Tacitus’ „Germania“

Von Andrew Hamilton, übersetzt von Deep Roots. Das Original Tacitus’ Germania erschien am 30. September 2011 bei Counter-Currents Publishing/North American New Right.

Tacitus’ Germania, eine kurze Monographie über die germanische Ethnographie, die ca. 98 n. Chr. geschrieben wurde, ist von großer historischer Bedeutung. Die Überlieferung des Textes bis zum heutigen Tag und gewisse Abenteuer und Spannungen, die sie umgeben, ergeben eine interessante Geschichte.

Der römische Historiker und Aristokrat Cornelius Tacitus (ca. 55 – ca. 117 n. Chr.) war der Autor mehrerer Werke, von denen mehr als die Hälfte verlorengingen. Was von seinen Schriften bleibt, wird in die sogenannten „großen [langen] Werke“, die Historien und die Annalen, die zusammen den Zeitraum von 14 – 96 n. Chr. behandeln, und die „kleineren [kurzen] Werke“ unterteilt: den Dialogus de oratoribus, Agricola und Germania. Man glaubt, daß Tacitus, ein Senator, im Jahr 79 das Amt des Quästors innehatte, 88 das des Prätors, 97 das des Konsuls und von 112 – 113 Prokonsul oder Gouverneur der römischen Provinz „Asia“ (der [heutigen] westlichen Türkei) war.

„Germania“ ist ein kurzes Werk, nicht wirklich ein „Buch“. Meine Ausgabe, Germany and Its Tribes“, ist bloße 23 Seiten lang – wenngleich in mäßig kleinem Druck der Kriegszeit auf dünnem Papier, ohne Anmerkungen, Karten, Illustrationen oder anderen redaktionellen Hilfen. Sie wurde von Alfred Church und William Brodrib 1876 aus dem Lateinischen übersetzt und von Random House’s Modern Library 1942 veröffentlicht.

„Agricola“, das vom römischen Britannien handelt, ist ungefähr von gleicher Länge. Agricola, der General, der hauptsächlich für die römische Eroberung Britanniens verantwortlich und von 77 – 85 n. Chr. Gouverneur Britanniens war, war Tacitus’ Schwiegervater.

Die „Germania“ ist seit der Renaissance die einflußreichste Quelle über die frühen germanischen Völker gewesen. Ihre verläßliche Darstellung ihrer Ethnographie, Kultur, Institutionen und Geographie ist die gründlichste, die aus der Antike überlebt hat, und bleibt bis zum heutigen Tag der herausragende klassische Text zu diesem Thema. Das Buch bezeichnet das Hervortreten der Nordeuropäer aus dem Dunkel der Archäologie, Philologie und Prähistorie ins Licht der Geschichte, ein halbes Jahrtausend nach dem Hervortreten der Südeuropäer bei Homer und Herodot.

Obwohl Tacitus zeitweise kritisch über die Germanen schreibt, betont er auch deren Einfachheit, Tapferkeit, Ehrenhaftigkeit, Treue und andere Tugenden im Kontrast zur korrupten römischen Gesellschaft der Kaiserzeit, die gegenüber der Vitalität der Republik abgefallen war. (Es ist gesagt worden, daß bei Tacitus niemand gut ist außer Agricola und den Germanen.)

Tacitus’ Buch beruht auf zeitgenössischen mündlichen und schriftlichen Berichten. Während dieses Zeitraums nahm das Wissen über Nordeuropa schnell zu. Römische Befehlshaber verfaßten unveröffentlichte Memoiren ihrer Feldzüge in der Art von Cäsars „Kommentaren“, die in römischen literarischen Kreisen zirkulierten. Diplomatischer Austausch zwischen Rom und germanischen Stämmen brachte germanische Führer nach Rom und römische Gesandte an barbarische Höfe. Und römische Händler erweiterten den Verkehr mit den Barbaren und schufen womöglich mehr Wissen als die Männer des Militärs.

Laut dem jüdischen Altphilologen Moses Hadas „opferte Tacitus niemals bewußt die historische Wahrheit. Er zog gute Quellen zu Rate, Memoiren, Biographien und offizielle Aufzeichnungen, und er deutet häufig an, daß er mehr als eine Quelle vorliegen hatte. Er holte Informationen von jenen ein, die in der Position waren, etwas zu wissen“, und „übt kritische Urteilsfähigkeit aus.“

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Die Geschichte des Geldes – Teil 3

Vorwort von Osimandia: Das englische Original erschien unter dem Titel The History of Money Part 3 auf der Seite xat.org. von einem unbekannten Autor. Der durch Einrückung gekennzeichnete –  und im englischen Original nicht vorhandene – Einschub ist die Übersetzung eines Artikels von Ellen Brown, der  am 19. August 2007 unter dem Titel Thinking outside the Box: How a Bankrupt Germany Solved its Infrastructure Problems auf ihrer Seite Web of Debt veröffentlicht wurde.

Der Einschub erschien mir angebracht, weil an der Stelle, wo es gerade für deutsche Leser interessant wird, der Originalartikel etwas enttäuschend oberflächlich bleibt.

Übersetzt von Osimandia. Alle Bilder und der Großteil der Links stammen nicht aus den Originaltexten, sondern wurden bei der Übersetzung eingefügt.

Der erste Weltkrieg – A.D. 1914 bis 1918

Die Deutschen liehen sich Geld von der deutschen Rothschildbank, die Briten liehen sich Geld von der britischen Rothschildbank und die Franzosen liehen sich Geld von der französischen Rothschildbank.

Der amerikanische Superbänker J.P. Morgan war unter anderem auch ein Verkaufsagent für Rüstungsgüter. Sechs Monate nach Kriegsbeginn war er mit Ausgaben von 10 Millionen Dollar täglich der größte Konsument des Planeten.

Die Rockefellers und der Vorsitzende des Rats für Kriegsindustrie Bernard Baruch machten jeweils rund 200 Millionen, während Familien ihre Söhne für die blutige Front opferten; aber Profit war nicht das einzige Motiv für ihr Engagement.

Russland hatte den Plan der Geldwechsler, Amerika in zwei Hälften zu spalten, vereitelt, und verblieb das letzte große Land ohne eigene Zentralbank.

Drei Jahre nach Kriegsbeginn wurde jedoch die ganze Zarenfamilie ermordet und der Kommunismus begann. [Korrektur d.Ü.: 1917 dankte der Zar ab, ermordet wurden er und seine Familie 1919]

Zar Nikolaus II, Zarin Alexandra, Ihre Töchter Olga, Tatiana, Maria und Anastasia, sowie Kronprinz Alexej. Zusammen mit ihrem Arzt und einigen treuen Bediensteten in der Nacht vom 16. auf den 17. Juli 1919 ermordet von einem von Jakow Jurowsky angeführten bolschewistischen Erschießungskommando.

Sie mögen es vielleicht merkwürdig finden, zu erfahren, dass die Russische Revolution auch mit britischem Geld finanziert worden war. Kapitalistische Geschäftsleute, die den Kommunismus finanzieren?

Der Autor Gary Allen erklärt es:

„Kommunismus oder genauer gesagt Sozialismus, ist keine Bewegung der unterdrückten Massen sondern eine der Wirtschaftselite.”

W. Cleon Skousen schrieb in seinem Buch The Naked Capitalist:

„Macht aus jeder Quelle neigt dazu, den Appetit auf noch mehr Macht anzuregen… Es war fast unvermeidlich, dass die Superreichen eines Tages danach streben würden, nicht nur ihr eigenes Vermögen sondern das Vermögen der ganzen Welt zu kontrollieren.

Um das zu erreichen, waren sie vollkommen gewillt, den Ehrgeiz der machthungrigen politischen Verschwörer zu füttern, die entschlossen waren, alle existierenden Regierungen zu stürzen und eine zentrale weltweite Diktatur zu etablieren. “

Extremistische Revolutionäre wurden dadurch kontrolliert, dass sie finanziert wurden, wenn sie kooperierten, und von der Finanzierung abgeschnitten wurden, wenn sie es nicht taten, wobei dann sogar manchmal ihre Gegner mit Geld ausgestattet wurden.

Wenn es Ihnen schwer fällt, das zu glauben, hören Sie einfach, was der sogenannte Diktator der jungen Sowjetunion zu sagen hatte:

„Der Staat funktioniert nicht so, wie wir es gewünscht hatten. Der Wagen gehorcht nicht. Ein Mann ist am Steuer und es sieht so aus, als ob er lenkt, aber der Wagen fährt nicht in die gewünschte Richtung. Er fährt dahin, wo andere Kräfte es wünschen.” (Wladimir Lenin zitiert nach Richard Wurmbrand: Marx and Satan)

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Die Geschichte des Geldes – Teil 2

Übersetzt von Osimandia. (Teil 1 hier)

Das 19. Jahrhundert wurde als das Zeitalter der Rothschilds bekannt, damaligen Schätzungen zufolge kontrollierten sie die Hälfte des weltweiten Vermögens. Während ihr Vermögen heute weiter ansteigt, ist es ihnen gelungen, sich unsichtbar im Hintergrund zu halten und den Eindruck zu erwecken, ihre Macht sei geschwunden. Sie verwenden den Namen Rothschild nur für einen kleinen Bruchteil der Unternehmen, die sie tatsächlich kontrollieren. Manche Autoren behaupten, dass die Rothschilds nicht nur die Bank von England übernommen haben, sondern dass sie 1816 auch hinter einer neuen privaten Zentralbank in Amerika mit dem Namen The Second Bank of The United States standen, die dem amerikanischen Präsidenten große Probleme bereitete.

Präsident Andrew Jackson – überlebte einen Mordversuch am 30. Januar 1835. Der unzurechnungsfähige Attentäter wurde in die Psychiatrie eingewiesen und nie verurteilt. Er prahlte später damit, Kontakt zu mächtigen Leuten in Europa gehabt zu haben.

Als der amerikanische Kongress dafür stimmte, die Laufzeit der Second Bank of The United States zu verlängern, machte Andrew Jackson von seinem Vetorecht Gebrauch, um das Gesetz zu Fall zu bringen. Seine Antwort gibt uns einen interessanten Einblick:

Es sind nicht nur unsere eigenen Bürger, die in den Genuss der Freigiebigkeit unserer Regierung kommen. Mehr als acht Millionen des Aktienkapitals dieser Bank werden von Ausländern gehalten … stellt eine Bank, die in ihrer Natur so wenig hat, was sie an unser Land bindet, nicht eine Gefahr für unsere Freiheit und Unabhängigkeit dar? (…)

Unsere Währung zu kontrollieren, unsere öffentlichen Gelder einzunehmen und Tausende unserer Bürger in Abhängigkeit zu halten…wären furchteinflößender und gefährlicher als eine feindliche Militärmacht. Wenn die Regierung sich darauf beschränken würde, alle gleichermaßen zu schützen, und so wie es der Himmel regnen lässt, die Hohen und Niedrigen, Reichen und Armen, gleichermaßen zu begünstigen, dann wäre das ein Segen ohnegleichen. Das Gesetz, das ich hier vor mir habe, stellt ein weitgehendes und unnötiges Abrücken von diesen gerechten Prinzipien dar.”

1832 ordnete Jackson den Rückzug der Regierungseinlagen aus der Second Bank an und legte sie stattdessen in sicheren Banken ein. Der Vorsitzende der Second Bank, Nicholas Biddle, war recht freimütig bezüglich der Macht und den Absichten der Bank, als er offen drohte, eine Depression zu verursachen, wenn die Laufzeit der Bank nicht verlängert werden würde. Wir zitieren:

„Nichts als weitverbreitetes Leid wird auf den Kongress irgendeine Wirkung haben… Unsere einzige Sicherheit ist, einen stetigen Kurs fester Restriktionen zu fahren – und ich habe keinen Zweifel, dass ein solcher Kurs letztendlich zur Wiedereinsetzung der Währung und einer neuen Laufzeit für die Bank führen wird.”

Indem er bestehende Darlehen einforderte und sich weigerte, neue auszugeben, verursachte er eine massive Depression, doch als im Jahr 1836 die Laufzeit endete, hörte die Second Bank auf zu existieren. Zu diesem Zeitpunkt machte Andrew Jackson seine zwei berühmten Äußerungen: „Die Bank versucht, mich zu töten – aber ich werde sie töten!” und „Wenn das amerikanische  Volk nur die krasse Ungerechtigkeit unseres Geld- und Banksystems verstehen würde, dann gäbe es noch vor morgen früh eine Revolution…”

Als er gefragt wurde, was der größte Erfolg seiner Laufbahn gewesen sei, antwortete Andrew Jackson ohne zu zögern „I killed the bank!” Wir werden allerdings sehen, dass dies nicht das Ende davon war, dass privater Finanzeinfluss sich als öffentlich ausgab, wenn wir uns Abraham Lincoln und den Bürgerkrieg ansehen.

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Die Geschichte des Geldes, Teil 1

Das englische Original erschien unter dem Titel The History of Money Part 1 auf der Seite xat.org. Der Name des Autors ist nicht ersichtlich. [Er bezieht sich jedoch offensichtlich stark auf das Video Die Rothschilds und ihre Macht – Teil 1, Teil 2, Teil 3 – Ausschnitt aus „The Money Masters“ über die Rothschilds – mit deutschen Untertiteln.] Übersetzt von Osimandia. Links und Bilder stammen nicht aus dem Originaltext, sondern wurden bei der Übersetzung eingefügt.

Wenn man jemandem erzählt, dass man zu einer Buchhalterkonferenz geht, erntet man Gähnen, dabei ist Geld und wie es funktioniert wahrscheinlich eine der interessantesten Sachen der Welt.

Es ist faszinierend und mutet fast wie Magie an, wie Geld auf unserem Planeten auftauchte. Anders als die meisten Errungenschaften, die wir genießen und die auf eine Quelle, eine Zivilisation oder einen Erfinder zurückverfolgt werden können, tauchte Geld überall auf der Welt in erstaunlich gleichartiger Weise an Orten auf, die damals keinerlei Verbindung zueinander hatten.

Man denke nur daran, dass die amerikanischen Indianer Wampum gebrauchten, Westafrikaner handelten mit dekorativen metallischen Objekten, die sie Manillas nannten, und die Wirtschaft der Fidschiinsulaner basierte auf Walzähnen, von denen manche heute noch als gesetzliches Zahlungsmittel gelten. Fügt man dem noch Muscheln, Bernstein, Elfenbein, Schmuckfedern, Vieh einschließlich Ochsen und Schweinen, Steine aller Art einschließlich Jade und Quarz hinzu und vergegenwärtigt sich, dass all das quer über den Erdball zum Handeln benutzt wurde, so bekommt man einen Eindruck von der großen Vielfalt akzeptierter Währungen.

Es hat etwas Bezauberndes und Kindliches, sich vorzustellen, wie primitive Gesellschaften, unsere Ahnen, all diese farbenfrohen Arten von Geld nutzten. Solange sich alle Beteiligten auf einen Wert einigen können, ist es für eine Gesellschaft eine sehr vernünftige Sache, das zu tun.

Schließlich braucht die Person, die hat, was man benötigt, möglicherweise nicht das, was man handeln will. Geld ist eine saubere Lösung für dieses Problem. Es stellt bei jedem Handel einen realen Wert da und jeder profitiert von dieser praktischen Einrichtung. Es ist tatsächlich eine geniale Idee, was möglicherweise erklärt, warum so viele verschiedene Geister unabhängig voneinander auf sie kamen.

Aber die Sache hat einen Haken

Die Geschichtsaufzeichnungen zeigen, dass die Geldwechsler jede mögliche Art von Missbrauch, Intrige, Betrug und Gewalt benutzt haben, um ihre Kontrolle über Regierungen mittels der Kontrolle von Geld und Geldemission aufrecht zu erhalten.” (Präsident James Madison)

Geld, Geld, Geld, es ist einfach immer da gewesen, richtig? Falsch.

Offensichtlich wird es von der Regierung ausgegeben, um uns den Warenaustausch zu erleichtern. Wieder falsch!

Die Wahrheit ist, dass die meisten Menschen sich nicht darüber im Klaren sind, dass die Geldemission im Kern ein privates Geschäft ist, und dass das Privileg der Geldemission die ganze Menschheitsgeschichte hindurch ein wichtiger Streitpunkt war.

Über die Frage der Geldemission wurden Kriege geführt und Wirtschaftsdepressionen verursacht; und doch ist sich die Mehrheit von uns dessen nicht bewusst, was weitgehend daran liegt, dass die Seite, die in diesem Streit den Sieg davongetragen hat, mehr und mehr zu einem respektierten Mitglied unserer globalen Gesellschaft geworden ist und ihren Einfluss auf weite Teile unseres Alltagslebens, einschließlich Bildung, Medien und Regierungen, ausübt.

Während der Versuch, die Manipulation des Geldes zum Zwecke privaten Profits auf unsere Kosten zu unterbinden, uns mit einem Gefühl der Machtlosigkeit zurücklassen mag, vergessen wir nur zu leicht, dass wir als Kollektiv es sind, die Geld seinen Wert geben. Wir wurden gelehrt, zu glauben, dass bedruckte Stücke Papier einen besonderen Wert haben, und weil wir wissen, dass andere das auch glauben, sind wir bereit, unser ganzes Leben lang für etwas zu arbeiten, von dem wir überzeugt sind, dass andere es auch haben wollen.

Ein ehrlicher Blick auf die Geschichte wird uns zeigen, wie dieses unschuldige Vertrauen missbraucht worden ist.

Fangen wir mit unserer Forschungsreise ins Geld damit an:

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Die Befreiung des Auenlandes

Von Greg Johnson, übersetzt von Deep Roots. Das Original The Scouring of the Shire erschien am 3. Januar 2012 auf Counter-Currents Publishing.

Einer meiner Lieblingsteile von Der Herr der Ringe ist Buch 6, Kapitel 8, „Die Befreiung des Auenlandes“, das vorletzte Kapitel von Die Rückkehr des Königs. [Anm. d. Ü.: Im Original heißt dieses Kapitel „The Scouring of the Shire“, also „Die Säuberung des Auenlandes“.]

Nach der Zerstörung des Ringes und dem Fall des Dunklen Herrn kehren Frodo, Sam, Merry und Pippin zurück ins Auenland, nur um herauszufinden, daß es von Fremden besetzt worden ist, die die Hobbits versklavt und beraubt und das Land verwüstet haben.

Die heimkehrenden Veteranen rütteln ihre Leute zur Rebellion auf, töten viele der Usurpatoren und vertreiben den Rest. Dann entdecken sie, wer dahintersteckte: der gefallene Zauberer Saruman, der aus dem Auenland verbannt wird. Bevor er jedoch abreisen kann, wird er von seinem Diener im Verbrechen getötet, dem verräterischen Grima Schlangenzunge, der dann von drei Hobbitpfeilen gefällt wird.

Dieses Kapitel wurde in Peter Jacksons Filmtrilogie weggelassen (wie auch in Ralph Bakshis Zeichentrickversion), obwohl Jackson doch an zwei Stellen darauf anspielt. In Die Gefährten hat Frodo, als er in Galadriels Spiegel schaut, eine Vision, in der die Hobbits versklavt sind und das Auenland von dunklen satanischen Mühlen verdorben ist. In der erweiterten Version von Die Rückkehr des Königs entdecken Merry und Pippin nach dem Fall von Isengart, daß Sarumans Lagerhäuser Produkte aus dem Auenland enthalten, was auf irgendeine Art von Kontakt hindeutet.

Aber Jackson verlegte den Tod von Saruman und Schlangenzunge zum Fall von Isengart. Schlangenzunge tötet auch hier Saruman, aber er wird durch einen Pfeil von Legolas erledigt. Als daher Frodo und seine Begleiter ins Auenland zurückkehren, finden sie es unverändert vor. Somit war Frodos Vision in Jacksons Erzählung nur eine mögliche Zukunft, die durch den Tod von Saruman bei Isengart ausgeschlossen wurde.

Dennoch halte ich es für eine Schande, daß „Die Befreiung des Auenlandes“ nicht verfilmt wurde, denn es ist eine potente politische Allegorie, die bis heute relevant bleibt. Die meisten Kommentatoren bemerken einfach, daß die Befreiung auf Tolkiens persönlicher Erfahrung der Rückkehr aus den Gräben des Ersten Weltkriegs beruht, bei der er England als veränderten Ort vorfand. (Wimmelnde Kolonien von Nichtweißen waren gegründet worden, hauptsächlich, um in Hafenstädten zu arbeiten, was 1919 zu Rassenunruhen führte). Aber die Befreiung geht weit über alles in Tolkiens Erfahrung hinaus. Es ist ein Werk der Fantasie, eine politische Allegorie, die weit mehr den Erfahrungen deutscher Soldaten ähnelt, die aus dem Großen Krieg heimkehrten, um ein radikal neues, von Fremden beherrschtes Regime vorzufinden.

Das Auenland wurde wie folgt unterjocht: Nach dem Fall von Isengart war Saruman nur noch ein wandernder „Bettler in der Wildnis“, ein Flüchtling. Aber als er noch Macht genoß, hatte der wandernde Zauberer ein weitgespanntes Netzwerk entwickelt, das bis ins Auenland reichte, wo er die Freundschaft mit Lotho Pickel pflegte.

Das Auenland war eine autarke Agrargesellschaft unabhängiger kleiner Bauern und Kaufleute. Pickel war jedoch unzufrieden und ehrgeizig genug, daß er diese Gesellschaftsordnung verändern wollte. Er wollte mehr Land, als er selbst bestellen konnte, und er wollte Mietlinge, um es zu bearbeiten, damit er durch den Anbau von Feldfrüchten für den Export reich werden konnte. Kurz, er wollte eine große Nummer mit einer Plantage sein.

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Die Revolverhelden des Wilden Westens: Gespräch mit einem Gunfighter

Colt Single Action Army im Kaliber .38-40 Winchester mit 7 ½“ langem Lauf.

Von C. F. Eckhardt, aus Heft 10-1985 der „Schweizer Waffenmagazins“. (Bild nicht aus dem Artikel; Online-Quelle hier)

Zuvor erschienen:

Die Revolverhelden des Wilden Westens

Die Waffen der Revolverhelden des Wilden Westens

Die Holster der Revolverhelden des Wilden Westens

Die Revolverhelden des Wilden Westens: Illusion und Wirklichkeit

Heck Perez hatte lange Zeit, bevor ich geboren wurde, als Ordnungshüter in einer Ölbohrstadt gewirkt. Als ich ihn kennenlernte, war er Besitzer einer Rinderfarm geworden und schon seit vielen Jahren erfolgreich als Viehzüchter tätig. Auch damals führte er noch seinen langläufigen Single-Action-Colt, einen .38-40er, mit sich, doch in diesen späteren Jahren reiste der eher im Handschuhfach seines Ford-Pickup mit als auf Hecks Hüfte. Jung und vorlaut, wie ich war, fragte ich Heck eines Tages, ob das Schnellziehen mit dem langen 7 ½“-Lauf denn nicht furchtbar schwierig gewesen sei.

„Ich glaube, ich habe nie einen Mann schnell ziehen gesehen, so wie sie’s in den Filmen und am Fernsehen tun“, antwortete Heck. „Nein, mein Junge, sowas habe ich in meinem ganzen Leben nie gesehen. Sonst hätte ich’s bestimmt nicht vergessen. Zwar bin ich an Orten gewesen, wo das hätte vorkommen können, aber es ist nie vorgekommen.

Ich selber habe mich ums Schnellziehen gar nie gekümmert. Wenn ich schon auf einen Mann losgehen musste, hätte ich ja ein verdammter Schwachkopf sein müssen, um den Colt dabei im Holster zu lassen. Ich ging natürlich mit gezogenem Colt los, falls das alles war, was ich bei mir hatte. Doch wenn ich wählen konnte, zog ich eine Schrotflinte mit abgesägtem Lauf alleweil vor. Gegen einen Sechsschüsser oder eine Büchse mochte es ein Gegner noch aufnehmen, aber die wenigsten hatten den Mumm, einer doppelläufigen Schrotspritze Widerstand zu leisten. Dafür waren wir Polizeimänner ja da, verstehst du, nicht um die Leute zu erschießen, sondern um dafür zu sorgen, dass sie hinter Schloß und Riegel und vor Gericht kamen, und dass wir dabei nicht umkamen.

Wenn ich an diese Fernseh-Sheriffs denke, die in einen Saal voll Killer hineinspazieren mit der Kanone noch im Holster, und dann womöglich noch mit einem dieser Burschen einen Boxkampf austragen! So haben wir das nicht gemacht, ganz und gar nicht! Nein, wir taten uns zusammen, unser sechs oder acht, und wir waren alle mit Flinten oder Büchsen bewaffnet, und dann schlichen wir uns an die Fenster und steckten alle gleichzeitig unsere Flintenläufe hinein, so dass die drinnen all die zehn- und zwölf-kalibrigen doppelläufigen Flinten auf sich gerichtet sahen, und dann brüllten wir: ‚Ergebt ihr euch jetzt, oder sollen wir schießen?’ Die meisten ergaben sich gleich.“

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Die Revolverhelden des Wilden Westens: Illusion und Wirklichkeit

Von C. F. Eckhardt, aus Heft 9-1985 der „Schweizer Waffenmagazins“. Zuvor erschienen: Die Revolverhelden des Wilden Westens, Die Waffen der Revolverhelden des Wilden Westens und Die Holster der Revolverhelden des Wilden Westens. (Online-Quelle hier)

In meiner Jugend habe ich unzählige Wildwestfilme gesehen, in denen Tom Mix, Buck Jones, Johnny Mack Brown, Reb Russell, Ken Maynard, Tex Ritter, Bill Elliott, John Wayne und andere Filmhelden vom Rücken ihrer Prachtpferde auf fliehende Verbrecher losknallten. Lange Zeit kam ich gar nicht auf den Gedanken, dass es eigentlich sehr schwer sein mußte, einen Single-Action-Colt auf einem galoppierenden Pferd nachzuladen, und dass die Handlung eigentlich irgendwann unterbrochen werden müßte, damit einer aus einem Sechsschüsser elfmal schießen kann. Und ich wurde mir auch nicht bewusst, dass Glen Strange und Charlie Thompson als Übeltäter (oder ihre Stuntmen) in Wirklichkeit nur deshalb vom Pferd fielen, weil halt im Drehbuch stand: „Bösewicht fällt vom Pferd.“ Bis ich dann selbst mal einen Sechsschüsser von einem galoppierenden Pferd aus abzufeuern versuchte. Da wurde mir nämlich mit einem Schlag sehr vieles klar.

Das erste war, dass man niemals einen Revolver über den Kopf eines Pferdes hinweg oder neben seinem Hals abschießen darf. Ich erschoss zwar mein Pferd nicht, aber ich schluckte einen großen Mund voll texanischer Erde. Zwischen der Vorderseite der Revolvertrommel und dem hinteren Laufende befindet sich nämlich ein Spalt, der beim Schießen seitlich viel Feuer, Rauch und brennendes Pulver ausspuckt. Ein Pferd lässt sich aber nicht gern vom Pulver brennen, und im allgemeinen bringt es seine Abneigung dadurch zum Ausdruck, dass es die Hinterbeine bis über die Ohren hochwirft. Wenn man also am Hals des Pferdes vorbei oder zwischen seinen Ohren hindurch schießt, wie sie’s in den Filmen zu tun pflegten, dann kann dies sehr wohl zu einer Bauchlandung führen.

Bei Dreharbeiten vermeidet man derartige Zwischenfälle, indem man eine spezielle Filmpatrone (sie heißt „5 in 1“) mit einer ganz schwachen Ladung und einer Portion Talk verwendet, die sehr eindrücklichen „Pulverdampf“ erzeugt. Den Knall fügt dann später der Tonspezialist hinzu.

Übrigens waren solche Schießpraktiken auch in den Dienstvorschriften der amerikanischen Kavallerie seit Einführung des Revolvers verboten. Natürlich will das nicht heißen, dass sie in der Hitze des Gefechts nicht doch zuweilen angewandt wurden – doch das konnte leicht dazu führen, dass einer inmitten eines Kampfes auf dem Boden landete, wo es von fuchsteufelswilden Indianern wimmelte. Erst als die amerikanische Kavallerie die Colt-Pistole 1911 im Kaliber .45 ACP einführte, zeigte sich, dass man damit ziemlich gefahrlos auf ein vor dem Pferd stehendes Ziel schießen konnte. Automatische Pistolen spucken eben seitlich kein Feuer aus.

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Die Holster der Revolverhelden des Wilden Westens

Ein Threepersons-Holster

Von C. F. Eckhardt, aus Heft 8-1985 der „Schweizer Waffenmagazins“. (Zuvor erschienen: Die Waffen der Revolverhelden des Wilden Westens.) Das Titelbild stammt nicht aus dem Originalartikel. (Online-Quelle hier)

Der erste Schütze, der wirklich nach heutigen Maßstäben schnell ziehen konnte, war ein Cherokee-Ordnungshüter namens Tom Threepersons, der in Oklahoma als Deputy Sheriff amtierte. Er wurde nur deshalb so schnell, weil er im Jahre 1916 das erste ausgesprochene Schnellziehholster entwickelte. Heutzutage kann man jedem mit normaler Reaktionsfähigkeit und Koordination Begabtem, selbst einem blutigen Anfänger, beibringen, in einem Tempo zu ziehen, zu schießen und zu treffen, von dem die Revolverhelden des 19. Jahrhunderts nicht zu träumen gewagt hätten.

Sie könnten also gar noch schneller als Wild Bill Hickok ziehen lernen – aber bilden Sie sich bloß nicht ein, dass Sie’s deshalb in einer Schießerei mit einem der alten Wildwest-Revolverhelden aufnehmen könnten! Nicht mal die hochkarätigen Schnellschützen unserer Zeit könnten das! Die Schießereien von Anno dazumal spielten sich nach ganz anderen Regeln ab.

Abgeänderte Militärholster

Die klappenlosen Holster, die kurz nach dem Bürgerkrieg auftauchten, waren ganz einfach Ordonnanzholster mit abgeschnittenen Klappen. Das Holster verdeckte die ganze Waffe bis auf den Griff und den oberen Teil des Hahns. Dasselbe Holster wurde für eine Vielzahl verschiedener Waffen verwendet. Drei Cowboys, von denen der erste einen Perkussions-Colt 1860, der zweite einen Perkussions-Remington 1859 und der dritte einen Starr-Perkussionsrevolver trug, mochten für ihre doch sehr verschiedenen Schußwaffen genau dasselbe Holster im selben Format kaufen.

Von daher stammt die Idee, das Holster der Waffe anzupassen, indem man es nass macht und um die Waffe modelliert, so, wie man etwa ein Paar Schuhe den Füßen anpasst. Man wollte damit aber eher verhindern, dass die Waffe aus dem Holster fiel, als schnelles Ziehen erleichtern. Selbst, als der Trend aufkam, oben am Holster eine Aussparung freizulassen, die direkten Zugang zum Abzug ermöglichte, blieb die Waffe doch in einen langen Lederhandschuh gehüllt. Es war wirklich so etwas wie ein Handschuh: Das Leder, aus dem diese Holster gemacht waren, war nämlich dünn und weich. Die steifen Sattellederholster kamen erst ein paar Generationen später auf.

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Die Waffen der Revolverhelden des Wilden Westens

Colt Model 1847 Walker

Von C. F. Eckhardt, aus Heft 6-1985 der „Schweizer Waffenmagazins“. (Zuvor erschienen: Die Revolverhelden des Wilden Westens) (Die Bilder stammen nicht aus dem Originalartikel; Online-Quelle hier)

Für einen alten Texaner wie mich ist einfach jede Faustfeuerwaffe („Gun“) ein Colt. Ich war schon etwa siebzehn, als ich draufkam, dass es außer Colt noch andere Firmen gab, die Faustfeuerwaffen in einem größeren Kaliber als .22 herstellten. Kein Wunder: Wenn man bei uns in Texas ein Handschuhfach irgendeines Ranch-Fahrzeugs öffnete, fiel unweigerlich ein Colt heraus; meist ein „Daumentöter“ oder Single Action Army oder dann ein New Service (Ordonnanzmodell), es konnte aber auch ein Army Special oder ein Police Positive sein. Wenn ein alter Texaner „Gun“ sagte, meinte er „Colt“.

Colt und die Texaner

Colt Paterson 1836, 5. Modell, im Kaliber .36.

Samuel Colt, Inhaber der Patent Repeating Firearms Company in Paterson, New Jersey, stellte die ersten mehrschüssigen Faustfeuerwaffen her, die man bequem auf sich tragen konnte. Die Grundlage zu seinem späteren Erfolg legte er 1859, als er nach Texas kam, um Schusswaffen zu verkaufen. Die Republik Texas bestellte bei ihm 250 „Gürtel-Repetierpistolen“ (also Revolver) und 100 sechsschüssige Stutzen, und Colt erklärte sich bereit, texanische Dollars zum Kurs von 4 zu 1 US-Dollar anzunehmen. Das war ein verhängnisvoller Fehler, obwohl er schließlich dank diesem Handel sein Glück machte.

Insgesamt erhielt Texas von Colt etwa 100 der bestellten Revolver, doch der texanische Dollar sank und sank, bis er einen Tiefpunkt von rund 50:1 US-Dollar erreichte. 1841 machte Colt Pleite, hauptsächlich infolge dieses Handels mit Texas. Doch Colts Revolver landeten bei den Texas Rangers, der freiwilligen texanischen Miliz, die gegen die Indianer kämpfte. Hauptsächlich unter der Führung des jungen John Coffee Hays aus Tennessee (auch „Devil Jack“ genannt) entwickelten die Texas Ranger Taktiken für die mit Faustfeuerwaffen ausgerüstete leichte Kavallerie, die beibehalten wurden, bis die letzten kampffähigen Kavalleristen in den vierziger Jahren dieses Jahrhunderts als Panzerbesatzungen in Tanks gesteckt wurden.

1846 ließen sich die Rangers bis fast auf den letzten Mann als Erstes (freiwilliges) berittenes Scout-Regiment in General Zachary Taylors Mexikanische Kriegsarmee anwerben, und natürlich nahmen sie ihre Revolver mit. Der alte Haudegen Taylor nahm ihre Waffen und Taktiken in Augenschein und fand sofort, er könne noch mehr solche Schießeisen brauchen – sehr viel mehr sogar. Es stellte sich heraus, dass Sam Colt mittlerweile bei der Firma Ely Whitney als Maschinenschlosser beschäftigt war und Pflugscheiden und Eggenzinken herstellte. Die texanische Regierung bot ihm einen Vertrag für 1000 neue Revolver, die nach Anregungen des Ranger-Leutnants Samuel Walker zu verbessern waren. Walker zeigte Sam Colt, wo die Schwachstellen des Paterson-Revolvers lagen, und gemeinsam brachten der Erfinder und der Offizier eine 2,065 kg schwere Holster-Kanone zustande, die heute als „Walker Colt“ oder „Whitneyville Dragoon“ bekannt ist. Von dem Tage an war für einen Texaner jeder Sechsschüsser ein Colt.

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Die Revolverhelden des Wilden Westens

In einem dunklen Zimmer wird Billy the Kid von Pat Garrett überrascht und von einer Kugel getroffen.

Von C. F. Eckhardt, aus Heft 5-1985 der „Schweizer Waffenmagazins“. (Online-Quelle hier)

Über den Wilden Westen werden die unwahrscheinlichsten Geschichten verbreitet. Das traurige Verdienst daran haben einerseits die Autoren, die dauernd voneinander Legenden und Mythen abschreiben, anstatt wirklich zu recherchieren, andererseits die Westernproduzenten aus Hollywood, die sich in ihren Filmen nur ausnahmsweise an die historische Wahrheit halten. C. F. Eckhardt, trotz des deutsch klingenden Namens ein waschechter Texaner, als Journalist und Schriftsteller auf den Wilden Westen spezialisiert, wird sich im SWM in einigen Folgen bemühen, ein paar der meistverbreiteten „Räuberpistolen“ richtigzustellen.

Ich muss meine Bemerkungen über den Wilden Westen, wie er wirklich war, mit einem philologischen Exkurs beginnen, noch dazu mit einem, der sich mit englischsprachigen Begriffen befasst. Die subtilen Unterschiede, die bei der Bezeichnung verschiedener Arten von Revolverhelden im Amerikanischen gemacht werden, sind aus verständlichen Gründen im Deutschen nicht nachvollziehbar. Im 19. Jahrhundert wurde nämlich im Wilden Westen ein deutlicher Unterschied zwischen zwei Kategorien von Männern gemacht, die aus beruflichen Gründen eine Schusswaffe trugen – den „Gunfighters“ und den „Gunmen“. (Ausdrücke wie „Gunslinger“, „Gunhawk“ usw. sind Neuprägungen der Schundromanschreiber aus den 20er und 30er Jahren.)

Ein „Gunman“ war einer, der sich entweder außerhalb oder am Rande des Gesetzes bewegte. Wes Hardin, Bill Longley, Tom Horn und viele andere (Sie wären überrascht, wer da alles dazuzählte!) waren Gunmen. Das war die Bezeichnung für jene, die wahllos töteten oder sich als Mörder verdingten.

Ein „Gunfighter“ dagegen war ein Hüter des Gesetzes; einer, der vielleicht nicht als erster schoss, aber ganz bestimmt zurückschießen würde, und dies meist mit tödlicher Treffsicherheit. Wer die Geschichte des Wilden Westens nur oberflächlich kennt, dem sind diese Männer im allgemeinen kein Begriff. Namen wie Lee McNelly, John Armstrong, Bill McDonald, Dallas Stoudenmire, John Slaughter oder John Hughes sagen Uneingeweihten meist gar nichts.

Ein „Gunman“ war mehr oder weniger so, wie der Historiker Eugene Cunningham Billy the Kid beschrieben hat: „Ein todsicherer Killer, ein Heckenschütze, ein Wegelagerer, einer, der seine Feinde von hinten erschoss“ oder, wie es der langjährige Western-Sheriff George Durham ausdrückte, „seinen Ruhm der Erschießung von Barmixern und Stockbetrunkenen verdankte“. Ein Gunfighter erschoss oder verhaftete Gunmen und kam dabei manchmal selbst ums Leben. Ein Gunman hatte selten etwas dagegen, wenn man ihn als Gunfighter bezeichnete, während sich ein Gunfighter ganz entschieden und energisch dagegen verwahrte, „Gunman“ genannt zu werden.

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