Die Geschichte des Geldes – Teil 2

Übersetzt von Osimandia. (Teil 1 hier)

Das 19. Jahrhundert wurde als das Zeitalter der Rothschilds bekannt, damaligen Schätzungen zufolge kontrollierten sie die Hälfte des weltweiten Vermögens. Während ihr Vermögen heute weiter ansteigt, ist es ihnen gelungen, sich unsichtbar im Hintergrund zu halten und den Eindruck zu erwecken, ihre Macht sei geschwunden. Sie verwenden den Namen Rothschild nur für einen kleinen Bruchteil der Unternehmen, die sie tatsächlich kontrollieren. Manche Autoren behaupten, dass die Rothschilds nicht nur die Bank von England übernommen haben, sondern dass sie 1816 auch hinter einer neuen privaten Zentralbank in Amerika mit dem Namen The Second Bank of The United States standen, die dem amerikanischen Präsidenten große Probleme bereitete.

Präsident Andrew Jackson – überlebte einen Mordversuch am 30. Januar 1835. Der unzurechnungsfähige Attentäter wurde in die Psychiatrie eingewiesen und nie verurteilt. Er prahlte später damit, Kontakt zu mächtigen Leuten in Europa gehabt zu haben.

Als der amerikanische Kongress dafür stimmte, die Laufzeit der Second Bank of The United States zu verlängern, machte Andrew Jackson von seinem Vetorecht Gebrauch, um das Gesetz zu Fall zu bringen. Seine Antwort gibt uns einen interessanten Einblick:

Es sind nicht nur unsere eigenen Bürger, die in den Genuss der Freigiebigkeit unserer Regierung kommen. Mehr als acht Millionen des Aktienkapitals dieser Bank werden von Ausländern gehalten … stellt eine Bank, die in ihrer Natur so wenig hat, was sie an unser Land bindet, nicht eine Gefahr für unsere Freiheit und Unabhängigkeit dar? (…)

Unsere Währung zu kontrollieren, unsere öffentlichen Gelder einzunehmen und Tausende unserer Bürger in Abhängigkeit zu halten…wären furchteinflößender und gefährlicher als eine feindliche Militärmacht. Wenn die Regierung sich darauf beschränken würde, alle gleichermaßen zu schützen, und so wie es der Himmel regnen lässt, die Hohen und Niedrigen, Reichen und Armen, gleichermaßen zu begünstigen, dann wäre das ein Segen ohnegleichen. Das Gesetz, das ich hier vor mir habe, stellt ein weitgehendes und unnötiges Abrücken von diesen gerechten Prinzipien dar.”

1832 ordnete Jackson den Rückzug der Regierungseinlagen aus der Second Bank an und legte sie stattdessen in sicheren Banken ein. Der Vorsitzende der Second Bank, Nicholas Biddle, war recht freimütig bezüglich der Macht und den Absichten der Bank, als er offen drohte, eine Depression zu verursachen, wenn die Laufzeit der Bank nicht verlängert werden würde. Wir zitieren:

„Nichts als weitverbreitetes Leid wird auf den Kongress irgendeine Wirkung haben… Unsere einzige Sicherheit ist, einen stetigen Kurs fester Restriktionen zu fahren – und ich habe keinen Zweifel, dass ein solcher Kurs letztendlich zur Wiedereinsetzung der Währung und einer neuen Laufzeit für die Bank führen wird.”

Indem er bestehende Darlehen einforderte und sich weigerte, neue auszugeben, verursachte er eine massive Depression, doch als im Jahr 1836 die Laufzeit endete, hörte die Second Bank auf zu existieren. Zu diesem Zeitpunkt machte Andrew Jackson seine zwei berühmten Äußerungen: „Die Bank versucht, mich zu töten – aber ich werde sie töten!” und „Wenn das amerikanische  Volk nur die krasse Ungerechtigkeit unseres Geld- und Banksystems verstehen würde, dann gäbe es noch vor morgen früh eine Revolution…”

Als er gefragt wurde, was der größte Erfolg seiner Laufbahn gewesen sei, antwortete Andrew Jackson ohne zu zögern „I killed the bank!” Wir werden allerdings sehen, dass dies nicht das Ende davon war, dass privater Finanzeinfluss sich als öffentlich ausgab, wenn wir uns Abraham Lincoln und den Bürgerkrieg ansehen.

Abraham Lincoln und der Bürgerkrieg – A.D. 1861 bis 1865

Präsident Abraham Lincoln – ermordet am Karfreitag 1865 von John Wilkes Booth

Nachdem die Zentralbank tot war, kroch an ihrer Stelle Fractional Reserve Banking wie ein Virus durch zahllose genehmigte Banken in den einzelnen Staaten und verursachte die Instabilität, auf der diese Form der Wirtschaft gedeiht. Wenn Menschen ihre Häuser verlieren, bekommt sie jemand anderer zu einem Bruchteil ihres Wertes. Eine Depression bedeutet gute Nachrichten für Geldverleiher, aber Krieg verursacht noch mehr Schulden und Abhängigkeit als alles andere; und so musste es, da die Geldwechsler ihre Zentralbank mit der Lizenz zum Gelddrucken nicht bekommen hatten, eben ein Krieg sein. Wir können an dem folgenden Zitat des damaligen Reichskanzlers von Deutschland ersehen, dass die Sklaverei nicht der einzige Grund für den Amerikanischen Bürgerkrieg war:

„Die Spaltung der Vereinigten Staaten in Föderationen gleicher Stärke war lange vor dem Bürgerkrieg beschlossene Sache der europäischen Hochfinanz. Diese Bänker fürchteten, dass die USA, wenn sie als ein Block und eine Nation bestehen bleiben würde, wirtschaftliche und finanzielle Unabhängigkeit erlangen könnte, was die finanzielle Herrschaft dieser Bänker über die Welt durcheinander bringen würde.” (Otto von Bismarck, 1876, rückübersetzt aus dem Englischen)

Am 12. April 1861 begann dieser Wirtschaftskrieg. Wie vorauszusehen war, brauchte Präsident Lincoln Geld, um seine Kriegsanstrengungen zu finanzieren, und ging zusammen mit seinem Finanzminister nach New York, um dort die benötigten Darlehen anzufragen. Die Geldwechsler, die eine Niederlage der Union wünschten, boten Kredite zu Zinssätzen zwischen 24% und 36% an. Lincoln lehnte ab. Ein alter Freund Lincolns, Dick Taylor aus Chicago, wurde damit beauftragt, das Problem der Kriegsfinanzierung zu lösen. Sein Lösungsvorschlag war der folgende: „Du musst einfach den Kongress dazu bringen, dass er ein Gesetz verabschiedet, das es erlaubt, Banknoten zu drucken, die als vollkommen legales Zahlungsmittel anerkannt sind… dann zahl deine Soldaten damit und gewinn deinen Krieg!”

Als Lincoln fragte, ob das amerikanische Volk die Banknoten akzeptieren würde, sagte Taylor: „Das Volk oder irgendwer sonst wird da keine andere Wahl haben, wenn du sie zum anerkannten legalen Zahlungsmittel machst. Die Banknoten werden den vollen Rückhalt der Regierung haben und genau so gut wie Geld sein, da der Kongress von der Verfassung her ausdrücklich das Recht dazu hat.”

Lincoln stimmte zu, diese Lösung auszuprobieren, und druckte solche neuen Banknoten im Wert von 450 Millionen Dollar, für die grüne Tinte benutzt wurde, um sie von den anderen Banknoten zu unterscheiden.

„Die Regierung sollte alle Währung und Kredite, die benötigt werden, um die Regierungsausgaben und die Kaufkraft der Konsumenten zu befriedigen, schaffen, ausgeben und in Umlauf bringen … Das Privileg, Geld zu schaffen und auszugeben ist nicht nur das höchste Vorrecht der Regierung, sondern auch ihre größte Möglichkeit, kreativ zu sein. Durch die Umsetzung dieser Prinzipien wird der schon lange bestehende Wunsch nach einem einheitlichen Tauschmedium befriedigt. Die Steuerzahler sparen enorme Summen an Zinsen, Diskont und Wechselgebühren. Die Finanzierung aller öffentlichen Unternehmen, die Aufrechterhaltung einer stabilen Regierung und geordneten Fortschritts sowie die Führung der Staatsfinanzen werden Aufgaben der Verwaltung sein. Die Menschen werden eine Währung zur Verfügung haben, die genauso stabil wie ihre eigene Regierung ist. Geld wird aufhören, der Herrscher zu sein und stattdessen der Diener der Menschheit werden. Die Demokratie wird sich über die Geldmacht erheben.” (Colonel Dick Taylor)

Diese Lösung funktionierte so gut, dass Lincoln ernsthaft in Erwägung zog, diese Notfallmaßnahme zur dauerhaften Politik zu machen. Das wäre für jedermann großartig gewesen, mit Ausnahme der Geldwechsler, die schnell merkten, welche Gefahr diese Politik für sie darstellen würde. Sie verschwendeten keine Zeit, ihre Ansichten dazu in der London Times auszudrücken. Obwohl der Artikel offensichtlich in der Absicht geschrieben worden war, diese kreative Finanzpolitik zu entmutigen, können wir sonderbarerweise gerade in seinen Worten klar erkennen, wie gut diese Politik ist.

„Wenn diese verderbliche Finanzpolitik, die ihren Ursprung in Nordamerika hat, dauerhaft eine feste Einrichtung wird, dann wird die Regierung ihr eigenes Geld ohne jegliche Kosten zur Verfügung stellen. Sie wird Schulden zurückzahlen und schuldenfrei sein. Sie wird alles notwendige Geld haben, um die Wirtschaft am Laufen zu halten. Sie wird auf beispiellose Weise wohlhabend werden. Ein solches Land muss zerstört werden oder es wird jede Monarchie auf dem Globus zerstören.”

Aus diesem Abschnitt ist ganz klar zu ersehen, dass es die Vorteile der Annahme einer solchen Politik sind, die gegenüber denen, die sie nicht anwenden, eine Bedrohung darstellen. 1863, fast am Ziel, brauchte Lincoln nur noch etwas mehr Geld, um den Krieg zu gewinnen. Und als sie ihn in dieser verletzlichen Lage sahen und wussten, dass der Präsident die Zustimmung des Kongresses zur Ausgabe weiterer „Greenbacks” nicht bekommen würde, schlugen die Geldwechsler vor, den National Bank Act zu verabschieden. Das Gesetz ging durch. Von diesem Punkt an sollte die gesamte Geldversorgung der USA durch Schulden erfolgen, die dadurch gemacht wurden, dass Bänker Schuldverschreibungen der US-Regierung kauften und dafür Banknoten ausgaben. Die „Greenbacks” blieben bis 1994 weiter im Umlauf, ihre Anzahl wurde aber nicht erhöht, sondern tatsächlich sogar gesenkt. In zahlreichen Jahren nach dem Krieg erwirtschaftete die Regierung einen beträchtlichen Überschuss. Sie konnte (allerdings) nicht ihre Schulden bezahlen und ihre Sicherheiten zurückziehen, denn wenn sie das getan hätte, wären keine Schuldverschreibungen mehr da gewesen, um die nationalen Banknoten zu stützen. Die Schulden zurückzuzahlen hätte bedeutet, die Geldversorgung zu zerstören.

Die amerikanische Wirtschaft ist seit 1864 auf Regierungsschulden gestützt und ist in diesem System gefangen. Darüber zu reden, die Schulden zurückzuzahlen, ohne zuvor das Banksystem zu reformieren, ist nur Geschwätz und ein Ding der Unmöglichkeit.

Im gleichen Jahr erlebte Lincoln eine angenehme Überraschung. Es stellte sich heraus, dass der Zar Alexander II von Russland sich sehr wohl des Schwindels der Geldwechsler bewusst war. Der Zar verweigerte ihnen die Erlaubnis, in Russland eine Zentralbank aufzumachen. Wenn es Lincoln gelingen könnte, die Macht der Geldwechsler zu beschränken und den Krieg zu gewinnen, wären die Bänker nicht in der Lage, Amerika wie geplant aufzuteilen und es an Großbritannien und Frankreich zurückzugeben. Der Zar wusste, dass diese Rückgabe zu dem Preis stattfinden würde, dass die Rückzahlung der Kosten dafür schließlich durch einen Angriffskrieg gegen Russland aufgebracht werden würde, was den Geldwechslern ganz klar vor Augen stand. Der Zar erklärte, dass jegliche Hilfe Frankreichs oder Großbritanniens für den Süden seitens Russlands als Kriegserklärung aufgefasst werden würde. Großbritannien und Frankreich warteten vergeblich darauf, dass der Wohlstand der Kolonien an sie zurückfallen sollte, und während sie warteten, gewann Lincoln den Bürgerkrieg.

Zar Alexander II auf dem Totenbett – ermordet am 13. März 1881 von der Untergrundorganisation der Narodniki

Die Wahlen im kommenden Jahr in Aussicht, wartete Lincoln auf erneute Zustimmung seitens der Öffentlichkeit, bevor er sich daran machen wollte, den National Bank Act zu widerrufen, zu dessen Zustimmung er während des Krieges gezwungen gewesen war. Lincolns Gegnerschaft zu der finanziellen Kontrolle durch die Zentralbank und zu der Rückkehr zum Goldstandard ist gut dokumentiert. Er hätte mit Sicherheit für den Tod des Nationalbankmonopols gesorgt, wenn er nicht 41 Tage nach seiner Wiederwahl selbst getötet worden wäre. Die Geldwechsler drängten auf den Goldstandard, weil Gold knapp war und es dadurch einfacher war, ein Monopol darauf zu halten. Ein Großteil davon befand sich bereits in ihren Händen und jeder Goldhändler war sich vollkommen im Klaren darüber, dass sie das, was sie tatsächlich hatten, leicht als sehr viel mehr erscheinen lassen konnten. Silber hätte das Feld nur erweitert und ihren Anteil am Ganzen verringert, daher drängten sie auf die Wiederkehr des Goldstandards.

Die Wiederkehr des Goldstandards – A.D. 1866 bis 1881

„Kurz nach dem Bürgerkrieg wurde intensiv darüber debattiert, Lincolns kurzlebiges Experiment mit dem verfassungsgemäßen Geldsystem wiederzubeleben. Hätte nicht die europäische Finanzmacht interveniert, wäre das zweifellos eine etablierte Einrichtung geworden.” (Cleon Skousen)

Selbst nach Lincolns Tod löste die Vorstellung, dass Amerika möglicherweise eigenes schuldenfreies Geld drucken könnte, Alarmglocken in der gesamten europäischen Bänkergemeinschaft aus. Am 12. April 1866 verabschiedete der Kongress den Contraction Act, der es dem Schatzamt erlaubte, einige von Lincolns Greenbacks zurückzurufen und einzubehalten. Da nur die Banken einen Profit davon hatten, ist es nicht schwer, die Quelle dieser Aktion zu ermitteln. Um der amerikanischen Öffentlichkeit den falschen Eindruck zu vermitteln, dass sie mit dem Goldstandard besser bedient sei, nutzen die Geldwechsler die Kontrollmöglichkeiten, die sie noch hatten, um wirtschaftliche Instabilität zu verursachen und die Menschen in Panik zu versetzen. Das konnte recht einfach dadurch bewerkstelligt werden, dass sie existierende Darlehen einforderten und sich weigerten, neue auszugeben, eine altbewährte Methode, eine Depression auszulösen. Sie verbreiteten in den Medien, die sie inzwischen zu weiten Teilen kontrollierten, dass das Fehlen eines einheitlichen Goldstandards die Ursache für die Härten sei, während sie gleichzeitig den Contraction Act dazu nutzen, die im Umlauf befindliche Geldmenge zu verringern.

Die umlaufende Geldmenge entwickelte sich – bei einer ständig zunehmenden Bevölkerungszahl – folgendermaßen:

Jahr       gesamt         pro Kopf

1866      $ 1,8 Mrd.      $ 50,46

1867      $ 1,3 Mrd.      $ 44,00

1876      $ 0,6 Mrd.     $ 14,60

1886      $ 0,4 Mrd.     $   6,67

Die meisten Leute glauben den Wirtschaftswissenschaftlern, wenn diese uns erzählen, dass Rezessionen und Depressionen Teil eines natürlichen Flusses sind, aber in Wirklichkeit wird die Geldversorgung von einer kleinen Minderheit kontrolliert, die das immer getan hat und die das auch weiterhin immer tun wird, wenn wir es ihnen zugestehen.

Im Jahr 1872 begann die amerikanische Öffentlichkeit das Auspressen zu spüren, und so sandte die Bank von England nach Besprechungen im Hinterzimmer Ernest Seyd mit Taschen voller Geld nach Amerika, um den Kongress zu bestechen, Silbergeld aus dem Verkehr zu ziehen.  Ernest machte den Gesetzentwurf selbst, der mit der Verabschiedung des Coinage Act rechtskräftig wurde und noch im gleichen Jahr der Prägung von Silbergeld ein Ende setzte. Das folgende sagte er – offenbar sehr zufrieden mit sich selber – nach seiner Reise:

„Ich ging im Winter 1872-73 mit dem Auftrag nach Amerika, falls es mir möglich sein sollte, ein Gesetz zu erreichen, das Silbergeld aus dem Verkehr zieht. Das zu erreichen lag im Interesse derer, die ich repräsentierte – dem Vorstand der Bank von England. 1873 waren Goldmünzen die einzige Form von Münzgeld.”

Senator Daniel aus Virginia erklärte es folgendermaßen:

„Nachdem 1872 in Deutschland, England und Holland Silbermünzen aus dem Verkehr gezogen worden waren, wurde ein Betrag von 100.000 Pfund (500 Millionen Dollar) aufgebracht, und Ernest Seyd wurde als Agent ausländischer Aktionäre mit dieser Summe in unser Land geschickt, um hier dasselbe zu erreichen.”

Innerhalb von drei Jahren, während der 30 Prozent der Arbeiterschaft arbeitslos waren, begann sich das amerikanische Volk nach den Zeiten der Silbermünzen und Greenbacks zurückzusehnen. Die US-Silber-Kommission wurde eingerichtet, um das Problem zu erforschen, und sie antwortete mit einer Lektion in Geschichte:

„Die Katastrophe des dunklen Zeitalters wurde von einer zurückgehenden Geldmenge und fallenden Preisen verursacht … Ohne Geld hätte die Zivilisation nicht aufkommen können und mit einer reduzierten Geldversorgung muss sie ermatten und, wenn keine Erleichterung geschaffen wird, letztendlich auch dahinschwinden. In der christlichen Ära belief sich die Menge des Metallgeldes im Römischen Reich auf (umgerechnet) 1,8 Milliarden Dollar. Zum Ende des 15. Jahrhunderts war sie auf weniger als 200 Millionen Dollar gesunken. Die Geschichte kennt kein weiteres Beispiel eines derart katastrophalen Niedergangs wie dem vom Römischen Reich in das dunkle Zeitalter…”

Während sie offensichtlich die Probleme sehen konnten, die durch die eingeschränkte Geldversorgung verursacht worden waren, trug diese Erklärung nicht viel dazu bei, das Problem zu beheben, und 1877 brachen überall im Land Aufstände aus. Die Reaktion der Bank darauf war Nichtstun mit der Ausnahme, eine Kampagne gegen die Idee der Wiedereinführung der Greenbacks zu führen. Der Sekretär der American Bankers Association James Buel drückte die Haltung der Bänker in einem Brief an andere Mitglieder dieser Vereinigung klar aus.

Er schrieb:

„Es ist ratsam, alles in Ihrer Macht Stehende zu unternehmen, um prominente Tages- und Wochenzeitungen sowie auch die Teile der landwirtschaftlichen und religiösen Presse zu stärken, die bereit sind, sich gegen die Ausgabe von Greenbacks zu positionieren, und dass Sie jedem Antragsteller die Unterstützung verweigern, der nicht bereit ist, sich gegen die Geldausgabe durch die Regierung zu stellen. Das Gesetz zur Geldausgabe zu widerrufen oder das erneute in den Verkehr bringen von regierungsausgegebenen Geld wird die Menschen mit Geld ausstatten und daher unsere individuellen Profite als Bänker und Geldverleiher ernsthaft beeinträchtigen. Treffen Sie sich umgehend mit ihrem Kongressmann und verpflichten Sie ihn, unsere Interessen zu unterstützen, damit wir die Gesetzgebung kontrollieren können.”

Was diese Äußerung offenbart, ist der Mentalitätsunterschied zwischen einem Durchschnittsmenschen und einem Bänker. Für einen Bänker ist „weniger wirklich mehr” und jedes Bedürfnis ist eine Gelegenheit zur Ausbeutung. 1881 wurde James Garfield Präsident, und er hatte einen sehr guten Begriff davon, wo das Problem lag. „Wer immer die Geldmenge in einem Land kontrolliert, ist der absolute Herrscher über Industrie und Handel … Und wenn man sich klar macht, dass das gesamte System auf die eine oder andere Art von ein paar Männern an der Spitze sehr leicht zu kontrollieren ist, fragt man sich nicht mehr, wie Zeiten von Inflation und Depression ihren Ursprung haben.”

Einige Wochen nach dieser Äußerung wurde ein Attentat auf Präsident Garfield verübt, an dessen Folgen er verstarb. Der Ruf der Straße war der nach freiem Silber.

Präsident James Garfield – wurde am 2. Juli von einem psychisch Kranken angeschossen und verstarb am 19. September 1881 an einer Infektion, die durch eine nicht entfernbare Kugel ausgelöst worden war.

Freies Silber – A.D. 1891 bis 1912

„Die Herde scheren” ist der Ausdruck, mit dem die Geldwechsler den Prozess von Aufschwüngen und Depressionen bezeichnen, der es ihnen ermöglicht, Eigentum zu einem Bruchteil seines Wertes zu erlangen.  Im Jahr 1891 wurde ein großes Scheren geplant. „Am 1. September 1894 werden wir unsere Kredite unter keinen Umständen verlängern. Am 1. September werden wir unser Geld verlangen. Wir werden zwangsvollstrecken und Hypotheken in Besitz nehmen. Wir können zu von uns festgesetzten Preisen zwei Drittel der Farmen westlich des Mississippis und Tausende östlich davon an uns nehmen… Die Farmer werden dann Pächter sein wie in England…” (Die American Bankers Association gemäß einer Kongressaufzeichnung vom 29. April 1913)

William Jennings Bryan, „Populist“ – Trat 1915 nach Wilsons Ultimatum an Deutschland als Außenminister zurück: „Deutschland hat ein Recht zu verhindern, dass seinen Feinden Kriegsmaterial geliefert wird. Wenn solche Schiffe Passagiere in der Hoffnung an Bord nehmen, nicht angegriffen zu werden, so ist das kein legitimer Schutz vor einer Zerstörung.“

Der weiterhin aufrecht erhaltene Goldstandard machte dies möglich. William Jennings Bryan war 1896 der Präsidentschaftskandidat der Demokraten, er führte seinen Wahlkampf damit, Silber als Geldstandard wieder einzuführen („Free Silver”).

„Wir werden auf ihre Forderung nach einem Goldstandard antworten: Sie werden diese Dornenkrone nicht auf die Brauen der Arbeiterschaft pressen, Sie werden die Menschheit nicht an einem Kreuz aus Gold kreuzigen.” (William Jennings Bryan)

Selbstverständlich unterstützten die Geldwechsler seinen republikanischen Gegenkandidaten, so lange dieser dafür eintrat, den Goldstandard aufrechtzuerhalten. Die Unternehmer wurden irgendwie überzeugt, ihrer Arbeiterschaft zu erzählen, dass das Geschäft schließen müssen, wenn Bryan gewählt werden würde, und dass jeder seinen Arbeitsplatz verlieren würde. Die Republikaner gewannen die Wahl mit einem knappen Vorsprung. Bryan versuchte es 1900 und 1908 noch einmal, aber verlor beide Male. 1912 wurde er unter Wilson Außenminister, trat aber 1915 desillusioniert und unter suspekten Umständen zurück, die mit dem Untergang der Lusitania zusammenhingen, der Amerika in den Ersten Weltkrieg trieb.

J.P. Morgan und die Panik von 1907

Wenn man die Ursachen für die Panik von 1907 herausarbeiten will, ist es wohl am besten, zunächst danach zu schauen, wer davon profitierte. Nachdem der Börsensturz die meisten der überschuldeten Banken ins Straucheln gebracht hatte, hatte J.P. Morgan seinen Auftritt als Retter des Tages. Menschen neigen dazu, merkwürdige Dinge zu tun, wenn sie in Panik sind, und das erklärt möglicherweise, warum Morgan autorisiert wurde, 200 Millionen aus dem Nichts zu drucken, die er dann zur Stützung der Lage nutzte. Manche der in Bedrängnis geratenen Banken mit weniger als einem Prozent Reserveeinlagen hatten keine Wahl. Es hieß, entweder diese Lösung anzunehmen oder unterzugehen. Selbst wenn sie herausgefunden haben sollten, dass ihre Probleme von genau denselben Leuten verursacht worden waren, die sich jetzt als Problemlöser anboten, gab es nicht viel, was sie dagegen hätten tun können. J.P. Morgan wurde als Held gepriesen.

„All diese Schwierigkeiten könnten vermieden werden, wenn wir ein Kommittee aus sechs oder sieben Männern wie J.P. Morgan ernennen würden, die sich um die Angelegenheiten unseres Landes kümmern.” (Woodrow Wilson)

Aber nicht jeder ließ sich zum Narren halten. „Diejenigen, die dem Kommittee nicht genehm sind, könnten aus ihrem Geschäft gedrängt werden und das Volk könnte so geängstigt werden, dass es die Änderungen bezüglich Bank- und Währungsgesetzen fordert, die das Kommittee ihm vorgibt.” (Mitglied des Repräsentantenhauses Charles A. Lindbergh)

Außer dem Effekt, eine kleine Gruppe auf Kosten der Mehrheit reich zu machen, diente die Instabilität in diesem Fall auch noch einem zweiten Zweck, nämlich dem, die Öffentlichkeit glauben zu machem, dass sie unter einer Zentralbank und dem Goldstandard besser dran wäre. Verzweifelte Menschen haben wenig Zeit für Logik.

Lincoln sieht herab

In Washington sitzt eine Statue von Lincoln auf ihrem Stuhl und blickt auf ein Gebäude herab, das Hauptsitz der Federal Reserve Bank heißt. Diese Institution würde es nicht geben, wenn Lincolns Geldpolitik von den USA übernommen worden wäre. Sie ist nicht „federal” und sie hat zweifelhafte Reserven. Der Name ist eine offene Irreführung und wurde gewählt, um dieser Privatbank den Anschein zu geben, dass sie im öffentlichen Interesse operiere, obwohl sie tatsächlich ausschließlich zu dem Zweck geführt wird, ihren ausgewählten Aktionären Profit zu verschaffen. Sie verdankt ihre Existenz einem der raffiniertesten Coups in der Finanzgeschichte. Am 23. Dezember 1913 verabschiedete das Repräsentantenhaus den Federal Reserve Act, aber es gab immer noch Schwierigkeiten, ihn durch den Senat zu bringen. Die meisten Kongressmitglieder waren wegen der Feiertage schon zu Hause, doch unglücklicherweise hatte der Senat keine Verschiebung sine die („ohne Tag”) beschlossen, sodass technisch gesehen die Sitzung stattfand. Es waren nur drei Mitglieder anwesend. Der Federal Reserve Act wurde einstimmig angenommen. Es gab keine Einwände, wahrscheinlich deswegen, weil niemand da war, der Einwände hätte erheben können.

Charles Lindbergh hätte Einwand erhoben. „Das Finanzsystem wurde dem … Federal Reserve Gremium übergeben. Dieses Gremium verwaltet das Finanzsystem mit der Autorität einer… profitorientierten Gruppe. Das System ist privat und dient dem einzigen Zweck, größtmöglichen Profit aus anderer Leute Geld zu schlagen.”

Louis McFadden hätte Einwand erhoben. „Wir haben in diesem Land eine der verdorbensten Institutionen, die die Welt jemals gesehen hat. Ich meine das Federal Reserve Gremium … Diese bösartige Institution hat … das Volk der Vereinigten Staaten in die Armut getrieben… und unsere Regierung praktisch in den Bankrott. Es hat das durch … die korrupten Praktiken der reichen Aasgeier getan, die es kontrollieren.”

Barry Goldwater hätte auch Einwand erhoben. „Die meisten Amerikaner verstehen nicht wirklich, wie die internationalen Geldwechsler operieren … Die Konten des Federal Reserve Systems sind nie einer Buchprüfung unterzogen worden. Es arbeitet außerhalb der Kontrolle durch den Kongress… und manipuliert das Vermögen der Vereinigten Staaten.”

Die meisten Amerikaner hätten Einwand erhoben, wenn sie es denn gewusst hätten. Die Federal Reserve Bank ist der größte Einzelgläubiger der US-Regierung, und es sind auch die Leute, die entscheiden, wie hoch die Raten für das Auto des Durchschnittsbürgers sind, wieviel sie für ihr Haus abzahlen müssen, und ob sie einen Arbeitsplatz haben oder nicht. Die drei Senatoren, die 1913 den Federal Reserve Act verabschiedeten, wussten ganz genau, was sie taten, als sie diese Privatbank, die nach dem Modell der Bank von England gestaltet war, ins Leben riefen. Und die Tatsache, dass die Bank von England unabhängig und ohne jegliche Opposition seit 1694 operiert hatte, muss ihnen große Zuversicht gegeben haben.

Wo Krieg ist, ist auch Geld

Während eines Krieges wird mehr Material schneller verbraucht als irgendwann sonst. Während eines Krieges verschleißen teure Ausrüstungen nicht langsam, sondern werden in die Luft gejagt. (Ist es nicht interessant, festzustellen, dass während der 119 Jahre andauernden Periode zwischen der Gründung der Bank von England und Napoleons Niederlage in Waterloo England sich 56 Jahre im Krieg befand und den Rest der Zeit in Kriegsvorbereitung. Im Verlauf dessen waren die Geldwechsler reich geworden.)

Da war sie nun also: Die neu gegründete Federal Reserve Bank mit der Aufgabe, alles Geld, das die US-Regierung brauchen würde, aus dem Nichts zu erschaffen, und auf jeden erschaffenen Dollar ordentlich Zinsen zu nehmen. Neun Tage nach ihrer Einsetzung wünschten sich ihre Gründer gegenseitig ein Gutes Neues Jahr. Doch was sollte 1914 Gutes bringen?

Fortsetzung und Schluß: Die Geschichte des Geldes – Teil 3

Hinterlasse einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: