Die westliche Größe und ihre Feinde

Von F. Roger Devlin, übersetzt von Lucifex. Das Original Western Greatness and Its Enemies erschien am 18. Juni 2017 auf „The Occidental Observer“.

Faustian Man in a Multicultural Age

von Ricardo Duchesne London: Arktos, 2017

Prof. Ricardo Duchesnes erstes Buch, The Uniqueness of Western Civilization (rezensiert von Kevin MacDonald in TOQ 11:3, Herbst 2011) argumentierte, daß der Westen bereits mehrere Jahrtausende bevor die industrielle Revolution zu den heutigen riesigen Unterschieden in Reichtum und Lebensstandards zwischen ihm und dem Großteil der restlichen Welt führte, eine einzigartig kreative Kultur war. Die Einzigartigkeit des Westens lag nicht in Institutionen wie Demokratie und repräsentativer Regierung, noch in großartigen Büchern und reichlicher künstlerischer Produktion, oder in freien Märkten und einem „Arbeitsethos“ – sondern in einem ursprünglicheren faustischen Drang, Hindernisse zu überwinden und großartige Dinge zu vollbringen. Der ursprüngliche historische Ausdruck dieses Dranges ist das heroische Ethos, das Homers Ilias und die germanische Heldendichtung durchdringt: der übergeordnete Ehrgeiz des aristokratischen Kriegers, unsterblichen Ruhm zu erringen, indem er sich unter Verachtung seiner eigenen Sterblichkeit an Kämpfen um Prestige beteiligt. Dieses Ethos verfolgt der Autor zurück bis zu den proto-indoeuropäischen Hirten der pontischen Steppen.

Nach der Veröffentlichung von The Uniqueness of Western Civilization wandte der Autor seine Aufmerksamkeit dem Niedergang des Westens zu. Er hebt die Voraussicht Oswald Spenglers hervor, des bedeutenden Theoretikers des zivilisatorischen Niedergangs aus dem vorigen Jahrhundert, der

die schließliche Erschöpfung der Energien des Westens im Aufstieg von Internationalismus, Quasi-Pazifismus, sinkenden Geburtenraten, hedonistischen Lebensstilen, gepaart mit der Verbreitung westlicher Technologie in die nichtwestliche Welt und dem Aufkommen „tödlicher Konkurrenz“ aus Asien, vorhersah.

All dies trifft es natürlich genau. Aber Duchesne spürte, daß in Spenglers Darstellung etwas fehlte. Es ist ein bedeutender Faktor im zeitgenössischen Westen am Werk, der weit über die spirituelle, politische, wirtschaftliche oder geopolitische Erschöpfung hinausgeht, die das Schicksal Roms, Chinas und anderer „alter“ Zivilisationen war: die massive Einwanderung von kulturell und rassisch Fremden. Wie er bemerkt, ist dies „eine neue Variable mit wahrlich dauerhaften Implikationen.“

Aber warum sollte die Einwanderung so entscheidend sein, wenn dem Westen jegliche „fixierten ethnischen Grenzen“ fehlen, wie der Autor in The Uniqueness of Western Civilization behauptet hatte? Diese frühere Aussage von Duchesne widerspiegelte eine akademische Orthodoxie, die zwei Arten der Erklärung des Erfolgs oder Scheiterns von Nationen und Zivilisationen erlaubt. Eine Art sind geographische Erklärungen, die z. B. die Zahl domestizierbarer Pflanzen und Tiere in verschiedenen Regionen der Erde betonen sowie den Unterschied zwischen einer balkanisierten Geographie, die kleine, konkurrierende politische Einheiten fördert (charakteristisch für Europa) und einer leichter verbundenen Geographie, die dazu tendiert, eine zentralisierte Administration zu begünstigen (charakteristisch für Asien). Dieser Interpretationsstil ist in den letzten Jahren von Jared Diamond popularisiert worden und tendiert dazu, den Aufstieg des Westens als eine Sache von geographischem Glück darzustellen.

Die zweite Art ist der institutionelle Ansatz, der freie Märkte, demokratische Regierung, Rechtsstaatlichkeit und so weiter betont. Nach dieser Sicht verdankt der Westen seinen Erfolg den „Werten“, die in solchen Institutionen verkörpert sind. Der europäische Mensch mag der Erste gewesen sein, der die richtige Kombination von Institutionen entdeckt hat, aber andere Rassen können einen ähnlichen Erfolg erreichen, indem sie sie übernehmen; sobald sie das tun, werden sie voll „westlich“ sein. Parteigänger dieses institutionellen Ansatzes sehen nichts Falsches an der Masseneinwanderung, solange die Neuankömmlinge in die westlichen Denkweisen „assimiliert“ werden. Manche davon, wie Niall Ferguson und Mario Vargas Llosa, betrachten sogar die universale rassische Panmixie als die ultimative Vollendung der westlichen Zivilisation – die sehnlich herbeigewünscht werden soll.

Keiner der beiden Ansätze befriedigte Duchesne, der mit der Zeit Samuel Huntingtons Beobachtung zuzustimmen begonnen hatte, daß eine erfolgreiche Modernisierung in nichtwestlichen Ländern in Wirklichkeit Indigenisierung und ethnisches Selbstvertrauen statt Europäisierung gefördert hatte. In Betrachtung des Landes, in dem er gegenwärtig wohnt, merkte Duchesne an, daß

nichteuropäische Einwanderer, die in Kanada ankamen, nur an der Assimilation in diejenigen Aspekte der kanadischen Kultur interessiert waren, die es ihnen ermöglichten, ihre ethnische Identität zu behalten und ihre eigenen ethnischen Interessen zu fördern.

Beobachtungen wie diese schienen den Ansatz traditioneller Lehrbücher über die westliche Zivilisation Lügen zu strafen, alle Länder und Völker als „westlich“ zu behandeln, die zu irgendeiner bestimmten Zeit zufällig unter westlicher Regierung standen. Ägypten zum Beispiel wurde in solchen Lehrbüchern als Teil des Westens während der Jahrhunderte dargestellt, in denen es unter mazedonischer und römischer Herrschaft stand, aber nicht davor oder danach. Aber hatte Ägypten seine Natur während jener Jahrhunderte wirklich geändert? In Wirklichkeit behielten nahöstliche Populationen, sicherlich einschließlich Juden, ihre kollektivistischen Tendenzen, einschließlich der Verwandtenehe, sogar nach Jahrhunderten griechischer und römischer Vorherrschaft.[1] Mit dem Aufstieg des Islams kehrten diese Kulturen zu ihren nahöstlichen Wurzeln zurück.

Duchesne versuchte einen historischen Essay darüber, wo der Westen durch die Geschichte hindurch lag, konnte aber keine Konsistenz in seinen Ansichten erreichen, bis er das verbotene Thema der Rasse zu untersuchen begann. Er begann Webseiten wie VDare, American Renaissance und The Occidental Observer zu besuchen und Tabu-Autoren wie Steve Sailer und Guillaume Faye zu lesen. Schließlich fand er ein Exemplar der 2. gekürzten Ausgabe von Rushtons Race, Evolution and Behaviour wieder, das ihm Jahre zuvor geschickt worden war, nur um als „rassistisches“ Traktat beiseitegelegt zu werden. Er lernte, daß die Rassen der Menschheit Populationen waren, die über Jahrtausende in fortpflanzungsmäßiger Isolation voneinander gelebt hatten und unterschiedlichen Umweltdrücken ausgesetzt gewesen waren und dadurch angeborene statistische Unterschiede in Verhalten, Intelligenz und Persönlichkeit entwickelt hatten.

Paul Kerseys Escape from Detroit überzeugte Duchesne davon, daß der Charakter eines Ortes eng von seiner rassischen Beschaffenheit abhängt. Detroit war 1912 zu einem Prozent schwarz, was auf 25 Prozent im Jahr 1960 anstieg. Noch in den 1970ern beherbergte die Stadt immer noch Universitäten, Museen, gute Schulen, ein Sinfonieorchester, Parks, Strände und andere öffentliche Einrichtungen. Aber in jenem Jahrzehnt eroberten Schwarze die Kontrolle über die Stadtregierung, und die Weißen begannen massenhaft wegzuziehen. Der Kern der Innenstadt von Detroit ist nun zu 92 Prozent schwarz; die Hälfte seiner Bevölkerung ist als funktionelle Analphabeten eingestuft, und viele Kinder besuchen die Schule nur, um subventionierte Mahlzeiten zu nutzen. Die Gewaltkriminalität ist extrem hoch, und ganze Viertel sind aufgegeben worden und zu Ruinen verfallen. Die Stadt vermeidet den Bankrott nur dank Geldzuteilungen der Bundesregierung.

Mainstream-Erklärungen für Detroits Niedergang verweisen auf den Abschwung der Autoindustrie. Aber wie Kersey zeigt, wurde Pittsburgh zur gleichen Zeit viel härter durch den Verlust seiner Stahlindustrie getroffen, und doch sind die Auswirkungen nicht so drastisch gewesen. Die Stadt diversifizierte ihre Wirtschaft und blühte so weit auf, daß sie im Jahr 2004 von The Economist zur „lebenswertesten Stadt in Amerika“ ernannt wurde. Der Unterschied ist, daß Pittsburgh zu 65 Prozent weiß ist; die Zahl für den Großraum Pittsburgh beträgt 90 Prozent.

Duchesne fiel es schwer, die Schlußfolgerung zu vermeiden, daß das Detroit von heute genauso wenig ein Teil des Westens ist, wie es das alte Ägypten unter der Herrschaft einer winzigen griechischsprachigen Elite gewesen war. Dasselbe gilt für das mehrheitlich chinesische Vancouver, wo die verbleibenden Weißen in kleine Wohnungen gezwungen werden, während ausländische chinesische Millionäre den Wohnungsbestand der Stadt aufkaufen und sie preislich aus dem Markt drängen. Eine Stadt kann nicht länger in sinnvoller Weise als westlich betrachtet werden, wenn die Mehrheit ihrer Bevölkerung Interessen verfolgt, die gegen jene ihrer europäischstämmigen Einwohner stehen.

Duchesne begann zu untersuchen, was die akademische Literatur über das Phänomen des Ethnozentrismus zu sagen hatte. Schon 1981 produzierte Pierre L. van den Berghe eine soziobiologisch geprägte Studie namens The Ethnic Phenomenon, die zu dem Schluß kam, daß ethnische und rassische Gefühle eine Erweiterung des Verwandtschaftsgefühls und eine universale Neigung unter Menschen sind. Und doch ist van den Berghe, wie die meisten Wissenschaftler, ein politischer Liberaler und stimmt der angeblichen Notwendigkeit zu, Ethnozentrismus zu unterdrücken. Seiner Ansicht nach liegt die Nützlichkeit einer neutralen wissenschaftlichen Erklärung solchen Verhaltens darin, daß sie politischen Entscheidungsträgern dabei hilft, diese natürliche Neigung wirksamer zu bekämpfen.

Als er sich zeitgenössischen Psychologielehrbüchern zuwandte, fand Duchesne den Ethnozentrismus anders als alle anderen Verhaltenseigenschaften behandelt. Alles andere wurde als Produkt der biologischen Evolution betrachtet, aber der Ethnozentrismus wurde als „eine irrationale Neigung“ dargestellt, „die durch richtige Erziehung zu eliminieren ist.“ Tatsächlich befürworteten manche Lehrbücher die Nützlichkeit psychologischer Techniken wie B. F. Skinners „operante Konditionierung“ zur Schaffung eines neuen Typs von menschlichem Wesen, der rassische Vielfalt begrüßt. Andere boten Richtlinien darüber, wie Studenten ihre eigenen Vorurteile überwinden könnten. Manche Lehrbücher enthielten Fotos von Klansmen in Kapuzen, aber keines lieferte irgendwelche Beispiele für Rassenvorurteil seitens Nichtweißer. Dem durchschnittlichen schlichten Studenten wird zu verstehen gegeben, daß der Kampf gegen den weißen Ethnozentrismus die Autorität der „Wissenschaft“ genießt.

Aber der Instinkt, sich nach genetischer Verwandtschaft in Eigengruppen und Fremdgruppen zu organisieren, ist in allen Lebewesen zu finden, von Bakterien bis zu Elefanten. Dies deshalb, weil er Organismen zu überleben hilft und deshalb von der natürlichen Selektion ständig begünstigt wird. Warum, fragt Duchesne schneidend, sollte solch eine Verhaltensneigung nur bei Menschen als „Problem“ betrachtet werden – oder noch spezifischer, nur bei Weißen?

Vor einer Generation wurden soziobiologische Sichtweisen vom akademischen Establishment mit tiefem Argwohn betrachtet, und dies ist weiterhin die Einstellung vieler Sozialwissenschaftler. Aber eine Durchsicht der jüngeren Literatur überzeugte Duchesne davon, daß die heutige herrschende Ideologie ihren Frieden mit auf Biologie beruhenden Erklärungen menschlichen Verhaltens gemacht hat, solange sie das Thema der Rasse vermeiden. Der Kulturmarxismus hat eine außergewöhnliche Fähigkeit demonstriert, wissenschaftliche Ergebnisse zu assimilieren; was er nicht tolerieren wird, ist jede Anfechtung von Bemühungen, die Ergebnisse nach Rasse anzugleichen oder massive Zahlen von Nichtweißen in weiße Nationen zu importieren. Akademiker dürfen jede Forschung in Evolutionspsychologie betreiben, die sie nur wollen, aber sie stellen besser nicht in Frage, warum die Verteidiger eines Satzes ethnischer Interessen „Bürgerrechtsaktivisten“ sind, während jene einer anderen „Hasser“ und „Suprematen“ sind.

Um 2014 las Duchesne Frank Salters On Genetic Interests mit dessen Forderung, die evolutionären Interessen von Volksgruppen in die politische Theorie einzubeziehen, und seiner Anerkennung, daß die beste Strategie für die Bewahrung ethnischer Interessen „ein wohldefinierter Territorialstaat“ ist.

Es wurde für mich nach der Lektüre dieses Buches offensichtlich, daß die „ultimativen“ Faktoren beim westlichen Niedergang keine kulturellen wirtschaftlichen oder gar umweltbezogenen waren, sondern die völlige Kontrolle westlicher Nationen durch Eliten, die sich für Masseneinwanderung und die Auflösung der rassischen Interessen von Europäern engagierten.

Duchesne geht sogar so weit, die Stichhaltigkeit von Michael Polignanos Vorbehalten gegenüber Salter anzuerkennen: daß universaler Nationalismus wahrscheinlicher fair gesinnte Weiße ansprechen wird als andere, konkurrenzorientiertere und rücksichtslosere Gruppen.

Dies war eine lange Reise für drei Jahre, und das erste Kapitel von Faustian Man in a Multicultural Age, in dem er von ihr erzählt, ist für mich der spannendste Teil des Buches. Im zweiten Kapitel führt er sein altes Projekt eines historischen Essays über den Ort des Westens durch die Geschichte aus – diesmal unter Einbeziehung des Rassenthemas. Europäer sind eine Untergruppe der Kaukasoiden, die sich während der vergangenen 45.000 Jahre auf dem europäischen Kontinent entwickelte. Die „ersten Europäer“ des Aurignacien (vor 45.000 bis 28.000 Jahren) waren weniger europäisch als spätere Populationen, nachdem weniger eindeutig europäische Merkmale schon Zeit gehabt hatten, sich zu entwickeln. Duchesne meint, daß das Magdalenien, vor 18.000 bis 11.000 Jahren, vielleicht am fruchtbarsten für die Entwicklung solcher Eigenschaften gewesen sein könnte, möglicherweise wegen der zunehmenden Intelligenz. Er macht auch einige scharfsinnige Bemerkungen über die Art, wie die Mainstream-Medien Entdeckungen in diesem Bereich so darstellen, daß sie das alte Europa sowohl nichtweiß als auch offen für „Einwanderung“ erscheinen lassen.

Duchesnes drittes Kapitel behandelt die verzweifelten Bemühungen kulturmarxistischer Historiker, dem Westen das Verdienst für die wissenschaftliche Revolution zu verweigern, die Aufklärung als globales Phänomen darzustellen und die klassische griechische Kultur als von Ägypten und dem Nahen Osten abgleitet zu interpretieren. Dieses Material erschien erstmals in der Herbstausgabe 2013 und der Winterausgabe 2013/2014 von TOQ [The Occidental Quarterly] (13:3-4).

Der spätere Teil von Faustian Man in a Multicultural Age hebt die bahnbrechende historische Bedeutung der Indoeuropäer im Gegensatz zu anderen, späteren Bewohnern der Steppen, wie Türken und Mongolen, hervor. Diese Gruppen waren von seßhaften Völkern, mit denen sie in Kontakt kamen, weit mehr beeinflußt, als sie jemals diese beeinflußten.

Zum Schluß betrachtet Duchesne die geographische Erforschung als brauchbares Thema für die Verdeutlichung des faustischen Geistes Europas. Viele Schriften über westliche Leistungen, wie Charles Murrays Human Accomplishment, fokussieren sich auf die Künste und Wissenschaften, aber dies sind spätere, sublimierte Äußerungen des urwüchsigen europäischen heroischen Strebens. Die Geschichte der Erforschungstätigkeit bringt uns nicht nur diesem urwüchsigen Streben näher, sondern es zeigt auch den Kontrast zwischen dem Westen und dem Nicht-Westen am krassesten auf.

Fast alle der Erforscher in der Geschichte sind Europäer gewesen. Die Concise Encyclopedia of Exploration listet eine Gesamtzahl von 274 Forschungsreisenden auf, von denen fünfzehn Nichteuropäer sind, wovon keiner nach der Mitte des 15. Jahrhunderts gelistet ist. World Explorers and Discoverers, ein bibliographisches Lexikon, das Profile von 313 der bedeutendsten Individuen in der Geschichte der Forschungsreisen enthält, listet nur 7 Nichteuropäer auf.

Aber das europäische Schrifttum über die Forschungsreisen ist völlig frei von Rassenstolz oder Prahlerei und stellt im Allgemeinen den Drang, das Unbekannte zu erforschen, als universal menschlich dar. In New Found Lands (1998) schreibt Peter Whitfield: „Der Wunsch, zu den wilden Orten der Welt vorzudringen und sie zu erforschen, ist ein fundamentaler menschlicher Wunsch.“ Zahlreiche allgemeine Historien der Forschungsreisen präsentieren sich als Darstellungen des Fortschritts „des Menschen“ in das Unbekannte, enthalten aber wenige oder gar keine Darstellungen nichteuropäischer Forschungsreisen.

Wie Duchesne hervorhebt, ist diese Projektion europäischer Antriebe und Ambitionen auf die Menschheit als Ganzes genau die Art von Fehler, die Akademiker in anderen Zusammenhängen als „Eurozentrismus“ anprangern würden. Vielleicht läßt die Verlegenheit über die überwältigende Realität der europäischen Dominanz sie zögern, in diesem Fall darauf hinzuweisen.

Duchesne listet für uns einige der Techniken auf, die von kulturmarxistischen Wissenschaftlern angewandt werden, um die westliche Größe auf dem Gebiet der Forschungsreisen zu verbergen. Manche stellen die europäischen Forschungsreisen als nichts weiter als das Streben nach Gold dar; andere stellen nichteuropäische Migrationen innerhalb der bekannten Welt als „Erforschung“ dar. Zheng Hes Expeditionen des fünfzehnten Jahrhunderts, die dazu gedacht waren, Ausländer mit chinesischer Größe zu beeindrucken, werden über die erklärte Entschlossenheit von Heinrich dem Seefahrer erhöht, „große und noble Eroberungen zu machen und Geheimnisse zu enthüllen, die dem Menschen zuvor verborgen waren.“ Für den Araber Ibn Battuta aus dem vierzehnten Jahrhundert, der seine Besuche verstreuter Schreine innerhalb der islamischen Welt aufzeichnete, setzt man sich auf Kosten von Marco Polo ein, der eine größere Menge neuen geographischen Wissens nach Hause brachte, als irgendeine andere Person in der Geschichte.

Die Feindseligkeit, die im Kulturmarxisten durch die europäische Exzellenz bei Forschungsreisen erregt wird, kann in den Schriften eines seltsamen Charakters namens Felipe Fernandez-Armesto studiert werden, einem getreuen Spiegel des gegenwärtigen akademischen Zeitgeists, dessen Werk in 27 Sprachen übersetzt worden ist und der mit Auszeichnungen und Ehrungen beladen worden ist. Im Jahr 2006 veröffentlichte er Pathfinders: A Global History of Exploration. Schon ab dem Anfang ist er damit zufrieden, die griechischen Errungenschaften in der Kartographie zu ignorieren und den Handel und die Migration von Nichtweißen mit der europäischen Erforschung des Unbekannten gleichzusetzen, aber

so wie sein Narrativ die Neuzeit erreicht, wo nur noch europäische Forscher das Zentrum der Bühne behaupten und die Chinesen übertreffen, gibt es einen auffallenden Wandel in der Einstellung zu der ganzen Sache der Forschung. Der Tenor wird extrem zynisch und abfällig.

Fernandez-Armesto wirft den modernen Forschern „Dilettantismus, Naivität, Leichtgläubigkeit, Bombast, Verlogenheit [und] schiere Unfähigkeit“ vor. Bezüglich einer von David Livingstons Expeditionen schreibt er, sie wäre „in all ihren Zielen gescheitert: kein Handel, keine Bekehrten, keine geeigneten Plätze für britische Kolonisation, keine neuen geographischen Entdeckungen resultierten daraus. … Seine verschlungenen Wege führten ihn nirgendwohin.“ Duchesne listet dann mehrere geographische Entdeckungen von Livingston auf, die Fernandez-Armesto irgendwie entgangen sind.

Anderswo in Pathfinders lesen wir, daß Henry Morton Stanley „das Vermögen seines Förderers und die Leben seiner Männer in gleicher verschwenderischer Art verbrauchte“ und daß Ernest Shackletons Erforschung der Antarktis ein „Fehlschlag“ und „sinnlos“ war. Robert Falcon Scott wird vorgeworfen, seinen eigenen Tod und den seiner Männer als „den besten Karrierezug“ für einen Mann orchestriert zu haben, der „es vorzog, dramatisch zu sterben, statt in Vergessenheit zu leben.“

Wenn man Männer nach ihren Feinden beurteilen kann, dann haben die Verteidiger der westlichen Größe wenig Grund zur Sorge.

Duchesne schließt mit einem Aufruf, die Geschichte der Forschungsreisen wieder in den Lehrplan aufzunehmen, „nicht um Selbstgefälligkeit unter [europäischen] Schülern hervorzurufen, sondern um sie die Bedeutung von Ausdauer und Mühsal und des unnachahmlichen europäischen Dursts nach Abenteuer und Risiko zu lehren.“ Falls junge Männer heute vom College gelangweilt sind oder es vorziehen, dieses überhaupt zu vermeiden, so könnte es daran liegen, daß die höhere Bildung in den Händen mißgünstiger Mittelmäßiger liegt, die sich gezwungen fühlen, die Leistungen der Vergangenheit herunterzuziehen, um ihre eigenen Egos zu stützen.

*     *     *

[1] Ladislav Holy, Kinship Honour, and Solidarity: Cousin Marriage in the Middle East (Manchester, UK: Manchester University Press, 1989), S. 12, S. 13.

*   *   *   *   *   *   *   *

Siehe auch:

Faustischer Wagemut von William Pierce

Was ist Rassismus? von William Pierce

Die Wurzeln der Zivilisation von William Pierce

Homer: Die europäische Bibel, Teil 1, Teil 2 und Teil 3 von Dominique Venner

The Nature of the Liberal Scientist von Émile Durand

Das Ulmer Münster und die Neger von Deep Roots

Die ersten Homo sapiens in Europa waren keine Neger von Deep Roots

Eine wunderbare Rasse – Teil 1 und Teil 2 von James Bronson

Die Nation als Idee von Kevin Alfred Strom

Zu den Sternen von Kevin Alfred Strom

Originalübersetzung hier

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Ein Kommentar

  1. Eine jener „geographischen“ Erklärungen für den Erfolg der Europäer in der Welt ist auch im Buch „Wie Europa die Welt eroberte“ von Philip T. Hoffman (ein (((verdächtiger))) Name) enthalten, zu dem es in „Spektrum der Wissenschaft“ 6-2017 diese Rezension von Theodor Kissel gibt:

    IM DAUERKRIEG MÄCHTIG GEWORDEN

    Jahrhundertelange Kämpfe untereinander befähigten die Europäer dazu, fast die ganze Welt zu erobern

    In der Geschichtswissenschaft gibt es viele historische Phänomene, die zwar als solche erkannt, nicht aber in letzter Konsequenz hinterfragt werden. So hat bereits der Mathematiker und Physiker Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799) die Frage aufgeworfen, warum nicht die zivilisatorisch viel höher stehenden Chinesen Amerika entdeckt und expansiv in die Welt ausgegriffen hätten, sondern die Europäer.

    Was der Göttinger Gelehrte vor rund 250 Jahren en passant in den Raum stellte, dem geht der amerikanische Wirtschaftshistoriker Philip T. Hoffman in diesem Buch genauer auf den Grund. Er legt Faktoren dar, die dazu führten, dass die Europäer kurz vor dem Ersten Weltkrieg fast den ganzen Globus beherrschten. Dabei beweist er hohen analytischen Sachverstand und profunde Kenntnis der Materie. Hoffman lehrt am California Institute of Technology.

    Einen wesentlichen Grund dafür, warum die Europäer um 1914 rund 84 Prozent des Weltterritoriums kontrollierten, sieht Hoffman in der militärischen Überlegenheit des Abendlands. Zwar hätten die Chinesen das Schießpulver erfunden, doch seien es die Europäer gewesen, die die „gunpowder technology“ zur Anwendungsreife und steten Weiterentwicklung brachten. Dabei spielte der wissenschaftlich-technische Fortschritt in der frühen Neuzeit eine maßgebliche Rolle.

    Hauptantrieb dieser Entwicklung war ein militärischer Wettbewerb, der unter den geografischen und politischen Bedingungen Europas eine besondere Dynamik entfaltete. Nach dem Tod Karls des Großen (zirka 748-814), schreibt der Autor, habe es kein einheitliches Imperium, keine übergeordnete Macht mehr gegeben, die das Abendland hätte befrieden können. Stattdessen sei der Kontinent ein bunter Flickenteppich von Regionalmächten gewesen, die miteinander ständig um Ruhm, Ehre und Macht rangen.

    Aus dieser Konkurrenz erwuchs laut Hoffman eine besondere Form des militärischen Wettbewerbs – er bezeichnet sie als Turnier -, „bei der die Beteiligten unter den richtigen Bedingungen enorme Anstrengungen unternahmen in der Hoffnung, einen bestimmten Gewinn einzufahren“. Dies führte zu einem anhaltenden Wettrüsten, begünstigt von militärischen Innovationen und den ebenfalls wettbewerbsorientierten Märkten, was dafür sorgte, dass nie ein einzelnes Land die Macht über den ganzen Kontinent errang. Zugleich verhinderte dieses Turnier, dass der Anteil der Militärausgaben am Staatshaushalt sinken konnte – anders als beispielsweise in China. Zudem verfügten Europas Fürsten über gut ausgebaute Finanzsysteme, dank derer sie sich immer wieder neues Geld für Feldzüge beschaffen konnten.

    In häufigen Kriegen wurden nach dem Prinzip „learning by doing“ ständig neue Waffensysteme, Strategien und Taktiken erprobt. Dabei ging die Bedeutung von Elitekriegern wie Rittern zu Gunsten von Formationskämpfern zurück. Anhaltend hohe Investitionen ins Militär sowie die Verbreitung technischer Innovationen trugen maßgeblich zur militärischen Überlegenheit der Europäer bei. Diese Dominanz tritt klar zu Tage, wenn man – wie Hoffman – die Entwicklung der europäischen Nationen mit jener von anderen Zivilisationen vergleicht.

    Zwar habe es zu Beginn der Frühen Neuzeit mit China und Japan auch außerhalb Europas militärisch starke Imperien gegeben. Doch nirgendwo, so Hoffmans These, seien die Rivalitäten untereinander so intensiv und virulent, seien Glaubenseifer, Geschäftssinn und imperiales Sendungsbewusstsein so ausgeprägt gewesen wie im zersplitterten Abendland. Während sich Japan in der Edo-Zeit (1600-1868) von der Außenwelt abschottete und während Chinas Kaiser angesichts ihrer Dominanz in Ostasien sowie mangels äußerer Bedrohung keine besondere Veranlassung sahen, ihre Schusswaffentechnik aggressiv weiterzuentwickeln, rüstete Europa permanent auf.

    Hoffman erfindet das Rad zwar nicht neu; vieles, was er ausführt, wurde jüngst etwa von Geoffrey Parker oder Ian Morris behandelt. Es gelingt ihm jedoch, die Debatte durch neue Fragestellungen zu bereichern und weiter zu fundieren. Ein lesenswertes Buch mit interessanten methodischen Ansätzen.

    Na, wenn das keine „monokausalistische“ Erklärung ist!

    Erstens leuchtet es nicht ein, daß die Topographie einen derart großen Unterschied ausmachen sollte – immerhin ist z. B. ein großer Teil Chinas ebenfalls recht gebirgig und durch Flüsse zerschnitten.

    Zweitens wird bei solchen Erklärungsansätzen völlig vernachlässigt, wieso es in anderen, ebenfalls von häufigen Kriegen gekennzeichneten Weltgegenden keine Entwicklung ähnlich jener Europas gegeben hat. Was ist zum Beispiel mit Indien, das vor der moslemischen Eroberung ebenfalls in etliche Territorien unterteilt war; was mit dem mittelasiatischen Raum vom Iran bis Afghanistan und Pakistan, was mit dem arabischen Kalifat des Mittelalters oder dem Osmanischen Reich?

    Drittens bleibt unerklärt, wieso es auch zwischen den nichteuropäischen Völkern und Reichen solche großen Unterschiede in der zivilisatorischen Entwicklung gegeben hat – die Spanne reicht hier immerhin vom afrikanischen Kongoraum bis zu China und Japan.

    Viertens: woher sollen die wirtschaftlichen Mittel für die „ständige Aufrüstung der Europäer“ und den Ausgleich für die Verluste in den Kriegen untereinander gekommen sein, wenn nicht ebenfalls aus rassischen Besonderheiten der Europäer?

    Fünftens erklärt der Ansatz a la Hoffman nicht, wieso die Europäer überhaupt Entdeckungsreisen unternommen haben, noch ehe bekannt war, ob überhaupt außereuropäische Länder zu finden seien und was diese für einen Nutzen bringen würden, anstatt die dafür aufgewendeten Mittel den Kriegsanstrengungen zukommen zu lassen.

    Und sechstens bleibt unerwähnt, daß es in Europa parallel zu der militärischen und militärtechnischen Entwicklung auch sehr viele Fortschritte in zivilen Bereichen (Verkehrswesen, Bautechnik, Wissenschaften und Künste) gegeben hat, die nicht durch den militärischen Entwicklungsdruck vorangetrieben wurden. Immerhin gab es in Europa schon ab Ende des 13. Jahrhunderts Brillen als Sehhilfen, die ersten Mikroskope wurden um 1595 hergestellt, 1608 wurde vom holländischen Brillenmacher Hans Lipperhey das Galilei-Fernrohr erfunden und danach von Galileo Galilei verbessert, und 1611 entwickelte Johannes Kepler das nach ihm benannte Fernrohr. Seit 1533, als die kühlende Wirkung von Salpetersalz entdeckt wurde, konnte in Europa künstlich Kälte erzeugt werden, was für die Herstellung von Speiseeis genutzt wurde, das zunächst nur als Luxusdelikatesse für den Adel hergestellt wurde. Seit 1672 gab es Eisspezialitäten auch für den Verkauf an die Öffentlichkeit.

    Dies sind nur ein paar Beispiele für die sonstigen Manifestationen des europäischen Genius außerhalb der Schlachtfelder, der von solchen wie Hoffman, die unsere Erfolgsgeschichte gerne als eine einzige breite Blutspur durch die Jahrhunderte darstellen, völlig außer Acht gelassen wird.

    Hier ist ein Video mit Philip T. Hoffman („Why Did Europe Conquer the World?), in dem ser seine These darlegt (sein Aussehen legt auch einen Verdacht in Richtung jüdischer Identität nahe):

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