Kapitulation, Genozid… oder was?

Von El Inglés, übersetzt von Deep Roots. Das Original: „Surrender, Genocide, or… What?”  erschien am 24. April 2008 auf „Gates of Vienna“.

Vorwort von Baron Bodissey:

 Regelmäßige Leser werden sich an unseren Gastautor El Inglés erinnern, der in der Vergangenheit mehrere gedankenvolle Arbeiten zu Gates of Vienna beigetragen hat. Der folgende Essay präsentiert eine unbemäntelte Sicht auf die höchstwahrscheinliche Zukunft des Westens. Es ist schwer, solch ein pessimistisches Szenario zu lesen, aber El Inglés’ Analyse lohnt nähere Untersuchung. Beachten Sie: der untenstehende Artikel ist deskriptiv, nicht normativ.

Einführung

Vor ein paar Monaten schrieb ich “The Danish Civil War”,  ein fiktives Szenario, das zur Strukturierung einer Erwägung verschiedener Punkte im Zusammenhang mit dem Aufstieg des Islam in Europa und dessen wahrscheinlichen Konsequenzen diente.  Der Essay endete mit der Schlußfolgerung, daß der Islam eine existenzielle Bedrohung für das Überleben der europäischen Zivilisation darstellt und daß der Einfluß des Islam auf Europa daher eliminiert werden muß. Er schlußfolgerte weiters, daß logisch gesehen die verschiedenen Wege zur Erreichung dieses Zieles sich grob in drei Kategorien unterteilten:

1) Moslems dazu zu bringen, aus eigenem freiem Willen zu gehen,
2) Massendeportationen, und
3) Genozid.

(im Folgenden jeweils als Optionen eins, zwei und drei bezeichnet)

Diese letzte Schlußfolgerung wurde so leidenschaftslos wie möglich abgegeben, aus einem Verlangen heraus, die Situation objektiv darzustellen, als würde eine außerirdische Superintelligenz die Konflikte verschiedener Stämme unbehaarter Affen betrachten. Wenn ich recht damit habe, daß die Anzahl der Moslems in Europa auf nicht mehr als einen Bruchteil des gegenwärtigen Wertes reduziert werden muß, dann sind die drei Optionen, die ich diskutiert habe, die einzigen drei Optionen zur Erreichung dieses Zieles. Wir mögen alle drei als moralisch abscheulich betrachten und beschließen, uns eher dem Islam zu unterwerfen als uns irgendeiner davon zu bedienen, aber das ändert nichts an der brutalen Analyse dessen, was prinzipiell als Antwort auf die Islamisierung Europas getan werden könnte.

Nachdem ich jetzt mehrere Monate zur weiteren Erwägung dieser Angelegenheit hatte, erscheint es mir, daß meine Schlußfolgerungen in dieser Hinsicht beträchtlich verfeinert werden können. Aus Gründen, die ich in diesem Essay klarzumachen hoffe, glaube ich nicht länger, daß es möglich ist, das Problem, welches der Islam geworden ist, mittels Option eins zu lösen, und ich habe wenig Zuversicht, daß auch nur Option zwei in dieser Hinsicht ein wirksames Mittel darstellt. Ich sage daher voraus, daß Europa in eine Lage getrieben wird, wo es zur Wahl zwischen überwiegendem Rückgriff auf Option drei oder Kapitulation gezwungen werden wird.

Für die Art von Leuten, die höchstwahrscheinlich diesen Essay lesen, wird diese Meinung nicht notwendigerweise eine Überraschung sein. Ich habe jedoch das Gefühl, daß eine derart schwerwiegende Angelegenheit so streng wie möglich analysiert werden sollte, und dieser Essay wird meinen Versuch zu dieser Analyse sein. In Teilen davon habe ich großes Selbstvertrauen, in anderen jedoch weniger, und ich würde Kommentare von jenen schätzen, die größere oder zusätzliche Einsicht in Schlüsselthemen haben. Es gibt unter europäischen Ländern sicherlich ein großes Maß an Unterschieden in wichtigen Aspekten, welche ich hier weitgehend ignoriert habe. Idealerweise müßten die Schlüsselbehauptungen des Essays Land für Land erforscht werden, aber solch eine Analyse liegt weit jenseits meiner Möglichkeiten. Es gibt auch große Unterschiede hinsichtlich des gegenwärtigen Islamisierungsgrades dieser Länder und daher auch des Bremsweges, den diese noch zur Verfügung haben. In dem Ausmaß, wie die Analyse diesbezüglich die Vorstellungskraft der Leser anregt, würde ich Meinungen über die Wahrscheinlichkeit oder wahrscheinliche Fristen für die unten diskutierten verschiedenen Diskontinuitäten begrüßen.

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Wählen Sie einen Stamm – irgendeinen Stamm; Teil 2

Von El Inglés, übersetzt von Deep Roots. Das Original Pick A Tribe, Any Tribe — Part II erschien am 11. April 2009 auf „Gates of Vienna” (siehe auch El Inglés’ ersten Teil Wählen Sie einen Stamm, irgendeinen Stamm).

Unlösbare Stammesdifferenzen können nicht als bloße politische Differenzen betrachtet werden.”

Vorwort von Baron Bodissey:

Der folgende Essay von El Inglés ist eine Fortsetzung desjenigen, der damals im Februar veröffentlicht wurde. In diesem Nachfolgeartikel erweitert er seine Beobachtungen über Stammesdifferenzen im heutigen Großbritannien – und im Rest der westlichen Welt – indem er die verschiedenen Verwerfungen zwischen Stammesgruppen untersucht, die im Zuge von Konflikten erweitert und entflammt werden könnten, die von Moslems gegen ihre Gastgebergesellschaft entfacht werden. Wie üblich ist es nützlich sich zu erinnern, daß El Inglés’ Analyse deskriptiv ist, und nicht normativ. Das heißt, etwas Ähnliches wie das, was er hier projiziert, wird der unvermeidliche Gang künftiger Dinge sein, wenn Britanniens unfähige politische Führer nicht gegenüber der Ernsthaftigkeit der unmittelbar bevorstehenden Krise aufwachen.

Einführung

Stellen wir uns vor, wir befinden uns in der Lage irgendeines einigermaßen hochrangigen zivilen Amtsträgers im Pentagon. Wir versuchen, wegen der Wichtigkeit türkischer Kooperation im Irakkrieg gute Beziehungen zur Türkei und ihrem Militär aufrechtzuerhalten, und doch haben wir mit den lautstarken Versuchen einer gewissen amerikanischen ethnischen Minderheit zu kämpfen, die Ziele anstrebt, welche nicht im besten Interesse unseres Landes in dieser oder überhaupt irgendeiner Hinsicht zu sein scheinen. Damit meine ich die kleine amerikanisch-armenische Gemeinde und ihre Lobbying-Versuche dahingehend, daß der Genozid an den Armeniern auf den höchsten Ebenen der US-Regierung als solcher anerkannt wird.

Ungeachtet dessen, was man zum Genozid an den Armeniern, zur modernen Türkei, dem Krieg im Irak oder irgendetwas sonst für eine Meinung hat, ist es sehr schwer zu sehen, wie Amerika selbst irgendetwas dadurch gewinnen könnte, daß der Senat eine entsprechende Resolution erläßt, außer vielleicht im allerdünnsten und abstraktesten Sinne. Wenn wir, in Erkenntnis dessen, in unserer Rolle als Amtsträger im Pentagon vor uns hinzugrummeln anfingen über die armenische fünfte Kolonne in den Staaten, über ihre Undankbarkeit gegenüber ihrer Wahlheimat und darüber, daß wir sie gar nicht erst hätten hereinlassen sollen – was könnte eine dritte Partei von dieser Kette von Anschuldigungen halten? Könnten sie zutreffen? Könnten die Armenier in irgendeinem Sinne eine fünfte Kolonne sein? Bevor wir diesen Punkt noch weiter diskutieren, lassen Sie mich klarstellen, daß ich die armenischen Amerikaner ausgewählt habe, weil ich glaube, daß sie wahrscheinlich einen möglichst wenig aufrührerischen Zugang zu diesem allgemeinen Thema bieten. Ich für meinen Teil bin niemals einem Armenier begegnet und hege keine starken Gefühle bezüglich Armenien oder Armeniern.

Stellen Sie sich ein Venn-Diagramm vor, das all die verschiedenen möglichen subjektiven Interessen darstellt, die eine Gemeinschaft haben kann. Wir müssen die Tatsache ignorieren, daß es niemals eine völlige Übereinstimmung darüber geben wird, was die Interessen einer Gemeinschaft sind, und stattdessen akzeptieren, daß wir – breit gesprochen – einen Kernbereich von Interessen für jede Gemeinschaft erkennen können. Wir müssen auch betonen, daß wir von subjektiven Interessen sprechen, d. h., was die gegenständliche Gemeinschaft als ihre eigenen Interessen wahrnimmt, nicht was wir sie aus göttlicher Perspektive zu sein erachten.

Irgendwo auf diesem Diagramm gibt es einen verwischten Bereich von Interessen, die darstellen, was gut für Amerika ist, und es gibt auch einen weiteren verwischten Bereich, der darstellt, was gut für Armeno-Amerikaner ist. Unnötig zu sagen, daß sich die beiden verwischten Bereiche weitgehend überlappen. Es ist offensichtlich im Interesse sowohl Amerikas als auch der Armeno-Amerikaner, daß Amerika stark, sicher und wohlhabend ist, und daß es im Interesse beider Gemeinschaften ist, daß Armeno-Amerikaner gesetzestreu und produktiv sind. Aber es überrascht nicht, daß die armenische Diaspora der Anerkennung des Genozids an den Armeniern als das, als was sie ihn sehen, große Bedeutung beimißt, während Amerikaner insgesamt die Angelegenheit sicherlich bestenfalls als unbedeutend sehen würden, und im schlimmsten Fall als Belastung hinsichtlich eines strategischen Verbündeten. Wir schließen daher, daß es etwas Abweichung zwischen diesen verwischten Interessensbereichen gibt, wie im ersten Teil dieses Essays diskutiert.

Wenn die Abweichung zwischen den Interessen einer Gesellschaft und einer Einwanderergruppe innerhalb dieser Gesellschaft wächst, wenn sie an immer strittigere Angelegenheiten stößt, und wenn die Einwanderergruppe selbst als Bruchteil der Gesellschaft insgesamt wächst, was wird dann das wahrscheinliche Ergebnis dieser Entwicklungen sein, und wie könnten wir es am besten beschreiben? Was würden wir über die armenische Gemeinschaft in Amerika schlußfolgern? Ist sie ein hart arbeitender und loyaler Aktivposten, in dem nur gewisse legitime politische Positionen ungewöhnlich stark sind? Ist sie eine kleine Gemeinschaft von geringer Bedeutung und am besten zu ignorieren? Ist sie eine Belastung, indem sie rücksichtslos ihre eigenen Interessen betreibt, ohne die geringste Beachtung der strategischen Position des Landes das ihren Vorfahren ein neues Leben ermöglicht hat? Oder ist sie womöglich eine fünfte Kolonne, die sich jetzt das diplomatische Gewicht des Landes für seine eigenen selbstsüchtigen Zwecke anzueignen versucht, obwohl sie wenig zu dem beigetragen hat, was die Vereinigten Staaten im Laufe der Geschichte geworden sind? Wäre Amerika ohne sie besser dran?

Ich habe bereits in klaren Worten meine Antwort auf ähnliche Fragen bezüglich der moslemischen Bevölkerung meines eigenen Landes gegeben. Aber was ist mit jenen anderen Gruppen von relativ kürzlich Eingewanderten? Was ist mit den Juden, Hindus, Sikhs, Polen, Jamaikanern, Nigerianern und dem Rest? Gibt es irgendetwas, das man im Zusammenhang mit der Islamisierung und möglichen Reaktionen über diese Gruppen sagen könnte? Sind sie Verbündete, Feinde oder einfach irrelevant?

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Fremde in unserer Mitte?

Ich möchte hier ein paar für das gegenständliche Thema relevante Beobachtungen präsentieren, indem ich der Reihe nach über einige Freunde und Bekannte von mir spreche, die man – wie ich glaube – als Vertreter gewisser ‘Typen’ betrachten kann, wie man sie unter Einwanderergruppen finden kann, die im Vereinigten Königreich von Bedeutung sind. Gewisse Schlüsselpunkte werden sich ganz natürlich aus diesen Diskussionen ergeben.

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Wählen Sie einen Stamm, irgendeinen Stamm

Von El Inglés, übersetzt von Deep Roots. Das Original Pick a Tribe, Any Tribe erschien am 16. Februar 2009 auf „Gates of Vienna“.

Vorwort von Baron Bodissey:

In dieser Analyse berührt El Inglés Themen, die sowohl in seinem auch auf “Gates of Vienna” veröffentlichten Essay „Surrender, Genocide, or… What?” [deutsch: Kapitulation, Genozid… oder was?]als auch in meinem Artikel „Taking Care of Your Own” (ebenfalls auf GoV) vorkommen:

Wählen Sie einen Stamm, irgendeinen Stamm

von El Inglés

Stämme

Die zentrale Behauptung dieses Essays ist, daß der Tribalismus (stammesorientiertes Denken/Verhalten) sich als wesentlicher, wenn nicht als der zentrale Beitrag zur Verteidigung westlicher Gesellschaften gegen den Islam erweisen wird. Hierfür gibt es zwei Gründe. Der erste ist der, daß solcher Tribalismus dazu neigen wird, Moslems von vornherein aus jenen Gesellschaften fernzuhalten, und der zweite ist, daß gewisse Arten von Situationen so schweren psychologischen Druck auf jene ausüben, die sich ihnen entgegenstellen, daß sie das ohne eine psychologische Verstärkung, wie sie nach Art und Stärke nur ein Stamm gewähren kann, weder konsequent noch sinnvoll tun können.

Dieser Punkt setzt voraus, daß die Handlungsfreiheit derer, die sich der Islamisierung ihrer Länder entgegenstellen wollen, drastischer beschnitten werden wird, als optimistischere Leute es gegenwärtig für möglich halten mögen. Gewisse Organisationsformen werden jenen in dieser Hinsicht politisch Aktiven aufgezwungen werden, und man wird feststellen, daß in der Gesamtheit die Leute sich in verschiedenen Formen von Stammesorganisation zusammenfinden werden, welche im Großen und Ganzen vorweg vorhersagbar sind.

Da Stämme in diesem Artikel einen so prominenten Platz einnehmen, lassen Sie sie mich hier definieren: ein Stamm ist ganz einfach eine Gruppe von Leuten, die sich als solcher identifiziert und die den Interessen ihrer eigenen Mitglieder aus einem relativ instinktiven Bauchgefühl heraus Vorrang einräumt, welches das Produkt besagter Stammesidentifikation ist. Ihrer Natur nach fast völlig emotional, ist sie weder rational noch irrational, sondern arational, das heißt, daß Vernunftgründe eine geringe Rolle spielen bei ihrer Funktion auf der Ebene alltäglicher menschlicher Interaktion. Natürlich könnten wir aus der Vogelschau eine Analyse jedes beliebigen Tribalismus durchführen und schlußfolgern, daß ihre Auswirkungen auf Systemebene so sind, daß sie die Interessen des Stammes als Ganzes fördern, was sie metarational macht. Dies ist jedoch eine Frage, die von Fall zu Fall beantwortet werden muß, und ist im wesentlichen irrelevant für die psychologischen Faktoren, die dem Tribalismus zugrunde liegen.

Beachten Sie, daß Tribalismus nicht notwendigerweise Feindseligkeit gegenüber anderen Stämmen oder deren Mitgliedern voraussetzt, obwohl solche Feindseligkeit sehr wohl existieren kann, wo Stammesinteressen gegenseitig für unvereinbar erachtet werden. Er setzt nur eine Hierarchie von Interessen voraus, die in relativ instinktiver Weise eingehalten wird. Zusätzlich sollten wir festhalten, daß es, obwohl es gewisse offensichtliche Stammestypen gibt, in die sich menschliche Wesen als soziale Organismen zu organisieren tendieren, nicht notwendig ist für irgendeine dieser Formen von Stammesorganisationen, unter Ausschluß aller anderen zu gelten, und daß die meisten Tribalismen Elemente aus mehr als einem Typus beinhalten. Die offensichtlichsten und verbreitetsten Stammestypen sind jene, die entlang rassischer Grenzen organisiert sind (als der offensichtlichste und wörtlichste Stammestyp), kultureller Grenzen, religiöser Grenzen (welche man als Untertypen von Stämmen betrachten könnte, da sie sich auf Verhalten und Glauben beziehen), ideologischer Grenzen (Kommunisten versus Faschisten), regionaler Grenzen (meine Nation gegen deine) oder organisatorischer Grenzen (ein Regiment der Britischen Armee).

Es wird zweifellos für einige etwas mit Bannfluch Belegtes sein, wenn man meint, daß ein ziemlich reinrassiger Tribalismus wesentlich sein wird für irgendeine wirksame Opposition gegenüber dem Islam und der Islamisierung westlicher Länder. Nehmen wir also mal an, es gäbe irgend eine andere Basis, aufgrund derer eine solche Opposition stattfinden könnte. Wenn eine solche Basis wirklich existiert, dann müssen das sicherlich Prinzipien sein. Bevor wir meine vorausgesagte Wiederkehr des Tribalismus untersuchen, lassen Sie uns überlegen, ob Prinzipien tatsächlich bewirken können, was meiner Behauptung nach nur der Tribalismus kann.

Das Problem mit Prinzipien

Vor ein paar Jahren diskutierte ich mit einem Freund die Möglichkeit zur Schaffung einer Undercover-Dokumentation, die den korrosiven Effekt bloßlegen sollte, den der Islam auf die Meinungsfreiheit im Vereinigten Königreich hatte. Es erübrigt sich zu sagen, daß das eine relativ verdeckte und haarsträubende Operation gewesen wäre, und so hatten unsere Diskussionen über das Thema etwas Aufregendes und Verschwörerisches an sich. Nachdem ich eines Abends die Details ein paar Stunden lang mit meinem Freund in unserem örtlichen Pub diskutiert hatte, kehrte ich etwa um Mitternacht nach Hause zurück und entdeckte, daß jemand eine ziemlich seltsame Nachricht auf meinem Anrufbeantworter hinterlassen hatte.

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Sagt „Hallo“ zu Huitzilopochtli

Von Baron Bodissey, übersetzt von Deep Roots. Das Original Say Hello to Huitzilopochtli erschien am 17. August 2007 auf Gates of Vienna.

Ohmyrus hat im Online-Journal Annaqed dies über „Allah, den Gott des Krieges“ zu sagen:

Die Azteken glaubten, daß ohne Menschenopfer an ihre Götter die Welt enden könnte oder ihre Ernten ausfallen würden. Dieser Glaube erzeugte eine große Nachfrage nach Menschenopfern und hielt den Aztekenstaat fortwährend im Krieg mit seinen Nachbarn. Kriegsgefangene und Verbrecher wurden ständig für Opfer gebraucht. Somit ist ihre Religion eine Religion des Krieges, weil ihre religiösen Überzeugungen sie zum Kriegführen zwingen.

Es ist ein Glück für die Welt, daß Cortez und seine Spanier keine toleranten Multikulturalisten und Moralrelativisten waren. Ansonsten würden die Aztekengötter im Namen der religiösen Toleranz heute immer noch verehrt werden. Stattdessen befahl Cortez, daß ihre Tempel in Kirchen umgewandelt werden. Mit denjenigen, die Widerstand leisteten, befaßte man sich in der bekannten Art des 16. Jahrhunderts – sie wurden getötet.

Wenn Aztekengötter bis zum heutigen Tag überlebt hätten, was würden die Multikulturalisten sagen?

Ich denke, sie würden etwas in der Art sagen:

„Man mag dem kuriosen aztekischen Brauch des Menschenopfers und des Tragens von Menschenhaut nicht zustimmen. Aber wir dürfen nicht über sie urteilen. Bedenkt, was euch schlecht erscheint, ist für andere gut. Oh übrigens, falls ihr zufällig Tenochtitlan (Mexico City) an ihren Festtagen besucht, seht zu, daß ihr eine Rüstung tragt. Ihr werdet eure Haut, äh, ich meine Geldbörse, nicht verlieren wollen.“

Ich denke, daß die modernen Amerikaner dankbar dafür sein sollten, daß die Spanier des 16. Jahrhunderts intolerante Leute waren. Sie waren intolerant, weil sie zuversichtlich waren, daß ihre Kultur und Religion jener der Azteken überlegen war. Ansonsten hätten die modernen Amerikaner weit mehr Schwierigkeiten mit ihren illegalen mexikanischen Einwanderern.

Aber was ist mit den Europäern, deren Einwanderer aus moslemischen Ländern kommen? Ich fürchte, daß sie Pech haben, weil Allah, wie Huitzilopochtli, Thor und Mars, ein Gott des Krieges ist – der einzige Kriegsgott, der im 21. Jahrhundert immer noch verehrt wird.

Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, wie wir hier in diese lotosblütenbestreute Idylle gelangt sind, die wir westliche Zivilisation nennen.

Uns gingen unzählige skrupellose und blutdürstige Männer voraus, die die Bahn freimachten und den Boden bestellten, sodaß weiche und gesetzestreue Leute wie wir die Früchte des Friedens genießen konnten.

Es ist nicht selbstverständlich, daß die Welt so bleiben wird.

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Warum haben die Europäer die moderne Welt geschaffen? – Teil 4

 „Do not go gently into that good night / Rage, rage against the dying of the light.“ (Dylan Thomas)

„Do not go gently into that good night / Rage, rage against the dying of the light.“
(Dylan Thomas)

Von Fjordman; der Originaltext Why Did Europeans Create the Modern World? — Part 4 erschien am 30. September 2009 auf Gates of Vienna. (Dies ist der letzte Teil dieser Reihe; Bilder vom Übersetzer eingefügt.)

Der deutsche Soziologe Max Weber (1864-1920) identifizierte den Kapitalismus in seiner einflußreichen Studie Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus mit dem protestantischen Zweig des Christentums. Ich halte es in der Tat für zutreffend zu sagen, daß sich die protestantischen Nationen als besonders dynamisch erwiesen bei der Annahme von Wissenschaft und Kapitalismus; der Protestantismus ermutigte gewöhnliche Leute zum Lesen der Bibel in der Volkssprache, was die Alphabetisierung beschleunigte. Dennoch gibt es keinen Zweifel, daß die Grundlagen des Kapitalismus im katholischen Europa geschaffen wurden, in den mittelalterlichen Stadtstaaten Norditaliens.

Der westliche Wohlstand begann mit dem städtischen Wachstum und dem Handel im zwölften Jahrhundert und beschleunigte sich während der Renaissance zum siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert hin mit der Entwicklung einer relativ autonomen Klasse professioneller Kaufleute. Friedrich von Hayek (1899-1992), ein österreichischer und später britischer Ökonom und Philosoph, identifizierte einen neuen Individualismus, der vom Christentum und der Philosophie der klassischen Antike hervorgebracht und während der Renaissance entwickelt worden war. Er erklärt dies in seinem Klassiker Der Weg zur Knechtschaft:

„Von den Handelsstädten Norditaliens verbreitete sich die neue Lebenssicht mit dem Handel nach Westen und Norden, durch Frankreich und den Südwesten Deutschlands zu den Niederlanden und den britischen Inseln und schlug überall feste Wurzeln, wo es keine despotische politische Macht gab, um sie zu ersticken…. Während dieser ganzen neuzeitlichen Periode europäischer Geschichte war die allgemeine Richtung der gesellschaftlichen Entwicklung die, daß sie den einzelnen von den Banden befreite, die ihn an die gebräuchlichen oder vorgeschriebenen Wege beim Nachgehen seiner alltäglichen Aktivitäten gebunden hatten…. Das vielleicht größte Ergebnis dieser Entfesselung individueller Energien war das wundersame Wachstum der Wissenschaft, das dem Marsch individueller Freiheit von Italien nach England und darüberhinaus folgte…. Erst seit die Gewerbefreiheit den Weg zum freien Gebrauch des neuen Wissens geöffnet hatte, erst seit alles ausprobiert werden konnte – falls man jemanden finden konnte, der dies auf eigenes Risiko unterstützte – und, sollte man hinzufügen, genausooft von außerhalb der mit der Kultivierung des Lernens beauftragten Behörden wie innerhalb davon, hat die Wissenschaft die großartigen Fortschritte gemacht, die in den letzten hundertfünfzig Jahren das Gesicht der Welt verändert haben.”

Das westliche Wachstum hat Wurzeln im Mittelalter. Nathan Rosenberg und L.E. Birdzell Jr. gehen dem in How The West Grew Rich: The Economic Transformation Of The Industrial World nach:

„Anfänglich entsprang die Erlangung der Autonomie durch den Westen einer Entspannung oder Schwächung politischer und religiöser Kontrollen, was anderen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens die Gelegenheit gab, mit Veränderungen zu experimentieren. Wachstum ist natürlich eine Form von Veränderung, und Wachstum ist unmöglich, wenn Veränderung nicht zulässig ist. Jede erfolgreiche Veränderung erfordert ein großes Maß an Freiheit zum Experimentieren. Eine Gewährung dieser Art von Freiheit kostet die Herrscher einer Gesellschaft ihr Gefühl der Kontrolle, als würden sie die Macht zur Bestimmung der Zukunft der Gesellschaft an andere abtreten. Die große Mehrheit der Gesellschften in der Vergangenheit und Gegenwart haben es nicht zugelassen. Genausowenig sind sie der Armut entkommen.”

Der Welthandel ist bis ungefähr 1840 in bescheidenem Maß gewachsen und hat dann abgehoben. 1913 war der Wert des Welthandels etwa fünfundzwanzigmal so hoch, wie er um 1800 gewesen war, obwohl die Preise für Fertigwaren und Rohstoffe in vielen Fällen niedriger waren. Zum ersten Mal war eine wahre Weltwirtschaft geschaffen worden, mit Mittelpunkt in Europa. Großbritannien spielte eine besonders prominente Rolle beim Einsatz des Handels, um die Welt und das ausgedehnte britische Empire wirtschaftlich miteinander zu verbinden. Dies wurde in großem Maße durch die Entwicklung neuer Verkehrs- und Nachrichtenmittel erleichtert. Eisenbahnen breiteten sich über ganz Europa und Nordamerika bis nach Südamerika, Asien und Afrika aus und verringerten zusammen mit Dampfschiffen die Transportkosten drastisch. Internationaler Handel wurde auch durch den Bau des Suez- und des Panamakanals erleichtert. Die industrielle Revolution stellte einen Punkt beispielloser europäischer Macht dar.

Bis 1880 kontrollierten europäische Nationen erst 10 % des afrikanischen Kontinents. Dann kam der „Wettlauf um Afrika”, wo der Besitz von Kolonien zu einer Art Statussymbol wurde. Der europäische Imperialismus erreichte zu dieser Zeit in Asien ebenfalls seinen Höhepunkt, als die Niederländer ihre Herrschaft über Java auf den Großteil dessen ausdehnten, was heute Indonesien ist, die Briten vertieften ihre Kontrolle über Besitzungen wie Indien, die Franzosen errichteten ihre Herrschaft über einen weiten Bereich von Indochina wie auch Westafrika, und die Vereinigten Staaten erwarben 1898 nach dem spanisch-amerikanischen Krieg die Philippinen. Insgesamt waren die wirtschaftlichen Gewinne aus diesen Kolonien in vielen Fällen überraschend begrenzt. Sie wurden oft mehr aus politischen als wirtschaftlichen Gründen erworben. Die technologische Überlegenheit ließ viele Europäer zur aufrichtigen Überzeugung gelangen, daß sie andere Völker „zivilisieren” könnten, eine Idee, die in Rudyard Kiplings Gedicht White Man’s Burden verkörpert ist.

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Warum haben die Europäer die moderne Welt geschaffen? – Teil 3

Von Fjordman; der Originaltext Why Did Europeans Create the Modern World? — Part 3 erschien am 26. September 2009 auf Gates of Vienna. (Bilder vom Übersetzer hinzugefügt.)

Übersetzung: BeforeDawn

Dass das Klima in irgendeiner Beziehung zu der Kultur und der Mentalität unterschiedlicher Völker stehen könnte, ist eine schon alte Idee, die auf den griechischen Geographen Strabon [gest. um 24 n. Chr] zurückgeht, die es aber auch in China gegeben hat, bei Ibn Chaldun im mittelalterlichen Nordafrika, und in Frankreich bei dem großen politischen Denker Baron de Montesquieu in Vom Geist der Gesetze (De l´esprit des lois, 1748), also lange bevor es eine zusammenhängende Theorie der Evolution oder ein Wissen über genetische Mutation gegeben hat.

Wie wir gesehen haben, ist die hauptsächliche Hypothese über die Intelligenzunterschiede zwischen ethnischen Gruppen, so wie sie von Michael H. Hart in Understanding Human History propagiert wird, die, dass die in kälteren Gegenden lebenden Menschen eine höhere Intelligenz entwickeln mussten, um in ihrer rauhen natürlichen Umgebung überleben zu können. Zehntausende von Jahren lang könnte dies in der Tat der wichtigste Antrieb für die menschliche Evolution gewesen sein, nicht aber unbedingt der einzige. In den letzten Jahrtausenden, nach der Entwicklung der Landwirtschaft und der Städte, haben auch andere zusätzliche Antriebskräfte eine Rolle gespielt. Die Menschen selbst begannen nun zunehmend ihre Umwelt zu formen und können sich jetzt z. B. elektrischer Heizung in subarktischen Gebieten erfreuen. Eine der faszinierendsten Geschichten über die menschliche Evolution hatte aber anscheinend nichts mit kaltem Wetter zu tun, nämlich die Geschichte der Gemeinschaften der aschkenasischen Juden im mittelalterlichen Europa.

Nach einer von Gregory Cochran, Jason Hardy und Henry Harpending im Jahr 2005 vorgestellten Hypothese, die weitgehend von Hart unterstützt wird, ist der außerordentlich hohe durchschnittliche Intelligenzquotient heutiger aschkenasischer Juden ein Beispiel für die Darwinsche Evolution als Antwort auf von außen einwirkenden sozialen Druck, insofern als europäische Juden viele Jahrhunderte lang eine sehr schmale und ungewöhnliche ökonomische Nische als Kaufleute, Steuereintreiber und Geldverleiher innehatten, also Beschäftigungen, für die eine hohe Intelligenz einen großen praktischen Wert hatte. Der christlichen Mehrheitsbevölkerung war es verboten, Zinsen zu nehmen, während den Juden viele Berufe verschlossen waren. Nur dem gelang es in diesem kulturellen Klima, sich zu behaupten und seine Gene weiterzugeben, der einen sehr hohen IQ hatte.

Diese Situation dauerte vom frühen Mittelalter bis zur gesetzlichen Emanzipation der Juden nach der Aufklärung und bewirkte ein soziales Umfeld, das den durchschnittlichen IQ eines ganzen Volkes beträchtlich anhob.

Diese Kombination von Faktoren hatte es in der Antike nicht gegeben. In der islamischen Welt sahen sich die Juden in Handel und Verwaltung in Konkurrenz mit anderen Bevölkerungsgruppen wie z. B. Griechen und Armeniern; sie wurden dort a von den Muslimen auch diskriminiert, aber es ergab sich kein ähnlicher Anstieg des Intelligenzquotienten. Für diesen Effekt genügte „Diskriminierung” allein nicht.

Der wissenschaftliche Beitrag der Griechen im Zeitraum von 500 v. Chr. bis 200 n. Chr. überragt den vergleichsweise geringen Beitrag der Juden im gleichen Zeitraum in beträchtlichem Maß, aber dieses Bild kehrt sich vom 19. Jahrhundert an völlig um. Jetzt haben wir jüdische Genies wie Einstein, aber keine griechischen Genies mehr, die mit Aristoteles und Archimedes vergleichbar wären. Wir haben keinen überzeugenden Beweis, dass im Altertum die Juden ein sehr hohes Intelligenzniveau gehabt hätten. Diejenigen, die dies behaupten, verweisen auf den unverhältnismäßig großen Einfluss jüdischer religiöser Texte aus dieser Ära, aber das Fehlen herausragender jüdischer Wissenschaftler jener Zeit sowie die Tatsache, dass die Juden des Mittleren Ostens heutzutage keinen ungewöhnlich hohen IQ haben, zeigen, dass die hohe Intelligenz bei den Juden aus der europäischen Diaspora ein Produkt der nach-römischen Zeit ist.

Dieses Beispiel der aschkenasischen Juden ist aus einer ganzen Reihe von Gründen interessant. Zunächst schon allein wegen der Geschwindigkeit der Entwicklung: Die Intelligenz eines ganzen Volkes erhöhte sich um vielleicht 10 IQ-Punkte in ungefähr 1000 Jahren, also um viele Male schneller als die langsamere „klimatische” Entwicklung eines höheren IQ während der vorhergehenden Jahrtausende. Zweitens, diese Entwicklung war höchstwahrscheinlich von der sozialen und kulturellen Umwelt verursacht, nicht von der natürlichen, wie es während der Steinzeit der Fall gewesen war. Die europäischen Juden haben nicht einen höheren IQ entwickelt, weil sie in einem kälteren Klima als die anderen Europäer lebten; die Entwicklung war die unbeabsichtigte Folge von sozialen Zwängen, die sie in ein schmales Spektrum von Berufen zwang, in denen ein hoher IQ absolut nötig war; und es war ihnen möglich, dieses Merkmal weiterzugeben, weil relativ wenige Heiraten zwischen der christlichen Mehrheit und der jüdischen Minderheit stattfanden. Schließlich aber, und das ist das Wichtigste: dies Beispiel beweist gegen jeden Zweifel, dass die menschliche Evolution bis in historische Zeiten weitergegangen ist und wahrscheinlich sogar heute noch bedeutsame Resultate erzielen kann.

Wie bereits erwähnt, spricht Jared Diamond in Die Schicksale menschlicher Gesellschaften nicht über die Möglichkeit menschlicher Evolution während der letzten 50.000 Jahre, da er dies für „rassistisch” hält. Jedoch: sein Bestseller wurde von einer Person mit hohem Intelligenzquotienten geschrieben. Die Ironie liegt nun darin, dass Jared Diamonds Theorien die Existenz von Jared Diamond nicht erklären können. Mr. Diamond ist ein Aschkenase, wie es auch Michael H. Hart ist, was nun wiederum bedeutet, dass er aus der ethnischen Gruppe mit dem höchsten durchschnittlichen IQ auf unserm Planeten stammt. Und diese ist nun auch zugleich die ethnische Gruppe mit der höchsten Zahl an Nobelpreisen – bezogen auf die Kopfzahl der Gruppe – in den Naturwissenschaften, was ein starker Hinweis darauf ist, dass der IQ tatsächlich etwas misst, das in der Diskussion über Intelligenz von Relevanz ist.

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Warum haben die Europäer die moderne Welt geschaffen? – Teil 2

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Von Fjordman. Der Originaltext Why Did Europeans Create the Modern World? — Part 2 erschien am 22. September 2009 auf Gates of Vienna. (Bilder vom Übersetzer eingefügt.)

Michael H. Hart bewertet die Errungenschaften verschiedener Zivilisationen. Er behauptet, daß die Beiträge der alten Ägypter ziemlich mager waren. Die Sumerer erfanden als erste die Schrift, was den Ägyptern durchaus bekannt gewesen sein könnte. Sie leisteten keine bedeutenden Beiträge zur astronomischen Theorie, noch zur Physik, Chemie, Biologie oder Geologie. Die politische Struktur Ägyptens war eine absolute Monarchie, was keine originelle Idee war und neuzeitliche Denker nicht beeinflußte. Während die Pyramiden sicherlich visuell beeindruckend sind, ist eine Pyramide streng genommen eine simple architektonische Struktur und großteils keine sehr nützliche. Warum werden die Beiträge der alten Ägypter so überbewertet? Weil das Klima in Ägypten so trocken ist, überdauern die Architektur (und die Mumien), die sie schufen, dort besser als anderswo. Ihre Monumente sind immer noch sichtbar. Hart behauptet in keiner Weise, daß die alten Ägypter Wilde gewesen seien, nur daß ihre Beiträge häufig überbewertet werden.

Ich persönlich denke, daß er die Ägypter etwas mißachtet. Es ist wahr, daß sie wissenschaftlich nicht sehr fortgeschritten waren, und daß die griechische Kunst während der hellenischen und hellenistischen Periode so lebensecht war, wie es die ägyptische niemals war, aber die Griechen waren von der ägyptischen Tempelarchitektur und von ihren Studien der Proportionen des menschlichen Körpers inspiriert. Wie der Kunsthistoriker Gombrich sagt, „gingen die griechischen Meister bei den Ägyptern in die Schule, und wir sind alle die Schüler der Griechen.” Der amerikanische Autor Lawrence Auster drückt es so aus:

„Denken wir daran, den Ägyptern das Verdienst für die erste Entwicklung der schönen menschlichen Form zuzubilligen, welche die Griechen dann übernahmen und lebendiger machten. Camille Paglia ist höchst albern, aber lesen Sie doch das erste Kapitel ihres Buches Sexual Personae (dt. „Die Masken der Sexualität”), wo sie die ägyptische Schöpfung der klaren, perfekten, ‘apollonischen’ Form behandelt, welche die Grundlage der westlichen Kunst wurde… . Für die Griechen vermittelt die natürliche Form das Göttliche. Daher waren sie nicht einfach nur ‘naturalistisch’, d. h. naturgetreu. Sie sahen die Natur als so schön, weil sie die Natur als von einer perfekten Harmonie erfüllt sahen. Von daher kommt die unglaubliche Sensibilität der athenischen Skulpturen des fünften Jahrhunderts. In einer Weise drückten die Künstler des athenischen Goldenen Zeitalters in Stein aus, was Homer Jahrhunderte früher durch Poesie ausgedrückt hatte: jene besonderen Momente im Leben, in denen der Held ‘mehr zu sein scheint als ein Mensch.’ Oder wie die Szene in der Ilias (Buch III, 156-58), wo die alten Männer auf den Mauern Trojas Helena kommen sehen und zueinander sagen: ‘Man kann den Trojanern und den stark gerüsteten Achäern sicherlich keinen Vorwurf machen, wenn sie über lange Zeit Härten auf sich nehmen für eine Frau wie diese. Schrecklich ist die Ähnlichkeit ihres Gesichts mit unsterblichen Göttinnen.’“

In der Wissenschaft übertrafen die alten Griechen die Ägypter mit Leichtigkeit.  Die griechische deduktive Geometrie erwies sich als unverzichtbares Vorspiel zur Ankunft der modernen Wissenschaft, und abgesehen von Mathematik und Astronomie leisteten sie große Beiträge zur Dichtkunst, Geschichte, Drama und Mythologie, brachten elegante Architektur wie den Parthenon in Athen hervor sowie auch große Bildhauer und Maler. Die Werke von Plato und Aristoteles gehören zu den ältesten analytischen Schriften über politische Theorie. Wenn Menschen im einundzwanzigsten Jahrhundert Aristoteles’ Politik lesen, um zu sehen, was darin über Demokratie steht, dann nicht bloß aus historischer Neugier, sondern weil dies für heute als relevant betrachtet wird. Im Gegensatz dazu liest buchstäblich niemand „pharaonische” Politiktheorie.

„Olympias”, der Nachbau eines griechischen Dreiruderers.

„Olympias”, der Nachbau eines griechischen Dreiruderers.

Warum hatten die alten Griechen soviel erreicht? Möglicherweise machte die Geographie Griechenlands sie zu einer Seefahrernation und brachte sie dazu, sich mit Erforschung und Handel zu befassen. Und doch gab es viele andere Völker, die auch einen ähnlichen geographischen Vorteil genossen, und während die Phönizier große Seefahrer und Händler waren, schufen sie gemäß der historischen Beweislage nichts, das den wissenschaftlichen Errungenschaften der Griechen nahekam. Hart glaubt, daß Wissenschaft, obwohl andere Europäer einen mindestens so hohen Intelligenzquotienten hatten wie die Griechen, vor allem die Schöpfung städtischer, schriftkundiger Kulturen ist, und in der Weise profitierten die Griechen vom frühen Kontakt mit den schriftkundigen Zivilisationen des Nahen Ostens:

„Die beste Erklärung für das griechische Phänomen liegt in einer Kombination genetischer und geographischer Faktoren. Die Völker, die in den kalten Regionen Europas lebten, hatten über einen Zeitraum vieler Jahrtausende eine höhere durchschnittliche Intelligenz entwickelt als die Völker, die im Nahen Osten lebten. Wegen des milden Klimas und der Verfügbarkeit einer großen Auswahl brauchbarer domestizierbarer Pflanzen und Tiere entwickelten die Bewohner des Nahen Ostens jedoch lange vor den Völkern Nordeuropas die Landwirtschaft. Das frühe Entstehen von Landwirtschaft und Städten im Nahen Osten befähigte sie während der Jungsteinzeit und der frühhistorischen Zeit zu größerem Fortschritt und zu einem großen Vorsprung vor dem Rest der Welt in Technologie und intellektuellen Angelegenheiten. Mit der Zeit befähigte ihre überlegene genetische Ausstattung die Europäer zur Überwindung dieses Vorsprungs. Unter den europäischen Gruppen würde jedoch diejenigte am wahrscheinlichsten als erste Fortschritte machen, welche die früheste Gelegenheit hatte, von den Zivilisationen des Nahen Ostens und Ägyptens zu lernen. Wegen ihrer geographischen Lage waren die Griechen das erste europäische Volk, das in Kontakt mit jenen Zivilisationen kam.”

In Understanding Human History bewertet Michael H. Hart auch die islamische Welt. Er sagt richtigerweise, daß nichtmoslemische Dhimmis unter islamischer Herrschaft kaum überhaupt Bürger zweiter Klasse waren, sondern eher Nicht-Bürger, denen viele grundlegende Bürgerrechte fehlten. Zum Beispiel konnten sie vor Gericht nicht gegen einen Moslem aussagen. Er bestreitet, daß die Bekehrung zum Islam immer „freiwillig” war, angesichts der vielfältigen Erniedrigungen, des Drucks und der Steuern, denen Nichtmoslems ständig ausgesetzt waren, nur weil sie Nichtmoslems waren. Hinsichtlich kultureller Errungenschaften erwähnt er einige beachtenswerte Gelehrte und Gestalten. Eine ist der marokkanisch-berberische Forscher und Schriftsteller Ibn Batutta (1304-1369), der im vierzehnten Jahrhundert von Westafrika über Südosteuropa und Indien nach China reiste und seine Erfahrungen in seinem Buch Rihlah (Reisen) niederschrieb.

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Warum haben die Europäer die moderne Welt geschaffen? – Teil 1

Von Fjordman; der Originaltext Why Did Europeans Create the Modern World? – Part 1 erschien am 19. 9. 2009 auf Gates of Vienna. (Bilder vom Übersetzer eingefügt.)

Übersetzung: BeforeDawn

In diesem Essay werde ich die Arbeiten und Theorien Jared Diamonds, vor allem seinen internationalen Bestseller Arm und Reich: Die Schicksale menschlicher Gesellschaften [engl.: Guns, Germs and Steel: The Fates of Human Societies, 1997 ] und, in geringerem Ausmass, sein 2005 erschienenes Buch Kollaps: Warum Gesellschaften überleben oder untergehen  [engl.: Collapse: How Societies Choose to Fail or Succeed], mit dem Buch Understanding Human History  (2005) des amerikanischen Astrophysikers Michael H. Hart vergleichen. Diamonds Arbeit betont in starkem Maße die Wichtigkeit der Geographie, was in einigen Fällen hilfreiche Perspektiven eröffnet, aber nicht in allen. Hart betont die Unterschiede in der Intelligenz verschiedener ethnischer Gruppen und untersucht diese im Licht der Evolutionslehre. Ich werde auch aus den Büchern anderer Autoren zitieren, um die Bedeutung des Rechts, der Religion, des Bildungssystems, des Kapitalismus usw. einzuschätzen.

Hin und wieder stehe ich Diamonds Schriften kritisch gegenüber, besonders seinen verallgemeinernden Schlussfolgerungen, das heißt aber nicht, dass ich glaube, dass alles falsch ist, was er sagt. Er hat recht, wenn er darauf hinweist, dass Umweltzerstörung weit davon entfernt ist, auf die westliche Zivilisation beschränkt zu sein, und er zögert nicht festzustellen, dass viele Gesellschaften in der ganzen Welt brutale Gewalt praktiziert haben.

Wie auch andere mittelamerikanische Zivilisationen hatten die Maya keine Metallwerkzeuge, keine Segelboote, keine Räder und keine Haustiere, die groß genug gewesen wären, Lasten zu tragen oder einen Pflug zu ziehen, sie hatten aber dennoch vor dem sogenannten klassischen Zusammenbruch der Maya-Kultur nach dem Jahr 800 n. Chr., nach vorindustriellen Maßstäben, eindrucksvoll hohe Bevölkerungsdichten. Nachdem die Entzifferung der Maya-Schriftzeichen am Ende des vorigen Jahrhunderts einen entscheidenden Durchbruch erfahren hat, ist jetzt unser Verständnis ihrer Gesellschaft und Kultur weit größer als es noch vor wenigen Generationen war. Diamond führt in seinem Buch Kollaps aus:

„Archäologen haben lange Zeit geglaubt, die alten Maya seien sanfte und friedliche Menschen gewesen. Wir wissen jetzt, dass die Kriegführung der Maya intensiv und dauerhaft war und kein Ende fand, weil begrenzte Nahrungsmittelressourcen und Transportmöglichkeiten es für alle einzelnen Fürstentümer der Maya unmöglich machten, die gesamte Region in einem Reich zusammenzuschließen, in der Art und Weise, wie die Azteken und die Inkas Zentralmexiko, bzw.  die Andenregion, vereint haben. Gefangene wurden in sehr unangenehmer Weise der Folter unterzogen, wie es deutlich auf Monumenten und Wandgemälden dargestellt ist (wie z. B. durch das Herausreißen der Finger aus den Gelenkkapseln, durch das Ziehen von Zähnen, das Abtrennen des Unterkiefers, Abschneiden der Lippen und Fingerspitzen, Herausreißen der Fingernägel und Durchbohren der Lippen mit einem Stift) und die (manchmal Jahre später) in der Opferung der Gefangenen in gleichermaßen unangenehmer Weise gipfelte (wie etwa dadurch, dass die Gefangenen zu einer Kugel zusammengeschnürt und dann als Ball die steilen Steintreppen eines Tempels hinuntergerollt wurden).“

Es ist interessant zu bemerken, dass westliche Beobachter häufig nicht-westlichen Kulturen zu viel guten Willen entgegenbringen und gar nicht, wie oft behauptet wird, „eurozentrisch” urteilen. Als ich jung war, wurde mir einmal gesagt, dass es in keiner Gesellschaft in der frühen Neuzeit regelmäßig praktizierten Kannibalismus gegeben habe, dies sei eine rassistische, kolonialistische Lüge, die von vorurteilsbeladenen Europäern erfunden worden sei, um andere Völker und Kulturen zu dämonisieren. Ein Beispiel dafür sei der „Freitag” genannte Kannibale, der in Daniel Defoes Roman Robinson Crusoe (1719) zum Christentum bekehrt wurde. Als ich älter wurde und begann, selbst Nachforschungen anzustellen, erkannte ich klar, wie falsch diese Behauptung war.

In seinem Buch This Horrid Practice: The Myth and Reality of Traditional Maori Cannibalism beschäftigt sich der Neuseeländer Paul Moon mit der in der generell sehr grausamen Gesellschaft der Maori anzutreffenden Tradition, einander aufzuessen. Moon, ein Professor für Geschichte an der University of Technology in Auckland, sagt, der Kannibalismus habe bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts angedauert. Er verschwand erst nach der Ankunft europäischer christlicher Missionare. Auch Tötung von Kindern war verbreitet. Die Stämme brauchten Männer als Krieger, und Mütter töteten oft ihre Töchter, indem sie sie erstickten oder einen Finger in den noch weichen Schädel bohrten. Kannibalismus war Teil der Wut nach einer Schlacht. „Ein Argument war, dass den Feind einfach zu töten, um ihn zu bestrafen, zu wenig ist. Wenn man ihn aber zerhackt und ihn isst, um ihn dann zu Exkrementen werden zu lassen, das ist die größte Erniedrigung, die man ihm antun kann”, sagt Moon. Das Beweismaterial hierfür ist so überwältigend, dass es unangebracht wäre, so zu tun, als hätte es das nicht gegeben. Es ist zu wichtig, um es zu ignorieren.“

Die Leiterin des Maori Studies Department an der Universität in Auckland, Margaret Mutu, sagt, Kannibalismus sei in Neuseeland weit verbreitet gewesen. „Es hat ihn wirklich gegeben. Er ist in vielfältiger Weise in unseren Geschichten und Traditionen anzutreffen, eine Menge Ortsnamen beziehen sich darauf.” Sie sagt, der Kannibalismus der Maori sei von vielen Historikern nicht erwähnt worden, weil er mit der englischen Kultur nicht vereinbar war.

Man hat uns gesagt, Europäer erfänden negative Stereotype über andere Völker. Man beachte, wie in diesem Fall – und dies ist nicht das einzige Beispiel, das sich hierfür finden lässt – die Europäer in Wirklichkeit die sehr realen Defekte anderer Kulturen herunterspielen, und dies sogar in der Kolonialzeit.

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Die seltsame Zivilisation

Von Fjordman. (Original: The Curious Civilization, Gates of Vienna 21. März 2011). Übersetzung: Lucifex.

Der angesehene Wissenschaftler Toby E. Huff veröffentliche Ende 2010 sein Buch Intellectual Curiosity and the Scientific Revolution: A Global Perspective, das mich zu diesem Essay inspirierte. Er war auch der Autor des modernen Klassikers The Rise of Early Moden Science: Islam, China and the West.

Als der chinesenfreundliche englische Wissenschaftler Joseph Needham die Geschichte der Wissenschaft unter den Chinesen recherchierte, war er schließlich zur Schlussfolgerung gezwungen, dass man „kaum von einer entwickelten Wissenschaft der Physik“ in China vor dem neuzeitlichen Kontakt mit Europäern sprechen kann. Ihm fehlten die systematischen Denker, auf die man in der Geschichte der Mechanik im mittelalterlichen Europa stößt, wo es eine etablierte Tradition der Diskussion über Aristoteles’ Vorstellungen zur Bewegung gab. Darunter sind Namen wie Philoponus, Buridan, Bradwardine und Oresme, die alle zu Entwicklungen beitrugen, die ihren Höhepunkt in Galileos Werk fanden. In China gab es keinen Galileo und auch keine Kepler’schen Gesetze der Himmelsbewegungen, die die Grundlage für Newtons große Synthese bildeten.

1-dunhuangchinesesky  Die kosmologische Sichtweise der Chinesen verband die Erde und vor allem die königliche Familie in organischer Weise mit dem Himmel und der spirituellen Welt. Das Fehlverhalten von Beamten und besonders des Kaisers selbst konnte Hungersnöte, Erdbeben, Dürren oder andere Naturkatastrophen zur Folge haben, weil sie das Missfallen der spirituellen Welt erregt hatten. In ähnlicher Weise wurden Anomalien am Himmel als Vorzeichen der Zukunft aufgefasst und konnten zukünftige Ereignisse vorhersagen, die nur dem Kaiser bekannt sein sollten. Aus diesem Grund gab es im kaiserlichen China eine starke Tendenz, die Himmelsbeobachtung unter dem Schleier der Geheimhaltung auf die offizielle Bürokratie beschränkt zu halten.

Die chinesische astronomische Theorie war verglichen mit jener der alten Griechen nie sehr hoch entwickelt, ganz zu schweigen von jener, die sich nach der wissenschaftlichen Revolution im modernen Europa entwickelte, aber auf streng praktischer Ebene hatten sie eine reiche Tradition der Himmelsbeobachtung, die direkt mit der Erstellung von Kalendern verbunden war. Wie Huff fragt: warum hatte die Ankunft des Teleskops mit den jesuitischen Astronomen nicht dieselbe befruchtende Wirkung auf die wissenschaftliche Forschung wie in Europa?

2-jesuitastronomers  Die Zahl der von europäischen Astronomen präzise katalogisierten Sterne stieg durch den Gebrauch des Teleskops während des siebzehnten Jahrhunderts auf mehr als das Dreifache. Aber trotzdem westeuropäische Augengläser um das sechzehnte Jahrhundert in bedeutenden Mengen in den Nahen Osten und bis nach China exportiert worden waren, führten Asiaten mit solchen Gläsern keine Experimente durch, die zu ihrer eigenen Konstruktion von Teleskopen geführt hätten. Noch seltsamer ist, dass asiatische Nationen, nachdem sie in den 1600ern mit dem europäischen Teleskop bekanntgemacht worden waren, überraschend langsam dabei waren, es für die Gewinnung neuer astronomischer Einsichten zu verwenden. Huffs provokante Behauptung lautet, dass sie an etwas litten, das er ein Neugierdefizit gegenüber den Europäern nennt.

3-lenssalesman  Der Nahe Osten hatte eine sehr alte Tradition der Glasherstellung für dekorative Zwecke. Die Region hatte auch theoretische Studien optischer Phänomene hervorgebracht, die von altgriechischen Arbeiten inspiriert waren, welche jenen Ost-, Südost- oder Südasiens überlegen waren. Und doch leisteten die Moslems, nachdem sie mit europäischen Glaslinsen konfrontiert wurden, fast keine eigenen kreativen Beiträge. Abgesehen von einigem begrenztem Interesse an der Verwendung von Teleskopen für militärische Zwecke oder für Spionage gegen die Ungläubigen gab es in islamisch beherrschten Ländern wenig Reaktion auf dieses neue europäische Gerät:

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Was wäre wenn…? WikiLeaks, 1941

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Von Srdja Trifkovic, übersetzt von Deep Roots.

Das Original What If… erschien am 7. Dezember 2010 bei „Gates of Vienna“.

Vorwort von Baron Bodissey:

Es gibt zwei Hauptströmungen in den heutigen Nachrichten.

Die erste hat mit den fortdauernden Beben infolge der von WikiLeaks veröffentlichten diplomatischen Telegrammen zu tun, die weiterhin politische Führer überall auf der Welt durchrütteln. Die zweite ist der neunundsechzigste Jahrestag des japanischen Angriffs auf Pearl Harbor.

Beide Strömungen sind von Srdja Trifkovic in einem denkwürdigen Essay für „Chronicles“ zusammengeführt worden. Nachfolgend einige Auszüge:

WikiLeaks 1941, von Srdja Trifkovic

7. Dezember 2010

Über zweitausendvierhundert amerikanische Seeleute, Soldaten und Flieger wurden heute vor 69 Jahren in Pearl Harbor getötet. Hätten wir damals 1941 ein Äquivalent zu WikiLeaks gehabt, dann hätte der Lauf der Geschichte jedoch sehr unterschiedlich sein können. Es wäre für Franklin Delano Roosevelt viel schwieriger gewesen, das Land dahin zu manövrieren, daß es im Pazifik angegriffen wird, um es ihm zu ermöglichen, den Krieg in Europa zu führen, was die ganze Zeit sein leidenschaftlicher Wunsch gewesen war.

Ein Infoleck – nur eines! – hätte Roosevelts großen Plan beinahe torpediert. Mitte 1941 bezog er die Kriegspläne des Heeres-, Marine- und Luftwaffenstabes in eine Politik ein, die er „Victory Program“ nannte und mittels der er Amerika auf den Krieg gegen Deutschland und Japan vorbereitete, ungeachtet der Opposition im Kongreß und des Volkswillens. Seine Absicht war es, die öffentliche Meinung zur Unterstützung des Programms zu verleiten, weil die versprochene Steigerung der Waffenproduktion mehr Arbeitsplätze und eine gesündere Wirtschaft bedeutete. Ein Unterstützer des America First Committee, Senator  Burton K. Wheeler, erhielt von einer Quelle innerhalb des Air Corps ein Exemplar des als geheim eingestuften Victory Program und leitete es am 4. Dezember 1941 an zwei Zeitungen weiter, die Chicago Tribune (damals eine seriöse Tageszeitung) und den Washington Times-Herald (der schon lange eingestellt ist). Sofort brach lautstarke öffentliche Opposition gegen den Plan los, hörte aber drei Tage später, am 7. Dezember 1941, auf. Der Kongreß beschloß bald das Victory Program mit wenigen Änderungen. Die Japaner waren auf Stichwort aufgetreten.

Stellen Sie sich die Konsequenzen vor, wenn die Chicago Tribune und der Washington Times-Herald während der vorhergehenden paar Monate eine Serie weiterer „Leaks“ veröffentlicht hätten, einschließlich des Folgenden:

Berlin, 27. September 1940. Die US-Botschaft meldet die Unterzeichnung des Dreimächtepakts, des Abkommens auf gegenseitige Unterstützung zwischen Deutschland, Italien und Japan: „Er bietet die Möglichkeit, daß Deutschland Amerika den Krieg erklärt, wenn Amerika in den Krieg gegen Japan eintreten sollte, was bedeutende Auswirkungen auf die US-Politik gegenüber Japan haben könnte.

Washington, 7. Oktober 1940: Nachdem er die Implikationen des Dreimächtepakts überdacht hat, schlägt Lt.Cdr. Arthur McCollum, USN, vom Office of Naval Intelligence (Marinegeheimdienst, ONI) eine Strategie vor, mit der Japan zum Angriff gegen die USA provoziert werden soll, wodurch die Bestimmungen des Dreimächtepakts hinsichtlich gegenseitiger Unterstützung in Kraft treten und Amerika endlich in den Krieg in Europa bringen. Der Vorschlag sah acht spezifische Schritte vor, die darauf abzielten, Japan zu provozieren. Sein Kernstück war, die US-Flotte als Lockmittel für einen japanischen Angriff in Hawaii zu halten und ein Ölembargo gegen Japan einzuführen. „Wenn Japan durch diese Mittel dazu verleitet werden kann, eine offene Kriegshandlung zu begehen, umso besser,“ schloß das Memo.

Washington, 23. Juni 1941: Einen Tag nach Hitlers Angriff auf Sowjetrußland schrieb Harold Ickes, der Innenminister und Berater von FDR ein Memo für den Präsidenten, in dem es hieß, daß „sich aus dem Ölembargo gegen Japan solch eine Situation entwickeln könnte, die es nicht nur möglich, sondern leicht machen würde, in effektiver Weise in diesen Krieg einzutreten. Und wenn wir solcherart indirekt hineingezogen werden, würden wir die Kritik vermeiden, daß wir als Verbündeter des kommunistischen Rußland darin eingetreten sind.“

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(Baron Bodissey):Mr.Trifkovic listet eine Anzahl weiterer Telegramme auf, die zu diesem schändlichen Tag führten. Gehen Sie rüber zu Chronicles, um den Rest zu lesen – der, wie der Autor hervorhebt, Geschichte ist.

Und genau das habe ich (Deep Roots) getan und diesen Rest hier für euch übersetzt (Bilder von mir eingefügt):

Washington, 22. Juli 1941: Admiral Richmond Turners Bericht besagt, daß „die Unterbrechung des amerikanischen Ölnachschubs an Japan prompt zur Invasion Niederländisch-Ostindiens führen wird: Es scheint gewiß, daß Japan auch militärische Aktionen gegen die Philippinen durchführen wird, was uns unmittelbar in einen pazifischen Krieg hineinziehen würde.“

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