Magnumkaliber im Verteidigungsschießen

Einschußloch in Tonblock, verursacht von .44 Magnum-Patrone von Norma mit 240-grs-Teilmantelgeschoß.

Von Dipl.-Ing. Manfred Ertl, aus „Internationales Waffen-Magazin“ 6-7 1996 (dort unter dem Titel „Magnumkaliber im Verteidigungsschießen (2)“; das Heft mit Teil 1 habe ich [Cernunnos] leider nicht). Online-Quelle hier.

Die typischen Magnumpatronen liegen nicht nur in der Durchschlagsleistung, sondern auch in anderen Aspekten der Zielwirkung zum Teil deutlich über jenen der Standard-Pistolenpatronen 9 mm Luger und .45 ACP. Dies muß aber auch durch einige Nachteile, wie dem höheren Rückstoß und den größeren Abmessungen der entsprechenden Waffen erkauft werden.

Neben der Durchschlagsleistung, die im ersten Teil dieser Kurzserie betrachtet wurde, wird vor allem die kinetische Energie häufig als konstante Größe verwendet, um das Leistungsvermögen von Geschossen und Patronen zu beschreiben. Solange man dabei nur die Gesamtenergie betrachtet, die ein Projektil nach dem Verlassen des Laufes besitzt, ist dies ziemlich einfach. Denn schließlich läßt sich die kinetische Energie relativ leicht aus der Geschwindigkeit und der Masse des Geschosses errechnen, und beide Größen sind relativ leicht meßbar. In der praktischen Anwendung von Waffen interessiert aber meist gar nicht so sehr, welche Gesamtenergie ein Geschoß besitzt, sondern vielmehr, wieviel Energie es an ein bestimmtes Ziel abgibt oder wieviel Energie es nach dem Durchschlagen eines bestimmten Zieles noch besitzt. Letzteres sagt vor allem etwas darüber aus, welche Wirkung ein Geschoß nach dem Durchschlag einer Deckung beim Gegner hervorrufen kann, oder welche Gefährlichkeit es für das Umfeld besitzt.

Meist steht aber die ans Ziel abgegebene Energie im Mittelpunkt der Betrachtung, wenn es darum geht, das Leistungsvermögen einer bestimmten Patrone zu bewerten. Denn nur dieser Anteil der Geschoßenergie kann genutzt werden, um Zerstörungen oder Verformungen im Ziel hervorzurufen. In erster Näherung kann man auch sagen, die Zerstörung oder Verformung im Ziel ist proportional zur Energie, die an das Ziel abgegeben wurde.

Auf derartigen Überlegungen basieren z. B. die neueren Ansichten über die Mannstoppwirkung, in denen die abgegebene Energie einer der entscheidenden Faktoren ist. Diesen Theorien liegt die Hypothese zu Grunde, daß die durch den Treffer erzeugte Handlungsunfähigkeit in hohem Maße davon abhängt, wieviel Gewebevolumen zerstört worden bzw. in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Da diese Volumina von der abgegebenen Geschoßenergie abhängen, wird in manchen dieser Theorien ein proportionaler Zusammenhang zwischen abgegebener Geschoßenergie und Handlungsunfähigkeit des Getroffenen unterstellt.

Schwierigkeiten bei der Voraussage der Wirkung

Leider ist es aber relativ schwierig, die von einem bestimmten Geschoß an ein lebendes Ziel abgegebene Energiemenge anhand von theoretischen Überlegungen vorauszuberechnen. Folglich fehlt es nicht an Versuchen, sie durch den Beschuß von Vergleichsmaterialien zu ermitteln. Allerdings ist auch diese Methode nicht ganz unproblematisch und hat teilweise, je nachdem, welche Erkenntnisse man daraus ziehen will, einen erheblichen Interpretationsbedarf.

Ein typisches Material für derartige Beschußversuche ist die sogenannte ballistische Gelatine. Dieses Material hat den Vorteil, daß es bezüglich bestimmter zielballistischer Werte, wie Eindringwiderstand oder spezifisches Gewicht, organischem Gewebe sehr ähnlich ist.

Nachteilig bei Gelatine ist aber, daß die Ermittlung der Energieabgabe an das Vergleichsziel sehr aufwendig ist. Denn Gelatine zeigt genau wie biologisches Gewebe unmittelbar während des Geschoßdurchganges eine kurzzeitige Verformung (temporärer Wundkanal), die sich sehr schnell wieder zurückbildet, und eine dauernde Verformung (bleibender Wundkanal), die aber nur einen Teil der Geschoßwirkung widerspiegelt. Um die gesamte Energieabgabe zu berücksichtigen, müssen daher spezielle Verfahren angewendet werden, die auch die kurzzeitige Ausbildung der temporären Verformung mit erfassen.

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Instinktives Schießen

Von Dipl.-Ing. Manfred Ertl, aus „Internationales Waffenmagazin“ 11-1996. (Online-Quelle hier)

„Instinktives Schießen“ ist auf dem Gebiet des kampfmäßigen Schießens zu einem festen Begriff geworden. Sowohl der Begriff selbst als auch die entsprechende Schießtechnik sind nicht unproblematisch. Die Vorteile dieser Schießtechnik sind oft zu vordergründig und halten einer genaueren Überprüfung nicht stand.

Instinktives Schießen ist einer der Begriffe aus der Welt des kampfmäßigen Schießens, der nicht nur oft verklärt wurde, sondern zum Teil auch sehr mißverständlich gebraucht wird. Dies fängt schon mit der Wortschöpfung selbst an. Unterstellt doch der Begriff „instinktives Schießen“ bereits, daß der Mensch über so etwas wie einen Instinkt verfügt, der ihm sagt, wie und wann er die Schußwaffe gebrauchen sollte.

Denkt man darüber einmal nach und verwendet dabei den Begriff „Instinkt“ so, wie man ihn in der Biologie, der Verhaltensforschung oder der Psychologie benutzt, wird schnell klar, daß eine enge Anlehnung an die übliche Bedeutung des Instinktbegriffs nicht gemeint sein kann. Andernfalls müßte der Mensch wirklich über eine tief verwurzelte Anlage zum Schießen verfügen. Dies kann aber nicht sein, da Instinkte nicht erlernt werden können, sondern ererbte Verhaltensweisen sind, die oft unterbewußt angewendet werden und sich über einen langen Zeitraum im Rahmen der Evolution entwickelt haben. Dabei bedeutet ein langer Zeitraum natürlich keine Jahrzehnte oder Jahrhunderte, sondern Jahrtausende und mehr. Moderne Handfeuerwaffen existieren aber gerade einmal hundert Jahre, oder je nach Definition vielleicht einige Jahrzehnte länger. Auf jeden Fall erst seit so kurzer Zeit, daß eine evolutionäre Anpassung des Menschen an diese Entwicklung mit Sicherheit auszuschließen ist. Und selbst wenn man Luntenschloßgewehre und Pistolen mit Steinschloß mit einbezieht, bewegt man sich dennoch in Zeiträumen, die für eine Entwicklung von Instinkten bedeutungslos sind. Der Mensch hat einfach keine Instinkte, die für die Führung eines Feuerkampfes angelegt sind. Vielmehr ist der Instinktapparat des Menschen zu einer Zeit entstanden, als zum Überleben ganz andere Verhaltensweisen zweckmäßig waren als in heutigen Konfrontationen. Dies wird z. B. auch an den physiologischen Reaktionen des Menschen in Extremsituationen deutlich. Die Erhöhung der Körperkraft, bei gleichzeitiger Verminderung der Feinmotorik und der Fähigkeit zum komplexen Denken, mag in der Welt der Neandertaler zur Abwehr einer Bedrohung zweckmäßig gewesen sein, in einer bewaffneten Konfrontation heutzutage ist eine solche Anpassung zumindest unzweckmäßig, eventuell sogar tödlich. Eine gute Beherrschung des Abzugs und die Fähigkeit zur schnellen Entschlußfassung beeinflussen das Ergebnis eines modernen Feuergefechtes bei weitem mehr, als die Frage, wieviele Kilogramme die Kontrahenten stemmen können.

Der Mensch hat keinen Schießinstinkt

Schießtechniken für den Ernstfall können also nicht auf irgendwelche Instinkte aufbauen, sondern müssen sich daran orientieren, was taktisch sinnvoll ist, einfach erlernt werden kann und streßstabil ist. Meistens ist mit dem Begriff des instinktiven Schießens auch etwas anderes gemeint als das Anknüpfen an ererbtes, instinktives Verhalten. Beim Lesen der einschlägigen Literatur oder bei Diskussionen über dieses Thema fällt jedoch immer wieder auf, daß allein diese Begriffswahl schon bestimmte Assoziationen erweckt, die den Eindruck vermitteln, der Mensch hätte irgendein natürliches Verhaltenspotential, das man in der Ausbildung nur zu wecken bräuchte. Daß auch das, was man normalerweise als instinktives Schießen bezeichnet, eine erlernte Verhaltensweise ist, wird allein schon deswegen oft vergessen.

Was üblicherweise als „instinktives Schießen“ bezeichnet wird, ist normalerweise nichts anderes als die Beschreibung einer Schießtechnik, bei der auf die Nutzung jeglicher Visiereinrichtungen verzichtet wird und bei der die Ausrichtung der Waffe nur nach Körpergefühl und Muskelgedächtnis erfolgt. Dies wäre an sich auch nicht unrichtig, da im kampfmäßigen Schießen ein Zielen wie beim Präzisionsschießen nur in den seltensten Fällen in Frage kommt und das Körpergefühl und Muskelgedächtnis wirklich eine große Rolle spielt. Das Problem liegt aber darin, daß die unglückliche Begriffswahl falsche Vorstellungen erzeugt, und daß die Betonung des Schießens nach Körpergefühl zu Techniken geführt hat, die unter realistische Betrachtung nicht sehr zweckmäßig sind. Der erste Teil dieses Problems ließe sich dadurch beheben, daß man einfach einen anderen Begriff benutzt. Die Begriffe „Schießen nach Körpergefühl“, „Point Shooting“ oder „Deutschuß“ wären hierzu geeignet und würden dazu beitragen, die Diskussion um das „instinktive Schießen“ zu versachlichen.

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Der präzise Schuß im Verteidigungsschießen mit der Kurzwaffe

Mit wenig Aufwand kann man die Gestalt auf der Zielscheibe mit einer „schußsicheren Weste“ versehen.

Von Dipl.-Ing. Manfred Ertl, aus „Internationales Waffenmagazin“ 4-1996. (Online-Quelle hier)

Präzisionsschießen ist im ernstfallorientierten Gebrauch der Schußwaffe sowohl ein methodisches Hilfsmittel zur Erlernung einer guten Abzugstechnik als auch eine schießtechnische Grundfertigkeit für besondere Situationen. In der Ausbildung kommt es darauf an, dafür zweckmäßige Forderungen aufzustellen und das Präzisionsschießen sinnvoll in den gesamten Komplex des kampfmäßigen Schießens zu integrieren.

Schießübungen, welche die Abgabe von gut gezielten und präzisen Einzelschüssen verlangen, gehören erfahrungsgemäß nicht gerade zu den besonders favorisierten Ausbildungsthemen im Verteidigungsschießen. Es gibt aber durchaus Gründe, warum man dieses ungeliebte Thema doch nicht ganz vernachlässigen sollte. Zum einen gibt es auch in der Realität Situationen, in denen der präzise Schuß gefragt ist, und zum anderen ist ein Mindestmaß an Praxis im Präzisionsschießen überaus hilfreich, um die Basis für ein effektives schnelles Schießen zu legen. Letzteres kann man ziemlich deutlich sehen, wenn man Anfänger beobachtet, die mit dem schnellen Schießen beginnen, ohne über Erfahrungen im Präzisionsschießen zu verfügen.

Zwar macht auch dieser Personenkreis am Anfang ziemlich schnelle Fortschritte, wenn es darum geht, eine Mannscheibe auf drei bis fünf Meter Entfernung aus dem Ziehen heraus zu treffen, ab er häufig stellt sich dann auch sehr schnell ein Stadium ein, ab dem weitere Leistungssteigerungen nur noch schwer und langsam erreicht werden. Es zeigt sich immer wieder, daß Verteidigungskursteilnehmer, die über gewisse Erfahrungen aus dem Sportschießen verfügen, hier meist weniger Probleme haben. Dies liegt vor allem daran, daß sich eine korrekte Schießtechnik eben langsam besser erlernen läßt, als wenn man von Anfang an versucht, Schnellziehrekorde aufzustellen. Das Fatale dabei ist aber, daß sich Fehler in der Schießtechnik, wie das Verreißen während des Abziehens, in den einfachen Übungen mit kurzen Entfernungen und relativ großen Zielen noch nicht so deutlich auswirken und daher häufig nicht erkannt werden. Kommen dann andere Schwierigkeiten, wie Streß, zunehmende Komplexität des Übungsablaufs oder eine Verkleinerung der Zielfläche hinzu, addieren sich die Fehler, und die Ergebnisse sehen schlecht aus. In diesem Stadium sind Schießfehler aber oft schon so eingedrillt, daß es ausgesprochen schwierig ist, sie wieder loszuwerden.

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Schießtraining mit reaktiven Zielen

Luftballons an Mannscheiben erleichtern das sofortige Erkennen von Treffern.

Von Dipl.-Ing. Manfred Ertl, aus „Internationales Waffenmagazin“ 10-1995.

Reaktive Ziele, bei denen jeder Treffer sofort erkennbar ist, machen das Training des Verteidigungsschießen nicht nur interessanter, sondern auch in vielen Bereichen effektiver. Als Ziele eignen sich Blechdosen genauso wie Luftballons oder „Pepper Popper“ und „Steel Plates“.

Das ernstfallorientierte Training mit der Schußwaffe ist zwar im wahrsten Sinne des Wortes eine todernste Angelegenheit, dennoch spricht nichts dagegen, daß dieses Training auch gelegentlich Spaß machen darf. Erst recht dann nicht, wenn mit unterhaltsamen Schießübungen konkrete Ausbildungsziele zielgerichtet verfolgt werden. Manche Ausbildungsziele lassen sich übrigens sogar mit unorthodoxen Trainingsmethoden wesentlich besser erreichen als mit einem phantasielosen Durchlöchern der bekannten Silhouettenscheiben. Die einfache Schlußfolgerung, in der das kampfmäßige Schießen mit dem Beschießen von Mannscheiben gleichgesetzt wird, ist ohnehin purer Unsinn und taugt bestenfalls dazu, ansonsten unverständliche Verwaltungsentscheidungen zu begründen oder für Combatschießkurse zu werben, die ihr Geld nicht wert sind. Damit soll natürlich nicht in Frage gestellt werden, daß einfarbige oder bunte Mannscheiben ein wichtiges Ausbildungsmittel für das Training von Gebrauchswaffenträgern darstellen.

Der Einsatz bestimmter Ausbildungsmittel garantiert aber weder die Qualität der mit ihrer Hilfe durchgeführten Ausbildung noch das Erreichen des angestrebten Ausbildungserfolgs. Wichtiger als eine effektvolle Ausgestaltung der Schießbahn ist, sich immer wieder deutlich zu machen, welche Fähigkeiten und Fertigkeiten man bei einer Schießausbildung erlangen will und mit welchen Methoden und Mitteln man dies am besten erreicht. Dabei wird man häufig feststellen, daß sich zur Erreichung vieler Ausbildungsziele auch Schießübungen eignen, die auf den ersten Blick mehr nach „Fun Shooting“ oder „Plinking“ aussehen, oder aus anderen Gründen nicht in die landläufige stereotype Vorstellung vom ernstfallorientierten Schießen passen.

Augenblickliche Trefferwahrnehmung

Eine ganze Reihe von Beispielen hierzu läßt sich unter den Schießübungen finden, bei denen Ziele beschossen werden, die auf Treffer deutlich bemerkbar reagieren, im einfachsten Fall kann es sich dabei um Übungen handeln, bei denen Blechbehälter, wie sie z. B. für Farben oder Essiggurken verwendet werden, als Ziele dienen. Diese zeigen jeden Treffer sowohl optisch, durch die Bewegung des Ziel beim Einschlag, als auch akustisch an. Dadurch merkt der Schütze sofort, ob er getroffen hat, und kann sich in seinem Verhalten und Schießrhythmus auf die Bekämpfung weiterer Ziele einstellen. Beim Schießen auf Papierscheiben ist dies kaum möglich, da die kleinen Löcher auf der Scheibe in schnell ablaufenden Schießübungen und unter realistischen Beleuchtungsbedingungen nur sehr schlecht zu erkennen sind und eine Ermittlung der Treffer meist erst nach dem jeweiligen Durchgang möglich ist. In realen Feuergefechten ist es für das weitere Verhalten aber durchaus von Bedeutung, ob z. B. ein Revolverschütze, der drei unterschiedlich weit entfernten Gegnern gegenübersteht, nach den ersten zwei oder drei abgegebenen Schüssen mehrere Treffer verbuchen kann oder nur danebengeschossen hat. Im letzteren Fall wird gerade beim Revolver das Verhältnis von noch verfügbarer Munition zur Anzahl der weiteren kampffähigen Gegner schon recht ungünstig. Hier ist dann zu prüfen, ob z. B. die nächste Deckung nicht so nahe liegt, daß man lieber diese nutzt, als sich darauf zu verlassen, daß man mit den letzten Patronen schon noch treffen wird. Solche Entscheidungen müssen aber in Sekundenbruchteilen während des momentanen Schußwaffeneinsatzes fallen, und daher in den Schießübungen auch immer wieder vom Schützen abgefordert werden.

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Verteidigungsschießen: Die Nutzung seitlicher Deckungen

Bei der High Port Position wird die Waffe etwa in Kopfhöhe mit nach oben gerichteter Mündung eng am Körper gehalten.

Von Dipl.-Ing. Manfred Ertl, aus „Internationales Waffenmagazin“ 6-7 1993. (Online-Quelle hier)

Die Nutzung seitlicher Deckungen an Türstöcken, Mauerecken und ähnlichem hat vor allem in bebautem Gelände und innerhalb von Gebäuden einen hohen Stellenwert. Die wichtigsten Techniken zur Nutzung solcher Deckungen sollten Bestandteil jeder Ausbildung im Verteidigungsschießen sein.

Die Nutzung von Deckungen ist ein zentraler Aspekt in der Taktik bewaffneter Konfrontationen. Es gibt ebenso zahlreiche mögliche Deckungsformen wie es Techniken gibt, sie im Feuerkampf auszunützen. Im Rahmen eines begrenzten Ausbildungsaufwands kommt es vor allem darauf an, die am häufigsten vorkommenden Grundformen von Deckungen in das Trainingsprogramm aufzunehmen und die zweckmäßigsten Techniken auszuwählen.

Eine der Grundformen sind hohe Deckungen, die nur seitlich genutzt werden können. Darunter fallen Türstöcke, vorspringende Mauern und Hausecken ebenso wie Betonpfeiler oder Materialstapel. Doch auch Litfaßsäulen und dickere Bäume kommen hier in Betracht. Allein aus dieser Aufzählung ist ersichtlich, daß derartige Deckungen in einer Vielzahl von möglichen Konfrontationen eine Rolle spielen können. Es ist deshalb zweckmäßig, sie als Standardelement in eine Taktikausbildung mit einzubeziehen.

Im wesentlichen gelten hier für ein breites Spektrum von Situationen und einen großen Personenkreis die gleichen Grundsätze. Allerdings muß man sich darüber im Klaren sein, daß nicht jede Gebäudeecke, jedes Mauerstück oder jeder Materialstapel sich auf das taktische Verhalten in gleicher Weise auswirken. Ergibt z. B. der erste Blick um die Hausecke, daß das vorausliegende Terrain überwiegend frei und offen ist, und verläuft die Hauswand hinter der Ecke gerade und ohne Nischen und Vorsprünge, so wird die Gefährdung durch plötzlich aus kurzer Distanz auftauchende Gegner relativ gering sein. Dafür ergibt sich hier die Gefahr von Geschoß- und Mauersplittern, wenn man von vorn beschossen wird. Denn befindet sich der Gegner an der gegenüberliegenden Gebäudeecke, verläuft seine Schußrichtung nahezu parallel zur Hauswand oder doch in einem sehr flachen Winkel, was ein Ricochettieren selbst bei weicheren Geschossen wahrscheinlich macht. Und auch wenn sich viele Geschosse dabei zerlegen, muß doch bedacht werden, daß Mauer- und Projektilsplitter die bei der eigenen Schußabgabe exponierten Körperteile verletzen können.

Ganz anders sieht es bei der Nutzung von Mauervorsprüngen (z. B. Trennwände zwischen Terrassen) oder Türstöcken aus. Hier ist die Wahrscheinlichkeit von ricochettierenden Geschoßteilen sehr gering, weil nur die relativ kleine Fläche einer Mauerstärke dafür in Frage kommt. Allerdings besteht bei dieser Deckungsform die Gefahr, daß Hände und Waffe in den Bereich von direktem seitlichem Beschuß geraten, wenn man sie über die Mauer hinaus nach vorn streckt.

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Die Revolverhelden des Wilden Westens: Gespräch mit einem Gunfighter

Colt Single Action Army im Kaliber .38-40 Winchester mit 7 ½“ langem Lauf.

Von C. F. Eckhardt, aus Heft 10-1985 der „Schweizer Waffenmagazins“. (Bild nicht aus dem Artikel; Online-Quelle hier)

Zuvor erschienen:

Die Revolverhelden des Wilden Westens

Die Waffen der Revolverhelden des Wilden Westens

Die Holster der Revolverhelden des Wilden Westens

Die Revolverhelden des Wilden Westens: Illusion und Wirklichkeit

Heck Perez hatte lange Zeit, bevor ich geboren wurde, als Ordnungshüter in einer Ölbohrstadt gewirkt. Als ich ihn kennenlernte, war er Besitzer einer Rinderfarm geworden und schon seit vielen Jahren erfolgreich als Viehzüchter tätig. Auch damals führte er noch seinen langläufigen Single-Action-Colt, einen .38-40er, mit sich, doch in diesen späteren Jahren reiste der eher im Handschuhfach seines Ford-Pickup mit als auf Hecks Hüfte. Jung und vorlaut, wie ich war, fragte ich Heck eines Tages, ob das Schnellziehen mit dem langen 7 ½“-Lauf denn nicht furchtbar schwierig gewesen sei.

„Ich glaube, ich habe nie einen Mann schnell ziehen gesehen, so wie sie’s in den Filmen und am Fernsehen tun“, antwortete Heck. „Nein, mein Junge, sowas habe ich in meinem ganzen Leben nie gesehen. Sonst hätte ich’s bestimmt nicht vergessen. Zwar bin ich an Orten gewesen, wo das hätte vorkommen können, aber es ist nie vorgekommen.

Ich selber habe mich ums Schnellziehen gar nie gekümmert. Wenn ich schon auf einen Mann losgehen musste, hätte ich ja ein verdammter Schwachkopf sein müssen, um den Colt dabei im Holster zu lassen. Ich ging natürlich mit gezogenem Colt los, falls das alles war, was ich bei mir hatte. Doch wenn ich wählen konnte, zog ich eine Schrotflinte mit abgesägtem Lauf alleweil vor. Gegen einen Sechsschüsser oder eine Büchse mochte es ein Gegner noch aufnehmen, aber die wenigsten hatten den Mumm, einer doppelläufigen Schrotspritze Widerstand zu leisten. Dafür waren wir Polizeimänner ja da, verstehst du, nicht um die Leute zu erschießen, sondern um dafür zu sorgen, dass sie hinter Schloß und Riegel und vor Gericht kamen, und dass wir dabei nicht umkamen.

Wenn ich an diese Fernseh-Sheriffs denke, die in einen Saal voll Killer hineinspazieren mit der Kanone noch im Holster, und dann womöglich noch mit einem dieser Burschen einen Boxkampf austragen! So haben wir das nicht gemacht, ganz und gar nicht! Nein, wir taten uns zusammen, unser sechs oder acht, und wir waren alle mit Flinten oder Büchsen bewaffnet, und dann schlichen wir uns an die Fenster und steckten alle gleichzeitig unsere Flintenläufe hinein, so dass die drinnen all die zehn- und zwölf-kalibrigen doppelläufigen Flinten auf sich gerichtet sahen, und dann brüllten wir: ‚Ergebt ihr euch jetzt, oder sollen wir schießen?’ Die meisten ergaben sich gleich.“

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Die Revolverhelden des Wilden Westens: Illusion und Wirklichkeit

Von C. F. Eckhardt, aus Heft 9-1985 der „Schweizer Waffenmagazins“. Zuvor erschienen: Die Revolverhelden des Wilden Westens, Die Waffen der Revolverhelden des Wilden Westens und Die Holster der Revolverhelden des Wilden Westens. (Online-Quelle hier)

In meiner Jugend habe ich unzählige Wildwestfilme gesehen, in denen Tom Mix, Buck Jones, Johnny Mack Brown, Reb Russell, Ken Maynard, Tex Ritter, Bill Elliott, John Wayne und andere Filmhelden vom Rücken ihrer Prachtpferde auf fliehende Verbrecher losknallten. Lange Zeit kam ich gar nicht auf den Gedanken, dass es eigentlich sehr schwer sein mußte, einen Single-Action-Colt auf einem galoppierenden Pferd nachzuladen, und dass die Handlung eigentlich irgendwann unterbrochen werden müßte, damit einer aus einem Sechsschüsser elfmal schießen kann. Und ich wurde mir auch nicht bewusst, dass Glen Strange und Charlie Thompson als Übeltäter (oder ihre Stuntmen) in Wirklichkeit nur deshalb vom Pferd fielen, weil halt im Drehbuch stand: „Bösewicht fällt vom Pferd.“ Bis ich dann selbst mal einen Sechsschüsser von einem galoppierenden Pferd aus abzufeuern versuchte. Da wurde mir nämlich mit einem Schlag sehr vieles klar.

Das erste war, dass man niemals einen Revolver über den Kopf eines Pferdes hinweg oder neben seinem Hals abschießen darf. Ich erschoss zwar mein Pferd nicht, aber ich schluckte einen großen Mund voll texanischer Erde. Zwischen der Vorderseite der Revolvertrommel und dem hinteren Laufende befindet sich nämlich ein Spalt, der beim Schießen seitlich viel Feuer, Rauch und brennendes Pulver ausspuckt. Ein Pferd lässt sich aber nicht gern vom Pulver brennen, und im allgemeinen bringt es seine Abneigung dadurch zum Ausdruck, dass es die Hinterbeine bis über die Ohren hochwirft. Wenn man also am Hals des Pferdes vorbei oder zwischen seinen Ohren hindurch schießt, wie sie’s in den Filmen zu tun pflegten, dann kann dies sehr wohl zu einer Bauchlandung führen.

Bei Dreharbeiten vermeidet man derartige Zwischenfälle, indem man eine spezielle Filmpatrone (sie heißt „5 in 1“) mit einer ganz schwachen Ladung und einer Portion Talk verwendet, die sehr eindrücklichen „Pulverdampf“ erzeugt. Den Knall fügt dann später der Tonspezialist hinzu.

Übrigens waren solche Schießpraktiken auch in den Dienstvorschriften der amerikanischen Kavallerie seit Einführung des Revolvers verboten. Natürlich will das nicht heißen, dass sie in der Hitze des Gefechts nicht doch zuweilen angewandt wurden – doch das konnte leicht dazu führen, dass einer inmitten eines Kampfes auf dem Boden landete, wo es von fuchsteufelswilden Indianern wimmelte. Erst als die amerikanische Kavallerie die Colt-Pistole 1911 im Kaliber .45 ACP einführte, zeigte sich, dass man damit ziemlich gefahrlos auf ein vor dem Pferd stehendes Ziel schießen konnte. Automatische Pistolen spucken eben seitlich kein Feuer aus.

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Die Holster der Revolverhelden des Wilden Westens

Ein Threepersons-Holster

Von C. F. Eckhardt, aus Heft 8-1985 der „Schweizer Waffenmagazins“. (Zuvor erschienen: Die Waffen der Revolverhelden des Wilden Westens.) Das Titelbild stammt nicht aus dem Originalartikel. (Online-Quelle hier)

Der erste Schütze, der wirklich nach heutigen Maßstäben schnell ziehen konnte, war ein Cherokee-Ordnungshüter namens Tom Threepersons, der in Oklahoma als Deputy Sheriff amtierte. Er wurde nur deshalb so schnell, weil er im Jahre 1916 das erste ausgesprochene Schnellziehholster entwickelte. Heutzutage kann man jedem mit normaler Reaktionsfähigkeit und Koordination Begabtem, selbst einem blutigen Anfänger, beibringen, in einem Tempo zu ziehen, zu schießen und zu treffen, von dem die Revolverhelden des 19. Jahrhunderts nicht zu träumen gewagt hätten.

Sie könnten also gar noch schneller als Wild Bill Hickok ziehen lernen – aber bilden Sie sich bloß nicht ein, dass Sie’s deshalb in einer Schießerei mit einem der alten Wildwest-Revolverhelden aufnehmen könnten! Nicht mal die hochkarätigen Schnellschützen unserer Zeit könnten das! Die Schießereien von Anno dazumal spielten sich nach ganz anderen Regeln ab.

Abgeänderte Militärholster

Die klappenlosen Holster, die kurz nach dem Bürgerkrieg auftauchten, waren ganz einfach Ordonnanzholster mit abgeschnittenen Klappen. Das Holster verdeckte die ganze Waffe bis auf den Griff und den oberen Teil des Hahns. Dasselbe Holster wurde für eine Vielzahl verschiedener Waffen verwendet. Drei Cowboys, von denen der erste einen Perkussions-Colt 1860, der zweite einen Perkussions-Remington 1859 und der dritte einen Starr-Perkussionsrevolver trug, mochten für ihre doch sehr verschiedenen Schußwaffen genau dasselbe Holster im selben Format kaufen.

Von daher stammt die Idee, das Holster der Waffe anzupassen, indem man es nass macht und um die Waffe modelliert, so, wie man etwa ein Paar Schuhe den Füßen anpasst. Man wollte damit aber eher verhindern, dass die Waffe aus dem Holster fiel, als schnelles Ziehen erleichtern. Selbst, als der Trend aufkam, oben am Holster eine Aussparung freizulassen, die direkten Zugang zum Abzug ermöglichte, blieb die Waffe doch in einen langen Lederhandschuh gehüllt. Es war wirklich so etwas wie ein Handschuh: Das Leder, aus dem diese Holster gemacht waren, war nämlich dünn und weich. Die steifen Sattellederholster kamen erst ein paar Generationen später auf.

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Die Waffen der Revolverhelden des Wilden Westens

Colt Model 1847 Walker

Von C. F. Eckhardt, aus Heft 6-1985 der „Schweizer Waffenmagazins“. (Zuvor erschienen: Die Revolverhelden des Wilden Westens) (Die Bilder stammen nicht aus dem Originalartikel; Online-Quelle hier)

Für einen alten Texaner wie mich ist einfach jede Faustfeuerwaffe („Gun“) ein Colt. Ich war schon etwa siebzehn, als ich draufkam, dass es außer Colt noch andere Firmen gab, die Faustfeuerwaffen in einem größeren Kaliber als .22 herstellten. Kein Wunder: Wenn man bei uns in Texas ein Handschuhfach irgendeines Ranch-Fahrzeugs öffnete, fiel unweigerlich ein Colt heraus; meist ein „Daumentöter“ oder Single Action Army oder dann ein New Service (Ordonnanzmodell), es konnte aber auch ein Army Special oder ein Police Positive sein. Wenn ein alter Texaner „Gun“ sagte, meinte er „Colt“.

Colt und die Texaner

Colt Paterson 1836, 5. Modell, im Kaliber .36.

Samuel Colt, Inhaber der Patent Repeating Firearms Company in Paterson, New Jersey, stellte die ersten mehrschüssigen Faustfeuerwaffen her, die man bequem auf sich tragen konnte. Die Grundlage zu seinem späteren Erfolg legte er 1859, als er nach Texas kam, um Schusswaffen zu verkaufen. Die Republik Texas bestellte bei ihm 250 „Gürtel-Repetierpistolen“ (also Revolver) und 100 sechsschüssige Stutzen, und Colt erklärte sich bereit, texanische Dollars zum Kurs von 4 zu 1 US-Dollar anzunehmen. Das war ein verhängnisvoller Fehler, obwohl er schließlich dank diesem Handel sein Glück machte.

Insgesamt erhielt Texas von Colt etwa 100 der bestellten Revolver, doch der texanische Dollar sank und sank, bis er einen Tiefpunkt von rund 50:1 US-Dollar erreichte. 1841 machte Colt Pleite, hauptsächlich infolge dieses Handels mit Texas. Doch Colts Revolver landeten bei den Texas Rangers, der freiwilligen texanischen Miliz, die gegen die Indianer kämpfte. Hauptsächlich unter der Führung des jungen John Coffee Hays aus Tennessee (auch „Devil Jack“ genannt) entwickelten die Texas Ranger Taktiken für die mit Faustfeuerwaffen ausgerüstete leichte Kavallerie, die beibehalten wurden, bis die letzten kampffähigen Kavalleristen in den vierziger Jahren dieses Jahrhunderts als Panzerbesatzungen in Tanks gesteckt wurden.

1846 ließen sich die Rangers bis fast auf den letzten Mann als Erstes (freiwilliges) berittenes Scout-Regiment in General Zachary Taylors Mexikanische Kriegsarmee anwerben, und natürlich nahmen sie ihre Revolver mit. Der alte Haudegen Taylor nahm ihre Waffen und Taktiken in Augenschein und fand sofort, er könne noch mehr solche Schießeisen brauchen – sehr viel mehr sogar. Es stellte sich heraus, dass Sam Colt mittlerweile bei der Firma Ely Whitney als Maschinenschlosser beschäftigt war und Pflugscheiden und Eggenzinken herstellte. Die texanische Regierung bot ihm einen Vertrag für 1000 neue Revolver, die nach Anregungen des Ranger-Leutnants Samuel Walker zu verbessern waren. Walker zeigte Sam Colt, wo die Schwachstellen des Paterson-Revolvers lagen, und gemeinsam brachten der Erfinder und der Offizier eine 2,065 kg schwere Holster-Kanone zustande, die heute als „Walker Colt“ oder „Whitneyville Dragoon“ bekannt ist. Von dem Tage an war für einen Texaner jeder Sechsschüsser ein Colt.

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Die Revolverhelden des Wilden Westens

In einem dunklen Zimmer wird Billy the Kid von Pat Garrett überrascht und von einer Kugel getroffen.

Von C. F. Eckhardt, aus Heft 5-1985 der „Schweizer Waffenmagazins“. (Online-Quelle hier)

Über den Wilden Westen werden die unwahrscheinlichsten Geschichten verbreitet. Das traurige Verdienst daran haben einerseits die Autoren, die dauernd voneinander Legenden und Mythen abschreiben, anstatt wirklich zu recherchieren, andererseits die Westernproduzenten aus Hollywood, die sich in ihren Filmen nur ausnahmsweise an die historische Wahrheit halten. C. F. Eckhardt, trotz des deutsch klingenden Namens ein waschechter Texaner, als Journalist und Schriftsteller auf den Wilden Westen spezialisiert, wird sich im SWM in einigen Folgen bemühen, ein paar der meistverbreiteten „Räuberpistolen“ richtigzustellen.

Ich muss meine Bemerkungen über den Wilden Westen, wie er wirklich war, mit einem philologischen Exkurs beginnen, noch dazu mit einem, der sich mit englischsprachigen Begriffen befasst. Die subtilen Unterschiede, die bei der Bezeichnung verschiedener Arten von Revolverhelden im Amerikanischen gemacht werden, sind aus verständlichen Gründen im Deutschen nicht nachvollziehbar. Im 19. Jahrhundert wurde nämlich im Wilden Westen ein deutlicher Unterschied zwischen zwei Kategorien von Männern gemacht, die aus beruflichen Gründen eine Schusswaffe trugen – den „Gunfighters“ und den „Gunmen“. (Ausdrücke wie „Gunslinger“, „Gunhawk“ usw. sind Neuprägungen der Schundromanschreiber aus den 20er und 30er Jahren.)

Ein „Gunman“ war einer, der sich entweder außerhalb oder am Rande des Gesetzes bewegte. Wes Hardin, Bill Longley, Tom Horn und viele andere (Sie wären überrascht, wer da alles dazuzählte!) waren Gunmen. Das war die Bezeichnung für jene, die wahllos töteten oder sich als Mörder verdingten.

Ein „Gunfighter“ dagegen war ein Hüter des Gesetzes; einer, der vielleicht nicht als erster schoss, aber ganz bestimmt zurückschießen würde, und dies meist mit tödlicher Treffsicherheit. Wer die Geschichte des Wilden Westens nur oberflächlich kennt, dem sind diese Männer im allgemeinen kein Begriff. Namen wie Lee McNelly, John Armstrong, Bill McDonald, Dallas Stoudenmire, John Slaughter oder John Hughes sagen Uneingeweihten meist gar nichts.

Ein „Gunman“ war mehr oder weniger so, wie der Historiker Eugene Cunningham Billy the Kid beschrieben hat: „Ein todsicherer Killer, ein Heckenschütze, ein Wegelagerer, einer, der seine Feinde von hinten erschoss“ oder, wie es der langjährige Western-Sheriff George Durham ausdrückte, „seinen Ruhm der Erschießung von Barmixern und Stockbetrunkenen verdankte“. Ein Gunfighter erschoss oder verhaftete Gunmen und kam dabei manchmal selbst ums Leben. Ein Gunman hatte selten etwas dagegen, wenn man ihn als Gunfighter bezeichnete, während sich ein Gunfighter ganz entschieden und energisch dagegen verwahrte, „Gunman“ genannt zu werden.

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