Spacewreck: Die Wächter von Avalon

Von Cernunnos (Originalveröffentlichung hier). Diese Geschichte ist im selben „TTA-Universum“ angesiedelt wie Stewart Cowleys Buch „Spacewreck“ und eine Fortsetzung von Spacewreck: Kinder der Götter. Die Bilder sind von Edward Blair Wilkins, Eddie Jones und Colin Hay.

Ulf Janssen durchquerte das Raumdock C der Alferi-Raumbasis und strebte seinem Schiff zu, das bereits außerhalb davon abflugbereit angedockt lag. Aus der zum Weltraum hin offenen Konstruktion des Docks konnte er im Hintergrund drei Kreuzer der Terran Defence Authority im aktinischen Licht von Alpha Eridani schweben sehen. Selbst hier, zwölf Milliarden Kilometer von diesem auch als Achernar bekannten blauen Doppelstern entfernt, war sein Glanz nicht viel schwächer als jener von Sol aus der Erdumlaufbahn gesehen.

Er und seine Schiffskameraden hatten seit dem Abenteuer auf Beta Fornacis III einiges erreicht, dachte Janssen. Nachdem der Kapitän und Eigner ihres damaligen Schiffes, der Paquita, auf diesem Planeten zurückgeblieben war und ihnen somit das Schiff überlassen hatte, waren sie zunächst zum Bestimmungsort ihrer illegalen Fracht aus Nuklearsprengmitteln geflogen, um diese abzuliefern und das Transportentgelt zu kassieren.

Auf dem Weg dorthin war es unter der zusammengewürfelten Besatzung zu Streitigkeiten um die Aufteilung dieses Geldes, das ursprünglich ihrem Kapitän gehört hätte, sowie der Eigentumsanteile an der Paquita gekommen. Dieser Konflikt hatte zu Kämpfen an Bord geführt, die erst endeten, nachdem ein Drittel der Mannschaft tot war und die Mehrheitsfraktion unter der Führung des Ersten Offiziers Ranjit Aghdashloo, der auch Ulf Janssen angehörte, gewonnen hatte. Anschließend hatte man sich darauf geeinigt, daß das Frachtentgelt zunächst für die vollständige Reparatur der Paquita verwendet werden und der Rest nach dem Schlüssel an die Männer ausbezahlt werden sollte, wie sich ihre mit dem Kapitän vereinbarten Löhne zueinander verhielten. Das Eigentum am Schiff selbst teilten sich die Überlebenden gleichmäßig untereinander auf.

Da Janssen Erster Pilot der Paquita gewesen und auch ingenieurstechnisch sehr versiert war, hatte er eine relativ hohe Lohneinstufung gehabt und entsprechend stark von dieser Regelung profitiert. Nach mehreren weiteren lukrativen Flügen mit dem wiederhergestellten Schiff hatte er genug Geld beisammen, um sich selbständig machen zu können. Seinen Eigentumsanteil an der Paquita ließ er sich von den anderen Mannschaftsmitgliedern abkaufen, und zusammen mit seinen Ersparnissen aus seiner Zeit als Offizier der Terran Trade Authority, bevor er bei der Behörde in Ungnade gefallen war, reichten seine Mittel für die Anzahlung auf ein eigenes Schiff. Fünf seiner Kameraden – drei davon kannte er bereits aus seiner TTA-Zeit – ließen sich ebenfalls auszahlen und schlossen sich ihm an.

Janssens Wahl fiel auf die Tauris, einen ehemaligen bewaffneten TTA-Transporter der Tharsis-Klasse, von der nur wenige Exemplare gebaut worden waren, weil sich die Handhabung und Wartung dieser leistungsfähigen Raumschiffe als zu anspruchsvoll für die drittklassigen Diversity-Quotenbesatzungen erwiesen hatte, die inzwischen meist für die Transportaufgaben der Terran Trade Authority eingesetzt wurden. Janssen war auf genau so einem Schiff, der Thule, Erster Offizier im Range eines Lieutenant Commander gewesen, eher er ungerechterweise aus der TTA flog, weil er korrupte Machenschaften seines Kommandanten JaDavin Shabraoui und dessen Komplizen aufgedeckt hatte:

Die Thule war auf einer Eiswelt bruchgelandet, nachdem zwei ihrer Fusionstriebwerke im Landeanflug versagt hatten. Kommandant Shabraoui hatte den mitgeführten Austauschsatz für hochbelastete Verschleißteile der Triebwerke schwarz verhökert und den vorgeschriebenen Austausch dieser Teile übergangen, was er mit schonendem Triebwerkseinsatz über das nächste Wartungsintervall auszugleichen hoffte. Wegen der damals herrschenden böigen, stürmischen Turbulenzen waren sie in schnellerem Landeanflug als üblich auf Karelis III hinuntergegangen, und als die Triebwerke zum Abfangen vor dem Aufsetzen auf volle Normalleistung gefahren worden waren, war eines davon ausgefallen. Automatisch waren die beiden benachbarten Antriebe sofort auf Notleistung gegangen, mit der Folge, daß einer davon kurz darauf ebenfalls versagt hatte. Die Gravoaggregate hatten bei dieser Sinkgeschwindigkeit nicht ausgereicht, um den fehlenden Schub auszugleichen und vor dem Bodenkontakt einen Schwebezustand herzustellen, und so hatte die Thule in leichter Schräglage hart mit dem Heck aufgeschlagen und war anschließend – gebremst durch die Gravitoren im Vorschiff – umgekippt.

Nachdem die Besatzung durch ein kleines Scoutschiff gerettet worden war, hatte die TTA versucht, die Ursache des Unglücks zu vertuschen, um einen Korruptionsskandal zu verhindern, nachdem es zuvor schon weitere gegeben hatte. Als Janssen und drei seiner Kameraden – der Zweite Ingenieur Marc Auriol, der Erste Pilot Angus Craig und der Waffensystemoffizier Silvano Tassotti – auf der Wahrheit beharrten, hatte die TTA zunächst Druck auf die vier ausgeübt und sie schließlich aus ihrem Dienst ausgeschlossen. Janssen konnte es zwar nicht beweisen, aber er hatte den Verdacht, daß die Behörde auch durch verdeckte Einflußnahme dafür gesorgt hatte, daß fortan keine reguläre zivile Raumfluggesellschaft ihnen mehr einen Job gab. So war ihnen nichts anderes übriggeblieben, als unter Chalee Sameth auf der Paquita anzuheuern.

Nach seinem Ausscheiden aus der Paquita-Mannschaft hatte Janssen unter Nutzung seiner gewonnenen Erfahrungen die Prüfungen für eine zivile Transportraumer-Kapitänslizenz abgelegt, sodaß er im Unterschied zu seinem Ex-Kapitän Sameth ganz legal Transportdienste anbieten konnte. Dann hatte er die Tauris gekauft, die wie die wenigen anderen erhalten gebliebenen Schiffe der Tharsis-Klasse nach ihrer Ausmusterung aus dem TTA-Dienst zum Abverkauf an zivile Nutzer freigegeben worden war. Zwar ohne Bewaffnung, aber Janssen hatte vor, zum Wrack der aufgegebenen Thule zu fliegen, die immer noch auf der entlegenen Eiswelt Karelis III lag. Deren Waffenanlage, bestehend aus zwei unter Abdeckungen versenkbaren Lasergeschütztürmen mit halbkugeligem Schußfeld beiderseits des Rumpfes samt der dazugehörigen Nebenaggregate und der Feuerleitanlage, wollte er ausbauen und „schwarz“ in die Tauris integrieren. Auch diverse Ersatzteile für die Antriebsanlagen, die Reaktoren und die sonstigen Schiffssysteme konnten dort gewonnen werden. Ein Teil davon würde zusammen mit dem Hauptreaktor und dem Hyperantrieb von seinen ersten Auftraggebern verwendet werden, einer geheimnisvollen Gruppe, die ihm einen Teil des Geldes vorgestreckt hatte, das ihm auf den vollen Kaufpreis der Tauris noch gefehlt hatte, sodaß er für den Rest mit einem kleineren Kredit auskam. Außerdem wußte Janssen aus seiner Zeit bei der TTA und auch aufgrund späterer Recherchen, wo eine weitere verunglückte Einheit der Tharsis-Klasse zu finden sein könnte, nämlich die Thaumasia, die nach einem mysteriösen Zwischenfall aus der Schiffsliste der TTA gelöscht worden war.

Janssens Auftraggeber hatten das erste Schiff eines zweiten Bauloses der Tharsis-Klasse erworben, die Thalia, die wegen der beschlossenen Ausmusterung dieses Typs nicht mehr fertiggestellt worden war. Janssen und seine Mannschaft hatten diesen Leuten mit ihrer Expertise dabei geholfen, dieses Schiff weitgehend fertigzustellen und normalraumflugfähig zu machen, einschließlich Fusionstriebwerken, Hilfsreaktoren und Gravitoren, aber ohne Hyperantrieb und den für dessen Betrieb nötigen Hauptreaktor. Da die Thalia so nur zu interplanetaren Flügen innerhalb eines Sonnensystems fähig war, brauchte sie von der TTA nicht lizenziert zu werden. Im Laderaum eines gecharterten Großfrachters, mit dem ein Teil der Auftraggebergruppe mitfliegen würde, sollte sie ins Karelis-System gebracht und in den freien Weltraum ausgesetzt werden. Der Rest der Gruppe würde als Passagiere mit der Tauris dorthin reisen, die für sie auch einiges andere Material in ihrem Laderaum befördern würde. Beide Schiffe sollten dann auf Karelis III neben der Thule landen, worauf deren Hauptreaktor und Hyperantrieb in die Thalia und ihre Waffensysteme in die Tauris eingebaut werden sollten. Wenn das erledigt war, würde ein weiterer Geldbetrag auf Janssens Konto überwiesen werden, womit er einen Teil seines Kredits tilgen konnte. Anschließend war vorgesehen, zur Thaumasia zu fliegen und zu sehen, ob deren Waffenanlage für die Thalia übernommen werden konnte.

Wofür seine Auftraggeber Waffen an ihrem Schiff haben wollten, wußte Janssen nicht. Sie machten jedenfalls nicht den Eindruck von Piraten, daher zählte für Janssen nur, daß er nach einem erfolgreichen Abschluß auch dieses Auftragsteils genug Geld bekommen würde, um sein eigenes Schiff ganz abzahlen und schuldenfrei sein zu können.

Einen Tag später, nachdem der langsamere Großtransporter bereits abgeflogen war, legte auch die Tauris von der Alferi-Raumbasis ab und nahm, vorbei an Alpha Eridani A, Kurs auf ihr fernes Ziel. Getrieben von den Plasmastrahlen aus ihrem Heck steuerte sie eine der ausgewiesenen Sprungzonen im Achernar-System an, wo sie ihren Hauptreaktor hochfuhr und nach dem Abschalten ihrer Fusionsraketentriebwerke im Hyperraum verschwand.

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Spacewreck: Killerplaneten – Salamander City

Während des frühen Stadiums der Besiedelung wohnten und arbeiteten Kolonisten oft in Schutzfahrzeugen.

Original: „Killer Planets“ und „Killer Planets: Salamander City“, hier zusammengefaßt; Übersetzung: Cernunnos (Bilder von Angus McKie [Titelbild] und Tony Roberts [2. Bild]). Dies ist Teil 9 meiner Übersetzungsreihe Spacewreck aus dem Buch SPACEWRECK: Ghostships and Derelicts of Space (1979, ISBN 0600 329909) von Stewart Cowley, einer Sammlung kürzerer illustrierter, nicht zusammenhängender Geschichten vor dem Hintergrund einer fiktiven Geschichte der Expansion des Menschen in die Galaxis. Siehe Spacewreck: Einführung (Links zu den anderen bisher hier veröffentlichten Übersetzungen am Schluß).

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Killerplaneten

Die Besiedelung einer fremden Welt wird nie leichtfertig unternommen. Die Investitionen an Leben und extrem teurer Ausrüstung kann nie ohne sorgfältigste Untersuchung und vorheriges Studium des fraglichen Planeten aufs Spiel gesetzt werden. So anpassungsfähig der Mensch auch ist, so sind die Bedingungen, unter denen er überleben kann, stark eingeschränkt. Die Atmosphäre, die er atmen kann, ist eine fein ausgewogene Mischung, und die Existenz eines einzigen giftigen Gases kann eine ansonsten ideale Welt ungeeignet machen. Es gibt natürlich isolierte Fälle, wo Kolonien an Orten gegründet werden, wo die Errichtung einer künstlichen Umwelt notwendig ist. Damit dies der Fall ist, muß die Welt Ressourcen oder Eigenschaften von beträchtlichem Wert besitzen, da der Import und die Wartung der geeigneten Technologie kostspielig ist.

Zusätzlich muß es eine angemessene Wasserversorgung geben, eine Oberflächenbeschaffenheit, die für die Versorgung mit Nahrungsmitteln genutzt werden kann, und ein erträgliches Klima. Die Masse und Schwerkraft sind ein weiterer Faktor, der eine Bewohnung durch Menschen zulassen muß, zusammen mit einer Anzahl geringerer Erwägungen wie einheimische Lebensformen, mit denen die Kolonisten vielleicht konkurrieren müssen. Diese Gleichung reduziert die Anzahl der Welten, wo Menschen arbeiten und leben können, sehr dramatisch, und je weiter der Planet vom Herzen der Terranischen Föderation entfernt liegt, desto sorgfältiger muß er in Erwägung gezogen werden. Wenige Kolonien können ihre Gründungsjahre ohne angemessenen Zugang zu den Heimatwelten zwecks Unterstützung und Nachschub überleben. Und da die Föderation es sich nicht leisten kann, einen neuen Planeten unbegrenzt zu finanzieren, ist dessen zukünftiger Beitrag zum Netzwerk des interstellaren Handels bei jeder kolonialen Beurteilung von großer Bedeutung.

Sobald eine Kandidatenwelt entdeckt ist, wird ein komplexes und gründliches Studienprogramm eingeleitet. Unbemannte Sonden und Forschungslaboratorien führen eine anfängliche Untersuchung durch, bevor PSR-Teams (Pre-Settlement Research – Erforschung vor der Besiedlung) entsandt werden, um eine Untersuchung aus erster Hand durchzuführen. Während diese Aktivität im Gange ist, studieren Experten in den Datenzentren der Terran Trade Authority die mögliche Logistik der neuen Welt und erforschen ihre Implikationen hinsichtlich des galaktischen Handels. Infolgedessen ist zu der Zeit, wo der Planet als geeignet für eine Kolonisierung erklärt wird, das Spektrum der Produkte oder Materialien, die die Siedler zu exportieren streben sollten, festgestellt worden. Dies hindert die zukünftigen Bewohner natürlich nicht daran, jedes seltene oder einzigartige Gut ausbeuten zu können, die der Planet vielleicht bietet, aber es ermöglicht ihnen, sich sicher in dem Wissen zu fühlen, daß sie einen sofortigen Beitrag leisten können, der ihr Unternehmen zu finanzieren hilft.

Wenn die Kolonisationsschiffe mit ihren Frachten aufbrechen, führen sie eine Nutzlast aus Ausrüstung und Versorgungsgütern mit, die spezifisch auf die Eroberung der vor ihnen liegenden Welt maßgeschneidert ist, und die Siedler selbst sind sorgfältig so ausgewählt, daß sie die Geeignetsten für dieses bestimmte Projekt sind.

Dies war jedoch nicht immer der Fall. Eine vorsichtige und sorgfältig geplante Vorgangsweise war nicht das Kennzeichen früherer Unternehmungen, und die frühere Expansion der Föderation verdankte mehr dem Glück und verbissener Entschlossenheit als irgendetwas anderem. Nach den Schrecken der Proxima-Kriege in der Mitte des 21. Jahrhunderts und der folgenden Erholungsperiode wandte sich die Aufmerksamkeit den Sternen und den jungfräulichen Welten zu, die sie begleiteten. Die nächsten einhundert Jahre wurden Zeugen einer Art von „Besiedlungsfieber“ mit riesigen Kolonisationsschiffen, die sich so schnell ins Unbekannte stürzten, wie sie gebaut werden konnten, und ihre schlecht vorbereiteten Frachten waren von einer Mischung aus Idealismus und Opportunismus inspiriert, aber mit wenig Wissen über die Gefahren, denen sie gegenüberstehen würden. Es überrascht nicht, daß man von vielen dieser Expeditionen nie wieder etwas hörte. Es gab Fälle von Schiffen, die zu fernen Sternen abflogen, ohne daß man auch nur wußte, ob dort Planeten existierten, und sicherlich ohne Daten betreffend ihre Eignung für menschliche Bewohnung. Das Schicksal einer großen Anzahl dieser Expeditionen wird vielleicht nie bekannt werden, aber während die heutigen Sonden und Vermessungsschiffe ihre systematische Kartierung der sich langsam ausdehnenden Grenzen der Föderation durchführen, ist der Ausgang von zumindest ein paar dieser tapferen, aber schlecht überlegten Abenteuer ans Licht gekommen.

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Spacewreck: Opfer von Arachnidia

Original: „Killer Planets: Victims of Arachnidia“; Übersetzung: Cernunnos (Bild von Tony Roberts). Dies ist Teil 8 meiner Übersetzungsreihe Spacewreck aus dem Buch SPACEWRECK: Ghostships and Derelicts of Space (1979, ISBN 0600 329909) von Stewart Cowley, einer Sammlung kürzerer illustrierter, nicht zusammenhängender Geschichten vor dem Hintergrund einer fiktiven Geschichte der Expansion des Menschen in die Galaxis. Zuvor hier veröffentlicht:

Spacewreck: Einführung

Todesschiff von Alkahera

Das Wrack der Jancis Jo

Die Kriegswelt Alshain

Kinder der Götter

Ein tödliches Eden

Der Friedhof von Beta Pavonis

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Manchmal stößt selbst die bestvorbereitete Expedition auf Probleme, auf die ihre Mitglieder keine Antwort haben und die sie zu überwältigen drohen. Beim gegenwärtigen System der Erforschung und Besiedelung ist kein Außenposten so abgelegen, daß er nicht in der Lage ist, die Ressourcen der Föderation zur Hilfe oder Rettung anzurufen. Leider hatten die frühen Kolonisten keine solche Rückgriffsmöglichkeit. Zu oft führte ihr Eroberer- und Abenteuergeist sie weit über den Kontakt zu ihren Mitmenschen hinaus, und von vielen hörte man nie wieder etwas. Manche dieser Gruppen gedeihen vielleicht noch auf fernen und aus anderen Gründen unbekannten Welten, wo ihre Isolation vom Rest der Menschheit es ermöglicht hat, daß ihre Entwicklung auf einem Weg weitergeht, der frei von irgendeinem körperschaftlichen Einfluß weitergeht. Es ist vorstellbar, sogar wahrscheinlich, daß zukünftige Forschungen Welten wiederentdecken, wo menschliche Siedler überlebt und sich in solch einer Weise entwickelt haben, daß sie für ihre Mitmenschen nicht wiederzuerkennen sind. Andere sind zweifellos gescheitert, angesichts von Bedrohungen, gegen die sie keine Verteidigung hatten. Ein tragisches Beispiel dafür wurde im einsamen Einplanetensystem Epsilon Hydrae gefunden, eines Zwergsterns vom Spektraltyp G0, der 136 Lichtjahre von der Erde entfernt liegt.

Jede Welt, die eine atembare Atmosphäre besitzt, ist für die Terran Trade Authority von vorrangigem Interesse, und da diese einsame Welt eine erdähnliche Lufthülle hatte, wurde ein Erkundungsschiff entsandt, sobald die Entdeckung gemacht worden war. Dessen Bericht war nicht ermutigend, da Wasser knapp zu sein schien und die aride Oberfläche wenig Vegetation aufwies. Was es an struppigen Gewächsen überhaupt gab, war an den Polen konzentriert, und obwohl es einen recht hohen Bedeckungsgrad durch Wolken gab, war die Niederschlagsrate auf dem Großteil des Globus extrem niedrig. Es gab wenig Variation zwischen Nacht und Tag, da die geringe Lichtmenge von der kleinen Sonne, die die Wolkenbänke durchdrang, schwach war. Jedoch deutete eine vorläufige Untersuchung darauf hin, daß der felsige Planet, obwohl ihm ein Reiz als mögliche Kolonialwelt fehlte, einigen Wert für den Bergbau haben könnte, und ein spezialisiertes Forschungsteam wurde ausgesandt, um eine Oberflächenstudie durchzuführen.

Die Geologen hatten mehr als drei unbequeme Monate mit dem Sammeln von Proben und der Kartierung der Planetenoberfläche verbracht, bevor sie ihre Aufmerksamkeit einer der vielen gebirgigen Regionen des Planeten zuwandten. Während eines der frühen Märsche in diesem Terrain stießen sie auf ein Gebiet, das eine Anzahl großer spinnwebartiger Strukturen enthielt. Sie bestanden aus einem immens starken Material, das sich der Analyse widersetzte, und stellenweise waren sie so dicht, daß sie unmöglich zu passieren waren. Sie schienen in bestimmten Bereichen mit freiem Boden darum herum konzentriert zu sein. Nachdem es mehrere dieser bemerkenswerten Phänomene umgangen hatte, sah das Team ein weiteres vor sich. Sie wollten ungern einen weiteren Umweg machen und wollten schon denselben Weg zurückgehen, als einem der Gruppe eine ungewöhnliche Felsstruktur im Herzen der Netzmasse auffiel. Während das Terrain immer zerklüftet und kantig gewesen war, war dieser Felsvorsprung glatter und hob sich von dem steinernen Wirrwarr ab, das ihn umgab. Sie beschlossen, so nahe wie möglich heranzugehen, um eine Holovid-Aufzeichnung zu machen, bevor sie zur Basis zurückkehrten, und kletterten über die Felsen darauf zu. Je näher sie kamen, desto unnatürlicher sah das Objekt aus, bis sie plötzlich erkannten, daß es keine Felsformation war.

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Spacewreck: Der Friedhof von Beta Pavonis

Der Friedhof von Beta Pavonis ist ein wahrhaft ehrfurchtgebietender Anblick. Unzählige tausende verlassener Schiffe kreisen endlos um den leblosen Globus des einzigen Planeten in dem System. Fast alle Fahrzeuge stammen von jenseits der bekannten Galaxis, und diejenigen, die identifiziert worden sind, kommen aus vielen Perioden unserer Geschichte. Eines der bemerkenswertesten davon ist der uralte und beinahe intakte Space Shuttle, der in den ersten Tagen des Raumfluges operierte, noch bevor überhaupt die Föderation gebildet worden war. (Bild von Peter Elson.)

Der Friedhof von Beta Pavonis ist ein wahrhaft ehrfurchtgebietender Anblick. Unzählige tausende verlassener Schiffe kreisen endlos um den leblosen Globus des einzigen Planeten in dem System. Fast alle Fahrzeuge stammen von jenseits der bekannten Galaxis, und diejenigen, die identifiziert worden sind, kommen aus vielen Perioden unserer Geschichte. Eines der bemerkenswertesten davon ist der uralte und beinahe intakte Space Shuttle, der in den ersten Tagen des Raumfluges operierte, noch bevor überhaupt die Föderation gebildet worden war. (Bild von Peter Elson.)

Original: „The Graveyard of Beta Pavonis“; Übersetzung: Cernunnos (Bilder von Peter Elson, Fred Gambino, Tony Roberts und Robin Hiddon). Dies ist Teil 7 meiner Übersetzungsreihe Spacewreck aus dem Buch SPACEWRECK: Ghostships and Derelicts of Space (1979, ISBN 0600 329909) von Stewart Cowley, einer Sammlung kürzerer illustrierter, nicht zusammenhängender Geschichten vor dem Hintergrund einer fiktiven Geschichte der Expansion des Menschen in die Galaxis. Zuvor hier veröffentlicht:

Spacewreck: Einführung
Todesschiff von Alkahera
Das Wrack der Jancis Jo
Die Kriegswelt Alshain
Kinder der Götter
Ein tödliches Eden

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Die fernsten Teile jedes großen Reiches haben in der ganzen Geschichte immer ein größeres Maß an Freiheit und Unabhängigkeit erfahren als jene Regionen, die näher an der Zentralregierung liegen. Das Gesetz ist schwerer durchzusetzen, und die Kommunikation ist auf das Wesentliche beschränkt. Obwohl es viele Vorteile für die Bewohner jener abgelegenen Gebiete geben mag, gibt es auch Nachteile. Es ist beträchtlich schwerer für sie, am gemeinsamen Netzwerk des Handels und der Wirtschaft mit ihren offenkundigen Vorteilen teilzunehmen, und sie sind zu einem hohen Maß an Autarkie gezwungen, um zu existieren. Wichtige Materialien und Versorgungsgüter sind Mangelware und oft von einer Art, die unmöglich zu improvisieren ist.

Die Raumregion, die von Alpha Indi dominiert wird, einer Sonne sehr ähnlich unserer eigenen, war ein typisches Beispiel. 102 Lichtjahre vom Zentrum der Terranischen Föderation entfernt liegend, besaß sie mehrere Planeten, von denen zwei in der jüngeren Vergangenheit kolonisiert worden waren. Obwohl beide Welten recht groß waren, war ein Großteil ihrer Oberfläche dürr und unwirtlich, und die Kolonisation nahm die Form zahlreicher isolierter Siedlungen an, die über die ganzen Enklaven fruchtbaren Landes verteilt waren. Aber diese Welten waren für sich nicht der Grund, warum Menschen durch die Leere gereist waren. Über das ganze System verstreut gab es mehrere erzreiche Asteroidenschwärme, von denen jeder aus Tausenden einzelner Objekte bestand. Das Problem war, an sie heranzukommen. Versorgungsschiffe von den Industriewelten näher am Kern der Föderation kamen selten vorbei, und wenn einmal Händler bei Alpha Indi aus dem Warp auftauchten, beförderten sie üblicherweise wichtige medizinische Nachschubgüter oder Haushaltsgeräte statt Raumschiffbaugruppen oder Bergbauausrüstung, die zu bezahlen den Siedern schwerfallen würde. Die großen Bergbaukonzerne waren in diesem Stadium mehr an den Feldern näher der Heimat mit ihren bedeutend niedrigeren Transportkosten interessiert. Es war für die Kolonisten sehr frustrierend, die Chance zu sehen, die riesigen Konzerne mit diesen reichen Feldern zu schlagen, und doch unfähig zu ihrer Ausbeutung zu bleiben. Ihr Problem war nicht einzigartig, und die Konzerne waren damit zufrieden zu warten, bis die Nachfrage die neuen Felder rentabel machen würde, bevor sie ihre Ausrüstung heranschafften. Auf jeden Fall waren viele von ihnen auch Raumschiffhersteller und begrenzten in gegenseitigem Einvernehmen die Lieferung von Raumfahrzeugen und Ausrüstung an solche Welten.

Daher bemerkten sie mit einiger Überraschung einen Zuwachs des Angebots bestimmter wichtiger Minerale auf dem Markt, einen Zuwachs, für den sie nicht verantwortlich waren. Zuerst war das Volumen nicht bedeutend genug, um die allgemeinen Preise zu drücken, und sie achteten wenig darauf. Aber allmählich nahm das Rieseln zu, und es begann eine deutliche Wirkung auf ihre Preise zu haben. Die Lieferungen wurden bald nach Alpha Indi zurückverfolgt, und Kundschafter wurden ausgeschickt, um herauszufinden, wie die Siedler an die Quelle gelangten und die Materialien abbauten. Es war offenkundig, daß die Menschen von Alpha Indi Schiffe hatten, aber es gelang den Kundschaftern nicht herauszufinden, wie man sie erhalten hatte, insbesondere nachdem sie keinen existierenden Typen entsprachen. Die Kolonisten beharrten darauf, daß sie sie selbst gebaut hätten, aber dies erschien unmöglich. Sie hatten weder die beträchtliche Expertise, die nötig war, um solche Fahrzeuge von Grund auf zu konstruieren und zu bauen, noch die hochentwickelten Einrichtungen, die solch ein Unterfangen erfordern würde. Die Fabriken, die es gab, waren nicht mehr als ziemlich primitive Montagewerkstätten. Der Bau fertiger Schiffe wäre nur mit einem hohen Grad an Vorfabrikation möglich gewesen, und kein registrierter Anbieter hatte solche Baugruppen angeliefert.

Dennoch wurden die Erze in ständig wachsenden Mengen gefördert, wobei die Siedler selbst die Schiffe in die Heimatsysteme flogen. Die Bergbaufirmen ersuchten schließlich die Terran Trade Authority um Ermittlung, mit der Begründung, daß die neue Kolonie vielleicht ihre Produktionsquote überschreiten könnte, aber die TTA konnte nichts ausrichten. Produktionsquoten wurden vorab vor jeder Bergbauoperation festgesetzt, und in diesem Fall war keine festgelegt worden, weil erwartet wurde, daß diese Felder erst in vielen Jahren in Betrieb sein würden. Was die Schiffe betraf, so waren sie von einzigartiger Konstruktion, aber sie entsprachen alle den standardmäßigen Sicherheitsvorschriften und waren ordnungsgemäß registriert worden.

Daß es genug Schiffe gab, um einen Bergbaubetrieb von beträchtlicher Größe zu ermöglichen, war außergewöhnlich genug, aber daß es auch eine große Zahl von Fahrzeugen gab, die als private Verkehrsmittel zwischen den beiden Schwesterwelten benutzt wurden, viel mehr, als mit dem gewachsenen Wohlstand der Bergbauleute erklärt werden konnte, war ganz unerklärlich. Die TTA war offensichtlich sehr interessiert daran, wie eine isolierte und etwas verarmte Kolonie es geschafft hatte, fast über Nacht eine blühende und individuelle Schiffbauindustrie zu schaffen, ohne die teuren und raffinierten Ressourcen, die für ein Unternehmen dieser Art für notwendig erachtet wurden. Ihre Ermittler wurden offen und warmherzig empfangen und sofort zu den betreffenden Fabriken geführt, wo bald offensichtlich wurde, daß die Bewohner mit den Grundbaugruppen in vorfabrizierter Form beliefert wurden.

Die Antworten auf die von den Ermittlern gestellten Fragen vertieften das Mysterium nur, aber sie beharrten darauf, daß die Teile von einer Gruppe unabhängiger „Jacker“ angeliefert worden waren, Männern ohne festen Beruf, die die Sterne durchstreiften und ihren Lebensunterhalt mit allem bestritten, was sich so ergab. Eines Tages hatte ein Jacker-Schiff auf Alpha Indi II aufgesetzt, um Versorgungsgüter an Bord zu nehmen; die Jacker hatten vom Dilemma der Kolonisten erfahren und eine Lösung versprochen.

Mehrere Monate waren vergangen, bevor man das Schiff wiedersah, aber als es mit einem anderen seiner Art eintraf, beförderten die beiden eine Anzahl großer Rumpfsektionen einschließlich einer großen Nuklearantriebseinheit. Ohne auf Bezahlung zu warten, verschwanden sie wieder, um Wochen später wieder mit weiteren Teilen zu erscheinen, die alle von einer Vielzahl von Fahrzeugen zu stammen schienen, als ob sie einen himmlischen Schrottplatz geplündert hätten.

Es war genug Krempel da, um ein ganzes Schiff zu bauen und eine Anzahl Teile übrigzubehalten. Der Großteil der Elektronik wurde leicht mit Geräten adaptiert, die die Kolonisten bereits hatten, und ihre allgemeinen Fertigkeiten genügten, um das ziemlich einfache Kontrollsystem aufzubauen, das für den örtlichen Betrieb in den Asteroidengürteln nötig war. Die Jacker einigten sich gerne auf einen Anteil an den Einnahmen, sobald das Erz in den Lagersilos einzutreffen begann, die von den hocherfreuten Bergleuten hastig gebaut wurden. Sobald das erste Schiff einsatzbereit war, war es nur eine Sache von Wochen, bevor die Kolonisten die Jacker um weitere Fahrzeuge ersuchten, und wiederum verschwanden die fleckigen und ramponierten Schiffe in den tiefen Raum. Bald füllte ein stetiger Strom von Rumpfsektionen und Energiesystemen die Schuppen, die frisch von den Teams auf Alpha Indi II errichtet worden waren, welche sich dafür entschieden, die Quelle der Maschinenteile nicht zu hinterfragen. In der Zwischenzeit hatten immer mehr Jacker, begierig auf die Ausbeutung dieses lukrativen Handels, sich angeschlossen.

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Spacewreck: Ein tödliches Eden

Für den nichtsahnenden Reisenden gibt es nichts am System Delta Gruis selbst, das auf die Gefahr hindeutet, die auf der Oberfläche des Planeten Eden lauert. Nur die Warnfunkfeuer, die diesen Raumbereich umringen, liegen zwischen der Realität und dem Wahnsinn. (Bild von Angus McKie)

Für den nichtsahnenden Reisenden gibt es nichts am System Delta Gruis selbst, das auf die Gefahr hindeutet, die auf der Oberfläche des Planeten Eden lauert. Nur die Warnfunkfeuer, die diesen Raumbereich umringen, liegen zwischen der Realität und dem Wahnsinn. (Bild von Angus McKie)

Original: „Killer Planets: A Deadly Eden“; Übersetzung: Cernunnos (Bilder von Angus McKie, Fred Gambino und Colin Hay). Dies ist Teil 6 meiner Übersetzungsreihe Spacewreck aus dem Buch SPACEWRECK: Ghostships and Derelicts of Space (1979, ISBN 0600 329909) von Stewart Cowley, einer Sammlung kürzerer illustrierter, nicht zusammenhängender Geschichten vor dem Hintergrund einer fiktiven Geschichte der Expansion des Menschen in die Galaxis. Zuvor hier veröffentlicht:

Spacewreck: Einführung
Todesschiff von Alkahera
Das Wrack der Jancis Jo
Die Kriegswelt Alshain
Kinder der Götter

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230 Lichtjahre von der Erde entfernt liegt die nähere Komponente des optischen Doppelsterns Delta Gruis. Delta Eins ist eine Sonne mit ähnlichen Eigenschaften wie Sol, anders als der fernere des Paares, der ein roter Stern vom Spektraltyp M4 ist. Vor etwa 34 Jahren wurde herausgefunden, daß Delta Eins ein Planetensystem aus mindestens vier größeren Körpern besitzt, und eine Vorbeiflugsonde zeigte an, daß zwei davon die Eigenschaften bewohnbarer Welten hatten. Es ist nicht oft der Fall, daß ein System auch nur einen solchen Planeten enthält, und daß eines zwei davon enthält, war selten genug, daß die Entdeckung beträchtliches Interesse erregte. Infolgedessen wurde ein Vermessungsteam eigens zusammengestellt, um sofort weiterzuforschen, statt daß das System der Liste der Welten hinzugefügt wurde, die darauf warteten, studiert zu werden. Nach einer ereignislosen Reise näherten sich die beiden Schiffe des Teams dem ersten der fraglichen Planeten und gingen in den Orbit, um mit der Arbeit zu beginnen.

Selbst die ersten Studien deuteten schon darauf hin, daß dies eine so nahe am Idealen liegende Welt war, wie man sie bisher nur entdeckt hatte. Es gab reichlich Oberflächenwasser, eine sauerstoffreiche Atmosphäre, ein gemäßigtes Klima mit wenig Variation zwischen den Polen und weite Gebiete mit üppiger Vegetation. Keine Hinweise auf künstliche Strukturen oder Bauwerke, die groß genug waren, um aus dieser Höhe entdeckbar zu sein, waren zu finden, was darauf hindeutete, daß jegliche intelligente Spezies, die die Oberfläche bewohnte, nicht aus großen Stammesgruppen bestand, und daß es daher unwahrscheinlich war, daß sie eine sehr hoch entwickelte Technologie besäße. Es gab eigentlich nichts, das darauf hindeutete, daß der Planet überhaupt bewohnt war. Es wurde daher beschlossen, mit einer Erkundung im Tiefflug fortzufahren und so bald wie möglich auf der Oberfläche zu landen.

Es war aus dem Studium im Tiefflug leicht zu ersehen, daß es mehrere große Tierarten gab, die die ausgedehnten Wälder bewohnten, und andere, die sich in den Meeren und seichten Seen regten, welche die grünen Weiten unterbrachen. Bei einem dieser Überflüge erfaßten die Scanner die Form eines großen künstlichen Objekts, das auf der Oberfläche lag. Die beiden Vermessungsschiffe trafen sich sofort über der Position, wobei eines höher stieg, um das andere zu decken, während es zu einem langsamen Überflug wendete. Der Formationsführer hielt seine Geschwindigkeit und Höhe so niedrig, wie er es wagte, und seine Besatzung hielt sich für einen Notaufstieg beim kleinsten Anzeichen von Problemen bereit.

Als sie sich vorsichtig auf das Gebiet zu bewegten, das von den Koordinaten angezeigt wurde, begaben sich die Mitglieder des Forschungsteams an die Sichtschirme und spähten auf den endlosen Anblick subtropischer Vegetation hinaus. Dort, über das dichte Gewirr aufragend, lag die rostende Masse eines gigantischen Raumfahrzeuges. Mit an mehreren Stellen gebrochenem Rücken lag das riesige Schiff über eine Lichtung ausgebreitet, und große Risse hoben sich schwarz von der hellfarbig korrodierten Außenhaut ab. Davon abgesehen war es im wesentlichen intakt und war offensichtlich irgendwann in der fernen Vergangenheit ohne Probleme gelandet. Sein gegenwärtiger Zustand lag hauptsächlich am Zahn der Zeit und an den Einwirkungen der Atmosphäre auf sein Gefüge. Als seine Tragkonstruktion schwächer wurde, führte ein Gewicht seinen Zusammenbruch herbei. Das Schiff selbst paßte zu keinem bekannten Typ der Föderation, aber es war eindeutig nicht für den Oberflächenbetrieb entworfen worden. Die Art des Rumpfes war die eines Tiefraumfahrzeuges, und die Leistung, die für Oberflächenlandungen notwendig gewesen wäre, hätte eine wiederholte Verwendung in dieser Weise unpraktisch gemacht. Es konnte nur ein Kolonisationsschiff sein; die Frage war: woher?

Ein Kettenfahrzeug der Terranischen Föderation untersucht den enormen rostenden Rumpf eines außerirdischen Siedlerschiffes.

Ein Kettenfahrzeug der Terranischen Föderation untersucht den enormen rostenden Rumpf eines außerirdischen Siedlerschiffes.

Das stark mitgenommene Wrack, das vom Boden dieses seltsamen Paradieses aufragt, steht als grimmige Erinnerung an die verborgenen Gefahren von Delta Gruis.

Das stark mitgenommene Wrack, das vom Boden dieses seltsamen Paradieses aufragt, steht als grimmige Erinnerung an die verborgenen Gefahren von Delta Gruis.

Das Vermessungsteam kletterte vorsichtig durch eine der vielen Öffnungen hinein, aber ihre oberflächliche Erforschung ergab keine Hinweise auf die Herkunft des Fahrzeuges, und sein gefährlicher Zustand hielt sie davon ab, lange in seinem Inneren zu bleiben. Daß seine Passagiere von ungefähr humanoider Gestalt waren, wurde durch die Überreste eines Oberflächenfahrzeugs bestätigt, das verrottend in der Nähe lag. Bei der Rückkehr zum Raupenfahrzeug erhielt das Team ein Signal vom anderen Schiff, daß eine weitere seltsame Stätte in einiger Entfernung entdeckt worden war, und sie hoben ab und setzten Kurs, um sie zu überprüfen.

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Spacewreck: Kinder der Götter

„Andere Gerätschaften wurden gefunden, wie dieser Landschreiter, die aus dem zerstörten außerirdischen Kolonisationsschiff stammen mußten, aber nun Gegenstände von heiliger Bedeutung waren.“ (Illustration von Tony Roberts)

„Andere Gerätschaften wurden gefunden, wie dieser Landschreiter, die aus dem zerstörten außerirdischen Kolonisationsschiff stammen mußten, aber nun Gegenstände von heiliger Bedeutung waren.“ (Illustration von Tony Roberts)

Original: „Children of the Gods“; Übersetzung: Cernunnos. Dies ist Teil 5 meiner Übersetzungsreihe Spacewreck aus dem Buch SPACEWRECK: Ghostships and Derelicts of Space (1979, ISBN 0600 329909) von Stewart Cowley, einer Sammlung kürzerer illustrierter, nicht zusammenhängender Geschichten vor dem Hintergrund einer fiktiven Geschichte der Expansion des Menschen in die Galaxis. Zuvor hier veröffentlicht:

Spacewreck: Einführung
Todesschiff von Alkahera
Das Wrack der Jancis Jo
Die Kriegswelt Alshain

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Die Paquita war eine TTA-Fregatte der Quantum-Klasse, die aus der Mitte des 24. Jahrhunderts stammte. Obwohl hundert Jahre alt, konnte sie die meisten der gegenwärtigen Generation von Mehrzweckschiffen an Leistung übertreffen. Ursprünglich für militärische Geleit- und Aufklärungszwecke gedacht, hatten die Schiffe der Quantum-Klasse jahrelang gedient, bevor sie ausgemustert und für den Verkauf an jeden verfügbar gemacht wurden, der es sich leisten konnte, sie zu betreiben. Es gab wenige Kunden, weil ihre sehr hohe Leistung und beschränkte Frachtkapazität sie nicht für wirtschaftlichen Betrieb geeignet machten. Die meisten derer, die verkauft wurden, gingen an Frachtkonzerne, die nach Schiffen für den Transport kompakter, aber wertvoller Fracht suchten, aber ein paar wurden von Einzelpersonen gekauft.

Chalee Sameth war einer davon. Geboren auf dem erbittert unabhängigen Planeten Asterion II, der etwa dreißig Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Canes Venatici (Jagdhunde) lag, fühlte er sich von der stolzen, aber etwas primitiven Lebensweise seines Volkes eingeengt. Entschlossen, sein Glück anderswo zu finden, erarbeitete er sich seine Passage zur Erde und trat in den Dienst einer der von der TTA betriebenen Frachtlinien ein. [TTA = Terran Trade Authority] Er lernte schnell und war nach ein paar Jahren zum Ersten Flugingenieur geworden, und die Beförderung zum Kapitän war nicht weit entfernt. Aber die Aussicht auf weitere Jahre auf lokalen Fahrten war nicht reizvoll, und er bewarb sich erfolgreich um einen Posten als Navigator auf Tiefraumfrachtern. Leider erwies sich auch dies als weniger befriedigend, als er gehofft hatte, und er begann sich nach etwas umzusehen, das zu seinem Temperament paßte.

Obwohl seine Tüchtigkeit außer Frage stand, hatte seine stolze und wilde Natur seine Dienstakte mit zahlreichen Vermerken gefüllt, die den begehrten Kapitänsrang zu einer eher langfristigen Möglichkeit machten. Die Entscheidung betreffend seine Zukunft bei der TTA wurde schließlich für ihn getroffen. Während er darauf wartete, daß sein Schiff auf einem der großen Frachtterminals in den Menkalinan-Feldern mit der Beladung fertig wurde, wanderte er durch das verrufenere Viertel der Siedlung auf dem Asteroiden und brachte es fertig, in einer kleinen, schäbigen Bar, die in einer Hintergasse versteckt lag, monumental betrunken zu werden. Als er nahezu vierzehn Stunden später aufwachte, war sein Schiff schon lange weg, und nachdem das Nichterscheinen zum Dienst auf einem interstellaren Flug für ein höherrangiges Besatzungsmitglied als schwerer Verstoß behandelt wird, begann er sich nach einer neuen Anstellung umzusehen. Für die meisten Männer ist es leicht, Arbeit auf den Bergwerksfeldern in diesem ungezähmten und mineralreichen Teil der Galaxis zu finden, aber nicht für einen Raumfahrer. Alle Flugjobs sind nur für zugelassenes Personal oder lizensierte Privatbetreiber offen, und Lizenzen sind schwierig und teuer zu erlangen.

Aus diesem Grund sind die Frachttransportraten recht hoch, aber es gibt eine Anzahl von Schiffen, die ohne Lizenzen und zu verhandelbaren Raten operieren. Nach einer oder zwei Wochen war Chalees Geld zu Ende gegangen, und er fand sich in schmuddeligen kleinen Zimmern bei schmuddeligen kleinen Bars wieder, wo er verstohlen mit Fremden flüsterte, bis er eines Tages aus einem davon als Navigator der Grey Lady herausging, eines heruntergekommenen und veralteten Frachters, der eine unter der Hand verkaufte Lieferung von Werkzeugmaschinen zu erledigen hatte. Die Reise war ein Erfolg, und auch diejenigen danach. Es dauerte nicht lange, und Chalee hatte genug verdient, um eine beträchtliche Anzahlung auf eine zernarbte und verbeulte Fregatte der Quantum-Klasse zu leisten, die Paquita, und ein paar Flüge später konnte er es sich leisten, sie so weit wiederherstellen zu lassen, daß sie in besserem Zustand war, als sie es seit langem gewesen war. Drei Wochen nachdem er sie ausprobiert hatte, fand er eine Besatzung und hatte seinen ersten Liefervertrag abgeschlossen. Die Kreditzinsen und die fälligen Raten zwangen ihn, sich für die hochbezahlten Jobs zu entscheiden, bei denen keine Fragen gestellt wurden. Die ersten beiden gingen glatt, und Chalee begann über Verbesserungen nachzudenken, die er an der Paquita vornehmen könnte, aber der dritte Job ging ziemlich schief.

Ein Patrouillenschiff der Bundespolizei rief sie an, als sie sich mit einer höchst illegalen Fracht aus Nuklearsprengmitteln zum Warpsprung bereitmachten. Obwohl wirksam für die Verwendung beim Bergbau, waren sie trotzdem verboten, sofern sie nicht von der TTA zugeteilt waren und unter offizieller Aufsicht verwendet wurden. Wenn die Strafen für die Beförderung unautorisierter Güter dieser Art schon hoch waren, so waren jene für deren Beförderung in einem unlizensierten Fahrzeug etwas, über das man lieber nicht nachdachte.

Das Signal von dem Patrouillenschiff, das eine Identifikation forderte, war daher höchst unwillkommen, und die Reaktion von Chalee und seinen Kollegen war kam augenblicklich. Jedes überflüssige Gerät, das Leistung von der Energieversorgung bezog, wurde abgeschaltet, und maximale Energie wurde in den Warpgenerator gespeist, der seinerseits auf Höchstlast gefahren wurde. Sobald der Leistungsausstoß die Linie berührte, warf Chalee das Schiff in den Sprung, was Männer und lose Ausrüstung herumfliegen ließ, als das Schiff in den Hyperraum schlingerte. Es war keine Zeit mehr gewesen, um die Wiedereintrittskoordinaten einzustellen, daher konnte jeder nur raten, wo sie wieder herauskommen würden. Chalee konnte nur die verstrichene Zeit und die Warpgeschwindigkeit in eine Gleichung setzen und hoffen, daß das Patrouillenschiff nicht gleichermaßen tollkühn sein würde. Obwohl es für ein Schiff im Normalraum unmöglich ist, einem im Hyperraum nachzuspüren, kann der Wiedereintritt in den Normalraum geortet werden. Aber die Galaxis ist groß, und nicht einmal die Schmuggler selbst wußten, wo sie landen würden.

Chalee beschloß, ein paar Wochen lang auf höchster Warpgeschwindigkeit zu bleiben, bevor er in den Normalraum zurückkehrte, um seine Position festzustellen und zu einem bestimmten Ort zu springen. Um sich die Zeit zu vertreiben, spielte er mit dem Computer und gab Daten über Geschwindigkeit und Dauer der Warpantriebszeit ein, um seine annähernde Position abzuschätzen. Aber ohne jegliche Information über seine Richtung vom Ausgangspunkt weg konnte die Datenausgabe nur einen kugelförmigen Bereich angeben, in dem Millionen Sterne lagen.

Sechs Wochen waren verstrichen, bevor er beschloß, den Wiedereintritt zu riskieren, und mit bis zum Hals klopfenden Herzen brachte er das Schiff aus dem Sprung. Sekunden später waren die Sichtschirme voll vom sternenübersäten Samt des Normalraums, und jeder an Bord seufzte erleichtert auf. Aber das Hochgefühl sollte nicht lange dauern. Die Dringlichkeit ihres Abfluges hatte keine Zeit gelassen, um den Hauptantrieb in normaler Weise herunterzufahren, und die plötzliche massive Belastung des Reaktors hatte einigen Schaden daran verursacht, zusätzlich zu Haarrissen in der Schubkammer der Antriebseinheit, die durch die abrupte Abkühlung verursacht worden waren. Sie würden keinen weiteren Sprung machen können, bevor nicht Reparaturen durchgeführt worden waren, und sie würden einen Planeten finden müssen, um darauf zu landen, in der Hoffnung, dort genug Luft, Wasser und Nahrung zu finden, um sie am Leben zu halten, während sie die notwendige Arbeit ausführten.

Die erste Aufgabe war die Feststellung ihrer Position, und die kleine Zahl der in dieser Region sichtbaren Sterne würde es nicht leicht machen. Chalee wählte den hellsten in Sicht aus und begann Werte abzulesen. Es war ein gelber Stern vom Spektraltyp G6, hinter dem eine große Gruppe lokaler Galaxien lag. Etwa 322 Lichtjahre entfernt lag ein A0-Unterriese, und etwa 103 Lichtjahre hinter ihnen lag ein Zwergstern vom Typ F5. Innerhalb einer halben Stunde hatten die Datenbänke sie darüber informiert, daß der Stern voraus nach einer Bewertung der höchsten Wahrscheinlichkeit Beta Fornacis war, 148 Lichtjahre von der Erde entfernt und das Zentrum eines kleinen Systems von drei Planeten. Nichts war über diese Planeten bekannt, daher konnte die Besatzung der Paquita nur hoffen, daß einer eine Zuflucht bieten würde.

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Spacewreck: Die Kriegswelt Alshain

Daß die öde Welt Alshain IV einst die Heimat einer technologisch fortgeschrittenen Spezies gewesen war, war aus den vielen verfallenden Relikten ersichtlich, die dort entdeckt wurden. Die kriegerische Natur dieser verschwundenen Spezies wurde durch solche Artefakte wie diese primitive Raketenbatterie veranschaulicht. (Bild von Bob Layzell.)

Daß die öde Welt Alshain IV einst die Heimat einer technologisch fortgeschrittenen Spezies gewesen war, war aus den vielen verfallenden Relikten ersichtlich, die dort entdeckt wurden. Die kriegerische Natur dieser verschwundenen Spezies wurde durch solche Artefakte wie diese primitive Raketenbatterie veranschaulicht. (Bild von Bob Layzell.)

Original: „The Warworld of Alshain“; Übersetzung: Cernunnos. Dies ist Teil 4 meiner Übersetzungsreihe Spacewreck aus dem Buch SPACEWRECK: Ghostships and Derelicts of Space (1979, ISBN 0600 329909) von Stewart Cowley, einer Sammlung kürzerer illustrierter, nicht zusammenhängender Geschichten vor dem Hintergrund einer fiktiven Geschichte der Expansion des Menschen in die Galaxis. Zuvor hier veröffentlicht: Spacewreck: Einführung, Spacewreck: Todesschiff von Alkahera und Spacewreck: Das Wrack der Jancis Jo.

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Das Sternbild Aquila oder Adler liegt in der Milchstraße unterhalb jenes des Schwans. Der markanteste Stern in dieser Gruppe ist Altair, der bloße sechzehn Lichtjahre entfernt liegt. Von größerem Interesse für die Terranische Föderation war jedoch der gelbe G8-Zwergstern Alshain, der zweiundvierzig Lichtjahre von der Erde entfernt liegt und sehr ähnliche Eigenschaften wie unsere eigene Sonne hat. Im Jahr 2355 wurde herausgefunden, daß er ein Planetensystem von sechs größeren Körpern besitzt, und eine Expedition wurde zusammengestellt, um diese Welten zu untersuchen.

Drei der umlaufenden Kugeln kreisten zu nahe um Alshain selbst, um bewohnbar zu sein, und zeigten keine Anzeichen von Leben. Die fünfte und sechste waren eng miteinander verbunden und schwangen auf ihren unregelmäßigen Bahnen weit in die Dunkelheit hinaus. Sie waren ebenfalls unbewohnbar, aber aus dem gegenteiligen Grund. Alshain IV war ein ganz anderes Angebot und, obwohl es eine heißere und rauhere Welt als die Erde war, sicherlich in der Lage, menschliches Leben zu tragen.

Sie war gewiß eines näheren Blickes wert, und die Expeditionsflotte drang in das System ein und bezog Station nahe dessen Grenze und im Schatten von Alshain V, während zwei der mitgeführten Aufklärungsschiffe sich in den Orbit begaben, um festzustellen, ob dort intelligentes Leben existierte. Nach einem oder zwei unglücklichen Vorfällen in den frühen Tagen der Weltraumforschung war nun anerkannt, daß Vorsicht unter diesen Umständen bei weitem die beste Politik war. Das plötzliche Erscheinen unerwarteter und unbekannter Schiffe im Territorium einer Rasse mit einer fortgeschrittenen Technologie konnte leicht eine unerwünschte Wirkung haben. Während einer der Aufklärer für den Fall von Schwierigkeiten Position auf halbem Weg bezog, flog der andere näher heran, um die großen Kontinentalmassen abzusuchen, die von warmen, seichten Meeren umgeben waren.

Der größere Teil der Oberfläche schien aus riesigen Wüstengebieten zu bestehen, die von trockenen und schroffen Bergketten umringt und bar jeglicher größerer Formen von Vegetation waren. In den gemäßigteren Breiten bestand das Gelände hauptsächlich aus Buschland, das von Bändern reicheren Bewuchses durchzogen war, die den Weg einer Anzahl träger, schlammbeladener Flüsse markierten. Die Polargebiete waren von extrem dichtem Wald bedeckt, der von vielen großen Gipfeln durchbrochen war, und dort wurden die ersten Anzeichen einer bedeuteten Lebensform entdeckt.

Die verschiedenen Sensoren, die von dem Aufklärer eingesetzt wurden, machten seltsame Unterschiede in der Formation und Zusammensetzung einer Anzahl der isolierten Gipfel aus, während eine nähere Untersuchung darauf hindeutete, daß sie künstliche Bauwerke sein könnten. Zusätzlich schienen die Berge, die diese Phänomene aufwiesen, der Mittelpunkt von etwas zu sein, das nur als irgendeine Art von Straßen bezeichnet werden konnte.

Das Schiff blieb mehrere Tage lang in einer engen Umlaufbahn und hielt eine ständige Beobachtung aufrecht, aber es gab kein Lebenszeichen an diesen seltsamen Orten. Schließlich wurde entschieden, in die dünne Atmosphäre einzufliegen, und nach Auswahl eines der Gipfel flog das Schiff heran. Während es sich näherte, wurde offensichtlich, daß dies tatsächlich das Werk einer sehr kunstfertigen Intelligenz war…

Aus einer Vielzahl von Materialien zusammengesetzt, war ein zusammenhängender Komplex erbaut worden, der den Großteil des steilen Felsens bedeckte, aber von seinen Bewohnern gab es kein Anzeichen. Als das Schiff näherkam, wurde ersichtlich, daß die Siedlung seit langer Zeit nicht instand gehalten worden war und die Elemente ihren Tribut gefordert hatten. Manche Bauten waren völlig zusammengestürzt, und andere würden ihnen trotz ihrer massiven Bauweise folgen. Es gab wenige Öffnungen in den Oberflächen der vielen Gebäude, und der allgemeine Eindruck war der irgendeiner Art Festung. Die Straßen, die strahlenförmig von der Basis ausgingen, wurden von den dichten Wäldern zurückgefordert, und ihre Oberflächen waren von sprießender Vegetation durchsetzt.

Die Informationen wurden dem Rest der Gruppe zurückübermittelt, und der Aufklärer erhielt Anweisung, weiter nach Süden zu fliegen. Zwei ähnliche Formationen wurden gesichtet, bevor der Dschungel sich auszudünnen begann, aber beide waren im selben Zustand wie die erste, und die ursprünglichen Bewohner schienen wiederum verschwunden zu sein. Der Teppich aus Grün machte allmählich der zähen, gelblichen Vegetation des Buschlandes Platz. Die Landschaft hier wurde von einer Reihe von Plateaus und Bergrücken gebildet, zwischen denen sich vereinzelt Flüsse dahinwanden. Aus dieser Höhe waren mehrere andere Bauwerke zu sehen, die vom umgebenden Land aus kaum auszumachen gewesen wären und alle von niedriger und massiver Bauweise waren, was auf einen Verteidigungszweck hindeutete.

Der Kapitän entschied, eine Landung zu riskieren, und setzte das Schiff nahe einem dieser eindrucksvollen Artefakte auf. Während der Rest der Besatzung die leichte Bewaffnung des Schiffes auf das Ziel richtete, brachen der Kapitän und zwei Männer in einem Landscooter auf. Als sie am Boden neben dem Gebäude hielten, bemerkten die Männer, daß es in der glatten Oberfläche seiner Wände keine Fugen oder Verbindungsstellen gab. Als sie eine kleine Öffnung in der Seitenwand ausmachten, stiegen sie aus und gingen zu etwas hinüber, das eindeutig eine Schießscharte war, aus der die Schnauze eines Waffenlaufs in fortgeschrittenem Zustand der Korrosion hervorstand. Große Flocken von Material fielen davon ab, als der Lauf berührt wurde, aber es war unmöglich, die Natur der Waffe zu bestimmen.

Man fand, daß eine Seite des Gebäudes fast zur Gänze von einer großen Metallplatte ausgefüllt wurde, die in das steinartige Material eingesenkt war. Der Kapitän sprach in seinen Kommunikator, das Aufklärungsschiff hob ab und schwang zu der Seite herum, wo sie standen, und nachdem die drei Männer beiseite gegangen waren, schlug ein kräftiger Laserstrahl zu und verdampfte einen Teil der Platte. Die Männer spähten in die Dunkelheit dahinter, während sie darauf warteten, daß das Metall abkühlte, aber es war nichts zu sehen außer dem verblassenden Glühen der gegenüberliegenden Wand, wo der Laserstrahl aufgetroffen war. Sobald sie jedoch drin waren, fanden sie einen großen Raum, der mit verrotteten und korrodierten Apparaturen und einer riesigen Maschine ausgefüllt war, die einer Art von Projektilwerfer ähnelte. Mehrere kreisrunde Türen führten in kleinere Räume, die alle genauso leer und verfallen waren wie der erste. Wer immer für die Schaffung dieses grimmigen Bauwerks verantwortlich gewesen war, hatte es, nach den Türen und Durchgängen zu urteilen, für Kreaturen von beträchtlicher Größe gemacht.

Sie kehrten zum Schiff zurück, um Bericht zu erstatten, und wurden angewiesen, die Ankunft des anderen Aufklärungsschiffes abzuwarten, das acht Stunden später über ihnen erschien. Zusammen machten die beiden Schiffe sich weiter nach Süden in Richtung der großen Wüstenebenen auf und suchten nach irgendwelchen Anzeichen von Bewegung auf dem Boden unter ihnen. Plötzlich schrie ein Scanneroperator auf. In Lee eines voraus liegenden Bergrückens stand eine Gruppe außergewöhnlicher Bauwerke, die anders waren als alle, die sie bisher gesehen hatten. Jedes war anders, aber alle hatten einen gemeinsamen Stil, und der allgemeine Eindruck war der einer Gruppe riesiger Pflanzen. Einer der Aufklärer landete in der Nähe, während der andere darüber schwebte, und während einige der Besatzungsmitglieder zurückblieben, um die Waffensysteme zu bedienen, brach der Rest in den Scootern zu den vor ihnen liegenden öden, dunklen Türmen auf. Als sie näherkamen, sahen sie, daß der gesamte Komplex aus Metall bestand, wobei die schlanken Stengel der Bauwerke eine viel größere Masse von Kuppeln und Kugeln trugen. Trotz der allgemeinen Atmosphäre der Verlassenheit schimmerten Lichter aus vielen der Hunderten winziger Öffnungen, und eine dünne Rauchfahne stieg aus einer Spalte auf, die in die Flanke einer der größeren Kuppeln gerissen war.

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Spacewreck: Das Wrack der Jancis Jo

Original: „The Wreck of the Jancis Jo; Übersetzung: Cernunnos. Dies ist Teil 3 meiner Übersetzungsreihe Spacewreck aus dem Buch SPACEWRECK: Ghostships and Derelicts of Space (1979, ISBN 0600 329909) von Stewart Cowley, eine Sammlung kürzerer illustrierter, nicht zusammenhängender Geschichten vor dem Hintergrund einer fiktiven Geschichte der Expansion des Menschen in die Galaxis. Zuvor hier veröffentlicht: Spacewreck: Einführung und Spacewreck: Todesschiff von Alkahera.

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Anfang des 22. Jahrhunderts war die Idee gigantischer Siedlerschiffe, die tapfer zu ihren langen Reisen in die wenig bekannten Bereiche des Weltraums aufbrechen, um Aussaat unter den Sternen zu betreiben, neu genug, um beträchtliches Interesse zu erregen. Riesige Menschenmassen strömten zu den Raumhäfen, um zuzusehen, wie die unerschrockenen Abenteurer die massiven Fahrzeuge besteigen, die für den Rest ihres Lebens ihr Zuhause sein sollten, und möglicherweise auch für ihre Kinder. Der Hyperraumflug steckte noch in den Kinderschuhen, und wenige Schiffe waren zur Überschreitung der Lichtgeschwindigkeit fähig, was bedeutete, daß viele Reisen ganze Generationen dauern sollten, bevor die Bestätigung eines erfolgreichen Fluges auf der Erde empfangen wurde.

Ein solches Schiff war die Jancis Jo, die im Weltraum über dem Marskomplex hing, während sie darauf wartete, sich auf den langen Weg zum G2-Stern Alwaid zu machen, einer Sonne ähnlich unserer eigenen, 365 Lichtjahre entfernt im Sternbild Draco. Von Alwaid war bekannt, daß er eine Anzahl planetarer Begleiter besaß, und eine Vermessungssonde hatte mit nun als primitiv betrachteten Methoden bestätigt, daß einer davon bewohnbar war. Die Jancis Jo war das neueste und ausgereifteste der in den Orbitalwerften des Mars gebauten Schiffe und war in der Lage, die Lichtgeschwindigkeit um eine beträchtliche Marge zu überschreiten, was bedeutete, daß ihre Besatzung den Landeanflug zur Oberfläche in wenig mehr als 270 Jahren beginnen würde.

Sobald der scheinbar endlose Prozeß der Verladung all der für völlige Autarkie nötigen Vorräte und Ausrüstungsgegenstände abgeschlossen war, sagten die 430 Siedler und Besatzungsmitglieder Lebewohl und bestiegen die Raumfähren für den Flug zu ihrem neuen Zuhause. Während der Countdown voranschritt und das große Schiff davonzog, um Abstand von dem Planeten zu gewinnen, bevor es seinen Sprung in den Hyperraum unternahm, tanzten und drängelten sich Hunderte kleinerer Fahrzeuge um den riesigen Zylinder, um einen letzten Blick darauf zu werfen, bevor er aus dem Normalraum verschwand. Innerhalb von Minuten schrumpfte sie zu einem fernen Lichtfleck, als ihre starken Antriebssysteme sie auf Warpgeschwindigkeit beschleunigten, dann war sie verschwunden. Die Schaulustigen und die Verwandten trieben davon, und das Leben kam zur Ruhe, um die Jahre bis zu ihrer Ankunft im Alwaid-System verstreichen zu lassen.

Die nächsten paar Generationen erlebten die Glanzzeit der Kolonieschiffe, und der Abflug dieser enormen Fahrzeuge wurde bald beinahe alltäglich. Die geschätzte Ankunftszeit der Jancis Jo kam und verstrich beinahe unbeachtet, und das Fehlen jeglichen Signals verursachte wenig mehr als ein Geplätscher akademischer Spekulationen. Die Jahre der Zwischenzeit hatten zahlreiche bedeutsame Ereignisse gesehen, und das Verschwinden eines uralten Schiffes schien vor dem komplexen Hintergrund aktueller Angelegenheiten von wenig Interesse zu sein.

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Spacewreck: Todesschiff von Alkahera

Ein bizarrer Anblick bot sich den Augen der Besatzung des Patrouillenschiffes, das ausgesandt worden war, um das stumme Schiff zu untersuchen, das aus dem Hyperraum aufgetaucht war. Jeder Zoll seines Innenraums wurde von seiner mutierten Nahrungsversorgung eingenommen. (Illustration: Robin Hiddon)

Ein bizarrer Anblick bot sich den Augen der Besatzung des Patrouillenschiffes, das ausgesandt worden war, um das stumme Schiff zu untersuchen, das aus dem Hyperraum aufgetaucht war. Jeder Zoll seines Innenraums wurde von seiner mutierten Nahrungsversorgung eingenommen. (Illustration: Robin Hiddon)

Original: „Death Ships from Alkahera“; Übersetzung: Cernunnos. Dies ist Teil 2 meiner Übersetzungsreihe Spacewreck aus dem Buch SPACEWRECK: Ghostships and Derelicts of Space (1979, ISBN 0600 329909) von Stewart Cowley, eine Sammlung kürzerer illustrierter, nicht zusammenhängender Geschichten vor dem Hintergrund einer fiktiven Geschichte der Expansion des Menschen in die Galaxis. Zuvor hier veröffentlicht: Spacewreck: Einführung.

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Die Lorac One ruhte auf dem Startplatz nahe dem Bergbaulager auf Gentleman’s Dig, einer kleinen, aber produktiven Gruppe von Asteroiden in den Menkalinan-Feldern. Sie war vor zwei Tagen von Alpha Centauri eingetroffen, mit einer Ablösungsmannschaft, die den Großteil der Reise damit verbracht hatte, trübsinnig über die Aussicht auf ihren achtzehnmonatigen Einsatz an diesem ziemlich trostlosen Ort nachzudenken. Während sie auftankte und Proviant für die Rückreise an Bord nahm, vollendeten die Männer, die jubelnd ihre Ankunft beobachtet hatten, die Übergabe an ihre Ersatzleute und sammelten ihre Sachen für die Reise zurück zu den Spielplätzen des Centauri-Systems zusammen. Das ausgelassene Geschwätz drehte sich fast gänzlich darum, wie viele Credits ihnen zustanden, und um die relativen Vorzüge der anrüchigeren Unterhaltungsmöglichkeiten, die auf sie warteten.

Schließlich war das Schiff bereit zum Abheben, und sie sammelten sich lärmend an Bord, beobachtet von der gedämpfteren Gruppe, die sie zurückließen. Das Heulen der Antigrav-Generatoren stieg ins Unhörbare, und dann schrumpfte zuerst die Basis und dann der Felsenschwarm zu Fleckchen unter ihnen. Die Koordinaten für den Warpantrieb wurden eingegeben, der Flugrechner aktiviert, und das Fahrzeug begann sich in den Hyperraum aufzulösen.

Es war ein Zufall von zehn Millionen zu eins, daß ein außerplanmäßiger Erzfrachter auf dem Weg nach Gentleman’s Dig in genau dem Moment aus dem Warp auftauchte, in dem die Lorac One in ihn eintrat. Das Warpfeld, das um ein Schiff erzeugt wird, wenn es in den Hyperraum eintritt, ist nicht auf die Außenhaut des Rumpfes beschränkt, sondern erstreckt sich bis in einige Entfernung davon. Der Grund, warum Schiffe sich unter konventionellem Antrieb zu ausgewiesenen Sprungzonen bewegen müssen, ist die Sicherstellung, daß keine anderen Objekte unabsichtlich mit dem Schiff in den Warp gezogen werden. Der außergewöhnliche Zufall, den die Lorac One erlebte, beendete die Reise beinahe, ehe sie wirklich begonnen hatte. Sie bockte und trudelte wie verrückt, während ihr Feld sich mühte, den Frachter ebenfalls in den Warp zu ziehen, und der Atomreaktor und die Generatoren gerieten gefährlich nahe an die Überlastung. Aber die kombinierte Masse war zu groß, und nach einem hektischen Moment schlüpfte die Lorac One in den Hyperraum und überließ es dem Skipper des Frachters, sein eigenes Schiff wieder unter Kontrolle zu bringen. Das Erlebnis muß für ihn erschreckend gewesen sein, nachdem seine Detektoren keine Chance gehabt hätten, das hinausgehende Fahrzeug im Moment des Auftauchens aus dem Warp zu erfassen, daher dürfte er keine Ahnung gehabt haben, was ihn so plötzlich im anscheinend leeren Raum herumgeschleudert hatte.

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Spacewreck: Einführung

Bild zur Geschichte „The Ceres Disaster“; Bildtext von dort: „Das erste Anzeichen der Tragödie, die die tapfere Besatzung der Ceres ereilt hatte, war ein von dem toten Schiff wegtreibender Wartungsscooter mit seinen grausigen Passagieren.“ (Illustration: Colin Hay.)

Bild zur Geschichte „The Ceres Disaster“; Bildtext von dort: „Das erste Anzeichen der Tragödie, die die tapfere Besatzung der Ceres ereilt hatte, war ein von dem toten Schiff wegtreibender Wartungsscooter mit seinen grausigen Passagieren.“ (Illustration: Colin Hay.)

Übersetzung: Cernunnos. Dies ist das Einleitungskapitel zum Buch SPACEWRECK: Ghostships and Derelicts of Space (1979, ISBN 0600 329909) von Stewart Cowley, eine Sammlung kürzerer illustrierter, nicht zusammenhängender Geschichten vor dem Hintergrund einer fiktiven Geschichte der Expansion des Menschen in die Galaxis, woraus ich in loser Folge etliche Episoden übersetzen und hier veröffentlichen möchte. (Siehe auch Zu den Sternen von Kevin Alfred Strom.)

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In einem äußeren Arm unserer Spiralgalaxie liegt ein gelber Stern vom Typ G2, der von einer Vielzahl planetarer Körper umkreist wird, deren dritter die Wiege unserer Spezies war. Hier reiften unsere Vorfahren und vermehrten sich und zogen über die Oberfläche einer von Wasser umgrenzten Welt. Die großen Ozeane und Meere der Erde stellten die erste fremde Umwelt dar, die zu meistern sich der Mensch aufmachte, und der Preis des Unternehmens kann in den Tausenden Fahrzeugen aus fast jeder Periode seiner Geschichte gezählt werden, die über den Meeresgrund verstreut liegen. Ob Opfer des niemals endenden Kampfes gegen die Elemente oder Verluste im Krieg, die Gebeine der Schiffe des Menschen legen stummes Zeugnis für seine Entschlossenheit ab, frei zu sein zu reisen, wohin immer er zu gehen wünscht. In den dunklen, stillen Tiefen liegen kretische Galeeren neben Ostindienfahrern, spanische Galeonen neben großen stählernen Schlachtschiffen des 20. Jahrhunderts, und die Meere fordern weiter ihren Tribut.

Zeit verstrich, und während die Welt kleiner wurde, wurden die Sterne heller und lockten den Menschen zu einem weiteren Horizont mit einer weiteren feindlichen Umwelt, der er sich stellen mußte. Erneut begann er Schiffe zu bauen, die ihn über geheimnisvolle, unerforschte Öden tragen sollten. Zuerst waren die Schiffe leer und wurden hinaus ins Unbekannte gestartet, stießen immer tiefer in die Leere vor, ehe sie zur Oberfläche zurückfielen. Stück um Stück wuchs der Fundus des Wissens, und die Erde wurde von den Utensilien der Weltraumforschung umkreist: Datensammler, Satelliten und ausgebrannte Startraketen. Das Tröpfeln der Information wuchs zu einer Flut, bis sich eines Tages das erste menschliche Wesen in die Nase einer riesigen Rakete quetschte und in den Himmel donnerte, um als Held zurückzukehren. Wohin ein Mensch gegangen war, folgten viele, in zunehmend ausgereiften Fahrzeugen, und um den Beginn des 21. Jahrhunderts umkreiste eine breite Vielfalt von Konstruktionen den Planeten, von Laboratorien bis zu massiven industriellen Forschungseinheiten. Der Mond war zur Heimat einer Schar von Wissenschaftlern und Technikern geworden, und Schiffe fuhren zwischen diesen Einrichtungen und dem Mutterplaneten.

Die nächsten einhundert Jahre sahen die wachsende Industrialisierung des Weltraums und der benachbarten Planeten, begleitet von einer dramatischen Zunahme des Verkehrsvolumens. Chemische Raketen wurden durch eine Anzahl nuklear betriebener Systeme ersetzt, die ihrerseits zu neuen Generationen von ionen- und plasmagetriebenen Fahrzeugen führten, die immer tiefer in den interstellaren Raum reisten.

Dann fand ein Ereignis statt, das den Beginn eines weiteren großen Fortschritts in der Evolution der Raumfahrt markieren sollte. Wenige Jahre nach der Jahrhundertwende war eine unbemannte Erkundungssonde zu Barnards Stern gestartet worden, der unserem System nächsten Sonne, von der man wußte, daß sie einen nichtleuchtenden Begleiter besitzt, und nach sicherer Ankunft befand sie sich in einer Umlaufbahn um diesen öden Planeten. Ihre Entfernung von der Erde betrug 6,2 Lichtjahre. Fünfzehn Jahre nachdem die Barnard-Sonde flammend in die Schwärze geflogen war, wurde ein einzigartiges Fahrzeug in einer Startanlage im freien Fall im Orbit um Jupiter seinen letzten Vorbereitungen unterzogen.

Am 19. April 2021 erreichte der Countdown, der es zum Rendezvous mit der fernen Sonde schicken sollte, Null, und das Schiff verschwand sofort. Im einen Moment lag es noch in seiner Startvorrichtung, ins sinistre Licht von Jupiter getaucht; im nächsten war es verschwunden. Ein wenig mehr als achtzehn Monate später zeichnete die Barnard-Sonde die intakte Ankunft am Ziel auf. Dieses unscheinbare kleine Fahrzeug hatte die Reise mit dem Äquivalent der vierfachen Lichtgeschwindigkeit oder nahezu 670 Millionen Meilen pro Stunde erfolgreich beendet, und das Geheimnis lag in dem Apparat, um den es herumgebaut worden war. Dieses außergewöhnliche Gerät, der Raum-Zeit-Energiepotentialisator (Space-Time Energy Potentializer, STEP), war in der Lage, das Raumzeitkontinuum unter Verwendung eines Massebeschleunigers zu verzerren, um die Widersprüche zu den akzeptierten Gesetzen der Physik zu erzeugen, die auftreten, wenn ein Objekt sich der Lichtgeschwindigkeit nähert. Es manipulierte dann diese Charakteristika, um sich im Raum und in gewissem Grade in der Zeit neu zu positionieren. Der Weg zu den Sternen war nun wahrhaft offen, und die Suche nach anderen Welten, die in der Lage waren, menschliches Leben zu tragen, begann nun ernsthaft.

Wie es in der Geschichte verzeichnet ist, wurden solche Planeten über die ganze Galaxis verstreut gefunden, und Kolonisationsschiffe zogen aus unserem Sonnensystem hinaus, um neue Welten zu besiedeln. Dem Menschen stand es nun frei, die Sterne zu durchstreifen, und indem er das tat, erweiterte er beträchtlich das Verzeichnis von Triumphen und Katastrophen, von Hoffnung und Verzweiflung, das sein Streben stets begleitet hat.

Als der Mensch die Elemente in seinen Versuchen zur Eroberung der Ozeane der Erde herausforderte, wurden seine Erfolge durch Tragödien eingeschränkt. In ähnlicher Weise sind die grimmigen Andenken an seine Fehlschläge im gesamten Weltraum verstreut; die öden, unschönen Formen der Schiffe, die im unerbittlichen Vakuum scheiterten. Jedes hat eine Geschichte zu erzählen. Manche waren die Opfer der Umstände und von Naturkatastrophen, manche von menschlicher Schwäche und menschlichem Ehrgeiz, und andere waren die unvermeidlichen Verluste des Krieges.

Zusammen stellen sie ein Protokoll des Raumfluges und der Härten dar, denen man auf einer schwierigen Reise begegnet, die erst noch enden muß. Dieses Buch beschreibt einige der aufschlußreichsten und faszinierendsten dieser verlorenen Schiffe und die Kette der Ereignisse, die sie schaurig durch die Stille des Raumes treiben ließen. Aber die Schiffe, die die Menschen der Erde trugen, waren nicht die einzigen Fahrzeuge, die durch die Leere navigierten, und es gibt viele treibende oder auf den Oberflächen ferner Welten verstreut liegende Wracks, die uns daran erinnern, daß wir niemals allein in der Galaxis gewesen sind. Manche dieser fremdartigen Schiffe werden hier ebenfalls untersucht, obwohl Fakten nur zu oft durch Mutmaßungen und Annahmen ersetzt werden müssen.

Was immer ihr Ursprungsort war, die Überreste all der beschriebenen Fahrzeuge weisen darauf hin, daß die Gefahren und Risiken all jenen gemeinsam sind, die zwischen den Sternen reisen, und als solche ein gemeinsames Band zwischen all jenen Reisenden schmieden, die die Götter herausfordern, seien sie bekannt oder nicht.

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Nächster Teil: Spacewreck: Todesschiff von Alkahera

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Originalübersetzung hier