Häusliche Ökonomie, Teil 2

Jan van Eyck, „Die Arnolfini-Hochzeit“, 1434

Jan van Eyck, „Die Arnolfini-Hochzeit“, 1434

Von F. Roger Devlin, übersetzt von Deep Roots. Das Original Home Economics, Part 2 erschien am 31. Mai 2011 auf Counter-Currents Publishing. Dieser fünfteilige Essay ist auch in F. Roger Devlins Buch „Sexual Utopia in Power“ enthalten, das bei Counter-Currents erhältlich ist.

Zuvor erschienen: Häusliche Ökonomie, Teil 1

Teil 2 von 5

  1. Die moderne Vernachlässigung der wirtschaftlichen Seite der Ehe

Nachdem im ersten Abschnitt kurz die beiden Hauptarten untersucht wurden, auf die der Feminismus die frühere Position der Wertschätzung untergraben hat, die die Frauen in unserer Zivilisation genossen, lassen Sie uns mit der Betrachtung dessen fortfahren, wie diese Position früher gewahrt wurde.

Die Grundlage des Systems, fundamentaler als das Ideal der Ritterlichkeit, war die Institution der Ehe. Die strengstmögliche Erfüllung der Bedingungen der Ehe durch Frauen ist offensichtlich notwendig, bevor Männer glauben gemacht werden können, daß Frauen ätherisch reine, von Natur aus monogame Wesen sind, die sich selbstlos dem Wohl ihrer Familien in einer Weise widmen, die irdische, lusterfüllte Männer nicht begreifen können.

Die traditionelle Sexualmoral kann recht einfach zusammengefaßt werden: Männer und (besonders) Frauen haben eine gewisse Wahlfreiheit bei der Entscheidung, ob oder wen sie heiraten, aber sie haben nicht die Freiheit, für sich selbst zu entscheiden, was eine Ehe ist. In anderen Worten, wir unterwerfen uns der Ehe, die eine zeitlose Institution ist; wir passen sie nicht unseren Vorlieben an.

Was ist also eine Ehe? Ich definiere sie als eine lebenslange sexuelle und wirtschaftliche Vereinigung zwischen einem Mann und einer Frau. [1] In der Ehe pflegen ein Mann und eine Frau eine ausschließliche sexuelle Beziehung, die (in den meisten Fällen) Kinder von anerkannter Vaterschaft hervorbringt, und sie teilen ihre produktiven Fähigkeiten im Hinblick auf das Aufziehen ihrer Kinder; und diese beiden Dinge tun sie für die Dauer ihres natürlichen Lebens zusammen.

Im Gegensatz zu den oberflächlichen Ansichten vieler Menschen, insbesondere Frauen, ist eine Hochzeit nicht das definierende Attribut der Ehe: sie ist bloß eine Zeremonie, die normalerweise den Eintritt eines Paares in die Ehe kennzeichnet. Der einzige wesentliche Zweck einer Hochzeit ist die Bestätigung der Vaterschaft, die öffentliche Erklärung, wer der vermutliche Vater der zukünftigen Kinder der Frau ist.

Beim Eintritt in die Ehe ist Sex die starke Hand der Frau. Im frühen Erwachsenenalter, wenn Menschen sich normalerweise fortpflanzen, ist der männliche Geschlechtstrieb unvergleichlich stärker als der weibliche, und das Schamgefühl oder die Züchtigkeit der Frau am Höhepunkt. Deshalb sind beim Paarungstanz hauptsächlich die Frauen diejenigen, die die Wahl treffen. Aber der Mann ist von Natur aus die wirtschaftlich stärkere Partei. So wie die Natur die Frauen zu den Gebärerinnen und Pflegerinnen der Kinder gemacht hat, machte sie die Männer zu den hauptsächlichen Versorgern von Familien.

Allgemeiner Wohlstand, weiblicher Karrierismus und Einstellungsbevorzugung für Frauen erodieren alle die natürliche Stärke des Mannes. Weiters läuft die moderne Überbetonung des Sex und die entsprechende Vernachlässigung der wirtschaftlichen Seite der Ehe auf einen Fokus auf die natürliche Stärke der Frau hinaus statt auf jene des Mannes: die sexuelle Revolution hat die Position des Mannes nicht gestärkt, wie sie allgemein angepriesen wird, sondern sie untergraben.

Lassen Sie mich ein Beispiel für die typische moderne Nichtbetrachtung der Ehe vom wirtschaftlichen Standpunkt aus geben. Westliche Journalisten wie die heutigen Propagandisten gegen den „Islamofaschismus“ behaupten häufig, daß die Polygamie moralisch verwerflich sei, weil sie „Frauen erniedrigt“. Typischerweise bieten sie keine Erklärung dafür und betrachten das Ganze als selbstverständlich. Aber es ist nur der relative Wohlstand unserer Gesellschaft, der das so erscheinen läßt. Tatsächliche polygame Gesellschaften tendieren dazu, von allgemeiner Armut gekennzeichnet zu sein, wobei der Großteil des Reichtums in wenigen männlichen Händen konzentriert ist. Eine Frau in einer solchen Gesellschaft steht normalerweise nicht vor der Alternative zweier ansonsten vergleichbarer Freier, von denen einer ihr treu sein und der andere einen Harem haben wird. Ihre Wahl wird wahrscheinlich die sein, ihr Schicksal entweder an jenes eines mittellosen Mannes binden zu lassen oder leidlich von einem reichen oder mächtigen Mann erhalten zu werden, dessen Aufmerksamkeiten sie teilen wird müssen.

Es ist keineswegs selbstverständlich, daß westliche Frauen die Möglichkeit der formalen Polygamie ablehnen würden, wenn sie von den Umständen zu solch einer Wahl gezwungen würden; unsere gegenwärtige informelle Polygamie ist in Wirklichkeit weit mehr ein Produkt ihrer Entscheidungen als jener der Männer. In Wirklichkeit ist die Funktion der Monogamie wirtschaftlich gesehen gar nicht die Verbesserung der Bedingungen für Frauen, sondern vielmehr die Sicherstellung, daß relativ arme Männer Kinder zeugen können.

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Die weibliche sexuelle Konterrevolution und ihre Grenzen, Teil 2

Von F. Roger Devlin, übersetzt von Deep Roots. Das Original The Feminine Sexual Counter-Revolution & its Limitations, Part 2 erschien am 28. Juni 2011 auf Counter-Currents Publishing / North American New Right.

Zuvor erschienen:

Die weibliche sexuelle Konterrevolution und ihre Grenzen, Teil 1

Teil 2 von 2

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Betrachten wir Wendy Shalits aus Anekdoten und Frauenmagazinen gepflückte Darstellung der sexuellen Situation, vor der Frauen heute stehen. Die bescheidene Firmendrohne, die Belästigungsanklagen und den Verlust des Lebensunterhalts zu fürchten hat, wenn sie dem Mädchen in der benachbarten Arbeitsbox zuzwinkert, wird bei der Lektüre dieses Materials das Gefühl haben, durch Alices Spiegel getreten zu sein. Hier ist ein Bereich, in dem Männer Frauen darauf reduziert haben, darum zu kämpfen, welche ihnen den meisten und besten Sex bieten kann, und fieberhaft das Kamasutra nach irgendeiner neuen Stellung oder Technik zu durchsuchen, der es gelingen wird, ihren übersättigten Appetit zu befriedigen.

Die Männer, die diese Welt bewohnen, sorgen sich nicht darum, daß Frauen treu bleiben, sondern daß sie nicht „anhänglich“ werden. Cosmo unterstützt sie und rät Frauen, sofort nach dem Sex zur Tür hinauszuhuschen aus Angst, sich in die Großen Wichtigen Dinge hineinzudrängen, die ihr Mann an diesem Tag zu tun hat und in die sie nicht einbezogen sind – und dazu könnte leicht eine Verabredung mit einer weiteren Freundin gehören. „Es ist traurig zu sehen, daß es dazu gekommen ist“, sagt eine Frau: „daß die Kerle die Latte höher legen und die Mädchen sich darum balgen, dem zu entsprechen. Frauen wollen einfach wissen, was sie tun müssen, um diese Kerle dazu zu bringen, sich in sie zu verlieben“ (GGM, S. 176). Eine junge Frau erklärt: „Wenn ich nicht tue, was immer [mein Freund] will und er aus welchem Grund auch immer mit mir Schluß machen würde, hätte er in zwei Tagen jemand anders. So funktioniert es einfach“ (GGM, S. 177). „Die Männer, die die Betten dieser Frauen teilen“, sagt Shalit, „werden wie Könige oder Prinzen behandelt, deren Autorität von Gott selbst kommt, wohingegen die eigenen Gefühle der Frauen und sogar die Sorge um ihre Gesundheit extrem eingeschränkt sind“ (GGM, S. 81). Shalit rät einer solchen Frau, sie solle „zum nächsten Ausgang rennen, nicht gehen, und auf dem Weg nach draußen versuchen, nicht über all die nackten Frauen zu stolpern“ (GGM, S. 79.

All diese Geschichten lassen es sicherlich so erscheinen, als wäre die Position des Mannes in dieser schönen neuen Welt der sexuellen Revolution stärker als unter der Monogamie, während jene der Frau schwächer ist. Tatsächlich könnte nichts weiter von der Wahrheit entfernt sein. Lassen Sie mich eine einfache Frage stellen, die Shalit nie berücksichtigt: Es war immer so, daß es ungefähr ein Mädchen für jeden Jungen gab; wenn Männer jetzt Harems haben, wo kommen dann die zusätzlichen Frauen her?

Die Antwort ist gleichermaßen einfach und offensichtlich. Die meisten Männer haben natürlich keine Harems, und es gibt nicht mehr Frauen als früher. Manche Männer haben Harems, weil von der Monogamie „befreite“ Frauen sich nur mit ungewöhnlich attraktiven Männern paaren. Diese Situation demonstriert nicht die Schwäche der Position der Frau, sondern deren Stärke. Wenn der männliche Geschlechtsinstinkt der hauptsächliche Bestimmungsfaktor bei der Paarung wäre, dann wäre das allgemeine Muster, daß die attraktivsten Frauen gruppenvergewaltigt werden.

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Um zu verstehen, was wirklich vorgeht, wird es notwendig sein, ein grelles Licht auf eine Sache zu werfen, bei denen die Frauen es instinktiv vorziehen, sie unter Verschluß zu halten: der weibliche Geschlechtstrieb. Shalit nimmt fast nie Bezug darauf, und das ist sogar in gewisser Weise angemessen, nachdem solche Zurückhaltung ein Teil der weiblichen Sittsamkeit ist, die sie wiederherzustellen versucht. Aber das bedeutet, daß ein Schleier über einige wichtige Umstände gezogen wird, denen man sich ehrlich stellen muß, wenn die Ehe und die natürliche Familie als soziale Normen wiederhergestellt werden sollen.

Wenn ein junges Mädchen sich der Jungs erotisch bewußt wird, wird sie von der Natur mit Scheuklappen ausgestattet, die die Mehrheit davon – einschließlich vieler, die gute Ehemänner abgeben können – aus ihrem Gesichtsfeld ausschließt. Was einen Mann in ihr schmales Sichtfeld bringt, ist das, was „sexuelle Attraktivität“ genannt wird. Was ist das?

Es ist nicht möglich, das herauszufinden, indem man die Frauen selbst fragt. Sie werden darauf beharren, bis sie blau im Gesicht sind, daß sie nur einen sensiblen, respektvollen Kerl wollen, der sie richtig behandelt. „Intelligenz, Freundlichkeit, Persönlichkeit [und] ein gewisser Sinn für Humor“ machen Wendy Shalits Liste der angeblich gesuchten männlichen Qualitäten aus (RM, S. 116). In einer Passage über den Niedergang der männlichen Höflichkeit gibt sie todernst die folgende lächerliche Behauptung von sich: „Wenn… ein Mann es wagt, einer Frau die Tür zu öffnen, wird er sofort geschnappt“ (RM, S. 156).

Wenn Frauen behaupten, nach Freundlichkeit, Respekt, einem Sinn für Humor etc. zu suchen, meinen sie höchstens, daß sie diese Eigenschaften gern bei den Männern finden würden, die sich bereits in ihrem erotischen Gesichtsfeld befinden. Wenn ein Mann fragt, wonach Frauen suchen, versucht er herauszufinden, wie er in dieses Gesichtsfeld gelangen kann. Frauen sagen das normalerweise nicht, entweder weil sie es selbst nicht wissen oder weil es ihnen peinlich ist, darüber zu sprechen. Der Rat, den sie tatsächlich geben, schadet einer Menge einsamer Männer, die ihre Paarungsbemühungen irrtümlich darauf konzentrieren, Freundlichkeit und Höflichkeit gegenüber undankbaren Gören zu zeigen, anstatt daran zu arbeiten, die Dinge zu erlangen, auf die Frauen wirklich ansprechen.

Zum Glück müssen wir uns nicht auf weibliche Aussagen verlassen. Bei Frauen ist es wie bei Politikern: wenn man sie verstehen will, muß man ignorieren, was sie sagen, und beobachten, was sie tun. Reichliche Beweise, die über einen weiten Bereich der Geschichte und der Kulturen gesammelt wurden, lassen keinen Platz für Zweifel: Frauen werden von Männern angezogen, die eine Kombination aus physischer Erscheinung, sozialem Status und Ressourcen besitzen.

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Vorwort und Einführung zu „Die sexuelle Utopie an der Macht“

Von F. Roger Devlin, übersetzt von Deep Roots. Das Originaltexte „Preface“ und „Introduction: The Facts of Life“ sind in Devlins Buch „Sexual Utopia in Power“ erschienen, das von Counter-Currents Publishing herausgegeben wurde und dort erhältlich ist. Auf Counter-Currents sind diese Einleitungskapitel jedoch nicht online veröffentlicht worden.

Sexual Utopia Cover Medium

VORWORT

Dies ist ein Buch über den Niedergang der Tugend bei Frauen. Zeitgenössischer ausgedrückt befaßt es sich mit dem Feminismus und der sexuellen Revolution: zwei miteinander verwandten politischen Bewegungen, die sowohl Ausdruck als auch Ursache dieses Niedergangs sind.

Viele Menschen haben bereits kritisch über diese gesellschaftlichen Phänomene geschrieben, aber ich habe das meiste dieser Literatur unbefriedigend gefunden. Sex gehört zu den Themen, über die am schwierigsten zu schreiben ist; der Autor ist seinem Gegenstand zu nahe; limbische Impulse (besonders der männliche Beschützerinstinkt) treten an die Stelle sorgfältiger Beobachtung und beeinträchtigen die kalte Analyse.

Außerdem ist Sex hauptsächlich der Bereich, in dem der normative Diskurs – Du sollst nicht und gelegentlich Du sollst – die Beschreibung und Erläuterung und das rationale Verständnis übertönt. Dies ist verständlich: Sex ist wesentlich für die fortgesetzte Existenz der Rasse, und doch ist er auch potentiell zerstörerisch. Das praktische Denken diktiert, daß man junge Leute auf dem schmalen Pfad hält, der sowohl für sie als auch für die Gesellschaft am besten ist, daher war der ältere Diskurs über Sex so ziemlich auf das Einimpfen des Heiratens beschränkt, unterstützt durch religiöse Sanktionen (nachdem religiöse Ehrfurcht die einzige Kraft ist, die stark genug ist, um etwas so Urtümlichem wie dem Geschlechtsinstinkt entgegenzuwirken).

Aber eine ehemals wirksame Methode zur Regulierung des Sexualverhaltens ist eine Sache, ein rationales Verständnis vom Sex ist etwas ganz anderes; und heute ist ein korrektes Verständnis das, was wir am meisten brauchen. Die traditionelle normative Diskussion von Sex und Ehe setzt eine Gesellschaftsordnung voraus, in der die lebenslange Monogamie gesellschaftliche und gesetzliche Unterstützung genießt; die Erziehung der jungen Leute sollte diese bereits existierende Ordnung bestärken. Sobald die moralische und gesetzliche Unterstützung zurückgezogen und die monogame Ordnung zerstört worden ist, können die alten Ratschläge sogar schädlich sein für den jungen Mann oder die junge Frau, von denen sie befolgt werden. Schlicht ausgedrückt, wenn ein junger Mann oder eine junge Frau im zeitgenössischen Westen „auf die Ehe wartet“, wird er oder sie wahrscheinlich entweder ewig warten oder innerhalb weniger Jahre geschieden sein.

Der Fall liegt ähnlich beim altehrwürdigen Rat, Geld für schlechte Zeiten beiseite zu legen. Solange man in einer halbwegs gesunden Wirtschaft lebt, ist der Rat gut; aber im Kontext der Geldinflation, wo der Wert des Geldes schneller erodiert wird, als es gespart werden kann, wird das Sparen kontraproduktiv.

Wie die Inflation stellt die sexuelle „Befreiung“ den Markt moralisch auf den Kopf, indem sie aktiv die Tugendhaften bestraft und die Unmoralischen belohnt. Junge Leute finden dies allmählich selbst durch schmerzliche Erfahrungen heraus, und wenn Traditionalisten ihnen nichts Besseres zu bieten haben als die Wiederholung der Ratschläge ihrer Großeltern, die zu einer verschwundenen Ordnung paßten, dann werden sie auch den letzten Rest an Autorität verlieren, den sie noch haben.

In diesem Buch erläutere ich, was wirklich geschieht, wenn der Sex „befreit“ wird, und warum dies geschieht. Ich betrachte mein Argument gern als – um eine Redewendung von John Crowe Ransom zu entlehnen – eine unorthodoxe Verteidigung der Orthodoxie. Die alte Ordnung war tatsächlich besser als das, was wir heute haben; aber ihre Verteidigungen haben versagt. Die Barbaren stehen nicht mehr vor den Toren – sie sind wir selbst. Die „traditionelle Ehe“ in der zeitgenössischen Welt weiter zu verteidigen heißt, das Scheunentor zu schließen, nachdem das Pferd davongerannt ist. In einem Wort, wir müssen aufhören, wie „Konservative“ zu denken und herausfinden, wie wir wieder eine erträgliche Ordnung auf den Tatsachen der primitiven menschlichen Natur allein aufbauen.

Der Hauptfokus des Folgenden, zusammen mit all dem, das den Leser höchstwahrscheinlich überraschen und möglicherweise provozieren wird, ist meine Darstellung der weiblichen Sexualität. Fürs Protokoll: ich hege keine Sympathien für mein eigenes Geschlecht, aber unsere Fehler sind bereits ausreichend bekannt und werden weithin sowohl von Feministinnen wie auch von Traditionalisten verurteilt (oft in unheimlich ähnlicher Weise). Frauen sind nicht derselben Art von Kritik ausgesetzt, weil sie 1) komplizierter und schwerer zu verstehen sind als Männer und 2) Meisterinnen der Verstellung sind, selbst wenn sie das nicht bewußt zu sein versuchen; und 3) weil Männer einen Instinkt haben, sie zu schützen – sogar vor Kritik. Falls dieses Buch manchmal einseitig klingt, dann deshalb, weil es dieses Ungleichgewicht zu korrigieren sucht. Ich bin kein Frauenfeind, sondern ein Misanthrop mit einem besonderen Fokus auf Frauen.

Sowohl Jungen als auch Mädchen kommen als Wilde zur Welt, und der Fortbestand des zivilisierten Lebens hängt davon ab, daß man sie ihre Instinkte zu kontrollieren lehrt, bevor sie das Erwachsenenalter erreichen. Keines der beiden Geschlechter sollte dafür kritisiert werden, daß es natürliche Instinkte hat, die Kontrolle brauchen, aber beide sollten kritisiert werden, wenn sie sie nicht kontrollieren. Was ich über die sexuellen Instinkte der Frauen sage, soll für alle Frauen gelten, oder zumindest für alle normalen Frauen; aber meine Kritik am zeitgenössischen weiblichen Verhalten bezieht sich nur auf Frauen, die emblematisch für den gegenwärtigen Zeitgeist sind, diejenigen, die sich von den normalen Pflichten „befreit“ haben, die ihrem Geschlecht in jeder gesunden Gesellschaft obliegen. Der Einwand „nicht alle Frauen sind so“ ist natürlich immer berechtigt, ist aber ein wenig so, als würde man den Schwarzen Tod mit der Begründung verteidigen, daß er doch nicht jeden getötet hat.

Tatsächlich habe ich, wenn ich lese, wie Theodore Roosevelt oder viktorianische Sentimentalisten von der heroischen Selbstaufopferung von Ehefrauen und Müttern schwärmen, nicht das Gefühl, daß es zwangsläufig irgendeinen wesentlichen Unterschied zwischen meiner und ihrer Sicht auf Frauen gibt – vielmehr würde ich unsere Unterschiede durch die unterschiedlichen historischen Datensätze erklären, mit denen wir arbeiten. Die menschliche Natur und die weibliche Natur mögen konstant sein, aber sie können sich unter verschiedenen Umständen auf radikal verschiedene Weise ausdrücken. Wir haben eine Anzahl von Anreizen, die das Verhalten der Frauen über jenes des durchschnittlichen Mannes erhoben, zugunsten eines Satzes von Anreizen ersetzt, der es Frauen ermöglicht hat, sich in Tiefen zu stürzen, die man sich zuvor nicht vorgestellt hatte.

Kurz, der moderne Westen muß sich seinem systematischen Versagen bei der ordentlichen Sozialisierung seiner jungen Leute stellen, insbesondere seiner Mädchen. Dies wird erfordern, daß viele Menschen ihre geschätzten Illusionen aufgeben. Hier sind ein paar der Dinge, die ich in den folgenden Essays zu erläutern versuche:

  1. Es ist heute für Männer im Allgemeinen nicht mehr Sex verfügbar als vor der sexuellen Revolution; d. h., Männer im Allgemeinen haben von der sexuellen Revolution nicht auf Kosten der Frauen gewonnen.
  2. Sex ist heute, ob auf dem Campus von Colleges oder in der breiteren Gesellschaft, keine „gesetzesfreie Zone“.
  3. Männer machen nicht „Jagd auf Frauen“.
  4. Frauen sind nicht von Natur aus monogam.
  5. Frauen suchen nicht von Natur aus nach „würdigen“ Männern zum Heiraten, d. h., die weibliche Sexualität hat keine moralische Komponente.
  6. Unsere gegenwärtigen Probleme wären nicht gelöst, wenn nur die Männer „ihren Mann stehen“ und ihre traditionellen Verantwortlichkeiten akzeptieren würden.

Ich begann mit der Entwicklung der in den folgenden Essays vorgestellten Ansichten um das Jahr 2000, anfänglich beruhend auf den überraschenden Dingen, die ich in obskuren Winkeln des Internets zu finden begann – in dem, was später als die „Manosphäre“ bekannt wurde, die damals in ihren Kinderschuhen steckte. Lange Zeit widmete ich den Großteil meiner wachen Stunden dem Durchdenken dessen, was ich lernte, und verfolgte es zurück zu Grundprinzipien und vorwärts zu seinen Auswirkungen in verschiedenen Bereichen. Es war intellektuell aufregend, eine ganz neue Art des Denkens über die Beziehungen zwischen den Geschlechtern zu entdecken; gleichzeitig war vieles davon herzzerbrechend für einen alten Romantiker, wie ich einmal einer war.

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Die sexuelle Utopie an der Macht, Teil 4

Einander haltende Hände von einer Figur von Echnaton und Nofretete, Ägyptisches Museum Berlin

Einander haltende Hände von einer Figur von Echnaton und Nofretete, Ägyptisches Museum Berlin

Von F. Roger Devlin, übersetzt von Deep Roots. Das Original Sexual Utopia in Power, Part 4 erschien am 15. Juli 2011 auf Counter-Currents Publishing / North American New Right.

Zuvor erschienen:

Die sexuelle Utopie an der Macht, Teil 1
Die sexuelle Utopie an der Macht, Teil 2
Die sexuelle Utopie an der Macht, Teil 3

Teil 4 von 4

Die vergessenen Männer

Der Versuch, ein sexuelles Utopia für Frauen zu verwirklichen, war zum Scheitern verurteilt, bevor er begann. Die Wünsche der Frauen zielen auf das Unmögliche, stehen miteinander in Konflikt und ändern sich in unvorhersehbarer Weise. Daher muß jedes Programm scheitern, das Männer (oder „die Gesellschaft“) zur Erfüllung der Wünsche der Frauen zwingen soll, selbst wenn alle Männer bereit wären, sich ihm zu unterwerfen. Man staple einen Anspruch für Frauen auf den anderen, häufe eine Strafe nach der anderen auf Männer: Es kann nicht funktionieren, weil die Wünsche der Frauen der Gesetzgebung immer vorauseilen und zu neuen Forderungen führen werden.

Aber während die Revolution ihre Ziele nicht erreicht hat, hat sie sicherlich etwas erreicht. Sie hat die Monogamie und Familienstabilität zerstört. Sie hat in einem polygamen Paarungsmuster resultiert, in dem unanständige Frauen aggressiv hinter einer kleinen Zahl von Männern herjagen. Sie hat die Zahl der geborenen Kinder verringert und sichergestellt, daß viele derjenigen, die geboren werden, ohne einen Vater in ihrem Leben aufwachsen. Und was am seltensten erwähnt wird, sie hat es vielen anständigen Männern unmöglich gemacht, Ehefrauen zu finden.

Man hört gelegentlich von Studien, die zu zeigen vorgeben, daß Männer mit ihrem „Sexleben“ zufriedener sind als Frauen. Es ist mir immer lächerlich erschienen, daß irgend jemand solche Umfrageergebnisse für bare Münze nehmen sollte. Erstens beklagen Frauen sich über alles mehr als Männer. Aber zweitens erleben viele Männer (insbesondere junge Männer) eine starke Verlegenheit, wenn sie bei Frauen erfolglos sind. Sie tauschen selten Erfahrungen mit anderen Männern aus, und noch weniger tun das ehrlich. Jeder errichtet eine tapfere Fassade, wie einsam er auch in Wirklichkeit sein mag. Daher stellen Männer sich fast immer vor, daß andere Männer größeren Erfolg bei Frauen haben, als es tatsächlich der Fall ist. Diese Situation hat sich seit den 1960ern mit der Verbreitung der Illusion, daß für Männer „mehr Sex“ als früher verfügbar sei, verschlimmert.

Aber wenn Frauen sich nur mit ein paar außergewöhnlich attraktiven Männern paaren, und wenn viele Frauen sich überhaupt nicht paaren, muß es eine große Zahl von Männern geben, die keine Frau bekommen können. Wir könnten sie im Geiste von William Gilmore Simms die vergessenen Männer der sexuellen Revolution nennen. Ich habe Grund zu glauben, daß eine wachsende Zahl dazu bereit ist, sich zu outen (um einen gegenwärtig populären Ausdruck zu verwenden) und zuzugeben, daß, wer immer all das „Abschleppen“ besorgt hat, über das man liest, nicht sie es gewesen sind. Einfache Vernunft diktiert, daß wir der Situation dieser Männer einige Beachtung schenken. In Gesellschaften, wo Polygamie offen praktiziert wird (z. B. in Afrika und in der moslemischen Welt), neigen junge Junggesellen zur Bildung von Banden, die antisoziales Verhalten an den Tag legen: „Es ist nicht gut für einen Mann, allein zu sein.“

In unserer Gesellschaft ist bereits ein klares Muster entstanden, wo „Single“-Gruppen oder –veranstaltungen aus unschuldigen, nie verheiratet gewesenen Männern in ihren Dreißigern und zynischen, bitteren, oft geschiedenen Frauen bestehen. Was haben die Junggesellen in all diesen Jahren mit sich angefangen? Bisher haben sie im Westen keine kriminellen Banden gebildet. Sie wären wahrscheinlich attraktiver für Frauen, wenn sie es täten: Jeder scheint die Geschichten über Männer in der Todeszelle gehört zu haben, die von Heiratsangeboten gelangweilter, einen Nervenkitzel suchender Frauen belagert werden.

Ich behaupte, daß die Junggesellen von heute kaum anders sind als Männer, die vor der sexuellen Revolution jung heirateten und Familien aufzogen.

Der natürliche Instinkt macht junge Männer fast buchstäblich „verrückt“ nach Mädchen. Sie glauben, junge Frauen seien etwas Wundervolles, wo in Wirklichkeit die meisten das nicht sind. Der männliche Geschlechtstrieb, über den moderne Frauen sich so viel beschweren, existiert großteils zum Vorteil der Frauen. Wie Schopenhauer schrieb:

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Die sexuelle Utopie an der Macht, Teil 3

Peter Paul Rubens, „Die Entführung der Töchter des Leukippos“, 1618

Peter Paul Rubens, „Die Entführung der Töchter des Leukippos“, 1618

Von F. Roger Devlin, übersetzt von Deep Roots. Das Original Sexual Utopia in Power, Part 3 erschien am 14. Juli 2011 auf Counter-Currents Publishing / North American New Right.

Zuvor erschienen:

Die sexuelle Utopie an der Macht, Teil 1
Die sexuelle Utopie an der Macht, Teil 2

Teil 3 von 4

Die Rückkehr des Primitiven

Die öffentliche Diskussion der sexuellen Revolution hat dazu tendiert, sich auf „date rape“ und „Abschleppen“ konzentriert, das heißt, auf das, was stattfindet, anstatt auf die Bildung stabiler Familien, die nicht stattfindet. Gelegentlich werden Umfrageergebnisse verkündet, die anscheinend auf Zufriedenheit der Männer mit ihrem „Sexleben“ hindeuten, und auf Unzufriedenheit der Frauen mit ihrem. Dies erzeugt einen Eindruck, daß es heute wirklich „mehr Sex“ für Männer gibt als zu der Zeit, bevor ein paar fehlgeleitete Mädchen sich vor vierzig Jahren danebenbenahmen. Die Leute reden, als ob die männliche sexuelle Utopie eines Harems für jeden Mann tatsächlich verwirklicht worden wäre.

Es ist ein Kinderspiel zu zeigen, daß dies nicht nur unwahr ist, sondern daß es nicht wahr sein kann. Es gibt ungefähr dieselbe Zahl männlicher wie weiblicher Kinder (nicht ganz: es gibt etwa 5 Prozent mehr männliche Lebendgeburten als weibliche – es kommt nicht ein Mädchen auf jeden Jungen). Was geschieht, wenn das weibliche sexuelle Verlangen befreit wird, ist nicht eine Zunahme der Gesamtmenge des für Männer verfügbaren Sex, sondern eine Umverteilung des existierenden Angebotes. Die Gesellschaft wird polygam. Eine Situation entsteht, in der die meisten Männer sich sehnlich Ehefrauen wünschen, aber die meisten Frauen sich genauso sehnlich an sehr wenige außergewöhnlich attraktive Männer ranschmeißen. Diese Männer, denen es immer leicht gefallen ist, eine Partnerin zu bekommen, kriegen fürderhin mehrere Partnerinnen.

Ein charakteristisches Merkmal dekadenter Gesellschaften ist das Wiederaufkommen primitiver, vorzivilisatorischer Kulturformen. Dies ist es, was mit uns geschieht. Sexuelle Befreiung bedeutet in Wirklichkeit, daß das Darwin’sche Paarungsmuster des Pavianrudels wieder unter Menschen erscheint.

Sobald die Monogamie abgeschafft ist, ist den weiblichen Auswahlmöglichkeiten keine Einschränkung auferlegt. Daher wählen alle Frauen dieselben wenigen Männer. Wenn Casanova 132 Liebhaberinnen hatte, dann deshalb, weil 132 verschiedene Frauen sich für ihn entschieden. Solche Männer erwerben Harems, nicht weil sie Räuber sind, sondern weil sie zufällig attraktiv sind. Das Problem ist nicht so sehr die männliche Unmoral als einfache Arithmetik; es ist offenkundig unmöglich, daß jede Frau den attraktivsten Mann ausschließlich besitzt. Wenn Frauen sich einfach so paaren wollen, wie ihre natürlichen Triebe sie drängen, müssen sie, rational gesprochen, dazu bereit sein, ihren Partner mit anderen zu teilen.

Aber natürlich ist die Einstellung der Frauen zu dieser Situation nicht besonders rational. Sie erwarten, daß ihr Alpha-Mann „sich bindet“. Man hat den Verdacht, daß die Klagen der Frauen darüber, daß Männer sich nicht binden, bloß bedeuten, daß sie keinen hochattraktiven Mann dazu bringen können, sich an sie zu binden; ziemlich so, wie wenn ein gewöhnlicher Mann Helena von Troja einen Heiratsantrag machen und sich über ihre Weigerung mit den Worten beklagen würde: „Frauen wollen nicht heiraten.“

Außerdem werden viele Frauen von promiskuitiven Männern wegen, nicht trotz ihrer Promiskuität sexuell angezogen. Dies kann man mit einem Verweis auf das Primatenrudel erklären. Das „Alpha-Männchen“ kann dadurch identifiziert werden, daß es sich mit vielen Weibchen paart. Dies ist es wahrscheinlich, wo das Argument wegen des Doppelstandards bezüglich Schlampen-und-Hengste (sluts-and-studs) herkam – nicht von irgendeiner gesellschaftlichen Billigung männlicher Promiskuitivität, sondern von der weiblichen Faszination davon. Männliche „Unmoral“ (in traditioneller Sprache) ist für Frauen attraktiv. Sobald daher polygame Paarung beginnt, tendiert sie dazu, sich selbst zu verstärken.

Studenten tierischen Verhaltens haben gelernt, daß die Anwesenheit von ein oder zwei Weibchenattrappen in der Nähe eines Männchens es wahrscheinlicher macht, daß echte Weibchen sich mit diesem bestimmten Männchen paaren. Auch unter Menschenfrauen ist nichts so erfolgreich wie der Erfolg. Ich höre Anekdoten darüber, daß Frauen sich weigern, mit Junggesellen in den Dreißigern zu gehen, denn „wenn er nie verheiratet war, muß irgendwas mit ihm nicht stimmen.“ Im College beobachtete ich anständige, sauber lebende Männer, die allein blieben, während notorische Ehebrecher keine Schwierigkeit hatten, von einer Freundin zur nächsten überzugehen.

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Die sexuelle Utopie an der Macht, Teil 2

Date-Rape

Von F. Roger Devlin, übersetzt von Deep Roots. Das Original Sexual Utopia in Power, Part 2 erschien am 13. Juli 2011 auf Counter-Currents Publishing / North American New Right.

Zuvor erschienen:

Die sexuelle Utopie an der Macht, Teil 1

Teil 2 von 4

Fallout der Revolution: „Date Rape“

Nach ein paar Jahren der sexuellen Revolution begannen schockierende Berichte zu erscheinen, daß große Zahlen junger Frauen – von einem Viertel bis zur Hälfte – Vergewaltigungsopfer seien. Schock verwandelte sich in Bestürzung, als die Opfer dazu gebracht wurden, ihre Geschichten zu erzählen. Wie sich herausstellte, lauerten ihnen die „Vergewaltiger“ nie in entlegenen Winkeln auf, waren nicht bewaffnet, griffen sie nicht an. Stattdessen finden diese „Date rapes“ an privaten Orten statt, üblicherweise in Zimmern von Collegewohnheimen, und gehen nicht mit Drohungen oder Gewalt einher. Eigentlich ähneln sie wenig dem, was die meisten von uns sich als Vergewaltigung vorstellen.

Was ging hier vor?

Man nehme ein Mädchen, das zu jung ist, um zu verstehen, was erotisches Verlangen ist, und setze es mehrere Jahre lang einer Propaganda aus, derzufolge sie ein Recht hat, alles auf diesem Gebiet so zu haben, wie sie es will – ohne entsprechende Pflichten gegenüber Gott, ihren Eltern oder irgendwem sonst. Man gebe ihr keine Anleitung darüber, was zu wollen gut für sie wäre, wie sie ihr eigenes Verhalten zu regeln versuchen könnte oder nach welche Eigenschaften sie bei einem jungen Mann suchen sollte. Man lehre sie weiters, daß die Vorstellung natürlicher Unterschiede zwischen den Geschlechtern ein lachhafter Aberglaube ist, den unser aufgeklärtes Zeitalter allmählich überwindet – mit der Folgerung, daß die sexuellen Gelüste von Männern nicht anders oder intensiver sind als ihre eigenen. Währenddessen halte man sie, während sie körperlich heranreift, geschützt in ihrem Elternhaus, abgeschirmt von Verantwortung.

Dann, im Alter von siebzehn oder achtzehn, bringe man sie plötzlich von ihrer Familie und all den Menschen weg, die sie je gekannt hat. Sie kann so lang aufbleiben, wie sie möchte! Sie kann selbst entscheiden, wann und wieviel sie lernt! Sie lernt die ganze Zeit neue Freunde kennen, junge Frauen und Männer. Es ist nichts Besonderes, sie zu sich einzuladen oder in ihre Zimmer zu gehen; jeder geht völlig locker damit um. Welchen Unterschied macht es, wenn es ein Junge ist, den sie bei einer Party kennengelernt hat? Er scheint ein netter Kerl zu sein, wie andere, denen sie im Unterricht begegnet.

Betrachten wir nun den jungen Mann, mit dem sie allein ist. Er ist weder ein Heiliger noch ein Verbrecher, aber wie alle normalen jungen Männer im Collegealter interessiert er sich intensiv für Sex. Es gibt Zeiten, wo er nicht lernen kann, ohne von dem Gedanken an den Körper irgendeiner jungen Frau abgelenkt zu sein. Er hat wenig echte Erfahrung mit Mädchen gehabt, und der Großteil davon war unglücklich. Er ist ein paarmal ohne viele Umschweife zurückgewiesen worden, und es war erniedrigender, als er zugeben möchte. Er hat den Eindruck, daß die Dinge für andere junge Männer nicht so schwierig sind: „Jeder weiß doch“, daß Männer seit den 1960ern allen Sex bekommen, den sie möchten, richtig? Er wird im Fernsehen mit Gerede über Sex bombardiert, in den Texten populärer Lieder, in Gerüchten über Freunde, die angeblich dieses oder jenes Mädchen „ins Bett gekriegt haben“. Er beginnt sich zu fragen, ob mit ihm vielleicht etwas nicht stimmt.

Weiters hat er dieselbe Erziehung über Sex erhalten wie das Mädchen, mit dem er jetzt zusammen ist. Er hat gelernt, daß Menschen das Recht haben, alles zu tun, was sie wollen. Die einzige Ausnahme ist Vergewaltigung. Aber das ist für ihn kaum relevant; er ist offensichtlich nicht fähig, so etwas zu tun.

Ihm ist auch beigebracht worden, daß es keine bedeutenden Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt. Dies bedeutet natürlich, daß Mädchen genauso dringend Sex brauchen wie er, obwohl sie schlauerweise so tun, als wäre es anders. Und werden ihre wahren Gelüste nicht durch all jene Titelseiten des Magazins Cosmopolitan bestätigt, die er ständig im Lebensmittelgeschäft sieht? Wenn Frauen so begierig darauf sind, solches Zeug zu lesen, warum sollte es so verdammt schwierig sein, nur ein Mädchen zu finden, das bereit ist, mit ihm ins Bett zu gehen?

Aber heute abend schien endlich etwas „klick“ gemacht zu haben. Er traf ein Mädchen bei einer Party. Sie plauderten, tranken vielleicht ein bißchen: sie strahlte über das ganze Gesicht, ganz anders als die Mädchen, die ihn an der Sekundarschule so schnell zurückgewiesen hatten. Sie ließ ihn danach sogar mit in ihr Zimmer kommen (oder kam in seines). Es braucht kein Genie, um zu durchschauen, was sie denkt, sagt er zu sich. Dies ist ein ungeheuer wichtiger Moment für ihn; jede Unze seiner Selbstachtung steht auf dem Spiel. Er ist verwirrt, und sein Herz pocht, aber er versucht so zu tun, als wüßte er, was er tut. Sie scheint auch verwirrt zu sein, und er stößt auf nicht mehr als symbolischen Widerstand (so erscheint es ihm jedenfalls). Er genießt es nicht wirklich, und ist sich auch nicht sicher, ob sie es genießt. Aber das ist nebensächlich; es zählt nur, daß er sich endlich als Mann betrachten kann. Später können sie darüber reden, wie sie zueinander stehen wollen, ob sie seine reguläre Freundin sein wird etc. Eine Ehe nimmt nicht wirklich den obersten Platz in seinem Denken ein, aber er schließt sie vielleicht nicht aus – irgendwann einmal. Er fragt sie, wie sie sich danach fühlt, und sie murmelt, daß sie „okay“ sei. Dies beruhigt ihn. Ein unbehaglicher Abschied folgt.

Später in dieser Nacht oder am nächsten Morgen versucht unsere junge Frau sich darüber klar zu werden, was zum Teufel mit ihr passiert ist. Warum war er auf einmal so zudringlich geworden? Wollte er sie nicht einmal zuerst kennenlernen? Es war verwirrend, es geschah alles so schnell. Sex, hatte sie immer gehört, sollte etwas Wundervolles sein; aber dies hatte sie überhaupt nicht genossen. Sie fühlte sich irgendwie benutzt.

Natürlich fällt ihr zu keinem Zeitpunkt ein, ihr eigenes Recht in Frage zu stellen, mit dem jungen Mann intim geworden zu sein, wenn sie es gewollt hätte. Die Moralregel Nummer eins lautet, wie wir wissen, daß aller Sex zwischen einwilligenden Erwachsenen erlaubt ist. Sie ist sich nur nicht sicher, ob sie das wirklich gewollt hatte. Tatsächlich hat sie, je mehr sie darüber nachdenkt, umso sicherer das Gefühl, daß sie es nicht gewollt hatte. Aber wenn sie es nicht gewollt hatte, dann geschah es gegen ihren Willen, oder? Und wenn es gegen ihren Willen war, dann bedeutet das… daß sie vergewaltigt worden war?

Ich habe Verständnis für die junge Frau, angesichts einer Fehlerziehung, die vielleicht bewußt dazu bestimmt war, sie für die Situation unvorbereitet zu lassen, in die sie sich gebracht hatte. Aber auf die Frage, ob sie vergewaltigt wurde, muß die Antwort ein klares Nein sein.

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Die sexuelle Utopie an der Macht, Teil 1

Eugène Delacroix, „Die Freiheit führt das Volk“, 1830 (Detail)

Eugène Delacroix, „Die Freiheit führt das Volk“, 1830 (Detail)

Von F. Roger Devlin, übersetzt von Deep Roots. Das Original Sexual Utopia in Power, Part 1 erschien am 12. Juli 2011 auf Counter-Currents Publishing / North American New Right.

Teil 1 von 4

Es ist den Lesern dieses Journals wohlbekannt, daß die weißen Geburtenraten weltweit in den letzten Jahrzehnten einen katastrophalen Niedergang erlitten haben. Während desselben Zeitraums ist unsere Gesellschaft sicherlich zur sexbesessensten der Weltgeschichte geworden. Bei zwei solch massiven, zusammenfallenden Trends ist es kaum wahrscheinlich, daß sie nicht zusammenhängen. Viele wohlmeinende Konservative stimmen dem Beklagen dieser gegenwärtigen Situation zu, aber nicht der Beschreibung dieser Situation oder dessen, wie sie entstanden ist. Eine korrekte Diagnose ist die erste Voraussetzung für eine effektive Strategie.

Die abgedroschene Phrase „sexuelle Revolution“ sollte, wie ich glaube, ernster genommen werden als üblich. Wie die Französische Revolution, die beispielhafte politische Revolution der Neuzeit, war sie ein Versuch zur Verwirklichung einer Utopie, aber einer sexuellen statt einer politischen Utopie. Und wie die Französische Revolution hat sie drei Phasen durchlaufen: erstens eine libertäre oder anarchische Phase, in der die Utopie angeblich spontan entstehen sollte, sobald die alten Gebräuche einmal beiseite gefegt worden waren; zweitens eine Schreckensherrschaft, bei der eine Fraktion die Macht ergriff und ihre Pläne diktatorisch zu verwirklichen versuchte; und drittens eine „Reaktion“, in der die menschliche Natur sich allmählich wieder behauptete. Wir werden dieser Reihenfolge in dem vorliegenden Essay folgen.

Zwei Utopien

Betrachten wir, was eine sexuelle Utopie ist, und beginnen wir mit den Männern, die in jeder Hinsicht einfacher sind.

Die Natur hat den Männern einen Streich gespielt: die Produktion von Spermatozoen (Samenzellen) findet mit einer Rate statt, die um mehrere Größenordnungen höher ist als die weibliche Ovulation (etwa 12 Millionen pro Stunde gegenüber 400 pro Lebensspanne). Dies ist eine natürliche Tatsache, keine moralische. Auch unter den niedrigeren Tieren ist das Männchen extrem überversorgt mit etwas, wofür das Weibchen nur einen begrenzten Bedarf hat. Dies bedeutet, daß das Weibchen eine viel größere Kontrolle über die Paarung hat. Das universale Gesetz der Natur lautet, daß die männlichen Individuen sich präsentieren und die weiblichen auswählen. Männliche Pfauen spreizen ihre Schwanzfedern, die weiblichen wählen aus. Widder stoßen mit den Hörnern gegeneinander, die Weibchen wählen aus. Unter den Menschen versuchen die Jungen die Mädchen zu beeindrucken – und die Mädchen wählen. Die Natur diktiert, daß das männliche Individuum im Paarungstanz darauf warten muß, ausgewählt zu werden.

Die sexuelle Utopie eines Mannes ist dementsprechend eine Welt, in der es für ihn keine solche Begrenzung der weiblichen Nachfrage gibt. Es ist nicht notwendig, für Beispiele auf Pornographie zurückzugreifen. Man betrachte nur populäre Filme, die auf ein männliches Publikum abzielen, wie die James-Bond-Serie. Frauen können James Bond einfach nicht widerstehen. Er braucht keinen Heiratsantrag zu machen oder auch nur um ein Rendezvous ersuchen. Er marschiert einfach in den Raum, und sie geraten in Verzückung. Die Unterhaltungsindustrie produziert endlos Bilder wie dieses. Warum, wird der männliche Zuschauer sich schließlich fragen, kann das Leben nicht wirklich so sein? Für manche ist es verführerisch, der Institution der Ehe die Schuld dafür zu geben.

Immerhin scheint die Ehe den Sex ziemlich drastisch zu beschränken. Gewisse Männer rechnen sich aus, daß es, wenn Sex sowohl innerhalb als auch außerhalb der Ehe zulässig wäre, doppelt so viel Sex wie zuvor geben müßte. Sie stellten sich vor, daß es ein großes, unerschlossenes Reservoir weiblichen Verlangens gäbe, das bisher durch die Monogamie unterdrückt wurde. Um es freizusetzen, suchten sie in der frühen Nachkriegszeit das siebente Gebot durch eine Befürwortung jeder sexuellen Aktivität zwischen „einwilligenden Erwachsenen“ zu ersetzen. Jeder Mann könnte einen Harem haben. Das sexuelle Verhalten im Allgemeinen, und nicht bloß das Familienleben, sollte fürderhin als Privatsache betrachtet werden. Traditionalisten, die anderer Meinung waren, sagte man, sie wollten „einen Polizisten in jedes Schlafzimmer stellen.“ Dies war das Zeitalter der Kinsey Reports und des ersten Erscheinens des Magazins Playboy. Müßige männliche Tagträume waren zu einer gesellschaftlichen Bewegung geworden.

Dieser charakteristisch männliche sexuelle Utopismus der frühen Nachkriegsjahre war ein Vorläufer der sexuellen Revolution, aber nicht die Revolution selbst. Männer sind nicht in der Lage, revolutionäre Veränderungen in heterosexuellen Beziehungen ohne die Kooperation – die berühmte „Einwilligung“ – von Frauen herbeizuführen. Aber die ursprünglichen männlichen Möchtegern-Revolutionäre verstanden die Natur des weiblichen Geschlechtsinstinkts nicht. Deshalb sind die Dinge nicht nach ihrem Plan verlaufen.

Was ist der besondere Charakter des femininen sexuellen Verlangens, der es von jenem der Männer unterscheidet?

Es heißt manchmal, daß Männer polygam sind und Frauen monogam. Solch ein Glauben ist oft in den Schriften „konservativer“ männlicher Kommentatoren enthalten: Frauen wollen nur gute Ehemänner, aber herzlose Männer benutzen sie und lassen sie sitzen. Einige Beweise scheinen auf den ersten Blick solch eine Ansicht tatsächlich zu unterstützen. Eine Umfrage von 1994 fand heraus: „während Männer prognostizierten, daß sie idealerweise gern 6 Sexpartnerinnen im Laufe des nächsten Jahres hätten, und 8 im Laufe der nächsten zwei Jahre, antworteten Frauen, ihr Ideal sei, im nächsten Jahr nur einen Partner zu haben. Und im Laufe von zwei Jahren? Die Antwort von Frauen war immer noch: „einer.“ [1] Ist dies nicht ein Beweis, daß Frauen von Natur aus monogam sind?

Nein, das ist es nicht. Frauen wissen, daß ihre eigenen sexuellen Triebe unruhig sind, waren aber traditionellerweise klug genug, darüber zu schweigen. Der Glaube eines Mannes, daß seine Frau von Natur aus monogam ist, sorgt für seinen eigenen Seelenfrieden. Es ist auch nicht zum Vorteil einer Ehefrau, daß ihr Mann sie zu gut versteht. Wissen ist Macht. Kurz, wir haben hier eine Art platonischer „nobler Lüge“ – einen Glauben, der heilsam, aber falsch ist.

Es wäre zutreffender zu sagen, daß der weibliche Geschlechtsinstinkt hypergam ist. Männer mögen eine Tendenz haben, nach sexueller Abwechslung zu streben, aber Frauen haben einfachere Geschmäcker in der Art von Oscar Wilde: Sie sind immer nur mit dem Besten zufrieden. Definitionsgemäß kann nur ein Mann der Beste sein. Diese unterschiedlichen männlichen und weiblichen „sexuellen Orientierungen“ sind unter den niedrigeren Primaten deutlich zu sehen, z. B. bei einem Pavianrudel. Weibchen konkurrieren darum, sich mit der Spitze zu paaren, Männchen darum, an die Spitze zu kommen.

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