Frauen auf Seiten der Linken

MORGENWACHT

Von Alex Kurtagić, übersetzt von Lucifex. Das Original Women on the Left erschien ursprünglich am 24. September 2010 auf Radix und ist auf „Herren des Universums“ archiviert.

Das Thema der Frauen auf Seiten der Rechten hat zu manch hitziger Diskussion geführt, und es ist eine, der sich Kommentatoren von der Linken händereibend angeschlossen haben in ihren Bemühungen, ihre Sache zu fördern und von Opposition abzuschrecken.

Eine der liebsten rhetorischen Figuren der Linken ist, daß ihre Gegner den Frauen nichts bieten außer Serienschwangerschaft und Haushaltsarbeiten. Eine andere ist, daß ihre Gegner zornige, hasserfüllte Frauenfeinde im Pensionsalter seien. Wieder eine andere ist, daß wegen des Obigen nichts als eine winzige Minderheit verblendeter, soziopathischer Frauen sie unterstützen.

Unterstellt wird, daß die Linke Frauen Emanzipation bietet; daß Verfechter der Linken glückliche, liebende, jugendliche Leute mit aufgeklärten Einstellungen sind und daß wegen des Obigen die vernünftige Mehrheit der Frauen sie unterstützt.

Aber – ist das…

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Die sexuelle Konterrevolution

Von Gregory Hood; Original: The Sexual Counter-Revolution, erschienen am 17. Juni 2014 auf Counter-Currents Publishing.

Übersetzung: Cernunnos

Fortsetzung von Sexuelle Knechtschaft

Game ist die männliche Revolte gegen das sexuelle Kastensystem, das vom Feminismus eingeführt worden ist. Die „rote Pille“ ist einfach eine Zurkenntnisnahme, daß das, wovon Frauen sagen, daß sie es wollen, und das, was sie wirklich wollen, zwei verschiedene Dinge sind. Sogar manche Frauen, die sagen, daß sie eine „traditionelle“ Beziehung wollen, sind nicht bereit zu tun, was nötig ist, um dies zu bekommen, indem sie sich tatsächlich wie eine Dame benehmen, sich in Form halten oder eine Beziehung nicht wegen Belanglosigkeiten in die Luft sprengen. Definitionsgemäß besteht Game darin, daß Männer lernen, was bei Frauen wirklich funktioniert, und es anwenden, um ihre Urbedürfnisse nach Sex, Kameradschaft und letztendlich erfüllenden Beziehungen und Familienleben zu erfüllen.

Wenn ein Mitglied der Parasitenklasse, wie ein Affirmative-action-Journalist oder ein Professor für Frauenstudien seine oder ihre Meinung zu etwas abgibt, sollte der Leser sich fragen: „Wie profitiert diese Person davon, wenn ich glaube, was sie mir sagen?“ Das feministische Toben gegen Game ist der Zorn des verweichlichten Dandys gegen seine dreisten Kleinbauern. Game verschiebt den Rahmen der Sexualpolitik, indem es Männern ermöglicht, sexuelle Macht zurückzugewinnen, weibliches Fehlverhalten zu bestrafen und ihre eigenen Interessen zu verfolgen. Es ist richtungsweisend, lehrt Leute, über ihren Stand hinaufzublicken, und in diesem Sinne ist es eine destabilisierende Kraft innerhalb des Gesellschaftssystems. Es lehrt Männer, sich von ihrem zugewiesenen Platz als die Kulaken in der modernen Gesellschaftsordnung loszureißen, die dafür verantwortlich sind, alle anderen zu subventionieren.

Auffallend ist, daß, während „Männerseiten“ wie Return of the Kings sich auf Selbstverbesserung, das Erlernen von Fertigkeiten und auf körperliche Fitness konzentrieren, die neuere feministische Literatur sich auf die Rechtfertigung oder sogar Förderung moralischer Fehler wie Fettleibigkeit, außerehelichen Sex und Betrug konzentriert hat. Die Manosphere wirbt für Exzellenz; der Feminismus wirbt für Gleichheit. Die feministische Standardrhetorik scheint eine unerschöpfliche Serie von Variationen zu dem Thema „Wow, einfach wow“ zu sein. Es überrascht nicht, daß in solch einer intellektuellen Wüste sogar etwas juvenile Artikel über „text message game“ wie eine Oase erscheinen.

Außerdem paßt „Game“ zu der Untergruppe der dissidenten rechten Bewegungen, die anerkennt, daß es keinen Widerspruch zwischen Traditionalismus und Wissenschaft gibt. „Game“ spottet über das „Aufs-Podest-Stellen” vieler religiöser Konservativer und Reaktionäre, die Frauen wie mittelalterliche Prinzessinnen behandeln wollen. Stattdessen anerkennt Game, daß Frauen auf ihre eigene Weise sexuell gierig sind, daß sie viel von ihrem sozialen und Selbstwert aus ihrer Sexualität beziehen und daß viele der konservativen Überzeugungen über Ritterlichkeit und tugendhafte Frauen nur in einem gesellschaftlichen Kontext sinnvoll sind, der das Patriarchat, Familien und Treue privilegiert. Wenn es eine christliche Lehre gibt, der ich zustimmen kann, dann ist es die Doktrin der „totalen Verdorbenheit“ sowohl von Männern wie auch Frauen.

Es ist nicht so, daß die „Wissenschaft“ ein Feind der Tradition ist – es ist so, daß bestimmte Traditionen entstanden, weil menschliche Wesen mit einem im Hintergrund laufenden evolutionären Programm handeln. Die Impulse der sexuellen Selektion, Konkurrenz und Anziehung sind tief im Unbewußten der Spezies verwurzelt. Sogenannte „Sozialkonstrukte“ wie die Wertschätzung weiblicher Jungfräulichkeit oder die Bereitschaft von Männern, Opfer für Frauen zu bringen, wurzeln in biologischen und empirischen Realitäten, nicht in religiösem Mystizismus.

Was die echte moderne Rechte definiert, im Gegensatz zu den Reaktionären, ist das Verständnis, daß objektive Realitäten sich in uralten Mythologien und Praktiken widerspiegeln. Die traditionalistischen Lehren von vor Tausenden von Jahren sind auf die moderne Gesellschaft anwendbarer als das mit hervorragenden Referenzen versehene und empirisch fehlerhafte Geschwafel eines Doktors über Jezebel. Wir sollten vorsichtig sein gegenüber modernen Intellektuellen, die die Weisheit von Jahrtausenden lässig als „überholt“ abtun, wenn diese gleichen Leute über religiöse Überzeugungen spotten, während sie weit absurdere (und empirisch weniger untermauerte) Überzeugungen über Rassengleichheit hegen.

Klassenkampf

Heterosexuelle Männer sind als Klasse eine ausgewiesene Unterdrückergruppe in dem sich entwickelnden System. Indem sie Männer lehrt, ihren Platz in dieser Ordnung in Frage zu stellen, und sie zu subversiveren Schlüssen über Tradition, menschliche Biodiversität und Rasserealismus führt, erklärt sich die „Manosphere“ zu einem Feind des Systems.

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Warum die meisten Hocherfolgreichen Männer sind (und warum wir uns sexuellen Egalitarismus nicht leisten können)

Von F. Roger Devlin; Original: Why Most High-Achievers Are Men (& Why We Cannot Afford Sexual Egalitarianism), erschienen am 2. November 2016 auf Counter-Currents Publishing.

Übersetzung: Lucifex

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Roderick Kaine

Smart and SeXy: The Evolutionary Origins and Biological Underpinnings of Cognitive Differences between the Sexes

London: Arktos Media, Ltd., 2016

Roderick Kaine, der zuvor unter dem Namen Atavisionary für die neoreaktionäre Bewegung geschrieben hat, ist ein Amerikaner, der als Biochemiker ausgebildet wurde. Sein erstes Buch, das nun von Arktos erhältlich ist, ist sowohl eine auf Genetik beruhende Erklärung der kognitiven Unterschiede zwischen den Geschlechtern als auch eine Demonstration, dass die wirtschaftlichen und demographischen Kosten des sexuellen Egalitarismus die Zerstörung der westlichen Zivilisation herbeiführen wird, falls diese Ideologie nicht aufgegeben wird.

Es gibt mehrere gut belegte Unterschiede in der kognitiven Funktion zwischen Männern und Frauen. Erstens scheinen erwachsene Männer eine Überlegenheit im durchschnittlichen IQ von drei bis fünf Prozentpunkten gegenüber Frauen zu haben. Zweitens gibt es, was wichtiger ist, einen viel breiteren Variationsbereich bei der männlichen Intelligenz, wobei mehr Männer sich auf den höchsten und niedrigsten Niveaus befinden und Frauen dazu tendieren, sich in der Mitte zu gruppieren. Drittens neigen Frauen zu größerer verbaler Fähigkeit, während Männer eine größere mathematische Fähigkeit und eine viel größere räumlich-visuelle Fähigkeit haben.

Eine Folge dieser Unterschiede ist, dass Männer unter den sehr Erfolgreichen im Ingenieurswesen und in den harten Wissenschaften gegenüber den Frauen stark in der Überzahl sind, ein Umstand, der in den Worten des Autors „unter manchen Frauen ein erstaunliches Maß an Neid hervorruft.“ Komplizierte, aber nicht überzeugende Theorien, die sich um Diskriminierung und „Bedrohung durch Stereotypen“ drehen, sind ausgearbeitet worden, um diese Unterschiede zu erklären und eine Vorzugsbehandlung von Frauen in diesen Bereichen zu rechtfertigen.

Jedoch können diese Unterschiede in der kognitiven Fähigkeit leicht durch das Studium des menschlichen Gehirns erklärt werden. Männliche Gehirne sind insgesamt um 8 bis 10 Prozent größer als weibliche Gehirne, und die Berücksichtigung der Unterschiede in der Körpergröße beseitigt den Unterschied nicht. Der Korrelationskoeffizient zwischen Gehirngröße und IQ beträgt etwa 0,35 und 0,4, wenn die genauesten Messtechniken verwendet werden. Ein Bereich, der untere Parietallappen, ist bei Männern um 25 Prozent größer. Das männliche Gehirn enthält auch etwa 15 bis 16 Prozent mehr Neurone als das weibliche.

Männer haben einen bedeutend größeren Gehirnanteil an weißer Substanz als Frauen, und Frauen haben mehr graue Substanz als Männer. Ohne Berücksichtigung der allgemeinen Volumensunterschiede haben Männer jedoch etwa dieselbe Menge an grauer Substanz wie Frauen, und die männliche Überlegenheit bei der weißen Substanz ist noch größer.

Während des fötalen Stadiums fördert Testosteron eine Asymmetrie zwischen den Hirnhälften, indem es die Entwicklung der linken Hälfte verzögert. Dies ermöglicht die vollere Entwicklung der männlichen rechten Hirnhälfte, die mit der räumlich-visuellen Verarbeitung zu tun hat. Umgekehrt bedeutet der niedrigere fötale Testosteronspiegel bei Frauen, dass sich die linke Hirnhälfte früher und besser entwickelt und ihnen einen relativen Vorteil bei der verbalen Intelligenz verschafft. Beim Broca-Areal, ein Bereich der linken Hirnhälfte, der mit der Sprachverarbeitung zu tun hat, ist auch beobachtet worden, dass es bei Frauen mehr graue Substanz enthält und besser durchblutet ist als bei Männern. Dies deutet darauf hin, dass die Sprachzentren bei Frauen mehr zur allgemeinen Intelligenz (g) beitragen als bei Männern.

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„Warum ich kein Linker mehr bin“ – Fragen an Manfred Kleine-Hartlage

Ein Interview von Felix Menzel mit Manfred Kleine-Hartlage (Original hier), erschienen am 21. September 2012 auf „Sezession im Netz“.

 

Nach Friedrich Romig ist es nun Zeit, Manfred Kleine-Hartlage drei Fragen zu seinem neuen kaplaken Warum ich keiner Linker mehr bin zu stellen. Kleine-Hartlage beschreibt in dem Büchlein seinen eigenen Weg von links nach rechts und erklärt, woran die Linke glaubt und warum sie unbelehrbar ist.

SEZESSION: Gleich am Anfang Ihres neuen Buches Warum ich kein Linker mehr bin schreiben Sie: „Wer nie links war, kann es nur als eine Art unheilbarer Geisteskrankheit betrachten. Nun, eine Geisteskrankheit mag es sein; aber unheilbar ist sie nicht.“ Es geht Ihnen mit dieser Zuspitzung darum, wie sich „Linkssein von innen“ anfühlt. Was wissen also nur Linke über Linke? Und was bleibt den anderen verborgen?

MANFRED KLEINE-HARTLAGE: Linke wissen über sich selbst eigentlich überhaupt nichts. Linkssein heißt, sich in einem geschlossenen Gedankenuniversum zu befinden, das sich stets ausweglos in sich selbst zurückkrümmt. Im Zentrum dieses Universums steht die Utopie, deren Wahrheit und absolute Geltung axiomatisch angenommen wird, und die damit das Äquivalent einer Gottheit ist. Dies gilt entgegen dem Anschein nicht nur für Extremisten, sondern auch für sogenannte gemäßigte Linke, für die sogar noch mehr: Während Extremisten von der konkreten Utopie ausgehen, d.h. ihre Gottheit in einem Bild – etwa dem Sozialismus – konkretisieren und dieses anbeten, gilt für die sogenannten Gemäßigten das Bilderverbot: Die Gottheit wird transzendent und unsichtbar (und damit, anders als eine Götzenstatue, auch unzerstörbar), aber sie bleibt das Absolutum, auf das sich die gesamte linke Weltauffassung ausrichtet, einschließlich ihres Politikverständnisses, ihrer Moral, ihres Menschenbildes, ihrer politischen Projekte usw., die allesamt dem Dienst an der Gottheit verpflichtet sind. Die ganze Wirklichkeit wird von der Utopie her und zum Zwecke ihrer Bestätigung interpretiert.

Es handelt sich mithin um ein autistisches Wahnsystem, und es liegt in der Natur der Sache, daß man dieses autistische System als solches nicht durchschauen kann, solange man in ihm lebt (weswegen ich gesagt habe, daß die Linken über sich selbst nichts wissen); aber genausowenig, wenn man nie in ihm gelebt hat. Konservative neigen dazu, schon aufgrund ihres ausgeprägten Sinns für Ritterlichkeit und Fairneß, die moralischen Motive anzuerkennen, die die Linke für sich in Anspruch nimmt, und ihr nur ein zu optimistisches Menschenbild zu bescheinigen; sie tendieren dazu, den instrumentellen Charakter dieser Moral und dieses Menschenbildes zu verkennen. Sie sehen, daß die meisten Linken persönlich keineswegs bösartig sind und sind deshalb immer wieder erschüttert über das Ausmaß an Skrupellosigkeit und Bösartigkeit der Linken als Bewegung. Sie wären weniger überrascht, wenn sie sich klarmachten, daß sie es mit gläubigen Anhängern einer theologisch in sich geschlossenen heidnischen Religion zu tun haben, einer Großsekte von gehirngewaschenen Jüngern.

SEZESSION: Warum gelingt es der deutschen Linken, ihre kulturelle Hegemonie über Jahrzehnte hinweg zu behaupten? Sie sprechen in diesem Zusammenhang von einer „Korruption des Geistes“ …

MANFRED KLEINE-HARTLAGE: Die Linken haben nach 1968 die Zentren der gesellschaftlichen Ideologieproduktion besetzt (Schulen, Universitäten, Medien, Kirchen, Parteien), und dies nicht durch Leistung, sondern durch Personalpolitik, und definieren von dort aus, wer Elite ist (natürlich sie selbst) und wer Plebs (natürlich wir), welche Themen und Perspektiven „seriös“ sind und welche „Stammtisch“, wer zu Wort kommen soll und wem man „kein Forum bieten darf“.

Und da der Mensch Konformist ist, will er – wenigstens durch ideologische Teilhabe – zu den seriösen Eliten gehören und schaltet zu diesem Zweck auch gerne den gesunden Menschenverstand ab. Die Angehörigen der meinungsmachenden Eliten selbst wiederum wissen, daß sie dies nur so lange bleiben, wie sie als zuverlässige Ideologieproduzenten agieren. Was dem geschieht, der sich dieser Rolle verweigert, hat zum Beispiel Eva Herman erfahren müssen. Am Zuverlässigsten ist der, der an das, was er verkünden soll, auch selber glaubt, also wird er sich das Zweifeln ganz von alleine verbieten.

Hinzu kommt die psychologische Bestechung durch das Gutmenschentum, d.h. das befriedigende Gefühl, bereits deshalb ein guter Mensch zu sein, weil man bestimmte politische Ansichten hat. Das alles zusammen ergibt das, was ich mit „geistiger Korruption“ meine. Sie steht am Ende einer Kette von wesentlich handfesteren Formen der Korruption, die von der Spitze der Pyramide abwärts eine abnehmende Rolle spielen.

Weiterlesen auf Seite2 des Originalartikels…

 

Manfred Kleine-Hartlage

Warum ich kein Linker mehr bin

Reihe kaplaken, Band 33

96 Seiten, gebunden, 8,50 €

Schnellroda 2012

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Noch ein hervorragender Satz von Manfred Kleine-Hartlage:

„Für einen Intellektuellen gibt es nichts Geileres als rechts zu sein.“

Ijon Tichys 13. Reise: Die Freiheiten von Pinta und Panta

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Vorwort von Deep Roots: Das Folgende ist ein weiteres Abenteuer aus den Sterntagebüchern von Stanislaw Lems kosmischem Münchhausen Ijon Tichy. Dessen „Dreizehnte Reise“ soll ihn zum fernen Planeten Hinterschein führen, wo er eine der hervorragendsten Persönlichkeiten des Kosmos kennenlernen will, nämlich Meister Oh, genannt der „Wohltäter des Kosmos“. Dieser weise Mann widmete sein ganzes Leben der Beglückung ungezählter galaktischer Stämme und schuf dabei die Lehre von der Erfüllung aller Wünsche. Spuren seines Wirkens waren im Kosmos immer wieder zu finden. So lebte auf dem Planeten Ardelurien ein berühmter Astronom, der behauptete, der Planet drehe sich um seine eigene Achse. Diese These widersprach jedoch dem Glauben der Ardeluren, demzufolge der Planet der unbewegliche Mittelpunkt des Universums sei. Das Priesterkollegium zitierte den Astronomen vor ein Gericht und verlangte, daß er seine ketzerische Lehre widerrufe. Als er sich weigerte, verurteilte man ihn zum Tode auf dem Scheiterhaufen; worauf Meister Oh nach Ardelurien reiste und die Planetenbremse erfand, mittels derer die Rotation des Planeten gestoppt wurde. So konnte der Astronom seine These guten Gewissens widerrufen und das Dogma von der Unbeweglichkeit Ardeluriens akzeptieren. Auf der jahrelangen Reise nach Hinterschein vertreibt Ijon Tichy sich die Zeit, indem er sich aus einem Riesenvorrat Bücher weiterbildet, um sich auf den Höhen des Intellekts von Meister Oh bewegen zu können. Hiermit sei nun dem wackeren Raumfahrer das Wort erteilt:

* * *

Als ich etwa sechstausend Bände durchgesehen hatte und mich darin auskannte wie in meiner Westentasche, trennten mich noch etwa acht Trillionen Kilometer vom Planeten Hinterschein. Ich nahm gerade das nächste Regal in Angriff, das mit der Kritik der reinen Vernunft ausgefüllt war, da drang heftiges Klopfen an mein Ohr! Überrascht hob ich den Kopf, da ich ja allein in der Rakete war und eigentlich keine Gäste aus dem Weltraum erwartete. Das Klopfen wurde hartnäckiger, und ich vernahm nun auch eine gedämpfte Stimme: „Aufmachen!“

Eilends schraubte ich die Luke auf, und herein kamen drei Geschöpfe in Raumanzügen, die über und über mit Milchstaub bedeckt waren.

„So! Da hätten wir einen Wassermann auf frischer Tat ertappt!“ rief der erste Ankömmling, und der zweite fragte: „Wo ist Ihr Wasser?“

Bevor ich, starr vor Staunen, antworten konnte, sagte der dritte etwas zu ihnen, was sie ein wenig sanfter stimmte. „Woher kommst du?“ fragte mich der erste.

„Von der Erde. Und wer seid ihr?“

„Die freiheitliche Fipo von Pinta“, knurrte er und reichte mir einen Fragebogen, den ich ausfüllen sollte.

Kaum hatte ich einen Blick auf die Spalten dieses Dokuments und sodann auf die Skaphander der Geschöpfe geworfen, die bei jeder Bewegung einen glucksenden Laut von sich gaben, da wurde mir klar, daß ich aus Unachtsamkeit in die Nähe der Zwillingsplaneten Pinta und Panta geraten war; dabei empfehlen sämtliche Ratgeber, einen möglichst großen Bogen um sie zu machen. Leider war es dazu zu spät. Während ich den Fragebogen ausfüllte, notierten die Wesen in den Raumanzügen systematisch sämtliche Gegenstände, die sich in der Rakete befanden. Plötzlich entdeckten sie eine Büchse Sprotten in Öl; sie stießen einen triumphierenden Schrei aus, versiegelten die Rakete und nahmen sie ins Schlepptau. Ich versuchte ein Gespräch mit ihnen anzuknüpfen, jedoch ohne Erfolg. Mir fiel auf, daß die Skaphander, die sie anhatten, in einen breiten, flachen Schößling ausliefen, so als hätten die Pinter Fischschwänze anstelle von Füßen. Bald setzten wir auf dem Planeten auf. Er war ganz mit Wasser bedeckt, allerdings nicht hoch, denn die Dächer der Gebäude ragten daraus hervor. Als die uniformierten Pinter auf dem Flugplatz ihre Raumanzüge ablegten, stellte ich fest, daß sie den Menschen sehr ähnlich waren und nur eigenartig verbogene, verrenkte Gliedmaßen hatten. Man setzte mich in ein bootähnliches Gefährt, das insofern seltsam anmutete, als es Löcher im Boden hatte und bis zur Bordkante mit Wasser gefüllt war. In halber Tauchfahrt näherten wir uns langsam dem Zentrum der Stadt. Ich fragte, ob man diese Löcher nicht zustopfen und das Wasser ausschöpfen könnte, dann erkundigte ich mich auch nach anderen Dingen, doch meine Gefährten antworteten nicht, sie notierten lediglich fieberhaft meine Worte.

Durch die Straßen wateten die Einwohner; sie hielten die Köpfe unter Wasser, tauchten jedoch alle Augenblicke auf, um Atem zu holen. Durch die gläsernen Mauern konnte man in die Häuser blicken. Die Zimmer waren etwa bis zur Hälfte mit Wasser gefüllt. Als unser Vehikel an einer Kreuzung neben der Hauptverwaltung für die Bewässerung halten mußte, hörte ich durch die offenen Fenster das Glucksen der Beamten. Auf den Plätzen standen himmelragende Fischdenkmäler, geschmückt mit Kränzen aus Wasserpflanzen. Als unser Boot wieder einen Augenblick hielt (es herrschte sehr reger Verkehr), entnahm ich den Gesprächen der Passanten, daß kurz zuvor an der Ecke ein Spion entlarvt worden sei, als er Sengel triftete.

Dann schwammen wir durch eine breite Allee, die mit prachtvollen Fischporträts und verschiedenfarbigen Transparenten geschmückt war, wie: „Hoch lebe die wäßrige Freiheit!“ – „Flosse an Flosse bekämpfen wir Wassermänner die Dürre!“, und vielen anderen, die ich alle gar nicht lesen konnte. Schließlich legte das Boot bei einem gewaltigen Wolkenkratzer an. Seine Fassade war mit Girlanden verziert, und über dem großen Portal hing ein smaragdgrünes Schild: „Freiheitliche Fipo“. Mit einem Fahrstuhl, der Ähnlichkeit mit einem kleinen Aquarium besaß, fuhren wir ins 16. Stockwerk. Man führte mich in einen Raum, der bis über den Schreibtisch mit Wasser gefüllt war, und befahl mir zu warten. Der Raum war ganz mit herrlichen smaragdgrünen Schuppen ausgeschlagen.

Ich legte mit in Gedanken genaue Antworten auf Fragen zurecht: Woher ich komme und wohin ich zu reisen gedenke, aber es fragte mich niemand danach. Der Untersuchungsbeamte, ein Pinter von kleiner Statur, betrat das Zimmer, musterte mich mit strengem Blick, stellte sich dann auf die Zehenspitzen und fragte, den Mund aus dem Wasser haltend: „Wann hast du deine verbrecherische Tätigkeit begonnen? Hat man dir viel dafür gegeben? Wer sind deine Komplizen?“

Ich erwiderte, daß ich durchaus kein Spion sei, und erläuterte auch die Umstände, die mich auf den Planeten geführt hätten. Als ich jedoch erklärte, ich hätte mich nur zufällig auf Pinta eingefunden, lachte der Vernehmende laut und sagte, ich solle mir etwas Besseres einfallen lassen. Dann widmete er sich dem Studium der Protokolle und überschüttete mich alle Augenblicke mit Fragen. Das bereitete ihm Mühe, denn er mußte jedesmal aufstehen, um Luft zu holen, einmal verschluckte er sich sogar und mußte lange husten. Später stellte ich fest, daß dies den Pintern sehr oft widerfuhr.

Der Untersuchungsbeamte redete mir freundlich zu, alles zuzugeben, als ich aber immer wieder entgegnete, ich sei unschuldig, sprang er plötzlich auf, deutete auf die Büchse mit den Sprotten und fragte: „Und was bedeutet das?“

„Nichts“, erwiderte ich verblüfft.

„Wir werden ja sehen. Führt diesen Provokateur ab!“ schrie er. Damit war das Verhör beendet.

Der Raum, in dem man mich einschloß, war völlig trocken. Ich stellte das mit wahrer Freude fest, denn das lästige Naß hatte sich bei mir bereits bemerkbar gemacht. Außer mir befanden sich in der Zelle sieben Pinter, die mich sehr freundlich aufnahmen und mir, dem Ausländer, auf der Bank Platz machten. Von ihnen erfuhr ich, daß die Sprotten, die in der Rakete gefunden worden waren, im Sinne der Gesetze eine furchtbare Beleidigung der höchsten pintischen Ideale bedeuteten, und zwar wegen der sogenannten „verbrecherischen Anspielung“. Ich wollte wissen, welcher Art diese Anspielung sei, aber sie konnten – oder so schien mir – wollten es mir nicht sagen. Da ich sah, daß ihnen derlei Fragen unangenehm waren, verstummte ich. Sie erzählten mir noch, daß die Räume hinter Schloß und Riegel die einzigen wasserfreien Örtlichkeiten auf dem Planeten seien. Ich wollte wissen, ob sie sich im Laufe ihrer Geschichte schon immer im Wasser aufgehalten hätten, und erfuhr, daß Pinta einst viele Kontinente und wenig Meere besaß und daß es eine Unmenge scheußlicher trockener Stellen gab.

Derzeitiger Herrscher über den Planeten war der Große Wassermann Ermesineus der Hechter. Während meines dreimonatigen Aufenthalts in der Trockenzelle hatten mich achtzehn verschiedene Kommissionen untersucht. Sie konstatierten die Form, die der Schleier auf dem Spiegel annahm, den ich anzuhauchen hatte, zählten die Tropfen, die nach dem Untertauchen im Wasser an mir herabliefen, und verpaßten mir einen Fischschwanz. Auch meine Träume mußte ich den Experten erzählen, die sie sogleich klassifizierten und nach den Paragraphen des Strafgesetzbuches ordneten. Im Spätsommer beliefen sich die Beweise meiner Schuld bereits auf achtzig dicke Bände, und die Sachbeweise füllten drei Schränke in dem mit Schuppen ausgeschlagenen Raum. Zu guter Letzt gestand ich alles, was mir vorgeworfen wurde, insbesondere das Perforieren der Chondriten und die mehrfache umfangreiche Destillation zugunsten Pantas. Bis auf den heutigen Tag weiß ich nicht, was das bedeutete. Unter Berücksichtigung mildernder Umstände, vor allem meiner sturen Unkenntnis der Segnungen des Unterwasserlebens, sowie im Hinblick auf den bevorstehenden Namenstag des Großen Hechters wurde gegen mich das milde Urteil von zwei Jahren ungehinderter Steinmetzarbeit mit Bewährung im Wasser auf sechs Monate gefällt, woraufhin ich auf freien Fuß gesetzt wurde.

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Star Trek: Beyond

Star Trek Beyond

Von Trevor Lynch (Greg Johnson) (Original: Star Trek: Beyond, erschienen am 24. August 2016 auf Counter-Currents Publishing. Übersetzung: Lichtschwert

Ich habe eine Menge Star Trek auf der Leinwand und auf dem Bildschirm gesehen, und aus der Perspektive des mittleren Alters erscheint es als eine schreckliche Zeitverschwendung. Kürzlich sah ich mir eine Anzahl von Episoden der Originalserie an, die ich seit der Kindheit nicht mehr gesehen hatte, und fand sie recht grindig und oft lächerlich. Meine Gefühle über die ursprüngliche Darstellerriege kamen an die Oberfläche, als ich Walter Koenig in einer Episode von Babylon 5 auftreten sah (ja, es war schauderhaft, aber ich gab ihm eine Chance!) und herausplatzte: „Die Science Fiction wird nicht sicher sein, bis all diese Leute tot sind.“

Ja, mir gefiel Die nächste Generation ab Staffel Drei. Aber meine Lieblingsserie war Voyager. Trotz der lächerlich politkorrekten Besetzung hatte Voyager einfach exzellente Geschichten. Ich fand die Borg, die in beiden Serien stark vorkamen, als eine der fantasievollsten Schöpfungen des Star-Trek-Universums. Deep Space Nine war einen einzelnen Durchlauf wert, aber Enterprise war eine große Enttäuschung, obwohl der Handlungsbogen der dritten Staffel interessant war. Ich bezweifle, daß ich mir die Mühe machen werde, eine neue Serie anzusehen, sollte eine herauskommen.

Was die Filme betrifft, so war das Beste des ersten Films Jerry Goldsmiths wunderbare Musik. Nur Der Zorn des Khan und Auf der Suche nach Mr. Spock sehen nach mehr als aufgefetteten Fernsehepisoden aus. Der vierte und der fünfte Film waren lächerlich. Keiner der Next-Generation-Filme machte viel Eindruck. Tatsächlich denke ich, daß ich einen oder zwei davon gänzlich ausgelassen habe. Dann kam Jar Jar Abrams‘ inkompetenter Leinwand-Reboot der Originalserie, einschließlich seines völlig unnötigen Remakes von Der Zorn des Khan. Und nun haben wir den dreizehnten Film in dem Franchise, Star Trek: Beyond, mit dem chinesischen Regisseur Justin Lin am Ruder.

Beyond ist der visuell eindrucksvollste Star-Trek-Film aller Zeiten. Aber das blendende Spektakel unterstreicht nur die Hohlheit der Handlung. Der Schurke, Krall, ist ein Sternenflottencaptain, der hundert Jahre lang auf einem Wüstenplaneten festsaß und aus irgendeinem Grund die Gestalt eines Außerirdischen angenommen hat und sich dann genauso unerklärlich in einen Menschen zurückverwandelt.

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Häusliche Ökonomie, Teil 5

Abbott Handerson Thayer, 1849–1921, „Virgin Enthroned,“ 1891

Abbott Handerson Thayer, 1849–1921, „Virgin Enthroned,“ 1891

Von F. Roger Devlin, übersetzt von Deep Roots. Das Original Home Economics, Part 5 erschien am 3. Juni 2011 auf Counter-Currents Publishing. Dieser fünfteilige Essay ist auch in F. Roger Devlins Buch „Sexual Utopia in Power“ enthalten, das bei Counter-Currents erhältlich ist.

Zuvor erschienen: Häusliche Ökonomie, Teil 1, Teil 2, Teil 3 und Teil 4

Teil 5 von 5

  1. Absichtliche Erosion der männlichen Rolle durch den Feminismus

Zu diesen wesenhaften männlichen Nachteilen am modernen Arbeitsplatz müssen jene hinzugefügt werden, die direkt vom Feminismus geschaffen wurden.

Der britische Philosoph C. E. M. Joad charakterisierte einst die kulturelle Dekadenz als „ein Zeichen der Tendenz des Menschen, seine Position im Universum mißzuverstehen, eine erhabenere Sicht auf seinen Status und seine Aussichten einzunehmen, als die Tatsachen rechtfertigen, und die Führung seiner Gesellschaften und die Planung seiner Zukunft auf der Grundlage dieses Mißverständnisses vorzunehmen.“ [14] Den Feminismus könnte man in diesem Licht nützlicherweise als die Dekadenz der europäischen Frauenschaft sehen. Es kann nur solch ein Größenwahn gewesen sein, der Frauen ohne Erfahrung in der Welt der Industrie dazu verleitete, ihr „Recht“ auf eine Karriere zu behaupten – womit in Wirklichkeit eine leichte und erfolgreiche Karriere gemeint ist. Sie stellten sich vor, wie sie mit auf Mahagonischreibtische hochgelegten Füßen katzbuckelnden männlichen Untergebenen Befehle zubellen und dafür mit fetten Gehaltsschecks und Prestige belohnt werden.

Das praktische Ergebnis der lauten Verkündung, daß Karrieren nun für Talente geöffnet werden, besteht darin, wie Studenten der „Bürgerrechtsbewegung“ wissen, daß riesige Horden ehemals zufriedener Mittelmäßiger sich für talentiert zu halten beginnen. Wenn sie in ihren Bemühungen scheitern, fühlen sie sich betrogen, nehmen an, daß jemand anders schuld sein muß, und rufen nach Bestrafung.

Die leichtgläubigen Frauen, die auf Drängen der Feministinnen ins Erwerbsleben eintraten, entdeckten schnell, daß es ihnen nicht sehr gefiel (trotz der oben aufgezählten weiblichen Vorteile). Die Arbeit stellte sich als… nun, eine Menge Arbeit heraus. Ihre Reaktion auf die gebrochenen Versprechungen des Feminismus bestand jedoch nicht darin, den Ideologinnen vorzuwerfen, daß sie sie gemacht oder sie dazu gebracht hatten, an sie zu glauben; sie bestand darin, Männern die Schuld zu geben. Männer mußten einfach die Arbeitswelt umkonstruieren, bis Frauen sie „erfüllend“ fanden. Und der Feminismus sollte wieder die Richtung weisen. (Eine der größten Stärken der Bewegung ist diese Fähigkeit gewesen, politisch von ihren eigenen Fehlschlägen zu profitieren.)

Es wäre schwierig, die Zahl der Gesetze und Vorschriften zu berechnen, die in den letzten drei Jahrzehnten im Hinblick auf die Bequemlichkeit arbeitender Frauen verkündet wurden. Und obwohl Feministinnen die Vorschläge formuliert haben, sind es großteils Männer, die sie eingeführt und durchgesetzt haben – ohne Zweifel in der heiteren Zuversicht, daß die neuen Regeln nur gegen schlechte Männer benutzt werden konnten. Aber ich fürchte, Frauen sind keine Ausnahme von der Regel, daß Macht korrumpiert, und wenige von ihnen zögern, die neuartigen rechtlichen Schutzbestimmungen in dem Moment in Waffen zu verwandeln, wo sie spüren, daß es zu ihrem persönlichen Vorteil sein könnte.

An meinem eigenen Arbeitsplatz sind Plakate gut sichtbar ausgehängt, die Frauen über eine gebührenfreie Nummer informieren, die sie anrufen können, falls ihnen irgendetwas nicht gefällt, das ein männlicher Mitarbeiter tut oder sagt. Es gibt offensichtlich keine äquivalente Nummer für Männer; aber selbst wenn es eine gäbe, ist es nicht schwer zu sehen, welches Geschlecht mehr dazu neigt, sich zu beklagen. Andere Plakate warnen Männer davor, irgendwelche Kritik, selbst beiläufig und informell, über die Arbeitsleistung einer Frau zu äußern.

Jeder weiß, was vorgeht, aber niemand sagt etwas. Die Frauen haben alle die Geschichten über die 6 Millionen Dollar teuren Streitvergleichszahlungen wegen Belästigung gelesen und rechnen sich aus, daß das besser ist, als für 17 Dollar die Stunde zu arbeiten. Sie halten ihre Augen offen nach Gelegenheiten. Der durchschnittliche Konzernmanager wird ohne zu zögern einen anderen männlichen Angestellten verraten (und selbstzufrieden als Verteidiger der Frauenschaft posieren, der Unrecht zugefügt wurde), um einen Prozeß zu vermeiden, und sowohl männliche als auch weibliche Angestellte wissen es.

„Geschlechtergleichstellungsziele“, direkte Bevorzugungen für Frauen bei Einstellungen und Beförderungen, werden von Konzernen aufgestellt, um zu vermeiden, von der EEOC [Equal Employment Opportunity Commission – Kommission für Chancengleichheit am Arbeitsplatz] vor Gericht gezerrt zu werden. Die öffentliche Vorspiegelung ist, daß Frauen am Arbeitsplatz vordringen; in Wirklichkeit werden sie künstlich auf den Rücken von Männern hochgehievt. Einer der meiner Meinung nach widerlichsten Aspekte der Situation ist die zuckersüße Rhetorik, die überall benutzt wird, um eine Realität der Einschüchterung, Feigheit und Ungerechtigkeit zu verdecken.

Die Feministinnen haben zweifellos große Fortschritte zur Erreichung ihrer wirtschaftlichen Ziele gemacht. Die Löhne von ganzjährig beschäftigten männlichen Vollzeitarbeitern sind in den Vereinigten Staaten seit 1973 flach geblieben. In diesem Jahr betrugen die Löhne vollzeitarbeitender Frauen 57 Prozent von denen der Männer; um 2005 „verdienten“ sie (sozusagen) 77 Prozent so viel wie Männer. [15] Die Männer brauchen dieses Geld natürlich, um Familien zu gründen oder zu erhalten; die Frauen nicht.

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Häusliche Ökonomie, Teil 4

Arnold Böcklin, „Vita Somnium Breve,“ 1888

Arnold Böcklin, „Vita Somnium Breve,“ 1888

Von F. Roger Devlin, übersetzt von Deep Roots. Das Original Home Economics, Part 4 erschien am 2. Juni 2011 auf Counter-Currents Publishing. Dieser fünfteilige Essay ist auch in F. Roger Devlins Buch „Sexual Utopia in Power“ enthalten, das bei Counter-Currents erhältlich ist.

Zuvor erschienen: Häusliche Ökonomie, Teil 1, Teil 2 und Teil 3

Teil 4 von 5

  1. Konsequenzen der „unbegrenzten Wahlmöglichkeit“

Zu den meisten linken Utopien gehört der Genuß all der Vorteile enggestrickter Gemeinschaften, während man nichts von den Kosten an individueller Freiheit bezahlt, die solche Gemeinschaften erfordern. Dementsprechend schlagen Feministinnen vor, Frauen von „häuslicher Fronarbeit“ zu befreien und diese durch uneingeschränkte persönliche Wahlfreiheit zu ersetzen. Aber die Fronarbeit der Ehe und deren Pflichten sind ganz offensichtlich die unverzichtbare Grundlage der Familie, des Modells und der Quelle jeder echten Gemeinschaft.

Es ist wahr, daß es selbst bei der Ehe ein gewisses Maß an freier Wahlmöglichkeit gibt: eine Frau kann wählen, ob und in gewissem Ausmaß wen sie heiraten wird. Aber sobald eine Frau ihre Wahl trifft, indem sie das Gelübde ablegt und den Bund eingeht, hat sie eben dadurch keine Wahl mehr (so wie man nicht einen Kuchen essen und zugleich behalten kann). In anderen Worten, die Ehe ist ein nicht rückzahlbares Einwegticket. Ihr Ehemann ist ihre Wahl, selbst falls er sie schließlich auf bestimmte Arten verärgert, so wie es alle sterblichen Ehemänner zwangsläufig tun müssen. Wenn eine Frau sich ihre Partnerwahl für immer offenhält, nennt man das „Altjüngferlichkeit“.

Letztendlich ruhen die Fantasien des Feminismus und der sexuellen Befreiung auf einer metaphysischen Verwirrung, die man die Verabsolutierung der Wahlfreiheit nennen könnte. Die Illusion ist die, daß man der Gesellschaft irgendwie befehlen könnte, Frauen Wahlfreiheit zu ermöglichen, ohne dadurch ihre zukünftigen Optionen zu vermindern. Geburtenkontrolle, Abtreibung, die Entstigmatisierung von unehelichem Geschlechtsverkehr und Lesbentum, das „Recht“ auf eine Karriere, willkürliche und einseitige Scheidung – all diese sind gegenüber Frauen als Wege zur Erweiterung ihrer Wahlmöglichkeiten beworben worden.

Nun, ich bin dafür, Frauen all die Wahlmöglichkeiten zu geben, die sie verkraften können. (Gegenwärtig denke ich, daß sie eher mehr als das haben.) Aber eine sorgfältige Analyse wird offenbaren, daß der Begriff unterschiedliche und teils widersprüchliche Bedeutungen hat, die nicht in jedem Zusammenhang gleichermaßen anwendbar sein mögen. Wahlmöglichkeit ist keine einzelne Sache, die unbegrenzt ohne Preis erweitert werden kann, und es kann gezeigt werden, daß ein trügerisches Mehr davon in einem Bereich die Verringerung der eigenen Möglichkeiten in einem anderen nach sich zieht.

Ein völlig legitimer Sinn des Auswählens ist zu tun, was man möchte. Wenn wir zum Beispiel ersucht werden, eine Geschmacksrichtung von Eiscreme auszuwählen, dann ist alles, was gemeint ist, eine Entscheidung darüber, was uns im Moment am angenehmsten wäre. Dies deshalb, weil die Alternative zwischen Schokolade oder Erdbeere keine tiefen, langfristigen Konsequenzen beinhaltet. Aber nicht alle Entscheidungen können so sein.

Bedenken Sie zum Beispiel die Berufswahl eines jungen Mannes. Einer der Zauber der Jugend ist, daß sie eine Zeit ist, in der die Möglichkeit die Wirklichkeit überschattet. Man könnte ein Gehirnchirurg werden, oder ein Bergsteiger, oder ein Dichter, oder ein Staatsmann, oder ein Mönch. Es ist natürlich und gut, wenn Jungen von all dem Verschiedenen träumen, das sie werden könnten, aber solche Tagträume können eine gefährliche Illusion züchten: daß dort, wo immer noch alles möglich ist, alles möglich sein wird. Das trifft nur im Fall trivialer und belangloser Angelegenheiten zu. Es ist möglich, alle 31 Geschmacksrichtungen von Baskin-Robbins an 31 aufeinanderfolgenden Tagen durchzukosten. Aber es ist nicht möglich, ein Gehirnchirurg und ein Bergsteiger und ein Dichter und ein Staatsmann und ein Mönch zu werden. Ein Mann, der das versucht, wird nur in allen seinen Bestrebungen scheitern. Der Grund dafür ist natürlich, daß wichtige Unternehmungen sehr viel Zeit und Einsatz erfordern, aber die Männer, die sie unternehmen, sterblich sind.

Für jede Möglichkeit, die wir verwirklichen, wird es hundert geben, die wir für immer unverwirklicht lassen müssen; für jeden Weg, für den wir uns entscheiden, wird es hundert geben, die wir für immer aufgeben müssen. Die Notwendigkeit, in diesem Sinne eine Wahl zu treffen, ist das, was dem menschlichen Leben viel von seiner Ernsthaftigkeit und Schmerzlichkeit gibt. Diejenigen, die von einer Sache zur anderen treiben, unfähig, zu einer Entscheidung zu kommen oder irgendetwas von dem zu vollenden, was sie begonnen haben, enthüllen dadurch, daß sie eine wesentliche Wahrheit über das Menschsein nicht begreifen. Sie sind wie Kinder, die nicht erwachsen werden wollen.

Die sexuellen Wahlentscheidungen einer Frau sind analog jenen eines Mannes hinsichtlich seiner Berufung. Sie können grundsätzlich nicht so leicht und umkehrbar gemacht werden wie die Wahl der Geschmacksrichtung von Eiscreme. Aber sie so zu machen, ist das, was der Feminismus und die sexuelle Befreiung zu tun versuchen. Das zugrundeliegende Motiv scheint genaugenommen eine Furcht vor schwierigen Entscheidungen und ein Wunsch zur Beseitigung ihrer Notwendigkeit zu sein. Zum Beispiel braucht eine Frau nicht über die Qualifikationen eines Mannes als Vater ihrer Kinder nachzudenken, wenn eine Pille oder ein routinemäßger medizinischer Eingriff diese Möglichkeit beseitigen kann. Es gibt keinen Grund, sorgfältig die Alternative zwischen Karriere und Ehe abzuwägen, wenn die Mutterschaft sicher bis zum Alter von 40 Jahren aufgeschoben werden kann (wie es eine große Zahl von Frauen jetzt anscheinend glaubt). Was wir hier haben, ist nicht ein klarer Gewinn im Ausmaß der Wahlfreiheit, sondern eine Verlagerung von einem Sinn des Wortes zu einem anderen – von ernsthafter, auf Nachdenken beruhender Bindung dazu, daß man bloß tut, was man zu jedem bestimmten Zeitpunkt möchte. Wie der Dilettant, der sich in fünf verschiedenen Berufen versucht, ohne endlich einen zu ergreifen, möchte sich die befreite Frau all ihre Optionen für immer offen halten: sie möchte die ewige Jugend.

Der Versuch zur Verwirklichung eines Utopia der grenzenlosen Wahlfreiheit in der realen Welt hat bestimmte vorhersehbare negative Folgen: insbesondere macht er die Erfahrung der Liebe für Frauen zu einer des wiederholten Scheiterns. Die befreite Frau, die sowohl die engagierte Ehe als auch die entschiedene Ehelosigkeit ablehnt, treibt hinein und hinaus in eine Reihe von etwas, das „Beziehungen“ genannt wird, wobei sie ihren Mann entweder verläßt oder von ihm verlassen wird (ihrer Meinung nach ist es in beiden Fällen seine Schuld). Ein beliebter deutscher Roman, der dieses Verhaltensmuster satirisch behandelt, trägt den Titel Beim nächsten Mann wird alles anders. [12]

Die Lektion, die solche Erfahrungen unvermeidlich lehren, ist, daß Liebe nicht andauert, daß Menschen nicht verläßlich sind, daß man am Ende nur sich selbst hat, daß die vorausschauende Klugheit diktiert, immer nach der Nummer Eins zu suchen. Und das wiederum zerstört die Großzügigkeit, die Loyalität und das Vertrauen, die unverzichtbar sind, wenn Liebe gelingen und andauern soll.

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Häusliche Ökonomie, Teil 3

Königin Viktoria beim Spinnen von Wolle

Königin Viktoria beim Spinnen von Wolle

Von F. Roger Devlin, übersetzt von Deep Roots. Das Original Home Economics, Part 3 erschien am 1. Juni 2011 auf Counter-Currents Publishing. Dieser fünfteilige Essay ist auch in F. Roger Devlins Buch „Sexual Utopia in Power“ enthalten, das bei Counter-Currents erhältlich ist.

Zuvor erschienen: Häusliche Ökonomie, Teil 1 und Teil 2

Teil 3 von 5

  1. Keine Eigentumsrechte innerhalb der traditionellen Familie

Die Versorgung durch den Mann ist vielleicht als Anpassung früher Hominiden an die widrigeren klimatischen Bedingungen entstanden, auf die sie bei der Migration aus Afrika stießen. Bis zum heutigen Tag bleibt die weibliche Nahrungsproduktion im Großteil von Schwarzafrika die Regel. Das harschere Klima Europas, insbesondere in dessen nördlicheren Regionen, ist es, das die männliche körperliche Stärke und Voraussicht erfordert, zusammen mit ihrem weiblichen Gegenstück: die intensivere Pflege der Kinder.

Laut einem Artikel, der kürzlich in Current Anthropology veröffentlicht wurde, könnte die bessere Nutzung der Arbeitsteilung nach Geschlechtern sogar das gewesen sein, was den modernen Menschen den entscheidenden Konkurrenzvorteil gegenüber den Neandertalern gab. [7] Ich möchte nicht zuviel Gewicht auf eine im Entstehen begriffene und möglicherweise nicht überprüfbare Theorie legen. Aber seit vielen Jahren sind Kritiker des Feminismus routinemäßig als Neandertaler und Höhlenmenschen abgetan worden. Es wäre eine befriedigende Rechtfertigung für uns, sollte es sich herausstellen, daß die primitiveren Vorgänger des Menschen in Wirklichkeit wegen „Gleichheit am Arbeitsplatz“ ausstarben. (Es ist auch amüsant darüber nachzudenken, wie es unseren verhätschelten Feministinnen in der „feindlichen Arbeitsumwelt“ der mittleren Altsteinzeit ergangen wäre.)

Obwohl als Reaktion auf schwierige natürliche Bedingungen entstanden, überlebte die Praxis der Versorgung durch den Mann bis in die Zeit der verringerten Knappheit nach dem Ende der letzten Eiszeit und des Aufkommens der seßhaften Landwirtschaft. Dies ist es, was erstmals Kapitalansammlung ermöglichte, eine wesentliche Voraussetzung der Zivilisation. Wir hatten in der Tat Glück, daß die Männer des alten Mesopotamien keine Feministinnen um sich hatten, die sie davon überzeugten, daß es „sexistisch“ sei, ihren Ehefrauen Eigentumsrechte zu verweigern. Diejenigen, die den Reichtum erzeugen, haben eine bessere Vorstellung von dessen Wert als jene, die von anderen erhalten werden. Es ist zweifelhaft, ob die Zivilisation hätte entstehen können, wenn die Frauen die Kontrolle über die prähistorischen Kassenschlüssel gehabt hätten.

Wenige Dinge erzeugen mehr feministischen Zorn als dieses traditionelle Fehlen weiblicher Eigentumsrechte innerhalb der Familie. Solch rückblickende Empörung ist jedoch bloß ein weiteres Beispiel der Mißverständnisse, die daraus entstehen können, daß man keinen harschen wirtschaftlichen Realitäten ins Auge zu schauen braucht.

Der Vater hatte in seiner Rolle als Versorger eine Pflicht, den Besitz seiner Familie zum langfristigen Nutzen der Familie als Ganzes (natürlich einschließlich seiner Ehefrau) zu verwalten. Das Recht eines Mannes auf die Kontrolle der Zuteilung des Wohlstandes, den er selbst produziert hat, war im Grunde an diese Verpflichtung geknüpft. Feministinnen nehmen wie üblich nur die Rechte des Mannes wahr und nicht die Verantwortlichkeiten, aus denen sie sich ableiteten.

Die Geschlechter haben sich seit der Jungsteinzeit nicht viel verändert, auch wenn unsere Vorstellungen von „Rechten“ sich geändert haben. Sogar heute kann man Männer mit sechsstelligen Gehältern finden, die nicht aus der Verschuldung herauskommen können. Sie leben nicht über ihre Verhältnisse; ihre Ehefrauen tun es. In Schopenhauers Worten: „Frauen denken, daß Männer Geld verdienen sollen, damit sie es ausgeben können.“ Eines der traditionellen Ziele bei der Erziehung von Töchtern ist es gewesen, sie von genau dieser „natürlichen“ weiblichen Denkweise abzubringen.

Die Folgen dessen, daß man das nicht tut, kann man in jüngsten Entwicklungen in Europa sehen. 1999 hat eine Politikerin der britischen Labour Party Pläne angekündigt, „Arbeitgeber zu zwingen, die Löhne von Männern auf die Bankkonten ihrer Ehefrauen einzuzahlen… Ehefrauen werden die alleinige Verfügungsgewalt darüber haben, ob sie die Löhne ihrer Ehemänner direkt empfangen wollen oder nicht.“ [8] Währenddessen ist in Deutschland ein Gesetz vorgeschlagen worden, das „Ehemännern vorschreiben würde, ihren Ehefrauen Taschengeld zu zahlen. Nichtbezahlung von Taschengeld… könnte zur Folge haben, daß der Rechtsverletzer vor das Familiengericht gezerrt und zur Zahlung angewiesen wird.“ [9]

Im Gegensatz dazu wurde von der traditionellen Hausfrau erwartet, nicht nur dankbar für den Unterhalt durch ihren Ehemann und sparsam mit seinen Ressourcen zu sein, sondern auch ihren eigenen Beitrag zum Haushalt zu leisten:

Sie sucht Wolle und Flachs und arbeitet mit willigen Händen. Sie steht auf, während es noch Nacht ist, und bereitet Nahrung für ihren Haushalt und Aufgaben für ihre Dienstmädchen vor. Ihre Lampe geht nachts nicht aus. Sie legt ihre Hände an den Spinnrocken. Sie achtet gut darauf, wie ihr Haushalt läuft, und ißt nicht das Brot der Müßigkeit.

Solcherart sind die Attribute der guten Ehefrau, wie sie in Sprüche 31 beschrieben werden (nach der wehmütigen Frage „Wer kann eine gute Ehefrau finden?“). In anderen Worten, es ist keineswegs eine Innovation des Feminismus, daß Frauen wirtschaftliche Funktionen ausüben sollten.

Aber das unterscheidet sich gänzlich davon, eine Karriere zum Zweck der „Selbstverwirklichung“ zu haben. Die traditionelle wirtschaftliche Rolle einer Frau ist die „Familienverwirklichung.“ Eine Frau, die sich der Erfüllung dieser Rolle widmete, wäre vielleicht verwundert darüber gewesen, wie sie von Eigentumsrechten profitieren würde, die gesetzlich gegen andere Mitglieder ihrer eigenen Familie durchsetzbar sind.

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Häusliche Ökonomie, Teil 2

Jan van Eyck, „Die Arnolfini-Hochzeit“, 1434

Jan van Eyck, „Die Arnolfini-Hochzeit“, 1434

Von F. Roger Devlin, übersetzt von Deep Roots. Das Original Home Economics, Part 2 erschien am 31. Mai 2011 auf Counter-Currents Publishing. Dieser fünfteilige Essay ist auch in F. Roger Devlins Buch „Sexual Utopia in Power“ enthalten, das bei Counter-Currents erhältlich ist.

Zuvor erschienen: Häusliche Ökonomie, Teil 1

Teil 2 von 5

  1. Die moderne Vernachlässigung der wirtschaftlichen Seite der Ehe

Nachdem im ersten Abschnitt kurz die beiden Hauptarten untersucht wurden, auf die der Feminismus die frühere Position der Wertschätzung untergraben hat, die die Frauen in unserer Zivilisation genossen, lassen Sie uns mit der Betrachtung dessen fortfahren, wie diese Position früher gewahrt wurde.

Die Grundlage des Systems, fundamentaler als das Ideal der Ritterlichkeit, war die Institution der Ehe. Die strengstmögliche Erfüllung der Bedingungen der Ehe durch Frauen ist offensichtlich notwendig, bevor Männer glauben gemacht werden können, daß Frauen ätherisch reine, von Natur aus monogame Wesen sind, die sich selbstlos dem Wohl ihrer Familien in einer Weise widmen, die irdische, lusterfüllte Männer nicht begreifen können.

Die traditionelle Sexualmoral kann recht einfach zusammengefaßt werden: Männer und (besonders) Frauen haben eine gewisse Wahlfreiheit bei der Entscheidung, ob oder wen sie heiraten, aber sie haben nicht die Freiheit, für sich selbst zu entscheiden, was eine Ehe ist. In anderen Worten, wir unterwerfen uns der Ehe, die eine zeitlose Institution ist; wir passen sie nicht unseren Vorlieben an.

Was ist also eine Ehe? Ich definiere sie als eine lebenslange sexuelle und wirtschaftliche Vereinigung zwischen einem Mann und einer Frau. [1] In der Ehe pflegen ein Mann und eine Frau eine ausschließliche sexuelle Beziehung, die (in den meisten Fällen) Kinder von anerkannter Vaterschaft hervorbringt, und sie teilen ihre produktiven Fähigkeiten im Hinblick auf das Aufziehen ihrer Kinder; und diese beiden Dinge tun sie für die Dauer ihres natürlichen Lebens zusammen.

Im Gegensatz zu den oberflächlichen Ansichten vieler Menschen, insbesondere Frauen, ist eine Hochzeit nicht das definierende Attribut der Ehe: sie ist bloß eine Zeremonie, die normalerweise den Eintritt eines Paares in die Ehe kennzeichnet. Der einzige wesentliche Zweck einer Hochzeit ist die Bestätigung der Vaterschaft, die öffentliche Erklärung, wer der vermutliche Vater der zukünftigen Kinder der Frau ist.

Beim Eintritt in die Ehe ist Sex die starke Hand der Frau. Im frühen Erwachsenenalter, wenn Menschen sich normalerweise fortpflanzen, ist der männliche Geschlechtstrieb unvergleichlich stärker als der weibliche, und das Schamgefühl oder die Züchtigkeit der Frau am Höhepunkt. Deshalb sind beim Paarungstanz hauptsächlich die Frauen diejenigen, die die Wahl treffen. Aber der Mann ist von Natur aus die wirtschaftlich stärkere Partei. So wie die Natur die Frauen zu den Gebärerinnen und Pflegerinnen der Kinder gemacht hat, machte sie die Männer zu den hauptsächlichen Versorgern von Familien.

Allgemeiner Wohlstand, weiblicher Karrierismus und Einstellungsbevorzugung für Frauen erodieren alle die natürliche Stärke des Mannes. Weiters läuft die moderne Überbetonung des Sex und die entsprechende Vernachlässigung der wirtschaftlichen Seite der Ehe auf einen Fokus auf die natürliche Stärke der Frau hinaus statt auf jene des Mannes: die sexuelle Revolution hat die Position des Mannes nicht gestärkt, wie sie allgemein angepriesen wird, sondern sie untergraben.

Lassen Sie mich ein Beispiel für die typische moderne Nichtbetrachtung der Ehe vom wirtschaftlichen Standpunkt aus geben. Westliche Journalisten wie die heutigen Propagandisten gegen den „Islamofaschismus“ behaupten häufig, daß die Polygamie moralisch verwerflich sei, weil sie „Frauen erniedrigt“. Typischerweise bieten sie keine Erklärung dafür und betrachten das Ganze als selbstverständlich. Aber es ist nur der relative Wohlstand unserer Gesellschaft, der das so erscheinen läßt. Tatsächliche polygame Gesellschaften tendieren dazu, von allgemeiner Armut gekennzeichnet zu sein, wobei der Großteil des Reichtums in wenigen männlichen Händen konzentriert ist. Eine Frau in einer solchen Gesellschaft steht normalerweise nicht vor der Alternative zweier ansonsten vergleichbarer Freier, von denen einer ihr treu sein und der andere einen Harem haben wird. Ihre Wahl wird wahrscheinlich die sein, ihr Schicksal entweder an jenes eines mittellosen Mannes binden zu lassen oder leidlich von einem reichen oder mächtigen Mann erhalten zu werden, dessen Aufmerksamkeiten sie teilen wird müssen.

Es ist keineswegs selbstverständlich, daß westliche Frauen die Möglichkeit der formalen Polygamie ablehnen würden, wenn sie von den Umständen zu solch einer Wahl gezwungen würden; unsere gegenwärtige informelle Polygamie ist in Wirklichkeit weit mehr ein Produkt ihrer Entscheidungen als jener der Männer. In Wirklichkeit ist die Funktion der Monogamie wirtschaftlich gesehen gar nicht die Verbesserung der Bedingungen für Frauen, sondern vielmehr die Sicherstellung, daß relativ arme Männer Kinder zeugen können.

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