Büchsen-Licht (7): Steyr-Mannlicher „Scout“

MORGENWACHT

Von Deep Roots (unter Verwendung eines IWM-Testberichts von Martin Schober). Ursprünglich veröffentlicht auf „As der Schwerter“; die im Artikel beschriebene waffengesetzliche Situation und die Preise sind noch auf dem Stand von 2012, bzw. das nun seit dem 1. Oktober 2012 aktuelle Waffengesetz 2010 war damals noch nicht in Kraft.

In meinen bisherigen Waffenbeiträgen habe ich mich auf die Vorstellung preisgünstigerer Waffen konzentriert (Äxte, günstigere Kipplaufflinten und Jagdbüchsen, militärische Repetiergewehre), ausgehend von der Überlegung, daß Leute, die willens und in der Lage sind, größere Geldbeträge für Waffen auszugeben, meist ohnehin bereits welche besitzen werden. Allerdings ist mir mittlerweile der Gedanke gekommen, daß es auch Leser geben wird, die sich durchaus auch teurere Waffen leisten können und wollen, aber bisher nicht wußten, wie relativ formlos man in Österreich derzeit noch Waffen der Kategorie C (meldepflichtige Waffen, d. h. Repetierbüchsen, Einzelladerbüchsen diverser Systeme sowie Bockbüchsflinten) und Kategorie D (nicht meldepflichtige Waffen, d…

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Büchsen-Licht (6): Mosin-Nagant-Gewehre

MORGENWACHT

Feuerzauber: Mündungsblitze der starken Infanteriepatrone 7,62 x 54R aus den kurzen Läufen von Mosin-Nagant-Karabinern auf einem nächtlichen Schießstand.

Von Deep Roots (ursprünglich veröffentlicht auf „As der Schwerter“; die Preisangaben im Artikel entsprechen dem Stand von 2012)

Dieser Beitrag behandelt ein weiteres klassisches Infanteriewaffensystem, nämlich die russischen Gewehre und Karabiner des Systems Mosin-Nagant 1891. Quellen hierfür waren diverse Artikel im Schweizer „Internationalen Waffenmagazin“ und in „VISIER“, die Bücher „Infanteriewaffen gestern“ und „Schützenwaffen heute“ von Günter Wollert, Reiner Lidschun und Wilfried Kopenhagen sowie eigene Praxiserfahrungen und Gespräche mit anderen Schützen.

Das Mosin-Nagant-Waffensystem gehört zu den wenigen Konstruktionen, die Ende des 19. Jahrhunderts entstanden und mit kleinen Änderungen und Verbesserungen beide Weltkriege überlebten. In seiner Konstruktion lassen sich einige Details finden, die bei dem berühmtesten und in der Welt am verbreitetsten System – dem Mauser 98 – besser gelöst waren, z. B. die Art der Sicherung. Die lange Lebensdauer der Waffe zeugt jedoch…

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Büchsen-Licht (5): Preisgünstige Zentralfeuerbüchsen

MORGENWACHT

Kipplaufbüchse Baikal IJ-18 MN

„Wer seine Waffen zu Pflugscharen schmiedet, wird für diejenigen pflügen, die das nicht getan haben.“

VonDeep Roots (ursprünglich veröffentlicht auf „As der Schwerter“, hier nachveröffentlicht ohne den inzwischen überholten waffengesetzlichen Anfangsteil; davor zuletzt aktualisiert am 20. Juni 2014; Preise Stand 2012)

DIE WAFFEN

Nach meinen bisherigen Waffenartikeln folgt hier nun ein Beitrag für diejenigen Leser, die etwas Weitschußtauglicheres als eine Flinte und etwas Stärkeres als ein Kleinkalibergewehr (Randfeuerbüchse) wollen, eine Alternative zu Unterhebelrepetiergewehren, aber keinen klassischen Militärrepetierer in der Art eines Mausergewehres oder einer Lee-Enfield, weil sie sich vielleicht als Waffenlaien nicht auf den Kauf einer solchen alten Gebrauchtwaffe einlassen wollen oder sich den harten Rückstoß einer starken Infanteriepatrone aus einem Gewehr mit metallener Kolbenkappe nicht zumuten möchten.

Für diese gibt es hier eine Übersicht an günstigen Büchsen, die man neu „von der Stange“ kaufen kann und die schießfertig nicht viel über tausend…

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Büchsen-Licht (4): Lee-Enfield-Gewehre

MORGENWACHT

Lee-Enfield-Gewehre: Im Vordergrund ein „Jungle Carbine“ No. 5 Mark 1, darunter eine No. 4 Mark 1, dahinter ein SMLE.

Von Deep Roots (ursprünglich veröffentlicht auf „As der Schwerter“; im Artikel angegebene Preise noch auf dem Stand von 2012)

In diesem vierten Teil meiner Büchsen-Serie stelle ich eines der erfolgreichsten Militärrepetierer-Systeme der Welt vor, das sich gut ein Jahrhundert lang – länger als jedes andere System – im Truppendienst hielt. Dieses geht auf die 80er-Jahre des 19. Jahrhunderts zurück, als sich die britischen Militärbeschaffungsstellen für das Lee-Enfield-Gewehr entschieden, das in seiner ersten Version im Dezember 1888 von den britischen Streitkräften übernommen wurde. Die Waffe entstand aus dem Lee-Metford-Gewehr, das nach der Umrüstung der Truppe auf Nitropatronen mit dafür ausgelegten Läufen aus Enfield versehen und mit dem Magazinsystem des schottischstämmigen Amerikaners James Paris Lee ausgerüstet wurde, der als Erfinder des abnehmbaren Kastenmagazins gelten kann. Mit dieser damals revolutionären Erfindung wurde die neue…

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Büchsen-Licht (3): Militärische Mausergewehre

MORGENWACHT

Deutscher Landser mit Karabiner 98k; Mauser-Doppel: 98er Brasilien-Mauser M1935 (links) und Schwedenmauser M96

Von Deep Roots (ursprünglich veröffentlicht auf „As der Schwerter“)

[Anmerkung des Autors zur Nachveröffentlichung auf „Morgenwacht“: die nun aktuelle waffengesetzliche Lage in Österreich ist jene des Waffengesetzes 2010, das seit 1. Oktober 2012 gilt; die im Artikel angegebenen Preise entsprechen noch dem Stand von 2012.]

Ab diesem dritten Artikel über Gewehre mit gezogenen Läufen (Büchsen) möchte ich über eine weitere Waffenkategorie informieren, die sich für eine „ballistische Volksbewaffnung“ eignet: über die klassischen militärischen Repetiergewehre, wie sie bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg Standard in allen Armeen waren.

Im Gegensatz zu früheren Jahrzehnten, als noch öfter relativ einheitliche Bestände solcher Waffen aus aufgelösten Arsenalen auf den Markt kamen, sind diese Gewehre heute aus dem Katalogangebot großer Handelsketten wie Frankonia, Kettner oder Jagd & Sport bzw. Austro-Jagd verschwunden, weshalb ich hier für die einzelnen Modelle keine…

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Büchsen-Licht (2): Unterhebelrepetiergewehre

MORGENWACHT

Von Deep Roots(ursprünglich veröffentlicht auf „As der Schwerter“)

Dieser dritte meiner „ballistischen“ Krisenvorsorgeartikel wird Licht auf das Thema Unterhebelrepetiergewehre werfen. Bezüglich der waffenrechtlichen Situation für Waffen der Kategorie C (Meldepflichtige Waffen) in Österreich sowohl nach dem derzeit noch gültigen Waffengesetz 1996 als auch nach der schon beschlossenen Waffengesetz-Novelle 2010, die erst nach Inbetriebnahme des elektronischen zentralen Waffenregisters per Ministerverordnung in Kraft treten wird, siehe nochmal den Anfang von Büchsen-Licht (1): Kleinkalibergewehre.

[Anm. des Autors für die Nachveröffentlichung auf „Morgenwacht“: der Teil im Kleinkaliber-Artikel über die waffenrechtliche Situation in Österreich ist nunmehr historisch und gibt den Stand vor Inkrafttreten des aktuellen Waffengesetzes 2010 am 1. Oktober 2012 wieder. Auch die Preisangaben hier im Unterhebler-Artikel entsprechen dem Stand von 2012.]

Zunächst einmal einige Grundregeln betreffend Unterhebelrepetiergewehre:

Ungeachtet Kaliber und System gilt für alle Unterhebler mit Röhrenmagazin eine unumstößliche Vorschrift: Sie verschießen ausschließlich Patronen mit abgeflachten Geschoßspitzen, also Projektile der…

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Büchsen-Licht (1): Kleinkalibergewehre

MORGENWACHT

Kleinkaliberpatrone .22 lfb am Verschlußkopf einer Savage Mark II

Noch ein „ballistischer“ Krisenvorsorgeartikel von Deep Roots (ursprünglich veröffentlicht auf „As der Schwerter“; davor zuletzt aktualisiert am 28. November 2012 – Infos über die Patrone .22 Winchester Magnum Rimfire).

[Anm. des Autors für die Nachveröffentlichung auf „Morgenwacht“: der erste Teil über die waffenrechtliche Situation in Österreich ist nunmehr historisch und gibt den Stand vor Inkrafttreten des aktuellen Waffengesetzes 2010 am 1. Oktober 2012 wieder. Ich lasse ihn aber trotzdem so drin. Wen’s nicht interessiert: einfach drüberscrollen bis „Waffengesetz-Novelle 2010“. Auch die Preisangaben entsprechen dem Stand von 2012.]

Nach meinen Flinten-Artikeln „Teilchenbeschleuniger 1 und Teilchenbeschleuniger 2: Verteidigung mit Kipplauf-Flintenmöchte ich in diesem Beitrag das Thema „Büchsen“ beleuchten, d. h. Gewehre mit gezogenem Lauf. Hier noch einmal, wie es nach dem derzeit noch gültigen Waffengesetz 1996 diesbezüglich waffenrechtlich wie aussieht:

Halbautomatische Büchsen (Selbstlader)
Diese Selbstladegewehre fallen…

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Teilchenbeschleuniger 2: Verteidigung mit Kipplauf-Flinten

MORGENWACHT

Bockdoppelflinte Baikal IJ 27

Von Deep Roots (ursprünglich veröffentlicht auf „As der Schwerter“ am 21. Oktober 2015; Links für hier angepaßt)

In dieser Fortsetzung zu meinem ersten Flintenratgeber „Teilchenbeschleuniger 1“ werde ich hauptsächlich auf die praktischen Aspekte der Verteidigung mit Kipplaufflinten eingehen, der wahrscheinlich verbreitetsten Flintenart. Diese wird wohl auch häufiger als halbautomatische und Repetierflinten von Leuten angeschafft oder zum Kauf in Erwägung gezogen werden, die bis dahin eher Waffenlaien waren und nur eine wirksame Schußwaffe für die Selbstverteidigung besitzen wollen. Die ballistischen Ausführungen in diesem Artikel werden natürlich auch für Besitzer anderer Flintenarten interessant sein; Wiederholungen von Informationen, die bereits im ersten „Teilchenbeschleuniger“-Artikel enthalten sind, sollen weitgehend unterbleiben.
Hier zunächst noch einmal kurz die aktuelle Situation bezüglich

ERWERB UND BESITZ VON KIPPLAUFFLINTEN UND FLINTENMUNITION

In Österreich war der Erwerb von Kipplaufflinten bis zum Inkrafttreten des Waffengesetzes 2010 am 1. Oktober 2012 für über 18jährige völlig frei und formlos möglich…

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Teilchenbeschleuniger 1

MORGENWACHT

Ein weiterer Krisenvorbereitungsartikel von Deep Roots(ursprünglich veröffentlicht auf „As der Schwerter“; zuletzt aktualisiert am 17. Oktober 2015 – Änderung bezüglich Zerlegen und Entspannen). [Anm. des Autors für die Nachveröffentlichung auf „Morgenwacht“: der erste Teil über die waffenrechtliche Situation in Österreich ist nunmehr historisch und gibt den Stand vor Inkrafttreten des aktuellen Waffengesetzes 2010 am 1. Oktober 2012 wieder. Ich lasse ihn aber trotzdem so drin. Wen’s nicht interessiert: einfach drüberscrollen bis „Waffengesetz-Novelle 2010“. Auch die Preisangaben entsprechen dem Stand von 2012.]

In diesem Beitrag möchte ich mich mit Flinten befassen, und da es hier um Volksbewaffnung geht, werde ich die halbautomatischen Flinten wie die Beretta im Bild oben sowie Repetierflinten ausklammern und mich auf Kipplaufflinten konzentrieren, die man in Österreich frei ab 18 Jahren erwerben kann und die noch bis zum Inkrafttreten der Waffengesetznovelle 2010 (am 1. Oktober 2012) ohne behördliche Registrierung erhältlich sind und auch danach nur…

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Waffenhaltung und Abzugstechnik beim gebrauchsmäßigen Schießen

Von Dipl.-Ing. Manfred Ertl, ursprünglich erschienen in „Internationales Waffen-Magazin“ 5-1998. (Online-Quelle hier)

Für das Halten der Waffe und die Abzugstechnik gibt es unterschiedliche Empfehlungen. Ernstfallorientierte Techniken sind einfach und berücksichtigen den natürlichen Bewegungsablauf und die menschliche Anatomie.

Waffenhaltung, Abzugsvorgang und Verhalten nach der Schußabgabe sind wesentliche Elemente der Schießtechnik. Wie diese einzelnen technischen Elemente allerdings korrekt ausgeführt werden, und welche Überlegungen dabei im Vordergrund stehen, hängt wesentlich davon ab, zu welchem Zweck man eine Waffe benutzt und welche Rahmenbedingungen den Waffengebrauch beeinflussen. Nicht alles, was sich im Sportschießen bewährt hat, kann auch kritiklos und unverändert ins gebrauchsmäßige Schießen übernommen werden.

Vor allem in älteren Anleitungen zum gebrauchsmäßigen Waffeneinsatz findet dies wenig Berücksichtigung. Die Atemtechnik, die hier über einen Zeitraum von mehreren Sekunden beschrieben wird, oder die Betonung der Schußabgabe vom Druckpunkt aus, sind hierfür Beispiele.

Das gebrauchsmäßige Schießen unterliegt aber anderen Kriterien als die Schußabgabe zu rein sportlichen Zwecken. Im gebrauchsmäßigen Schießen wirken andere Rahmenbedingungen auf den Schützen ein, und es stellen sich andere Anforderungen an die Schießtechnik. Dies wird vor allem deutlich, wenn man die Zielsetzung und die Rahmenbedingungen eines ernstfallorientierten Schußwaffengebrauchs einmal zusammenfaßt.

Dabei fällt zuerst auf, daß der extrem präzise Schuß über weite Entfernungen ohne jegliche Zeitbegrenzung im gebrauchsmäßigen Schießen mit der Kurzwaffe praktisch nicht vorkommt. Diese Art des langsamen, präzisen Schießens ist aber die Basis eines großen Teils aller sportlichen Schießdisziplinen. Da bewaffnete Konfrontationen praktisch immer unter Zeitdruck ablaufen und in der Regel die Bekämpfung relativ großer Ziele auf kurze Entfernungen erfordern, liegt es auf der Hand, daß dazu eine andere Schießtechnik erforderlich ist als als zum präzisen Schuß auf weite Entfernungen. Hinzu kommt, daß im gebrauchsmäßigen Schießen eine Reihe von weiteren Einflußfaktoren zu berücksichtigen ist, die in dieser Form beim sportlichen Schießen keine Rolle spielen. Kampfstreß, extrem ungünstige Lichtverhältnisse oder das Schießen aus schnellen Drehungen sind Beispiele dafür.

Jede Technik, die im gebrauchsmäßigen Schießen Verwendung finden soll, muß an diesen Anforderungen gemessen werden. Dabei ist es wichtig, daß nicht ein einzelner Aspekt aus dieser Summe von Anforderungen in den Vordergrund gestellt wird, sondern daß eine zweckmäßige Technik im Verteidigungsschießen allen Aspekten zumindest hinlänglich gerecht wird. Die beste Technik nützt nichts, wenn sie sich nicht zur schnellen Abgabe mehrerer Schüsse hintereinander eignet oder nicht streßstabil ist.

Diese Überlegungen gelten natürlich für alle Bereiche der Schießtechnik, also auch für den Anschlag oder die Körperhaltung insgesamt. Hier soll aber nur das Halten der Waffe und die Abzugstechnik näher betrachtet werden.

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