Über die Linke und den Mythos vom „jüdischen Proletariat“

Von Andrew Joyce; Original: On The Left and the Myth of the ‘Jewish Proletariat’, erschienen am 7. August 2016 auf „The Occidental Observer“.

Übersetzung: Lucifex

„Die Last der Ausbeutung durch die Juden ist groß und ihre Schädlichkeit unbegrenzt. …Wenn wir es für möglich finden, die Revolution zu predigen, und nur gegen die Adeligen revoltieren, wie können wir dann die Juden verteidigen?“

Ukrainischer kommunistischer Revolutionär, 1876.[1]

In den Monaten unmittelbar vor seiner Krönung im Jahr 1189 wurde Richard Löwenherz sich der steigenden antijüdischen Stimmung im Volk Englands bewusst. Dieses böse Blut war das Ergebnis von Jahrzehnten des grassierenden Wuchers, der Beschlagnahmungen von Besitz, der sozialen Ungleichheiten und dessen, was der Historiker Robert Chazan als den „effektiven königlichen Schutz“ von Heinrich II. bezeichnete.[2]

Erpicht darauf, sich mit der Stimmung der Nation zu verbünden, besonders in den unsicheren frühen Tagen seiner Herrschaft, suchte Richard den Gefühlen der Massen zu gefallen, indem er Juden verbot, der Krönungszeremonie in der Westminster-Abtei beizuwohnen. Die Nachricht von dem Verbot wurde vom Volk begrüßt, aber der Schritt war für Englands Juden zutiefst beunruhigend. Das Verbot wurde von den Hebräern der Nation nervös als eine Schwächung der lebenswichtigen jüdischen Beziehung zur Elite wahrgenommen. Diese Beziehung, besonders der Schutz, den sie jüdischen Kreditkaufleuten bot, war absolut wichtig für die ungestörte Fortsetzung der höchst feindseligen Finanzpraktiken der Juden unter den niedrigeren Schichten. Ohne diesen Schutz würde die Position der Juden in England nicht mehr haltbar sein. Daher traf in einem verzweifelten Versuch des Widerstands gegen einen Niedergang des jüdischen Einflusses eine Gruppe höherrangiger Juden an den Toren der Westminster-Abtei ein, die großzügige Geschenke trugen und unterwürfig sprachen. Die Mühe war vergebens.

Der jüdischen Gruppe wurde von Adeligen und Beamten der Eintritt verwehrt, und sie wurde dann wegen ihrer offenen Missachtung königlicher Befehle ausgezogen und ausgepeitscht. Nachdem diese Bestrafung ein öffentliches Schauspiel war, kam bald eine Geschichte in Umlauf unter der Landbevölkerung, dass der neue König mit allgemeinen Aktionen gegen die Juden einverstanden sei und dass die königliche Elite nun auf der Seite des Volkes stünde. In den folgenden Tagen wurden luxuriöse jüdische Häuser niedergebrannt, und Burgen, die jüdische Schuldenaufzeichnungen enthielten, wurden gestürmt und ihr Inhalt vernichtet. Diese Handlungen bauten jedoch auf der Annahme einer Rückendeckung durch die Elite auf, die es in Wirklichkeit nicht gab. Die Erwartungen der Massen wurden bald grob zerschlagen. Die Ausschließung der Juden durch Löwenherz war eine bloße Propagandamaßnahme gewesen, die ihn bei seinen Untertanen beliebt machen sollte, und die Auspeitschung der sich aufdrängenden Gruppe wurde ohne sein Einverständnis ausgeführt. In Wahrheit blieb der König der Macht des Mammons genauso verpflichtet wie seine Vorgänger. Wenn es hart auf hart kam, war die Landbevölkerung, anders als „seine“ Juden, entbehrlich. Richard verlor keine Zeit, die Rädelsführer der antijüdischen Aktionen zusammenzufangen und hinzurichten, einschließlich selbst jener, die jüdisches Eigentum versehentlich beschädigt hatten. Er erteilte dann Befehle an „die Sheriffs Englands, alle solchen Vorkommnisse in der Zukunft zu verhindern.“[3] Nach dieser Niederschlagung des Volkes sollten die Juden Englands erneut unter einem hohen Maß von königlichem Schutz verbleiben, bis „Löwenherz“ das Land verließ, um in den Dritten Kreuzzug zu ziehen – ironischerweise ein Unternehmen, das Menschen in fremden Nationen von der Tyrannei von „Ungläubigen“ befreien sollte. Die gesamte Affäre bleibt eine perfekte Veranschaulichung der jahrhundertealten symbiotischen Beziehung zwischen Juden und unseren einheimischen Eliten, und für die Bedrohung durch den parasitischen Kapitalismus, der sie aneinanderbindet.

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Drogengeschäfte III: Vom Gulag über Brooklyn zur Weltherrschaft

Das englische Original erschien am 14. September 200  unter dem Titel The Judeo-Russian Mafia: From Gulag To Brooklyn To World Dominion auf The People’s Forum. Der Autor Dr. M. Raphael Johnson hat einen Doktortitel in Politikwissenschaften der Universität von Nebraska. Er hat sowohl in Fachpublikationen als auch populärwissenschaftlichen Journalen viel veröffentlicht. Er ist derzeit Professor an einem College in Pennsylvania und lebt mit seiner Familie in Chambersburg.Übersetzung durch Osimandia.

Zuvor veröffentlicht:

Drogengeschäfte I: Die Sassoons und die Opiumkriege

Drogengeschäfte II: Interview mit Hervé Ryssen

Vorbemerkung von Osimandia: Dieser Teil der Serie befasst sich nicht speziell mit Drogengeschäften, sondern geht auf die Verflechtungen der jüdischen so genannten Russenmafia mit der Politik ein. Auch wenn der übersetzte Artikel daher rein buchstäblich genommen nicht in diese Serie zu passen scheint, bin ich dennoch der Ansicht, dass er viel zum Gesamtbild beitragen kann. Die Verlinkungen im Text stammen nicht aus dem Original, sondern wurden von mir bei der Übersetzung eingefügt.

Während das FBI und die großen Medien sich zwanghaft mit der sizilianischen Mafia (der „Cosa Nostra”) beschäftigen, gibt es eine weit mächtigere und düsterere Kraft, die seit mindestens zwei Jahrzehnten das organisierte Verbrechen rund um den Globus kontrolliert – die jüdische Mafia aus Russland (eine „Koscher Nostra”). Und doch gibt es nicht einen einzigen Schreibtisch beim FBI, der speziell für ihre Verbrechen zuständig ist, die diejenigen der italienischen Gangster sowohl im Ausmaß und der Tiefe als auch in der Gewalttätigkeit weit in den Schatten stellen.

Am 28. April 2002 stürzte im südlichen Teil der Region Krasnojarsk in Sibirien ein Militärhubschrauber ab. An Bord war ein wichtiger russischer Politiker, General Alexander Lebed, der Gouverneur der Region. Lebed wurde noch am Unfallort für tot erklärt. Sofort machte die internationale Presse „dichten Nebel” für den Unfall verantwortlich. Jeder russische Militärangehörige war jedoch damals überzeugt, dass der Tod Lebeds kein Unfall war, sondern ein weiterer Schlag der internationalen jüdischen Mafia, einer Organisation, die schon seit langem die Kontrolle über den Großteil der russischen Wirtschaft an sich gerissen hatte. Lebed, der vermutlich zum damaligen Zeitpunkt der beliebteste Mann Russlands war, war dabei – möglicherweise mit chinesischer Unterstützung –  ein nationalsozialistisches Reich aufzubauen, das auf dem ungeheuren Öl- und Mineralienreichtum der Region basieren sollte.

Wenn er Erfolg gehabt hätte, hätte sich die Weltgeschichte vielleicht geändert und das 21. Jahrhundert würde deutlich anders aussehen, als es jetzt aussieht. Bereits vor seinem Tod sind Dutzende von Antizionisten in Russland mit Autobomben und anderen Mitteln ermordet worden, wobei keiner dieser Fälle jemals aufgelöst wurde. Bis auf eine Handvoll Fälle wurden nicht einmal Ermittlungen eingeleitet.

Schon alleine die Tatsache, dass die jüdische Mafia (die oft fälschlicherweise als „Russenmafia” bezeichnet wird) in der Lage war, ihre Spuren vollständig zu verwischen und aus allen Nachrichten über den Vorfall herausgehalten zu werden, während das einfache Volk (in Russland) von ihrer Täterschaft absolut überzeugt war, ist ein Beweis für die ungeheure Macht dieser doch ziemlich neuen Gruppierung des organisierten Verbrechens. Die jüdische Mafia ist nichts, was mit ihren irischen oder italienischen Vorgängern bei deren Aktionen in Amerika und Europa vergleichbar wäre. Sie ist reicher, internationaler und sehr viel brutaler und skrupelloser. Sie töten Kinder. Sie töten Polizisten und deren Familien. Sie töten, wen immer sie töten wollen.

Es hat in der Geschichte dieses Planeten niemals zuvor etwas Vergleichbares gegeben. Und es hat gerade erst angefangen.

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Die Geschichte des Geldes – Teil 3

Vorwort von Osimandia: Das englische Original erschien unter dem Titel The History of Money Part 3 auf der Seite xat.org. von einem unbekannten Autor. Der durch Einrückung gekennzeichnete –  und im englischen Original nicht vorhandene – Einschub ist die Übersetzung eines Artikels von Ellen Brown, der  am 19. August 2007 unter dem Titel Thinking outside the Box: How a Bankrupt Germany Solved its Infrastructure Problems auf ihrer Seite Web of Debt veröffentlicht wurde.

Der Einschub erschien mir angebracht, weil an der Stelle, wo es gerade für deutsche Leser interessant wird, der Originalartikel etwas enttäuschend oberflächlich bleibt.

Übersetzt von Osimandia. Alle Bilder und der Großteil der Links stammen nicht aus den Originaltexten, sondern wurden bei der Übersetzung eingefügt.

Der erste Weltkrieg – A.D. 1914 bis 1918

Die Deutschen liehen sich Geld von der deutschen Rothschildbank, die Briten liehen sich Geld von der britischen Rothschildbank und die Franzosen liehen sich Geld von der französischen Rothschildbank.

Der amerikanische Superbänker J.P. Morgan war unter anderem auch ein Verkaufsagent für Rüstungsgüter. Sechs Monate nach Kriegsbeginn war er mit Ausgaben von 10 Millionen Dollar täglich der größte Konsument des Planeten.

Die Rockefellers und der Vorsitzende des Rats für Kriegsindustrie Bernard Baruch machten jeweils rund 200 Millionen, während Familien ihre Söhne für die blutige Front opferten; aber Profit war nicht das einzige Motiv für ihr Engagement.

Russland hatte den Plan der Geldwechsler, Amerika in zwei Hälften zu spalten, vereitelt, und verblieb das letzte große Land ohne eigene Zentralbank.

Drei Jahre nach Kriegsbeginn wurde jedoch die ganze Zarenfamilie ermordet und der Kommunismus begann. [Korrektur d.Ü.: 1917 dankte der Zar ab, ermordet wurden er und seine Familie 1919]

Zar Nikolaus II, Zarin Alexandra, Ihre Töchter Olga, Tatiana, Maria und Anastasia, sowie Kronprinz Alexej. Zusammen mit ihrem Arzt und einigen treuen Bediensteten in der Nacht vom 16. auf den 17. Juli 1919 ermordet von einem von Jakow Jurowsky angeführten bolschewistischen Erschießungskommando.

Sie mögen es vielleicht merkwürdig finden, zu erfahren, dass die Russische Revolution auch mit britischem Geld finanziert worden war. Kapitalistische Geschäftsleute, die den Kommunismus finanzieren?

Der Autor Gary Allen erklärt es:

„Kommunismus oder genauer gesagt Sozialismus, ist keine Bewegung der unterdrückten Massen sondern eine der Wirtschaftselite.”

W. Cleon Skousen schrieb in seinem Buch The Naked Capitalist:

„Macht aus jeder Quelle neigt dazu, den Appetit auf noch mehr Macht anzuregen… Es war fast unvermeidlich, dass die Superreichen eines Tages danach streben würden, nicht nur ihr eigenes Vermögen sondern das Vermögen der ganzen Welt zu kontrollieren.

Um das zu erreichen, waren sie vollkommen gewillt, den Ehrgeiz der machthungrigen politischen Verschwörer zu füttern, die entschlossen waren, alle existierenden Regierungen zu stürzen und eine zentrale weltweite Diktatur zu etablieren. “

Extremistische Revolutionäre wurden dadurch kontrolliert, dass sie finanziert wurden, wenn sie kooperierten, und von der Finanzierung abgeschnitten wurden, wenn sie es nicht taten, wobei dann sogar manchmal ihre Gegner mit Geld ausgestattet wurden.

Wenn es Ihnen schwer fällt, das zu glauben, hören Sie einfach, was der sogenannte Diktator der jungen Sowjetunion zu sagen hatte:

„Der Staat funktioniert nicht so, wie wir es gewünscht hatten. Der Wagen gehorcht nicht. Ein Mann ist am Steuer und es sieht so aus, als ob er lenkt, aber der Wagen fährt nicht in die gewünschte Richtung. Er fährt dahin, wo andere Kräfte es wünschen.” (Wladimir Lenin zitiert nach Richard Wurmbrand: Marx and Satan)

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Die Geschichte des Geldes – Teil 2

Übersetzt von Osimandia. (Teil 1 hier)

Das 19. Jahrhundert wurde als das Zeitalter der Rothschilds bekannt, damaligen Schätzungen zufolge kontrollierten sie die Hälfte des weltweiten Vermögens. Während ihr Vermögen heute weiter ansteigt, ist es ihnen gelungen, sich unsichtbar im Hintergrund zu halten und den Eindruck zu erwecken, ihre Macht sei geschwunden. Sie verwenden den Namen Rothschild nur für einen kleinen Bruchteil der Unternehmen, die sie tatsächlich kontrollieren. Manche Autoren behaupten, dass die Rothschilds nicht nur die Bank von England übernommen haben, sondern dass sie 1816 auch hinter einer neuen privaten Zentralbank in Amerika mit dem Namen The Second Bank of The United States standen, die dem amerikanischen Präsidenten große Probleme bereitete.

Präsident Andrew Jackson – überlebte einen Mordversuch am 30. Januar 1835. Der unzurechnungsfähige Attentäter wurde in die Psychiatrie eingewiesen und nie verurteilt. Er prahlte später damit, Kontakt zu mächtigen Leuten in Europa gehabt zu haben.

Als der amerikanische Kongress dafür stimmte, die Laufzeit der Second Bank of The United States zu verlängern, machte Andrew Jackson von seinem Vetorecht Gebrauch, um das Gesetz zu Fall zu bringen. Seine Antwort gibt uns einen interessanten Einblick:

Es sind nicht nur unsere eigenen Bürger, die in den Genuss der Freigiebigkeit unserer Regierung kommen. Mehr als acht Millionen des Aktienkapitals dieser Bank werden von Ausländern gehalten … stellt eine Bank, die in ihrer Natur so wenig hat, was sie an unser Land bindet, nicht eine Gefahr für unsere Freiheit und Unabhängigkeit dar? (…)

Unsere Währung zu kontrollieren, unsere öffentlichen Gelder einzunehmen und Tausende unserer Bürger in Abhängigkeit zu halten…wären furchteinflößender und gefährlicher als eine feindliche Militärmacht. Wenn die Regierung sich darauf beschränken würde, alle gleichermaßen zu schützen, und so wie es der Himmel regnen lässt, die Hohen und Niedrigen, Reichen und Armen, gleichermaßen zu begünstigen, dann wäre das ein Segen ohnegleichen. Das Gesetz, das ich hier vor mir habe, stellt ein weitgehendes und unnötiges Abrücken von diesen gerechten Prinzipien dar.”

1832 ordnete Jackson den Rückzug der Regierungseinlagen aus der Second Bank an und legte sie stattdessen in sicheren Banken ein. Der Vorsitzende der Second Bank, Nicholas Biddle, war recht freimütig bezüglich der Macht und den Absichten der Bank, als er offen drohte, eine Depression zu verursachen, wenn die Laufzeit der Bank nicht verlängert werden würde. Wir zitieren:

„Nichts als weitverbreitetes Leid wird auf den Kongress irgendeine Wirkung haben… Unsere einzige Sicherheit ist, einen stetigen Kurs fester Restriktionen zu fahren – und ich habe keinen Zweifel, dass ein solcher Kurs letztendlich zur Wiedereinsetzung der Währung und einer neuen Laufzeit für die Bank führen wird.”

Indem er bestehende Darlehen einforderte und sich weigerte, neue auszugeben, verursachte er eine massive Depression, doch als im Jahr 1836 die Laufzeit endete, hörte die Second Bank auf zu existieren. Zu diesem Zeitpunkt machte Andrew Jackson seine zwei berühmten Äußerungen: „Die Bank versucht, mich zu töten – aber ich werde sie töten!” und „Wenn das amerikanische  Volk nur die krasse Ungerechtigkeit unseres Geld- und Banksystems verstehen würde, dann gäbe es noch vor morgen früh eine Revolution…”

Als er gefragt wurde, was der größte Erfolg seiner Laufbahn gewesen sei, antwortete Andrew Jackson ohne zu zögern „I killed the bank!” Wir werden allerdings sehen, dass dies nicht das Ende davon war, dass privater Finanzeinfluss sich als öffentlich ausgab, wenn wir uns Abraham Lincoln und den Bürgerkrieg ansehen.

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Das Scheitern des Multikulturalismus in der polnischen Ukraine

Mykola Pymonenko – In den Krieg!

Von Thomas Jones, übersetzt von Deep Roots. Das Original The Failure of Multiculturalism in Polish Ukraine erschien am 26. Februar 2017 auf „The Occidental Observer“.

Uns wird heute oft gesagt, daß der Multikulturalismus, das heißt, ein Staat, der aus einer Vielfalt von Völkern besteht, eine große Stärke sei. Nein, es ist in Wirklichkeit unsere größte Stärke! Irgendwelche Besorgnisse oder Kritiken zu äußern, egal wie mild, wird als Sakrileg gesehen.

Jedoch ist das Gegenteil wahr, und die ganze Geschichte hindurch gab es viele Beispiele für vielfältige und multikulturelle Gesellschaften, die in Zwietracht und Hader verfielen. Der Fokus dieses Artikels wird auf einem Ort liegen, der im Nachhinein für seinen Liberalismus und seine Toleranz gepriesen worden ist: Polen-Litauen.

Polen-Litauen entstand nach dem Vertrag von Lublin von 1569, als das Königreich Polen und das Großfürstentum Litauen vereinigt und zu einem Land gemacht wurden. Davor waren die beiden in der Union von Krewo von 1385 in einer Personalunion unter dem herrschenden litauischen Monarchen verbunden. Vor 1569 war das Gebiet, das jetzt Weißrußland und ein Großteil der Ukraine ist [1], ebenfalls Teil des Großfürstentums, das zu der Zeit das größte europäische Land war. Gemäß dem Vertrag von 1569 wurde jedoch die Ukraine an Polen übergeben, womit die Bühne für eine gewalttätige Zukunft des ethnischen Konflikts bereitet wurde.

Der polnische Adel, die Szlachta, war an ein hohes Maß an Autonomie gewöhnt, die nur noch größer wurde, nachdem die alte litauische Jagiellonendynastie ausstarb. Danach wurde die Monarchie gewählt und wurde zunehmend den Adeligen untergeordnet. Die Szlachta, das sollte festgehalten werden, war ethnisch nicht zur Gänze polnisch. Es gehörten schließlich litauische, ukrainische und andere nichtpolnische Adelshäuser dazu, die sich in solchem Ausmaß polonisierten, daß sie genausogut hätten ethnisch polnisch sein können. Zu den Beispielen für die Macht, die der Adel innehatte, gehörte dessen Fähigkeit, die Leibeigenschaft (genannt Neo-Leibeigenschaft) wieder einzuführen, und ein Gesetz von 1518, das besagte, daß der König an seinen Gerichten keine Beschwerden von Untertanen auf Adelsland annehmen durfte, was dem Adel eine freie Hand verschaffte. Die Adeligen gaben sich mit der Zeit die Macht, Fronarbeit einzuführen und Bauernland mitsamt den Bauern, die es bearbeiteten, zu beschlagnahmen [2].

Jedoch war in den Jahren, die zum turbulenten siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert führten, nicht alles in Ordnung mit dem Adel:

Scharfsinnige Ausländer… sahen zum Beispiel, daß die vielgepriesene Freiheit der Szlachta, die Polen den Ruf verschaffte, einer der freiesten Staaten der Welt zu sein, darauf beruhte, allen anderen Klassen der Bevölkerung Rechte wegzunehmen und sie zu versklaven; daß einhergehend mit den unbegrenzten Freiheiten der Adeligen den Bürgern alle Teilhabe am politischen Leben genommen wurde und sie in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung gehemmt und innerhalb der Stadtmauern eingesperrt wurden.

Der Parlamentarismus blühte in Polen, aber parallel dazu hatte die Exekutive nicht die Macht zu funktionieren. … Die Königsmacht war streng begrenzt, und alle Entscheidungen wurden von der mächtigen herrschenden Adelsschicht getroffen. Diese Klasse degenerierte außerdem. Die polnischen Adeligen hatten ihren früheren ritterlichen und kämpferischen Geist verloren. Sie waren durch den Reichtum korrumpiert und hatten ihre frühere Energie verloren, die nun nur noch erweckt werden konnte, um für Privilegien gegen reale oder eingebildete Angriffe seitens der Königsmacht zu kämpfen.[3]

Sie waren nicht nur durch Laster und Macht korrumpiert, sondern die Szlachta hatte auch aufgehört, irgendeinen Bezug zwischen sich und dem Volk zu sehen, das sie regierte. Der Adel hatte ab dem sechzehnten Jahrhundert eine Sarmatianismus genannte Ideologie entwickelt, die fälschlicherweise besagte, daß die Szlachta die Nachkommen von Sarmaten seien, eines Steppenvolkes, das aus der Gegend stammt, die heute Südrußland ist. Wichtig ist, daß die Szlachta sich als ethnisch verschieden auch gegenüber den polnischen Bauern sahen.[4] Sie sahen den römischen Katholizismus auch schließlich als die einzig wahre Form des Christentums. Solch eine Ideologie mußte scharfe gesellschaftliche Spaltungen erzeugen, aber besonders gegenüber ihren ukrainischen Untertanen. Dies sollte im mittleren und späten siebzehnten Jahrhundert eine große und schreckliche Auswirkung auf Polen-Litauen haben.

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Warum haben die Europäer die moderne Welt geschaffen? – Teil 3

Von Fjordman; der Originaltext Why Did Europeans Create the Modern World? — Part 3 erschien am 26. September 2009 auf Gates of Vienna. (Bilder vom Übersetzer hinzugefügt.)

Übersetzung: BeforeDawn

Dass das Klima in irgendeiner Beziehung zu der Kultur und der Mentalität unterschiedlicher Völker stehen könnte, ist eine schon alte Idee, die auf den griechischen Geographen Strabon [gest. um 24 n. Chr] zurückgeht, die es aber auch in China gegeben hat, bei Ibn Chaldun im mittelalterlichen Nordafrika, und in Frankreich bei dem großen politischen Denker Baron de Montesquieu in Vom Geist der Gesetze (De l´esprit des lois, 1748), also lange bevor es eine zusammenhängende Theorie der Evolution oder ein Wissen über genetische Mutation gegeben hat.

Wie wir gesehen haben, ist die hauptsächliche Hypothese über die Intelligenzunterschiede zwischen ethnischen Gruppen, so wie sie von Michael H. Hart in Understanding Human History propagiert wird, die, dass die in kälteren Gegenden lebenden Menschen eine höhere Intelligenz entwickeln mussten, um in ihrer rauhen natürlichen Umgebung überleben zu können. Zehntausende von Jahren lang könnte dies in der Tat der wichtigste Antrieb für die menschliche Evolution gewesen sein, nicht aber unbedingt der einzige. In den letzten Jahrtausenden, nach der Entwicklung der Landwirtschaft und der Städte, haben auch andere zusätzliche Antriebskräfte eine Rolle gespielt. Die Menschen selbst begannen nun zunehmend ihre Umwelt zu formen und können sich jetzt z. B. elektrischer Heizung in subarktischen Gebieten erfreuen. Eine der faszinierendsten Geschichten über die menschliche Evolution hatte aber anscheinend nichts mit kaltem Wetter zu tun, nämlich die Geschichte der Gemeinschaften der aschkenasischen Juden im mittelalterlichen Europa.

Nach einer von Gregory Cochran, Jason Hardy und Henry Harpending im Jahr 2005 vorgestellten Hypothese, die weitgehend von Hart unterstützt wird, ist der außerordentlich hohe durchschnittliche Intelligenzquotient heutiger aschkenasischer Juden ein Beispiel für die Darwinsche Evolution als Antwort auf von außen einwirkenden sozialen Druck, insofern als europäische Juden viele Jahrhunderte lang eine sehr schmale und ungewöhnliche ökonomische Nische als Kaufleute, Steuereintreiber und Geldverleiher innehatten, also Beschäftigungen, für die eine hohe Intelligenz einen großen praktischen Wert hatte. Der christlichen Mehrheitsbevölkerung war es verboten, Zinsen zu nehmen, während den Juden viele Berufe verschlossen waren. Nur dem gelang es in diesem kulturellen Klima, sich zu behaupten und seine Gene weiterzugeben, der einen sehr hohen IQ hatte.

Diese Situation dauerte vom frühen Mittelalter bis zur gesetzlichen Emanzipation der Juden nach der Aufklärung und bewirkte ein soziales Umfeld, das den durchschnittlichen IQ eines ganzen Volkes beträchtlich anhob.

Diese Kombination von Faktoren hatte es in der Antike nicht gegeben. In der islamischen Welt sahen sich die Juden in Handel und Verwaltung in Konkurrenz mit anderen Bevölkerungsgruppen wie z. B. Griechen und Armeniern; sie wurden dort a von den Muslimen auch diskriminiert, aber es ergab sich kein ähnlicher Anstieg des Intelligenzquotienten. Für diesen Effekt genügte „Diskriminierung” allein nicht.

Der wissenschaftliche Beitrag der Griechen im Zeitraum von 500 v. Chr. bis 200 n. Chr. überragt den vergleichsweise geringen Beitrag der Juden im gleichen Zeitraum in beträchtlichem Maß, aber dieses Bild kehrt sich vom 19. Jahrhundert an völlig um. Jetzt haben wir jüdische Genies wie Einstein, aber keine griechischen Genies mehr, die mit Aristoteles und Archimedes vergleichbar wären. Wir haben keinen überzeugenden Beweis, dass im Altertum die Juden ein sehr hohes Intelligenzniveau gehabt hätten. Diejenigen, die dies behaupten, verweisen auf den unverhältnismäßig großen Einfluss jüdischer religiöser Texte aus dieser Ära, aber das Fehlen herausragender jüdischer Wissenschaftler jener Zeit sowie die Tatsache, dass die Juden des Mittleren Ostens heutzutage keinen ungewöhnlich hohen IQ haben, zeigen, dass die hohe Intelligenz bei den Juden aus der europäischen Diaspora ein Produkt der nach-römischen Zeit ist.

Dieses Beispiel der aschkenasischen Juden ist aus einer ganzen Reihe von Gründen interessant. Zunächst schon allein wegen der Geschwindigkeit der Entwicklung: Die Intelligenz eines ganzen Volkes erhöhte sich um vielleicht 10 IQ-Punkte in ungefähr 1000 Jahren, also um viele Male schneller als die langsamere „klimatische” Entwicklung eines höheren IQ während der vorhergehenden Jahrtausende. Zweitens, diese Entwicklung war höchstwahrscheinlich von der sozialen und kulturellen Umwelt verursacht, nicht von der natürlichen, wie es während der Steinzeit der Fall gewesen war. Die europäischen Juden haben nicht einen höheren IQ entwickelt, weil sie in einem kälteren Klima als die anderen Europäer lebten; die Entwicklung war die unbeabsichtigte Folge von sozialen Zwängen, die sie in ein schmales Spektrum von Berufen zwang, in denen ein hoher IQ absolut nötig war; und es war ihnen möglich, dieses Merkmal weiterzugeben, weil relativ wenige Heiraten zwischen der christlichen Mehrheit und der jüdischen Minderheit stattfanden. Schließlich aber, und das ist das Wichtigste: dies Beispiel beweist gegen jeden Zweifel, dass die menschliche Evolution bis in historische Zeiten weitergegangen ist und wahrscheinlich sogar heute noch bedeutsame Resultate erzielen kann.

Wie bereits erwähnt, spricht Jared Diamond in Die Schicksale menschlicher Gesellschaften nicht über die Möglichkeit menschlicher Evolution während der letzten 50.000 Jahre, da er dies für „rassistisch” hält. Jedoch: sein Bestseller wurde von einer Person mit hohem Intelligenzquotienten geschrieben. Die Ironie liegt nun darin, dass Jared Diamonds Theorien die Existenz von Jared Diamond nicht erklären können. Mr. Diamond ist ein Aschkenase, wie es auch Michael H. Hart ist, was nun wiederum bedeutet, dass er aus der ethnischen Gruppe mit dem höchsten durchschnittlichen IQ auf unserm Planeten stammt. Und diese ist nun auch zugleich die ethnische Gruppe mit der höchsten Zahl an Nobelpreisen – bezogen auf die Kopfzahl der Gruppe – in den Naturwissenschaften, was ein starker Hinweis darauf ist, dass der IQ tatsächlich etwas misst, das in der Diskussion über Intelligenz von Relevanz ist.

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Der Weg der Familie

Von F. Roger Devlin, übersetzt von Deep Roots. Das Original The Family Way erschien am 1. Mai 2009 auf The Occidental Quarterly Online und am 28. November 2010 auf Counter-Currents Publishing / North American New Right. Dieser Essay ist auch in F. Roger Devlins Buch „Sexual Utopia in Power“ enthalten, das bei Counter-Currents erhältlich ist.

Carlson

Allan C. Carlson

Third Ways: How Bulgarian Greens, Swedish Housewives, and Beer-Swilling Englishmen Created Family-Centered Economies – And Why They Disappeared

(„Dritte Wege: Wie bulgarische Grüne, schwedische Hausfrauen und biersaufende Engländer familienzentrierte Volkswirtschaften schufen – und warum sie verschwanden“)

Wilmington, Delaware: ISI Books, 2007

Die Wirtschaftswissenschaft ist von außen betrachtet solch ein imposantes Gebäude – mit ihrem technischen Drum und Dran, ihren Bibliotheken voller Bücher und Journale, ihren Stiftungsprofessuren und internationalen Konferenzen, ihren Spezialitäten und Subspezialitäten – daß der Laie vielleicht zögert, die Zeit von Experten mit Fragen über solch eine unbedeutende Sache wie die Familie in Anspruch zu nehmen. Wie Allan Carlson jedoch erzählt (S. 35 – 38), wäre solch eine Ehrerbietung gegenüber der beruflichen Expertise des Ökonomen fehl am Platz: die natürliche Familie ist seit mehr als zweihundert Jahren ein Stolperstein sowohl für die Wirtschaftswissenschaft als auch für die politischen Entscheidungsträger geblieben.

Adam Smith und David Ricardo drückten vorsichtigen Optimismus aus, daß ein unbehinderter Arbeitsmarkt dem gewöhnlichen arbeitenden Mann einen ausreichend großen Lohn bieten würde, um zu heiraten und ein paar Kinder großzuziehen; aber keiner der beiden behauptete, die Notwendigkeit dessen bewiesen zu haben. Radikale wie Marx und Engels fochten die Idee bald an und behaupteten, daß der Kapitalismus die Arbeit in ein gewöhnliches Gut verwandle, das Frauen und Kinder zu einem Bruchteil des Preises erwachsener Männer an Kapitalisten verkaufen könnten. Die traditionelle Autonomie und Solidarität der Familie würde dadurch der industriellen Effizienz und dem faustischen Streben nach Profiten zum Opfer fallen. Später stimmten liberale Ökonomen wie J. S. Mill und Alfred Marshall den Marxisten zu, daß die kapitalistische Marktwirtschaft der Familie kein natürliches Entgegenkommen bietet.

Die Marxisten scheinen auch recht damit zu haben, daß der Verlust der Familienautonomie durch Lohnkonkurrenz eine Entwicklung ist, die für den Kapitalismus spezifisch ist. Alexander Tschajanow, das Thema von einem von Carlsons Kapiteln, studierte die vorindustrielle Wirtschaft von Bauernfamilien und protestierte, daß die Durchsetzung von Konzepten wie Löhne und Kapital in der Agrarproduktion willkürlich und prokrustisch sei. Die Bauernfamilie produzierte für den Gebrauch statt für den Profit; ihr Arbeitsmuster war nicht durch Angebot und Nachfrage bestimmt, sondern durch natürliche biologische Rhythmen: die periodische Wiederkehr der Jahreszeiten, Aussaat und Ernte; der menschliche Lebenszyklus von Geburt, Fortpflanzung und Tod. Das analytische Schema der modernen Ökonomie, das eine fundamentale Unterscheidung zwischen Kapital und Arbeitskraft voraussetzt, ist daher keine Hilfe bei der Aufklärung dessen, was in bäuerlichen Haushalten vorgeht (S. 72 – 73).

Die „Dritten Wege“, die im vorliegenden Buch beschrieben werden, waren Programme, die dazu bestimmt waren, die natürliche Familie – bäuerliche oder andere – vor der Auflösung durch die Marktkonkurrenz zu schützen. Das Buch besteht aus sieben Kapiteln von etwa zwanzig oder dreißig Seiten, wovon jedes einem „dritten Weg“ gewidmet ist. Dazu gehören Programme wie die Wiederherstellung der vollen Familienlandwirtschaft, andere, die nur für Eigenheimbesitz und ein bescheidenes Maß von Produktion im Haushalt werben, und noch andere, die bloß einen Lohn für Väter garantieren sollen, von dem sie Familien erhalten können.

Es mag vielleicht auf den ersten Blick paradox erscheinen, daß Familien überhaupt wirtschaftlich schlechter dran sein könnten, wenn sie ein zweites Einkommen haben anstatt nur eines. Aber dies ist ein klassisches Beispiel für das, was Logiker den Fehlschluß vom Teil aufs Ganze nennen. Der geht so: Wenn in einem Baseballspiel eine aufregende Spielphase stattfindet, springen alle Fans auf die Füße, um besser zu sehen. Sehen sie wirklich besser? Im Durchschnitt nicht. Wenn nur ein Fan aufstehen würde, dann hätte er eine bessere Sicht als zuvor; aber wenn alle aufstehen, ist die allgemeine Sicht nicht besser als zuvor. Analogerweise verbessert eine einzelne Frau, die unter die Erwerbstätigen geht, zweifellos ihre eigene materielle Situation; aber wenn die große Masse der Frauen erwerbstätig wird, dann ist der allgemeine Effekt bloß, daß der Arbeitsmarkt übersättigt wird, was die Löhne für alle hinunterdrückt. Schon 1825 erklärte ein Leitartikel in einer britischen Zeitung:

Die arbeitenden Männer dieses Landes sollten zu dem guten alten Plan zurückkehren, ihre Ehefrauen und Kinder vom Lohn ihrer eigenen Arbeit zu erhalten, und sie sollten Löhne fordern, die für diesen Zweck hoch genug sind. Indem sie das tun, werden die Kapitalisten den Männern allein dieselben Löhne zahlen müssen, die sie jetzt Männern, Frauen und Kindern geben. Die Arbeiter müssen ihre Frauen und Kinder daran hindern, auf dem Markt mit ihnen zu konkurrieren und den Preis für Arbeitskraft zu drücken. (S. 38)

Kein „Gesetz der Ökonomie“ verhindert eine solche Isolation von Frauen und Kindern vom Arbeitsmarkt. Alle Gesellschaften behandeln bestimmte Dinge, die sie besonders schätzen, als extra commerciam – als außerhalb des Bereichs des Marktaustauschs liegend. Es muß zum Beispiel keinen Markt für Rindfleisch in einem Land geben, in dem Kühe als heilig betrachtet werden. Oder: solange es einen Markt für Sklaven gab, unterlagen sie demselben Gesetz von Angebot und Nachfrage wie jedes andere Gut; aber dieser Markt konnte abgeschafft werden, und er wurde es auch. In ähnlicher Weise muß es keinen Markt für weibliche Arbeitskraft in einem Land geben, welches das häusliche Leben und die Familiensolidarität höher schätzt als die maximale industrielle Effizienz. Außer unter seltenen Umständen extremer Armut – z. B. wo die Lohnarbeit von Frauen oder Kindern vielleicht notwendig ist, damit jeder in einer Familie angemessen essen kann – kann jede Gesellschaft so viel Familienautonomie genießen, wie sie mit solcher Effizienz zu bezahlen gewillt ist. Befürworter familienzentrierter „dritter Wege“ glauben, daß solch ein Tausch die Sache wert ist; manche werden vielleicht widersprechen, aber es liegt keine ökonomische Absurdität in der Idee.

Falls Ihnen heute der Begriff „Familienlohn“ überhaupt geläufig ist, dann zeigen Sie damit Ihr Alter. Und doch, schreibt Carlson, „dominierte dieses Ideal die Arbeitsziele in der ganzen nordatlantischen Region von der Mitte des neunzehnten bis durch die Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts und hatte meßbare Auswirkungen auf die Löhne und den Arbeitsmarkt.“ Während Industrielle fast ohne Ausnahme das „Recht“ armer Frauen befürworteten, zu arbeiten (und die Löhne der Männer zu drücken), empfanden Ehemänner der Arbeiterklasse anders. Sie kämpften für Löhne und gewannen sie, die es ihren Frauen ermöglichten, bei den Kindern zu Hause zu bleiben. Zum Beispiel wurden in Britannien zwischen 1842 und 1914 „ von der Arbeiterklasse beträchtliche Gewinne an materiellen Standards erreicht, begleitet von der Bewegung von Frauen weg von der Lohnarbeit hin zu häuslicher Betätigung.“ In ähnlicher Weise gab es in Belgien „zwischen 1853 und 1891 eine gründliche Umwandlung des Familienlebens von Arbeitern, die auf einem Rückzug verheirateter Frauen aus dem Arbeitsmarkt und einem dramatischen Anstieg der Realeinkommen von Männern beruhte“ (S. 44). Behalten Sie das im Hinterkopf, wenn Sie das nächste Mal eine Feministin selbstgefällig die „Unmöglichkeit“ behaupten hören, zu den Zeiten zurückzukehren, wo der Platz einer Frau im Haus war.

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Frei zu betrügen: „Jüdische Emanzipation“ und die anglo-jüdische „Cousinhood“, Teil 2

Lionel Nathan de Rothschild, 1808 – 1879 (Bild vom Übersetzer eingefügt).

Lionel Nathan de Rothschild, 1808 – 1879 (Bild vom Übersetzer eingefügt).

Von Andrew Joyce, übersetzt von Deep Roots. Das Original Free to Cheat: “Jewish Emancipation” and the Anglo-Jewish Cousinhood, Part 2 erschien am 29. August 2012 im Occidental Observer.

Zuvor erschienen: Frei zu betrügen: „Jüdische Emanzipation“ und die anglo-jüdische „Cousinhood“, Teil 1.

 

Die Cousinhood auf der Weltbühne

1847 hatte Londons jüdische Gemeinde eine Erklärung für die Öffentlichkeit produziert, die betonte, daß die Wahl von Lionel de Rothschild nichts weiter als die Wahl eines weiteren Politikers bedeuten würde, der für „das Wohl der Nation und den Wohlstand dieses Landes“ arbeiten würde. [33] Jedoch sollten spätere Handlungen von Mitgliedern der Cousinhood, die Sitze in der Legislative und in der Regierung eingenommen hatten, Grund zum Nachdenken darüber geben, welche Nation genau gemeint war. David Feldman hatte enthüllt, daß der Eintritt in die Legislative eine größere jüdische Mitwirkung an der Verwaltung des British Empire ermöglichte, und daß die Cousinhood in eine Reihe finanzieller und politischer Skandale verwickelt war, denen „familiäre und religiöse Verbindungen“, „Profitstreben“ und Versuche zur „Beeinflussung kolonialer Angelegenheiten, wenn sie meinte, daß [globale] jüdische Interessen auf dem Spiel standen“ zugrunde lagen. [34]

Um 1900 hatte die Cousinhood sich durch einen Prozeß der ethnischen und familiären Netzwerkerei viele der bedeutendsten administrativen Positionen im Empire gesichert. Feldman merkt an, daß die Familie Nathan allein sich bis zu diesem Datum die Positionen des Gouverneurs der Goldküste, Hongkongs und Natals gesichert hatte, des Generalstaatsanwalts und Obersten Richters in Trinidad, des Privatsekretärs des Vizekönigs von Indien, des amtsführenden Chefsekretärs des Gouverneurs von Ostbengalen und Assam und des Generalpostmeisters von Bengalen. [35] Im Parlament war Lionel Abrahams permanenter assistierender Staatssekretär des India Office und arbeitete unter seinem Cousin Edwin Montagu, der damals parlamentarischer Staatssekretär für Indien war. [36]

Die ersten Anzeichen dafür, daß die Cousinhood für globale ethnische Interessen arbeitete, kamen in den frühen 1890ern. Die Cousinhood, insbesondere die Familien Montagu und Cohen, war in diesem gesamten Jahrzehnt entscheidend bei der Bildung und Führung des Russo-Jewish Committee, und als Zweig der zuvor erwähnten Anglo-Jewish Association operierte das Committee auch unter den wachsamen Augen der Montefiore und Rothschilds. [37] Leser meiner früheren Arbeit über die „Pogrome“ in Rußland werden über die sehr bedeutende Rolle des Russo-Jewish Committee bei der Sensationalisierung und verzerrten Darstellung der Ereignisse in Rußland und seine Versuche zur Unterdrückung genauer Berichte über jene Ereignisse Bescheid wissen. Eingeständnisse dieses raffinierten Betruges sind in der etablierten Forschung selten, obwohl die Wahrheit etwas Ausdruck unter einer kleinen Zahl nichtjüdischer Wissenschaftler gefunden hat. Zum Beispiel hat Katherine Knox die Geschichte von Juden, die vor Pogromen fliehen, als „klassische Mythologie“ bezeichnet, und nach genauer Untersuchung der Herkunft der „Flüchtlinge“ konnte Knox erklären, daß Millionen von Migranten aus Gebieten kamen, die völlig unberührt von irgendeiner Form von Unruhen waren. [38] Obwohl die Finanzierung russischer Juden durch die Cousinhood über das Russo-Jewish Committee als Hilfe verkleidet erfolgte, hat noch kein Historiker beweisen können, daß diese Finanzierung in irgendeiner anderen Weise benutzt wurde oder überhaupt hätte benutzt werden sollen als zur Förderung von Massenmigration. Daher war es die Finanzierung durch die Cousinhood, die das anzapfte, was Lionel Gartner „das biologische Reservoir für des gesamte jüdische Volk” nannte, und die mit der Hilfe der von Louis Marshall vom American Jewish Committee geführten reichen amerikanischen Juden (siehe hier an verschiedenen Stellen) „den Anstieg des amerikanischen Judentums von 260.000 im Jahr 1880 auf 1.704.000 1907 und 3.197.000 1915“ herbeiführte. [39] Und natürlich ist es schwer, sich ohne diese enorme zahlenmäßige Zunahme vorzustellen, daß sich ein AIPAC oder eine ADL hätte entwickeln können, die etwas anderes als ein lautstarkes Ärgernis gewesen wäre – aber ich verliere mich in den „was wäre, wenns“…

Ein weiteres Beispiel dafür, wie die Cousinhood die Richtung der britischen Politik zunehmend in den Griff bekam, erfolgte mit dem wachsenden Engagement von Rothschild in Südafrika. Feldman führt aus, daß der Familienzweig der Rothschilds sich in den 1890ern “stark im Diamanten- und Goldbergbau am [Witwaters-] Rand betätigte.” [40] Als der deutsch-jüdische Diamanten- und Goldbergbaumagnat Alfred Beit Rand Mines 1893 auf den Aktienmarkt brachte, spielte er eine entscheidende Rolle bei der Sicherstellung, daß das Haus Rothschild mehr als 25 % der Anteile erhielt. Um 1899 fand sich Britannien im Krieg gegen die Buren des Transvaal um die vage Sache der Sicherung politischer Rechte für ausländische Goldschürfer. [41] Wegen des offenkundigen gemeinsamen ethnischen Erbes der Bergwerksbesitzer und der Diplomaten, die den Weg zum Krieg beschritten, „war die Ansicht, daß der Krieg ein jüdischer Krieg war, unter seinen Gegnern verbreitet.“ [42]

Diese Meinung wurde von der Tatsache bestärkt, daß einer der frühesten Unterstützer des Konflikts J. H. Hertz war – der Oberrabbiner von Südafrika. Hertz sollte später für das Rühren der Kriegstrommel mit der Ernennung zu keiner geringeren Position als der des „Oberrabbiners des britischen Empires” belohnt werden. [43] Im Februar 1900 gaben Mitglieder des Parlaments offen die jüdische Färbung der Feindseligkeiten zu, wobei John Burns nachdrücklich vor einem vollen Unterhaus erklärte: „Wo immer wir nachsehen, operiert, dirigiert und inspiriert ein Finanzjude die Qualen, die zu diesem Krieg geführt haben… die britische Armee, die früher für alle guten Sachen eingesetzt wurde… ist zum Janitscharen der Juden geworden“ [44] – ein Kommentar, der heute glaubhaft klingt als Beschreibung der amerikanischen Streitkräfte als Werkzeug Israels und seiner mächtigen amerikanischen Lobby im Krieg im Irak und im drohenden Krieg gegen den Iran.

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Mythen und die russischen Pogrome, Teil 3 – Die jüdische Rolle

Von Andrew Joyce, übersetzt von Deep Roots. Das Original Myth and the Russian Pogroms, Part 3 – The Jewish Role erschien am 13. Mai 2012 im Occidental Observer. Zuvor erschienen: Neubetrachtung der russischen Pogrome im 19. Jahrhundert, Teil 1: Rußlands Judenfrage und Mythen und die russischen Pogrome, Teil 2: Erfindung von Greueltaten.

 

Wir setzen unsere Serie von Essays zur Untersuchung der russischen Pogrome mit diesem Essay über die Rolle fort, die von Juden bei der Provokation zu den Unruhen gespielt wurde. Wie in Teil 2 festgestellt, ist eines der Schlüsselprobleme mit der existierenden Geschichtsschreibung zu den Pogromen (und zu „Antisemitismus“ im Allgemeinen), daß diese Narrative ständig behaupten, daß die Misere der Juden das Ergebnis von nichts weiter als irrationalem Hass war. Juden nehmen in diesem Narrativ eine sanftmütige und passive Rolle ein und haben nichts Schlimmes getan außer Juden zu sein. Es gibt kein Gefühl jüdischer Einwirkung, und man erhält den Eindruck, daß Juden historisch die Fähigkeit gefehlt hat, in der Welt zu agieren. In fast jeder einzelnen akademischen und populären Geschichte der Pogrome akzeptiert der Autor blindlings die Grundannahme (oder hält sie vorsätzlich aufrecht), daß die Juden im Russischen Reich jahrhundertelang gehasst wurden, daß dieser Hass irrational und unbegründet war und daß der Ausbruch antijüdischer Unruhen im späten 19. Jahrhundert eine reflexhafte emotionale Reaktion auf die Ermordung des Zaren und einige Ritualmordvorwürfe war.

Dies ist natürlich weit von der Wahrheit entfernt, aber die Vorherrschaft dieses „Opferparadigmas“ spielt zwei bedeutende Rollen. Erstens ist die jüdische Geschichtsschreibung gesättigt mit Anspielungen auf den „einzigartigen“ Status der Juden, die unter „einzigartigem“ Hass seitens aufeinanderfolgender Generationen von Europäern gelitten haben. Im Wesentlichen ist es die Vorstellung, daß Juden als exemplarisches „schuldloses Opfer“ in der Welt allein dastehen. Auch nur irgendein Gefühl jüdischer Einwirkung zuzulassen – irgendeine Behauptung, daß Juden vielleicht in mancher Weise zu antijüdischen Einstellungen beigetragen haben – heißt, dem Fortbestand dieses Paradigmas zu schaden. In diesem Sinne trägt das „Opferparadigma“ auch stark zum Anspruch auf jüdische Einzigartigkeit bei, und, wie Norman Finkelstein hervorgehoben hat, kann man in vielen Beispielen jüdischer Geschichtsschreibung die Tendenz erkennen, sich nicht so sehr auf die „Leiden von Juden“ zu fokussieren, sondern vielmehr auf die einfache Tatsache: „Juden haben gelitten.“ [1] Als Ergebnis davon bietet das Paradigma keinen Platz für nichtjüdisches Leiden. Einfach ausgedrückt ist das „Opferparadigma“ eine Form von säkularer „Auserwähltheit“. Dieser Aspekt wird völlig zu Recht als nützliches Hilfsmittel im Hier und Jetzt betrachtet. Es gibt vielleicht keine Rasse auf Erden, die ihre Geschichte so sehr zur Rechtfertigung ihrer Handlungen in der Gegenwart benutzt, wie das jüdische Volk. Vom Streben nach Reparationen bis zur Gründung von Nationalstaaten ist jüdische Geschichte eine der Grundsteine, die jüdische internationale Politik in der Gegenwart stützen. Als solche wird jüdische Geschichte sorgfältig konstruiert und erbittert verteidigt. Das Zusammenspiel zwischen jüdischer Geschichte und zeitgenössischer jüdischer Politik ist klar zu erkennen – ich brauche nur die Begriffe „Revisionist“ und „Leugner“ zu erwähnen, um Bilder von Marionettenprozessen und Gefängniszellen heraufzubeschwören.

Zweitens läßt das Weglassen des jüdischen Beitrags zur Entwicklung von Antisemitismus (sei es im dörflichen oder nationalen Rahmen) den Scheinwerfer umso heftiger auf den „Aggressor“ herniederbrennen. Innerhalb dieses Kontexts hat das schuldlose Opfer die Freiheit, die scheußlichsten Vorwürfe zu machen und sich in der Versicherung zu sonnen, daß seine eigene Rolle, und in Erweiterung sein eigener Charakter, unantastbar ist. Das Wort dieses makellosen, einzigartigen, schuldlosen Opfers wird als Fakt genommen – seine Darstellung soll zweifellos mit dem „Aggressor“ verbündet sein. In Teil Zwei untersuchten wir die Art, wie das RJC dieses Konstrukt voll ausnützte, um entsetzliche und unbegründete Greuelgeschichten zu liefern. Allgemeiner gesprochen, sind übertriebene Geschichten von Brutalität seitens Nichtjuden in der jüdischen Literatur und Geschichtsschreibung gang und gäbe und gehen Hand in Hand mit Bildern von taubenhaften Juden. Zum Beispiel hat Finkelstein auf Jerzy Kosinskis The Painted Bird, ein Werk, das jetzt weithin als „der erste größere Holocaust-Schwindel“ anerkannt ist, als Beispiel für diese „Pornographie der Gewalt“ hingewiesen. [2] Die Zwillingskonzepte von jüdischer Schuldlosigkeit und extremer nichtjüdischer Brutalität sind untrennbar aneinander gebunden, und Unterstützer des einen Strangs des „Opferparadigmas“ sind stets Unterstützer des anderen. Nehmen Sie zum Beispiel diesen Hohepriester der jüdischen Auserwähltheit, Elie Wiesel, der Kosinskis Potpourri sadomasochistischer Fantasien als „mit tiefer Aufrichtigkeit und Empfindsamkeit geschrieben“ lobte. [3]

Nachdem wir diesen theoretischen Rahmen geklärt haben, wenden wir unsere Aufmerksamkeit nun der Dekonstruktion des zweiten Strangs des Pogrom-„Opferparadigmas“ zu. Um uns am effektivsten mit der Frage nach der jüdischen Schuldhaftigkeit bei der Verschlechterung der Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden zu befassen, werden wir tiefer stochern müssen, und mit mehr Konzentration, als wir es in Teil Eins unternommen haben. Dieser Essay wird sich auf spezifische Beispiele antijüdischer Unruhen im Russischen Reich vor 1880 befassen, mit einem besonderen Augenmerk auf jüdische Wirtschaftspraktiken, die diesen Ereignissen vorausgingen.

Antijüdische Unruhen im Russischen Reich vor 1880

Aus den oben diskutierten Gründen hat die Mehrheit der jüdischen Historiker lange eine Abneigung gegen die Vorstellung gezeigt, daß jüdische Wirtschaftspraktiken historisch eine bedeutende Rolle bei der Provokation von Antisemitismus gespielt haben. Zum Beispiel behauptet Leon Poljakow in The History of anti-Semitism: From Voltaire to Wagner, daß die Vorstellung von wirtschaftlichem Antisemitismus „ohne echten Erklärungswert“ ist. [4] In ähnlicher Weise hat Jonathan Freedman erklärt, daß wirtschaftlicher Antisemitismus bei der Erklärung antijüdischer Einstellungen nur eine sehr „kleine erklärende Rolle“ spielen sollte. [5] Beide Historiker postulieren, daß Theologie, und in Erweiterung das Christentum (und daher die westliche Kultur) die Quelle und der Ursprung des Antisemitismus ist. Robert Weinberg erklärt in seinem Artikel Visualizing Pogroms in Russian History von 1998 antisemitische Gewaltausbrüche in Osteuropa, indem er behauptet, daß sie das Produkt „der Frustrationen russischer und ukrainischer Landbewohner, Arbeiter und Kleinstadtbewohner waren, die zum Großteil ihre Frustrationen spontan an einem bewährten Sündenbock ausließen, den Juden.“ [6] Weinberg verzichtet auf die Angabe, woraus genau diese „Frustrationen“ entstanden, aber man beachte wiederum die extrem passive jüdische Rolle in seiner Analyse.

Umgekehrt verabsäumen es jene Historiker, die akzeptiert haben, daß wirtschaftliche Fragen eine Rolle bei der Provokation von Antisemitismus gespielt haben, tatsächliche Fallstudien von wirtschaftlich provoziertem Antisemitismus zu betreiben, und ziehen es statt dessen vor, „Images“ oder Stereotypen zu sondieren, die angeblich das Bewußtsein von Nichtjuden durchtränken. Zum Beispiel hat der Professor für Israelstudien an der Universität Oxford, Derek J. Penslar, erklärt, daß wirtschaftlicher Antisemitismus nichts weiter sei als „eine Doppelhelix einander überkreuzender Paradigmen, von denen das erste den Juden mit Almosenempfängern und Wilden assoziiert und das zweite sich Juden als Verschwörer vorstellt, als Führer einer Finanzkabale, die die Weltherrschaft anstrebt.“ [7] Mit der Entscheidung, „Images“ und Konzepte zu studieren statt, sagen wir, einen tatsächlichen Vorfall die die antijüdischen Unruhen von Limerick, betreibt Penslar eine Praxis, die genauso doppelzüngig ist wie jene, die von Poljakow und Freedman betrieben wird. Penslars These erkennt nur oberflächlich die wirtschaftliche Rolle an, während sie in Wirklichkeit mehr Gewicht der Meinung beimißt, daß die europäische Gesellschaft im Verhältnis zu ihren Juden eine Art Neurose erlitten hat. Penslar bietet uns geschickt eine Meinung an, in der Juden und Wirtschaft eine Rolle bei der Entwicklung eines antisemitischen „Images“ spielen, ohne den Juden in etwas anderes als einer passiven Rolle einzusetzen. Penslars „Images“ sind auch ohne Abstufungen – Europäer sehen Juden, wenn sie wirtschaftlich motiviertem Antisemitismus anhängen, entweder als arme Wilde oder als globale Finanziers. Dies trotz der Tatsache, daß die meisten europäischen Landbewohner diese extremen Vorstellungen von Juden einfach nicht brauchten und wahrscheinlich nicht hatten. Ausbeuterische Wirtschaftspraktiken örtlicher jüdischer Kapitalisten, die Existenz örtlicher jüdischer Monopole auf Güter wie Alkohol und die jüdische Praxis der zwischen Eigengruppe und Fremdgruppe unterscheidenden Ethik wären mehr als ausreichend, um antijüdische Ressentiments zu provozieren.

Aber Verweise auf diese Motivation für antijüdisches Handeln fehlen völlig in der jüdischen Geschichtsschreibung über die Ursachen des Antisemitismus, höchstwahrscheinlich, weil sie der Demolierung des „Opferparadigmas“ extrem nahe kommen. Dieser Essay, der sich auf tatsächliche Fallstudien konzentriert (insbesondere die Stadt Odesse), wird argumentieren, daß die antijüdischen Unruhen der 1880er, wie viele Unruhen vor ihnen, von wirtschaftlichem Antisemitismus motiviert waren, und daß dieser wirtschaftliche Antisemitismus seine Ursprünge nicht in der europäischen Psyche hatte, sondern in den täglichen wirtschaftlichen Interaktionen von Juden mit den Nichtjuden von Odessa. Er versucht, die jüdische Rolle wiederzuentdecken und sie in den Vordergrund und in die Mitte zu stellen.

Die erste Unruhe im Russischen Reich, in die Juden verwickelt waren und von der ausreichend Dokumentation erhalten ist, war das Pogrom von 1821 in Odessa. Weinberg hat vom Odessa dieser Zeit ein Bild von einer Art multikulturellem Himmelreich gemalt. Er gibt an, daß die Stadt „von der Anwesenheit deutscher, italienischer, französischer, griechischer und englischer Einwohner profitierte, deren kulturelle und intellektuelle Geschmäcker das einheimische Leben beeinflußten.“ [8] Um die 1820er waren Straßenschilder in Russisch und Italienisch geschrieben, die erste Zeitung der Stadt erschien auf Französisch. Odessa hatte laut Weinberg eine blühende Kunstszene, insbesondere in Bezug auf Theater, Musik und Oper.

Jedoch malt Klier ein radikal anderes Bild von der Stadt und betont insbesondere die ethnische Spannung, die von der zunehmenden jüdischen Ansiedlung in der Stadt geschaffen wurde. Klier erklärt, daß Odessa um 1821 „eine Brutstätte ethnischer, religiöser und wirtschaftlicher Rivalitäten“ war, und, sehr bezeichnenderweise, „eine eindeutig nichtrussische Stadt.“ [9] Weinberg erklärt, daß „die Zahl der Juden, die aus anderen Teilen des Russischen Reiches und aus Galizien im österreichischen Kaiserreich eintrafen, in die Höhe schoß.“ In Odessa waren Juden völlig frei von „gesetzlichen Belastungen und Wohnsitzbeschränkungen.“ [10]

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Mythen und die russischen Pogrome, Teil 2: Erfindung von Greueltaten

Von Andrew Joyce, übersetzt von Deep Roots. Das Original Myth and the Russian Pogroms, Part 2: Inventing Atrocities erschien am 11. Mai 2012 im . Dies ist Teil 2 von 3.

Zuvor erschienen: Neubetrachtung der russischen Pogrome im 19. Jahrhundert, Teil 1: Rußlands Judenfrage

Nachdem wir uns in der Geschichte von Rußlands Judenfrage geerdet haben, ist es für uns nun Zeit, unsere Aufmerksamkeit den antijüdischen Unruhen der 1880er zuzuwenden. Der folgende Essay wird den Leser zuerst mit dem Standardnarrativ dieser Ereignisse versorgen, das von jüdischen Zeitgenossen und der Mehrheit der jüdischen Historiker vorgebracht wurde – ein Narrativ, das sich im öffentlichen Bewußtsein überwiegend durchgesetzt hat. Die letztere Hälfte des Essays wird der Analyse des jüdischen Narrativs gewidmet sein, und der Erläuterung, wie die Ereignisse wirklich geschehen sind. Andere Aspekte des jüdischen Narrativs werden in späteren Beiträgen dieser Serie untersucht werden. Während eine Arbeit wie diese unter schwere Kritik seitens gewisser Segmente der Bevölkerung geraten kann, die sie vielleicht als „revisionistisch“ verurteilen, kann ich nur sagen, daß „Revisionismus“ jeder historischen Arbeit am Herzen liegen sollte. Wenn wir die Geschichten blindlings akzeptieren, die uns überliefert werden, werden wir wahrscheinlich zum Opfer dessen werden, was auf wenig mehr als ein glorifiziertes „Stille Post“-Spiel hinausläuft. Und wenn wir das Recht des Historikers tabuisieren, Geschichte im Licht neuer Forschungen und neuer Entdeckungen neu zu interpretieren, dann haben wir uns weit von allem entfernt, was wahrer Wissenschaft ähnelt.

Das jüdische Narrativ

Im Jahr 1881 produzierte das „Russo-Jewish Committee“ (RJC), ein Arm von Britanniens jüdischer Elite, massenhaft ein Pamphlet mit dem Titel „The Persecution of the Jews in Russia“ [„Die Verfolgung der Juden in Rußland“] und begann es durch die Presse, die Kirchen und zahlreiche andere Kanäle zu verbreiten. Um 1899 wurde es ausgeschmückt und als kurzes Buch veröffentlicht, und heute sind digitalisierte Ausgaben online frei erhältlich. [1] Bis Anfang des 20. Jahrhunderts hatte das Pamphlet sogar ein vierseitiges Journal mit dem Titel Darkest Russia – A Weekly Record of the Struggle for Freedom [„Finsterstes Rußland – Ein wöchentliches Protokoll des Kampfes um Freiheit“] hervorgebracht, das sicherstellte, daß der durchschnittliche britische Bürger nicht weit kam, ohne an die „Schrecken“ erinnert zu werden, denen sich die russischen Juden gegenübersahen. [2] Daß diese Publikationen massenproduziert wurden, sollte einen Hinweis auf ihren Zweck geben: Es ist klar, daß diese Publikationen eine der ehrgeizigsten Propagandakampagnen in der jüdischen Geschichte darstellten, und kombiniert mit ähnlichen Anstrengungen in den Vereinigten Staaten zielten sie darauf ab, die Aufmerksamkeit der westlichen Nationen zu gewinnen und sie „aufzuklären“ und den Vorrang der „jüdischen Seite der Geschichte“ sicherzustellen. Darin inbegriffen war nicht nur ein Wunsch, antirussische Einstellungen zu provozieren, sondern auch eine reichliche Menge Mitgefühl für die schikanierten Juden – Mitgefühl, das notwendig war, um sicherzustellen, daß massenhafte jüdische Kettenmigration in den Westen ungestört und ungehindert durch Nativisten vor sich ging. War denn nicht der bigotte Nativist nur einen Schritt vom herumwütenden Kosaken entfernt?

Das erste Element des vom RJC vorgebrachten Narrativs ist im Wesentlichen eine Manipulation der Geschichte russisch-jüdischer Beziehungen. Es vertrat die Auffassung, daß die Juden Osteuropas jahrhundertelang unterdrückt wurden, ihr ganzes Leben „von der Wiege bis zur Bahre von restriktiven Gesetzen behindert wurde.“ [3] Es wurde behauptet, daß die Russen ein ungeschriebenes Gesetz hätten: „Daß kein russischer Jude einen Lebensunterhalt verdienen soll.“ [4] Russische Juden haben laut dem Russo-Jewish Committee nichts weiter gewollt als an der russischen Gesellschaft teilzuhaben, sind aber wieder und wieder als „Häretiker und Fremde“ zurückgewiesen worden. Der Ansiedlungsrayon ist eine undurchdringliche Festung, wo jeder Jude „leben und sterben muß.“ In dieser Interpretation der Geschichte russisch-jüdischer Beziehungen inbegriffen ist die Überzeugung, daß „die Quelle und der Ursprung all der Mißstände, welche das russische Judentum plagen“, nichts mit den Juden selbst zu tun hat, sondern alles mit der Kirche, dem Staat und dem Ansiedlungsrayon zu tun hat. Im Wesentlichen war die Misere der Juden das Resultat von nichts weiter als irrationalem Hass. Juden nehmen in diesem Narrativ eine sanftmütige und passive Rolle ein und haben nichts anderes angestellt als Juden zu sein. Sie werden auch als die einzigen Opfer russischer Gewalt präsentiert. Es gibt keine Anerkennung der gescheiterten russischen Versuche, die jüdischen Mauern der Exklusivität einzureißen und die Juden als Brüder anzunehmen. Eigentlich gibt es gar keine Erwähnung der Mauern der Exklusivität. Die Pogrome selbst brachen laut dem jüdischen Narrativ nach der Ermordung von Alexander II. aus, als Schock, Zorn und ein Wunsch nach Rache diesen irrationalen, wurzellosen Hass an die Oberfläche brachte.

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