld für die schnellere Übertragung von Inhalten verlangen, die Zugänge zu diversen Dienstleistungen von den Datenlimits ihrer Kunden ausnehmen und den Zugang zu bestimmten Angeboten für ihre Kunden unter Umständen sogar sperren. Der New Yorker Generalstaatsanwalt hat bereits angekündigt, gemeinsam mit anderen Bundesstaaten eine Klage gegen die Entscheidung einbringen zu wollen. Auch die American Civil Liberties Union will vor Gericht ziehen, Facebook und die Google-Mutter Alphabet wollen ein rechtliches Vorgehen prüfen.

    Der Grundsatz der Netzneutralität besagt, dass alle Daten gleich behandelt werden müssen. Bisher war es Netzbetreibern in den USA wie AT&T, Verizon oder Comcast untersagt, bestimmten Datenverkehr zu blockieren oder zu verlangsamen, um anderen Inhalten Vorrang zu geben. Nach der neuen Regelung können Webdienste nun für eine bevorzugte Behandlung bezahlen. Die Netzbetreiber müssen offenlegen, ob sie Anbietern höhere Geschwindigkeiten einräumen. Online-Dienste wie Google, Facebook, Amazon und Netflix fürchten, dass sie von den Betreibern nun stärker zur Kasse gebeten werden könnten. Kritiker warnten auch, dass es gerade für große Internet-Firmen leichter sein wird, sich eine Überholspur im Netz zu kaufen – während junge Start-ups dafür kein Geld haben und benachteiligt wären.

    http://anonym.to/?https://futurezone.at/netzpolitik/us-telekomaufsicht-schafft-netzneutralitaet-ab/302.101.943

    Siehe dazu auch Save Net Neutrality: Why Net Neutrality Is Necessary for White Advocacy von Russell James auf „The Occidental Observer“.

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