Star Dreck XII: Babylon 5

Die Raumstation Babylon 5

Von Deep Roots (post-AdS)

Mit diesem zwölften Artikel der AdS-Reihe „Star Dreck“ schließt sich gewissermaßen ein Kreis, denn als ich mir vor gut sieben Jahren, irgendwann zwischen Ende 2009 und Anfang 2010, die SF-Serie „Babylon 5“, eine meiner Kultserien, wieder einmal angesehen habe (ich war ein „Fiver“, wie die Babylon-5-Äquivalente zu den „Trekkies“ sich nennen), sind mir darin erstmals einige der Propagandaelemente aufgefallen, die mir in weiterer Folge immer mehr bewußt wurden. Dies war für mich der Anstoß, die Serie Star Trek: Deep Space Nine ebenfalls noch einmal komplett durchzusehen und dabei bewußt auf NWO-Propaganda zu achten. Daraus entstand wiederum die Idee, einen Artikel mit dem Titel „Star Dreck“ zu schreiben, in dem antiweißer, antinationalistischer, rassenegalitärer, feministischer und männerfeindlicher Propagandadreck aufgezeigt werden sollte, der uns in Filmen und Fernsehserien als Schluckimpfung mit Stars als Impfköder verabreicht wird und wofür „Star Trek“ besonders exemplarisch ist – wovon sich der Titel ableitete. („Propagandadreck“ heißt nicht, daß die jeweiligen Filme und Serien von der Machart her Dreck sind.) Gemeinsam mit Kairos wurde das dann dahingehend weiterentwickelt, daß es eine in loser Abfolge erscheinende Artikelreihe unter dem Übertitel „Star Dreck“ werden sollte.

„Babylon 5“ ist eine Science-Fiction-Fernsehserie, die von Joseph Michael Straczynski entwickelt und von diesem gemeinsam mit dem jüdischen SF-Autor Harlan Ellison (der den Ruf hat, grob und streitlustig zu sein und auf dem Umschlag eines seiner Bücher als „die möglicherweise streitsüchtigste Person auf Erden“ bezeichnet wird) als „Conceptual Consultant“ zwischen 1993 und 1998 produziert wurde. Die Serienhandlung beginnt zehn Jahre nach dem Ende des interstellaren Krieges zwischen den Menschen und den Minbari und zentriert sich um die acht Kilometer lange Raumstation „Babylon 5“, die von der Erd-Allianz unter Beteiligung der Minbari, der Centauri-Republik und anderer außerirdischer Zivilisationen als neutraler Treffpunkt und Verhandlungsort für Diplomaten, Händler und Reisende und für die Förderung des Friedens in der Galaxis errichtet wurde und im Jahr 2557 in Betrieb geht.

Die Hauptpersonen von „Babylon 5“ in der ersten Staffel: sitzend Commander Jeffrey Sinclair (Michael O’Hare), dahinter stehend von links Sicherheitschef Michael Garibaldi (Jerry Doyle), Vizekommandantin Lieutenant Commander Susan Ivanova (Claudia Christian), Centauri-Botschafter Londo Mollari (Peter Jurasik), Minbari-Botschafterin Delenn (Mira Furlan), Stationstelepathin Talia Winters (Andrea Thompson), Narn-Botschafter G’Kar, Stationschefarzt Dr. Stephen Franklin (Richard Biggs).

Im Laufe der fünf Jahre, die von den Serienepisoden (neben denen es einschließlich des Pilotfilms noch sechs Fernsehfilme gab) dargestellt werden, spielen sich dramatische Entwicklungen ab: auf der Erde etabliert sich ein immer autoritärer agierendes Regime, von dem Babylon 5 sich schließlich lossagt, um bis zur Wiedereinsetzung einer legitimen Regierung als unabhängiger Staat zu agieren; die Narn, ein außerirdisches Volk, beginnen mit aggressiven Expansionsbestrebungen, um sich irgendwann an den Centauri rächen zu können, von denen sie früher lange besetzt gewesen waren, während der Centauri-Botschafter auf Babylon 5, Londo Mollari, seinerseits Schritte unternimmt, um die frühere imperiale Größe der Centauri-Republik, der er nachtrauert, wiederherzustellen. Und es stellt sich heraus, daß zwei der frühesten intelligenten Spezies, der legendären „Allerersten“, immer noch in der Galaxis verweilen und ihre alten Komplotte gegeneinander wieder aufnehmen: eine davon sind die Vorlonen, die mit ihrem Botschafter Kosh Naranek auf Babylon 5 vertreten sind und vorerst als die „Guten“ erscheinen, die anderen sind die sogenannten „Schatten“, die tausend Jahre zuvor von einer Koalition unter Führung der Vorlonen besiegt worden waren und nun zurückgekehrt sind und heimlich ihre finsteren Pläne betreiben, wofür sie auch Londo Mollari und andere führende Centauri sowie die neue Erdregierung manipulieren.

Die unheimlichen Spinnenschiffe der Schatten beim Angriff auf eine Raumbasis der Narn.

Insgesamt ist „Babylon 5“ weniger propagandageladen als die „Star Trek“-Serien, und die Dosierung der darin vorhandenen Propaganda variiert und ergibt auch nicht immer ein eindeutiges Bild, aber es ist dennoch nicht wenig davon drin.

Interrassische Paare

Interrassische Paare unter Menschen oder gar Interspezies-Beziehungen sind im Gegensatz zu „Star Trek“ die Ausnahme und auch meist nur vorübergehend. Da wären zum Beispiel Commander Jeffrey Sinclair und seine langjährige On/off-Freundin, die Weltraumprospektorin Catherine Sakai (gespielt von der Eurasierin Julia Nickson). Die beiden wollen am Schluß der ersten Staffel heiraten, woraus aber nichts wird, weil die Rolle von Jeff Sinclair wegen schwerer psychischer Probleme des Darstellers Michael O’Hare, der paranoide Wahnvorstellungen entwickelt hatte und mit seinen Kollegen nicht mehr klarkam, aus der Serie geschrieben und durch Captain John Sheridan (Bruce Boxleitner) ersetzt wurde.

Catherine Sakai (Julia Nickson) in „Die Macht des Geistes“

Allerdings war diese interrassische Beziehung nicht von Anfang so vorgesehen: im Pilotfilm „Die Zusammenkunft“ hatte Sinclair noch die weiße, rothaarige Frachtraumschiffeignerin Carolyn Sykes als Freundin, deren Darstellerin Blaire Baron diesen Part wegen eines anderen Engagements nicht für die Serie weiterspielen wollte, wodurch erst Julia Nickson in einer gleichartigen Rolle (vom Beruf bis hin zu den Anfangsbuchstaben der Namen!) als Ersatz zum Zug kam. Interessanterweise war ursprünglich geplant, daß Sinclairs Freundin später Z’ha’dum, die Heimatwelt der Schatten, entdeckt, weshalb sie auch ein eigenes Raumschiff haben mußte. Als Jeff Sinclair ab der zweiten Staffel durch John Sheridan (auch hier wieder Initialengleichheit) ersetzt wurde, konnte dessen Frau Anna nicht schon wieder eine selbständige Raumschiffeignerin sein, weshalb sie als Besatzungsmitglied des Forschungsschiffes Icarus nach Z’ha’dum flog und dort mit allen anderen verschwand.

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50 Jahre „Star Trek“: Eine Artikelübersicht zum Thema

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Von Lucifex (Originalartikel hier)

Heute vor 50 Jahren, am 8. September 1966, lief in den Vereinigten Staaten die allererste Serienepisode von Star Trek, „The Man Trap“ (deutsch: „Das Letzte seiner Art“) im amerikanischen Fernsehen, nachdem es zuvor zwei Pilotfilme gegeben hatte: „The Cage“ und „Where No Man Has Gone before“.

Aus diesem Anlass bringe ich heute eine Übersicht über verschiedene Artikel über „Star Trek“ oder Teilaspekte davon, samt den Links zu den vollständigen Artikeln:

Star Dreck VIIIa – Star Trek: Die Originalserie

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Von Deep Roots

Nun liegt er endlich vor – der Teil unserer Reihe „Star Dreck“, mit dessen Grundidee das Ganze überhaupt angefangen hat und von dem sich der Name der Artikelfolge ableitete (und es ist wegen des Umfangs ein Vierteiler geworden). Als ich mir ca. 2009 bis Anfang 2010 wieder einmal die Serie „Babylon 5“ angesehen hatte, sind mir darin mit meinem schon etwas geschärften nationalen Bewußtsein bereits die darin enthaltenen JNWO-Propagandaelemente aufgefallen, die ich früher noch nicht bemerkt hatte. Daraufhin habe ich mir die komplette Star-Trek-Serie „Deep Space Nine“, die mir von den modernen Serien des Trekiversums am besten gefallen hatte, noch einmal mit dem Vorsatz durchgeschaut, dabei von Anfang an bewußt auf solche Propaganda zu achten und Beobachtungen mitzunotieren. Daraus entstand zunächst die Idee, einen Artikel mit dem Titel „Star Dreck“ zu schreiben, in dem der multikulturalistische, antirassistische, antinationale, feministische und weißenfeindliche Propagandadreck, der uns in den Serien des Star-Trek-Franchise sowie in anderen Serien und Filmen mittels Stars als „Impfköder“ verabreicht wird, behandelt werden sollte. In einem Austausch darüber kamen Kairos und ich zu dem Schluß, daß es aufgrund des stofflichen Umfangs besser wäre, eine in loser Folge erscheinende Artikelreihe mit diesem Sammeltitel zu machen, deren Beiträge einzelnen Serien, Filmen oder Unterthemen gewidmet sein sollten.

Nach der „Deep Space Nine“-Retrospektive nahm ich mir in gleicher Weise die Originalserie „Raumschiff Enterprise“ vor, die in meiner Jugendzeit eine meiner vorrangigsten Kultserien gewesen war. Daß sie mich damals so beeindruckt hatte, lag unter anderem auch daran, daß sie zu jener Zeit noch beinahe zeitgenössisch war und neben Gerry Andersons später entstandener Serie UFO von der Machart her den Maßstab in Sachen Science-Fiction-Serien darstellte. Etwas in dieser Dimension Angelegtes gab es damals und noch eine ganze Weile danach nicht.

Vor dem Wiederansehen hatte ich noch erwartet, daß „Raumschiff Enterprise“ propagandistisch bloß ein milder Vorläufer späterer Serien wie „Die nächste Generation“ und „Deep Space Nine“ gewesen sei, aber mit meiner inzwischen erlangten „Hexensicht“ bezüglich der NWO-Agenda stellte ich schnell fest, daß auch hier bereits ordentlich Propaganda verabreicht worden war, wenn auch dem angepaßt, was man damals dem Publikum zumuten konnte. Wenn man bedenkt, daß die drei Staffeln des ursprünglichen „Star Trek“ in den Jahren 1966 bis 1969 veröffentlicht wurden – also großteils noch in der Prä-68er-Ära -, dann erkennt man, wie revolutionär diese Serie zu ihrer Zeit war.

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Star Dreck VIIIb – Star Trek: Die nächste Generation

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Von Deep Roots

Nach dem ersten Teil dieses Vierteilers, Star Dreck VIIIa – Star Trek: Die Originalserie, folgt hier der zweite, der sich hauptsächlich mit der 1987 gestarteten ersten Nachfolgeserie „Star Trek: The Next Generation“ befaßt, deren deutsche Fassung unter dem Titel „Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert“ lief. TNG kann ich nicht so ausführlich behandeln wie ST-TOS und DS9, weil ich seinerzeit zwar die meisten Episoden gesehen habe, jedoch die Serie nicht auf DVD besitze, sodaß ich keine Retrospektive durchführen konnte.

Ein alle Serien übergreifender Punkt ist, daß es bei den Kommandanten eine Entwicklung von dem, was das zunächst nur amerikanische Publikum Mitte der 1960er erwartet hatte, hin zu immer mehr Diversity gegeben hat: Stand die alte Enterprise mit James T. Kirk noch unter dem Befehl eines scheinbar weißen Amerikaners, so war es bei der neuen ein Franzose, Jean-Luc Picard. Die Raumstation Deep Space Nine wurde bereits vom Afroamerikaner Benjamin Sisko kommandiert, und die Kommandantin der USS Voyager war eine (immer noch weiße) Frau, Captain Kathryn Janeway.

Was in den Nachfolgeserien schon ab „Das nächste Jahrhundert“ auffällt, ist die gegenüber der Originalserie deutlich höhere Wertigkeit der Machart, die durch das dank der inzwischen großen Popularität des Trek-Franchise viel höhere Budget möglich wurde. Bei ST-TOS standen pro Episode nur 500 Dollar für Set-Dekorationen zur Verfügung, wofür man laut Set-Dekorateur John Dwyer nur zwei Stühle herrichten oder drei Handrequisiten bauen konnte, was zu den bekannten Styroporfelsen und den Höhlengängen führte, die nach genau den zerknitterten Alufolien aussahen, aus denen sie auch gemacht waren. Dagegen konnte die Ausstattung für die neuen Serien viel aufwendiger und besser gemacht werden, einschließlich der Raumschiffmodelle, auf die man bei Paramount noch bis mindestens „Deep Space Nine“ anstelle von CGI-Raumschiffen setzte, und die Weltraumszenen konnte man mit neuester computergesteuerter Kameratechnik filmen und mit CGI-Effekten aufbessern. Auch die Masken der außerirdischen Wesen gingen nun meist weit über bloße Schminkeffekte und seltsame Frisuren hinaus. Die Klingonen und Romulaner hatten ein neues Erscheinungsbild, das zwar einen Kontinuitätsbruch gegenüber der Originalserie mit sich brachte, den der Klingone Worf in der DS9-Folge „Immer die Last mit den Tribbles“ mit der knappen Aussage „Wir reden nicht gern drüber“ kommentierte, sie aber viel mehr nach wirklichen Fremdwesen aussehen ließ. Und das im Vergleich zu früher deutlich höhere schauspielerische Niveau wird ebenfalls von dem weggefallenen Sparzwang profitiert haben, weil man jede einzelne Einstellung gründlicher vorbereiten und öfter drehen konnte, bis sie paßte. Zuletzt meine ich auch, daß es in TNG und DS9 kaum so albern-käsige Füllfolgen wie in der alten Serie gab (z. B. „Das Spukschloß im Weltraum“ oder „Landurlaub“, wobei letzteres wenigstens hübsche Frauen bot).

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Star Trek: Beyond

Star Trek Beyond

Von Trevor Lynch (Greg Johnson) (Original: Star Trek: Beyond, erschienen am 24. August 2016 auf Counter-Currents Publishing. Übersetzung: Lichtschwert

Ich habe eine Menge Star Trek auf der Leinwand und auf dem Bildschirm gesehen, und aus der Perspektive des mittleren Alters erscheint es als eine schreckliche Zeitverschwendung. Kürzlich sah ich mir eine Anzahl von Episoden der Originalserie an, die ich seit der Kindheit nicht mehr gesehen hatte, und fand sie recht grindig und oft lächerlich. Meine Gefühle über die ursprüngliche Darstellerriege kamen an die Oberfläche, als ich Walter Koenig in einer Episode von Babylon 5 auftreten sah (ja, es war schauderhaft, aber ich gab ihm eine Chance!) und herausplatzte: „Die Science Fiction wird nicht sicher sein, bis all diese Leute tot sind.“

Ja, mir gefiel Die nächste Generation ab Staffel Drei. Aber meine Lieblingsserie war Voyager. Trotz der lächerlich politkorrekten Besetzung hatte Voyager einfach exzellente Geschichten. Ich fand die Borg, die in beiden Serien stark vorkamen, als eine der fantasievollsten Schöpfungen des Star-Trek-Universums. Deep Space Nine war einen einzelnen Durchlauf wert, aber Enterprise war eine große Enttäuschung, obwohl der Handlungsbogen der dritten Staffel interessant war. Ich bezweifle, daß ich mir die Mühe machen werde, eine neue Serie anzusehen, sollte eine herauskommen.

Was die Filme betrifft, so war das Beste des ersten Films Jerry Goldsmiths wunderbare Musik. Nur Der Zorn des Khan und Auf der Suche nach Mr. Spock sehen nach mehr als aufgefetteten Fernsehepisoden aus. Der vierte und der fünfte Film waren lächerlich. Keiner der Next-Generation-Filme machte viel Eindruck. Tatsächlich denke ich, daß ich einen oder zwei davon gänzlich ausgelassen habe. Dann kam Jar Jar Abrams‘ inkompetenter Leinwand-Reboot der Originalserie, einschließlich seines völlig unnötigen Remakes von Der Zorn des Khan. Und nun haben wir den dreizehnten Film in dem Franchise, Star Trek: Beyond, mit dem chinesischen Regisseur Justin Lin am Ruder.

Beyond ist der visuell eindrucksvollste Star-Trek-Film aller Zeiten. Aber das blendende Spektakel unterstreicht nur die Hohlheit der Handlung. Der Schurke, Krall, ist ein Sternenflottencaptain, der hundert Jahre lang auf einem Wüstenplaneten festsaß und aus irgendeinem Grund die Gestalt eines Außerirdischen angenommen hat und sich dann genauso unerklärlich in einen Menschen zurückverwandelt.

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Roots: Die Vorgeschichte

Africa and Africans in the Making of the Atlantic World

Von Penelope Thornton, übersetzt von Deep Roots. Das Original Roots: The Prequel erschien am 7. September 2010 im Occidental Observer.

„Roots“ kam 1977 heraus. Der  Fernsehfilm erzählte die Geschichte des nun berühmten Afrikaners Kunta Kinte, der von weißen Männern gefangen und versklavt und nach Amerika gebracht wurde, wo er als Sklave lebte. Er wird gefangen, während er draußen im Wald ist, wo er einen passenden Baumstamm sucht, um daraus eine Trommel für seinen jüngeren Bruder zu machen. Er ist frei und glücklich und hat gerade seine Ausbildung zum Mann abgeschlossen. „Roots“ wurde ein Klassiker. Man könnte sogar sagen, daß er das Verständnis der amerikanischen Öffentlichkeit von der Sklaverei definierte.

Der Film deutet schon an, daß es afrikanische „Verräter” gab, die ihre Mit-Afrikaner in die Sklaverei verkauften, vermutlich eine eigentümlich weiße Institution. Jedoch stellen neuere Forschungen diese beschränkte Sicht in Frage.

Wie diese Wissenschaftler es sehen, war die Sklaverei in der afrikanischen Gesellschaft heimisch und weit verbreitet, wie es natürlich auch ein Handel mit Sklaven war. Die demographische Auswirkung war, wenn auch bedeutend, lokal und schwer von den Verlusten durch interne Kriege und den Sklavenhandel auf dem heimischen afrikanischen Markt zu trennen. Jedenfalls erlitten die Entscheidungsträger, die den Handel fortbestehen ließen, ob sie nun Händler oder politische Führer waren, nicht die größeren Verluste und waren in der Lage, ihre Operationen aufrechtzuerhalten. Folglich braucht man nicht zu akzeptieren, daß sie gegen ihren Willen zur Teilnahme gezwungen wurden oder die Entscheidungen in irrationaler Weise trafen.

Dieses Zitat stammt aus dem Buch Africa and Africans in the Making of the Atlantic World, 1400–1800 von Prof. John Thornton. Es wurde 1992 von der Cambridge University Press veröffentlicht.

Das Buch erklärt weiters, daß im Unterschied zum europäischen Konzept von Land als Reichtum auf dem afrikanischen Kontinent Menschen die Form des Reichtums waren.

Die Sklaverei war im atlantischen Afrika weit verbreitet, weil Sklaven die einzige Form von privatem, Einkommen produzierendem Eigentum waren, die im afrikanischen Recht anerkannt wurde. Im Gegensatz dazu war in europäischen Rechtssystemen Land die hauptsächliche Form von Einkommen produzierendem Eigentum, und die Sklaverei war relativ unbedeutend…

Daher war es das Fehlen von privatem Landeigentum – oder, um genauer zu sein, es war der Gemeinschaftsbesitz von Land – der die Sklaverei zu solch einem beherrschenden Aspekt der afrikanischen Gesellschaft machte. ….

Eine häufige Art, das afrikanische Recht mit dem Konzept zu vereinbaren, daß Landbesitz ein natürlicher und wesentlicher Teil der Zivilisation sei, war, afrikanisches Land in Afrika als im Besitz des Königs befindlich zu bezeichnen (als Stellvertreter für den Gemeinschaftsbesitz durch den Staat).

Und die Nutzung von Sklaven war kein seltener oder nebensächlicher Teil der afrikanischen Gesellschaft. Dieser Text, der sich auf den Kongo bezieht, wies darauf hin, daß Steuern vom „Oberhaupt“ eingehoben wurden. Und in Benin wurde die gesamte Bevölkerung als „Sklaven des Königs“ betrachtet.

In Afrika wurden Menschen anstelle von Land besteuert. In einer der Szenen von „Roots“ wird klargemacht, daß Kunta Kinte eine Frau liebt, die auf der Überfahrt in die Kolonien vergewaltigt worden ist. Aber das Konkubinat oder der Gebrauch versklavter Frauen für den Sex begannen nicht im neuen Land. Der Film zeigt das Dorfleben in Afrika in idyllischer Weise, aber es gab andere Realitäten.

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Fiktive schwarze Helden: Star Trek

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Von Hunter Wallace, übersetzt von Deep Roots.

Das Original Black Fictional Heroes: Star Trek erschien am 23. Mai 2011 im Occidental Dissent.

 

Ich arbeite mich durch „Hollywood in Blackface“ und sollte meine Rezension bis Ende der Woche fertig haben.

In der Zwischenzeit möchte ich die Aufmerksamkeit kurz auf vier wichtige fiktive Helden lenken, die in dem Buch nicht erwähnt werden: Captain Benjamin Sisko, Lieutenant Commander Geordi La Forge, Commander Tuvok und Emory Erickson aus „Star Trek“.

Das Thema von „Hollywood in Blackface“ ist, daß Schwarze in Fernsehserien und Filmen routinemäßig in Rollen besetzt werden, die keine Entsprechung zur Wirklichkeit haben. Denken Sie an Omar Epps als Neurologe in „Dr. House“ oder Will Smith, der in „Independence Day“ der beste Jägerpilot der Welt ist.

„Star Trek“ hat Schwarze hochgejubelt, seit Captain Kirk 1968 Lieutenant Uhura küßte und damit die Farbengrenze im Fernsehen durchbrach. Hier sind die vier wichtigsten Afroamerikaner im fiktiven „Star Trek“-Universum:

Captain Benjamin Sisko aus „Star Trek: Deep Space Nine“

Captain Benjamin Sisko aus „Star Trek: Deep Space Nine“

1) Captain Benjamin Sisko: In „Star Trek: Deep Space Nine“, das von 1993 bis 1999 gesendet wurde, ist Captain Benjamin Sisko der zentrale Charakter und Kommandant der Raumstation Deep Space Nine, die an ein Wurmloch grenzt, welches in einen anderen Sektor der Milchstraßengalaxie führt.

Ein Imperium feindseliger Außerirdischer, genannt „das Dominion“ lebt auf der anderen Seite des Wurmlochs. Als „Abgesandter der Propheten“ ist Captain Sisko eine göttliche Gestalt für das weiße Volk der Bajoraner, interagiert routinemäßig mit den bajoranischen Göttern und rettet die Menschheit und die gesamte Galaxis vor den bösen Formwandlern und ihren drogensüchtigen reptilischen Soldaten, als diese eine Invasion des Alpha-Quadranten starten.

Lieutenant Commander Geordi LaForge aus „Star Trek: Das nächste Jahrhundert“

Lieutenant Commander Geordi LaForge aus „Star Trek: Das nächste Jahrhundert“

2) Lieutenant Commander Geordi LaForge: In „Star Trek: Das nächste Jahrhundert“, das von 1987 bis 1994 gesendet wurde und die Grundlage für vier „Star Trek“-Filme war, ist Lieutenant Commander Geordi LaForge der Chefingenieur des Raumschiffes Enterprise.

In „Star Trek: Der erste Kontakt“ reisen LaForge und die Enterprise-E in der Zeit zurück ins 21. Jahrhundert, um die Borg daran zu hindern, den ersten Warp-Raumflug der Menschheit zu verhindern.

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Star Dreck VIIId – Star Trek: Deep Space Nine, Teil 2: Jüdische Selbstdarstellungen

Von Deep Roots

Bisher von diesem Vierteiler erschienene Fortsetzungen:

Star Dreck VIIIa – Star Trek: Die Originalserie
Star Dreck VIIIb – Star Trek: Die nächste Generation
Star Dreck VIIIc – Star Trek: Deep Space Nine, Teil 1: Interstellare NWO

Im bisher letzten Teil hatte ich anklingen lassen, daß ich mich zum Schluß mit den jüdischen Selbstdarstellungen in „Deep Space Nine“ befassen würde. Von diesen gibt es in der Serie sogar vier Sorten, und das sind:

1. Die Bajoraner

Stadtpanorama auf Bajor.

Stadtpanorama auf Bajor.

Es ist ja die Vermutung geäußert worden, daß mit den Bajoranern die Polen gemeint seien, aber das halte ich für ausgeschlossen. Hier ist ja einem einzelnen Planetenvolk mit seiner Geschichte und Kultur eine wesentliche, über alle sieben Staffeln einer ganzen Trek-Serie reichende Rolle gegeben worden, und das würden Juden nie für ein nichtjüdisches oder gar europäisches Volk tun.

Wie in Teil 3/VIIIc bereits erläutert, sollen die Bajoraner auf einer Ebene ein vorerst noch unabhängiges Volk darstellen, das sich trotz anfänglicher Ablehnung ihres patriotisch-nationalistischen Teils, verkörpert durch Major Kira, zur Aufgabe der gerade erst errungenen Souveränität zugunsten einer Mitgliedschaft in einer supranationalen, multikulturellen Föderation durchringt und ähnlich patriotische Zuseher auf diesem Sinneswandel mitnimmt. Dieser Teil ist Propaganda, der sich an Weiße und andere nichtjüdische Völker richtet, die in einem künftigen Eine-Welt-Superstaat aufzugehen bereit sein sollen.

Auf einer anderen Ebene, die wohl für ein jüdisches Publikum gedacht ist und für Nichtjuden gar nicht so offensichtlich zu sein braucht, verkörpern die Bajoraner die Juden, und zwar als „Holocaust-Opfer“ und als Entsprechung zum jungen Israel. Bajor wird auch sehr positiv dargestellt: es ist eine der ältesten Kulturen des Alpha-Quadranten, und schon im 16. Jahrhundert unserer Zeitrechnung betrieben die Bajoraner Raumfahrt und schickten erstmals ein Raumfahrzeug aus ihrem Sonnensystem hinaus. Ihre Religion ist diejenige im Trek-Universum, die von den Autoren am ernstesten genommen wird, wobei aber deren fanatischer Zweig um Kai Winn Adami wiederum Weiße an fanatische christliche Sekten und Orden denken lassen soll (daneben vielleicht judenintern auch an verbohrte orthodoxe Sekten im Judentum).

Eine Parallele zum Judentum und vor allem zu Israel ist auch, daß die Bajoraner sehr zerstritten sind, auch hinsichtlich der Frage, ob die Beibehaltung der Unabhängigkeit (Zionismus) oder ein Beitritt zur Föderation (Diaspora) vorzuziehen sei. Dies kommt auch im Pilotfilm zum Ausdruck, wo es heißt, daß die Religion das einzige sei, was die Bajoraner noch zusammenhält. Noch deutlicher wird dieser Punkt in der Folge „Die Legende von Dal’Rok“, in der Bashir und O’Brien ein bajoranisches Dorf aufsuchen, um dessen todkranken religiösen Führer, genannt Sirah, zu behandeln. Dessen wichtigste Aufgabe ist die rituelle Vertreibung des Dal’Rok, eines weißen wolkenförmigen Gebildes, das Blitze schleudern kann und jedes Jahr zur Erntezeit am nächtlichen Himmel über dem Dorf erscheint, um es anzugreifen.

Bajoranischer „Rabbi“: der alte Sirah und das Wolkenmonster Dal’Rok.

Bajoranischer „Rabbi“: der alte Sirah und das Wolkenmonster Dal’Rok.

Der alte Sirah stirbt und überträgt sein Amt O’Brien, da er seinen einheimischen Schüler für einen Versager hält. O’Brien ist allein nicht in der Lage, das Dal’Rok zu vertreiben, aber gemeinsam mit dem jungen Sirah-Schüler, der nun in seine Rolle hineinwächst, schafft er es.
Dabei erfahren O’Brien und Bashir auch, was es mit dem Dal’Rok auf sich hat: Vor vielen Jahren war das Dorf in Gefahr, durch Hass, Neid und Mißtrauen unter seinen Bewohnern zerstört zu werden. Mittels eines Splitters von einem der heiligen Drehkörper der Wurmloch-Propheten erzeugte er alljährlich das Dal’Rok, eine Manifestation der bösen Gedanken der Dorfbewohner, die er in einer gemeinsamen Beschwörung zur Vertreibung des Wolkenmonsters inspiriert. Dabei feuert er sie an, ihm in Sprechchören nachzusagen: „Das Dorf ist stark! Viel stärker, als das Dal’Rok sich vorstellen kann! Mit unserer Stärke und Einigkeit werden wir das Dal’Rok endgültig verjagen. Das Dorf ist stark! Viel mächtiger als das Dal’Rok! (etc.)“. Diese äußere Bedrohung, von deren künstlicher Heraufbeschwörung die Dörfler nichts wissen, mitsamt dem gemeinsamen Vertreibungsritual stellt die Einigkeit im Dorf wieder für ein Jahr her.

Hier haben wir schon eine sehr auffallende Parallele zu den Juden, die es, wie ich schon in diesem Kommentar geschrieben habe, aufgrund ihrer Mentalität schon gar nicht mehr auf Dauer miteinander in einem unverdünnten Ethnostaat aushalten, und die auch in der Diaspora zur Festigung ihres Zusammenhalts eine äußere Bedrohung, und sei es nur eine erfundene, benötigen.
Der Sirah ist also der Rabbi der Bajoraner, und das Dal’Rok entspricht also in Israel den Arabern und allgemeiner betrachtet den Goyim, dem Dritten Reich oder auch Amalek.

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Star Dreck VIIIc – Star Trek: Deep Space Nine, Teil 1: Interstellare NWO

Raumstation „Deep Space Nine“ über Bajor.

Raumstation „Deep Space Nine“ über Bajor.

Von Deep Roots

Bisher von diesem Vierteiler erschienene Fortsetzungen:

Star Dreck VIIIa – Star Trek: Die Originalserie
Star Dreck VIIIb – Star Trek: Die nächste Generation

Der dritte Teil meines Vierteilers über „Star Trek“ befaßt sich mit der Serie „Star Trek: Deep Space Nine“, die mir – rein NWO-blind betrachtet – von allen am besten gefallen hat. Dies lag an der höheren schauspielerischen Qualität, der mit TNG mindestens vergleichbaren optischen Präsentation, der härteren, düstereren, vom gewohnten Star-Trek-Eiapopeia abweichenden Ausrichtung der Geschichten und den für Star Trek und überhaupt für SF-Serien damals neuen langfristigen Handlungssträngen. Letzteres wurde gerade durch die mit Skepsis bedachte Tatsache erleichtert, daß die Serie eine Raumstation anstelle eines Raumschiffs als Handlungszentrum hatte, wodurch eine ausführliche, wiederkehrende Befassung mit den Geschehnissen eines bestimmten Raumsektors möglich wurde. Die Befürchtung, wegen der Raumstation würde es einen hohen Anteil von „bottle shows“ geben, wie schon bei der Originalserie Episoden genannt wurden, wo sie das Schiff nie verließen, wodurch das Ganze langweilig werden würde, erwies sich als unbegründet. Denn der nahe Planet Bajor bot immer wieder Gelegenheit zu dort angesiedelten Folgen, die mit Warpantrieb ausgestatteten stationseigenen Raumfähren und später auch das Kampfschiff Defiant ermöglichten den Charakteren interstellare Unternehmungen, und durch das gleich zu Anfang im bajoranischen System entdeckte stabile Wurmloch konnte die Handlung auch in einen fernen Quadranten der Galaxis ausgreifen beziehungsweise von dort beeinflußt werden. All das förderte aber auch das Ausmaß, in dem man als Zuschauer die mit verabreichte Propaganda unkritisch aufnahm, während man von dem Dargebotenen in den Bann gezogen wurde.

Die Handlung von „Deep Space Nine“ setzt ab der Spätphase von „Die nächste Generation“ ein: Nachdem die Cardassianer ihre Besetzung des Planeten Bajor aufgegeben haben und abgezogen sind, gerät ihre dort befindliche Raumstation Terok Nor in den Besitz der unabhängig gewordenen Bajoraner. Deren provisorische Regierung weiß, daß sie den Schutz der Föderation gegen die Cardassianer braucht, und strebt eine Mitgliedschaft in der Föderation an, die ihrerseits an einer Aufnahme Bajors interessiert ist. Dieses unterstellt Terok Nor der Leitung der Sternenflotte, die die Station fortan als „Deep Space 9“ mit einer gemischten, aus bajoranischem und Sternenflottenpersonal unter Führung des schwarzen Commanders Benjamin Sisko betreibt, dem als Erster Offizier und Militärattaché die Bajoranerin Major Kira Nerys zur Seite steht.

Der Führungsstab von Deep Space Nine: vorn links Wissenschaftsoffizier Lt. Jadzia Dax, dahinter Major Kira Nerys, Commander Benjamin Sisko, Stationsarzt Dr. Julian Bashir, Sicherheitschef Odo, Chefingenieur Chief Petty Officer Miles O’Brien; vorne noch Siskos Sohn Jake und der Ferengi Quark, der auf der Station eine Bar betreibt.

Der Führungsstab von Deep Space Nine: vorn links Wissenschaftsoffizier Lt. Jadzia Dax, dahinter Major Kira Nerys, Commander Benjamin Sisko, Stationsarzt Dr. Julian Bashir, Sicherheitschef Odo, Chefingenieur Chief Petty Officer Miles O’Brien; vorne noch Siskos Sohn Jake und der Ferengi Quark, der auf der Station eine Bar betreibt.

Schon im Pilotfilm „Der Abgesandte“ wird im bajoranischen Sonnensystem ein stabiles Wurmloch entdeckt, das den Alpha-Quadranten der Galaxis mit dem 70.000 Lichtjahre entfernten Gammaquadranten verbindet und von geheimnisvollen Wesen geschaffen wurde, die darin leben und von den Bajoranern als „die Propheten“ verehrt werden. Dieses Wurmloch wertet die Bedeutung Bajors stark auf, und zu seiner Überwachung wird Deep Space 9 aus dem Orbit um Bajor in seine Nähe verlegt. Mit der Zeit stellt sich heraus, daß die bewohnten Welten des Gammaquadranten einem seit zehntausend Jahren bestehenden Imperium angehören, dem Dominion, das von einer geheimnisvollen Hintergrundmacht, den „Gründern“ geschaffen wurde. Diese zurückgezogen lebenden Wesen, die kaum ein Untertan des Dominion je gesehen hat, bedienen sich einer ursprünglich affenähnlichen und von den Gründern genetisch aufgewerteten und ihnen ergebenen humanoiden Spezies von Klonen, der Vorta, zur Verwaltung ihres Imperiums, und schaffen eine genetisch konstruierte Kriegerspezies, die Jem’Hadar, die unter der direkten Führung der Vorta Eroberungskriege führen und die Autorität der „Gründer“ im Dominion durchsetzen. Beiden Spezies sind Gehorsam und Ehrfurcht gegenüber den Gründern, die für sie gottähnliche Wesen sind, genetisch einprogrammiert. Im Verlauf der Handlung findet man heraus, daß der Sicherheitschef von Deep Space 9, der Formwandler Odo, einer dieser Gründer ist, ohne es zu wissen.

Die Vorta-Frau Kilana und ihre Jem’Hadar-Krieger in „Das Schiff“.

Die Vorta-Frau Kilana und ihre Jem’Hadar-Krieger in „Das Schiff“.

Auf die zunehmenden Einflüge der Föderation und anderer Mächte des Alpha-Quadranten durch das Wurmloch in den Gamma-Quadranten reagiert das Dominion immer aggressiver, bis aus einem Kalten Krieg ein offener Krieg zwischen dem Dominion und einer Allianz zwischen der Föderation, den Klingonen und Romulanern wird.

Rassenbeziehungen auf Deep Space Nine

Commander Sisko, Dr. Bashir (hinten), Chief O’Brien, Major Kira und Lieutenant Dax.

Commander Sisko, Dr. Bashir (hinten), Chief O’Brien, Major Kira und Lieutenant Dax.

Ganz rasseblind betrachtet hat Commander (später Captain) Benjamin Sisko (Avery Brooks) mich von allen Kommandanten in Star Trek am meisten beeindruckt: er tritt respektgebietender als Kirk und Picard oder gar Janeway auf, behandelt seine Untergebenen aber ebenfalls respektvoll, hat Herz und Humor, ist tapfer, handelt unkonventionell, wenn es die Situation erfordert, und weiß sich gegenüber Vorgesetzten und Feinden durchzusetzen. Wie schon bei US-Präsident Palmer in der Serie „24“ (siehe meinen Artikel Star Dreck IV: Hollywoods Helden) ist es kein Zufall, daß ausgerechnet ein „Afroamerikaner“ in dieser vorteilhaften Weise als Führungspersönlichkeit präsentiert wird.

Zusätzliche „Numinosität“ erhält Sisko auch dadurch, daß er bei seinem Entdeckungsflug durch das Wurmloch von den darin wohnenden quasi-göttlichen Wesen zu ihrem Abgesandten (daher der Titel des Pilotfilms) erwählt wird, wodurch er bei den Bajoranern den Status einer lang erwarteten, religiös aufgeladenen Heilsgestalt erlangt.

Wenn man sich dagegen den ranghöchsten weißen Erdenmann auf DS9, Chief Miles O’Brien (Colm Meaney), ansieht, so fällt auf, daß er ausschließlich nichtweiße Erdenmänner und außerirdische Frauen über sich hat: den schwarzen Kommandanten Sisko, die Bajoranerin Kira (Nana Visitor) als dessen Stellvertreterin, den Araber Dr. Bashir (Siddig el Fadil) als Stationsarzt und die Trill-Frau Lieutenant Dax (Terry Farrell) als Wissenschaftsoffizier, wobei die beiden letzteren allein schon aufgrund ihres Offiziersranges über ihm stehen. Falls man den Sicherheitschef Odo (René Auberjonois) in der Führungshierarchie über ihm einordnet, so hat O’Brien auch mit diesem einen Nichtmenschen über sich. Dies ähnelt der Situation in „Star Trek: Voyager“, wo der ranghöchste weiße Erdenmann, Lieutenant Junior Grade Thomas Paris, folgende Personen in der Hierarchie über sich hat: Captain Janeway (weiße Frau), Commander Chakotay (Indianer), Lt. Commander Tuvok (schwarzer Vulkanier, Sicherheitsoffizier und 1. Taktischer Offizier), Chefingenieurin Lieutenant B’Elanna Torres (farbige Halbklingonin). Aber das setzt sich ja bis ganz an die Spitze der Föderation fort, wo diese hässliche Kreatur ganz im Sinne des Diversitytrainings für das heutige Fernsehpublikum als Präsident das Oberhaupt aller Föderationsbürger – also auch aller Menschen – ist:

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Star Dreck VIIIb – Star Trek: Die nächste Generation

Die Enterprise D in der Umlaufbahn um die Vergnügungswelt Risa

Die Enterprise D in der Umlaufbahn um die Vergnügungswelt Risa

Von Deep Roots

Nach dem ersten Teil dieser Trilogie, Star Dreck VIIIa – Star Trek: Die Originalserie, folgt hier der zweite, der sich hauptsächlich mit der 1987 gestarteten ersten Nachfolgeserie „Star Trek: The Next Generation“ befaßt, deren deutsche Fassung unter dem Titel „Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert“ lief. TNG kann ich nicht so ausführlich behandeln wie ST-TOS und DS9, weil ich seinerzeit zwar die meisten Episoden gesehen habe, jedoch die Serie nicht auf DVD besitze, sodaß ich keine Retrospektive durchführen konnte.

Ein alle Serien übergreifender Punkt ist, daß es bei den Kommandanten eine Entwicklung von dem, was das zunächst nur amerikanische Publikum Mitte der 1960er erwartet hatte, hin zu immer mehr Diversity gegeben hat: Stand die alte Enterprise-C mit James T. Kirk noch unter dem Befehl eines scheinbar weißen Amerikaners, so war es bei der neuen ein Franzose, Jean-Luc Picard. Die Raumstation Deep Space Nine wurde bereits vom Afroamerikaner Benjamin Sisko kommandiert, und die Kommandantin der USS Voyager war eine (immer noch weiße) Frau, Captain Kathryn Janeway.

Was in den Nachfolgeserien schon ab „Das nächste Jahrhundert“ auffällt, ist die gegenüber der Originalserie deutlich höhere Wertigkeit der Machart, die durch das dank der inzwischen großen Popularität des Trek-Franchise viel höhere Budget möglich wurde. Bei ST-TOS standen pro Episode nur 500 Dollar für Set-Dekorationen zur Verfügung, wofür man laut Set-Dekorateur John Dwyer nur zwei Stühle herrichten oder drei Handrequisiten bauen konnte, was zu den bekannten Styroporfelsen und den Höhlengängen führte, die nach genau den zerknitterten Alufolien aussahen, aus denen sie auch gemacht waren. Dagegen konnte die Ausstattung für die neuen Serien viel aufwendiger und besser gemacht werden, einschließlich der Raumschiffmodelle, auf die man bei Paramount noch bis mindestens „Deep Space Nine“ anstelle von CGI-Raumschiffen setzte, und die Weltraumszenen konnte man mit neuester computergesteuerter Kameratechnik filmen und mit CGI-Effekten aufbessern. Auch die Masken der außerirdischen Wesen gingen nun meist weit über bloße Schminkeffekte und seltsame Frisuren hinaus. Die Klingonen und Romulaner hatten ein neues Erscheinungsbild, das zwar einen Kontinuitätsbruch gegenüber der Originalserie mit sich brachte, den der Klingone Worf in der DS9-Folge „Immer die Last mit den Tribbles“ mit der knappen Aussage „Wir reden nicht gern drüber“ kommentierte, sie aber viel mehr nach wirklichen Fremdwesen aussehen ließ. Und das im Vergleich zu früher deutlich höhere schauspielerische Niveau wird ebenfalls von dem weggefallenen Sparzwang profitiert haben, weil man jede einzelne Einstellung gründlicher vorbereiten und öfter drehen konnte, bis sie paßte. Zuletzt meine ich auch, daß es in TNG und DS9 kaum so albern-käsige Füllfolgen wie in der alten Serie gab (z. B. „Das Spukschloß im Weltraum“ oder „Landurlaub“, wobei letzteres wenigstens hübsche Frauen bot).

Alles zusammen hat nicht nur den Unterhaltungswert für die Zuschauer gesteigert, sondern auch die Eingängigkeit der mitgelieferten Propaganda, denn je mehr einen das Geschehen auf dem Bildschirm in den Bann zieht, desto leichter nimmt man die enthaltenen Botschaften auf, ohne sie als Propaganda zu erkennen. Diesen Effekt hat Graham Dawson (Archonix) in seinem Kommentar zu Fjordmans Avatar: der neueste anti-westliche Film aus Hollywood so beschrieben:

Eine Person, besonders wenn sie nicht darauf trainiert ist, das was sie sieht, mit wenigstens ein bißchen leidenschaftsloser Skepsis zu betrachten, kann Ideen absorbieren, indem sie einfach passiv Filme oder Fernsehsendungen ansieht.

Wahrer als du begreifst. Als ich mein Grundstudium machte, enthielt ein Teil den Kurses über Medienanalyse Informationen darüber, wie das Gehirn auf Film und Fernsehen im Vergleich zu anderen Medienformen reagiert. Besonders Film und Fernsehen erzeugen beim Zuseher einen sehr passiven Zustand. Die Kombination des hypnotischen Effekts eines schnellen Stroboskoplichts mit dem allgemein passiven Zustand, den der Zuschauer einnehmen muß, um in das Stück einzutauchen, erzeugen zusammen einen unglaublich beeinflußbaren Geisteszustand, in dem Ideen vom Zuschauer viel leichter als in irgendeiner anderen Situation absorbiert werden. Er ist mit der hypnotischen Suggestion verwandt. Besonders der Film ist in dieser Hinsicht immens machtvoll, da der Maßstab und die überwältigende Macht eines Films in einem Kino jede natürliche Verteidigung gegen die Ideen hinwegfegen, die einem vorgesetzt werden.

C.S. Lewis hätte dies als den Unterschied zwischen dem Betrachten eines bestimmten Dinges und des sich daran Erfreuens beschrieben, den er in „Medition in a Toolshed” umrissen hat, wo er das Betrachten und das Erfreuen anhand eines Lichtstrahls verglich, der durch einen Türspalt leuchtet. Betrachtung ist, wenn man den Lichtstrahl von außen ansieht, im Dunkel des Schuppens, die Staubteilchen sieht, die darin funkeln, und sehen kann, daß es ein Lichtstrahl ist, wohin er fällt und in welchem Winkel. Das Erfreuen entspricht dem, daß man entlang des Strahls schaut, sodaß man nicht länger sehen kann, daß es ein Lichtstrahl ist, sondern total darin eingetaucht ist; entlang des Strahls sieht man Himmel, Wolken, einen Baumwipfel. Man betrachtet den Lichtstrahl nicht mehr, sondern „genießt” ihn.

Sich einen Film von außen anzusehen, die Handlung zu lesen und die darin enthaltenen Ideen zu untersuchen, produziert einen betrachtenden Effekt, der nicht annähernd so mächtig ist wie der „Genuß”effekt, der entsteht, wenn man sich den Film wirklich ansieht. Wenn man über einen Film nachdenkt, untersucht man seine Charakteristika auf andere Art als wenn man ihn genießt. Dieser Zustand des Genusses ist es, durch den Film und Fernsehen so mächtig werden und infolge dessen so leicht für Manipulation benutzt werden. Beim Genuß eines Films ist man total darin eingetaucht, bis zu dem Punkt, wo das eigene Selbst, das Id, beinahe verlorengeht und untätig wird. „Man“ hört nahezu zu existieren auf, die eigene Rolle ist so passiv und so gebannt. In diesem Zustand wird die Botschaft, die einem präsentiert wird, so leicht aufgenommen wie ein Schwamm Wasser aufsaugt.

Mit Ausnahme vielleicht des Bühnentheaters hat kein anderes Medium diese Wirkung. Nicht einmal Computerspiele. Alles, was eine aktive Teilnahme erfordert, erfordert folglich eine Betrachtung, und Betrachtung erfordert Persönlichkeit und Individualität. Und während sowohl Betrachtung als auch Genuß – den Strahl anzusehen und an ihm entlangzublicken – notwendige Denkweisen sind, muß man sich dessen bewußt sein, daß jede die andere benötigt, um ein Ganzes zu sein. Um völlig am Strahl entlangzuschauen, muß man es aufgeben, ihn anzusehen – man muß logischere und rationalere Bewertung aufgeben, um sich ganz im Erlebnis zu verlieren.

Genauso wie es uns Elizabeth Whitcombe in ihrem Essay Warum Musik? Ein Blick auf Kunst und Propaganda bezüglich der Propagandawirkung von Musik rät, müssen wir auch bei anderen Formen der Unterhaltung wie Film und Fernsehen auf das aufpassen, was dadurch in unsere Köpfe kommt.

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Star Dreck VIIIa – Star Trek: Die Originalserie

01 Jack Bauer schießt das Raumschiff Enterprise ab

Von Deep Roots

Nun liegt er endlich vor – der Teil unserer Reihe „Star Dreck“, mit dessen Grundidee das Ganze überhaupt angefangen hat und von dem sich der Name der Artikelfolge ableitete (und es ist wegen des Umfangs ein Vierteiler geworden). Als ich mir ca. 2009 bis Anfang 2010 wieder einmal die Serie „Babylon 5“ angesehen hatte, sind mir darin mit meinem schon etwas geschärften nationalen Bewußtsein bereits die darin enthaltenen JNWO-Propagandaelemente aufgefallen, die ich früher noch nicht bemerkt hatte. Daraufhin habe ich mir die komplette Star-Trek-Serie „Deep Space Nine“, die mir von den modernen Serien des Trekiversums am besten gefallen hatte, noch einmal mit dem Vorsatz durchgeschaut, dabei von Anfang an bewußt auf solche Propaganda zu achten und Beobachtungen mitzunotieren. Daraus entstand zunächst die Idee, einen Artikel mit dem Titel „Star Dreck“ zu schreiben, in dem der multikulturalistische, antirassistische, antinationale, feministische und weißenfeindliche Propagandadreck, der uns in den Serien des Star-Trek-Franchise sowie in anderen Serien und Filmen mittels Stars als „Impfköder“ verabreicht wird, behandelt werden sollte. In einem Austausch darüber kamen Kairos und ich zu dem Schluß, daß es aufgrund des stofflichen Umfangs besser wäre, eine in loser Folge erscheinende Artikelreihe mit diesem Sammeltitel zu machen, deren Beiträge einzelnen Serien, Filmen oder Unterthemen gewidmet sein sollten.

Nach der „Deep Space Nine“-Retrospektive nahm ich mir in gleicher Weise die Originalserie „Raumschiff Enterprise“ vor, die in meiner Jugendzeit eine meiner vorrangigsten Kultserien gewesen war. Daß sie mich damals so beeindruckt hatte, lag unter anderem auch daran, daß sie zu jener Zeit noch beinahe zeitgenössisch war und neben Gerry Andersons später entstandener Serie UFO von der Machart her den Maßstab in Sachen Science-Fiction-Serien darstellte. Etwas in dieser Dimension Angelegtes gab es damals und noch eine ganze Weile danach nicht.

„Der Weltraum: Unendliche Weiten. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise, das mit 400 Mann Besatzung fünf Jahre lang unterwegs ist, um neue Welten zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen. Viele Lichtjahre von der Erde entfernt dringt die Enterprise in Galaxien vor, wo nie ein Mensch zuvor gewesen ist.“

„Der Weltraum: Unendliche Weiten. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise, das mit 400 Mann Besatzung fünf Jahre lang unterwegs ist, um neue Welten zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen. Viele Lichtjahre von der Erde entfernt dringt die Enterprise in Galaxien vor, wo nie ein Mensch zuvor gewesen ist.“

Planetenlandschaft in „The Cage“, später in der Serie wiederverwendet im Zweiteiler „Talos IV – tabu“.

Planetenlandschaft in „The Cage“, später in der Serie wiederverwendet im Zweiteiler „Talos IV – tabu“.

Vor dem Wiederansehen hatte ich noch erwartet, daß „Raumschiff Enterprise“ propagandistisch bloß ein milder Vorläufer späterer Serien wie „Die nächste Generation“ und „Deep Space Nine“ gewesen sei, aber mit meiner inzwischen erlangten „Hexensicht“ bezüglich der NWO-Agenda stellte ich schnell fest, daß auch hier bereits ordentlich Propaganda verabreicht worden war, wenn auch dem angepaßt, was man damals dem Publikum zumuten konnte. Wenn man bedenkt, daß die drei Staffeln des ursprünglichen „Star Trek“ in den Jahren 1966 bis 1969 veröffentlicht wurden – also großteils noch in der Prä-68er-Ära -, dann erkennt man, wie revolutionär diese Serie zu ihrer Zeit war.

DIE ORIGINALSERIE: „RAUMSCHIFF ENTERPRISE“

Die allererste Brücke der Enterprise im ersten Pilotfilm „The Cage“ mit Captain Christopher Pike (Jeffrey Hunter, links im Kommandantenstuhl), Mr. Spock (stehend hinter ihm) und Majel Barrett als Erster Offizier (am Pult).

Die allererste Brücke der Enterprise im ersten Pilotfilm „The Cage“ mit Captain Christopher Pike (Jeffrey Hunter, links im Kommandantenstuhl), Mr. Spock (stehend hinter ihm) und Majel Barrett als Erster Offizier (am Pult).

Anfang der 1960er-Jahre verfaßte Gene Roddenberry ein Konzept für eine Fernsehserie, die den Aufbruch der Menschheit zu den Sternen anhand der Abenteuer einer Raumschiffsbesatzung darstellen sollte, und legte es Oscar Katz, dem Produktionschef der Firma Desilu, vor. Dieser war begeistert und ging mit ihm zusammen zu mehreren Fernsehsendern, um für dieses Projekt zu werben. NBC zeigte Interesse und gab vier verschiedene Drehbuchentwürfe in Auftrag, von denen einer – „The Cage“ – für einen 1964 gedrehten Pilotfilm ausgewählt wurde. Darin spielte noch Jeffrey Hunter den Kommandanten, und es kamen nur zwei der später so bekannten Seriendarsteller vor: Leonard Nimoy als Mr. Spock und Majel Barrett, hier noch brünett, als Erster Offizier.

Noch einmal Majel Barrett als „Number One“ mit Captain Pike.

Noch einmal Majel Barrett als „Number One“ mit Captain Pike.

Die Verantwortlichen von NBC konnten sich jedoch für den Film nicht erwärmen und lehnten ihn mit der Begründung ab, er spreche das falsche Publikum an, sei zu intellektuell, um kommerziell verwertbar zu sein, und die Fernsehzuschauer würden eine Frau als Ersten Offizier und einen Außerirdischen als hochrangiges Besatzungsmitglied eines Erdenschiffes nicht akzeptieren. Dieser erste Vorstoß in Richtung Gender- und Diversitypropaganda scheiterte also noch am Widerstand wegen erwarteter Konsumentenverweigerung. Laut William Shatner soll auch das weibliche Publikum bei Testvorführungen die von Majel Barrett gespielte Figur gehasst haben, die sie „aggressiv“ („pushy“) und „nervig“ fanden. Roddenberry strich ihre Rolle, behielt aber Spock. Majel Barrett, die damals schon Roddenberrys Freundin war und später seine Frau wurde, erhielt von ihm in der Serie die Rolle der Krankenschwester Christine Chapel.

Hier hätte die Geschichte von „Star Trek“ auch schon wieder zu Ende sein können, wenn die NBC-Chefs sich nicht zu dem einzigartigen Schritt entschlossen hätten, der Serie noch eine Chance zu geben und einen zweiten Pilotfilm in Auftrag zu geben: „Die Spitze des Eisbergs“ („Where No Man Has Gone Before“).

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Das Licht der fernen Sterne: George R. R. Martin und sein „Manrealm“-Kosmos

Star Cutter

Eine Präsentation von Lichtschwert als Leseempfehlung für George R. R. Martins Sammelband „Traumlieder I“ (Heyne 2014, ISBN 978-3-453-31611-9) und überhaupt sein Werk, vor allem seine SF-Geschichten und hier wiederum seinen „Manrealm“- oder „Tausend-Welten-Kosmos“, der mich seit meinen Jugendjahren, als ich in die Science Fiction eintauchte, immer fasziniert hat. (Die Bilder stammen nicht aus „Traumlieder I“, sondern wurden von mir – Lichtschwert – eingefügt.)

In „Traumlieder I“ sind neben dreizehn SF-, Fantasy- und Horrorgeschichten von George R. R. Martin auch drei autobiographische Kapitel enthalten („Ein Vierfarb-Fanboy“, „Der schmutzige Profi“ und „Das Licht der fernen Sterne“) in denen sein Werdegang als Autor von seiner Jugend an sowie Bezüge zu den einzelnen Geschichten geschildert werden. Hier ist das letztere davon, in dem das kosmische Fernweh und der „sense of wonder“, der auch in Jef Costellos „Mein Kodex, Fortsetzung“ erwähnt wird, am besten zum Ausdruck kommt:

DAS LICHT DER FERNEN STERNE

Kommen wir zum Wesentlichen. Ich wurde in Bayonne, New Jersey, geboren, wuchs dort auf und kam nie woanders hin… jedenfalls nicht bis zum College.

Bayonne ist eine Halbinsel im Großraum New York, aber als ich dort aufwuchs, war es eine Welt für sich. Eine Industriestadt, beherrscht von Ölraffinerien und ihrem Flottenstützpunkt, ziemlich klein, drei Meilen lang und nur eine breit. Bayonne grenzt im Norden an Jersey City, ansonsten ist es von Wasser umgeben, der Newark Bay im Westen, der New York Bay im Osten, und der schmalen Meerenge, die beide verbindet, dem Kill van Kull im Süden. Große Ozeanfrachter fahren Tag und Nacht auf ihrem Weg von und nach Elizabeth und Port Newark durch den Kill.

Als ich vier Jahre alt war, zog meine Familie in die Neubausiedlung „The Projects“ auf der First Street, direkt vor die dunklen und schmutzigen Wasser des Kill. Jenseits des Kanals funkelten nachts die Lichter von Staten Island – weit weg und irgendwie magisch. Abgesehen von einem Zoobesuch auf Staten Island, alle drei, vier Jahre, überquerten wir den Kill nie.

Staten Island konnte man ganz leicht erreichen. Man musste nur über die Bayonne Bridge fahren, aber wir besaßen kein Auto, und meine Eltern hatten beide keinen Führerschein. Man kam auch mit der Fähre rüber. Die Anlegestelle war nur wenige Blocks von den Projects entfernt, direkt neben Uncle Miltys Kirmespark.

Wenn man bei Ebbe über die ölverschmierten Uferfelsen balancierte und sich um den Zaun herumhangelte, kam man in eine geheime kleine Bucht mit einem Grasrücken, nicht von der Fähre und auch nicht von der Straße aus einzusehen. Ich ging gern dorthin, saß mit einem Schokoriegel im Gras über dem Wasser, las ein paar Comicheftchen und sah den Fähre zu, wie sie zwischen Bayonne und Staten Island hin und her schipperten.

Die Schiffe waren ständig unterwegs. Wenn das eine einlief, war das nächste schon auf dem Weg nach drüben, und man traf sich in der Mitte des Kanals. Die Schiffahrtslinie unterhielt drei Fähren, die Deneb, die Altair und die Vega. Viel von ihrer Magie war der Tatsache geschuldet, dass sie alle nach Sternen benannt waren. Obwohl es zwischen den drei Fähren meines Wissens keinen Unterschied gab, war mir die Altair am liebsten. Vielleicht hatte das etwas mit Alarm im Weltall zu tun.

Nach dem Abendessen war es in unserer Wohnung manchmal eng und laut, auch wenn nur meine Eltern, meine beiden Schwestern und ich da waren. Wenn Freunde zu Besuch kamen, war die Küche voller Zigarettenrauch, und alle quatschten durcheinander. Manchmal zog ich mich in mein Zimmer zurück und schloss die Tür. Manchmal blieb ich im Wohnzimmer und sah mit meinen Schwestern fern. Manchmal ging ich auch nach draußen.

Auf der anderen Seite der Straße waren Brady’s Dock und ein langer, schmaler Park, der sich entlang des Kill van Kull erstreckte. Dort saß ich oft auf einer Bank und sah die großen Schiffe vorbeifahren, oder ich legte mich auf den Rücken ins Gras und sah zu den Sternen hinauf, die noch viel weiter weg waren als die Lichter von Staten Island. Selbst in den wärmsten, dunstigsten Sommernächten zogen mich die Sterne in ihren Bann. Orion war das erste Sternbild, das ich kennenlernte. Ich starrte auf seine zwei hellen Sterne, Rigel blau und Beteigeuze rot, und fragte mich, ob da oben auch jemand war, der zu mir heruntersah.

Fans schreiben oft von einem „sense of wonder“ und streiten sich darüber, wie er zu definieren sei. Für mich ist der sense of wonder das Gefühl, das mich überkam, als ich im Gras neben dem Kill van Kull lag und über das Licht der fernen Sterne sinnierte. Sie ließen mich immer ganz groß und ganz klein erscheinen. Es machte mich sehr traurig, aber gleichzeitig fühlte ich mich seltsam berührt und auch ein bißchen erhaben.

Die Science Fiction kann mir dieses Gefühl ebenfalls geben.

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