Egon Flaig: Weltgeschichte der Sklaverei

MORGENWACHT

Von Manfred Kleine-Hartlage, Original am 15. Juni 2009 hier in seinem Blog „Korrektheiten“ erschienen.

Dies vorweg: Diese Rezension (die im Grunde auch aus einem einzigen Wort bestehen könnte: Lesen!) erspart nicht die Lektüre von Flaigs Buch Weltgeschichte der Sklaverei; es ist eines, das man gelesen haben muss. Dafür, dass es eine Weltgeschichte ist, ist es mit 219 Seiten von angenehmer Knappheit und Prägnanz – eines jener Bücher, in denen kein Wort zu viel steht, weil ihre Verfasser das Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden und ein schier uferloses Thema straff zu gliedern wissen.

Ich kann und will hier nur einige Aspekte herausgreifen, die mir selber wichtig sind:

Flaig macht, nachdem er die Begriffe geklärt hat (er spricht von klassischer Sklaverei im Unterschied zu Leibeigenschaft und anderen milderen Formen der Unfreiheit), auf zweierlei aufmerksam:

Erstens, dass die Sklaverei im allgemeinen zu sehr als Produktionsweise und als gesellschaftliche…

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Die Ursprünge des schwedischen Multikulturalismus

Von F. Roger Devlin, übersetzt von Lucifex. Das Original The Origins of Swedish Multiculturalism erschien am 23. September 2017 in The Occidental Observer.

How Sweden became Multicultural

M. Eckehart

Helsingborg, Sweden: Logik Förlag, 2017

Diese kurze (96seitige) Studie der historischen Ursprünge von Schwedens multikultureller Politik wurde vor zehn Jahren auf Schwedisch veröffentlicht, ist aber soeben für die Englisch lesende Öffentlichkeit verfügbar gemacht worden. Sie ist keine Geschichte der Einwanderung in Schweden, was eine viel längere Behandlung erfordern würde, sondern der Verbreitung und des Triumphs der multikulturellen Idee. Massive außereuropäische Einwanderung fand erst danach statt, teilweise als Folge dieser Verschiebung im Denken.

In den frühen 1960ern, als die Geschichte beginnt, waren die bedeutendsten ethnischen Minderheitengruppen im Land von nordeuropäischer Abstammung: Finnen waren am zahlreichsten, gefolgt von Esten und den Samen oder Lappen, die in Nordschweden selbst heimisch waren.

Aber nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begannen andere einzutreffen. 1963 – 1964 wurden Forderungen nach Einwanderungsbeschränkung laut. Dies half eine Reihe von Debatten in der Presse über den Status ethnischer Minderheiten in Schweden auszulösen. Man ist sich allgemein einig, daß die 1975 formell eingeführte multikulturelle Politik ihre Ursprünge in diesen Debatten hatte; aber wie der Autor der vorliegenden Studie aufzeigt, sind der Hintergrund der Debattierenden und ihre Motive selten untersucht worden.

Ihr Initiator und wichtigster Beitragender war David Schwarz (1928 – 2008), ein in Polen geborener Jude, der 1950 wegen medizinischer Behandlung im Zusammenhang mit Typhus und Tuberkulose, die er sich als Insasse eines Konzentrationslagers in Deutschland zugezogen hatte, nach Schweden kam.

Am 21. Oktober 1964 veröffentlichte Schwarz in Dagens Nyheter, einer von mehreren schwedischen Tageszeitungen, die von der in jüdischem Besitz befindlichen Bonnier-Gruppe herausgegeben wurden, „Das Ausländerproblem in Schweden“, worin er schrieb:

Vor dem Zweiten Weltkrieg war Schweden relativ restriktiv hinsichtlich der Aufnahme von Flüchtlingen. Der Bedarf an Arbeitskräften war nicht so groß wie heute, und manche Berufszweige fürchteten ausländische Konkurrenz. Aber zum Ende des Krieges änderte sich die Einstellung der Regierung, und im Laufe der Zeit wurden 14.000 Juden und viele andere aus den deutschen Konzentrationslagern hierher übersiedelt. Gleichzeitig kamen Zehntausende baltische Flüchtlinge und mehrere tausend Staatenlose, die vor den Russen flohen. Seit damals hat Schweden weiterhin Ausländer aufgenommen […] In anderen Worten, Schweden erhielt eine große Gruppe von Menschen, annähernd 400.000, die nicht im Land geboren waren.

Schwarz argumentierte weiters, daß Einwanderergruppen keinem Assimilationsdruck ausgesetzt sein sollten; man sollte sie bedingungslos ihre kulturelle Eigenart beibehalten lassen. Er empfahl die Ernennung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses zwecks Formulierung einer kulturpluralistischen Einwanderungs- und Minderheitenpolitik.

Eine Woche später schrieb Schwarz‘ Mitjüdin Inga Goldfarb in Unterstützung seiner Position und behauptete, daß Schweden „ein Bedürfnis nach unterschiedlichen Kulturgruppen“ hätte und daß deren Anwesenheit „unserem Leben neuen Inhalt geben“ würde. Solche vagen, nicht auf Fakten gestützten Aussagen sollten für die Debatte typisch werden.

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Kampfeinsatz-Tips von Andy McNab aus „Die Männer von Bravo Two Zero“

Ein Buchauszug von Cernunnos (Originalartikel hier)

Der ehemalige britische SAS-Soldat Andy McNab beschreibt in seinem Buch „Die Männer von Bravo Two Zero“ (Deutscher Taschenbuch Verlag, ISBN 3-423-12281-1) seine Erlebnisse als Kommandant eines achtköpfigen SAS-Stoßtruppunternehmens im Irakkrieg von 1991. Das Ziel dieses Unternehmens war die Ortung und Zerstörung eines Überlandkabels nahe einer irakischen Hauptversorgungsroute sowie der mobilen Scud-Raketen Saddam Husseins.

Ich habe mir vor etlichen Jahren aus diesem Buch eine Anzahl von Praxistips für Kampfeinsätze und Überlebenssituationen herausdestilliert und in einer Liste von vierzehn Punkten zusammengeschrieben, die ich hier zunächst wiedergebe, ehe ich anschließend noch eine Darstellung eines Feuergefechts aus diesem Buch zitiere:

1) Einschätzung Sturmgewehr M16:
Besser als Enfield SA-80, leichter und sehr leicht zu reinigen und zu warten.
Gute, praktische Waffe, alles ist schlicht und einfach, keine kleinen Teile, die hervorstehen oder verlorengehen können. Keine Teile, die leicht Rost ansetzen.
Sehr leiser Sicherungshebel, die Sicherung ist sehr einfach und kann mit dem Daumen betätigt werden (im Gegensatz zum SA-80, wo das mit dem Abzugsfinger geschieht, was nach McNabs Einschätzung Wahnsinn ist).

2) Gewehrriemen
McNabs Trupp hatte keine Trageriemen an den M16. Begründung: Ein Riemen ist für die Trageweise über der Schulter, was im Einsatz nicht angebracht ist. Auf Streife wird die Waffe mit beiden Händen gehalten, den Kolben an der Schulter.
Diese Praxis wird durch Peter MacDonalds „SAS im Einsatz“ bestätigt; auf den Fotos sind keine Riemen an den M16 und SA-80. Der australische SAS verwendet ebenfalls keine Riemen, Spetsnaz und Navy-SEALS aber schon.

3) Magazine:
Bei McNabs Einsatz im Irak führte jeder Schütze zehn 30er-Magazine mit, fertig geladen mit je 29 Schuß (= insgesamt 290). Die Magazine sind genauso wichtig wie die Waffe selbst, denn wenn die Federn die Patronen nicht in Position drücken, kann der Verschluß sie nicht richtig in den Lauf einführen. Das Magazin des Armalite M16 faßt normalerweise 30 Patronen, aber es es ist sicherer, sie nur mit 29 zu bestücken, damit die Federn etwas mehr Druck auf die Patronen ausüben und auch weniger leicht erlahmen. Es ist leichter und schneller, ein leeres Magazin gegen ein neues auszutauschen, als eine Ladehemmung zu beheben.

4) Gürtelbestückung:
Munition und Grundstock an Überlebensrationen (Wasser, Essen, Erste-Hilfe-Ausrüstung) am Gürtel, der im Einsatz nur abgelegt wird, wenn es unbedingt sein muß; selbst dann darf er höchstens eine Armlänge entfernt liegen.
Nachts in Körpernähe halten; falls man ihn überhaupt ablegt, schläft man darauf. Das gleiche gilt für die Waffen.

5) Anfertigung von Tarnmaterial:
Jute-Quadrate, ca. 2 x 2 m, mit Maschinenöl eindrecken, in eine Schlammlacke legen und mit einer Bürste bearbeiten, wenden und Prozedur wiederholen.
Ausschütteln, trocknen lassen, fertig.

6) Messerattacken auf Wachtposten:
Die Chance, mit einem glatten Stich ins Herz zu treffen, ist sehr gering und nicht einmal den Versuch wert. Vielleicht hat der Gegner einen dicken Mantel an und trägt noch Tarnzeug darunter. Und wenn man ihm die Halsschlagader durchtrennt, hört man immer noch eine volle Minute das Schreien.
In Wirklichkeit muß man den Kopf zurückreißen wie bei einem Schaf und so weit schneiden, bis die Luftröhre durchtrennt ist und der Kopf fast abfällt. So kann das Opfer nicht mehr atmen oder schreien.

7) Körper-T:
K.O.-Trefferzone; imaginäre Linie von einer Schläfe zur anderen über die Augenbrauen und von dieser Linie abwärts durch die Gesichtsmitte vom Nasensattel bis zum Brustbein. Wenn man irgendwo um dieses „T“ herum mit einer Schußwaffe trifft, fällt der Mann. [Dazu wird wohl ein Gewehr erforderlich sein; bei Faustfeuerwaffen dürfte von einer weniger sicheren oder schnellen Wirkung auszugehen sein.]

8) Bewegung auf Streife:
Kein Gerenne und keine Hast! Körperkonturen, Aufglänzen, Schatten, Silhouetten, Bewegung und Geräusche sind verräterisch. Eine langsame Bewegung ist leise und fällt nicht so leicht ins Auge. Daher bewegt man sich auf Streife immer sehr langsam. Wenn man rennt und hinfällt und sich verletzt, reißt man alle anderen mit rein.
Man muß sich immer wieder fragen: Was wäre wenn? Angriff von vorne, hinten, links, rechts? Wo wäre eine Deckung, wo eine gute Stelle für einen Hinterhalt? Wo war der letzte Nottreffpunkt? Wer ist hinter mir?
Immer Kontakt mit den anderen halten, abgesehen davon alles rundum im Auge behalten und auf alle Geräusche achten.

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Drogengeschäfte III: Vom Gulag über Brooklyn zur Weltherrschaft

Das englische Original erschien am 14. September 200  unter dem Titel The Judeo-Russian Mafia: From Gulag To Brooklyn To World Dominion auf The People’s Forum. Der Autor Dr. M. Raphael Johnson hat einen Doktortitel in Politikwissenschaften der Universität von Nebraska. Er hat sowohl in Fachpublikationen als auch populärwissenschaftlichen Journalen viel veröffentlicht. Er ist derzeit Professor an einem College in Pennsylvania und lebt mit seiner Familie in Chambersburg.Übersetzung durch Osimandia.

Zuvor veröffentlicht:

Drogengeschäfte I: Die Sassoons und die Opiumkriege

Drogengeschäfte II: Interview mit Hervé Ryssen

Vorbemerkung von Osimandia: Dieser Teil der Serie befasst sich nicht speziell mit Drogengeschäften, sondern geht auf die Verflechtungen der jüdischen so genannten Russenmafia mit der Politik ein. Auch wenn der übersetzte Artikel daher rein buchstäblich genommen nicht in diese Serie zu passen scheint, bin ich dennoch der Ansicht, dass er viel zum Gesamtbild beitragen kann. Die Verlinkungen im Text stammen nicht aus dem Original, sondern wurden von mir bei der Übersetzung eingefügt.

Während das FBI und die großen Medien sich zwanghaft mit der sizilianischen Mafia (der „Cosa Nostra”) beschäftigen, gibt es eine weit mächtigere und düsterere Kraft, die seit mindestens zwei Jahrzehnten das organisierte Verbrechen rund um den Globus kontrolliert – die jüdische Mafia aus Russland (eine „Koscher Nostra”). Und doch gibt es nicht einen einzigen Schreibtisch beim FBI, der speziell für ihre Verbrechen zuständig ist, die diejenigen der italienischen Gangster sowohl im Ausmaß und der Tiefe als auch in der Gewalttätigkeit weit in den Schatten stellen.

Am 28. April 2002 stürzte im südlichen Teil der Region Krasnojarsk in Sibirien ein Militärhubschrauber ab. An Bord war ein wichtiger russischer Politiker, General Alexander Lebed, der Gouverneur der Region. Lebed wurde noch am Unfallort für tot erklärt. Sofort machte die internationale Presse „dichten Nebel” für den Unfall verantwortlich. Jeder russische Militärangehörige war jedoch damals überzeugt, dass der Tod Lebeds kein Unfall war, sondern ein weiterer Schlag der internationalen jüdischen Mafia, einer Organisation, die schon seit langem die Kontrolle über den Großteil der russischen Wirtschaft an sich gerissen hatte. Lebed, der vermutlich zum damaligen Zeitpunkt der beliebteste Mann Russlands war, war dabei – möglicherweise mit chinesischer Unterstützung –  ein nationalsozialistisches Reich aufzubauen, das auf dem ungeheuren Öl- und Mineralienreichtum der Region basieren sollte.

Wenn er Erfolg gehabt hätte, hätte sich die Weltgeschichte vielleicht geändert und das 21. Jahrhundert würde deutlich anders aussehen, als es jetzt aussieht. Bereits vor seinem Tod sind Dutzende von Antizionisten in Russland mit Autobomben und anderen Mitteln ermordet worden, wobei keiner dieser Fälle jemals aufgelöst wurde. Bis auf eine Handvoll Fälle wurden nicht einmal Ermittlungen eingeleitet.

Schon alleine die Tatsache, dass die jüdische Mafia (die oft fälschlicherweise als „Russenmafia” bezeichnet wird) in der Lage war, ihre Spuren vollständig zu verwischen und aus allen Nachrichten über den Vorfall herausgehalten zu werden, während das einfache Volk (in Russland) von ihrer Täterschaft absolut überzeugt war, ist ein Beweis für die ungeheure Macht dieser doch ziemlich neuen Gruppierung des organisierten Verbrechens. Die jüdische Mafia ist nichts, was mit ihren irischen oder italienischen Vorgängern bei deren Aktionen in Amerika und Europa vergleichbar wäre. Sie ist reicher, internationaler und sehr viel brutaler und skrupelloser. Sie töten Kinder. Sie töten Polizisten und deren Familien. Sie töten, wen immer sie töten wollen.

Es hat in der Geschichte dieses Planeten niemals zuvor etwas Vergleichbares gegeben. Und es hat gerade erst angefangen.

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Die westliche Größe und ihre Feinde

Von F. Roger Devlin, übersetzt von Lucifex. Das Original Western Greatness and Its Enemies erschien am 18. Juni 2017 auf „The Occidental Observer“.

Faustian Man in a Multicultural Age

von Ricardo Duchesne London: Arktos, 2017

Prof. Ricardo Duchesnes erstes Buch, The Uniqueness of Western Civilization (rezensiert von Kevin MacDonald in TOQ 11:3, Herbst 2011) argumentierte, daß der Westen bereits mehrere Jahrtausende bevor die industrielle Revolution zu den heutigen riesigen Unterschieden in Reichtum und Lebensstandards zwischen ihm und dem Großteil der restlichen Welt führte, eine einzigartig kreative Kultur war. Die Einzigartigkeit des Westens lag nicht in Institutionen wie Demokratie und repräsentativer Regierung, noch in großartigen Büchern und reichlicher künstlerischer Produktion, oder in freien Märkten und einem „Arbeitsethos“ – sondern in einem ursprünglicheren faustischen Drang, Hindernisse zu überwinden und großartige Dinge zu vollbringen. Der ursprüngliche historische Ausdruck dieses Dranges ist das heroische Ethos, das Homers Ilias und die germanische Heldendichtung durchdringt: der übergeordnete Ehrgeiz des aristokratischen Kriegers, unsterblichen Ruhm zu erringen, indem er sich unter Verachtung seiner eigenen Sterblichkeit an Kämpfen um Prestige beteiligt. Dieses Ethos verfolgt der Autor zurück bis zu den proto-indoeuropäischen Hirten der pontischen Steppen.

Nach der Veröffentlichung von The Uniqueness of Western Civilization wandte der Autor seine Aufmerksamkeit dem Niedergang des Westens zu. Er hebt die Voraussicht Oswald Spenglers hervor, des bedeutenden Theoretikers des zivilisatorischen Niedergangs aus dem vorigen Jahrhundert, der

die schließliche Erschöpfung der Energien des Westens im Aufstieg von Internationalismus, Quasi-Pazifismus, sinkenden Geburtenraten, hedonistischen Lebensstilen, gepaart mit der Verbreitung westlicher Technologie in die nichtwestliche Welt und dem Aufkommen „tödlicher Konkurrenz“ aus Asien, vorhersah.

All dies trifft es natürlich genau. Aber Duchesne spürte, daß in Spenglers Darstellung etwas fehlte. Es ist ein bedeutender Faktor im zeitgenössischen Westen am Werk, der weit über die spirituelle, politische, wirtschaftliche oder geopolitische Erschöpfung hinausgeht, die das Schicksal Roms, Chinas und anderer „alter“ Zivilisationen war: die massive Einwanderung von kulturell und rassisch Fremden. Wie er bemerkt, ist dies „eine neue Variable mit wahrlich dauerhaften Implikationen.“

Aber warum sollte die Einwanderung so entscheidend sein, wenn dem Westen jegliche „fixierten ethnischen Grenzen“ fehlen, wie der Autor in The Uniqueness of Western Civilization behauptet hatte? Diese frühere Aussage von Duchesne widerspiegelte eine akademische Orthodoxie, die zwei Arten der Erklärung des Erfolgs oder Scheiterns von Nationen und Zivilisationen erlaubt. Eine Art sind geographische Erklärungen, die z. B. die Zahl domestizierbarer Pflanzen und Tiere in verschiedenen Regionen der Erde betonen sowie den Unterschied zwischen einer balkanisierten Geographie, die kleine, konkurrierende politische Einheiten fördert (charakteristisch für Europa) und einer leichter verbundenen Geographie, die dazu tendiert, eine zentralisierte Administration zu begünstigen (charakteristisch für Asien). Dieser Interpretationsstil ist in den letzten Jahren von Jared Diamond popularisiert worden und tendiert dazu, den Aufstieg des Westens als eine Sache von geographischem Glück darzustellen.

Die zweite Art ist der institutionelle Ansatz, der freie Märkte, demokratische Regierung, Rechtsstaatlichkeit und so weiter betont. Nach dieser Sicht verdankt der Westen seinen Erfolg den „Werten“, die in solchen Institutionen verkörpert sind. Der europäische Mensch mag der Erste gewesen sein, der die richtige Kombination von Institutionen entdeckt hat, aber andere Rassen können einen ähnlichen Erfolg erreichen, indem sie sie übernehmen; sobald sie das tun, werden sie voll „westlich“ sein. Parteigänger dieses institutionellen Ansatzes sehen nichts Falsches an der Masseneinwanderung, solange die Neuankömmlinge in die westlichen Denkweisen „assimiliert“ werden. Manche davon, wie Niall Ferguson und Mario Vargas Llosa, betrachten sogar die universale rassische Panmixie als die ultimative Vollendung der westlichen Zivilisation – die sehnlich herbeigewünscht werden soll.

Keiner der beiden Ansätze befriedigte Duchesne, der mit der Zeit Samuel Huntingtons Beobachtung zuzustimmen begonnen hatte, daß eine erfolgreiche Modernisierung in nichtwestlichen Ländern in Wirklichkeit Indigenisierung und ethnisches Selbstvertrauen statt Europäisierung gefördert hatte. In Betrachtung des Landes, in dem er gegenwärtig wohnt, merkte Duchesne an, daß

nichteuropäische Einwanderer, die in Kanada ankamen, nur an der Assimilation in diejenigen Aspekte der kanadischen Kultur interessiert waren, die es ihnen ermöglichten, ihre ethnische Identität zu behalten und ihre eigenen ethnischen Interessen zu fördern.

Beobachtungen wie diese schienen den Ansatz traditioneller Lehrbücher über die westliche Zivilisation Lügen zu strafen, alle Länder und Völker als „westlich“ zu behandeln, die zu irgendeiner bestimmten Zeit zufällig unter westlicher Regierung standen. Ägypten zum Beispiel wurde in solchen Lehrbüchern als Teil des Westens während der Jahrhunderte dargestellt, in denen es unter mazedonischer und römischer Herrschaft stand, aber nicht davor oder danach. Aber hatte Ägypten seine Natur während jener Jahrhunderte wirklich geändert? In Wirklichkeit behielten nahöstliche Populationen, sicherlich einschließlich Juden, ihre kollektivistischen Tendenzen, einschließlich der Verwandtenehe, sogar nach Jahrhunderten griechischer und römischer Vorherrschaft.[1] Mit dem Aufstieg des Islams kehrten diese Kulturen zu ihren nahöstlichen Wurzeln zurück.

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Wie Israel sich die Atombombe erschwindelte

Von C. F. Robinson, übersetzt von Lucifex. Das Original How Israel Swindled Its Way to an Atomic Bomb erschien am 20. April 2017 auf Counter-Currents Publishing.

Roger J. Mattson

Stealing the Atom Bomb: How Denial and Deception Armed Israel

CreateSpace, 2016

Es wird viel über die Weiterverbreitung von „Massenvernichtungswaffen“ im ganzen Nahen Osten geredet. Die Mainstream-Medien haben seit den 1980ern wegen des Nuklearwaffenprogramms des Iran Alarm geschlagen (und doch ist keine iranische Bombe aufgetaucht). Der angebliche Zweck des Irakkriegs war die Eliminierung der Programme für nukleare, biologische und chemische Waffen, von denen fälschlich behauptet wurde, daß der Irak sie hätte. Um seine Rivalen von der Entwicklung einer Bombe abzuhalten, griff Israel 1981 Atomeinrichtungen im Irak und 2007 in Syrien an. Frei nach Jean-Paul Sartre: Israel ist krank vor Furcht, sie fürchten sich vor dem Schatten ihrer eigenen gestohlenen Bombe. Wie sie die Atombombe stahlen, wird detailliert in Roger J. Mattsons Buch Stealing the Atom Bomb: How Denial and Deception Armed Israel von 2016 beschrieben.

So funktionierte der Schwindel: Israel bekam seine erste Nukleartechnologie durch das naive Programm Atoms for Peace der Eisenhower-Regierung. Diese Geldverschwendung wurde benutzt, um den Reaktor Nahal Soreq zu errichten, der 1960 in Betrieb ging. Verglichen mit anderen Reaktoren war Nahal Soreq kleiner, weniger leistungsfähig und unter der Bedingung gebaut, daß er nicht für die Waffenherstellung verwendet würde, aber er brachte Israel auf den Weg dazu, eine voll nuklearfähige Nation zu werden.

Nachdem sie Nahal Soreq betriebsfähig gemacht hatten, erwarben die Israelis von den Franzosen einen weiteren Reaktor, der waffenfähiges Material produzieren konnte. Die Franzosen waren so verärgert darüber, daß die Amerikaner während der Krise um den Suezkanal die Partei Ägyptens ergriffen hatten, daß sie ihr eigenes Nuklearprogramm beschleunigten und in der Negev-Wüste, beim Dorf Dimona, gehässig einen Reaktor bauten, der zur Herstellung von waffenfähigem Plutonium fähig war.[1] Diese French connection [2] mit Israel war entscheidend: die Atombombenkonstruktion der Israelis beruhte auf der Bombe, die die französische Regierung 1960 nahe Reggane in Algerien getestet hatte.[3]

Jedoch verschafften Atoms for Peace und die French connection Israel bloß ein teilweises Nuklearprogramm. Die Israelis brauchten immer noch große Mengen von hoch angereichertem Uran (HEU). Mattson zeigt, wie sie dieses Material durch eine windige Firma namens Nuclear Materials and Equipment Corporation (NUMEC) bekamen. Diese Firma wurde 1957 gegründet und nahe Pittsburg in Apollo, Pennsylvania, angesiedelt. Stealing the Bomb macht klar, daß der ganze Zweck von NUMEC darin bestand, HEU nach Israel zu schaffen. Die Tatsache, daß NUMEC HEU an andere Kunden lieferte, einschließlich der United States Navy, war bloß eine Tarnung für Israels eigene Ziele. Die Gründer von NUMEC waren eine Gruppe von Juden, von denen zwei eine bedeutende Rolle in dieser Geschichte spielen. Der erste ist der Investor David Lowenthal (192 – 2006). Der zweite, Zalman Shapiro (1920 – 2016), war einer von Lowenthals Nachbarn in Pittsburg, und er war für den laufenden Betrieb von NUMEC verantwortlich.

Das NUMEC-Werk

Während eine Gruppe jüdischer Finanziers, die von Lowenthal organisiert wurde, das Werk errichtete und zum Laufen brachte, erhielten die Manager von NUMEC ihr Kapital großteils von anderen – spezifisch von örtlichen Banken. NUMEC erhielt viel Fremdkapital durch Kredite der Mellon National Bank und der Pittsburg National Bank.[4]

Es ist sehr wahrscheinlich, daß NUMEC sofort nach Betriebsbeginn damit begann, HEU für Israel abzuzweigen. Jedoch bemerkte die Atomenergiekommission das Ausmaß des Verlustes erst 1965. Die Leichtigkeit des Diebstahls wurde durch die Tatsache ermöglicht, daß HEU in kleinen Mengen verpackt und gelagert werden muß. Dieses Verpackungserfordernis ist notwendig, weil zu viel HEU, das in der richtigen Geometrie zusammen gelagert wird, einen „Kritikalitätsunfall“ bewirken kann, wo Neutronen in Mengen freigesetzt werden, die ausreichen, um Menschen in der unmittelbaren Nähe zu töten.[5] Wenn es jedoch richtig abgepackt wird, ist die Strahlung von HEU keine Bedrohung, und gleichermaßen wird es aufgrund seiner Kleinheit leicht, es an einem Wächter vorbeizubekommen.

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Teuflische Passion: Ariel Toaffs „Blood Passovers“

Von Andrew Hamilton, übersetzt von Deep Roots. Das Original Diabolical Passion: Ariel Toaff’s Blood Passovers erschien am 6. April 2012 bei Counter-Currents Publishing/North American New Right.

 

Das jüdische Passahfest beginnt heute bei Sonnenuntergang. Außerhalb Israels dauert es acht Tage.

Nach dem christlichen Kalender ist heute Karfreitag, der Jahrestag von Christi Kreuzigung, der dem Ostersonntag vorausgeht.

In der Geschichte von Passah schmierten die Juden Lammblut auf ihre Behausungen, sodaß Gott beim Töten der erstgeborenen nichtjüdischen Kinder Ägyptens jüdische Kinder identifizieren und somit übergehen [pass over] oder verschonen konnte. (Es ist seltsam, daß sogar Gott ein Zeichen benötigt, um Juden von Nichtjuden zu unterscheiden.)

Pasque di sangue: Ebrei d’Europa e omicidi rituali (Blut-Passah: Europäische Juden und Ritualmord) (Bologna, Italien: Il Mulino, 2007) des israelischen Mittelalterforschers Ariel Toaff, ist die Geschichte dieses Festes unter mittelalterlichen deutschen Juden (Aschkenasim), des bizarren Ritus angeblicher Kreuzigung und Kannibalismus (eigentlich ritueller Hämatophagie – des Konsums menschlichen Blutes), der damit ab dem Mittelalter bis mindestens zur Zeit des Prozesses gegen Mendel Beilis in Rußland 1911 in Verbindung gebracht wird.

Blood Passovers wurde auf Italienisch geschrieben und veröffentlicht. Nur eine englische Raubübersetzung ist erhältlich. Ausführliche Zitate aus Originalquellen in den Fußnoten sind auf Latein, aber große Teile davon sind in der Raubkopie in Klammern auf Englisch übersetzt worden. Die englische Ausgabe enthält einige Schreib- und Grammatikfehler.

Der italienische Mainstream-Verleger des Buches verkauft gegenwärtig eine überarbeitete, bereinigte Ausgabe mit einem neuen Nachwort (in Englisch, online), die Toaff 2008 herausgab, nachdem er die Originalausgabe unter intensivem Druck schnell unterdrückt hatte, nachdem der Erstdruck von 1000 Exemplaren an einem einzigen Tag ausverkauft war. Sogar der feindselige Rezensent des American Jewish Committee mußte eine Raubkopie verwenden, um seine Rezension zu schreiben.

Diese Rezension stützt sich auf die unautorisierte Online-Übersetzung der Erstausgabe von 2007, die von Gian Marco Lucchese und Pietro Gianetti erstellt wurde und als PDF und in Textformaten auf verschiedenen Webseiten verfügbar ist. Ich fand das Buch auf meinem Kindle leicht lesbar. Eine PDF-Version ist hier auf der Webseite von Israel Shamir, einem jüdischen Konvertiten zum Christentum, erhältlich.

Zur Zeit der ursprünglichen Veröffentlichung des Buches war der 1942 geborene Toaff Professor für mittelalterliche und Renaissancegeschichte an der Bar-Ilan-Universität in Ramat-Gan, Israel.

Zu seinen früheren Büchern gehören The Jews in Medieval Assisi, 1305-1487: A Social and Economic History of a Small Jewish Community (1979), The Mediterranean and the Jews (1989), The Jews in Umbria (1993) und Mostri giudei: L’immaginario ebraico dal Medioevo alla prima erà moderna (italienisch; „Jüdische Monster: Das Judenbild vom Mittelalter bis zur frühen Neuzeit“) (1996).

Später veröffentlichte er Il prestigiatore di Dio: avventure e miracoli di un alchimista ebreo nelle corti del Rinascimento (italienisch; „Der Magier Gottes“; Mailand, Rizzoli, 2010) über einen italienisch-jüdischen Alchemisten des 16. Jahrhunderts, Abraham Colorni.

Wütende Reaktion

Eine einzige positive Rezension von Blood Passovers erschien, bevor das Dach einstürzte. Der italienisch-jüdische Historiker Sergio Luzatto lobte es in Italiens angesehener Tageszeitung Corriere della Sera als „großartiges Geschichtsbuch“. Toaff, schrieb Luzatto, wies nach, daß „von 1100 bis etwa 1500… mehrere Kreuzigungen christlicher Kinder wirklich geschehen sind… Weder in Trient 1475 noch in anderen Gebieten Europas im späten Mittelalter waren die Juden immer unschuldige Opfer.“

Aber die feindselige internationale Reaktion auf die Veröffentlichung von Toaffs Buch war heftig und erfolgte sofort.

Toaff ist der Sohn von Elio Toaff (geb. 1915), dem ehemaligen Oberrabbiner von Rom, der „der Papst der Juden“ genannt wird. 1986 betete Papst Johannes Paul II. mit Elio in der Synagoge von Rom – angeblich der allererste Besuch eines Papstes in einer Synagoge. Der Besuch soll den Weg für die nachfolgende Einrichtung diplomatischer Verbindungen zwischen Israel und dem Vatikan bereitet haben.

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Eine Rezension von „Fistfights with Muslims in Europe: One Man’s Journey through Modernity“

Von James Wald; Original: A Review of „Fistfights with Muslims in Europe: One Man’s Journey through Modernity“, erschienen am 26. Januar 2017 auf „The Occidental Observer“.

Übersetzt von Cernunnos

Eine Rezension von Fistfights with Muslims in Europe: One Man’s Journey through Modernity von Julian Langness.

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Fistfights with Muslims in Europe ist die Art von Buch, die ein notwendiger Lesestoff für junge Leute ist, die durch Entwicklungen in Europa und Skandinavien neugierig oder alarmiert sind. Ich kann Mr. Langness‘ Erfahrung sicherlich nachvollziehen. Als junger Mann war in auf einer Militärbasis in Deutschland stationiert und entdeckte aus erster Hand, wie weit sich die Situation verschlechtert hatte (und das war bevor Angela Merkel Kanzlerin wurde).

Es gibt manchmal unter älteren Männern eine wohlmeinende Tendenz, jüngere davor zu warnen, in Kämpfe verwickelt zu werden (selbst wenn man sie nicht angefangen hat), und ihnen zu raten, Konflikt um jeden Preis zu vermeiden. Es ist jedoch nicht nur für gewöhnlich hoffnungslos, junge Männer vor Experimenten mit der Aggression (wie Kontaktsportarten) zu warnen, sondern es ist auch heuchlerisch. Wie der Selbstverteidigungsexperte und Kampfkünstler Marc „Animal“ MacYoung anmerkt, „sind die Leute, die [jungen Männern] sagen sie sollten ‚nicht kämpfen‘, diejenigen, die sich bereits mit ihren Primatentrieben befaßt haben. Das bedeutet, daß sie in ihrem Sozialstatus sicher sind, ein Territorium abgesteckt haben und mit Langzeitpartnerinnen zusammenleben. Gut für sie, aber das hilft euch nicht, oder?“ (MacYoung, S. xvi)

Julian Langness

Julian Langness

Fistfights beginnt damit, daß Julian Langness nach Norwegen reist, die Heimat seiner Wikingervorfahren:

„Alles, was ich wußte, war, daß meine Vorfahren aus der Gegend um Halden im heutigen Südost-Norwegen gekommen waren. Aber dieses Informationsstückchen genügte, um mich auf eine Reise über den Atlantik zurück nach Skandinavien zu schicken, um von meiner Geschichte und meinem Volk zu entdecken, soviel ich konnte.“ (Langness, S. 11) Obwohl Mr. Langness als „globaler Bürger“ erzogen wurde (S. 11), anerkennt er, daß der Wunsch nach „Stamm und Erbe einer der am meisten angeborenen Antriebe ist, die wir als Menschen besitzen… Es war natürlich, daß ich als junger Mann zusätzliche Antworten auf Fragen nach der Identität suchen würde.“

Er richtet es so ein, daß er bei der Freundin eines Freundes wohnen kann, einer jungen, ernsten Norwegerin namens Karoline, die als Sozialarbeiterin arbeitet und ihn in ihrer Wohnung Quartier nehmen läßt. Der Autor trifft im städtischen Norwegen ein und ist nicht gerade überwältigt von den stalinistischen Wohnblocks, die er sieht. Er ist verwirrt von den Straßen voller in Hijabs gehüllter Moslemfrauen, und ihn stören die fremdsprachigen Graffitis, die dort, wo er wohnt, die Gebäude verunstalten. Er findet jedoch die um die Wohnkomplexe eingestreuten Wäldchen schön.

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Der tote Raumfahrer – Teil 5

Von James Patrick Hogan. Das Original „Inherit the Stars“ wurde 1977 veröffentlicht, die deutsche Fassung (übersetzt von Andreas Brandhorst) erschien 1981 im Moewig-Verlag (ISBN 3-8118-3538-6) und ist heute in der Originalausgabe nur noch in Gebrauchtexemplaren sowie ab 30. Dezember 2016 auch wieder in einer überarbeiteten Neuausgabe erhältlich. (Bilder von mir – Lichtschwert – eingefügt; Titelbild aus der Manga-Version zu „Inherit the Stars“ [Abschnitt Inherit the Stars 5 – Jupiter-5].)

Letzter Teil; zuvor erschienen: Der tote Raumfahrer – Teil 1, Teil 2, Teil 3 und Teil 4

20

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Die riesigen Schiffe, die im Zuge des fünften bemannten Unternehmens zum Jupiter fliegen würden, waren in über einem Jahr in der Mondumlaufbahn gebaut worden. Außer dem Leitschiff waren hoch über der Mondoberfläche allmählich sechs Frachter entstanden, von denen jeder in der Lage war, dreißigtausend Tonnen an Versorgungs- und Ausrüstungsgütern zu transportieren. Während der letzten zwei Monate vor dem geplanten Starttermin war das wie Weihnachtsbaumlametta wirkende dahintreibende Durcheinander aus Maschinen, Werkzeugen, Containern, Fahrzeugen, Tanks, Kisten, Zylindern und den tausend anderen Posten zusammengestellten Gerätschaften langsam im Innern der Schiffe verschwunden. Die Wega-Fähren, Fernraumkreuzer und anderen Schiffe, die ebenfalls für dieses Projekt vorgesehen waren, wurden im Verlaufe mehrerer Wochen von ihren jeweiligen Mutterschiffen aufgenommen. Während der letzten Wochen lösten sich die Frachter in regelmäßigen Abständen aus der Mondumlaufbahn und setzten Kurs auf Jupiter. Als die Passagiere und letzten Besatzungsmitglieder von der Mondoberfläche hinaufgebracht wurden, war nur noch das Leitschiff übrig; einsam und verlassen schwebte es in der Leere. Mit dem Näherrücken der Stunde Null zog sich die Schar von Wartungsschiffen und Begleitsatelliten zurück. Ein paar Kilometer entfernt verdichtete sich ein Pulk aus Geleitschiffen, und ihre Kameras übertrugen die Bilder via Luna in das Welt-Nachrichtennetz der Erde.

Als die letzten Minuten heranrückten, zeigten Millionen Bildschirme einen eindrucksvollen, fast zwei Kilometer langen Schatten, der sich fast unmerklich über dem Sternenhintergrund bewegte. Die Stille dieses Schauspiels schien irgendwie die unvorstellbare Kraft anzukündigen, die entfesselt werden sollte. Genau nach Zeitplan beendeten die Flugkontrollcomputer die letzte Endcountdown-Überprüfung, erhielten vom Hauptprozessor der Bodenkontrolle eine „Grün“-Bestätigung und aktivierten die thermonuklearen Haupttriebwerke. Sie flammten in einem Blitz auf, der selbst von der Erde aus zu sehen war.

Das Jupiter-Fünf-Unternehmen hatte begonnen.

In den nächsten fünfzehn Minuten gewann das Schiff an Geschwindigkeit und schraubte sich immer höher hinauf. Dann schüttelte es mit müheloser Leichtigkeit die restlichen Gravitationsfesseln des Mondes ab. Jupiter-Fünf setzte dazu an, die Flotte der Frachter, die zu diesem Zeitpunkt bereits eine sich über Millionen Kilometer hinziehende Reihe bildete, einzuholen und sich ihr hinzuzugesellen. Nach einer Weile kehrten die Geleitschiffe zum Mond zurück, und die Bildschirme auf der Erde zeigten einen stetig blasser werdenden Lichtpunkt, der von den Orbitalteleskopen eingefangen wurde. Bald war auch der verschwunden, und nur noch die Fernortungen und Lasertaster blieben übrig, um den elektronischen Datenaustausch über den sich vergrößernden Ozean aus Leere fortzusetzen.

Während die Minuten verstrichen, beobachteten Hunt und die anderen UNWO-Wissenschaftler auf dem Wandbildschirm der vierundzwanzigsten Messe des Leitschiffes, wie der Mond zu einer vollen Scheibe zusammenschrumpfte und die der Erde dahinter teilweise verdeckte. In den folgenden Tagen verkleinerten sich die beiden Globen weiter und verschmolzen zu einem einzelnen, strahlenden Fleck, der wie ein Leuchtsignal am Himmel stand, das ihnen den Weg nach Hause wies.

Als aus Tagen Wochen wurden, schrumpfte auch dies zusammen, bis es nur noch ein Staubkörnchen unter Millionen anderen war. Ungefähr nach einem Monat konnten sie es nur noch mit Mühe ausmachen.

Hunt gewöhnte sich nur langsam an die Vorstellung, Teil einer winzigen künstlichen Welt zu sein, um die herum sich der Kosmos in die Endlosigkeit erstreckte. Die Entfernung zu allem, was ihm vertraut war, nahm in jeder Sekunde um knapp zwanzig Kilometer zu. Nun hing ihr Leben gänzlich von der Kompetenz derjenigen ab, die dieses Schiff entworfen und gebaut hatten. Die grünen Hügel und blauen Himmel der Erde waren fürs Überleben nicht länger wichtig und schienen sich immer mehr als Phantasieprodukt zu erweisen. Sie waren wie der Nachhall eines Traums, dessen Realität nur Illusion war. Hunt begann die Wirklichkeit als relative Qualität zu betrachten – nicht als etwas Absolutes, das man eine Weile hinter sich lassen und zu dem man dann zurückkehren konnte. Das Schiff wurde zur einzigen Wirklichkeit. Das, was sie hinter sich gelassen hatten, hatte – zeitweise – aufgehört zu existieren.

Stundenlang verweilte er in den Aussichtskuppeln auf der Außenhülle. Und während er auf das einzige hinausblickte, das noch vertraut war – die Sonne -, fand er sich langsam mit der neuen Dimension ab, die seiner Existenz hinzugefügt worden war. Die ewige Präsenz der Sonne, ihr unablässiger Strom lebensspendenden Lichts und Wärme schenkte ihm Beruhigung. Hunt dachte an die ersten Seeleute, die sich nie aus der Sichtweite der Küste hinausgewagt hatten. Auch sie hatten etwas Vertrautes gebraucht, an dem sie sich festklammern konnten. Aber bald würde der Mensch seinen Bug auf das offene Meer richten und in die Leere zwischen den Galaxien eintauchen. Dort existierte keine Sonne, die ihn beruhigen konnte. Dort gab es überhaupt keine Sterne. Selbst die Galaxien würden nur noch verwaschene Flecken sein, die auf dem Weg in die Unendlichkeit verstreut waren.

Welche fremden Kontinente harrten auf der anderen Seite dieser Ozeane ihrer Entdeckung?

Danchekker verbrachte eine seiner Freizeitperioden in der Nullgravitationssektion des Schiffes und sah einem dreidimensionalen Rugbyspiel zu, das zwischen zwei Mannschaften dienstfreier Besatzungsmitglieder ausgetragen wurde. Das Spiel basierte auf dem amerikanischen Football und fand in einer gewaltigen Kuppel aus transparentem, elastischem Kunststoff statt. Die Spieler sausten hinauf und hinunter, in alle Richtungen, prallten aufeinander und krachten gegen die Wand. Es war eine prächtige Keilerei, die – ganz nebenbei – auch dem Zweck diente, den Ball durch eines der kreisförmigen, sich gegenüberliegenden Tore zu werfen. In Wirklichkeit diente die ganze Sache nur als Vorwand, Dampf abzulassen und die Muskeln zu trainieren, die während der langen, monotonen Reise zu erschlaffen begannen.

Ein Steward tippte dem Wissenschaftler auf die Schulter und informierte ihn, daß in der Videozelle außerhalb des Sportdecks ein Anruf auf ihn wartete. Danchekker nickte, löste die Sicherheitsöse seines Gürtels vom Ankerpunkt des Sessels und hakte sie ins Geländer ein. Mit einem einzelnen mühelosen Stoß schickte er sich auf die Reise und schwebte anmutig auf die Tür zu. Hunts Gesicht sah ihm entgegen.

Er rief aus einer Entfernung von fast einem halben Kilometer an. „Guten Morgen, Dr. Hunt“, meldete sich Danchekker. „Oder welche Zeit auch immer wir gerade in dieser Höllenkiste haben.“

„Hallo, Professor“, gab Hunt zurück. „Ich habe mir einige Gedanken über die Ganymeder gemacht. Da sind ein oder zwei Punkte, über die ich gern Ihre Meinung hören würde. Können wir uns irgendwo treffen, um einen Happen zu essen? Sagen wir in der nächsten halben Stunde oder so?“

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Der tote Raumfahrer – Teil 4

Von James Patrick Hogan. Das Original „Inherit the Stars“ wurde 1977 veröffentlicht, die deutsche Fassung (übersetzt von Andreas Brandhorst) erschien 1981 im Moewig-Verlag (ISBN 3-8118-3538-6) und ist heute nur noch in Gebrauchtexemplaren über Amazon erhältlich.

Zuvor erschienen: Der tote Raumfahrer – Teil 1, Teil 2 und Teil 3

15

Caldwell trat einen Schritt näher heran, um das knapp drei Meter große Plastikmodell eingehender zu betrachten, das im Zentrum eines der Laboratorien des Biologischen Instituts von Westwood stand. Danchekker gab ihm reichlich Zeit, die Details in Augenschein zu nehmen, bevor er fortfuhr.

„Eine lebensgroße Kopie eines Ganymederskeletts“, sagte er. „Aufgrund der von Jupiter hierher übermittelten Daten konstruiert. Die erste unbestreitbar fremde intelligente Lebensform, die jemals von Menschen untersucht werden konnte.“ Caldwell sah zu dem in die Höhe ragenden Knochengerüst auf und schürzte in einem lautlosen Pfiff die Lippen.

Hunt rührte sich nicht und ließ in sprachloser Faszination seinen Blick über die ganze Größe des Modells auf und ab gleiten.

„Diese Körperstruktur ist in keiner Weise mit der irgendeiner noch existierenden oder ausgestorbenen Lebensform verwandt, die auf der Erde jemals untersucht wurde“, informierte sie Danchekker. Er zeigte auf das Modell. „Sie basiert auf einem inneren, aus Knochen bestehenden Skelett. Wie Sie sehen können, bewegte sich das Wesen aufrecht wie ein Zweifüßler, und der Kopf befand sich oben auf dem Rumpf. Aber abgesehen von solchen äußerlichen Ähnlichkeiten: Es entstammt zweifelsfrei einer völlig fremden Evolution. Nehmen Sie den Kopf als ein deutliches Beispiel. Die Gliederung des Schädels kann in keiner Weise mit der irgendeines bekannten Wirbeltieres in Übereinstimmung gebracht werden. Das Gesicht ist nicht wie bei uns in den unteren Schädelteil zurückgewichen, sondern nach wie vor eine lange, nach unten deutende Schnauze, die sich oben erweitert, um breite Zwischenräume für Augen und Ohren zu schaffen. Ferner hat sich der Hinterkopf vergrößert, um, wie beim Menschen, ein sich entwickelndes Hirn unterzubringen. Aber anstatt eine abgerundete Form anzunehmen, wölbt er sich über den Hals hinweg, um ein Gegengewicht zum hervorstehenden Gesicht und Kinn zu bilden. Und sehen Sie sich die Öffnung im Schädel an, mitten auf der Stirn. Ich glaube, hier könnte ein Wahrnehmungsorgan untergebracht gewesen sein, das wir nicht besitzen – möglicherweise in Infrarotdetektor, der von einem nachtaktiven, fleischfressenden Vorfahren geerbt wurde.“

Hunt trat bis an die Seite Caldwells vor und betrachtete eingehend die Schultern. „Die haben ebenfalls mit nichts Ähnlichkeit, was ich jemals gesehen habe“, kommentierte er. „Sie bestehen aus… einer Art sich überlappender Knochenplatten. Ganz und gar nicht wie unsere.“

„Eben“, bestätigte Danchekker. „Wahrscheinlich die Überbleibsel der Körperpanzerung eines Vorfahren. Und der Rest des Rumpfes ist ebenfalls völlig fremdartig. Zwar existiert, wie Sie sehen können, ein Rückgrat mit einer unterhalb der Schulterplatten gelegenen Rippengliederung. Aber die unterste Rippe – unmittelbar über der Bauchhöhle – hat sich zu einem massiven Knochenreifen mit diametralen Streben entwickelt, die aus einem vergrößerten Rückgratwirbel entspringen. Nun, beachten Sie die an den Seiten des Ringes gelegenen zwei Gruppen kleinerer, miteinander verbundener Knochen…“

Er deutete auf die entsprechende Stelle. „Wahrscheinlich dienten sie zur Unterstützung des Atmungsvorgangs, indem sie halfen, das Zwerchfell auszudehnen. Meiner Meinung nach sind sie degenerierten Überbleibseln einer zweigliedrigen Struktur verdächtig ähnlich. Mit anderen Worten: Obwohl dieses Wesen wie wir zwei Arme hatte und sich auf zwei Beinen bewegte, gab es irgendwo unter seinen frühen Vorfahren Tiere mit drei anstatt zwei Extremitätenpaaren. Allein das reicht aus, um sofort jeder Verwandtschaft mit irgendeinem Wirbeltier dieses Planeten auszuschließen.“

Caldwell bückte sich, um das Becken in näheren Augenschein zu nehmen. Es bestand nur aus einer Anordnung von dicken Riegeln und Streben, die die Gelenkpfannen der Oberschenkel aufnahmen. Nichts deutete auf die gewölbte schüsselartige Form des unteren menschlichen Torsos hin.

„Muß auch besondere Eingeweide gehabt haben“, meinte er.

„Es könnte sein, daß die inneren Organe mehr durch die Aufhängung an dem darüber gelegenen Knochenring getragen wurden als durch einen Halt darunter“, vermutete Danchekker. „Betrachten Sie schließlich die Glieder. Beide unteren bestehen wie auch die unsrigen aus zwei Knochen. Oberarm und Oberschenkel aber sind anders beschaffen – sie weisen ebenfalls eine Doppelknochen-Anordnung auf. Das hat die Flexibilität in hohem Maße gesteigert und die Ganymeder in die Lage versetzt, eine ganze Reihe von Bewegungen auszuführen, zu denen ein menschliches Wesen nicht in der Lage wäre. Die Hand verfügt über sechs Finger, von denen sich zwei gegenüberstehen. Ihr Besitzer hat sich also des Vorteils, zwei Daumen zu besitzen, erfreuen können. Er wäre in der Lage gewesen, sich beide Schuhe bequem mit einer Hand zu schnüren.“

Danchekker wartete, bis Caldwell und Hunt jedes Detail des Skeletts gründlich studiert hatten. Als sie sich wieder ihm zuwandten, fuhr er fort: „Seit das Alter der Ganymeder ermittelt ist, tendiert jedermann zu der Ansicht, ihre Entdeckung sei ein purer Zufall und es bestünde kein direkter Zusammenhang mit der Lunarierfrage. Meine Herren, ich glaube nun in der Lage zu sein, Ihnen demonstrieren zu können, daß den Ganymedern in der Tat eine sehr reale Bedeutung in dieser Frage zukommt.“

Hunt und Caldwell sahen ihn erwartungsvoll an. Danchekker schritt zu einer Bildschirmkonsole an der Wand des Laboratoriums, tastete einen Code ein und sah zu, wie sich der Schirm erhellte und das Bild eines Fischskeletts offenbarte. Zufrieden wandte er sich um und sah sie an.

„Was fällt Ihnen auf?“ fragte er.

Einige Sekunden lang starrte Caldwell gehorsam auf den Schirm. Hunt nahm das Bild schweigend in sich auf.

„Es ist ein komischer Fisch“, sagte Caldwell schließlich. „In Ordnung, sagen Sie’s mir.“

„Es ist nicht auf den ersten Blick zu sehen“, entgegnete Danchekker. „Aber mittels eines detaillierten Vergleichs ist es möglich, die Struktur dieses Fisches Knochen für Knochen mit der des Ganymederskeletts in Beziehung zu setzen. Beide entstammen der gleichen evolutionären Linie.“

„Der Fisch ist einer von denen, die in der Lunarierbasis auf der Mondrückseite gefunden wurden“, sagte Hunt plötzlich.

„Genau, Dr. Hunt. Der Fisch ist knapp fünfzigtausend Jahre alt und das Ganymederskelett rund fünfundzwanzig Millionen. Eine anatomische Untersuchung macht deutlich, daß sie verwandt sind und zu einer evolutionären Linie gehören, die sich irgendwann in ferner Vergangenheit bei einem gemeinsamen Vorfahren verzweigte. Daraus ergibt sich, daß sie auch den Ursprungsort gemeinsam haben. Wir wissen bereits, daß sich der Fisch in den Meeren Minervas entwickelte. Also kommen auch die Ganymeder von Minerva. Auf diese Weise haben wir einen Beweis für etwas erhalten, das einige Zeit nur reine Spekulation war. Unsere frühere Vermutung war nur in dem einen Punkt unrichtig, als wir nicht in der Lage waren, die zeitliche Lücke zwischen der Anwesenheit der Ganymeder auf Minerva und der der Lunarier genau abzuschätzen.“

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