Das DuMont-Fernsehnetzwerk

Der Wissenschaftler und Fernsehpionier Allen DuMont zeigt 1954 die erste rechteckige 21-Zoll-Farbbildröhre. Er perfektionierte die erste praktische Kathodenstrahlröhre und gründete ein Fernsehnetzwerk.

Von Andrew Hamilton, übersetzt von Deep Roots. Das Original The DuMont Television Network erschien am 4. Mai 2012 auf Counter-Currents Publishing/North American New Right.

 

Vor langer Zeit gab es, ob man es glaubt oder nicht, ein viertes amerikanisches Fernsehnetzwerk zusätzlich zu den in jüdischem Besitz befindlichen CNS und NBC und dem kleineren Rivalen ABC.

Das vierte, vergessene Netzwerk war das DuMont Television Network, gegründet von einem weißen Fernsehpionier namens Allen B. Du Mont. (Sein Name wird verschiedentlich als DuMont und Du Mont geschrieben, aber niemals als Dumont. Ich habe Du Mont für den Mann verwendet und DuMont für die Namen seiner Firmen.)

Das DuMont-Netzwerk überlebte auf prekäre Weise von seiner Gründung 1946 bis zu seinem schließlichen Untergang 1955.

Die Rassendynamik der Nachkriegs-USA, bei der Juden zur Dominanz über die einheimischen weißen Einwohner aufstiegen, war ein Hauptfaktor bei DuMonts Scheitern, trotz Allen Du Monts anscheinendem Philosemitismus (als gebürtiger New Yorker beschäftigte er einige Juden in Spitzenpositionen).

Um die Zeitdauer der antiweißen Propaganda zu begreifen, der die amerikanische Öffentlichkeit durch das alles durchdringende Medium des Fernsehens ausgesetzt war, seht euch diesen Propagandaspot [1:09 min.] aus DuMonts populärer Fernsehsendung Captain Video and His Video Rangers von 1949 an. Beachtet, wie die antiweiße Botschaft in umgekehrten oder „positiven“ Begriffen formuliert wird.

Eine sorgfältige Untersuchung der Radioprogrammgestaltung und des Inhalts von Filmen seit der Zeit ihrer Anfänge würde ein ähnliches Muster offenbaren.

Am Anfang

Allen Du Mont wurde in Brooklyn, New York geboren und lebte sein ganzes Leben lang gleich außerhalb von New York City (im nördlichen New Jersey). Er begann sich als Junge intensiv für die Technologie des frühen Radios zu interessieren und entwickelte sich zu einem fähigen Elektroniktechniker, -wissenschaftler und –geschäftsmann. Als brillanter Erfinder wurde Du Mont für die Perfektionierung der Kathodenstrahlröhre anerkannt. Seine langlebigen Röhren machten den Fernsehsendebetrieb letztendlich praktikabel.

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Von der Virtualität zur Realität: Memoiren eines geläuterten Fernsehsüchtigen

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Von Alex Kurtagic, übersetzt von Deep Roots.

Das Original From Virtuality to Reality: Memoirs from a Reformed TV Addict erschien am 26. August 2009 im Occidental Observer.

Vor zehn Jahren lebte und arbeitete ich in einer Ein-Zimmer-Wohnung in East Finchley, London. Ich hatte einen großen, rechteckigen Wohn-Eßbereich, von dem ein Teil mein Büro war. Mein Tag begann mit der Ankunft des Briefträgers vor 9 Uhr morgens, der Pakete mit CDs und Kundenbestellungen brachte, ging weiter mit der täglichen Bearbeitung der Bestellungen, Beantwortung von E-Mails und Vorbereitung und Verschickung von Paketen, und er endete mit Recherche- und Entwicklungsarbeit.

Um 7 Uhr abends jedoch hörte ich auf und schaltete das Fernsehgerät ein – ständig, um die Nachrichten zu sehen. Und von da an bis ich zu Bett ging, unterbrochen nur durch gelegentliche Einlagen von Gitarrespiel, blieb ich vor dem Fernsehgerät auf dem Sofa sitzen oder liegen und sah Sendung um Sendung – alles von milder Unterhaltung bis zum am wenigsten Anstrengenden, das im Angebot war. An Freitagen blieb ich länger als üblich auf (und sah fern), und an Wochenenden schaltete ich das Gerät noch früher ein und blieb bis in die frühen Morgenstunden hypnotisiert vor dem Bildschirm. Ich rechne, daß ich zwischen 1994 und 2001 im Durchschnitt auf über 7 Stunden pro Tag kam, 50 Stunden pro Woche, 2.548 Stunden pro Jahr, und 17.836 Stunden insgesamt – die eine Doktorarbeit benötigt annähernd 7.300 Stunden bis zur Fertigstellung.

TVFamily

Zum Glück für mich war ich während dieser Zeit nicht gänzlich unproduktiv: zwischen 1995 und 1998 stellte ich drei Alben zusammen, zeichnete viele Albencover und brachte mir Spitzen-Computerprogramme bei; ich trainierte auch dreimal pro Woche mit Gewichten, hatte Freundinnen und fand Zeit, eine ziemliche Anzahl kognitiv anregender Bücher zu lesen. (Zu letzteren gehörten Tipler & Barrows The Anthropic Cosmological Principle, Roger Penroses The Emperor’s New Mind, Prestons Franco, Coveney & Highfields The Arrow of Time, plus einige klassische Romane.)

Jedoch habe ich mich seit dem Sommer 2002, als ich meiner Fernsehsucht ein Ende setzte, oft gefragt: Wie viel mehr hätte ich in meinen 20ern erreichen können, wenn ich nicht so viel Zeit für eine letztendlich unergiebige und unproduktive Aktivität verschwendet hätte? Und: Wie viel besser wäre ich darauf vorbereitet, den Herausforderungen der dystopischen Zukunft zu begegnen, die ich in meinem Roman Mister vorwegnehme (eine Zukunft, die kommt), wenn ich diese Zeit damit verbracht hätte, etwas darüber zu lernen, wer und was hinter der Welt steckt, in der ich lebe, statt in die Wohlfühlfiktionen eingetaucht (und durch sie abgelenkt) zu bleiben, die dazu geschaffen wurden, das zu verbergen?

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Das Licht der fernen Sterne: George R. R. Martin und sein „Manrealm“-Kosmos

Star Cutter

Eine Präsentation von Lichtschwert als Leseempfehlung für George R. R. Martins Sammelband „Traumlieder I“ (Heyne 2014, ISBN 978-3-453-31611-9) und überhaupt sein Werk, vor allem seine SF-Geschichten und hier wiederum seinen „Manrealm“- oder „Tausend-Welten-Kosmos“, der mich seit meinen Jugendjahren, als ich in die Science Fiction eintauchte, immer fasziniert hat. (Die Bilder stammen nicht aus „Traumlieder I“, sondern wurden von mir – Lichtschwert – eingefügt.)

In „Traumlieder I“ sind neben dreizehn SF-, Fantasy- und Horrorgeschichten von George R. R. Martin auch drei autobiographische Kapitel enthalten („Ein Vierfarb-Fanboy“, „Der schmutzige Profi“ und „Das Licht der fernen Sterne“) in denen sein Werdegang als Autor von seiner Jugend an sowie Bezüge zu den einzelnen Geschichten geschildert werden. Hier ist das letztere davon, in dem das kosmische Fernweh und der „sense of wonder“, der auch in Jef Costellos „Mein Kodex, Fortsetzung“ erwähnt wird, am besten zum Ausdruck kommt:

DAS LICHT DER FERNEN STERNE

Kommen wir zum Wesentlichen. Ich wurde in Bayonne, New Jersey, geboren, wuchs dort auf und kam nie woanders hin… jedenfalls nicht bis zum College.

Bayonne ist eine Halbinsel im Großraum New York, aber als ich dort aufwuchs, war es eine Welt für sich. Eine Industriestadt, beherrscht von Ölraffinerien und ihrem Flottenstützpunkt, ziemlich klein, drei Meilen lang und nur eine breit. Bayonne grenzt im Norden an Jersey City, ansonsten ist es von Wasser umgeben, der Newark Bay im Westen, der New York Bay im Osten, und der schmalen Meerenge, die beide verbindet, dem Kill van Kull im Süden. Große Ozeanfrachter fahren Tag und Nacht auf ihrem Weg von und nach Elizabeth und Port Newark durch den Kill.

Als ich vier Jahre alt war, zog meine Familie in die Neubausiedlung „The Projects“ auf der First Street, direkt vor die dunklen und schmutzigen Wasser des Kill. Jenseits des Kanals funkelten nachts die Lichter von Staten Island – weit weg und irgendwie magisch. Abgesehen von einem Zoobesuch auf Staten Island, alle drei, vier Jahre, überquerten wir den Kill nie.

Staten Island konnte man ganz leicht erreichen. Man musste nur über die Bayonne Bridge fahren, aber wir besaßen kein Auto, und meine Eltern hatten beide keinen Führerschein. Man kam auch mit der Fähre rüber. Die Anlegestelle war nur wenige Blocks von den Projects entfernt, direkt neben Uncle Miltys Kirmespark.

Wenn man bei Ebbe über die ölverschmierten Uferfelsen balancierte und sich um den Zaun herumhangelte, kam man in eine geheime kleine Bucht mit einem Grasrücken, nicht von der Fähre und auch nicht von der Straße aus einzusehen. Ich ging gern dorthin, saß mit einem Schokoriegel im Gras über dem Wasser, las ein paar Comicheftchen und sah den Fähre zu, wie sie zwischen Bayonne und Staten Island hin und her schipperten.

Die Schiffe waren ständig unterwegs. Wenn das eine einlief, war das nächste schon auf dem Weg nach drüben, und man traf sich in der Mitte des Kanals. Die Schiffahrtslinie unterhielt drei Fähren, die Deneb, die Altair und die Vega. Viel von ihrer Magie war der Tatsache geschuldet, dass sie alle nach Sternen benannt waren. Obwohl es zwischen den drei Fähren meines Wissens keinen Unterschied gab, war mir die Altair am liebsten. Vielleicht hatte das etwas mit Alarm im Weltall zu tun.

Nach dem Abendessen war es in unserer Wohnung manchmal eng und laut, auch wenn nur meine Eltern, meine beiden Schwestern und ich da waren. Wenn Freunde zu Besuch kamen, war die Küche voller Zigarettenrauch, und alle quatschten durcheinander. Manchmal zog ich mich in mein Zimmer zurück und schloss die Tür. Manchmal blieb ich im Wohnzimmer und sah mit meinen Schwestern fern. Manchmal ging ich auch nach draußen.

Auf der anderen Seite der Straße waren Brady’s Dock und ein langer, schmaler Park, der sich entlang des Kill van Kull erstreckte. Dort saß ich oft auf einer Bank und sah die großen Schiffe vorbeifahren, oder ich legte mich auf den Rücken ins Gras und sah zu den Sternen hinauf, die noch viel weiter weg waren als die Lichter von Staten Island. Selbst in den wärmsten, dunstigsten Sommernächten zogen mich die Sterne in ihren Bann. Orion war das erste Sternbild, das ich kennenlernte. Ich starrte auf seine zwei hellen Sterne, Rigel blau und Beteigeuze rot, und fragte mich, ob da oben auch jemand war, der zu mir heruntersah.

Fans schreiben oft von einem „sense of wonder“ und streiten sich darüber, wie er zu definieren sei. Für mich ist der sense of wonder das Gefühl, das mich überkam, als ich im Gras neben dem Kill van Kull lag und über das Licht der fernen Sterne sinnierte. Sie ließen mich immer ganz groß und ganz klein erscheinen. Es machte mich sehr traurig, aber gleichzeitig fühlte ich mich seltsam berührt und auch ein bißchen erhaben.

Die Science Fiction kann mir dieses Gefühl ebenfalls geben.

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